Hilfe der Crash kommt... (bald?)

  • Ich bin sehr gespannt wo die Reise die nächsten Jahre hingeht. Angesichts der massiven Unwägbarkeiten hinsichtlich der Auswirkungen von KI und vieler anderer Probleme ist eine Aktienquote von 70-80 Prozent vielleicht schon bald ein „Fehler aus der Vergangenheit“. Aber wer weiß das schon?

  • Ja, es ist nicht einfach. Aber ich befürchte, dass gerade neue Einsteiger in den nächsten Jahren Federn lassen müssen und markttiming funktioniert auch nur sehr eingeschränkt. Aber klar, es ist immer eine eigene Entscheidung, mit der man dann leben muss.

  • Ich bin sehr gespannt wo die Reise die nächsten Jahre hingeht. Angesichts der massiven Unwägbarkeiten hinsichtlich der Auswirkungen von KI und vieler anderer Probleme ist eine Aktienquote von 70-80 Prozent vielleicht schon bald ein „Fehler aus der Vergangenheit“. Aber wer weiß das schon?

    Was wieso? Ganz im Gegenteil eine möglichst hohe Aktienquote ist meine Absicherung als Bürotischbewacher gegen Wegfall des Bürotisches wegen KI.

    Denn dann steigen Unternehmensgewinne wenn Lohnarbeit reduziert wird. Und wenn nicht, dann bewache ich immer noch meinen Tisch im Büro.


    Aber rot werden könnte es demnächst dennoch erstmald, da der Orangenmann am Rad dreht und heute Nacht wieder Große Reden hält.

  • Was wieso? Ganz im Gegenteil eine möglichst hohe Aktienquote ist meine Absicherung als Bürotischbewacher gegen Wegfall des Bürotisches wegen KI.

    Denn dann steigen Unternehmensgewinne wenn Lohnarbeit reduziert wird. Und wenn nicht, dann bewache ich immer noch meinen Tisch im Büro.

    Die 'Studie' kann man übrigens frei herunterladen und lesen.
    Es wird genau davor gewarnt, dass es durch die zunehend sinkenden Lohnquoten am BIP der Industrieländer zu großen gesellschaftlichen Verwerfungen kommen könnte. So werden z.B. 50% der gesamten Konsumausgaben in den USA von den 10% Hochperformern ausgegeben.
    Wenn zunehmend hochbezahlte Jobs durch die KI wegrationalisiert werden, könnte es die Staaten dazu zwingen die Besteuerung mehr in Richtung Erträge der Unternehmen zu verschieben um weiter die Ausgaben des Staates finanzieren zu können. Das hätte dann natürlich auch Auswirkungen auf die Renditen/Börsenkurse.
    Nun ja, man wird sehen, wie es sich entwickeln wird. Wie immer ist die Zukunft ungewiss. Wohlmöglich wird die KI irgendwann einen Krieg gegen die Menschheit führen und Ihren Schöpfer vernichten. Und dann erledigen sich viele Probleme ganz von allein.

  • Die Annahme, dass technologische Revolutionen zwangsläufig zu Effizienzsteigerungen, zum Abbau von Arbeitsplätzen und zu einer abnehmenden Bedeutung des Faktors Mensch führen, ist so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Sie wird in nahezu jedr Generation formuliert. Historisch betrachtet war diese Prognose immer falsch.

    Es zeigt sich wiederholt, dass der Mensch trotz (oder gerade wegen) technologischen Fortschritts zusätzliche Ineffizienzen erzeugt und den Verbrauch (humaner) Ressourcen weiter steigert. So hat etwa die Beschleunigung der Kommunikation nicht zu einer Reduktion von Koordinationsaufwand geführt, sondern zu einer Ausweitung und nicht selten zu einer inhaltlich ineffizienten Kommunikation (Bsp. Email, Social Media...).

    Mir erscheint die verbreitete Ewartung, dass künstliche Intelligenz einen grundlegenden Wendepunkt darstellt, als verkürzt. ich denke viele unterschätzen die menschliche Irrationalität.

    Bsp. Wenn die KI die Aufgaben von Rechtsanwälten übernehmen wird, dann werden sehr wahrscheinlich nicht die Rechtsanwälte arbeitslos, sondern die Länge der AGBs und Gesetze wird verzehn- oder verhundertfacht.

  • Bsp. Wenn die KI die Aufgaben von Rechtsanwälten übernehmen wird, dann werden sehr wahrscheinlich nicht die Rechtsanwälte arbeitslos, sondern die Länge der AGBs und Gesetze wird verzehn- oder verhundertfacht.

    Was in der Praxis dazu führen dürfte, dass der Mensch erst recht nicht mehr durchblickt während die KI halt einen Moment länger rechnet.

    Technischer Fortschritt führt dazu, dass mit der gleichen Arbeitskraft mehr Güter und Dienstleistungen hergestellt werden können. Teilweise werden auch ganze Berufsgruppen obsolet. Der Bedarf an Stallburschen und Kutschern ist heute praktisch Null. Natürlich kann man einen Teil umschulen...den Kutscher zum Taxifahrer, den Stallburschen zum Mechaniker...aber wenn die KI ihre Versprechungen halbwegs einlöst, stellt sich durchaus die Frage, welche Berufe denn nicht gefährdet sind. Auch das Handwerk bietet dann langfristig nur einen begrenzten Schutz...Roboter gibt es schon lange, es mangelt bisher lediglich an der Autonomie.

    Ich halte es jedenfalls für gefährlich, wenn man einfach damit argumentiert, dass es bisher für den Menschen immer gut ausgegangen ist. Für die Pferde ist es das nicht, die wurden durch Motoren obsolet

  • Mir erscheint die verbreitete Erwartung, dass künstliche Intelligenz einen grundlegenden Wendepunkt darstellt, als verkürzt. ich denke viele unterschätzen die menschliche Irrationalität.

    Ebenso werden die Fähigkeiten dieser äußerst werbewirksamen "KI" genannten Software gnadenlos überschätzt. Die meisten Anwender lassen sich durch die sehr menschlich wirkende Ausdrucksweise der LLM täuschen. Jedoch kommt es sehr häufig vor, dass eine Antwort inhaltlich schlichtweg falsch ist.

    Ich verwende ab und zu Copilot, um herauszufinden, wie man bestimmte Einstellungen an Betriebssystemen oder Software vornimmt. Trotz exakter Angaben zum Problem und zu Version der verwendeten Hard- und Software kommt es in ca. 50% der Fälle zu falschen Antworten. Leicht daran zu erkennen, dass es die genannten Menüpunkte o.ä. gar nicht gibt. Darauf hingewiesen, verzettelt sich die "KI" immer mehr. Interessant ist, dass die, auf ihren Fehler hingewiesen, einem Recht gibt: "Du hast Recht, in dieser Version gibt es diese Einstellung nicht." Wenn man dann fragt, warum sie erst eine falsche Antwort gibt, obwohl sie doch offensichtlich weiß, dass es so nicht funktioniert, folgt allgemeines Blabla oder manchmal Abbruch der Session.

    Solch einen Support-Mitarbeiter möchte niemand haben. Wer jetzt sagt, dass wir noch am Anfang stünden und die Entwicklung weiterginge, hat leider nicht verstanden, dass es sich hierbei um ein systemisches Problem handelt, was sich nicht beseitigen lässt. Ich glaube, in den nächsten Jahren wird man erkennen, dass "KI" nicht der Heilsbringer ist. Manche haben es schon heute erkannt. Als Beispiel sei hier die DKV genannt. Die hatte versucht, die Bearbeitung von eingereichten Rechnungen zu automatisieren (auf der Vorstandspräsentation hierzu stand sicherlich nicht "automatisieren", sondern "KI"). Ich fand das gut, da meine regelmäßig wiederkehrenden Rechnungen innerhalb eines Tages bearbeitet wurden und die Erstattung zwei Tage später auf meinem Konto war. Allerdings gab es auch Fälle, wo die "KI" voll daneben lag und die Bereinigung des Vorgangs dann doch einigen Schriftwechsel mit einem Sachbearbeiter nötig machte. Nach ca. einem Jahr der "KI-Bearbeitung" wurde diese offenbar eingestellt, was sich seit einigen Wochen durch verlängerte Bearbeitungszeiten von bis zu drei Wochen bemerkbar macht. Da hat wohl jemand die Notbremse gezogen.

    Und nun publiziert irgendein Analyst, der von der Funktionsweise dieser "KI" wahrscheinlich nicht den Hauch einer Ahnung hat, seinen Blick in die Glaskugel. Mit der Folge, dass Profi-Anleger diesen Unfug für bare Münze nehmen und in großem Stil Tech-Werte abverkaufen. Wenn etwas irrational ist, dann ist es die Börse, die letztlich nur die Irrationalität der menschlichen Anleger widerspiegelt.

  • Dann bin ich ja mit 97% Aktienquote bestens vor dem Fehler geschützt :)

    Team 93% Aktienquote 8o Notgroschen und Rücklagen für Reparaturen und Co. vorhanden, sodass Stand heute ich das Depot nicht antasten muss. Was die Zukunft bringt, weiß keiner, aber nur in Angst zu leben, hilft einem auch nicht weiter.

    Wenn man sich die Börse der letzten Jahre anschaut, wird es zwangsläufig wieder eine Regression zum Mittelwert geben. Aber ob es Abstürze von 80% geben wird. Ah, ich weiß nicht. Und wenn doch, dann haben wir auf der Welt ganz andere Probleme als dass das Depot tiefer steht. Letztendlich ist das Aushalten des Risikos die Belohnung durch Rendite. Kein Risiko, keine Rendite. Da hilft dann nur die Diversifikation über alle Sektoren, viele Länder - und nicht 20x NVIDIA, S&P500 Technology ins Depot zu holen.

    Diese Artikel lassen mich sehr kalt. Schlechte Nachrichten, das Drücken auf Emotionen (v.a. Angst) und Panikmache sind eben die besten Click-Baits. Keiner öffnet einen Artikel in dem steht: "Der Markt hat wieder seine 6% p.a. geliefert. Business as usual."

    KI wird unsere Abläufe verändern. In manchen Bereichen sicherlich zum Bessern, in anderen zum Schlechteren. Nur weil KI drauf steht, muss es nicht zwingend die gute KI sein. Sie liefert oft so viele Fehler, unvollständige oder Fehlinformationen. Wenn ich alleine sehe, wie viele jährliche Pflichtschulungen ich zu/wegen KI nun machen muss. Da vergeht ein Arbeitstag... Es werden Jobs entfallen, dafür neue geschaffen. Das ist der normale Wandel der Zeit.

  • Ich glaube, in den nächsten Jahren wird man erkennen, dass "KI" nicht der Heilsbringer ist. Manche haben es schon heute erkannt. Als Beispiel sei hier die DKV genannt. Die hatte versucht, die Bearbeitung von eingereichten Rechnungen zu automatisieren (auf der Vorstandspräsentation hierzu stand sicherlich nicht "automatisieren", sondern "KI"). Ich fand das gut, da meine regelmäßig wiederkehrenden Rechnungen innerhalb eines Tages bearbeitet wurden und die Erstattung zwei Tage später auf meinem Konto war. Allerdings gab es auch Fälle, wo die "KI" voll daneben lag und die Bereinigung des Vorgangs dann doch einigen Schriftwechsel mit einem Sachbearbeiter nötig machte. Nach ca. einem Jahr der "KI-Bearbeitung" wurde diese offenbar eingestellt, was sich seit einigen Wochen durch verlängerte Bearbeitungszeiten von bis zu drei Wochen bemerkbar macht. Da hat wohl jemand die Notbremse gezogen.

    Möglicherweise vorerst. Der (Personal-)Kostendruck wird zunehmen.
    KI im Büroalltag ist aber längst nicht alles. Nur mal ein Beispiel: "heise: KI-Technik: Pentagon stellt Anthropic ein Ultimatum und droht mit Kriegsgesetz"
    Warum das Interesse so groß ist, kann man sich denken. Kollateralschäden gehören ja immer schon zum militärischen Einsatz. Ich befürchte, der Geist ist aus der Flasche und nicht mehr einzufangen.

  • Natürlich kann man einen Teil umschulen...den Kutscher zum Taxifahrer, den Stallburschen zum Mechaniker...aber wenn die KI ihre Versprechungen halbwegs einlöst, stellt sich durchaus die Frage, welche Berufe denn nicht gefährdet sind. Auch das Handwerk bietet dann langfristig nur einen begrenzten Schutz...Roboter gibt es schon lange, es mangelt bisher lediglich an der Autonomie.

    Ich halte es jedenfalls für gefährlich, wenn man einfach damit argumentiert, dass es bisher für den Menschen immer gut ausgegangen ist. Für die Pferde ist es das nicht, die wurden durch Motoren obsolet

    Heute arbeiten mehr Menschen in der Automobilindustrie als damals im gesamten Umfeld von Pferd und Kutsche. Wirklich „gefährlich“ ist nicht der technische Fortschritt, sondern das tägliche Schwarzmalen. Dieses permanente Alarmieren ist hierzulande längst Volkssport und vermutlich mitverantwortlich dafür, dass wir bei fast allen Schlüsseltechnologien den Anschluss verlieren.

    Die Weltbevölkerung hat sich in nur 200 Jahren verachtfacht. Und trotzdem geht es diesen achtmal so vielen Menschen heute unbestreitbar besser als ihren Vorfahren. Sie leben länger, gesünder und haben mehr Arbeit, nicht weniger. Der technische Fortschritt hat den Menschen also nicht überflüssig gemacht, sondern das Gegenteil bewirkt. Trotz verschwundener Kutscher und Pferdeschmiede.;)

    Geradezu amüsant ist daher die Selbstgewissheit, mit der manche glauben, die Zukunft vorhersagen zu können. Eine Zukunft, die aus unzähligen, hochkomplexen Variablen besteht, die kein menschliches Gehirn vollständig erfassen kann. Geschweige denn jene, die täglich mit apokalyptischem Ernst den nächsten Untergang verkünden.

    Ein bisschen mehr Optimismus täte uns allen gut!:thumbup:

  • Und soviel kann die KI nicht lesen? Oder wie meinst Du das?

    Ich meine damit, dass technologischer Fortschritt nicht zwangsläufig in Massenarbeitslosigkeit münden muss, auch wenn er unbestreitbar zu höherer Effizienz führt. Nüchtern betrachtet hätten E-Mail, Videotelefonie usw. im Vergleich zu Fax und Telefon zu einer erheblichen Effizienzsteigerung führen müssen. Ist das passiert? Nein. Stattdessen verschicken wir heute einfach hundertmal so viele (größtenteils irrelevante) Informationen und haben noch mehr irrelevante Personen in Meetings wie früher. Es arbeiten nicht weniger Menschen wegen E-Mail und auch die Eigenkapitalrenditen sind dadurch nicht gestiegen. Wir Menschen sind ausgesprochen gut darin Effizienzsteigerungen verpuffen zu lassen.

    Ein gutes Beispiel ist der Verkehr: Wir sind heute deutlich schneller und bequemer unterwegs als früher. Sind wir deshalb weniger unterwegs und häufiger zu Hause? Natürlich nicht. Je schneller wir werden, desto weiter werden die Pendelwege und desto weiter und häufiger wird gereist.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Jevons-Paradoxon