GRV ungleich Investment

  • So fundierte und inhaltsschwere Beiträge, wie Deiner Bluenotein Nr. 4.100, sind immer faszinierend und stoßen daher stets auf mein uneingeschränktes Interesse.

    Getroffene Hunde bellen, weiß der Volksmund.

    So erwartbar, wie - aus meiner Sicht - auch platt und billig.

    Wobei: Das mit der Begrifflichkeit "Hetze" wurde doch von Dir hier eingeführt ...

    Mit Blick auf #4091 erspare ich uns allen eine weitere Replik.

    Da erlaube ich mir eine geschätzte Kollegin in vergleichbaren Situationen zu zitieren:

    "Besser ist das".


    Dir nichtsdestotrotz weiter ganz viel Glück mit Deinen privaten Finanzen !

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  • Ich nehme allerdings zur Kenntnis, dass insbesondere Personen die nicht betroffen sind hier massiv dagegen schießen.

    Der Bundeszuschuss an die GRV entspricht gut 1/3 der Steuereinnahmen des Bundes, und 1/4 aller Ausgaben des Bundeshaushalts (Studie des IFO-Instituts zum aktuellen Bundeshaushalt).

    Aber die Steuerzahler sind hier nicht betroffen, nur die Rentner. So kann man sich das natürlich auch zurecht biegen.

    Vielleicht sollten wir einen weiteren Faden starten, der die erheblichen Kosten der Pensionen thematisiert, die zukünftige öffentliche Haushalte erheblich belasten.

    Da würde ich dann fragen, was dort, wo man die Versorgungsrücklagen in die allgemeinen Haushalte überführt hat, auch wenn man den Beamten dafür vorher einen kleinen Anteil der Besoldung vorenthalten hat, so alles an Ausgabeideen für solche schöngerechneten Mittel in diesen Haushalten erschien - und was die Rentenbeitragszahler zur Politik sagen würden, wenn die so auf die Rentenbeitragszahlungen zugreifen würde?

    Oder fragen, wieso dort, wo es noch Versorgungsrücklagen gibt, ein tlw. ordentlicher Teil längst am Aktien- bzw. Kapitalmarkt angelegt wurde, während die Rentenversicherung lieber für ihre Nachhaltigkeitsrücklage im dreistelligen Millionenbereich Negativzinsen gezahlt hat.

    Das da vielleicht etwas viel falsche Politik gemacht wurde (gut, den Teil mit der Rechtssprechung zur Besoldungshöhe könnten wir vielleicht weglassen), käme vielleicht zur Sprache, und dass dieses lustige Spielchen Rentner gegen Pensionäre womöglich nicht das eigentliche große Problem ist, sondern dessen Ursachen in den Vordergrund rücken könnten.

    Gut, das Thema könnte man echt mal getrennt starten. Aber auch dort wird man sicher schnell wieder alles in die rechte Schublade stopfen, was nicht zur eigenen vorgefertigten Meinung passt, auf die Frage nach Beispielen, wenn man Beleidigungen etc. unterstellt hat, gar nicht mehr antworten, und hoffen, dass das Thema schnell wieder wegen den bösen rechten Themenpiraten geschlossen wird. Also können wirs auch lassen.

    [von der Moderation entfernt] :thumbup:

  • @souvereign, mit Verlaub, wo ist der Bezug zur GKV?

    Leite Deine Frage gerne weiter - wenn ich denn einen User mit dem Namen @souvereign hier ausfindig machen kann ...

    Nur am Rande aber in dem Kontext: Dachte es geht in dem Strang eher um die

    gesetzliche Rentenversicherung

    sprich die GRV und nicht die Gesetzliche Krankenversicherung sprich die

    Bezug zur GKV?

    ?

    Im Ernst und mit Verlaub: Wenn sich Dir der Bezug eine Kritik (siehe meinen Beitrag Nr. 4.099) - ggf. auch harte, herbe oder überzogene Kritik - gleich als "Hetze" zu framen (siehe Nr. 4.092) nicht erschließt, dann kann das aus meiner Sicht gerne dahinstehen.

  • Das ist auf jedem Fall sachlich falsch. Normale Rentenansprüche aus DDR‑Beitragszeiten, die nach 1992 in das westdeutsche System überführt wurden, sind nicht versicherungsfremd.

    Diese Deine Sicht teile ich - als an solchen Themen interessierter Laie.

    Richtig ist jedoch, dass es im Rahmen der Überführung auch Höherbewertungen, Übergangs- und Besitzstandsregelungen gab, die auf politischen Entscheidungen beruhen und versicherungsfremd sind.

    (nachträglich gefettet von mir)

    Diese Deine Einschätzung ebenso.

    Wobei es nach meinen Erfahrungen stets und überall (sehr) problematisch ist, wenn "politische Entscheidungen" in Konkurrenz oder gar gegen ökonomische Sachgesetzlichkeiten getroffen werden (die Europäische Einheitswährung ist da vermutlich eines der prominentesten Beispiele).

    Um bei der angesprochenen Causa "DDR und Wiedervereinigung" zu bleiben: Auch der damalige Umrechnungskurs "DDR vs DM" beruhte auf einer rein politischen Entscheidung und war - um in Deiner Terminologie zu bleiben -

    und versicherungsfremd sind.

    sozusagen "währungsfremd", da ökonomisch nicht ansatzweise gerechtfertigt. Die "Nebenwirkungen" präziser Kollateralschäden waren entsprechend groß.

  • Jetzt hört mal mal auf. Referat Janders hat die anderen Threads schon zu Recht geschlossen. Wollt ihr es ihm wirklich antun, auch diesen, den er selbst vor 5 1/2 Jahren erstellt hat, zu schließen?

    Niemand zwingt ihn dazu. Andere Moderatoren schaffen es auch ohne Schließung.

    Aber zurück zum Thema: Eventuell wäre ein Teil-Opt-Out bei Berufseinsteigern der richtige Weg: 10% dürfen selbst angelegt werden, im Gegenzug fallen künftige Rentensteigerungen 10% geringer aus. Man könnte das dann auch mit den Alterskohorten anwachsen lassen, bis zu einem Prozentsatz X.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Eventuell wäre ein Teil-Opt-Out bei Berufseinsteigern der richtige Weg: 10% dürfen selbst angelegt werden

    Prinzipiell eine gute Idee, um zusätzlich zum Umlagesystem zu einem kleinen Teil mit Kapitalunterlegung zu starten. Problem ist, dass diese Gelder für die heutigen Renten fehlen. Der Bundeszuschuss wird sowieso mindestens die nächsten 10 Jahre massiv steigen müssen.

  • Prinzipiell eine gute Idee, um zusätzlich zum Umlagesystem zu einem kleinen Teil mit Kapitalunterlegung zu starten. Problem ist, dass diese Gelder für die heutigen Renten fehlen. Der Bundeszuschuss wird sowieso mindestens die nächsten 10 Jahre massiv steigen müssen.

    Das wird er aller Voraussicht nach so oder so. Aber so kommt man langsam aus der Spirale raus.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Ich nehme allerdings zur Kenntnis, dass insbesondere Personen die nicht betroffen sind hier massiv dagegen schießen.

    Wie wahr!

    Ob individuelles (querulatorisches) Problem oder gezielte Meinungsmache, das ist eigentlich gleichgültig.

    Btw stellt sich ja die Frage, ob hier Arbeitszeit zu Lasten der öffentlichen Hand für diese Kampagne geopfert wird.

  • Ob die kapitalgedeckte Altersvorsorge dauerhaft die bessere Option ist, muss sich erst noch erweisen.

    Grund und Boden (Real Estate) dürfte eine Historie von rund 10.000 Jahren haben, Gold hat eine Historie von mehreren Jahrtausenden (dürften 5-6 Jahrtausende sein) und Wertpapiere (Staatsanleihen und Aktien) weisen immerhin eine Historie von ca. einen halben Jahrtausend auf.

    Die Umlage-finanzierte GRV gibt's schon ein bisschen länger als die Hoffnungen, die an eine kapitalgedeckte Altersvorsorge geknüpft werden.

    ?

    Seit wann existiert in Deutschland die umlagefinanzierte Gesetzliche Rente (GRV) ... ? Seit dem Jahr 1889 ... ?

    Es muss ja nicht immer entweder oder sein, ein Teil Kapitalgedeckt würde ja schon helfen und ein Teil Umlage macht das ganze Krisenfester.

    :thumbup:

    Bei Realitätsbezug (längst absehbare demographische Entwicklung) hätte der Gesetzgeber (die Obrigkeit) längst (*) und zwingend auf die Idee kommen können präziser müssen, das Umlageverfahren mit einem kapitalgedeckten Anteil zu ergänzen.

    (*) Das war bereits vor einigen Jahrzehnten indiziert (vor 35 - 40 Jahren).

  • Achtung, der nachfolgende Beitrag könnte Illusionen zerstören!

    Allerdings ist das dann auch bei den Beamtenanfängern entsprechend umzusetzen, damit man raus aus der Spirale kommt. :)

    Ich vermute stark, dass sowas auch 1:1 bei den Beamten übernommen würde. Die bisherige Rechtssprechung geht bei der Versorgung noch immer davon aus, dass die Rolle der Pension nicht der Rente entspricht, sondern der Rente + betriebliche AV + (tlw.) private AV. Aber bereits die Aufnahme in den Kreis der Riester-Berechtigten war 2002 damit verbunden worden, dass das Versorgungsniveau abgesenkt wurde und man den Beamten dazu als Ausgleich die private AV fördern wollte. Und auch beim Altersvorsorgedepot sind Beamte gleich mit dabei...

    Also keine Angst, bzw. eigentlich gar keine Notwendigkeit, die Beamtenversorgung immer als Teufelszeug an die Wand zu stellen. Jeder Einschnitt, der in der GRV vorgenommen werden könnte, jedes Reförmchen, wird sich auch in den Versorgungsgesetzen wiederspiegeln. Da hat Staat, nachdem er die Versorgungsrücklagen tlw. auf den Kopf gekloppt hat, auch gar keine andere Wahl. Und einem Hauptargument der Rechtssprechung wirkt man schon recht lange entgegen.

  • Ob die kapitalgedeckte Altersvorsorge dauerhaft die bessere Option ist, muss sich erst noch erweisen.

    Zählen Erfahrungswerte anderer Staaten nicht? Oder Versorgungs- u.a. Rücklagen des Staates, die zu großen Teilen am Kapitalmarkt liegen? Es ist doch nun wirklich nicht so, als ob die GRV mit Aktien etwas entdecken würde, was noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

  • Also keine Angst, bzw. eigentlich gar keine Notwendigkeit, die Beamtenversorgung immer als Teufelszeug an die Wand zu stellen. Jeder Einschnitt, der in der GRV vorgenommen werden könnte, jedes Reförmchen, wird sich auch in den Versorgungsgesetzen wiederspiegeln.

    Mir hat ein Pensionist/Pensionär vom Bund neulich im Yoga-Kurs gezeigt, was dem von der Pension direkt wegen einer Pflegeversicherungsfiktion gleich ZUGUNSTEN des Bundeshaushalts abgezogen wird…


    Da schlackern einem die Ohren. Zumal er seine private Pflegeversicherung auch noch selber zahlen muss.

  • Zählen Erfahrungswerte anderer Staaten nicht? Oder Versorgungs- u.a. Rücklagen des Staates, die zu großen Teilen am Kapitalmarkt liegen? Es ist doch nun wirklich nicht so, als ob die GRV mit Aktien etwas entdecken würde, was noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

    Es ist aber ein Unterschied, ob das einige wenige Staaten machen - und meinetwegen auch erfolgreich - oder ob plötzlich alle an Aktien mitverdienen wollen. Da lassen sich positive Erfahrungen aus der Vergangenheit nicht einfach unter anderen Bedingungen extrapolieren.

  • Allerdings ist das dann auch bei den Beamtenanfängern entsprechend umzusetzen, damit man raus aus der Spirale kommt. :)

    Hier gehts zwar immer noch um die GRV, aber mir dünkt auch, du weißt nicht, was ein Opt-Out ist...

    Die Umlage-finanzierte GRV gibt's schon ein bisschen länger als die Hoffnungen, die an eine kapitalgedeckte Altersvorsorge geknüpft werden.

    Ja. Mit einer mehr- oder weniger-Beitragsgarantie (Ja, ich weiß, Eckrentner und so) von 48%. Wie hoch ist die selbst bei den grottigen Riestern noch mal?

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • In einer Zeit, in der Arbeitsplätze in der Produktion großflächig abgebaut werden, halte ich Überlegungen von Abschaffung von irgendwie anders gearteten Beschäftigungsmodellen als ein Vollzeitjob einfach falsch. Was soll denn der alleinerziehende Elternteil denn machen, wenn für das oder die Kinder keine Ganztagsschule bzw. eine Anschlussbetreuung zur Verfügung steht? Das wäre nur mal ein Beispiel, die Liste lässt sich unendlich fortsetzen. ( fabioso Da hab ich jetzt aber schön das Gendern umschifft).

    Es scheint ja so zu sein dass quasi ausschließlich Amleinerziehende im Bürgergeld landen. Dem ist nicht so, es ist vor allem ein Migrationsphänomen mit 3/4 der Bezieher. Und leider ist es auch so dass sehr viele Alleinerziehende aufstocken so wie allgemein sehr viele Empfänger. Und meist zufälligerweise genauso viel verdienen was die Höhe der Anrechnungsfreien Zuverdienstmöglichkeit betrifft. Man kann hier in den meisten Fällen auch von Schwarzarbeit ausgehe die durch den legalen Zuverdienst praktisch nicht nachzuweisen ist. Maximaler Druck mit Arbeitspflicht und Meldepflicht ist aus meiner Sicht das einzige was hier hilft. Oder denkst du es macht irgendwie Sinn als Geringqualifizierter mit 4 Kindern arbeiten zu gehen? Schon 2x macht es keinen Sinn wenn man aus religiösen Gründen die Frau in der Wohnung einsperrt und sie nicht mitarbeiten darf.

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