Kostenlose Mitversicherung in der GKV soll wegfallen

  • Frage mich, warum viele der Auffassung sind, dass ein gerechtes Gesundheitssystem nicht gerechter sein sollte.

    Immer wieder auch interessant zu lesen, dass egal, wo man der GKV zuträglich sein kann, es alles nichts bringt

    Scheinbar alles Peanuts im Sinne der Deutschen Bank👍

    Wenn ein Wille an Gerechtigkeit und Solidarität da wäre, gebe es eine bürgerversicherung.

    Die Steuersätze könnte man dementsprechend einfach anpassen.

  • Dann schätzen wir doch mal ab, wie sich die Beiträge in der GKV durchschnittlich erhöhen, weil versicherungsfremde Leistungen, hier die Kosten für Bürgergeldempfänger, von den Versicherten getragen werden müssen.

    Der jährliche Fehlbetrag wird mit 12 Mrd. EUR beziffert. Um die Rechnung einfach zu halten, gehen wir von 60 Mio. Beitragszahlern in der GKV aus. Das macht dann 200 EUR jährlich oder ca. 16 EUR monatlich für jeden durchschnittlich aus. Um diesen Betrag könnte man die Beiträge durchschnittlich senken, wenn der Fehlbetrag aus Steuermitteln käme. Das erscheint mir jetzt nicht übermäßig viel.

    Und damit fällt deine Argumentation in sich zusammen. Die 16 EUR machen es nicht. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Jeder PKV-Kunde zahlt einen individuellen Beitrag, seinem Risiko und dem gewählten Leistungsumfang entsprechend. Eine Familienversicherung gibt es da nicht. In der GKV zahlst du für alle Leistungsberechtigten mit, auch wenn die keinen Cent zahlen. Und je mehr du verdienst, desto mehr zahlst du (bis zur Kappungsgrenze). Dass du keinen Termin bekommst, hängt auch mit dem GKV-Modell zusammen. Für Ärzte ist es einfach lukrativer, Privatpatienten zu behandeln. Würde die GKV ähnlich Arzthonorare zahlen, würde das GKV-System wahrscheinlich sofort zusammenbrechen, da die Beiträge explodieren würden. Das muss man nicht gut finden, ist aber so.

    Gesundes Halbwissen ist vielfach ein Problem.

    In Summe sind es ca. 50 Milliarden an Fremdleistungen

    Alle die unter 2600 im Monat verdienen, sind für die GKV ein Zuzahlgeschäft.

    Es gibt ca. 40 Millionen abhängig Beschäftigte, davon verdienen 40 % bis 45 % weniger als 2.600 € brutto Monat. --7,5 bis 8,5 Millionen Menschen

    Dazu 18 % bis 22 gerade mal kostendeckende Beschäftigte--16 bis 18 Millionen Menschen

    Vollversicherte in der PKV 9 Millionen


    Jetzt kannst du mal nachrechnen, wie viele Leute das System aufrecht erhalten.


    In der Pflege wird dann sogar wieder der PKVler vom GKVler subventioniert

  • Warum nicht einfach alle Beitragslosen aus der GKV in die PKV überführen, sollen die doch mal einfach mal die Kosten übernehmen und auf ihre Versicherten umlegen.

    Ich würde noch weiter gehen, Zugang zur PKV ohne Gesundheitsprüfung, also ohne Rosinenpickerei. GKV muss auch jeden versichern.

  • Warum nicht einfach alle Beitragslosen aus der GKV in die PKV überführen, sollen die doch mal einfach mal die Kosten übernehmen und auf ihre Versicherten umlegen.

    Ich würde noch weiter gehen, Zugang zur PKV ohne Gesundheitsprüfung, also ohne Rosinenpickerei. GKV muss auch jeden versichern.

    Köbes, wo bleibst du? Der Stammtisch ist kurz vorm Verdursten.;)

    Scherz beiseite: Das mit den vielgenannten versicherungsfremden Leistungen ist differenziert zu betrachten. Zunächst die bekannten 12 Mrd, die zur Versorgung der Grundsicherungsempfänger den GKV-Beitragszahlern aufs Auge gedrückt sind. Die sind Sache des Staates und damit zum entsprechenden Teil auch der Privatversicherten, aber eben nicht als Versicherte, sondern als Steuerzahler.

    "Versicherungsfremd" sind auch die Kosten, die durch die Familienversicherung in der GKV entstehen und nicht durch Beiträge gedeckt sind. Wenn und soweit diese durch staatliche Zuschüsse an die GKV gedeckt sind, müsste auch ein entsprechend bemessener Betrag aus Staatsmitteln an PKV-Versicherte fließen, soweit diese Beiträge für ihre Kinder bezahlen. Dass diese Beiträge in Höhe eines Basisanteils seit 2009 steuerlich abzugsfähig sind, gut und schön. Macht den Kohl aber nur zu ca. einem Viertel fett, wogegen für die GKV-Familienversicherten das volle Glas beitragsfrei ist.

    So, der Köbes war inzwischen da, darf gern weitergehen. ;)

    Auch das kleinere von zwei Übeln kann ein größeres sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Alexis (11. Mai 2026 um 17:56) aus folgendem Grund: Ergänzung ab "Scherz..."

  • In Summe sind es ca. 50 Milliarden an Fremdleistungen

    Dann benenne doch mal die Positionen, die die behaupteten 50 Mrd. ausmachen.

    Ich verstehe nicht, was du damit sagen willst. Das GKV-System ist doch so gebaut, dass mehr entnehmen als einzahlen. Wie man aktuell erkennt, funktioniert es nicht.

    Selbst wenn alle PKV-Kunden in der GKV zwangsversichert und die Rückstellungen enteignet würden, würdest du immer noch keinen Termin bekommen. Denn es wird immer Leute geben, die extra zahlen und daher bevorzugt behandelt werden.

  • 10% tragen 50% der Einkommensteuerlast. Ist das nicht genug?

    Das kommt darauf an, womit Du das vergleichen willst.

    Die reichsten 10 % der Haushalte in Deutschland besitzen etwa 67 % des gesamten Nettovermögens. Damit verglichen ist das nicht genug.

    (Die untere Hälfte der Bevölkerung (untere 50 %!) besitzt etwa 2,5 % des Gesamtvermögens.)

  • Mal ne ganz andere Sichtweise:

    Deutschland hat seit Kriegsende enorme Fortschritte beim Schutz von Arbeit und Gesellschaft erlebt, insb. in der Sozialversicherung. Gerade in der Anfangszeit maßgeblich getrieben durch das Wirtschaftswunder. Geld zum Verteilen wuchs quasi aus dem Boden. Buy now, pay later.

    Aber in den letzten Jahrzehnten haben sich Wirtschaftskraft und Leistungsbezug nicht nur entkopelt, sondern sogar in entgegengesetzte Richtungen entwickelt. Jetzt ist die Rechnung für all die früheren Geschenke da.

    Meine These: Weder ein Statuserhalt noch ein Bestandsschutz sind adäquate Wege in der staatseigenen Finanzkrise. Wir müssen durch die Bank alle auf ein finanzierbares Niveau zurückkehren, besser noch - zwecks Schuldenabbau - ein Stück darunter.

    Alle! Auch die Rentner, auch die alleinerziehende Krankenschwester im Schichtdienst. Auch die Lahmen und Kranken. Auch die Kinder.

    Ohne gravierende Einschnitte quer durch alle Schichten und Bereiche werden wir sonst nie mehr das Wirtschaftswunderland. Dass dabei einige Leute durch das staaliche Netz fallen gehört dazu, ebenso dass dadurch fast alle anderen gerettet werden könnten.

    Ist die These zu steil?

  • Dann benenne doch mal die Positionen, die die behaupteten 50 Mrd. ausmachen.

    Ich verstehe nicht, was du damit sagen willst. Das GKV-System ist doch so gebaut, dass mehr entnehmen als einzahlen. Wie man aktuell erkennt, funktioniert es nicht.

    Selbst wenn alle PKV-Kunden in der GKV zwangsversichert und die Rückstellungen enteignet würden, würdest du immer noch keinen Termin bekommen. Denn es wird immer Leute geben, die extra zahlen und daher bevorzugt behandelt werden.

    Die 50 Milliarden kannst du im Web finden.

    Das Menschen aus mittleren Einkommen und/oder mit sozialem gewissen den Laden bezahlen .

    So zahle ich zb die Ehefrau eines PKVlers, die keine Lust hat zu arbeiten oder papi die Pantoffel unterm Tisch stellen soll. Geht für ein paar Stunden irgendwo Rum und liegt mir der GKV auf der Tasche.


    Und den Termin bekommst du schon eher, nach goä rechnest du den 3,5 fachen Satz einer unnötig langen Beratung ab. Die Zeit ist nun mal weg

  • https://steuermythen.de/mythen/mythos-11/

    "Tatsächlich sind die Steuerrekorde zumeist schlicht Ausdruck von Wirtschaftswachstum und Preisentwicklung. Betrachtet man die Steuereinnahmen gibt es drei mögliche Faktoren, die einem Steuerrekord zugrunde liegen könnten:

    -Wirtschaftswachstum

    -Steigende Preise

    -Eine Veränderung der Steuerpolitik

    Dabei muss klar sein, dass in „normalen“ Jahren ohne Wirtschaftskrisen, Rezessionen oder Deflation die ersten beiden Faktoren, Wirtschaftswachstum und steigende Preise, positiv zur Entwicklung des Steueraufkommens beitragen und somit für den Großteil der vermeldeten Steuerrekorde verantwortlich sind.

    Steuerrekorde sind also schlicht Ausdruck einer normalen volkswirtschaftlichen Entwicklung. Es bedürfte eher einer Meldung, wenn es in einem Jahr mal zu einem Steueraufkommen käme, das unter dem des Vorjahres liegt und damit keinen Rekord darstellt."

  • Steigende Einkommen werden mit progressiv steigenden Steuern belastet.

    Die Progression hat ein Ende und das recht früh. Den Spitzensteuersatz erreicht man als obere Mittelschicht. Interessant wird es ab dem Punkt der Bemessungsgrenzen. Dann geht jede weitere Gehaltssteigerung erstmal nicht mehr mit steigenden Sozialabgaben einher, die Belastungsquote sinkt also. Und wenn wir über die richtig guten Verdiener reden...Millionengehälter und so...dann spielt ein Fixgehalt in Cash meist nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Bonus in Aktien wird vorteilhafter besteuert als das normale Gehalt. Aber wir müssen nicht auf Millionen und DAX-Vorstände gehen. Auch schon deutlich drunter spielen Kapitaleinkünfte eine erhebliche Rolle und die sind bisher frei von Sozialabgaben und nur mit der nicht ganz so progressiven Abgeltungssteuer besteuert.

    10% tragen 50% der Einkommensteuerlast. Ist das nicht genug?

    Die Aussage ist wertlos ohne sie ins Verhältnis zu den Einkommen zu setzen. Ich spare mir jetzt, deine Hausaufgabe zu machen...bitte dann inklusive der Kapitaleinkünfte und so weiter, nicht nur Arbeitseinkommen...aber ich bin mir sicher, dass das sehr viel weniger progressiv sein wird, als du suggerierst. Zumal innerhalb der 10% nochmal extreme Unterschiede bestehen, was die Einkommen anbelangt.

    Wird aber leider alles nicht passieren, da nur an der GKV herum "gedoktort" wird und es keine grundlegende Reform des gesamten Systems gibt, so wie es nötig wäre. Mit dieser sog. Reform erkauft man sich wieder ein paar Jahre bevor der Mist von vorne los geht.

    Da muss ich gerade an das schöne Buch Ubiquity von Mark Buchanan denken. Thema des Buchs ist, dass gewisse Systeme sich automatisch in einen kritischen Zustand organisieren, da Anpassungen immer gerade nur dem nötigsten entsprechen. Als Folge davon kann ein kleines Ereignis sehr viel größere Konsequenzen haben, da die Anpassung eine Lawine weiterer Anpassungen nach sich ziehen kann. Politik hat auf jeden Fall Tendenzen eines kritischen Zustands

  • Ne, das nennt man Solidarität

    Dann solltest du dich über deine selbst gewählte Solidarität vielleicht nicht beschweren?

    Klingt härter als es gemeint ist, ich verhalte mich mit meiner Mitgliedschaft sozial, sich der solidargemeinschaft zu entziehen ist eher asozial

    Auch die PKV ist eine Solidargemeinschaft, ohne die es viele Praxen gar nicht mehr geben würde.

    Rede jetzt nicht von Ertraegen , die nicht mehr als einen schönen Lebensabend oder das Eigenheim finanzieren.

    Da die Almosenkasse aber nicht mehr funktioniert, braucht man da aber leider sechsstellige Summen. Ab wann würdest du denn besteuern?

    Die zahlen über 1000 EUR monatlich und bekommen die gleiche (Nicht-)Leistung wie der arbeitsfähige Empfänger von Grundsicherung (heißt Bürgergeld jetzt so?).

    Ich predige schon lange: Ein eigener Tarif für Bürgergeldempfänger analog dem Notlagentarif der PKV wäre mit dem jetzigen Zuschuss des Bundes kostendeckend und auch verfassungskonform.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Frage mich, warum viele der Auffassung sind, dass ein gerechtes Gesundheitssystem nicht gerechter sein sollte.

    Weil es nicht gerecht wäre. Du würdest Menschen, die keinen Leistungsanspruch haben, zwingen einzuzahlen.

    Wenn ein Wille an Gerechtigkeit und Solidarität da wäre, gebe es eine bürgerversicherung.

    Juhu, das schlechtere System für alle! Warum keine PKV für alle? Dann wären wenigstens die Leistungen besser.

    Warum nicht einfach alle Beitragslosen aus der GKV in die PKV überführen, sollen die doch mal einfach mal die Kosten übernehmen und auf ihre Versicherten umlegen.

    Würde sogar funktionieren, wenn der Staat seine 140 Euro weiter bezahlt. Dann gehts in den Notlagentarif und fertig.

    Alle die unter 2600 im Monat verdienen, sind für die GKV ein Zuzahlgeschäft.

    Deshalb wäre ein Mindestbeitrag in Höhe von 429 Euro sinnvoll- pro Person, also auch pro Kind und Ehegatten.

    Ich würde noch weiter gehen, Zugang zur PKV ohne Gesundheitsprüfung, also ohne Rosinenpickerei. GKV muss auch jeden versichern.

    Zu risikoadäquaten Beiträgen gerne.

    Jetzt kannst du mal nachrechnen, wie viele Leute das System aufrecht erhalten.

    Und dass man die Beiträge nach Einkommen statt nach Risiko erhebt ist jetzt das Problem der PKV?

    Gerade mal geschaut, mein Studium hat ca.100.000 gekostet, Schule ca. 140.000.

    Es war scheinbar zwar nicht kostenlos, aber umsonst.

    So zahle ich zb die Ehefrau eines PKVlers, die keine Lust hat zu arbeiten oder papi die Pantoffel unterm Tisch stellen soll. Geht für ein paar Stunden irgendwo Rum und liegt mir der GKV auf der Tasche.

    Wäre sie die Ehefrau eines GKVlers, würde sie gar nicht arbeiten und läge dir komplett auf der Tasche.

    Und den Termin bekommst du schon eher, nach goä rechnest du den 3,5 fachen Satz einer unnötig langen Beratung ab. Die Zeit ist nun mal weg

    Im Almosensystem würde der Arzt dann einfach früher Feierabend machen. Dank der sozialen GKV und ihrer Budgetierung würde er nämlich bei weiteren Patienten bis zum Ende des Quartals umsonst arbeiten, also werden GKV-Patienten ins nächste Quartal geschoben.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Um die Rechnung einfach zu halten, gehen wir von 60 Mio. Beitragszahlern

    Deine zahlen haben Lücken.

    Es sind 75 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Deutschland GKV versichert.

    16 Millionen davon sind familien versichert.

    Es gibt grund 3 Millionen arbeitslose.

    70 000 haben keine Versicherung, werden im Notfall aber auch behandelt, die kosten trägt die gkv.

    2021 lagen die losten pro kopf bei 3.888,50€

    Die Probleme des Defizite fingen 2019 an Tendenz steigend. Es ist hauptsächlich ein Ausgaben problem, meiner Meinung nach hauptsächlich der immer weiter ausufernden Bürokratie und Verwaltung geschuldet. Die miterweile gut die Hälfte der behandlungszeit pro Patienten ausmacht.

    https://de.statista.com/infografik/277…e-versicherten/

    Dass du keinen Termin bekommst, hängt auch mit dem GKV-Modell zusammen. Für Ärzte ist es einfach lukrativer, Privatpatienten zu behandeln.

    Das ist so nicht ganz richtig.

    In einigen Regionen können sich trotz voller Praxen und Warteliste aufgrund des sog. kassensitz Schlüsseln gar keine neuen Praxen für die gkv ansiedeln.

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