Wie würdet ihr die Krankenkassen entlasten?

  • 1. Genaue Erfassung versicherungsfremder Leistungen

    2. Umstellung dieser auf "Steuer-finanziert"

    Das vermeidet unzulässige Belastung der GKV Beitragszahler, einschliesslich der Arbeitgeber. Reduziert die Kosten für den Faktor "Arbeit". Hinweis: hierbei handelt es sich nicht um ein "linke Tasche - rechte Tasche" - Spiel. Denn durch diese Umstellung (d.h. "Korrektur") werden nicht mehr nur die GKV Beitragszahler belastet, sondern die Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen wird auf eine breitere Basis gestellt. U.a. werden dann auch PKV Versicherte herangezogen, wohingegen die derzeitige Konstruktion unzulässigerweise exklusiv die GKV Versicherten belastet.

    Als weitere Verbreiterung der Einnahmeseite für die nun korrekt zugeordneten versicherungsfremden Leistungen über Steuermittel:

    3. Abschaffung der pauschalen Besteuerung von Kapitalerträgen und Umstellung (ebenfalls eine "Korrektur") auf individuelle Erfassung der Höhe der Kapitalerträge und Besteuerung mit Progression, wie bei Lohn/Gehalt.

  • 3. Abschaffung der pauschalen Besteuerung von Kapitalerträgen und Umstellung (ebenfalls eine "Korrektur") auf individuelle Erfassung der Höhe der Kapitalerträge und Besteuerung mit Progression, wie bei Lohn/Gehalt.

    Das muss nicht zwingend zu deutlichen Mehreinnahmen führen. Das Vermögen in den Haushalten verteilt sich ja nicht gleichmäßig und insbesondere Rentner gehören zu der Gruppe mit den dicken Sparbüchern. Ich behaupte mal, dass ein großer Teil der Rentner über eine Steuererklärung derzeit einen Teil der Kapitalertragssteuer zurück bekommen würde. Nur das wissen die meisten nicht!

  • Meine 50Cents

    • Weniger zum Arzt gehen (für Lappalien)!
    • Nicht mehr zum Facharzt gehen (wenn dieser nicht zuständig ist)!
    • Die Nutzung des "Rettungssystems" nur in Notfällen in Anspruch nehmen!

    Wenn jeder Einzelne von unseren 84 Mio. Mitbewohnern dies beherzigen würde, hätten wir diese Diskussion in diesem Rahmen nicht.

    Aber so lange jeder individuell das Maximum rauszuholen versucht, zum Teil ohne Not, ohne Grund und ohne Sinn und Verstand und so lange "wir" das zulassen und mittragen, so lange wird es halt mehr als Eng!

  • Woher kommen den die Gelder für die Beihilfe?

    Am Ende wird das tendenziell auf gleiche rauskommen.

    Nein, das haben wir jetzt schon in mehreren Threads geschrieben. Die Beihilfe zahlt und die Kosten fallen damit nur bei tatsächlich entstandenen Behandlungskosten an. Die Beiträge zur KV wären aber unabhängig von tatsächlich anfallenden Kosten und würden immer anfallen. Der Gesunde verursacht somit keine Kosten für Beihilfeleistungen und damit für den Haushalt während trotzdem alternativ Krankenversicherungsbeiträge in jedem Fall gezahlt werden müssten.

  • Nein, das haben wir jetzt schon in mehreren Threads geschrieben. Die Beihilfe zahlt und die Kosten fallen damit nur bei tatsächlich entstandenen Behandlungskosten an. Die Beiträge zur KV wären aber unabhängig von tatsächlich anfallenden Kosten und würden immer anfallen. Der Gesunde verursacht somit keine Kosten für Beihilfeleistungen und damit für den Haushalt während trotzdem alternativ Krankenversicherungsbeiträge in jedem Fall gezahlt werden müssten.

    Diese Betrachtung ist allerdings nur korrekt, wenn man Beihilfeberechtige betrachtet, die in jüngeren Jahren kaum Kosten verursachen. Es verkehrt sich ins Gegenteil, wenn lediglich Ältere, z.B. ab 60, betrachtet, die dann deutlich höhere Kosten verursachen. Hinzu kommt, dass für Pensionäre der Beihilfeanteil auf 70% steigt. Wie sich das in Summe auswirken würde, kann man so ad hoc nicht quantitativ beurteilen. Ich würde aber mal schätzen, dass im Mittel über alle Beihilfeberechtigten pauschale Beiträge zur KV die günstigere Variante wären.

  • Meine 50Cents

    • Weniger zum Arzt gehen (für Lappalien)!
    • Nicht mehr zum Facharzt gehen (wenn dieser nicht zuständig ist)!
    • Die Nutzung des "Rettungssystems" nur in Notfällen in Anspruch nehmen!

    Wenn jeder Einzelne von unseren 84 Mio. Mitbewohnern dies beherzigen würde, hätten wir diese Diskussion in diesem Rahmen nicht.

    Aber so lange jeder individuell das Maximum rauszuholen versucht, zum Teil ohne Not, ohne Grund und ohne Sinn und Verstand und so lange "wir" das zulassen und mittragen, so lange wird es halt mehr als Eng!

    Na, dann geh mal bei den Großeltern rum und erkläre Ihnen warum Sie lieber nicht mehr zu Arzt gehen sollten. Oder noch besser hältst Du gleich mal im nächsten Seniorenheim einen Vortrag.



    Ich kann für meinen Teil sagen, dass meine Ärzte mich außer für Routinecheck nie sehen. Aber älter als 85 will ich schon gern werden. Und dann braucht es wohlmöglich auch mal den einen/anderen Arztbesuch mehr.

  • 1. Zuckersteuer massiv erhöhen

    2. Alkoholsteuer massiv erhöhen

    3. Zigarettensteuer massiv erhöhen

    4. Regelmäßige BMI Kontrolle bei Versicherungsnehmern – Versicherungsnehmer im Toleranzbereich bekommen Beitragserstattungen

    5. Praxisgebühr wieder einführen

    Falls die Frage kommen sollte: Ja, ich habe die „Experten“ beraten.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Hallo,

    nun ist der Bericht der Expertenkommission da „Reformempfehlung Nr. 60: Abschaffung beitragsfreie Ehegattenversicherung“ https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Date…ht_20260330.pdf

    Auf der Basis von Zahlen aus 2018(!) geht die Kommission von ca. 1,5 Mio. abschöpfbaren Hausfrauen (bzw. deren Ehemännern) aus. Ehegatten mit Kindern unter 6 Jahren und Rentner sollen weiterhin beitragsfrei mitversichert werden. Wenn man sich da nicht absolut verkalkuliert. Zum einen werden Ausweicheffekte Teilzeit knapp über Mini- Job) schon selbst genannt und ob die Statistik mit den vielen „faulen“ Hausfrauen gutverdienender Ehemänner wirklich stimmt, wage ich zu bezweifeln. In meiner – sicherlich nur anekdotische Relevanz – Umgebung haben die nicht arbeitenden Frauen alle ein Vermittlungshemmnis. Die können weder arbeiten noch die Familie so locker 240 Euro p.M. so nebenbei entbehren.

    Wird noch viele Diskussionen mit entsprechender politischer Instrumentalisierung geben.

    Gruß Pumphut

  • Hier sind noch ein paar Vorschläge: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/me…bnisse-30-03-26

    Auf den 483 Seiten dürfte für jeden was dabei sein. Ob auch für die Politik oder die Krankenkassen, bleibt natürlich abzuwarten.

    Weiß jemand, wieso die Kommission für Punkt

    7.2.4 Reformempfehlung Nr. 62: Finanzierung der Beiträge von
    Bürgergeldbeziehenden in der GKV

    nur berücksichtigt:

    Zitat

    Die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sind in der Regel zwischen 15 und 66 Jahre alt und haben ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland. Im Jahresdurchschnitt 2025 zählte die Bundesagentur für Arbeit ca. 3,9 Mio. erwerbsfähige Leistungsberechtigte.

    Wieso erfolgt die Berechnung der möglichen Einsparungen nicht auf Basis der insgesamt 5,5 Millionen Bürgergeldempfänger, die z.B. hier gezählt werden?

    https://www.msn.com/de-de/finanzen…ass/ar-AA1ZdQL9

  • Weiß jemand, wieso die Kommission für Punkt

    7.2.4 Reformempfehlung Nr. 62: Finanzierung der Beiträge von
    Bürgergeldbeziehenden in der GKV

    nur berücksichtigt:

    Wieso erfolgt die Berechnung der möglichen Einsparungen nicht auf Basis der insgesamt 5,5 Millionen Bürgergeldempfänger, die z.B. hier gezählt werden?

    https://www.msn.com/de-de/finanzen…ass/ar-AA1ZdQL9

    weil - das wird auch bei seriösen Berichten über die Anzahl von Bürgergeldempfängern benannt - zu dieser Zahl auch Kinder hinzugezählt werden, weil der Antrag quasi für die gesamte Bedarfsgemeinschaft gestellt wird und es dabei für jede Person einen festgelegten "Bedarfssatz" gibt. Dementsprechend gibt es bei einer alleinerziehenden Bürgergeldempfängerin mit 2 Kindern nicht 1, sondern 3 Bürgergeldempfänger. Das Prinzip der Bedarfsgemenschaft wurde bereits mit den Hartz-Reformen eingeführt.

  • weil - das wird auch bei seriösen Berichten über die Anzahl von Bürgergeldempfängern benannt - zu dieser Zahl auch Kinder hinzugezählt werden, weil der Antrag quasi für die gesamte Bedarfsgemeinschaft gestellt wird und es dabei für jede Person einen festgelegten "Bedarfssatz" gibt. Dementsprechend gibt es bei einer alleinerziehenden Bürgergeldempfängerin mit 2 Kindern nicht 1, sondern 3 Bürgergeldempfänger. Das Prinzip der Bedarfsgemenschaft wurde bereits mit den Hartz-Reformen eingeführt.

    Danke! - das wusste ich nicht. Ich dachte dafür gibt es Kindergeld, wie für andere auch. Aber vielleicht ist das Bürgergeld so eng auf den eigenen Bedarf eines Elternteils zugeschnitten, dass da das Kindergeld für die Versorgung eines Kindes nicht ausreicht. Bzw. Kindergeld ist zwar generell eine Unterstützung, aber nicht in der Lage und nicht dafür gedacht die gesamten Kosten für ein Kind aufzufangen.

    Ich habe dann auch Links hierzu gefunden:

    https://www.buerger-geld.org/buergergeld/kinder/

    https://www.buerger-geld.org/news/familie/m…in-deutschland/

    Im letzten Link ist von ca 2 MIllionen Kindern die Rede. Das passt dann grob zu den Zahlen.

  • In https://www.buerger-geld.org/news/familie/m…in-deutschland/ steht sogar, dass es nicht nur Kinder von Eltern sind, die selber Bürgergeldempfänger sind, sondern dass darunter auch Kinder von Eltern sind, die (Eltern) selbst keine Bürgergeldempfänger sind.

    Zitat

    Ursachen und Folgen: Warum so viele Kinder Grundsicherung beziehen!

    Ursachen

    Erwerbsarmut der Eltern: Viele Eltern arbeiten, verdienen aber zu wenig, um ihre Familie ohne staatliche Hilfe zu versorgen.

  • Danke! - das wusste ich nicht. Ich dachte dafür gibt es Kindergeld, wie für andere auch. Aber vielleicht ist das Bürgergeld so eng auf den eigenen Bedarf eines Elternteils zugeschnitten, dass da das Kindergeld für die Versorgung eines Kindes nicht ausreicht. Bzw. Kindergeld ist zwar generell eine Unterstützung, aber nicht in der Lage und nicht dafür gedacht die gesamten Kosten für ein Kind aufzufangen.

    Ich habe dann auch Links hierzu gefunden:

    https://www.buerger-geld.org/buergergeld/kinder/

    https://www.buerger-geld.org/news/familie/m…in-deutschland/

    Im letzten Link ist von ca 2 MIllionen Kindern die Rede. Das passt dann grob zu den Zahlen.

    Kindergeld ist keine Sozialleistung. Das Kindergeld ist nicht ohne Grund im Steuerrecht geregelt. Es soll die finanziellen Mehrbelastung, die durch ein Kind entsteht, ausgleichen, da Kinder grundsätzlich im Interesse aller sind (Humankapital usw.). Allerdings kann das Steuerrecht allein durch Freibeträge das nicht ausreichend bewerkstelligen, da gerade kleiner bis mittlere Einkommen mehr durch Sozialversicherungsbeiträge als durch Steuern belastet sind, da für Letztere Freibeträge (insb. Grundfreibetrag) und die Progression gilt. Das pauschale Kindergeld als Festbetrag soll diesen Umständ etwas abdämpfen.

  • In dem Kontext

    In der Richtung gibt es durchaus positive Signale von den jungen Ärzten, die zunehmend das wirtschaftliche Risiko einer Niederlassung nicht mehr übernehmen wollen.

    dürfte das ein Grund sein.

    Zur Wahrheit als Grund dürfte aber auch die geschlechtsspezifische Komponente gehören. Hier gab es in dem Bereich (Medizin) über die Jahrzehnte hinweg strukturelle Veränderungen präziser Verschiebungen. Stichwort: Zahnmedizin - um ein Beispiel zu nennen. Inzwischen dürfte das Verhältnis Männer/Frauen bei Studierenden so sein, daß der Frauenanteil bei über 70% liegt - und selbst bei den Studienabschlüssen bezüglich der Frauen nahe bei 70% bzw. mindestens bei zwei Dritteln.

    In praxi ist es in Sachen eigene Praxis (Niederlassung) dann - nicht immer aber tendenziell häufiger (im Vergleich zu früher) - so, daß andere Prioritäten gesetzt werden (Ehe, Familie, Kinder) und/oder - nicht immer aber tendenziell häufiger - hohe Kredite, Mitarbeiterverantwortung, Praxisführung, längere (teilweise ungeregelte) Arbeitszeiten und ebensolcher Arbeitsaufwand usw. eher gescheut werden. Bevorzugt werden - nicht immer aber tendenziell häufiger - eine gut dotierte Festanstellung, möglichst mit 13 oder 14 Gehältern, möglichst wenig wirtschaftliches Risiko (keine Kredite), bezahlter Urlaub, geregelte und überschaubare Arbeitszeiten usw.

    Das gehört meines Erachtens zum ganzen Bild bei der speziellen Thematik dazu.

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