Steuerreform – Spitzenverdiener müssen ihren Beitrag leisten

  • Bei der Frage, ab wann der Spitzensteuersatz gilt, geht es in meiner Argumentation darum, dass ich es als wenig motivierend ansehe, dass ein fleißiger Mensch mit bspw. 70.000 Euro Jahresbrutto weiß, dass ihm von jedem Euro, für den er sich nun extra anstrengt, im Höchststeuersatz 42 Cent abgezogen werden.

    Ich fand es persönlich weniger motivierend im Einkommensbereich darunter, da dort die Grenzbelastung durch die Sozialabgaben noch höher ist. Hat das Einkommen erstmal die Beutragsbemessungsgrenzen überschritten sind die 42% vergleichsweise OK. Zudem hat man im Steuerrecht verschiedene Optionen zu gestalten, was bei Sozialabgaben ausgeschlossen ist.

  • Bitte mit den Begriffen aufpassen. Die obige Rechnung bezieht sich auf das zu versteuernde Einkommen. Das tatsächliche Einkommen, sprich Brutto-Einkommen, liegt wohl mindestens 20.000,- Euro höher für einen Alleinstehenden.

    So aus der Tabelle übernommen, bewusst nicht mit Brutto- oder zu versteuerndem Einkommen überschrieben.

  • Nochmal, es geht nicht darum, irgendwem die Steuern zu erhöhen, es geht darum die Kosten in den Griff zu bekommen: Ein immer größerer Beamtenstaat, der speziell im Bereich Pension üppig versorgt ist, eine ideologische Energiewende, die Hunderte von Mrd an Subventionen kostet. Eine Einwanderung von 100000den Menschen, die überproportional im Bürgergeld landen und die GKV zum platzen bringen, ein unüberschaubares Netzwerk von NGOs, die mit riesigen Summen zur „Demokratieförderung“ subventioniert werden, Mrd an EUR für fragwürdige Projekte im Ausland von öffentlichen Toiletten in Kenia (?) bis zu den berühmten Radwegen in Peru. Für jeden (ideologischen) Sch… ist Geld da…

    Einfach mal konsequent sparen, wie es jeder Mench / jede Familie im normalen Leben tun muss, wenn das Budget beschränkt ist.
    Der aktuelle Weg killt jedenfalls unsere Wirtschaftskraft und die ausufernde Verschuldung treibt gnadenlos die Inflation an. Nicht schön für manche, ist aber einfach so.

  • Weil die Steuerlast zusammen mit der Besteuerung auf Unternehmensebene (Körperschafts- und Gewerbesteuer) schon bei etwa 52% liegt. Und damit oberhalb der gewöhnlichen Einkommenssteuer Belastung.

    Diese Diskussion hatten wir schon

    1. Der Unternehmer ist nicht in persona gleich dem Aktionär
    2. Der Unternehmer zahlt auch die Löhne
    3. Der Arbeitnehmer muss auch die Gewinne / Dividenden erarbeiten.
  • Diese Diskussion hatten wir schon

    1. Der Unternehmer ist nicht in persona gleich dem Aktionär
    2. Der Unternehmer zahlt auch die Löhne
    3. Der Arbeitnehmer muss auch die Gewinne / Dividenden erarbeiten.

    Gewinne von Kapitalgesellschaften werden aber höher besteuert als die von Personengesellschaften wenn es zur Ausschüttung kommt. Jetzt kann man sicherlich die Abgeltungssteuer erhöhen, aber dann bitte wie in vielen erfolgreichen Ländern auch die Körperschaftssteuer massiv senken.

  • Schauen wir mal, wohin die Reise geht. Wenn man einkommensteuertechnisch das Gefühl vermittelt bekommt, dass ein 100%-Pensum in einem gut bezahlten (aber auch stressigen) Beruf bestraft wird, dann erwäge ich wirklich langsam, ob ich nicht in 80% "Lifestyle-Teilzeit" gehe.

    So ein freier Tag wie der 1. Mai zeigt mir wieder, wie wertvoll eine zusätzlicher Tag ohne Arbeit ist, weil man dann mal endlich zu Dingen kommt, für die sonst keine Zeit ist.

  • Das liegt vermutlich daran das die Löhne dort wesentlich höher sind und man diese dann in dem ach so schrecklichen Deutschland bei geringeren Kosten ausgeben kann.

    Und das obwohl die Lohnkosten gar nicht höher sind. Viel höhere Nettolöhne bei gleichen Lohnkosten - ja wie ist denn das möglich? Die Antwort ist ganz einfach: keine groteske Bürokratie in Form von alle blockierenden Betriebsräten, Beauftragten für jeden Dreck, Kündigungschutz mit riesigen Abfindungssummen an Arbeitsverweigerer, Abgaben um das nicht Arbeiten zu subventionieren, eine Krankenversicherung ohne Franchise, Freizeitorientierte Arbeitszeiten mit der Forderung 28h/Woche einzuführen, ein Beamtenstaat der völlig außer Kontrolle ist,….

  • Nochmal, es geht nicht darum, irgendwem die Steuern zu erhöhen, es geht darum die Kosten in den Griff zu bekommen: Ein immer größerer Beamtenstaat, der speziell im Bereich Pension üppig versorgt ist

    Um nur diesen einen Aspekt beispielhaft näher zu betrachten ...

    Ohne damit auch nur ansatzweise zu insinuieren, daß die weiteren genannten Aspekte irrelevant wären; siehe hier

    eine ideologische Energiewende, die Hunderte von Mrd an Subventionen kostet. Eine Einwanderung von 100000den Menschen, die überproportional im Bürgergeld landen und die GKV zum platzen bringen, ein unüberschaubares Netzwerk von NGOs, die mit riesigen Summen zur „Demokratieförderung“ subventioniert werden, Mrd an EUR für fragwürdige Projekte im Ausland von öffentlichen Toiletten in Kenia (?) bis zu den berühmten Radwegen in Peru. Für jeden (ideologischen) Sch… ist Geld da…

    Zum "Beamtenstaat":

    Die Debatte über die zukünftige Beamtenbesoldung offenbart ein strukturelles Problem, das politisch gerne umgangen und/oder totgeschwiegen wird: Der Staat hat sich selbst ein System geschaffen, das seine eigene Ausgaben automatisch nach oben treibt - und der Steuerzahler finanziert diese Spirale vollständig. Der Mechanismus ist ebenso simpel wie folgerichtig: Steigt das "Bürgergeld" muß aus verfassungsrechtlichen Gründen die unterste Beamtenbesoldung mit Abstand folgen. Um die Hierarchie zu erhalten, werden anschließend sämtliche Besoldungsgruppen nachgezogen. Am Ende steht ein Ausgabenautomatismus in Milliardenhöhe - ausgelöst nicht durch Leistung, Produktivität oder Bedarf, sondern durch eine juristische Kettenreaktion.

    Im Unterschied zur Privatwirtschaft existiert hier keinerlei Korrektiv: Es gibt keinen Wettbewerb, keinen Effizienzdruck, keine Produktivitätsanbindung. Stattdessen wirken Erhöhungen dauerhaft fort: Jede Anpassung von heute ist die Pensionslast von morgen. Der Staat produziert damit Verpflichtungen (zu Lasten Dritter), die er künftigen Generationen ohne Ausweichmöglichkeiten auferlegt.

    Besonders brisant ist die Verteilungswirkung: Während Beschäftigte in der Privatwirtschaft steigende Abgabenlasten tragen und Reallohnverluste hinnehmen, führen Besoldungserhöhungen bei Beamten (oftmals bis meistens) netto zu überproportionalen Zugewinnen. Der Staat privilegiert damit systematisch seinen eigenen Beschäftigten - finanziert durch jene, die diese Privilegien nicht haben.

    Gleichzeitig versagt der Staat an anderer Stelle spektakulär: Die versprochene "Digitalisierungsrendite" bleibt aus. Statt Personal zu entlasten, wächst der Apparat weiter, während föderale Parallelstrukturen Milliarden binden. Der politische Wille zur Vereinfachung fehlt, weil dieser Machtverzicht bedeuten würde. Also bleibt alles beim Alten - nur teurer.

    Die Konsequenz ist absehbar: Immer größere Teile der Haushalte ließen in Besoldung, Pensionen und ineffiziente Strukturen, während Investitionen in Zukunftsfelder verdrängt werden. Das ist längst kein Randproblem mehr, sondern ein schleichender Substanzverlust des Gemeinwesens.

    Daß diese fatale Entwicklung derzeit durch Sondervermögen (bei Realitätsbezug = Sonderschulden) und buchhalterische Konstruktionen kaschiert wird, ändert nichts an dieser Realität. Die Kombination aus Demographie, verfassungsrechtlichen Automatismen und politischer Reformunfähigkeit führt zwangsläufig in eine fiskalische Sackgasse.

    Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob dieses System an seine Grenzen stößt - sondern nur noch wann. Und ob es dann noch gestaltbar ist oder nur noch unter dem Druck einer Haushaltskrise korrigiert werden kann.

  • Bitte mit den Begriffen aufpassen. Die obige Rechnung bezieht sich auf das zu versteuernde Einkommen. Das tatsächliche Einkommen, sprich Brutto-Einkommen, liegt wohl mindestens 20.000,- Euro höher für einen Alleinstehenden.

    Ja, das zu versteuernde Einkommen ist deutlich niedriger als das Brutto-Einkommen. Das wird gerne mal vergessen.

    Ich zahle auch auf mein sechsstelliges Gehalt den Spitzensteuersatz. Der durchschnittliche Steuersatz liegt aber irgendwo bei 22% (es ist ja nunmal einiges absetzbar, wir profitieren auch sehr deutlich vom Ehegattensplitting...).

    Klar ist es blöd, wenn man in der Gehaltsabrechnung den Brutto-Jahresbonus ausgewiesen sieht und dann realisiert, dass netto nach allen Abzügen irgendwie nur etwas mehr als die Hälfte davon überwiesen wird. Aber ganz ehrlich: Mir tut das nicht weh! Ich habe genug zum Leben. Zum In-den-Urlaub-Fahren. Um meinem Kind alles an Kleidung, Bildungsangeboten usw. zu bieten, was es braucht. Um ein Depot mit einer vierstelligen Summe im Monat zu besparen und eine Immobilie abzuzahlen.

    Habe ich mir das hart erarbeitet? Ja. Gibt es Leute, die ebenso hart arbeiten und viel weniger bekommen als ich? Auch ja. Hatte ich ein riesiges Glück, in einer Familie aufzuwachsen, in der genug Geld da war, mit bildungsaffinen Eltern und dann auch noch dem Glück, an einem Studium und einem Job Spaß zu finden, mit dem man sehr überdurchschnittlich Geld verdient? Auch ja.

    Ich hatte und habe ein verdammtes Glück im Leben.

    Und bevor man bei den Schwächsten der Gesellschaft (Alleinerziehende, Behinderte, Flüchtlinge, Kinder im Bürgergeldbezug...) spart, sollte man absolut bei Leuten wie mir die Steuer erhöhen!

    Know your privilege.

  • Irgendwer muss die Sozialabgaben befreite niedrige flat tax auf Kapitalerträge ja finanzieren ^^

    Mal angenommen die verdoppelst die Abgeltungssteuer (was sicherlich zu einem wirtschaftlich großen Schaden führen würde), das würde gerade mal reichen um die Kosten der aktuell beschlossenen Besoldung der Beamten von Bund und Ländern 2 Jahren zu finanzieren.

  • Das ist alles richtig, was du sagst, und ich sehe das in vielen Punkten ähnlich. Mir geht es auch gar nicht darum, grundsätzlich gegen Umverteilung zu argumentieren oder auszublenden, dass viele Menschen deutlich weniger haben.

    Was mir eher Sorgen macht, ist die Entwicklung der letzten Jahrzehnte: Der Spitzensteuersatz greift im Verhältnis zum Einkommen immer früher. Das heißt, die Belastung wandert Stück für Stück in Richtung Mitte. Perspektivisch betrifft das eben auch immer mehr Menschen mit eigentlich normalen bis guten Einkommen.

    Und genau das halte ich für problematisch, denn es entsteht eine Negativspirale. Es gibt aktuell keinen erkennbaren Punkt, an dem diese Entwicklung einfach stoppt, im Gegenteil, vieles deutet darauf hin, dass sie sich weiter verschärft. Wenn die Mitte dauerhaft das Gefühl bekommt, immer stärker belastet zu werden, während sich gleichzeitig wenig verbessert, entsteht Unzufriedenheit.

    Und diese Unzufriedenheit ist aus meiner Sicht der eigentliche Risikofaktor, weil sie irgendwann politisch in Richtungen kippt, die wir alle nicht wollen sollten. Geschichte zeigt leider, dass solche Dynamiken selten folgenlos bleiben.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Und bevor man bei den Schwächsten der Gesellschaft (Alleinerziehende, Behinderte, Flüchtlinge, Kinder im Bürgergeldbezug...) spart, sollte man absolut bei Leuten wie mir die Steuer erhöhen!

    Ich befürchte eher das man mit Sozialleistungen denen den man helfen möchte massiv schadet. Familien die sich über Generationen im Bürgergeld einrichten sind keine Seltenheit, unter Flüchtlingen (das Bürgergeld ist am Ende ja eine Migrationsleistung da 3/4 der Bezieher Migranten sind) besonders stark ausgeprägt mit Kindern macht arbeiten da gar keinen Sinn.

    https://www.welt.de/debatte/articl…-die-Armut.html

  • Gewinne von Kapitalgesellschaften werden aber höher besteuert als die von Personengesellschaften wenn es zur Ausschüttung kommt. Jetzt kann man sicherlich die Abgeltungssteuer erhöhen, aber dann bitte wie in vielen erfolgreichen Ländern auch die Körperschaftssteuer massiv senken.

    Ja und? Einen Kapitalgesellschaft, die auch Arbeiter/Angestellte hat, zahlt ihren Arbeitnehmern, die ihre Arbeitskraft geben, die Löhne. Und sie zahlt ihren Aktionären, die ihr Geld geben, Dividenden. Warum werden die Löhne progressiv besteuert, die Dividenden aber nicht?

  • Gebe ich dir natürlich im allgemeinen Recht. Aber nein du hast mich missverstanden. Mir geht es nicht um die doch teilweise unfairen Lohnunterschiede, sondern vielmehr darum wie man Leistung bzw Fleiß im allgemeinen definiert.


    Wenn ich mir die heutige Jugend anschaue – und ich bin selbst noch nicht besonders alt – habe ich zu oft den Eindruck, dass viele studieren wollen, vor allem um nicht direkt arbeiten zu müssen. Gefühlt entscheiden sich sehr viele dafür, und ebenso viele schaffen es auch, weil die Anforderungen meiner Meinung nach gesunken sind(früher konnte nicht jeder Vollpfosten auf das Gymnsaium oder die Uni gehen) Am Ende haben sie dann mit etwas Glück einen Abschluss in der Tasche.

    Wenn ich gleichzeitig sehe, dass jemand der ja eigentlich aus Faulheit zur Uni gegangen ist dann irgendwann im Büro sitzt, mit dem Chef entspannt ein Bierchen zischt und trotzdem ein sehr gutes Gehalt bekommt, wirkt das auf mich schwer nachvollziehbar. Da frage ich mich doch wo bleibt dabei eigentlich der Gedanke von Fleiß und Leistung?

    Okay, ja. Da magst Du einen Punkt haben, bezogen auf manche Einzelfälle. Solche gibt es bestimmt immer … Ich nehme neben Vielen, die mit dem Leistungsgedanken nichts anfangen können, aber auch viele wahr, die Leistung bringen wollen.

    Bei dem, was Du ansprichst, sehe ich aber nicht, wie man es mit dem Steuersystem richten oder auch nur dezent lenken könnte. Eigentlich müsste es ja im Interesse des jeweiligen Arbeitgebers liegen, Fleißige zu belohnen und Underperformer zu motivieren, besser zu werden …

  • M.E. sind die meisten Leute (incl. mir) durchaus bereit, einen nicht unerheblichen Anteil an Steuern und Abgaben zu bezahlen, wenn dem auch eine angemessene Gegenleistung gegenüber steht. Seit geraumer Zeit erfüllt der Staat jedoch trotz erheblicher Mittelzuflüsse und wachsendem öffentlichen Sektor seine Kernaufgaben (innere & äußere Sicherheit, Infrastruktur, Bildung) immer schlechter.

    Auch verwundert es, dass die Politik einerseits mehr Leistungsbereitschaft einfordert aber dies andererseits durch immer höhere Steuern & Abgaben aktiv behindert.

  • Ja und? Einen Kapitalgesellschaft, die auch Arbeiter/Angestellte hat, zahlt ihren Arbeitnehmern, die ihre Arbeitskraft geben, die Löhne. Und sie zahlt ihren Aktionären, die ihr Geld geben, Dividenden. Warum werden die Löhne progressiv besteuert, die Dividenden aber nicht?

    Weil ein Gewinn ohne Progression direkt mit 48-52% besteuert wird wenn ausgeschüttet wird. Früher wurden Kapitalerträge nach persönlichen Steuersatz (damals bis 56%) im Halbeinkünfteverfahren besteuert. Die Erträge daraus warfen niedriger und nicht höher.

  • Wenn Dir nicht behagt, wie ich Dich verstehe, dann ist das nicht mein Problem.

    Da hast Du absolut und völlig recht, und ich hatte Dir auch unter Verweis auf Roland Barthes deutlich weiter oben zugestanden, dass Du mich verstehen kannst, wie Du lustig bist.

    Genauso kannst Du aber keine vernünftige Diskussion erwarten, wenn Du abstruse Schlussfolgerungen aus den Argumenten Anderer ziehst und Dich darauf beschränkst, die in den Raum zu stellen, ohne selbst fundiert zu argumentieren.

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