Deutsche Staatsanleihen statt Festgeld?

  • Problem der ibonds ist doch, dass sie eben nicht so sicher sind, wie Staatsanleihen oder Festgeld: die ibonds in Euro sind Unternehmensanleihen mit den entsprechend höheren Risiken.

    Ja, natürlich - es ist etwas anderes als eine Bundesanleihe oder ein Festgeld. Aber auch die sind nicht risiko- und nachteillos; man muss immer abwägen. Die eierlegende Wollnilchsau, die noch dazu nichts kostet, gibt es nicht. Würde sich die vorliegende Aufgabe aber mir stellen, würde ich sie vermutlich - mindestens teilweise - mit iBonds lösen.

  • Genau diese Produkte hat sie. Allerdings greift ja ab 100k auf normalen Konten dort keine Einlagensicherung mehr. Deshalb die Suche nach Alternativen.

    Sorry, aber ehrlich gesagt ist das ein wenig wie „wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“…

    >100k auf unter Inflationsniveau anzulegen, na ja. Das ist ja quasi entsparen.

    Gut Thema Einlagensicherung. Dann müssten es mehr Banken sein -> kommt nicht in Frage oder andere Produkte -> müssen final verstanden sein von dir und deiner Oma.

    Für mich ein wenig wie Quadratur des Kreises.

    Ich würde bei diesem Punkt mal bei der Oma einhaken…

    Ansonsten: einfach mal was an die Enkel verschenken 😃💪🏻💯🏆😅

  • Also, du sollst eine Beratung durchführen. Dann muss die fragende Person auch bereit für Änderungen sein. Sonst verläuft doch eh alles im Sande.

    Ich versuche es mal strukturiert:

    Oma (Alter unbekannt, könnte auch 60 sein…) hat Bedenken wegen der Einlagensicherung.

    Angst….naja…es wird aber nicht geschrieben, wieviel Oma bei der ING liegen hat. Ein anonymes Forum…da kann man auch etwas konkreter sein.

    Das Geld darf nicht von der ING weg….

    O.K. Enkel kümmert sich zuviel um Trägerportfolios…o.k…

    Also: wann braucht die Oma denn das Geld ?

    Warum eine zinslose Anleihe ? Ist der Sparerfreibetrag der Oma schon aufgebraucht ? Warum darf sie keine Zinsen bekommen ?

    Bis Ende 2027 ? Warum ? geht auch bis März 2028 ?

    Dann einfach eine Anleihe kaufen und liegen lassen. Zack !!

    Nimm z.B. die von der Bundesrepublik Deutschland DE000BU25000.

    „Oma, du hast jetzt Deutschland Geld geliehen…und gut is. Anleihe liegt sauber im Depot der ING bis April 2928.“.

    Oder suche dir eine von der KfW…Suchtext „Wiederaufbau“ beim Comdirect Anleihefinder.

  • Sorry, aber ehrlich gesagt ist das ein wenig wie „wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“…

    So fühlt es sich auch für mich an. Am liebsten wäre mir ja: Überschreiben an die nächste Generation und dann ab in den ETF. Aber diese Wahl liegt ja nicht bei mir.

    Nach dem Austausch hier scheinen mir Deutsche Staatsanleihen die beste Möglichkeit zu sein. So umgeht man die Einlagensicherungsprobleme und das Vermögen verliert langsamer an Kaufkraft als auf dem Girokonto.

  • Wir hatten das Thema „Deutsche Staatsanleihen“ ja kürzlich schon in einem anderen Thread, als es um die Stückzinsen ging.

    Ich würde auch in diesem Fall Bundesobligationen kaufen, das ist für die Oma sicher das Unkomplizierteste und auch Sicherste. Ein Depot hat sie ja wohl schon. Depotgebühren sind üblicherweise moderat.

    Ich bin gleicher Meinung wie Tomarcy , nur würde ich die Restlaufzeit wegen der Kaufgebühr ein wenig höher wählen. Also z.B. mit der WKN BU2501 (Restlaufzeit 2,4 Jahre). Falls die Stückzinsen bei diesem Kauf „stören“ würden (obwohl man sie ja recht schnell wieder zurück erhält), kommt auch die BU2502 in Frage (Restlaufzeit 2,9 Jahre). Dort war der Zinstermin erst vor 5 Wochen, also geringe Stückzinsen.

    Man wird der Oma den Kauf auch gut erklären können. In beiden Beispielen liegt die Rendite derzeit bei ordentlichen ca. 2,7 %, die Anlage ist mindestens so sicher wie ein Festgeld bei der Ing; und ein häufig übersehener Vorteil gegenüber dem Festgeld ist der, dass man jederzeit auch vor Laufzeitende die Anlage notfalls wieder verkaufen kann.

    (Eigentlich nicht nur notfalls, sondern nach Belieben. Dann fällt nur die Gebühr an. Das Thema Kurs wurde schon häufig durchgekaut und muss bei 2 bis 3 Jahren Restlaufzeit nicht überbewertet werden).

  • Ich bin auch ein Befürworter einer simplen Anleihenleiter. Dazu das Vermögen grob in mehrere Teile aufteilen. Jetzt eine sichere Anleihe (Bund, Wiederaufbau etc.) auswählen mit einer Restlaufzeit von 2-3 Jahren. In ungefähr einem Jahr eine weitere ins Depot nehmen als zweite Treppenstufe. Dann hast Du immer eine auf Vorrat und eine, die relativ bald ausläuft, falls mittelfristig ein größerer Bedarf ansteht. Einen kleinen Teil würde ich liquide bei der ING vorhalten, falls Oma kurzfristig mal Geld verjubeln will. Der Aufwand dafür beschränkt sich auf einen Kauf pro Jahr.

    Und bitte die Oma nicht zu Geschenken drängen. Gerade im hohen Alter können nennenswerte Kosten entstehen, wenn sie beispielsweise eine Pflege bei sich zu Hause organisieren will. Die Möglichkeit solltet Ihr ihr nicht nehmen.

  • Ich möchte noch den ODDO BHF Money Market DE0009770206 ins Spiel bringen. Dieser gilt als sehr sicherer Geldmarktfonds. Investiert physisch in ein breit gestreutes Portfolio kurzfristiger Zinspapiere höchster Bonität, also kein Kontrahentenrisiko. Performance bzw. Renditeerwartung etwa auf Niveau des DBX0T8. Kann im Gegensatz zu diesem bei der ING allerdings kostenlos gekauft werden.

    Kauf ist über die ING kostenlos.

    Beim Verkauf fallen allerdings die normalen Gebühren an.

  • Ich kann nur auf oben verweisen - es hat nichts mit Logik zu tun. Altersstarrsinn ist ein harter Knochen.

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen.... Das hat noch nicht einmal was mit Altersstarrsinn zu tun, auch sehr viele jüngere Menschen agieren hier sehr gewohnheitsorientiert.

    Sparkasse und Volksbank genießen (ob zu recht oder unrecht) nun mal eine wahnsinnige Reputation in breiten Teilen der Bevölkerung.

    Das muss man auf jeden Fall respektieren, weil es ansonsten zu maximalem Unbehagen beim jeweiligen Anleger führen könnte.

    Ich habe es geschafft, eine nahe Verwandte zu überzeugen. Das hat aber ca. 10 Jahre gedauert und verlief in sehr kleinen Schritten: Nach 5 Jahren ein zweites Konto eröffnet, dann das dazugehörige Depot, dann mehrere Jahre erst mit kleine Summe experimentiert...schlussendliche eine hohe hohe Summe in einen Geldmarkt ETF gesteckt......

    Was aber in diesem Fall des TE wirklich helfen kann:

    Ein Gespräch mit dem Berater der Stammbank und den Hinweis auf anderen Angeboten am Markt. Das kann zu deutlich besser verzinsten Angeboten führen, als die allgemein ausgehängten beworbenen Konditionen. Insbesondere bei höheren Summen besteht hier durchaus Verhandlungsspielraum....


    Schau doch mal bei der Bank of Scotland. Die Homepage ist seriös ....

    Das eine seriös wirkende Homepage heutzutage kein brauchbarer Indikator ist, weiß sogar meine Großmutter ;)

  • Es ist eine seriöse Bank mit einem seriösen Auftritt. Nicht TR & Co. Konservativ, keine Experimente.

    Wenn es ein Vermögen etwas über 100 oder 200k ist, ist die Frage, ob man sich wirklich mit dem Anleihenthema belasten muss. Siehe aktueller Thread. Und wenn die Oma in den Medien von Regierungsflops liest, ist eine deutsche Anleihe im Depot genau wie beruhigend?

  • Und wenn die Oma in den Medien von Regierungsflops liest, ist eine deutsche Anleihe im Depot genau wie beruhigend?

    Und als wir die letzte große Bankenkrise hatten (2008), war das Geld bei der Bank of Scotland wie sicher und beruhigend im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen?

    Die Bank stand damals vor dem Kollaps - wie so manche andere Bank - und musste gerettet werden, indem die Muttergesellschaft HBOS mitsamt dem fusionierten (oder geschluckten) Konkurrenten Lloyds TSB erst durch das britische Bankenrettungspaket 2008 überlebte.

    Ende 2009 hielt der britische Staat noch 40 % an der Gruppe Lloyds/HBOS. (An der Royal Bank of Scotland = RBS, die mit der HBOS nicht zu verwechseln ist, übrigens sogar 84 %).

    Heute ist das zwar (hoffentlich) alles sicherer, aber dass ein Bankenkollaps in der Zukunft genauso unwahrscheinlich ist wie der Finanz-Bankrott des deutschen Staates, möchte ich stark anzweifeln.

    Grundsätzlich sehe ich hier beides als sicher an.

    Dass der deutsche Staat bzgl. seiner Anleihen möglicherweise wegen „Regierungsflops“ weniger sicher wäre, das kommt nur von Dir.

  • So Bundesanleihen bzw. damals Bundesschatzbriefe waren doch früher eigentlich gang und gäbe? Das sollte ja eigentlich auch für ältere Mitmenschen nichts ungewöhnliches sein.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • So Bundesanleihen bzw. damals Bundesschatzbriefe waren doch früher eigentlich gang und gäbe? Das sollte ja eigentlich auch für ältere Mitmenschen nichts ungewöhnliches sein.

    Wir wissen nicht, wie alt „Oma“ ist.

    Die „Bundesschätzchen“ hatten ihre Hochphase zwischen den 1980er und Anfang 2000. Vielleicht ist „Oma“ erst 55…

  • Ich denke, dass Bundesanleihen eine gute Lösung sind. Um den Pflegeaufwand klein zu halten, würde ich nicht zu kurze Laufzeiten wählen.

    Bei einem GMF (halte ich auch für eine gute Lösung, wenn vermittelbar) würde ich ehrlicherweise die genauen Details gar nicht erklären wollen. Einfach, dass das Geld im Interbankenmarkt zum aktuellen Tagesgeldsatz angelegt wird und dieser immer sehr nah am EZB-Satz ist. Punkt. Dazu noch einen Chart vom letzten Jahr zeigen. Ein Begriff wie Trägerportfolio käme bei mir nicht vor.


    Aber zu Deinem Verständnis: Der Fonds schließt Swaps mit Banken ab. Durch diese Tauschgeschäfte entsteht immer ein Kontrahentenrisiko, d.h. die Gegenbank könnte Pleite gehen. Daher verlangt der Fonds Sicherheiten in Form von Cash oder Wertpapieren. Welche Wertpapiere das sind, kann sich im definiertem Rahmen die Gegenbank aussuchen.

    Beispiel: Bank zahlt an Fonds: Eonia+8 Basispunkte und

    Fonds zahlt an Bank: die Wertentwicklung eines Portfolios aus japanischen Aktien.

    Damit ist dem Fonds die Wertentwicklung des Portfolios egal, da diese täglich ausgeglichen wird, egal ob positiv oder negativ. Auch eine Wirecard oder -30% stören nicht. Der Fonds bekommt täglich eine Ausgleichszahlung für die Kursbewertung und die vereinbarte Verzinsung.

    Wenn der Kontrahent plötzlich pleite geht, ist das idR auch kein Problem. Dann wird ein neuer Swap mit einer anderen Bank abgeschlossen und das alte Geschäft final abgerechnet. Da üblicherweise eine leichte Überbesicherung vereinbart ist, ist die finale Abrechnung idR eine Zahlung an die Pleitebank. Aber genau hier ist das Restrisiko: Der letzte Ausgleich war am Vortag, d.h. sollte genau an dem Tag, an dem der Kontrahent pleite gehen, gleichzeitig ein Börseneinbruch sein, dann kann die finale Abrechnung eine Forderung sein, die dann je nach Insolvenzmasse teilweise verloren sein dürfte.

  • So Bundesanleihen bzw. damals Bundesschatzbriefe waren doch früher eigentlich gang und gäbe? Das sollte ja eigentlich auch für ältere Mitmenschen nichts ungewöhnliches sein.

    Anleihen (z.B. die Bundesobligationen) und Bundesschatzbriefe waren grundverschieden.

    Wenn die Älteren unter uns früher vielleicht einmal Bundesschatzbriefe hatten, dann ist denen sicher auch noch im Hinterkopf geblieben, dass man die vor Laufzeitende „kaum“ zurück geben konnte (Max. 10.000,- DM pro Monat, mehr nicht).

    Ein böser Nachteil gegenüber den Anleihen bzw. Bundesobligationen, die man ja - wie schon gesagt - immer verkaufen kann. Ich war Ende der 80er selbst betroffen mit diesen starren Bundesschatzbriefen, als ich eine Immobilie kaufen wollte und das Geld brauchte.

    Es ist Schnee von gestern, da es diese Bundesschatzbriefe nicht mehr gibt, aber falls jemand aus alten Erfahrungen bzgl. einer Unflexibilität Bundes-Wertpapiere als Ganzes meidet, weil er die Papiere einfach gleichsetzt (wie jetzt bei Dir), dann muss hier korrigiert werden.

  • Also bevor ich meiner Oma die Funktionsweise von Anleihen samt Kursänderungsrisiko und Stückzinsen, etc. erklären müsste, würde ich ja die 0,07% TER des DBX0T8 und die Gebühren der ING in Kauf nehmen ;) Und ihr sagen, das ist bombensicher und du brauchst nix tun.

    Das Problem entsteht wenn deine Oma ihre Freundinnen beim Kaffeeklatsch von diese bombensicher Investment erzählt dann gehen die andere Omas zum Bank und werden „anders“ beraten.


    Ich wäre dafür, dass die Oma niemand aus der Freundeskreises von dieser Investments erzählen

  • Das Problem entsteht wenn deine Oma ihre Freundinnen beim Kaffeeklatsch

    Meiner Meinung nach, ist das noch voll die Generation "über Geld spricht man nicht"... kann bei dieser Oma natürlich anders sein.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Bei einem GMF (halte ich auch für eine gute Lösung, wenn vermittelbar) würde ich ehrlicherweise die genauen Details gar nicht erklären wollen. Einfach, dass das Geld im Interbankenmarkt zum aktuellen Tagesgeldsatz angelegt wird und dieser immer sehr nah am EZB-Satz ist. Punkt.

    Genau so eine Formulierung versteht die Oma 😀

  • Für meine Eltern fange ich auch kein Tagesgeld oder Festgeld Hopping mehr an.

    Ich habe den ausschüttenden A0Q4RZ iShares eb.rexx Government Germany 0-1yr UCITS ETF (DE) gewählt. Den kann man leicht erklären und nicht nur meine Eltern, sondern auch ich kann ruhig schlafen.

    Besser als 0,1% Zinsen auf dem Tagesgeldkonto der Volksbank ist es allemal.

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