Hallo zusammen,
ich hoffe aufgrund eurer Erfahrung eventuell einen Tipp zu bekommen wie ich mich richtig verhalte bzw. wie ihr mein Gehalt einschätzen würdet.
Meine Situation:
45 Jahre alt, seit 4 Jahren in der Auftragsabwicklung eines IT Unternehmens in Süddeutschland > 180 Mitarbeiter, stetig wachsend.
Zunächst waren wir 4 Leute die nur für diese Stelle zuständig waren, dann wurde das Team aufgeteilt und 2 Leute abgezogen, womit nur noch ich als einzige Vollzeitkraft + eine Teilzeitkraft übrig waren.
Durch neue Prozesse / Produkte verändert sich das Aufgabenfeld ständig und sehr dynamisch, kann man auch nicht in einem Satz beschreiben. Fakt ist, dass seit meinem Start der Alltag extrem stressig geworden ist und sehr hohen Einsatz erfordert um die Menge an Input überhaupt noch angemessen verarbeiten zu können. Im letzten Sommer hat nun auch noch die Teilzeitkraft gekündigt, womit ich teilweise extremen Belastungsspitzen ausgesetzt war und seitdem mehr oder weniger alleine die Auftragsabwicklung stemme, wobei man niemand neues einstellen möchte und immer wieder nur aushilfsweise auf Mitarbeiter zurückgreift die mir allenfalls etwas zuarbeiten können. Den Großteil mache ich also komplett alleine.
Die Situation ist ansich sehr unbefriedigend, trotzdem hatte ich stets gut Gas gegeben und damit auch entscheidend zu einem reibungslosen Umsatzfluss beigetragen.
Ich habe daher bereits letztes Jahr um eine Gehaltserhöhung gebeten. 300 EUR mehr brutto hatte ich bei einem Gehalt von 3.900 EUR gefordet. Bekommen hatte ich 150 EUR, was für mich fast eine Beleidigung war und unterm Strich quasi verpufft. Nach nunmehr einem weiterem Jahr habe ich dem Vorgesetzten (auch schriftlich) klargemacht welche mittlerweile wichtige Schlüsselposioin ich einnehme und was ich alles leiste, das er gar nicht sieht. Hierzu hatte ich ihm auch schriftlich eine Aufstellung zukommen lassen welche Aufgaben alle dazugekommen sind und welche Verantwortung das ist den Laden ständig am laufen zu halten.
Dieses Mal bin ich daher selbstbewusst aufgetreten und habe eine Steigerung von 4.050 auf 4.500 gefordert und auch betont, dass ich letztes mal enttäuscht war.
Er sagte zu mir, er versteht mich aber das könne er mir nicht zusagen, ich würde jedoch im Vergleich zu anderen überproportional berücksicht und man werde eine Lösung nach meinem Urlaub finden. Jetzt ist der Urlaub rum und was sehe ich: eine Email mit einem digitalen Dokument in dem eine Gehaltsanpassung auf 4.300 EUR vollzogen wird. Ohne nochmalige Rücksprache. Ich war darüber sehr irritiert und hab es erstmal nicht signiert. Meine Erwartung wäre gewesen dass es nochmals ein persönliches Gespräch gibt.
Im Ergebnis: ich bin trotz der 6% absolut unzufrieden und sehe meine tatsächliche tägliche Leistung nicht ausreichend gewürdigt.
Die Frage ist was jetzt die beste Strategie ist:
- Hinnehmen und Enttäuschung ausdrücken (möglicherweise einen Gang zurückschalten) ?
- Deutliche Nachforderung stellen?
- Indirekt drohen sich umzuschauen ?
- Fragen woran es gelegen hat?
Und vor allem wie beurteilt ihr dieses Gehalt ansich ?
Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.