Geschenke an Mitarbeiter

Monatlich bis zu 44 Euro steuerfrei vom Chef

Das Wichtigste in Kürze

  • Schenkt der Chef dem Arbeitnehmer etwas, unterscheidet man zwischen sogenannten Sachbezügen und Aufmerksamkeiten.
  • Sachbezüge sind Zuwendungen ohne besonderen Anlass. Steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben sie, wenn sie monatlich insgesamt 44 Euro nicht überschreiten. Auch ein Gutschein ist möglich.
  • Zusätzlich kann der Arbeitgeber Aufmerksamkeiten gewähren. Sie bleiben bis zu 60 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei und sind an einen persönlichen Anlass wie Geburtstag oder Hochzeit gebunden.
  • Fällt das Geschenk üppiger aus, kann der Arbeitgeber eine pauschale Lohnsteuer übernehmen. Damit wären die Abgabepflichten des Arbeitnehmers abgegolten.
  • Geldgeschenke sind hingegen wie normaler Lohn zu versteuern.

So gehen Sie vor

  • Tut sich Ihr Arbeitgeber schwer, Ihr Gehalt zu erhöhen, diskutieren Sie mit ihm, ob er Ihnen alternativ steuer- und sozialversicherungsfreie Sachzuwendungen gewährt.
  • Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die monatliche Freigrenze von 44 Euro einhalten. Ein Cent mehr führt zur Abgabenpflicht.
  • Manche Gehaltsextras muss der Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn gewähren, damit sie steuerfrei sind. Dazu zählen die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und die Unterstützung bei der Kinderbetreuung.
  • Ab 2019 kann der Arbeitgeber weitere Leistungen steuerfrei an seine Mitarbeiter gewähren: für ein Job-Ticket und für ein Dienstfahrrad. Lassen Sie sich aber nicht auf eine Gehaltsumwandlung ein, weil dann die Steuerfreiheit entfällt.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Von einer Gehaltserhöhung oder einer einmaligen Sonderzahlung bleibt oft nur rund die Hälfte übrig – nach Lohnsteuer und Sozialversicherung. Für eine ganze Reihe an Zuwendungen des Arbeitgebers gibt es jedoch Sonderregeln, sodass deutlich mehr beim Arbeitnehmer ankommt. Manche sind sogar steuer- und sozialversicherungsfrei. 

Sachzuwendung kann gute Alternative zur Gehaltserhöhung sein

Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihren Arbeitgeber auf eine Gehaltserhöhung ansprechen, müssen Sie mit einer Ablehnung rechnen. Doch es gibt alternative Lösungen, mit denen sich Ihr Chef vielleicht eher arrangieren kann.

Für Mitarbeiter können Gehaltsextras sehr motivierend sein und die Bindung ans Unternehmen stärken. Daher sollten Arbeitgeber überprüfen, inwiefern sie die Steuervergünstigungen optimal ausschöpfen können. Im Rahmen der Entgeltoptimierung kann der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter Sachzuwendungen als Ersatz für bestehende oder künftig zu zahlende Entgelte mit finanziellen Vorteilen für beide Seiten zusagen. Der Chef spart bei den Sozialversicherungsbeiträgen, der Arbeitnehmer auch – zusätzlich auch noch Steuern.

Deshalb können Sachzuwendungen und Aufmerksamkeiten sinnvoller als eine Gehaltserhöhung sein. Allerdings kommen für die Firma besondere Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten hinzu.

Wann ist eine Sachzuwendung steuerfrei?

Will ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Gehalts-Extras steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen, kann das mit sogenannten Sachzuwendungen funktionieren. Dabei handelt es sich um Waren oder Dienstleistungen, die der Arbeitnehmer in der Regel zusätzlich zum Lohn vom Chef erhält, etwa ein Ticket für ein Bundesligaspiel oder einen Zuschuss zum Vertrag für das Fitnessstudio. Insgesamt 44 Euro monatlich sind für jeden Mitarbeiter drin.

Andere Beispiele für solche motivierenden Geschenke für Mitarbeiter sind:

  • Warengutscheine,
  • Tankgutscheine,
  • Restaurant-Schecks oder
  • eine Prepaid-Kreditkarte, die bis 44 Euro aufladbar ist (darf nicht für Barabhebungen nutzbar sein).

Geldgeschenke müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wie normalen Lohn versteuern. Sie werden als Barlohn behandelt. Deshalb führt der Arbeitgeber hierfür normale Lohnsteuer und Sozialversicherunsgbeiträge ab. Für Waren und Dienstleistungen unterschiedlichster Art kann hingegen die 44-Euro-Regelung anwendbar sein.

Wichtig ist, dass 44 Euro eine monatliche Freigrenze ist. Dabei werden alle Sachzuwendungen eines Monats zusammengerechnet. Wird dieser Betrag nur um einen Cent überschritten, muss der Arbeitgeber für die gesamte Zuwendung Lohnsteuer und Sozialversicherung abführen. Um die 44-Euro-Grenze einzuhalten, kann der Arbeitnehmer eigene Zuzahlungen leisten (§ 8 Abs. 2 Satz 11 Einkommensteuergesetz).

Nicht ausgeschöpfte Beträge dürfen nicht auf einen anderen Monat übertragen werden.

Liefert der Arbeitgeber die Ware in die Wohnung seines Mitarbeiters, liegt darin eine zusätzliche Leistung. Folglich fließen auch die Versandkosten in die Berechnung des Vorteils ein (Bundesfinanzhof, Urteil vom 6. Juni 2018, Az. VI R 32/16).

Jahresverträge sind problematisch

Die Zuwendung vom Arbeitgeber darf im Monat höchstens 44 Euro betragen, damit sie steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt. Das kann bei Jahresverträgen zum Problem werden, etwa der Firmenmitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Hierzu hat das Niedersächsische Finanzgericht entschieden, dass die monatliche Freigrenze auch hier anwendbar sein kann (Urteil vom 13. März 2018, Az. 14 K 204/16).

Im entschiedenen Fall schloss der Arbeitgeber einen Jahresrahmenvertrag mit einem Sportanlagenbetreiber, über den die Mitarbeiter vergünstigt Mitglied werden konnten. Die Teilnehmer zahlten einen monatlichen Eigenanteil, so dass der geldwerte Vorteil für die Nutzung maximal 43 Euro betrug. Mit dem Eigenanteil haben die teilnehmenden Mitarbeiter den Anspruch für eine monatliche Nutzung erworben. Zum nächsten Monat konnten sie ihre Teilnahme am Programm jeweils beenden. In dieser Konstellation erkannten die Richter einen monatlichen Zufluss des geldwerten Vorteils unterhalb der Freigrenze. Deshalb blieb die vergünstigte Nutzung der Sportanlagen steuer- und sozialversicherungsfrei. Die Finanzverwaltung hat allerdings Revision eingelegt (Az. beim Bundesfinanzhof: VI R 14/18).

Steuerfreies Job-Ticket ab 2019

Hinsichtlich des Job-Tickets gibt es ab 2019 eine Änderung (§ 3 Nr. 15 EStG). Arbeitgeber dürfen künftig generell einen steuerfreien Zuschuss an ihre Arbeitnehmer für die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte leisten – unabhängig davon, ob sie das Ticket als Monats- oder Jahreskarte zur Verfügung stellen. Sie können die Fahrausweise verbilligt oder kostenlos abgeben.

Ein Job-Ticket ist dann steuer- und beitragsfrei, wenn es zusätzlich zum Lohn gewährt wird. Die Steuerbegünstigung gilt auch für die privaten Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Allerdings mindert der steuerfreie Zuschuss die beim Arbeitnehmer abzugsfähige Entfernungspauschale

Arbeitgeber bezuschusst Mahlzeiten

Bei Arbeitnehmern beliebt sind Zuschüsse des Arbeitgebers für Essen. Eine Variante ist die firmeneigene Kantine. Bezahlt der Mitarbeiter als Eigenanteil mindestens den amtlichen Sachbezugswert, der jedes Jahr neu festgelegt wird, dann ist das verbilligte Essen lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Die amtlichen Sachbezugswerte gelten für verbilligte oder kostenlose Mahlzeiten. Für 2018 betragen sie für ein

  • Frühstück 1,73 Euro (2019: 1,77 Euro),
  • Mittag- oder Abendessen 3,23 Euro (2019: 3,30 Euro).

Zahlt der Mitarbeiter einen geringeren Eigenanteil, ist der geldwerte Vorteil zu versteuern. Der Arbeitgeber kann hierfür den persönlichen Steuersatz oder pauschal 25 Prozent ansetzen. Mit der Pauschalsteuer hat der Arbeitnehmer keine weiteren Abzüge. 

Beispiel: Ein Mitarbeiter zahlt für ein Mittagessen in der Kantine 3,50 Euro. Das Essen bleibt lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.
Würde er im Jahr 2019 nur 3 Euro bezahlen, dann betrüge der zu versteuernde geldwerte Vorteil 30 Cent. Dieser wird mit 25 Prozent versteuert, zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und pauschale Kirchensteuer von 7 Prozent.

Ohne Kantine gibt es eine andere Möglichkeit für den Essenszuschuss: Restaurant-Schecks oder Essensmarken, die der Arbeitgeber an seine Mitarbeiter aushändigt. Einlösbar sind diese in kooperierenden Gaststätten oder Lebensmittelläden.

Der Arbeitgeber kann für jeden Arbeitstag einen Restaurant-Scheck im Wert bis zu 6,33 Euro (im Jahr 2019 bis zu 6,40 Euro) abgeben. Der Wert setzt sich zusammen aus dem amtlichen Sachbezugswert von 3,23 Euro (bzw. 3,30 Euro im Jahr 2019) und zusätzlich 3,10 Euro, die der Arbeitgeber steuerfrei zuschießen kann. Zahlt der Arbeitnehmer mindestens den amtlichen Sachbezugswert aus eigener Tasche zu, ist die Verpflegung komplett steuer- und sozialversicherungsfrei. Durch eine entsprechende Zuzahlung lässt sich die Pauschalsteuer vermeiden. Fällt die Zuzahlung niedriger aus, muss die Differenz zum Sachbezugswert als geldwerter Vorteil versteuert werden. In der Regel wendet der Arbeitgeber die Pauschalsteuer an.

Laut Angaben des Restaurant-Scheck-Anbieters Sodexo kann ein Unternehmen mit einem Verpflegungszuschuss ab Januar 2019 den Nettolohn um bis zu 1.408 Euro pro Mitarbeiter und Jahr erhöhen.

Eine innovative Alternative zum Papier-Gutschein ist die digitale Essensmarke. Dies funktioniert zum Beispiel mit der App Lunchit vom Anbieter Spendit. Mitarbeiter können sich für jedes Mittagessen ein Restaurant oder einen Supermarkt aussuchen und ihren Beleg mit einem Smartphone fotografieren. Die App liest die Belege aus und verwaltet den hinterlegten Essenszuschuss des Arbeitgebers. Mit der Lohnabrechnung erhält der Arbeitnehmer seinen individuellen Erstattungsbetrag.

Betriebliche Krankenzusatzversicherung kann Sachbezug sein

Mancher Arbeitgeber unterstützt seine Mitarbeiter finanziell bei einem zusätzlichen Krankenversicherungsschutz. Eine Krankenzusatzversicherung übernimmt beispielsweise Extra-Leistungen im Krankenhaus oder beim Zahnersatz. Schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seinen Angestellten eine betriebliche Krankenversicherung ab und zahlt monatliche Beiträge von höchstens 44 Euro, dann liegt ein steuerbegünstigter Sachbezug vor. So hat es der Bundesfinanzhof entschieden (BFH, Urteil vom 7. Juni 2018, Az. VI R 13/16).

Denn hier hat der Arbeitgeber konkrete Leistungen zugesagt. Deshalb sind die übernommenen Beiträge als Sachzuwendung zu bewerten und bleiben in diesem Fall steuer- und sozialversicherungsfrei.

Anders ist die Situation, wenn der Arbeitnehmer selbst einen Vertrag für eine Krankenzusatzversicherung abschließt und von der Firma einen monatlichen Zuschuss erhält. Selbst wenn dieser unterhalb der 44-Euro-Freigrenze bleibt, stellt dies Barlohn dar und deshalb fallen Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge an (BFH, Urteil vom 4. Juli 2018, Az. VI R 16/17). 

Wie werden Aufmerksamkeiten behandelt?

Gibt es einen persönlichen Anlass für ein Geschenk des Arbeitgebers, dann gelten steuerrechtlich andere Regeln. Bei Aufmerksamkeiten wie Blumen, CDs, Wein und Büchern beträgt die Freigrenze zwar sogar 60 Euro brutto (also inklusive Umsatzsteuer). Doch dafür ist im Gegensatz zur Sachzuwendung ein persönlicher Anlass erforderlich. Beispiele hierfür sind:

  • Mitarbeiterjubiläum,
  • Geburtstag,
  • Trauung,
  • Geburt eines Kinds,
  • Promotion,
  • Rückkehr aus der Elternzeit oder nach einer längeren Krankheit und
  • Beförderung.

Die 60-Euro-Freigrenze für Aufmerksamkeiten gilt anlassbezogen und darf neben der 44-Euro-Grenze für monatliche Sachzuwendungen komplett ausgeschöpft werden. Es sind mehrere Geschenke in einem Monat möglich – zum Beispiel zum Geburtstag und zur Geburt eines Kinds.

Es ist auch ein Warengutschein oder Gutschein mit einem bestimmten Geldbetrag möglich, nicht aber Bargeld. Das müsste wie normaler Lohn versteuert werden.

Steuerfrei bleiben auch Essen und Getränke in kleinem Umfang, die der Arbeitgeber seiner Belegschaft während der Arbeitszeit zur Verfügung stellt. Beispiele hierfür sind kostenloses Mineralwasser, Kaffee, Kekse und Obst. Das Finanzgericht Münster entschied, dass darunter auch fällt, wenn der Arbeitgeber morgens Heißgetränke und unbelegte Brötchen zur Verfügung stellt. Denn es handele sich hierbei um kein komplettes Frühstück (FG Münster, Urteil vom 31. Mai 2017, Az. 11 K 4108/14; Revision beim BFH unter Az. VI R 36/17).

Als Aufmerksamkeiten zählen auch Speisen anlässlich eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes. Beispiel: Um eine Kundenveranstaltung vorzubereiten, müssen Sie Überstunden leisten. Der Chef lässt für den nächtlichen Arbeitseinsatz Pizza, Salat und Getränke in die Firma liefern und übernimmt die Kosten.

Aufmerksamkeiten bis 60 Euro bleiben steuer- und sozialversicherungsfrei. Ist der Chef noch großzügiger, kann er den geldwerten Vorteil pauschal mit 30 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer lohnversteuern (§ 37b Einkommensteuergesetz). 

Die Alternative zur pauschalen Steuer ist die normale Lohnbesteuerung, bei der auch die regulären Sozialversicherungsbeiträge anfallen. 

Was gilt für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung?

Eine weitere Kategorie an steuer- und sozialversicherungsfreien Gehaltsextras sind Gesundheitskurse und Maßnahmen für die betriebliche Gesundheitsförderung. Leistungen bis zu 500 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer sind steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn gewährt (§ 3 Nr. 34 EStG). 

Fällt die Förderung üppiger aus, dann ist nur der Betrag zu versteuern, der den Freibetrag von 500 Euro übersteigt. Wechselt der Mitarbeiter den Job und bekommt den Freibetrag vom alten und vom neuen Arbeitgeber, dann darf er diesen sogar zweimal im Jahr ausschöpfen. 

Wird der Zuschuss vom Arbeitgeber durch eine Umwandlung des Arbeitslohns gewährt oder auf das Gehalt angerechnet, gilt das nicht als zusätzliche Leistung. Folge: Die Steuerfreiheit entfällt.

Die förderungswürdigen Maßnahmen sollen den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen hat einen „Leitfaden Prävention“ erstellt. Darin sind Details geregelt, welche Anforderungen solche steuerbefreiten Maßnahmen erfüllen sollen.

Es kann sich zum Beispiel handeln um:

  • Sport- oder Yogakurse eines zertifizierten Übungsleiters im Sportverein oder Fitnessstudio,
  • Rückentraining,
  • Massagen,
  • Seminare zur Stressbewältigung,
  • Raucherentwöhnungskurse oder
  • Ernährungsseminare.

Der Mitgliedsbeitrag für einen Sportverein oder ein Fitnessstudio zählt jedoch nicht dazu. 

Generell steuerfrei sind die Aufwendungen zur Gesundheitsförderung, wenn sie überwiegend eigenbetrieblichen Interessen des Arbeitgebers dienen. Dies gilt analog auch für bestimmte Dinge, die der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter für die Arbeit zur Verfügung stellt – zum Beispiel typische Berufskleidung.

Ein Handy oder einen Laptop von der Firma darf der Mitarbeiter betrieblich (und auch privat) steuerfrei nutzen – dabei kommt es nicht darauf an, wie teuer die Geräte sind.

Können auch Betreuungskosten gefördert werden?

Unterstützt ein Arbeitgeber seine Beschäftigten bei den Kosten für Unterbringung und Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder, sind diese Zuschüsse in unbegrenzter Höhe steuer- und sozialversicherungsfrei. Das gilt etwa für Zuschüsse zu Kindergärten, Kitas, Schulkindergärten und auch für Tagesmütter. 

Wichtige Voraussetzung für die Steuerfreiheit des Arbeitgeberzuschusses ist, dass er zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt wird. Außerdem muss der Arbeitnehmer die Originalrechnung als Nachweis dem Arbeitgeber vorlegen. Schließlich könnte der Steuerpflichtige die Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben absetzen. Deshalb muss der Arbeitgeber seinen Zuschuss auf der Rechnung vermerken, damit der Mitarbeiter nur die selbst getragenen Kosten in seiner Steuererklärung angibt.

Ein Kindergartenzuschuss ist eine durchaus attraktive Alternative zur individuellen Gehaltserhöhung mit Vorteilen für Arbeitgeber wie auch für den Arbeitnehmer. Denn im Gegensatz zu einer Gehaltserhöhung um den gleichen Betrag sparen beide Seiten Sozialversicherung und der Arbeitnehmer zusätzlich noch Lohnsteuer. Allerdings muss der Kindergartenzuschuss entfallen, sobald das Kind in die Schule kommt.

Im Bereich Betreuung gibt es noch zwei weitere Förderungsmöglichkeiten durch den Arbeitgeber. Eine betrifft die berufsbedingte kurzfristige Betreuung von Kindern oder eines pflegebedürftigen Angehörigen des Mitarbeiters. Dafür ist ein Zuschuss bis 600 Euro jährlich pro Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei. Der darüber liegende Betrag ist zu versteuern; Sozialversicherungsbeiträge kommen ebenfalls hinzu.

Der Zuschuss ist für Situationen gedacht, in denen der Mitarbeiter beispielsweise wegen eines dringenden Projekts zusätzlich arbeitet. Die Kosten für die dadurch verursachte erforderliche Kinderbetreuung kann der Arbeitgeber steuerfrei übernehmen. Auch hier muss der Arbeitnehmer die Kosten mit Rechnungen belegen können.

Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter zudem bei der Suche nach Betreuungseinrichtungen oder betreuenden Personen unterstützen. Ohne Betragsbegrenzung darf er einen steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschuss zur Beratung und Vermittlung von Kinderbetreuung oder der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger leisten. Dies gilt für Kinder unter 14 Jahren oder mit Behinderung.

Welche Regeln gelten für Dienstfahrrad und Dienstwagen?

Ein Firmenwagen gehört zu den beliebtesten Gehaltsextras. Dürfen Sie diesen auch für private Zwecke nutzen, müssen Sie den geldwerten Vorteil hierfür versteuern und zudem Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Für die Ermittlung des geldwerten Vorteils kommen zwei Methoden infrage:

  • pauschal mit monatlich 1 Prozent des Bruttolistenpreises (Ein-Prozent-Regelung) oder
  • mithilfe einer individuellen Nutzungswertermittlung (Fahrtenbuch).

Beim Fahrtenbuch sind strenge Aufzeichnungspflichten zu erfüllen. Details erfahren Sie in den Ratgebern Dienstwagen und Fahrtenbuch

Bis Ende 2018 gelten die Dienstwagen-Regeln weitgehend auch fürs DienstfahrradAb 2019 kann Ihr Arbeitgeber Ihnen ein betriebliches Fahrrad steuer- und beitragsfrei überlassen. Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung wird von der Steuer befreit (§ 3 Nr. 37 EStG), wenn Sie das Dienstrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn bekommen. Das gilt auch für ein Elektrofahrrad, das bis 25 Kilometer pro Stunde fährt. Die Steuerbefreiung ist zunächst bis Ende 2021 befristet.

Bei einer Gehaltsumwandlung fehlt es aber an dem Kriterium zusätzlich zum Lohn.

Ein S-Pedelec, das verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzustufen ist, wird weiterhin wie ein Dienstwagen behandelt. Bei der Berechnung des monatlichen geldwerten Vorteils kommt zu dem einen Prozent des Listenpreises auch noch ein Zuschlag von 0,03 Prozent für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnort und Arbeitsort.

Der Arbeitnehmer darf sein Elektroauto oder E-Bike lohnsteuerfrei im Betrieb des Arbeitgebers aufladen. Das gilt auch für private Fahrzeuge.

Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Sollen wir Sie
zu wichtigen Steuerfragen
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

* Was der Stern bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

 

Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.