Praxiserfahrungen mit E-Auto

  • Die planwirtschaftlichen Anteile haben in Europa in den letzten 20 bis 30 Jahren nicht mehr tragbare Ausmaße angenommen. Und Planwirtschaft, das zeigt die Historie wohl deutlich, hat noch nie zu Wirtschaftswundern geführt.

    Wann gab es die letzte Innovation eines deutschen Autoherstellers, die zu einer Verbesserung der Umweltbilanz des Fahrzeugs geführt hat?

    Der Kat war es nicht, da mussten die deutschen Hersteller förmlich genötigt werden, aus dem Quark zu kommen. Gleiches gilt für den Partikelfilter. Was war es denn dann?

  • Wann gab es die letzte Innovation eines deutschen Autoherstellers, die zu einer Verbesserung der Umweltbilanz des Fahrzeugs geführt hat?

    Der Kat war es nicht, da mussten die deutschen Hersteller förmlich genötigt werden, aus dem Quark zu kommen. Gleiches gilt für den Partikelfilter. Was war es denn dann?

    War das nicht die kreative Interpretation von Abgaswerten auf dem Rollenprüfstand? 😅

  • Der Industrie wäre massiv geholfen, wenn man massive Deregulation betreiben würde bzw. betrieben hätte. Dann könnte sie selbst entscheiden welche Technologien derzeit und zukünftig wirtschaftlich sind und entsprechend das aktuelle Produktportfolio und den F&E Aufwand für Zukunftstechnologien zu steuern.

    Ich glaube kaum, dass massive Deregulation gesamtgesellschaftlich die Lösung ist und sein kann.
    Das Problem sehe ich eher im Schlingerkurs auf verschiedenen politischen Ebenen.
    Statt klar zu sagen, dass die Strategie sein soll, in einen nahen Zukunft möglichst unabhängig von ausländischen, fossilen Energiequellen zu sein, wird rumlaviert...Entscheidungen werden nach kurzer Zeit zurückgenommen und abgeschwächt.

    Zitat

    Und Planwirtschaft, das zeigt die Historie wohl deutlich, hat noch nie zu Wirtschaftswundern geführt.

    Hier möchte ich widersprechen. Man schaue nach China, wo man eine erstaunliche Balance zwischen Planwirtschaft (basierend auf langfristig geltenden Strategien) und (freier) Wirtschaft gefunden hat.

  • Hier möchte ich widersprechen. Man schaue nach China, wo man eine erstaunliche Balance zwischen Planwirtschaft (basierend auf langfristig geltenden Strategien) und (freier) Wirtschaft gefunden hat.

    So weit ich weiß, hat China schon lange keine Planwirtschaft mehr, sondern ein hybrides System...es nennt sich "sozialistische Marktwirtschaft" bzw. "Socialist market economy"....ähnlich wie in Vietnam, wo es gerade auch nicht wirklich schlecht läuft...Die wenigen Leitplanken die durch den Staat gesetzt werden, haben rein gar nichts mehr mit reiner Planwirtschaft wie in Nordkorea, der DDR oder dem maoistischen China zu tun.....

  • So weit ich weiß, hat China schon lange keine Planwirtschaft mehr, sondern ein hybrides System...es nennt sich "sozialistische Marktwirtschaft" bzw. "Socialist market economy"....ähnlich wie in Vietnam, wo es gerade auch nicht wirklich schlecht läuft..

    Finde ich lustig...du behauptest also, dass es in China entweder keine nur minimale planwirtschaftliche Anteile gibt und unabhängig von der Einordnung es dort super läuft, aber Europa hingegen wirfst du vor, dass es angeblich zu viele planwirtschaftliche Eingriffe gäbe und dies der Grund für wirtschaftliche Probleme sei.

  • Finde ich lustig...du behauptest also, dass es in China entweder keine nur minimale planwirtschaftliche Anteile gibt und unabhängig von der Einordnung es dort super läuft, aber Europa hingegen wirfst du vor, dass es angeblich zu viele planwirtschaftliche Eingriffe gäbe und dies der Grund für wirtschaftliche Probleme sei.

    China hat halt viele leistungsfördernde Elemente....z.B. das das Gehalt bzw. die Steuerlast an die Schulnoten der Kinder gekoppelt ist....

    Und nicht ohne Grund investieren auch deutsche Konzerne, trotz aller politischen Risiken, sehr viel in China.

    Was sind die derzeit boomenden Wirtschaftsnationen? Indien, China, Indonesien, Vietnam und Taiwan.....

    Natürlich ist nicht alles "super" in China... Regulierungsdichte und Energiekosten sind eher gering...Auf der anderen Seite sind Subventionen für strategisch gewünschte Industrien sehr hoch.

  • Natürlich ist nicht alles "super" in China... Regulierungsdichte und Energiekosten sind eher gering...Auf der anderen Seite sind Subventionen für strategisch gewünschte Industrien sehr hoch.

    Also sind planwirtschaftliche Ansätze doch nicht so schlecht, wie du ein paar Beiträge vorher in Bezug auf die EU behauptet hast? Vielleicht kommt's doch eher drauf an, wie man diese stringent setzt?

  • Das Argument "Planwirtschaft" bzgl. Auto in Deutschland ist leider ziemlich dumm.


    Marktwirtschaft bedeutet, dass man sein wirtschaftliches Umfeld bewertet und das beste draus macht.

    Es ist die ureigensten Aufgabe von Politik, diesen Rahmen (den Markt) im Interesse der Gesellschaft abzustecken.

    Dazu gehört, dass Dein Auto nicht explodieren soll, ausreichend schnell Bremsen kann, Anschnallgurte besitzt...

    Diese Bedingungen betreffen den Markt, also ALLE Teilnehmer gleichermaßen. Es wird nicht vorgegeben, dass Hersteller X dieses Jahr soundso viele Autos in rot bauen soll.

    Wenn nun die Ansage der Politik/Gesellschaft ist, dass weniger CO2 ausgestoßen werden muss, weil dass schädlich für die Gesellschaft ist, ist es Aufgabe der Marktteilnehmer, darauf zu reagieren.

    Der eine baut seine Autos kleiner und leichter und mit kleineren Motoren, der andere baut Autos mit einer Antriebstechnologie, die deutlich weniger CO2 ausstößt, der nächste versucht eine neue Technologie zu erfinden, die den Ausstoß verringert und ein weiterer entschließt sich bei der Prüfung zu betrügen in der Hoffnung, dass es schon keiner merkt.

    Leider haben sich in der realen Welt quasi alle einheimischen Hersteller für die letzte Variante entschieden.

    Das haben sie getan, da wir einen zugunsten der Hersteller geneigten Markt haben, der dieses Verhalten, sowohl von Seiten der Käufer, als auch von Seiten der Markt Regulierer nicht ausreichend bestraft.

    Man kann es sich eben erlauben nicht ernsthaft mit den anderen Marktteilnehmern zu konkurrieren.

  • Bei der Effizienz vom gesamten Antrieb gibt's schon deutliche Unterschiede und immer noch Potenzial.

    Ja und nein. Die neuen Antriebe von VW sind wohl ein recht großer Sprung gegenüber der vorherigen Generation. Was halt auch wieder den Gebrauchtkauf nicht unbedingt attraktiver macht. Aber die richtig großen Sprünge sind nicht mehr zu erwarten. 10% Verbesserung sind hilfreich, verändern aber nicht das grundsätzliche Bild. Mit einem 50er Akku wird das nix mit 300km im Winter.

    Nach dem was ich so weiß, ist das Thema Degradation nicht so heftig, wie von vielen befürchtet.

    Ich bin an der Stelle ganz pragmatisch und verlasse mich da auf das, was konkret auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist. Und wenn ich da in einem bekannten Portal für mobile Untersätze einen ID4 oder Enyaq großem Akku und AHK nehme, um die 3 Jahre alt und 40-50tkm runter und die einfach mal durcklicke, dann bekomme ich typische Werte von 91-92%. Unter 90% ist meinem Eindruck nach deutlich einfacher zu finden als 95% oder besser, was ich bei einem gerade eingefahrenen Auto eigentlich erwarten würde. Und die mit hohem Wert sind eher so bei 35k zu finden (Überraschung!). Ist jetzt nur bedingt repräsentativ, da geschätzte 80% immer noch ohne Zertifikat eingestellt werden, aber als Gebrauchtkäufer habe ich nur, was ganz real auf dem Markt ist. Und in der Tendenz besteht der begründete Verdacht, dass die ohne Zertifikat eher nicht die mit 95% SoH sind. Man kann ja per ODB einiges auslesen und so manches Autohaus wird dann drauf verzichten, daraus ein offizielles Zertifikat zu machen.

    Natürlich ist der Akku nicht nach 5 Jahren Schrott, wie von manchen behauptet und bei Smartphones häufiger erlebt. Aber als Gebrauchtkäufer muss man einfach mit 10% Verlust rechnen, ohne dass man das Auto großartig bewegt hat. Und wenn ich bedenke, dass ich so ein Auto dann nochmal mindestens 200 000km bewegen will (aktuell wären das ~8 Jahre), dann sind 15% Degradation bei der Ausgangslage sicherlich nicht übermäßig pessimistisch. Bestätigt so auch in etwa die P3 Studie. 15% Degradation machen aus deinem 77er Akku einen 65er. Nehmen wir deine 21kWh von gestern, dann ist das ein Verlust von über 50km.

    Degradation wäre auch ein kleineres Problem, wenn sie immer gleich wäre und schön berechenbar. Dann rechnet man das ein und fertig. In der Praxis hat man aber eine enorme Streuung (ich habe schon ID4 mit 20tkm und 90% SoH gesehen) und gleichzeitig sehr begrenzte Erfahrung damit, wie das in 15 oder 20 Jahren mit der kalendarischen Alterung wirklich ist. Es gibt einfach sehr wenige Elektroautos, die überhaupt mehr als 10 Jahre auf dem Buckel haben und in der Zeit hat sich auch die Klientel und auch die Nutzung geändert. Die frühen Elektrofahrer waren mangels DC-Infrastruktur aufs AC-Laden angewiesen und wo es DC gab, hat man in der Frühzeit 50kW für schnell gehalten. War natürlich sehr viel schonender für den Akku als heute.

  • Ein Punkt zum Thema Degradation, den ich noch vergessen habe...viele Hersteller bauen ja versteckte Puffer ein. Der erste Besitzer sieht dann nicht so viel Degradation, aber irgendwann sind die weg. Und dann gehts schneller runter.

    Bei SSD heißt das wear leveling.

    Tesla ist damit beim Stromausfall in den USA aufgeflogen.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Typischerweise mietet man doch eher, weil man zentral oder städtisch wohnt und/oder relativ nah am Arbeitsplatz ist. Natürlich kann man sich immer abstrakte Extremfälle konstruieren, in denen etwas nicht funktioniert. Die entscheidende Frage ist aber, ob das die Realität der breiten Masse abbildet.

    Ich habe lediglich die Extreme benannt, dazwischen gibt es alle möglichen Konstellationen. Du bist wahrscheinlich in der Nähe des einen Extrems zu finden. Es gibt aber sehr viel mehr Menschen in diesem Land, die nicht in solch einer komfortablen Position sind. Die "breite Masse" sieht das Thema E-Auto vielleicht etwas anders als du es tust.

    Und typischer mietet man, weil man sich ein Eigenheim nicht leisten kann.

    Das dürfte eher an den Leuten liegen. Das Auto zeigt ja genau und vorher(!) an, wie lange die Fahrt dauert und wie lange man wo laden muss. Die Wahrscheinlichkeit, plötzlich und unerwartet laden zu müssen, ist praktisch null. Sie wussten schließlich im Voraus, dass sie dort landen würden.

    In der Regel handelt es sich hierbei wohl um Leute auf der Durchreise. Der Bordcomputer wird nur anzeigen: "Ladestop auf dem Rastplatz "Tote Hose" an der A3." Eine Beschreibung der Örtlichkeit wird doch wohl nicht geliefert. Ob man da nun geplant oder ungeplant herumsteht, ist unerheblich.

  • Wann gab es die letzte Innovation eines deutschen Autoherstellers, die zu einer Verbesserung der Umweltbilanz des Fahrzeugs geführt hat?

    Der Kat war es nicht, da mussten die deutschen Hersteller förmlich genötigt werden, aus dem Quark zu kommen. Gleiches gilt für den Partikelfilter. Was war es denn dann?

    Nun da wäre vor allem die innovative Innenraum Beduftung zu nennen.

  • "Ladestop auf dem Rastplatz "Tote Hose" an der A3."

    Vielleicht wollten die ja gerade die Ruhe dort suchen. Dann kamst du. 😅 Es gibt genügend Möglichkeiten, sich seinen Stopp zu bestimmen. Ich halte auch nicht zwingend da, wo das Navi mich in erster Näherung laden lassen will.

  • Schön ist er ja nicht, aber der wird sich gut verkaufen .


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  • Schön ist er ja nicht

    Welches Auto ist das heute noch? Erst werden die Autos für die Aerodynamik rundgelutscht, dann bockt man sie zum SUV auf und verschenkt die Effizienz wieder. Ein paar Kanten und Klüfte für die Aggressivität, denn die verkauft sich offenbar gut. Dazu Breitreifen auf Monsterfelgen wie es sie vor 10 Jahren nur in einschlägigen Kreisen gab...

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