Merz: Gesetzliche Rente nur noch „Basisabsicherung“

  • Bundeskanzler Friedrich Merz hat heute wieder für Unruhe gesorgt.

    Zitat:

    „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“

    https://www.deutschlandfunk.de/merz-gesetzlic…urueck-100.html

    Hier wirft er mal wieder mit Begriffen herum, ohne zu erklären wie ER sie versteht.

    Ist die „Basisabsicherung“ dann quasi auf Stütze-Niveau ? Was für einen Lebensstandard meint er ?

  • Ist ja gut, dass er es sagt. Jeder weiß es, aber sagen kann er es ja. Aber im Gleichen Atemzug sollte er auch Alternativen aufzeigen und als Kanzler unbürokratisch, einfach vorantreiben - was er für die Bevölkerung/Generation bietet, dass sie die Möglichkeit haben (damit meine ich nicht das Altersvorsorge-Depot alias Bürokratie alias Subvention für Finanzindustrie). Das ist seine verdammte Aufgabe, dafür ist er indirekt gewählt worden, dafür bekommt er Geld von unseren Steuernmitteln.

    Wenn ich meinen Lohnzettel anschaue, drücke ich monatlich einige hundert € in die Rentenkasse. Davon sehen werde ich kaum bis nichts.

    Zeitgleich plant die Regierung überall zu kürzen und Beiträge zu erhöhen, also weitere Mehrbelastung auf dem Lohnzettel. Zugleich wollen sie Sozialversicherungsbeiträge auf Kapitalerträge und Mieten einführen.

    Zu sagen ...

    „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“

    "...und ich werde in 30 Jahren sowieso Tod sein und interessiert mich nicht". Wir brauchen praktikable, einfache Lösungen. Andere EU-Länder können es, warum nicht deren System adaptieren?

    Für Rüstung ist auch Mrd. € vorhanden, warum nicht auch für den gleichen Betrag einen Staatsfond aufmachen?

  • Bundeskanzler Friedrich Merz hat heute wieder für Unruhe gesorgt.

    Wie das ?

    Die perspektivische Dysfunktionalität dieses Umlagesystems war selbst für mich als Finanz-Laie aufgrund der schon damals absehbaren demographischen Entwicklung bereits vor über drei Jahrzehnten evident.

    Kein einziges meiner diversen Patenkinder beispielsweise setzt noch besonderes Vertrauen in die Gesetzliche Rente (GRV). Das Spektrum reicht dabei von "ein kleiner Baustein unter mehreren größeren" bis zu "einem vollumfänglich eigenverantwortlich gestalteten Altersvorsorgemix ohne GRV-Anspruch".

    Wie sollten bei denen mit einem solchen Tenor (GRV "allenfalls noch Basisabsicherung fürs Alter aber nicht ausreichend, um heutigen Lebensstandard zu sichern") noch für "Unruhe" gesorgt werden ... ?

    Vermute mal der Tenor von "Finanztip" in Sachen "Rente und Altersvorsorge" dürfte ein (sehr) ähnlicher sein ... ?

  • Hier wirft er mal wieder mit Begriffen herum, ohne zu erklären wie ER sie versteht.

    Nervt, schadet, spaltet, weil ER wieder den (Online-)Stammtischen Futter liefert. Wenn einer keine Kommunikationsfähigkeiten hat, dann besser schweigen oder sowas anderen mit mehr Empathie und Sachkenntnis überlassen. ER gibt einer Partei, die ohne Kompetenz locker vom Hocker üppige 70% verspricht, die nächste Steilvorlage.

  • „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“

    Das wurde zu Schröder-Zeiten vor 20 Jahren (wirklich schon so lange her) auch gesagt. In der Praxis hat jede Regierung seither genau das Gegenteil gemacht. Warum sollte das für die nächsten 20 Jahre anders sein? Eine große Staatspleite mal außen vor...

  • Bundeskanzler Friedrich Merz hat heute wieder für Unruhe gesorgt.

    Zitat:

    „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“

    Den meisten Bürgern war das klar. Eigentlich nichts neues, was der Kanzler sagt.

  • Ich kenne einige Gehälter von ganz typischen Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern. Die bekommen netto so zwischen 1800 und maximal 2000 € raus. Für eine Vollzeitbeschäftigung.

    Brutto liegt dann irgendwo bei 36.000 € im Jahr.

    Und da soll man dann eine Rente bekommen, die eine „Basis“ absichert.

    Das ist doch schon „Stütze“. Nur, dass man das selber und irgendwelche Arbeitgeber eingezahlt haben dafür.

  • Das ist doch schon „Stütze“. Nur, dass man das selber und irgendwelche Arbeitgeber eingezahlt haben dafür.

    Hätte man in den letzten 30 Jahren nicht so viele Wahlgeschenke gemacht und stattdessen innerhalb der Versicherung einen Kapitalstock aufgebaut, dann gäbe es jetzt mehr zu verteilen. Was jetzt die beste Lösung ist, weiß ich leider nicht.

  • Ist doch perfekt wenn die Grundsicherung aus der eigenen Tasche fließt. Dann wird die Aktivrente sogar für Leute attraktiv die eigentlich schon mit 60 nicht mehr wirklich erwerbsfähig waren. So stärkt man die Wirtschaft und das authentisch im CDU/CSU-Style auf Kosten der Schwächsten.

    Ja natürlich hat es jede Regierung schön auf die lange Bank geschoben eine wirklich Reform zu gestalten. Aber wenn man das vernünftig argumentiert und erklärt klingt das anders. Es zeugt davon das es ihm egal ist und das er nicht vor hat daran etwas zu ändern. Ich denke mal das mindestens 50% der deutschen Arbeiter davon ausgehen das die Rente reicht, gerade aus der älteren Generation und vor allem denen mit weniger Finanzbildung und finanziellen Möglichkeiten.

  • Das wurde zu Schröder-Zeiten vor 20 Jahren (wirklich schon so lange her) auch gesagt. In der Praxis hat jede Regierung seither genau das Gegenteil gemacht. Warum sollte das für die nächsten 20 Jahre anders sein?

    Leider zutreffend.

    Eine große Staatspleite mal außen vor...

    Davor müßte allerdings rechtzeitig die EU-Kommission eingreifen ... als die selbsternannte "Hüterin der EU-Verträge". Zugegebenermaßen: Hat seit 1999 nie funktioniert und wird vermutlich auch nie funktionieren.

    Realistischere Szenarien siehe hier aus dem Strang "GRV ungleich Investment"

    Leider bleiben aufgrund des Widerstands in der Bevölkerung die wichtigsten Sachen undurchführbar wie deutlich Erhöhung des Eintrittsalters, Kopplung an Lebenserwartung, Anhebung der Mindeseinzahlzeit auf 20 Jahre, Kopplung an Inflation statt Lohnentwicklung, Senkung des Rentenniveaus, Abschaffung der Familienversicherung in der KV,….wäre alles bitter notwendig aber das traut sich keiner anzufassen. Wird irgendwann der IWF machen.

    Oder hier

    Problem ist: Es wird gelöst werden und zur Not durch den IWF und massiven Rentenkürzungen. 1962 betrug die durschnittliche Rentenbezugszeit 10 Jahre, heute bezieht man im Schnitt 21 Jahre Rente. Ein Wahnsinn sich da hinzustellen und zu sagen „die armen armen Alten können nicht mehr“. Ist doch völlig egal ob sie noch können, das Geld dafür ist einfach nicht da. Die Linken fantasieren von Vermögenssteuern, aber selbst wenn du die reichsten 1% in D komplett enteignen würdest, dann wäre das Geld nach einem Jahr für RV und KV weg.

    Ohnehin eine Binse: Effiziente Sozialpolitik ist nur über Subjektförderung mit Bedürftigkeitsprüfung möglich und nicht via künstlicher Aufrechterhaltung in sich nicht tragfähiger Systeme. Die Basis muß dabei aber ein ansonsten wieder hinreichend marktwirtschaftlich aufgestelltes Gesamtsystem bilden, um (endlich) verloren gegangene internationale Wettbewerbsfähigkeit zurückzuerlangen (oder wiederzugewinnen - klingt positiver).

  • Damit spricht er nur das aus, was seit 30 Jahren für jeden offensichtlich ist...

    ...und seit >20 Jahren jedes Jahr jedem zukünftigen Rentner mit der Renteninformation auch nochmal schriftlich mitgeteilt wird.

    Trotzdem scheint das für manche die größte Überraschung des Jahrzehnts zu sein, dass ein Bundeskanzler so einen banalen Satz bringt, und schnell muss man schauen, wie man den Satz jetzt möglichst doof bis böse heruminterpretiert bekommt, bevor noch einer merkt, dass selbst Merz hier einfach mal Recht hat.

  • Ehrlich gesagt, verstehe ich die Aufregung nicht.

    Dass die gesetzliche Rente nur die Basis, aber nicht den Lebensstandard absichern kann, ist seit mindestens 40 Jahren Allgemeinwissen. Das hat schon Norbert Blüm gesagt.

    Aber es scheint wie mit den Energiepreisen - jeder weiß und konnte schon immer wissen, dass die Abhängigkeit von arabischen Staaten oder gar Russland hochproblematisch und extrem riskant und teuer ist.

    Aber trotzdem empfinden es manche als Zumutung oder gar skandalös, sich mit Alternativen (erneuerbare Energien, Wärmepumpen etc.) auseinandersetzen zu müssen oder an der Tankstelle oder beim Heizen einfach den Preis für ihr Wegschauen und Nichthandeln zu bezahlen.

  • Er hat ja nur gesagt, was hier im Forum allen klar ist.

    Vielleicht weckt er damit ja ein paar Schlafmützen auf, die immer noch glauben, dass sie sich mit gesetzlichen Rente endlich die Weltreise leisten können.

    Spätestens als Blüm vor 40 Jahren sagte, dass die gesetzliche Rente sicher sei, war doch klar, dass da was im Argen lag.

    Man darf auch selber mitdenken und für sich Verantwortung übernehmen.

    Und ich glaube nicht, dass alle in unserem Land, die nichts auf der hohen Kante haben, 40 Jahre lang nur das Existenzminimum verdient haben.

    Manch einer wird auch falsche Entscheidungen getroffen haben oder falsche Prioritäten gesetzt haben.
    Aber es ist einfacher den Politikern die Schuld zu geben, als mal ehrlich mit sich selbst zu sein.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen