Menschen, die niemals eine Altersvorsorge betrieben haben

  • Aber ständig einem Großteil der Bevölkerung zu sagen das sie dämlich ist (auch wenn sie es ist), bringt uns ja auch nicht weiter. Außerdem ist es kein guter Stil, wenn man darauf herumreitet das man in einem Teilbereich des Lebens einen höheren Wissensstand hat.

    Es geht ja nicht darum, jemand für blöd zu erklären. Aber wer die freie Entscheidung getroffen hat, das Geld zu verkonsumieren, muss eben auch für die Folgen seiner Entscheidung geradestehen. Und kann nicht bei den Leuten ankommen, die vorgesorgt haben und an deren Geld wollen. Sonst versteht die nächste Generation: Vorsorge lohnt sich nicht. Sofern die nächste Generation überhaupt große Summen zur Vorsorge übrig hat, denn die zahlt die hohen Beiträge der Generation, die 20 Jahre lang nichts gemacht hat.

  • Die Renteninformation enthält kaum verwertbare Informationen, es sei denn man geht ohne Schnick-Schnack (ATZ, Stundenreduzierung, ...) in Regelaltersrente.

    Zumal ein nicht unerheblicher Teil der "Leserschaft" nur auf die (bis zu) drei Zahlen im Kasten achtet.

    Die Hinweise im Fließtext (auf Inflation, generelle Steuerpflicht und ggf. Beitragspflicht) werden auch gerne nicht wahrgenommen.

    Die Renteninformation ist in erster Linie eine Erinnerung, dass die Rentenversicherung da ist und man sich im Zweifel informieren kann und sollte.

    Aber was will man von einer Doppelseite auch erwarten?

  • Die Renteninformation enthält kaum verwertbare Informationen, es sei denn man geht ohne Schnick-Schnack (ATZ, Stundenreduzierung, ...) in Regelaltersrente.

    Zumal ein nicht unerheblicher Teil der "Leserschaft" nur auf die (bis zu) drei Zahlen im Kasten achtet.

    Die Hinweise im Fließtext (auf Inflation, generelle Steuerpflicht und ggf. Beitragspflicht) werden auch gerne nicht wahrgenommen.

    Die Renteninformation ist in erster Linie eine Erinnerung, dass die Rentenversicherung da ist und man sich im Zweifel informieren kann und sollte.

    Aber was will man von einer Doppelseite auch erwarten?

    Ich hatte ja in #169 einen Vorschlag gemacht wie man sinnvoll und mit besser greifbaren Infos die Doppelseite gestaltet werden könnte.

    Aber zu deinem Punkt "was will man von einer Doppelseite auch erwarten" sehe ich etwas anders. Oder anders gefragt was will ich von 50 Seiten kleingedruckten Versicherungsbedingen erwarten ? Kurz und knackig die wichtigsten Infos auf einer Doppelseite ist wesentlich niedrigschwelliger und verständlicher als Aktenordner voller Beamtendeutsch. Ihr wollt das Menschen das kapieren, wollt aber wieder alles deutlich komplizierter machen, wo soll da den der Mehrwert sein ?

  • Die Renteninformation ist in erster Linie eine Erinnerung, dass die Rentenversicherung da ist und man sich im Zweifel informieren kann und sollte.

    Ich sprach neulich mit einem Bekannten aus früheren Tagen. Sein Vater ist seit Anfang des Jahres in Rente. Er fiel vom Glauben ab, dass er noch Steuern zahlen müsse etc.

  • Es geht ja nicht darum, jemand für blöd zu erklären. Aber wer die freie Entscheidung getroffen hat, das Geld zu verkonsumieren, muss eben auch für die Folgen seiner Entscheidung geradestehen. Und kann nicht bei den Leuten ankommen, die vorgesorgt haben und an deren Geld wollen. Sonst versteht die nächste Generation: Vorsorge lohnt sich nicht. Sofern die nächste Generation überhaupt große Summen zur Vorsorge übrig hat, denn die zahlt die hohen Beiträge der Generation, die 20 Jahre lang nichts gemacht hat.

    Ich sag da nur: bAV (Direktversicherungen), Riester.
    Meine 2006 abgeschlossene bAV ist/war die reinste Kaufkraftvernichtung (nicht vorzeitig kündbar)! Und so geht es sehr vielen Menschen, die im Glauben an eine zusätzliche AV irgendwann mal eine bAV oder einen Riester abgeschlossen haben. :/
    Klar, unterschrieben hat der Kunde. Aber da fragt man sich dann schon wo der Staat bleibt in dem quasi Alles mit irgendwelchen Normen geregelt ist. :rolleyes:
    Und bei vielen Direktversicherungen langt die KV/PV auch noch mal zu. Auch bei Verträgen die weit vor 2005 abgeschlossen wurden. Vertrags- oder Vertrauensschutz: Fehlanzeige.
    Und dann sehen die Kunden, dass Sie trotz Ihrer Vorsorge mit Ihren Renten gerade so über die Runden kommen, während ehemalige Kollegen die gar nichts gemacht haben sogar noch Zuschüsse bekommen (Wohngeld) und sich damit finanziell nahezu gleich stellen. :rolleyes:
    Ja, mag eine Neiddebatte sein. Aber letztlich sehen die Menschen nur, dass es sich nicht gelohnt hat etwas für die private AV zurückzulegen.

    Ich sprach neulich mit einem Bekannten aus früheren Tagen. Sein Vater ist seit Anfang des Jahres in Rente. Er fiel vom Glauben ab, dass er noch Steuern zahlen müsse etc.

    Erlebe ich auch ständig in meiner Blase. Und wenn man es den Leuten erklärt wird man noch blöd angemacht. :rolleyes:


  • Ich hatte ja in #169 einen Vorschlag gemacht wie man sinnvoll und mit besser greifbaren Infos die Doppelseite gestaltet werden könnte.

    Aber zu deinem Punkt "was will man von einer Doppelseite auch erwarten" sehe ich etwas anders. Oder anders gefragt was will ich von 50 Seiten kleingedruckten Versicherungsbedingen erwarten ? Kurz und knackig die wichtigsten Infos auf einer Doppelseite ist wesentlich niedrigschwelliger und verständlicher als Aktenordner voller Beamtendeutsch. Ihr wollt das Menschen das kapieren, wollt aber wieder alles deutlich komplizierter machen, wo soll da den der Mehrwert sein ?

    Die Renteninformation (1 Doppelseite) liefert Zahlen zur Regelaltersrente und ggf. zur Erwerbsminderungsrente.

    Die Rentenauskunft (ca. 20 Seiten) liefert die gleichen Information plus Aussagen (ohne Rentenhöhe) zu vorgezogenen Altersrenten und dem Versicherungsverlauf.

    Nicht selten verwirrt die Rentenauskunft die Leute aber.

    Das Problem ist auch, dass jede Zahl (Rentenhöhe zum Zeitpunkt X) eine falsche Sicherheit vermittelt. Krankenversicherungspflicht über die Rente ist nicht immer gegeben, die Steuerlast ist auch höchst individuell, ob ein vorgezogener Rentenbeginn überhaupt möglich ist, lässt teilweise nicht so einfach beantworten, ...

  • Die Rentenauskunft (ca. 20 Seiten) liefert die gleichen Information plus Aussagen (ohne Rentenhöhe) zu vorgezogenen Altersrenten und dem Versicherungsverlauf.

    Nicht selten verwirrt die Rentenauskunft die Leute aber.

    Kann man wohl so sagen. Wenn ich allein sehe, wie viele verschiedene Versicherungszeiten beim identischen Arbeitgeber immer wieder aufgeführt sind. Mal sind es 9 Monate. Dann wieder 27 Monate, usw.
    Und letztlich war ich doch XX Jahre bei identischen Arbeitgeber.
    Allein das prüfen, ob es irgendwelche Lücken gab nervte.:rolleyes:
    Nun gut, man muss es ja nur einmal machen.

    Das Problem ist auch, dass jede Zahl (Rentenhöhe zum Zeitpunkt X) eine falsche Sicherheit vermittelt. Krankenversicherungspflicht über die Rente ist nicht immer gegeben, die Steuerlast ist auch höchst individuell, ob ein vorgezogener Rentenbeginn überhaupt möglich ist, lässt teilweise nicht so einfach beantworten, ...

    So sieht es aus. Vor allem kann es ganz zum Ende hin noch interessant werden. So können nachher wenige Wochen darüber entscheiden ob man z.B. die 45 Jahre für die abschlagsfreie Rente voll bekommt oder auch nicht. Zumal Arbeitslosigkeit ab 63 eben nicht mehr als anrechenbare Zeit zählt. Davor aber sehr wohl.

  • Ja, und Max Mustermann hat dann auch umgehend einen Termin mit seinem Bankberater gemacht. Der hat Ihm dann auch sofort einen Riester-Vertrag verkauft. Genau so wie es die Politik auch hat verlauten lassen.
    Leider hat sich der Riester nicht so entwickelt wie der Bankberater seinerzeit prognostiziert hat.
    Und nun? :/

    Selbst dann steht das eingezahlte Kapital zur Verfügung und garantiert eine Zusatzrente.
    Das Problem ist ja, dass viele auf den Panikzug aufgesprungen sind und ruhend gestellt haben. Dann wurde das Geld nicht anders investiert, sondern verjubelt.


    Ich würde dir ja zustimmen, die Verlässlichkeit der Politik ansprechen, darin (und in Finanzbildung allgemein, auch politisch beeinflussbar) eine Hauptschuld sehen und Verständnis für daraus erwachsende Unzufriedenheit auch in dem Thema ansprechen, aber dann wären wir wahrscheinlich wieder zu rechts und machen für die falsche Partei Werbung, ohne Werbung für irgendeine Partei zu machen.

    Deshalb nehme ich das als rhetorische Frage hin und gebe nur ein <3

    Nein, dann wären wir ja wieder beim Stammtisch und weg vom Thema. Anders wäre das natürlich, würden wir die GRV preisen und in ihr die ultimative Lösung sehen.

    Ein Bekannter von uns hat sich jetzt schon mal ausgerechnet, ob es für Ihn nicht günstiger wäre mit 63 und Abschlägen in Rente zu gehen und dann Wohngeld zu beantragen, statt jetzt noch bis 66,x weiter zu arbeiten.
    Der finanzielle Unterschied wäre für Ihn wohl minimal. Dafür wäre man aber 3,x Jahre früher zu Hause. :rolleyes:

    Genau weil die Politik solche Fehlanreize setzt, muss man sich nicht wundern. Vielleicht sollte man einfach mal das Existenzminimum per Gesetz definieren, statt sich von der Rechtsprechung treiben zu lassen.

    Oder dies auch ganz bewußt einfach nicht tun. Staat regelt schon.

    Genau. Das Problem ist ja, dass er das mit Grundsicherung im Alter tut und man dann denjenigen, die vorgesorgt haben, eine lange Nase drehen kann.

    Es bleibt unverständlich, warum das Altersvorsorgeprodukt letztlich nur von Versicherungen angeboten werden konnte

    Das stimmt so doch gar nicht. Es gab Banksparpläne, Bausparverträge usw...

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • OK, anders gefragt: glaubst du das man mit Grundsicherung seinen Ruhestand in vollen Zügen genießen kann?

    Nein, und das habe ich auch nicht behauptet.

    Meine Aussage war: Wer nicht vorsorgt, steht gleich oder besser da als jemand, der vorgesorgt hat. Und genau das muss sich ändern.

    Wie? Indem man das Existenzminimum gesetzlich definiert und zwar niedriger, als es derzeit angesetzt wird.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Kann man wohl so sagen. Wenn ich allein sehe, wie viele verschiedene Versicherungszeiten beim identischen Arbeitgeber immer wieder aufgeführt sind. Mal sind es 9 Monate. Dann wieder 27 Monate, usw.
    Und letztlich war ich doch XX Jahre bei identischen Arbeitgeber.
    Allein das prüfen, ob es irgendwelche Lücken gab nervte.:rolleyes:
    Nun gut, man muss es ja nur einmal machen.

    So sieht es aus. Vor allem kann es ganz zum Ende hin noch interessant werden. So können nachher wenige Wochen darüber entscheiden ob man z.B. die 45 Jahre für die abschlagsfreie Rente voll bekommt oder auch nicht. Zumal Arbeitslosigkeit ab 63 eben nicht mehr als anrechenbare Zeit zählt. Davor aber sehr wohl.

    Ein Krankenkassenwechsel, eine Änderung im Abrechnungssystem oder eine Umfirmierung können zu mehreren Meldungen im Jahr führen. Auch die Aufnahme oder Beendigung eines Minijobs neben der Hauptbeschäftigung können den Versicherungsverlauf aufblähen.


    Die Erweiterung des Kataloges, was zu den 45 Jahren zählt und was nicht, aus 2014 hat die Sache nicht übersichtlicher gemacht. Es gibt Gestaltungsmöglichkeiten, so wird es noch komplizierter.

  • Meine Aussage war: Wer nicht vorsorgt, steht gleich oder besser da als jemand, der vorgesorgt hat.

    Belege?

    Abgesehen von dem Fall, dass man nur um ein paar Euro über der Schwelle für "Bildung und Teilhabe" liegt, stellt man sich mit Vorsorge nicht schlechter als ohne.

    Hast Du nicht irgendwann einmal geschrieben, dass Du in einer Bundesbehörde arbeitest? Dementsprechend solltest Du doch in der Lage sein, mit Gesetzestexten und sonstigen Verordnungen umzugehen...

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