Ausschüttender oder thesaurierender ETF in der Entnahmephase?

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  • Grundsätzlich ist die Frage Ausschütter oder Thesaurierer keine Frage von besonders hoher Bedeutung. Andere Punkte sind für die erfolgreiche Geldanlage deutlich wichtiger. Disziplin bei der Geldanlage würde ich hier an erster Stelle sehen. Die Vermeidung von typischen Anlegerfehlern kommt direkt danach. Die Berücksichtigung steuerlicher Aspekte ist zwar nicht unwichtig aber läuft klar unter Finetuning!

    Ja das stimmt wohl. Aber wir sind hier ja auch auf irgendeinem Nerd-Level in diesem Thread :P

  • Bei meiner Recherche zu Entnahmestrategien bin ich auf den interessanten Beitrag Ausschüttender oder thesaurierender ETF in der Entnahmephase? gestossen.

    Ein ehemaliges Forumsmitglied hatte sich ja mehrfach sehr detailliert über die Unterschiede von ausschüttenden zu thesaurierenden ETFs in Bezug auf die steuerlichen Auswirkungen geäussert, bspw. hier:

    In dem oben verlinkten Artikel wird das Thema ausführlich für die Entnahmephase behandelt und kommt zu folgendem Fazit:

    Man könnte überspitzt also auch sagen, es ist EGAL :S

    Ich finde es immer wieder interessant, wenn steuerlich bis auf den letzten Cent gerechnet wird, Transaktionsgebühren aber gerne vernachlässigt werden.

    Thesaurierer haben Vorteile. Ausschütter aber auch.

    Ich nutze die Ausschüttungen in der Ansparphase um Gewichtungen auszugleichen und meine Liquidität zu erhöhen.

    Ich denke, beide Wege sind eigentlich gleichwertig. Man sollte das machen, was einem persönlich das bessere Gefühl gibt

  • Samstag, 4. Juli 2026

    Hallo Saarlaender  Pfennigbaron  Micha-1  bewo

    Nach längerer Pause habe ich mich heute wieder einmal ins Forum gewagt. Und wie so oft stelle ich fest: es bleibt unterhaltsam.

    Beim Thema ETF ist für mich eines ganz klar: Ob man Ausschütter oder Thesaurierer nimmt, hängt schlicht davon ab, in welcher Lebensphase man steckt.

    Wer – so wie ich – sein Kapital über viele Jahre aufgebaut hat und heute von den Erträgen let, für den haben ausschüttende ETF ganz praktische Vorteile. Man muss sich nicht ständig mit Teilverkäufen oder Umschichtungen beschäftigen. Die Ausschüttungen kommen regelmäßig, meistens quartalsweise, und steigen über die Jahre.

    Das beruhigt – gerade in turbulenten Börsenzeiten. Solange die Ausschüttungen laufen, bleibt man entspannt und schaut nicht jeden Tag ins Depot. Das ist wie bei Immobilien: Entscheidend sind die Mieteinnahmen, nicht der tägliche Marktwert. Den dürfen später gern die Erben beurteilen.

    Wer dagegen noch Vermögen aufbaut, für den sind thesaurierende ETF die logische Wahl. Da wird alles automatisch wieder angelegt, und der Zinseszinseffekt arbeitet sauber weiter.

    Am Ende ist es also ganz einfach:

    Erst klären, zu welcher Gruppe man gehört – dann ergibt sich die Entscheidung von selbst. Als Mitglied im Club80 weiß ich jedenfalls, wo ich hingehöre.

    Schönen Sonntag McProfit

  • Na ja, die Vermögenshöhe spielt da natürlich auch eine entscheidende Rolle. Ich würde mal meinen, dass verhältnismäßig wenige das ohne zusätzliche Verkäufe machen.

    EDIT Obwohl, es kommt natürlich darauf an, ob man nur ein bisschen Rentenlücke kompensieren oder von den Ausschüttungen leben will.

  • Am besten entscheidet man sich zu Beginn der Anlegerkarriere und bleibt dabei, um eine hohe Steuerlast auf realisierte Kursgewinne zu vermeiden. Bei Standard ETFs nach Marktkapitalisierung ohne Eingrenzung auf ausschüttende Unternehmen reizt man später die mögliche Entnahmerate nicht aus und muss dazu zusätzliche Verkäufe vornehmen, die man auch bei Thesaurierern hätte.

    Direkt in jungen Jahren auf Dividendenfokussierte Aktien/ETFs zu gehen, die auch die Entnahmerate ausreizen, dürfte allerdings zu Lasten der Performance gehen. Eines muss man McProfit dieser Welt lassen. In vielen Foren rechnen sie sich seit Jahren weiterhin die Köpfe heiß, welche Entnahmestrategie die Beste ist, mitunter auch nicht ganz unkomplizierte Varianten im hohen Alter, zudem wenn ich mehrere Wertpapiere im Depot habe. Nehme ich einen Dividenden ETF mit Standard Dividenden Aktien, die nicht die Substanz zur Ausschüttung verwenden, dann steuert jedes einzelne darin enthaltene Unternehmen die ideale Entnahmerate und ich werde niemals Pleite gehen. Die Ausschüttungen gehen direkt auf das Konto und ich muss mich um nichts mehr sorgen oder kümmern.

    Ich hoffe in nächsten Jahren bieten Banken geeignete Entnahmestrategien an, die sich automatisiert umsetzen lassen.

    Ich habe mich gleich zu Beginn zu ausschüttenden Standard ETFs entschieden, um die Wiederanlage selbst in der Hand zu haben. Zudem erfreue ich mich zugegebenermaßen an dem linke Tasche rechte Tasche Spiel.

  • Beim Thema ETF ist für mich eines ganz klar: Ob man Ausschütter oder Thesaurierer nimmt, hängt schlicht davon ab, in welcher Lebensphase man steckt.

    Ja, das hat sich in diesem Thread bereits mehrfach herausgestellt. Wenn nur die lästige Steuer bei einer Umschichtung nicht wäre. Wer zunächst jahrzehntelang Thesaurierer anspart um diese zu Beginn der Rente in Ausschütter umzuschichten, der schiesst natürlich ein steuerliches Eigentor. Wer hingegen umgekehrt zunächst bereits jahrzehntelang Ausschütter nutzt, nur damit ihm zu Rentenbeginn diese Umschichtung erspart bleibt, der muss sich eben ein Leben lang mit der Wiederanlage der Ausschüttungen beschäftigen. Abgesehen davon, dass bis dahin die aktuelle Steuergestzgebung längst wieder Geschichte sein dürfte.

  • Ich hoffe in nächsten Jahren bieten Banken geeignete Entnahmestrategien an, die sich automatisiert umsetzen lassen.

    Im Depot-Vergleich von Finanztip simd vier Anbieter, die einen Auszahlplan anbieten: Flatex, S-Broker, Targobank und Commerzbank. Das sind natürlich nicht alle, ich kenne etwa auch noch Fidelity.

    Ich fände es sehr interessant zu wissen, wie das bei denen funktioniert und ob alle gleich arbeiten. Vielleicht ein Thema für Timo Halbe.

    Im Forum kam bisher nicht so viel rum, außer natürlich guten Ratschlägen, dass man es doch anders machen solle. 

  • Da ich immer mit thesaurierenden ETFs unterwegs war, stellt sich die Frage nach einem Ausschütter nicht. Wenn es nicht gerade heftig abwärts geht, gehen bei Verkauf zwar Anteile zurück aber der Finanzbestand bleibt je nach Höhe der Verkäufe in etwa ähnlich. Bei fallenden Kursen dürften die Verluste bei beiden Varianten und ähnlichen Anlagen in etwa gleich ausfallen. Daher sehe ich es gelassen und würde keine Variante bevorzugen, auch wenn im Alter Dividende einstreichen weniger Arbeit erfordert.

  • Ich hätte dann gerne eine Entnahmestrategie mit Cash Puffer, Vanguard dynamic spending, den "Trick" mit LIFO (via Unterdepots), evtl. noch mit spending Smile (go-go, slow-go, No-Go) 😉

    Das macht dann in 15 Jahren mein persönlicher KI-Agent für Finanzen für mich.

  • Ich hätte dann gerne eine Entnahmestrategie mit Cash Puffer, Vanguard dynamic spending, den "Trick" mit LIFO (via Unterdepots), evtl. noch mit spending Smile (go-go, slow-go, No-Go) 😉

    Das macht dann in 15 Jahren mein persönlicher KI-Agent für Finanzen für mich.

    Für mich den Cash Puffer bitte ganz klein und ein Aktien lastiges Depot ohne Bubble.

    Ach ja und Management für das Erbe bitte noch on-top.

  • Erst klären, zu welcher Gruppe man gehört – dann ergibt sich die Entscheidung von selbst. Als Mitglied im Club80 weiß ich jedenfalls, wo ich hingehöre.

    Also jetzt gehöre ich zu der einen Gruppe, wenn ich alt bin zu der anderen. Es bleibt bei der Frage, wie das praktisch umgesetzt werden soll, ohne umzuschichten und dadurch große Steuerereignisse auszulösen. Die Frage stellt sich doch nur, wenn ich "kurz" vor der Rente größere Summe zusätzlich erwarte und vor einer Anlageentscheidung stehe. Andernfalls muss ich jetzt eine Entscheidung treffen.

  • Ich hätte dann gerne eine Entnahmestrategie mit Cash Puffer, Vanguard dynamic spending, den "Trick" mit LIFO (via Unterdepots), evtl. noch mit spending Smile (go-go, slow-go, No-Go)

    Man suche sich einen Broker mit passender API und schon sollte man das recht einfach automatisieren können. So einen Aufwand wie LIFO muss der Broker dann auch noch unterstützen (also mehrere Unterdepots, in die man wild hin und her buchen kann).

    Ich habe bei der Suche nach einem entsprechenden Entsparplan noch keinen Broker gefunden, der schon nur sowas triviales wie die automatische Überweisung des Verkaukserlöses auf das Referenzkonto (nicht das Verrechnungskonto) durchführt. Da braucht man an Kosten (z.B. 2,5% oder doch nur 1,50€ je Ausführung) oder Brutto-Beträge noch garnicht zu denken.

    Mit SC scheint zwar das Handeln per API möglich zu sein, nicht aber das Überweisen des Verkaufserlöses auf das Referenzkonto.

    Ich fände es sehr interessant zu wissen, wie das bei denen funktioniert

    Bei denen, wo ich mir das mal angeschaut habe, genauso wie Sparpläne.

    Man richtet einen Entsparplan ein, der stur am Ausführungstag X€ verkauft, dann bei Bedarf die Steuern abführt und den Rest auf das angegebene Konto einzahlt. Ob da aber wirklich das Referenzkonto zulässig ist, falls der Broker überaupt davon Sparpläne automaitsch abbucht, müsste man testen.

    Je nach Broker gibt es unterschiedliche Mindestbeträge, unterschiedliche Voraussetzungen (10.000€ im Asset, das entspart werden soll) und selbstverständlich unterschiedliche Kosten. Es dürfte nur mit sparplanfähigen ETFs/Aktien funktionieren, was aber mittlerweile nur noch selten ein Problem sein dürfte.

  • Bei denen, wo ich mir das mal angeschaut habe, genauso wie Sparpläne.

    Man richtet einen Entsparplan ein, der stur am Ausführungstag X€ verkauft, dann bei Bedarf die Steuern abführt und den Rest auf das angegebene Konto einzahlt. Ob da aber wirklich das Referenzkonto zulässig ist, falls der Broker überaupt davon Sparpläne automaitsch abbucht, müsste man testen.

    Je nach Broker gibt es unterschiedliche Mindestbeträge, unterschiedliche Voraussetzungen (10.000€ im Asset, das entspart werden soll) und selbstverständlich unterschiedliche Kosten. Es dürfte nur mit sparplanfähigen ETFs/Aktien funktionieren, was aber mittlerweile nur noch selten ein Problem sein dürfte.

    Ja, aber weise ich einen Netto-Auszahlungsbetrag an oder einen Verkaufsbetrag?

    LIFO als Option wäre natürlich toll.

  • Ich würde es begrüßen, wenn einige Anbieter nach dem Festzurren der Altersvorsorgedepots den Schwung nutzen, um Entsparpläne auszuarbeiten. Wäre für mich ein klarer Wettbewerbsvorteil, zumal gerade die kleinen als neue, verlässliche Partner für die moderne Altersvorsorge auftreten.

  • Die Frage stellt sich doch nur, wenn ich "kurz" vor der Rente größere Summe zusätzlich erwarte und vor einer Anlageentscheidung stehe. Andernfalls muss ich jetzt eine Entscheidung treffen.

    Also eine Frage, sie sich durchaus für viele irgendwann stellen wird.:/
    Aktuell wird zumindest in den Ländern der ehemaligen Bundesrepublik so viel ver- und ererbt wie nie zuvor. Außerdem dürften nicht wenige Boomer Auszahlungen aus Ihren Lebensversicherungen erwarten.

    BTW: Wichtig ist es überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Die Frage ob Ausschütter/Thesaurierer wird keine elementare Rolle in der Frage spielen ob man finanziell klar kommt oder nicht.

  • Meine Zustimmung meinerseits.

    Es kommt vielleicht noch ein weiterer Punkt hinzu:

    Ein regelmäßiger Verkauf kostet viele Menschen jedesmal eine emotionale Überwindung. Hier droht die "Gefahr", dass man zuungunsten seines Lebensstandards und zugunsten der Erbmasse zuviel Vermögen hält.

    Selbst erlebt: Eine fitte ältere Dame mit sehr einem sehr stattlichem Depot aber eher mittlerer Pension hegt den Lebenswunsch einer aufwendigen USA Reise.

    Aus der laufenden Pension ist die Wunschreise eher schwer zu stemmen. Ca. 1% ihres Depotbestandes (alles Fonds, aber das ist ein anderes Thema...) dafür zu verkaufen will sie aber nicht. Sie hat ihr Leben lang "noch nie etwas aus dem Depot verkaufen müssen".

  • Selbst erlebt: Eine fitte ältere Dame mit sehr einem sehr stattlichem Depot aber eher mittlerer Pension hegt den Lebenswunsch einer aufwendigen USA Reise.

    Aus der laufenden Pension ist die Wunschreise eher schwer zu stemmen. Ca. 1% ihres Depotbestandes (alles Fonds, aber das ist ein anderes Thema...) dafür zu verkaufen will sie aber nicht. Sie hat ihr Leben lang "noch nie etwas aus dem Depot verkaufen müssen".

    Und was wäre nun, wenn die Dame nur ausschüttende Fonds hätte, die Ausschüttungen allein aber auch nicht reichen würden um damit Ihren Lebenswunsch zu erfüllen? :rolleyes:

    Es kann immer passieren, dass man etwas verkaufen muss. Und es spielt doch auch keine Rolle, ob ich einen € aus meinem Tagesgeldkonto, aus einer Dividende, einer Fondsausschüttung oder durch einen Verkauf aus meinem Depot nehme.
    Es ist und bleibt ein € den ich ausgeben will oder gar muss. Wer das nicht versteht tut mir ehrlicherweise leid.

  • Und was wäre nun, wenn die Dame nur ausschüttende Fonds hätte, die Ausschüttungen allein aber auch nicht reichen würden um damit Ihren Lebenswunsch zu erfüllen? :rolleyes:

    Also ich kann die ältere Dame gut verstehen, hoffentlich werde ich nicht auch mal so. Aber genau aus dem Grund habe ich mein Depot auf Dividenden umgestellt und weil ich jahrzehntelang die Einzige war, die überhaupt die Depots aufgestellt und betreut hat.

    MIr ist es wichtig, dass Cashflow von ganz alleine stattfindet, falls ich urplötzlich ausfalle und finanzielle Mittel nötig werden. Mittlerweile zeigt immerhin der Junior (29) gesteigertes Interesse an seinem eigenen Depot und der könnte dann auch mit sehr wenig Aufwand meines mitbetreuen. Einfach monatlich das Geld auf dem Verrechnungskonto einsammeln und weiterleiten.

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