Was sagt ihr zu den geplanten Einschränkungen beim Bargeldverkehr?

  • Es ist aber meiner Meinung nach schon auffällig welche „Branchen“ sich bisher der Kartenzahlung komplett verweigern. Als Ladenlokal heute keine Alternative zur Bargeldzahlung anzubieten, ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Auch wenn es sicherlich Schubladendenken ist, aber bei den Meisten wird es schlechte Gründe haben, warum sie nur Bargeld nehmen.

    Wir waren letztens auf einem Trödelmarkt. Selbst hier bieten immer mehr Verkäufer immerhin Paypal an und „werben“ damit offensiv am Stand mit Hinweisschildern. Selbst das kleine Vereinsheim unseres Sportvereins bietet seit diesem Jahr die Möglichkeit der Kartenzahlung.

  • Letztens irgendwo einen Bericht gelesen, der alle baren Zahlvorgänge zwielichtig darstellen wollte. Fand ich eher unausgewogen.

    Man darf natürlich nicht alle über einen Kamm scheren. Aber ein Geschmäckle hat es schon, wenn ich beim Dönermann meinen Dönerteller + Getränk für 12€ nicht per Karte zahlen kann, während der Bäcker kein Problem damit hat, dass ich mein Brot für 5,50€ per Karte zahle.

    In der Kneipe kann ich das ja in gewisser Weise auch noch verstehen, da die Bedienung natürlich ein Gutteil Ihres Einkommens per Trinkgeld machen. Wobei es ja auch kein Problem ist, im Restaurant die Rechnung per Karte zu zahlen und der Bedienung trotzdem nen 5'er rüberzuschieben.

    Es nervt mich halt, wenn man immer überlegen muss, ob man genug Geld dabei hat...

  • Letztens irgendwo einen Bericht gelesen, der alle baren Zahlvorgänge zwielichtig darstellen wollte. Fand ich eher unausgewogen.

    Im SPIEGEL? Aber der Tenor stimmt - aus eigener (anekdotischer) Beobachtung.
    Wenn ich hier bei Dönerladen X nur einen Döner bar bezahle, dann wandert das Geld nicht in die Kasse, sondern direkt ins Portemonnaie und auf der Kasse wird auch nix eingetippt.

    Oder irgendein Asia-"Restaurant" letztens in Berlin...obwohl keine ganz kleine Summe für vier Personen, wurde Kartenzahlung samt Beleg nur sehr widerwillig gemacht.

  • Was hat das ganze jetzt mit der Einschränkung beim Bargeldverkehr zu tun? Die Einführung von Steuern hat sicher nichts damit zu tun, ob Bargeld (un)eingeschränkt genutzt werden kann.

    Das ist Salamitaktik, die man nicht erkennen soll (meine Meinung) Bargeld abschaffen mit Begründung, die Bösen zu erwischen. Dann Zugriff auf die Daten erhalten mit dem gleichen Vorwand, auch Vermögensregister gehört dazu. Danach "Kleinststeuern" schaffen mit der Begründung, dass es keinem schadet. Und nach und nach erhöhen mit dem Hinweis, dass es Gesetz ist und so richtig ist.

    Ich finde, dass es ein System hat und über lange Jahre beobachtet werden kann und sollte.

  • Es ist aber meiner Meinung nach schon auffällig welche „Branchen“ sich bisher der Kartenzahlung komplett verweigern. Als Ladenlokal heute keine Alternative zur Bargeldzahlung anzubieten, ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Auch wenn es sicherlich Schubladendenken ist, aber bei den Meisten wird es schlechte Gründe haben, warum sie nur Bargeld nehmen.

    Wir waren letztens auf einem Trödelmarkt. Selbst hier bieten immer mehr Verkäufer immerhin Paypal an und „werben“ damit offensiv am Stand mit Hinweisschildern. Selbst das kleine Vereinsheim unseres Sportvereins bietet seit diesem Jahr die Möglichkeit der Kartenzahlung.

    Interessanterweise meistens Branchen, in denen viel schwarz gearbeitet wird...

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Im SPIEGEL? Aber der Tenor stimmt - aus eigener (anekdotischer) Beobachtung.
    Wenn ich hier bei Dönerladen X nur einen Döner bar bezahle, dann wandert das Geld nicht in die Kasse, sondern direkt ins Portemonnaie und auf der Kasse wird auch nix eingetippt.

    Oder irgendein Asia-"Restaurant" letztens in Berlin...obwohl keine ganz kleine Summe für vier Personen, wurde Kartenzahlung samt Beleg nur sehr widerwillig gemacht.

    Nee, regionale Zeitung. Kann aber sein, dass die den Artikel überregional eingekauft haben.

  • Hallo liebe Forumfreunde,

    erstmal ein Kompliment an Nordlicht.

    Mit dieser "Bargeldfrage" hast Du ja Thema eröffnet, bei dem für mich das Lesen der vielen Komentare schon ein Vergnügen war.

    Ich habe aus den vielen Kommentaren nur ein Thema herausgegriffen, das mir besonders aufgefallen ist.

    Sehr viele Forumsfreunde sind der Ansicht, dass das Bargeld

    vor allem für die GASTRONOMIE eine Möglichkeit ist,

    steuerfreie Umsätze zu generieren,

    (sofern man beim Gast bar kassiert)

    Da ich zufällig selbst zu einer Gastronomiefamilie gehöre, habe ich da eine ANDERE Sichtweise.

    Nahestehende Angehörige von mir betreiben in 2. Generation seit 40 Jahren in Sutttgart Großgastronomie mit zeitweise über 100 Mitarbeitern. Darunter klassische Restaurants, aber auch Catering von Großveranstaltungen, Messe, Imbiss, Freibadbewirtung, Austernbar usw.

    Mein Neffe (50) sagt mit jedesmal, dass die GASTRONOMIE wohl zu den am meisten geprüften Branchen beim Finanzamt gehört.

    Mancher Gastronom unterschätzt immer noch die Qualität der FA-Prüfer in Sachen Gastronomie. Die Prüfer können sehr schnell erkennen, wenn auch nur ein kleiner Punkt nicht zusammenpasst.

    Verhältnis Wareneinkauf zum Umsatz, Energieverbrauch, Serviettenverbrauch, Branchenvergleich.

    In einer Immobolie von mir, bei der ich das EG an einen südeuropäischen Imbissbetreiber vermietet habe, hat das FA am gegenüberliegenden Gebäude eine Camera angebracht und die Anzahl der Kunden gezählt und dann hochgerechnet.

    Die Differenz war so groß dass der Pächter am Ende insolvenz anmelden musste weil er die Steuernachzahlung für viele Jahre nicht zu stemmen konnte.

    Ein befreundeter Gastronom berichtetemir dass er öfters Reservierungen von Herrenrunden hatte, die ihm sagten, dass sie bar zahlen und auch keine Rechnung brauchen.

    Wie er hinterher festgellte waren es Testesser vom FA.

    Da die Umsätze in der Umsatzsteuererklärungen fehlten, führte es zu einem Steuerverfahren. Das FA schätze für ihn eine Steuernachzahlung rückwirkend für 5 Jahre von jährlich 50.000 plus doppelte Strafe, das waren dann 500.000 Euro.

    Er hat jedoch keinen Steuerprozess riskiert sondern sich mit dem FA auf einen Vergleichsbetrag von der Hälfte geeinigt, daran zahlt er bis heute jeden Monat ab...

    Nicht vergessen sollte man auch das Personal.

    In der Regel gibt es heute fast keine Gastronomie mehr, wo der Chef persönlich alles macht von der Bestellung bis zur Zahlung.

    Sobald jedoch Mitarbeiter wissen oder gar die Anweisung bekommen, dass der Chef manche Zahlung nicht bonnieren würde, sind das Mitwisser mit einem hohen Erpressungspotential

    (z.B. bei simplen Wünschen nach mehr Lohn oder freien Tagen)

    Die Gewinnspanne in der Gastronomie ist lt. Aussage meines Neffen derart knapp geworden, dass im Grunde genommen selbst jeder Umsatz offiziell gebraucht wird, damit man keinen Jahresabschluss mit roten Zahlen ausweist.

    Das waren nur ein paar Argumente die mir gerade eingefallen sind als ich gelsen haben dass doch eine ganze Reihe der Forumsfreunde hier der Ansicht ist, die Gastronomie wäre ein Profiteuer von Bargeldzahlungen. Weit gefehlt.

    Schöne Grüße aus Stuttgart McProfit.

  • McProfit

    Ich schätze Deine Beiträge sehr.

    Wenn ich Deinen Beitrag richtig deute ist ja offenbar die Gastronomie in Deutschland kaum noch rentabel zu betreiben.

    Warum kann man dann in vielen kleineren Betrieben (Imbiss, Dönerbude, usw.) nicht bargeldlos zahlen? Eigentlich müßten die Leute doch froh sein, wenn Sie das lästige Bargeld loswerden? :/

    Hast Du eine Erklärung dafür?

    Ein befreundeter Gastronom berichtete mir dass er öfters Reservierungen von Herrenrunden hatte, die ihm sagten, dass sie bar zahlen und auch keine Rechnung brauchen.

    Wie er hinterher festgellte waren es Testesser vom FA.

    Da die Umsätze in der Umsatzsteuererklärungen fehlten, führte es zu einem Steuerverfahren.

    Ich hoffe, dass wir uns dabei absolut einig sind, dass das ganz klar Steuerhinterziehung ist!

    Der Gastronom hätte den Umsatz nur korrekt einbuchen müssen. Fertig!

    Hier in HH haben Sie ein höherpreisiges Restaurant dran gekriegt. Hier wurde das Kassensystem manipuliert. Es konnten nachträglich Belege aus der Kasse ausgebucht werden.

    Aufgefallen ist das wohl, weil einem Prüfer aufgefallen war, dass eine Belegnummer eines Bewirtungsbelegs eines von Ihm geprüften Betriebs (Geschäftsessen) nicht im Kassensystem des Restaurants aufgeführt war. :/

    Dumm gelaufen.

    Ein gewisser Herr Schuhbeck durfte deswegen sogar ins Gefängnis.

  • Lieber monstermania

    Ich sehe, für Dich sind die Kommentare hier auch immer wieder lesenswert.

    Die Gastronomie kenne ich vor allem als langjähriger Vermieter.

    Daher kenne ich viele Geschichten von gescheiterten Existenzen.

    Das lag nicht immer an der steuerlichen Gestaltung der Bargeldzahlungen.

    Zu Deine Frage

    Technischen Ausstattung für den Zahlungsverkehr:

    Ich habe in Erinnerung, dass seit einigen Jahren Kassensysteme PFLICHT sind und dass jede Bestellung eines Gasten bei Erteilen der Bestellung sofort bonniert werden muss.

    Sollte eine überraschende unangekündigte Steuerprüfung kommen, dann muss der Wirt sofort alle Buchungen beenden und es wird geprüft ob die Bestellung von jedem im Lokal sitzenden Gast gebucht ist. (Damit kann der Wirt nicht im Nachhin Änderungen machen). Auch können die Kassensystem nicht mehr manipuliert werden.

    Jedes Storno einer Rechnung wird erfasst.

    In der professionellen Gastronomie sind die Kassensysteme mit dem FA verbunden zwecks Umsatzsteuererfassung.

    Aber nochmal:

    Ich bin kein Gastronom und kenne das nur aus den Erfahrunten mit meinen Mieter oden bei Gesprächen mit Gastronomen auch in meiner eigenen Familie, da ich ein regelmäßiger Kunde in der Gastronomie bin.

    Für Imbissbuden wird es sicher anderer Vorschriften geben weil sich nicht jeder Imbisstand eine elektronische Kasse sich leisten kann.

    Wenn manche Gastronomen Barzahlung wünscht, dann sicher nicht wegen der Steuer, sondern weil ihnen die Gebühren für VISA oder andere zu hoch sind oder die technische Einrichtung mit den Mietgebühren zu teuer.

    Frag einfach mal beim nächsten Restaurantbesuch den Chef oder Geschäftsführer.

    Insgesamt ist die Gastronomie für viele Familienbetriebe nicht rentabel, wenn man den Unternehmerlohn für den eigenen Zeitaufwand und oft noch der Ehefrau für Buchhaltung und Vorschriften richtig berücksichtigen würde.

    Auch die Wartungsverträge und Reparaturkosten der vielen technischen Geräte sind immens. Dazu noch Lüftung, Abfalltrennung, steigende Pacht auf Grund von Inflaltionsklauseln, steigende Nebenkosten für Energie, vom Personal ganz zu schweigen.

    Viele Gastronomen machen eben weiter weil sie keine Altenative haben und ihren Zeitaufwand einfach nicht kalkulieren.

    Es gibt wie überall auch in der Gastronomie ganz schwarze Schafe, man könnte auch sagen "Dummköpfe" und es gibt auch immer noch zum Glück erfolgreiche Unternehmer.

    In Stuttgart gehören dazu z.B. die Betriebe meiner eigenen Verwandtschaft dazu (seit 40 Jahren und jetzt in 2. Generation) aber auch an meinem Zweitwohnsitz Baden Baden die überaus erfolgreiche Inhaberführte Gastronomiefirma Rizi...

    Dies nur als 2 positive Beispile damit ich nicht nur hier jammere...

    Viele Grüße McProfit.

  • Ein weiterer Punkt ist die Prüfung seitens des Finanzamts aller Einnahmen, Ausgaben und Erträge anhand der Richtsatzsammlung ... wer da zu weit nach unten abweicht kommt in Erklärungsnot ... im Zweifel müssen höheren Werte, aus der Richtsatzsammlung ermittelt/geschätzt, versteuert werden, als tatsächlich erwirtschaftet.

  • es gilt wie so oft: Nicht gierig werden!

    Wenn der Chef zwischendurch mal ab und zu einen Tisch schwarz abkassiert.... und ein bisschen Mehl beim Aldi in bar bezahlt wird......... wird´s schwierig für das Finanzamt sein....

    Wer aber aus 100 Kilo Mehl nur drei Pizzen backt fällt ganz bestimmt auf.........

  • Wer aber aus 100 Kilo Mehl nur drei Pizzen backt fällt ganz bestimmt auf.........

    Apropos Pizzen ... glaubt es mir oder nicht ...

    Wir haben im Freundeskreis jemanden, der mehrere Pizzarestaurants betreibt. Der erzählte uns vor einigen Jahren mal über eine kürzlich bei ihm stattgefundene Überprüfung seitens des FA wie er sie noch nie erlebt hatte.

    Es kamen vier "Gäste" und jeder bestellte eine andere Pizza. Gerade als diese im Steinofen zum Backen verschwinden sollten, wiesen sie sich aus und stoppten das weitere Vorgehen. Die zerlegten dann die rohen Pizzen in ihre Bestandteile (Käse, Salami, Schinken & Co) kratzten die Tomatensoße fein säuberlich ab und wogen dann den Teig und die anderen Bestandteile separat ab, um dies dann mit den Einkäufen und Umsätzen ins Verhältnis zu setzen.

    Die einzige Monite die er im Nachgang zu hören bekam war wohl, dass er doch bitte in Zukunft darauf achten solle, überall gleich viel Käse auf die Pizzen zu verteilen, da bei den vier Test-Pizzen eine relativ große Spanne war, die es nicht zu ließen, den Käseverbrauch richtig zu kontrollieren.

  • Das waren nur ein paar Argumente die mir gerade eingefallen sind als ich gelsen haben dass doch eine ganze Reihe der Forumsfreunde hier der Ansicht ist, die Gastronomie wäre ein Profiteuer von Bargeldzahlungen. Weit gefehlt.

    Schöne Grüße aus Stuttgart McProfit.

    Danke für die Erläuterungen und Erfahrungen.


    Aber ich bin ja auch nicht doof...wenn ich einen Döner bestelle und dieser, im Gegensatz zu größeren Bestellungen anderer Kunden nicht in die Kasse eingetippt wird und meine Bargeldzahlung nicht in der Kasse, sondern im Portemonnaie landet, dann ist doch alles klar.

  • Hallo lieberjott

    Du hast sicher recht, und ich glaube, dass viele Gastronomen hier und dort ein paar Euro abzweigen können.

    Das geht aber nur, wenn der Inhaber selber aktiv tätig ist und es keine Mitwisser beim Personal gibt

    Wenn wir schon bei dem Thema bleiben, dann ist es aber auch so, dass der Gastronom eines solchen Kleinbetriebes oft immer etwas Bargeld braucht, weil manche Mitarbeiter nur dann z.B. bei einer Veranstaltung länger arbeitet, wenn er die Überstunden Cash bekommt und nicht versteuern muss.

    Wir entfernen uns aber hier von dem Thema Bargeldverbot.

    Wegen ein paar Euro die ein kleiner Gastronom abzwacken kann lohnt sich kein solcher Aufwand für eine neues Gesetz.

    Die erste Frage beim Thema, ob man Bargeldzahlungen verbieten soll, ist:

    Aus welchen Quellen kann man heutzutage überhaupt noch steuerfreies Bargeld erzielen also das so genannte unversteuerte Schwarzgeld?

    Bevor man es ausgeben kann, muss man es ja erst einmal einnehmen.

    Da fehlt mir spontan die Fantasie.

    Dass es nicht die Gastronomie sein kann, haben wir ja jetzt lang und breit hier schon diskutiert

    Früher wurden auch Immobilien zu einem geringeren Preis verkauft, um Grunderwerbsteuer zu sparen, und der Rest wurde bar bezahlt. Das gibt es aber auch schon lange nicht mehr, weil die meisten Immobilienverkäufe finanziert werden und weil bei einem Miet kein Kaufpreis der Beleihungswert niedriger ist.

    Außerdem müsste man bei einem späteren Wiederverkauf die Differenz als Gewinn versteuern, die in Wirklichkeit wegen dem falschen Kaufpreis gar nicht vorhanden ist. Somit entfällt auch dieser Punkt.

    Am Ende bleibt vermutlich nur noch das Thema Kriminalität. Bankraub, Geldautomaten Sprengung, Drogenverkauf.

    ich bin aber kein Fachmann, um beurteilen zu können, ob diese Beträge wirklich so groß sind, wie man bei den Schlagzeilen vermutet.

    Daher habe ich Zweifel, was der Sinn eines solchen Gesetzes sein soll?

    Viele Grüße von McProfit

  • McProfit

    Nun, völlig unabhängig wie Du zu dem Schwarzgeld gekommen bist. Irgendwann willst/mußt Du es ausgeben oder aber es doch wieder 'legalisieren' um das Geld anlegen zu können.

    Und da fangen dann die Probleme an.

    Darauf zielen ja auch die Einschränkungen beim Bargeldverkehr ab. Es geht ja voranging auch gar nicht darum, dass das Bargeld verboten werden soll, sondern 'nur' darum, dass man nachvollziehen kann, wie ein Barkäufer eines 100.000€ PKW zu dem Geld gekommen ist.

    Hat er das Geld einen Tag vorher von seinem Bankkonto abgehoben ist doch auch Alles fein!

    Der Verkäufer ist ja auch verpflichtet die Käuferdaten ab 10.000€ Bargeld an das Finanzamt zu melden. Dort ist aber schlichtweg nicht genug Personal vorhanden um alle Barkäufe über 10.000€ zu überprüfen. Wenn das Geld nur noch von Bankkonten kommen würde, erleichtert es erheblich die Kontrolle.

    Und ich für meinen Teil habe damit auch Null Probleme.

    Und Schwarzgeld kann auch vielen Quellen kommen. Bekannte von uns haben z.B. eine größere Bargeldsumme von einem Onkel geschenkt bekommen. Könnte man natürlich offiziell machen, müßte dann aber Erbschaftsteuer abdrücken.

    Nun hat man das Geld zu Hause und kann aber auch nicht mal eben zur Bank gehen um das Bargeld auf das eigene Konto einzuzahlen. Sie versuchen es jetzt in kleinen Häppchen alle paar Monate mal auf Ihre Konten einzuzahlen. Dazu wird dann die ganze Familie eingespannt. Bin mal gespannt, ob die Banken irgendwann anfangen nachzufragen. :/

  • Man kann nicht alles wissen und jeder hat so seine eigenen Interessen und Schwerpunkte. (Es schraubt ja auch nicht jeder an seinem Auto herum.)

    :thumbup:

    Vielleicht hast Du jemanden in der Familie oder einen guten Freund bzw. Bekannten, der Dir die Arbeitsweise von Pi-Hole erklären und Dir dann ggf. mit der Einrichtung helfen kann

    Vielen Dank für den sachlichen, guten und hilfreichen Hinweis. Von einem ehemaligen (technik-affinen) Mitarbeiter und später Freund hatte ich mir damals so Sachen wie PC und Laptop "einrichten" lassen. Sicherlich also ein denkbarer und daher weiter vertiefbarer Ansatz, den ich aber schon vor geraumer Zeit verworfen hatte.

    Zu einem bin ich auch so ganz gut durch mein Berufs- und Finanzleben gekommen. Seit vielen Jahren habe selbst ich einige Handys (Einfach- bzw. Seniorenhandys wie Nokia 100, Swisstone usw.; nach Bereichen aufgeteilt wie Privat, Business, Sport, Finanzen, damit ich Nachrichten leichter zuordnen kann). Außerdem auch ein Smartphone - was aber nur dem Telefonieren dient (Internet ist abgeschaltet; sowie die Handys generell immer aus sind; man kann aber auf den Anrufbeantworter sprechen).

    Für meinen Teil empfinde ich es als großes Privileg, daß man mich unterwegs nicht jederzeit per Telefon, Mail etc. erreichen kann. Und somit auch keine Fragen kommen wie "Haben Sie meine Mail schon gelesen ?"

    Aber da ist wohl jeder Jeck anders. In meinem Alter sehe ich keinen Bedarf mehr mich noch umzustellen. Zumal es auch so prima lief und immer alles in meinem Sinne umsetzbar war. Selbst meine privaten Finanzen betreffend. PC und Laptop hatte ich damals nur angeschafft, weil mich meine Sekretärin sehr darum gebeten hatte und auch einige der Maklerfirmen. Im Bereich Vermietung gibt es einen Trend zu immer mehr Unterlagen (so wie beim Banking leider auch, egal ob nun Aktiv- oder Passivgeschäft) bei gleichzeitig der Tendenz zu "papierlos" hin. Ob das wirklich von Vorteil ist, da maße ich mir kein Urteil an.

    In der Retrospektive frage ich mich ohnehin, wie das Ganze bei meinem Start (70er) damals alles möglich war ganz ohne Handys, Smartphones, PCs, Laptops, ohne Internet, ohne irgendwelche Erklär-Videos etc. pp. Einfach nur mit Büchern, guten Gesprächen und eigenen Gedanken.

    Vielleicht war das ja sogar einer der entscheidenden Vorteile (wenn nicht der entscheidene) in meinem Fall ?

    Den Eindruck könnte man zumindest gewinnen. Es gibt zwar immer mehr Finanzliteratur, Finanz-Videos, Finfluencer usw. - aber weder im Finanzwissen, der daraus resultierenden Haltung noch in den Finanzanlagen der Deutschen bildet sich dies (auch nur annähernd) kongruent ab. Wie sonst würde man sich verhalten, wie man sich verhält ? Und wie sonst würde man so anlegen, wie man hierzulande anlegt ? Dazu hatte ich in dem Strang hier was geschrieben (Nr. 32), was aber (aus meiner Sicht erwartungsgemäß) ohne Antwort blieb. Oder ich habe diese Antwort übersehen. Die Wirklichkeit betrachtend halte ich daher - wie gesagt unter Realitätsbezug - die Einschätzung von K. Fee für wenig bis nicht überzeugend.

  • Hallo McProfit, Deinen Beitrag (Nr. 109; sowie auch Nr. 116) habe ich, wie immer bei Deinen Beiträgen, mit Interesse gelesen. Sowie Dein Beispiel mit der Gastronomie.

    Um auf den Aspekt mit der Assoziation "Schwarzgeld", "Steuerhinterziehung" usw. einzugehen.

    Ganz generell ist es aus meiner Sicht originäre Aufgabe des Staates für die Durchsetzung der staatlichen Gesetze und Regelungen zu sorgen. Ob nun im Bereich des Straßenverkehrs (wie StVO), der inneren Sicherheit (wie StGB) oder des Steuerrechts. Wenn der Staat mit einem gewissen Klientel nicht zurecht kommt bzw. dieses nicht in den Griff bekommt (obwohl es seine originäre Aufgabe wäre), dann kann es zu sehr seltsamen Entwicklungen führen. In meiner Geburtsstadt (eine Landeshauptstadt) beispielsweise nahmen Übergriffe mit Waffen (insbesondere Messern) derart zu sprich so überhand, daß man in der Innenstadt (!) eine Waffenverbotszone (!) errichtet hat (wohlgemerkt in Friedenszeiten - nicht in Bürgerkriegs- oder Kriegszeiten). Davon ist nun jeder auch gesetztestreue Bürger betroffen für den beispielsweise ein Messer ein schlichtes Werkzeug im Alltag darstellt - und eben keine Waffe mit der er auf andere losgeht.

    Ähnlich kommt es mir beim Bargeld vor. Für meinen Teil bin ich der erste, der für eine ordentliche Eintreibung der Steuern eintritt (dazu reicht schon ein Blick auf meine exorbitanten Steuerzahlungen - noch dazu stets in Steuerklasse 1). Zudem hat der Staat diverse bis nahezu alle Möglichkeiten (Grundbuchämter, automatische Mitteilungen der Banken, Kontenabfragen, KfZ-Zulassungsstellen, Steuerfahndung mit weitreichenden Rechten usw.), um da den Ein- und Durchgriff sicherzustellen und auch zu vollziehen. Ein staatliches Defizit oder gar Versagen (in dem Bereich) kann doch unmöglich die Legitimation sein, das Bargeld aus diesem Grund immer weiter einzuschränken, zu beschränken und/oder Bargeldzahlungen ganz zu verbieten ?! Und zwar für alle Bürger !

    Dazu kommt in dem Bereich, daß nicht selten mit Übertreibungen gearbeitet wird siehe hier

    Wann ist eigentlich der Koffer mit Bargeld in Verruf geraten?

    oder man das ganze Bargeldthema generell via Generalverdacht (durchaus ganzer Branchen) in Richtung "dunkle Geschäfte", "nicht den Gesetzen konformes Verhalten", "Kriminalität" etc. pp. assoziiert oder sogar versucht gezielt in diese Richtung zu schieben.

    Das ist mir nicht nur bei dem Thema Bargeld aufgefallen. Ohne auf die diversen validen Argumente einzugehen beispielsweise häufig mit dem Tenor: "Wohl Steuerhinterzieher", "wohl kriminelle Absichten", "wohl was zu verbergen" usw.

    Nur am Rande: Die meisten kennen nicht mal den rechtlichen Unterschied zwischen Bargeld (als ausfallsicheres Zentralbankgeld) und Buch- bzw. Giralgeld auf dem Konto (de jure ein Kredit an die Bank mit lediglich schuldrechtlichem Anspruch auf Rückzahlung).

    War so ähnlich bei der damaligen sachlichen Kritik zum EU-Vertrag von Maastricht (Einheitswährung). Oftmals ohne auf eines der validen Argumente einzugehen mit dem Tenor: "Aha, Europa-Feind", "EU-Gegner", "DM-Fetischist", "wohl Nationalist" usw.

    Ein von bestimmten Gruppen jedenfalls längst praktiziertes Procedere auch bei anderen Themen (außerhalb des Finanzbereichs). Wer etwa wagte ab 2015 den deutschen Umgang mit der Flüchtlings- und Migrationskrise in Bezug auf bestimmte Regelungen (Schengener-Abkommen, Dublin-Verfahren, GG, Asylverfahrensrecht, sachgesetzliche Kapazitätsgrenzen etc.) zu kritisieren - bekam nicht selten den Tenor zu hören: "Fremdenfeind", "Rassist", "Nazi" usw.

    Kann man natürlich so machen. Hat aber ebenso natürlich Auswirkungen auf jeden Art der Diskussionen. Inwieweit das dann noch zielführend im Sinne konsensualer und vernünftiger Lösungen ist, erscheint mir mehr als fraglich. Der Polarisierung unserer Gesellschaft und auch Fragmentierung unseres Parteiensystems dürfte es jedenfalls weiter Vorschub leisten.

    Aus meiner Sicht ist es bestenfalls hoch naiv - gerade im Kontext mit der permanenten sukzessive verlaufenden Einschränkung und damit im Ergebnis mit der kontinuierlichen Zurückdrängung des Bargeldes - die dadurch (fast grenzenlose) potenzielle Erweiterung der Macht des Staates, der staatlichen Notenbank aber auch der von Banken sowie Unternehmen komplett zu ignorieren oder gar zu negieren.

    Nur meine bescheidene persönliche Meinung.

  • Ich gehöre nicht zu den Leuten die froh sind, das lästige Bargeld loszuwerden, monstermania . Abgesehen vom Kupfergeld, das braucht nun wirklich kein Mensch und es ist auch sehr teuer in der Produktion.

    Am Bargeld schätze ich besonders, dass ich anonym zahlen kann - eine weitaus datenschutzfreundlichere Alternative als Kreditkarten. Dass man Häuser und Luxuskarossen nicht mit Koffern voller Bargeld zahlen soll, darüber sind wir uns glaube ich einig.

    Was kleine Döner - und Imbissbuden angeht halte ich es für vorstellbar, dass die oft inhabergeführten Buden nicht bereit sind, die Kosten für Kartenlesegeräte und die Umsatzgebühren für die Kartenzahlungen zu tragen. Wenn ich am Marktplatz zum Dönerimbiss gehe frage ich mich ohnehin schon immer, wie man mit so einem Teil, das für 6,50 € über den Tresen geht, viel Gewinn erwirtschaften kann.

    Kassensysteme in Deutschland müssen seit 2020 mit einer technischen Sicherungseinrichtung (TSE-Modul) ausgestattet sein. Damit dürften Manipulationen an den Systemen in der Zukunft mit hohem Aufwand verbunden sein.

    Die von Dir beschriebenen Kassenmanipulationen (nachträgliches Ausbuchen von bereits gebuchten Umsätzen) wurden im großen Stil vor Einführung der TSE-Module gemacht. 2019 wurde bei einer Razzia in ganz Schleswig-Holstein das Gastrokassensystem „Multiway“ hochgenommen, das aufgrund kreativer Programmierung von 2 seit 2018 einsitzenden Chinesen zuvor dazu in die Lage versetzt worden war. Der Schaden für die Finanzbehörden lag in diesem Fall bei geschätzten 6 Mio. €.