Anteil sicher/unsicher

  • Was bedeutet dieser Satz? Ich verstehe das Wort "Proxy" nicht.

    Für mich ist ein Proxy ein IT-Fachwort, nämlich ein Zwischenserver. Das paßt hier aber nicht.

    „Proxy“ kommt vom Lateinischen procuratio = „Vertretung, für etwas sorgen“. Im Englischen hat sich daraus „proxy“ entwickelt, zunächst im Sinne von „Stellvertreter:in“. Heute wird es auch übertragen genutzt: als Ersatzgröße, Näherungswert oder Faustregel.

  • „Proxy“ kommt vom Lateinischen procuratio = „Vertretung, für etwas sorgen“. Im Englischen hat sich daraus „proxy“ entwickelt, zunächst im Sinne von „Stellvertreter:in“. Heute wird es auch übertragen genutzt: als Ersatzgröße, Näherungswert oder Faustregel.

    Vermutlich eine Analogbildung zu approximately.

  • „Proxy“ kommt vom Lateinischen procuratio = „Vertretung, für etwas sorgen“. Im Englischen hat sich daraus „proxy“ entwickelt, zunächst im Sinne von „Stellvertreter:in“. Heute wird es auch übertragen genutzt: als Ersatzgröße, Näherungswert oder Faustregel.

    so ähnlich
    proximus = der Nächste im Sinne von Approximation oder Näherung

    In jedem beruflichen Umfeld gibt es unterschiedliche Bedeutungen. So ist das Leben und Abkürzungen liegen in der Natur des Menschen.

  • In jedem beruflichen Umfeld gibt es unterschiedliche Bedeutungen. So ist das Leben und Abkürzungen liegen in der Natur des Menschen.

    Wenn man verständlich bleiben will, läßt man Abk. und Jargonwörter besser weg. Wenn das sinntragende Wort eines Satzes so eins ist, ist der ganze Satz unverständlich.

  • Was mir auch nicht ganz klar Ist: Wie kann ich den Wert für die gesetzliche Rentenversicherung in meinem Portfolio beziffern?

    Bei Tagesgeld, Festgeld kann ich sagen ich habe x Euro im Depot.

    Beim unsicheren Anteil kann ich ebenfalls den ETF Wert im Depot beziffern. Bei dem Wert für die Rente tue ich mich schwer.

    Bei einem evtl. Rebalancing kann ich meine "Anteile" der GRV nicht in ETFs umwandeln.

    Bis jetzt habe ich die gesetzliche Rentenversicherung in meinem Portfolio nicht berücksichtigt.

    Habe ich da einen Gedankenfehler?

  • Was mir auch nicht ganz klar Ist: Wie kann ich den Wert für die gesetzliche Rentenversicherung in meinem Portfolio beziffern?

    Da häng ich mich gleich dran: ich kapiere nicht einmal, warum ich das überhaupt tun sollte. Mir reicht es, wenn ich meine Rentenlücke pi mal Daumen überschlagen kann, um zu wissen, wie viel ich in "sicheren" Anlagen brauche, um fünf Jahre lausigen Aktienmarkt überbrücken zu können. Oder mach ich jetzt 'nen Denkfehler?

  • Da häng ich mich gleich dran: ich kapiere nicht einmal, warum ich das überhaupt tun sollte. Mir reicht es, wenn ich meine Rentenlücke pi mal Daumen überschlagen kann, um zu wissen, wie viel ich in "sicheren" Anlagen brauche, um fünf Jahre lausigen Aktienmarkt überbrücken zu können. Oder mach ich jetzt 'nen Denkfehler?

    Nein, kein Denkfehler. Man kann natürlich den Barwert seiner Ansprüche an die GRV berechnen, sich an der Zahl erfreuen und sich reicher fühlen. Einen Mehrwert generiert man dadurch nicht.

    Solche Berechnungen sind allenfalls dann sinnvoll, wenn es darum geht, Ansprüche im Wege einer Einmalzahlung oder Varianten davon abzufinden. Soweit ich weiß, ist das allerdings bei der GRV nicht möglich. Allerdings gibt es bei größeren Unternehmen für Mitarbeiter in den höheren Gehaltsklassen häufig großzügige Versorgungszusagen, die dann in Form monatlicher Rentenzahlungen fällig werden und betragsmäßig die GRV-Rente durchaus übersteigen können. Im Zuge der Niedrigzinspolitik wurde dies vielen Unternehmen zu teuer, und man machte Abfindungsangebote an die betroffenen Mitarbeiter. Dabei wurden, abhängig von der Beschäftigungsdauer, Summen im hohen sechsstelligen Bereich genannt. In diesen Fällen materialisiert sich der Barwert der erworbenen Ansprüche tatsächlich auf dem Konto.

    Bei der gesetzlichen Rente ist in der Tat nur die zu erwartende Höhe relevant, damit man abschätzen kann, ob und wie viel man noch zusätzlich benötigt, um seinen Lebensstandard halten zu können.

  • Da häng ich mich gleich dran: ich kapiere nicht einmal, warum ich das überhaupt tun sollte. Mir reicht es, wenn ich meine Rentenlücke pi mal Daumen überschlagen kann, um zu wissen, wie viel ich in "sicheren" Anlagen brauche, um fünf Jahre lausigen Aktienmarkt überbrücken zu können. Oder mach ich jetzt 'nen Denkfehler?

    Nein, das reicht aus, wenn das dein Ziel ist. Hier wollen einige wissen, was sie insgesamt wert sind. Das ist im Prinzip auch nachvollziehbar, genau wie der häufige Hinweis, die Arbeitskraft bzw. das Humankapital sei das allerwichtigste Asset, aber wenn man einfach nur wissen will, wo man steht, ist die Rentenlücke ein guter Hinweis.

  • Der Nutzen davon ist begrenzt. Ich habe immer versucht die Renteninformation zu verstehen im Sinne von "welche Rente" würde ich bekommen, wenn ich keine weiteren Beiträge abführe. Also nicht die phantastischen Werte, wenn man noch viele Jahre einzahlt und womöglich noch irgendwelche Inflationsausgleiche.

  • Da häng ich mich gleich dran: ich kapiere nicht einmal, warum ich das überhaupt tun sollte. Mir reicht es, wenn ich meine Rentenlücke pi mal Daumen überschlagen kann, um zu wissen, wie viel ich in "sicheren" Anlagen brauche, um fünf Jahre lausigen Aktienmarkt überbrücken zu können. Oder mach ich jetzt 'nen Denkfehler?

    Mir erschließt es sich auch nicht, warum ich einen fiktiven Barwert ausrechnen sollte, der in der Realität nie zu erlösen wäre.

    Ich nehme den aktuellen Stand meines Rentebanspruchs und rechne damit konversativ weiter. Aus dem errechneten künftigen Bedarf (Prognose) und den einzelnen Ansprüchen ergibt sich ein Deckungsgrad. In Abhängigkeit von diesem werde ich aktiv.

  • Mir erschließt es sich auch nicht, warum ich einen fiktiven Barwert ausrechnen sollte, der in der Realität nie zu erlösen wäre.

    Um die einzelnen Positionen ins Verhältnis zu setzen. Monstermania hat das die Tage schön illustriert. Im wahren Leben hat man eben nicht nur sein Depot und ein Tagesgeld und vielleicht noch ein Eigenheim. Man hat auch zwei nicht so offensichtliche Positionen: das potentielle Arbeitseinkommen und die GRV. Zumindest letzteres gehört aber definitiv in eine Vermögensaufstellung mit rein, damit man beurteilen kann, welcher Teil des Vermögens welchen Risiken ausgesetzt ist. Macht man das, werden die allermeisten feststellen, dass sie faktisch viel zu risikoavers unterwegs sind.

    Wenn man sich damit unwohl fühlt, Barwerte zu berechnen, kann man natürlich das Thema auch über Cash Flows aufziehen. 1500€ Rente, 500€ aus dem Depot bei 3,5% Entnahme,...

  • Um die einzelnen Positionen ins Verhältnis zu setzen. Monstermania hat das die Tage schön illustriert. Im wahren Leben hat man eben nicht nur sein Depot und ein Tagesgeld und vielleicht noch ein Eigenheim. Man hat auch zwei nicht so offensichtliche Positionen: das potentielle Arbeitseinkommen und die GRV. Zumindest letzteres gehört aber definitiv in eine Vermögensaufstellung mit rein, damit man beurteilen kann, welcher Teil des Vermögens welchen Risiken ausgesetzt ist. Macht man das, werden die allermeisten feststellen, dass sie faktisch viel zu risikoavers unterwegs sind.

    Wenn man sich damit unwohl fühlt, Barwerte zu berechnen, kann man natürlich das Thema auch über Cash Flows aufziehen. 1500€ Rente, 500€ aus dem Depot bei 3,5% Entnahme,...

    Es ist keine Frage des Unwohlfühlens, sondern des Realitätsbezuges.

    An das Geld in der Rentenversicherung komme ich nicht ran. Ich kann mir nur die von mir getragenen Beitragsanteile erstatten lassen, zumindest wenn ich meine deutsche Staatsangehörigkeit aufgebe und ins abkommenslose Ausland verziehe, nach zwei Jahren Wartezeit nach dem letzen Beitrag.

    Da ist der berühmte Scheinriese auf Lummerland von größerer praktischer Bedeutung als der Barwert meines Rentenanspruchs. (So kommt es mir zumindest vor.)

  • Letztendlich läuft es ja aufs Gleiche hinaus, egal ob man einen Wert oder den Cashflow berechnet. 100 000€ im Depot hört sich nach viel Geld an und ist es auch, aber letztendlich reden wir da von ~300€ pro Monat, die man als Cashflow generieren kann. Im Vergleich zur GRV ist das bei den allermeisten so fast gar nichts.

    Der Vergleich hinkt natürlich insofern, dass mit dem eigenen Tod der Wert der GRV auf Null sinkt. Während vom Depot in der Regel noch was übrig bleibt.


    Viel wichtiger als konkrete Zahlen finde ich aber den Mechanismus. Der Mensch wandelt im Laufe seines Lebens Humankapital in Anlagen und Rentenansprüche um. Zumindest den Teil, der nicht verkonsumiert wird. Und wenn man sich die Frage stellt, wie man sein Anlagevermögen aufteilen will, sollte man nicht den dominierenden Faktor GRV ignorieren.

  • An das Geld in der Rentenversicherung komme ich nicht ran.

    Natürlich kommst Du da ran. Halt nicht als Einmalzahlung, aber in Form einer monatlichen Zahlung. Und das ist definitiv nicht wertlos.

    Die meisten haben doch eher das umgekehrte Problem: Ich habe zu Rentenbeginn den Betrag x. Wieviel kann ich davon monatlich entnehmen, ohne dass der Betrag vor meinem Todestag verbraucht ist?

  • An das Geld in der Rentenversicherung komme ich nicht ran.

    Aber man bekommt Monat für Monat eine Rente daraus.

    Da ist der berühmte Scheinriese auf Lummerland von größerer praktischer Bedeutung als der Barwert meines Rentenanspruchs.

    Vergleiche ich eine kommerzielle Rentenversicherung (die ja einen bezifferbaren Kapitalwert hat) mit einer gesetzlichen Rente mit Ausschüttungen in gleicher Höhe, warum sollte ich dem Anspruch an die GRV nicht den gleichen Wert zuordnen? Streng genommen ist die GRV ist sogar noch besser als die kommerzielle Rentenversicherung, müßte also höher bewertet werden, weil erstere jedes Jahr Nachschlag bekommt, zweitere aber nicht.

  • Letztendlich läuft es ja aufs Gleiche hinaus, egal ob man einen Wert oder den Cashflow berechnet. 100.000€ im Depot hört sich nach viel Geld an ..., aber letztendlich reden wir da von ~300€ pro Monat, die man als Cashflow generieren kann. Im Vergleich zur GRV ist das bei den allermeisten so fast gar nichts.

    Der Vergleich hinkt natürlich insofern, dass mit dem eigenen Tod der Wert der GRV auf Null sinkt. Während vom Depot in der Regel noch was übrig bleibt.

    Wenn Du ein Depot mit der GRV vergleichst, stimmt das: Das Depot kann zu Ende gehen, die GRV nicht. Vom Depot bleibt bei frühem Tod was übrig, von der GRV beim Ledigen nichts, beim Verheirateten bekommt der verwitwete Ehepartner eine Hinterbliebenenrente.

    Der Vergleich hinkt also.

    Folgender Vergleich hinkt weniger: GRV und kommerzielle Rentenversicherung.

  • Es ist keine Frage des Unwohlfühlens, sondern des Realitätsbezuges.

    ...

    Da ist der berühmte Scheinriese auf Lummerland von größerer praktischer Bedeutung als der Barwert meines Rentenanspruchs. (So kommt es mir zumindest vor.)

    Grundsätzlich hast Du natürlich recht. Aber um sich mal die reine Relation des eigenen Vermögens zu visualisieren macht das m.E. schon Sinn.
    Ich war schon etwas überrascht wie gering mein Aktienanteil doch aktuell ist, wenn ich meine Ansprüche an die GRV und das pot. Sparpotential der nächsten 9 Jahre so betrachte.:/

    Wenn man sich damit unwohl fühlt, Barwerte zu berechnen, kann man natürlich das Thema auch über Cash Flows aufziehen. 1500€ Rente, 500€ aus dem Depot bei 3,5% Entnahme,...

    So habe ich es bisher auch betrachtet. Wenn man 1500€ netto aus der GRV bekommt, entspricht das einem Depotwert von rund 500K€.
    So oder so handelt es sich um nicht unerhebliche Beträge. Zumindest nicht für mich.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen