Marktcrash durch massenhafte Entnahme

  • Hallo Forum,

    Eine Frage wegen Unwissenheit und Verunsicherung.

    Ich habe Angst, dass in 30 Jahren der MSCI worlds am „ Boden“ liegt, weil ja, auch durch die Rentenreform, viele jetzt investieren und in 20-25 Jahren in Rente gehen. Dann werden ja viele Aktien auf den Markt geschwemmt und der Kurs könnte signifikant fallen und sich nur schwer wieder erholen.

    Wie ist da eure Meinung oder Gefühl?

  • In 30 Jahren wird es hoffentlich auch Menschen im Alter von ~30 Jahren geben, die in ihre Altersvorsorge investieren, so wie du es heute tust ;) – Die aktuellen Entwicklungen zeigen sogar, dass diese „Aktienkultur“ in Zukunft gerade bei jungen Menschen weiter zunehmen wird.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

  • Ich habe Angst

    Angst ist kein guter Ratgeber.

    Dann werden ja viele Aktien auf den Markt geschwemmt

    Meinst du das das wirklich viele Aktien sein werden im Vergleich zum gesamten Weltaktienhandel?

    der Kurs könnte signifikant fallen

    Es könnte aber auch das Gegenteil passieren.

    Wie ist da eure Meinung oder Gefühl?

    Alles kann passieren sogar das Gegenteil.

    Ich gehe davon aus das ich mit einer breitgestreuten Aktienanlage langfristig eine Rendite über der Inflation erhalte und somit meine Kaufkraft ins Alter "retten" kann.

    Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Das bisschen Kurs wackeln gehört zur Rendite dazu. Alles was sich biegt bricht nicht und ein Kuhschwanz wackelt auch und fällt nicht ab. Ich bin mir sicher das in 30ig Jahren die Kühe immer noch mit dem Schwanz wackeln.


    Also Ruhe bewahren und Investiert bleiben und das Tagesgeschehen bezüglich der Geldanlage ignorieren.

    Dir gute Finanzentscheidungen, ein munteres Investiert bleiben und langes, gesundes und zufriedenes Leben.

  • Das sind jetzt nur meine Vermutungen, aber der Anteil der Privatanleger ist im Vergleich zu den institutionellen Anlegern sehr gering. Dann kommt noch hinzu, dass deine Frage auf deutsche Anleger abzielt, somit schrumpft der Anteil nochmals gewaltig und es wird ja auch nicht alles auf einen Schlag entnommen.

    Das war meine Amateurmeinung, jetzt bitte die Profis mit ihren Erklärungen ;)

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Die Weltbevölkerung wächst, die Geldmenge wächst, die Unternehmen wachsen. Es gibt rasant technologische Weiterentwicklungen. Also nein, ich sehe da kein Problem :)

    In Deutschland hat man ein Problem, wenn man nicht in Aktien investiert weil man dann voll von der demografischen Entwicklung getroffen wird.

  • Das sind jetzt nur meine Vermutungen, aber der Anteil der Privatanleger ist im Vergleich zu den institutionellen Anlegern sehr gering.

    Der Anteil der Privatanleger an den institutionellen Anlegern könnte vielleicht ein Problem sein ;)


    Der Kurs des S&P 500 ist trotzdem noch nicht am Boden. Ich habe sogar gehört, das er kontinuierlich steig

    Gestern mit neuem ATH die 7.000 Punkte geknackt. Das kann man z.B. im Chart des MSCI World Ex USA auch ein bisschen sehen :S

  • viele jetzt investieren und in 20-25 Jahren in Rente gehen. Dann werden ja viele Aktien auf den Markt geschwemmt und der Kurs könnte signifikant fallen

    • Warum sollte jemand genau zum Renteneintritt alles verkaufen?
    • Was verstehst du unter "viel"?

    Wir machen mal ein Gedankenexperiment mit NVIDIA und dem MSCI-World:

    • NVIDIA hat ca. 23,3 Mrd. Aktien im FreeFloat (frei handelbar)
    • 1 NVIDIA Aktie = 170 €
    • 5% vom MSCI-World sind in NVIDIA investiert
    • In 5 Jahren gehen ca. 15 Millionen "Boomer" in Rente
    • Jeder Boomer hat 100.000 € im MSCI-World investiert und verkauft an genau dem gleichen Tag alles.

    => Jeder Boomer hat somit:

    • 5.000 € in NVIDIA = 29,4 Aktien

    => Alle zusammen: 441.000.000 (= 441 Mio.) NVIDIA Aktien

    => 441 Mio / 23,3 Mrd. = 1,9 % der Gesamtaktien (FreeFloat)


    Ich behaupte einfach mal ganz forsch: Den Weltmarkt interessiert es nicht die Bohne, ob wir das Miniaturaltersvorsorgedepot machen oder nicht. Die Beträge mit denen wir hier planen/hantieren sind Peanuts.

    Beim 401(k) Modell in den USA können die Arbeitgeber & Arbeitnehmer ca. 70.000 $ pro Jahr steuerfrei in das Depot einzahlen. Zusätzlich gibt es noch ein weiteres Modell, in das die Arbeitnehmer aus dem Netto (glaube ich) bis zu 7.000 $ jährlich einzahlen können (und im Depot keine Steuern auf Kursgewinne & Dividenden anfallen).

    Bei uns werden bis zu 1.800 € jährlich! staatlich gefördert. Die 1.800 € sind ca. 2,5 % von dem Volumen, was der Amerikaner jährlich in den Kapitalmarkt (staatlich gefördert!) pumpen kann.

    Ich will deine Illusion nicht zerstören, aber was Deutschland am Kapitalmarkt macht, interessiert niemanden. Wir sind dort nur ein kleines Strohfeuer irgendwo in der Ecke. Wir hätten so viel bessere Modelle wie Schweden, Norwegen, Niederlange oder USA machen können. Aber nein, es wurde Riester 2.0 gemacht, denn alles außer das Standarddepot hat keinen Kostendeckel. Die Finanzindustrie sabbert jetzt schon und wird mit tollen Werbevideos, Werbekampagnen die Filialbanken fluten. Schweden hat z.B. einen Kostendeckel von ich glaube 0,25%. USA einen von 0,1%. Wir 1,0%. Das ganze Altersvorsorge-Depot ist eher ein nettes Gimmick, am Ende verliert dennoch der Privatbürger, denn indirekt werden die ganzen Versicherer und Banken subventioniert.

    Jeder der sich heute auf die gesetzliche Rente oder auf unser Sozialsystem verlässt oder verlassen muss, der ist heute schon verlassen. Nur weiß man es noch nicht. So wie es aktuell läuft, wird es nicht mehr finanzierbar sein. Wir laufen ansonsten mit Karacho in den Staatsbankrott. Alleine in 2025 war die Quersubvention für die Rente rund 30% vom Bundeshaushalt, also eine Durchlaufposition. Irgendwann (was man nun sieht) ist kein Spielraum für Investitionen, die sich erst in X-Jahren tragen. Der Staat kann fast nur noch Dinge tun, die direkt einen Cashflow produzieren (Steuern erhöhen, Leistungen kürzen, Beiträge erhöhen, ...).

  • Dankeschön für eure Meinungen und euer Wissen, also kann ich ohne Sorgen für mich und meine Kinder problemlos in den MSCI investieren und für alle auf eine einträgliche Rente hoffen.

    Ob es MSCI World sein muss, lasse ich mal so stehen. In einen breitgestreuten, diversifizierten ETF mit geringen Kosten wird eine der besten Möglichkeiten für dich und deine Kinder sein.

    Mittlerweile gibt es verschiedene Indexanbieter (MSCI, FSTE, Solactive (= Prime Global)) und ETF-Anbieter (SPDR, Invesco, Vanguard, Amundi, Xtrackers, isahres, ...). Wie habe ich es neulich einem Bekannten erklärt: Du stehst vor dem Milchregal im Supermarkt und im Regal sind überall 3,5%-Fetthaltige Milch, nur verschiedene Anbieter.

    Ich habe es vorher etwas drastisch formuliert, da unsere Medienhäuser was das Thema Aktien angeht, ständig Panik und Angst schüren (verkauft sich besser). Wenn man über den Tellerrand Deutschland hinausblickt, sieht man, dass wir als Industrienation eine der wenigen sind, die keinerlei staatlich, solide geförderte Vermögensanlage am Kapitalmarkt haben. Demnach muss man sich auch nicht wundern, dass u.a. das Rentensystem nur so ächzt und kracht und auf einem absolut bodenlosen Niveau liegt.

  • Was in 30 Jahren sein wird, wissen wir alle nicht, ob der MSCI World in seiner jetzigen Art noch existiert? Auf jeden Fall wird er eine andere Zusammensetzung haben, egal wie es sich ändert, deutsche Rentner werden daran keinen Anteil haben.

  • Völlig abwegig ist der Gedanke nicht. Das Problem was entstehen könnte ist, dass bei weltweit schrumpfender Bevölkerung, sich vielleicht das Klimaproblem reduziert aber auch das Wachstum an den Börsen. Vielleicht noch nicht in 30 Jahren aber vielleicht in 60 und an der Börse wird immer die Zukunft gehandelt.

    Was die sehr übersichtlichen Vermögen der Deutschen in Aktien angeht, werden die in 20 Jahren noch keine große Rolle spielen in Bezug auf die Weltwirtschaft.

  • Hallo Forum,

    Eine Frage wegen Unwissenheit und Verunsicherung.

    Ich habe Angst, dass in 30 Jahren der MSCI worlds am „ Boden“ liegt, weil ja, auch durch die Rentenreform, viele jetzt investieren und in 20-25 Jahren in Rente gehen. Dann werden ja viele Aktien auf den Markt geschwemmt und der Kurs könnte signifikant fallen und sich nur schwer wieder erholen.

    Wie ist da eure Meinung oder Gefühl?

    Das Verhalten von privaten Kleinanlegern spielt auf dem weltweiten Aktienmarkt keine Rolle.

  • Mittlerweile gibt es verschiedene Indexanbieter (MSCI, FSTE, Solactive (= Prime Global)) und ETF-Anbieter (SPDR, Invesco, Vanguard, Amundi, Xtrackers, isahres, ...). Wie habe ich es neulich einem Bekannten erklärt: Du stehst vor dem Milchregal im Supermarkt und im Regal sind überall 3,5%-Fetthaltige Milch, nur verschiedene Anbieter.

    Nicht zu vergessen die Bio-Milch von den Kühen, die weniger pupsen ;)

  • Dankeschön für eure Meinungen und euer Wissen, also kann ich ohne Sorgen für mich und meine Kinder problemlos in den MSCI investieren und für alle auf eine einträgliche Rente hoffen.

    Du hast dich von wildfremden Menschen mit guten Argumenten innerhalb einer Stunde beruhigen lassen. Es empfiehlt sich allerdings sehr, dass du dich so weit mit der Problematik selbst weiterbeschäftigst, dass du aus dir heraus das Gefühl für den richtigen Weg und zukünftig souveräne Entscheidungen bekommst.

  • Anafiel Das Buch: "Finanzen ganz einfach" von finanztip wäre etwas für dich. Da wird vieles thematisiert, was für Familien wissenswert und wichtig ist.

    Der MSCI World enthält keine Schwellenländer, die aber immer wichtiger werden. Die sind in diesen ETF enthalten: FTSE All World oder ACWI, falls du mal nachlesen möchtest. Empfehlung auch von finanztip und anderen seriösen Ratgebern zu Finanzbildung.

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