Deutschland in 15 Jahren

  • Ich habe heute im Radio einen Bericht über Japan gehört: die Menschen dort können sich momentan viele Dinge des Alltags nicht mehr leisten, weil sie durch die Inflation sehr viel teurer geworden sind.

    Das hat mir zu denken gegeben. Wenn ich in 15 Jahren in Rente gehe, was mache ich dann, wenn der Euro nicht viel wert ist und die Inflation hoch ist?

    Wäre es dann nicht viel sinnvoller, wenn ich heute anfange In anderen Währungen zu investieren? Bzw. Ich habe mich gefragt, wie ist es eigentlich mit meinem ETF. Schützt, der mich vor der Inflation?

    Und ganz allgemein formuliert: was muss ich machen, damit mir nicht das gleiche passiert, wie momentan den Japanern?

  • Viele gute Fragen auf die ich auch keine richtigen Antworten habe. Es ist schwer zu sagen, wie es in 15 Jahren aussieht. Bis dahin kann und wird noch einiges passieren.

    Woher weiß man, welche Währung in 15 Jahren am besten dasteht?

    Der ETF schützt insofern vor Inflation, dass man auf lange Sicht eine durchschnittliche Rendite von grob 6% p. a. generiert. Liegt das Geld nur auf dem Konto, schrumpft es mit der Zeit bzw. die Kaufkraft sinkt.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Schau mal was in den letzten 15 Jahren so alles in der Welt passiert ist. Es war eine ganze Menge. Es waren alles Dinge, die unser Leben mehr oder weniger stark beeinflusst haben.

    1. Die Eurokrise / Staatsschuldenkrise (ca. 2010–2015)
    2. Niedrigzinsphase der Zentralbanken
    3. COVID-19-Pandemie (2020–2022)
    4. Lieferkettenkrise
    5. Russland-Ukraine-Krieg ab 2022
    6. Inflationswelle 2021–2024
    7. Starke Zinserhöhungen ab 2022
    8. Energiekrise 2021–2023
    9. Technologischer Wandel und KI-Boom
    10. Geopolitische Konflikte und Handelskonflikte (Russland/Ukraine, Iran, naher Osten, Afrika, Trump, Trump Trump und Trump.

      Das war jetzt nur so eine Auswahl an Sachen die in den letzten 15 Jahren passiert sind, die sich irgendwie finanziell bei uns bemerkbar gemacht haben. Wirklich dagegen absichern kann man sich wohl kaum, da man nie wissen kann welche Krise denn als nächstes ansteht. Wer sagt, dass das Geld, das man in Land XY gebunkert hat, in 10 Jahre noch dort sicher ist? Wer weiß ob die Wechselkurse in 10 Jahre sich dramatisch verändern? .... Man weiß es schlichtweg nicht.

  • Gegen die Inflation helfen (langfristig) Sachwerte, zB Aktien.

    Somit sind ETFs eine gute Wahl.

    Ich überlege gerade auch ob ich einen Teil meines Risikoarmen Anteils (10% davon) über Währungen hinweg diversifizieren soll. Noch habe ich das nicht getan. Der Aktien Teil ist ja bereits weltweit gestreut.

  • Ich überlege gerade auch ob ich einen Teil meines Risikoarmen Anteils (10% davon) über Währungen hinweg diversifizieren soll. Noch habe ich das nicht getan. Der Aktien Teil ist ja bereits weltweit gestreut.

    Du kannst das mit einem interessanten Kniff machen.
    Du ersetzt einen Teil des risikoarmen Teils gezielt durch einen ETF auf Schweizer Aktien. Du hast dann einen Anteil eben elegant im Schweizer Franken angelegt.

  • Interessant. Das würde die Komplexität der Quellen Steuer in der Schweiz reduzieren.

    Allerdings hab ich dann eine Übergewichtung/ Dopplung mit meinen welt ETFs. Ich will ja risiko raus nehmen und nicht erhöhen...

    Bisher hatte ich daher an GMFs in Fremdwährung oder Nicht-DE bzw -EU Staatsanleihen gedacht.

  • Es geht/ging mir darum, dass ich ja im Euroraum durch meine Rente investiert. Ich würde halt gerne in anderen Regionen investiert sein. Über meinen weltweiten ETF bin ich das ja auch. Aber auf welcher Währungsbasis läuft mein SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF auf Dollar Basis ( innerhalb des Fonds sind verschiedene Währungen gemischt, also gestreut. Das ist natürlich gut) . Aber was, wenn ich ihn mir in 15 Jahren auszahlen lassen will und der Dollar dann gerade sehr schwach ist. Hm. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich dann mit meinem ETF sehr gut aufgestellt sein werde. Aber die Gewissheit bzw. Die Fakten fehlen mir dazu noch. Schade, dass Irving nicht mehr hier ist.

  • Das CH Finanzamt überweist gebühren frei auf deutsche IBANs.

    Ja. Aber halt in CHF und die Bank in Deutschland nimmt dann Gebühren. Irgendwo wurde hier im Forum berichtet, dass z.B. die ING zwar den Voucher kostenlos ausstellt, aber für den Zahlungseingang 25 € nimmt.

    Da wären wohl Revolut oder Yuh eine Alternative.

  • Es geht/ging mir darum, dass ich ja im Euroraum durch meine Rente investiert. Ich würde halt gerne in anderen Regionen investiert sein. Über meinen weltweiten ETF bin ich das ja auch.

    Du sagst es! Wo liegt Dein Problem?

    ... Aber auf welcher Währungsbasis läuft mein SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF auf Dollar Basis ( innerhalb des Fonds sind verschiedene Währungen gemischt, also gestreut. Das ist natürlich gut) . ...

    Was meinst Du mit "ETF auf Dollarbasis"? Die Berichtswährung, in der ein Fonds notiert, ist völlig ohne Bedeutung. Entscheidend ist der Inhalt. Und da gibt es momentan eben ein starkes Gewicht auf US-Dollar.

    ...Aber was, wenn ich ihn mir in 15 Jahren auszahlen lassen will und der Dollar dann gerade sehr schwach ist. Hm. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich dann mit meinem ETF sehr gut aufgestellt sein werde. Aber die Gewissheit bzw. Die Fakten fehlen mir dazu noch. Schade, dass Irving nicht mehr hier ist.

    Bevor Du @Irving herbei zitierst, denke doch mal 5 Minuten selbst nach. Du kannst doch schauen, wie sich das Währungspaar US-Dollar/Euro in der Vergangenheit entwickelt hat und wie sich zeitgleich Dein ETF entwickelt hat.

    In den letzten 4 Jahren ist z.B. der US-Dollar schwächer geworden. Was ist mit Deinem ETF passiert?

    Und nein, das sagt für die Zukunft natürlich nichts aus. Man weiß es schlicht nicht, weil die Wirkungsmechanismen unüberschaubar sind. Zwar notieren viele Firmen in US-Dollar und haben in den USA ihren Sitz, aber ihre Geschäft machen sie in allen erdenklichen Währungen dieser Welt mit den entsprechenden Risiken.

    ...

    Das hat mir zu denken gegeben. Wenn ich in 15 Jahren in Rente gehe, was mache ich dann, wenn der Euro nicht viel wert ist und die Inflation hoch ist?

    "Der Euro nicht mehr viel wert" gegenüber was? Und was interessiert es Dich?

    Warum interessiert Dich nur Inflation, eine eventuelle Deflation aber nicht? Letzteres kann auch eintreten und ist viel schlimmer.

    Vor Inflation schützen langfristig Sachwerte. Aktien sind solche Sachwerte. Sie werden mit der Inflation teurer wie die Kugel Eis. Es geht aber auch anders herum: Bei der Deflation werden sie natürlich entsprechend weniger wert.

    Bei einer Deflation bist Du mit diesen bunt bedruckten Zetteln, die der Staat ausgibt, der König, bzw. mit Schulden von möglichst guten und zahlungsfähigen Schuldnern.

    Aber Deflation interessiert ja niemanden, denn man hat ja im Radio etwas über Japan gehört.

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