Wird wirklich alles immer schlechter mit der Zeit?

KI-Zusammenfassung

: Bleiben Konditionen von Diensten und Anbietern langfristig verlässlich, wenn Beispiele wie DYN, Bank-Norwegian-Reiseversicherung und DKB unterschiedliche Erfahrungen zeigen?

Bleiben Konditionen von Diensten und Anbietern langfristig verlässlich, wenn Beispiele wie DYN, Bank-Norwegian-Reiseversicherung und DKB unterschiedliche Erfahrungen zeigen?

  • Mehrere Beiträge erklären schlechtere Konditionen mit Gewinnoptimierung, Inflation, Digitalisierung und auf Kunden verlagerter Arbeit.
  • Andere Stimmen verweisen auf gegenläufige Beispiele bei Neobrokern, Mobilfunk, Konten und Internetanschlüssen und sehen keine klare allgemeine Verschlechterung.
  • Ein sehr reißerischer Titel, ich weiß. Gerade in letzter Zeit ist mir aber vermehrt aufgefallen, dass Dienste und Anbieter ihre Konditionen im Laufe der Zeit tendenziell immer verschlechtern.

    Ich schaue gerne Handball. Über DYN konnte man zu Beginn für 12,50€/Monat (Jahresabo) Handball schauen und hatte sogar weitere Sportarten mit dabei. Ende Juli präsentierte DYN das "beste Handball-Angebot aller Zeiten", man bezahlt ab sofort 19,50€/Monat (Jahresabo), kann dann aber nur noch Handball schauen. Also deutlich mehr Geld für weniger Leistung.

    Heute trudelt die E-Mail von Bank Norwegian in meinen Posteingang, dass sich ab Oktober die Konditionen für die Versicherung ändern. Beispielsweise muss man nun mindestens 75% der Reise mit der Kreditkarte bezahlen statt wie bisher 50%. Als ich die Karte vor ca. einem Jahr beantragt hatte, wurden zu diesem Zeitpunkt oder kurz davor die Konditionen schon mal verschlechtert (soweit ich mich richtig erinnere).

    Mit meiner "Hausbank" DKB bin ich, seit ich dort Kunde bin (2020), sehr zufrieden. Man liest allerdings von alteingesessenen DKB-Kunden immer wieder, dass sich die Bank massiv verschlechtert hat im Vergleich zu früher. Kann ich persönlich aktuell nicht nachvollziehen, aber diese Meinungen kursieren.

    Deshalb würde mich eure Meinung mal interessieren: Ist es die Regel, dass man so gut wie immer damit rechnen muss, dass sich Anbieter in der Regel verschlechtern im Laufe der Zeit? Oder habt ihr auch gegenteilige Erfahrungen gemacht?

    Fairerweise muss man auch sagen (damit der Thread nicht zu negativ wird ;)), dass sich manche Sachen auch deutlich verbessert haben. Vor einigen Jahren konnte man von den Konditionen der heutigen Neobroker nur träumen. Oder Mobilfunkverträge sind auch deutlich günstiger geworden. Oft liegt das gefühlt aber auch an den äußeren Umständen. Früher gab es einfach keine Smartphones, also dementsprechend auch keine Neobroker.

    Ich wollte mir meinen Frust etwas von der Seele schreiben. Ich kann einfach nichts mehr abschließen mit dem Gefühl, dass ich diese Bedingungen langfristig (zumindest 5 Jahre beispielsweise) haben werde. Oft gibt es schon innerhalb des ersten Jahres entweder eine Preiserhöhung oder eine Verschlechterung des Angebots. Manchmal sogar beides.

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Enshittification ist ein ganz reales Problem. Aber...der Mensch springt viel mehr auf schlechte Nachrichten an als auf gute Nachrichten. Der Neobroker wird nach kurzer Zeit als gegeben angesehen, über den einen Euro Preiserhöhung beim Streaming wird noch lange lamentiert. Und man muss an der Stelle auch sehen, dass viele Angebote heute zu unrentablen Konditionen in den Markt gedrückt werden, um Marktanteile zu erobern. Verdient wird später, wenn man ein etablierter Anbieter ist.


    PS:

    wer sich das Thema "alles wird schlechter" im großen Stil anschauen will: Factfulness von Hans Rosling

  • Deshalb würde mich eure Meinung mal interessieren: Ist es die Regel, dass man so gut wie immer damit rechnen muss, dass sich Anbieter in der Regel verschlechtern im Laufe der Zeit? Oder habt ihr auch gegenteilige Erfahrungen gemacht?

    Im Bereich der (Neo)-Broker hat sich was zum Guten getan, finde ich. Der Preiskampf ist natürlich noch nicht so alt, aber günstig anlegen geht heute sehr einfach.

  • Nur ein Beispiel: Handy-Tarife. Man bekommt immer mehr für sein Geld. Mehrere Gigabyte Daten für z.B. 10€/Monat, dazu noch Telefon und SMS Flat, das war vor wenigen Jahren noch ein feuchter Traum. EU-weites Roaming mit den Vertragskonditionen, also ohne jeglichen Aufpreis … undenkbar!

    Nein, es wird sicherlich nicht alles schlechter! Der Inflationswarenkorb wird zwar immer teurer, aber wenn der Lohn stärker steigt, ist das ja kein Problem!

    Es könnte aber weitaus besser sein, als es ist, dahingehend stimme ich zu. Wenn die Löhne beispielsweise weiterhin mit der Produktivität mitgewachsen wären, wäre das schon einmal ein Anfang. Dann würden wir die Inflation locker schlagen, also der Warenkorb immer günstiger werden und dank Innovation ist das, was sich in dem Warenkorb befindet, sogar besser im Sinne von technologisch fortgeschrittener, ökologisch nachhaltiger produziert, langlebiger, …

  • Viele heutige Produkte lassen sich aber auch nur schlecht mit Vorgängermodellen vergleichen. Beispiel das liebe Auto. Durchscnittlich braucht ein Auto heute ca. 30 % mehr Energie. Wer sich erinnert, weiß daß früher mal das 3 Liter-Auto propagiert wurde. Heute wäre das unmöglich. Hintergrund ist nicht eine schlechtere Technik, sondern immer mehr zusätzliche Technik im Auto, bis hin zur Unterhaltungselektronik im Auto. Also wer ein Auto nur als Fortbewegungsmittel sieht, erhält eine Leistungsverschlechterung, unabhängig von der Inflation. Wer aber ein Auto als mehr sieht, erhält eine Leistungsverbesserung. Erweitert man den Betrachtungszeitraum, landet man bei der Frage was war oder ist besser die Kutsche oder das Auto.

  • Das betrifft dann doch mehrere Sachen, nie war Reisen und/oder Flüge so günstig (Iran Krise mal außen vor) wie in der heutigen Zeit. Unterhaltungselektronik wie TVs, PCs und Handys ebenso.

    Es ist fast wie im richtigen Leben, deswegen heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

  • Mit meiner "Hausbank" DKB bin ich, seit ich dort Kunde bin (2020), sehr zufrieden. Man liest allerdings von alteingesessenen DKB-Kunden immer wieder, dass sich die Bank massiv verschlechtert hat im Vergleich zu früher. Kann ich persönlich aktuell nicht nachvollziehen, aber diese Meinungen kursieren.

    Meinungen ... Ich bin schon 'ewig' bei der DKB und zufrieden. Einzig der Übergang zur neuen App war zeitweise ärgerlich, da man sich als Beta-Tester vorkommen durfte. Ich orientiere mich an meinen Erfahrungen und ernsthaften Hinweisen anderer. Aber von der Grundstimmung Larmoyanz und Klagen mancher muss man sich ja nicht anstecken lassen.

  • Warum gefühlt alles schlechter wird? Der wahre Grund liegt in der vielgepriesenen Digitalisierung, die angeblich alles besser, schneller und billiger machen soll.

    Warum ist das so? Früher wurde praktisch jede Dienstleistung durch teure Mitarbeiter ausgeführt. Ob nun beim Einkauf, bei der Bank oder Versicherung. Irgendwann kam man auf die Idee, man könne ja durch den Einsatz von IT einige dieser teuren Mitarbeiter einsparen. Das führte dann dazu, dass man z.B. manche Unternehmen nur noch per C*ll Center erreichen konnte, in denen sehr günstige Mitarbeiter arbeiteten, deren geringere Qualifikation man durch IT-gestützte Prozesse hoffte kompensieren zu können.

    Einen großen Sprung gab es, als PCs weit verbreitet waren und diese permanent mit dem Internet verbunden waren. Ab da konnte man nämlich einen Teil der Arbeit aus dem Unternehmen auf den Kunden auslagern, was die Personalkosten drastisch reduzierte, denn der Kunde arbeitet umsonst. Der Pferdefuß an dieser Sache ist allerdings, dass softwaregestützte Prozesse einen genauen Ablauf verlangen. Das erklärt, warum bei Online-Shops, Online-Banken, Online-Versicherungen, Online-Zahlungsdienstleister usw. Standardprozesse sehr gut funktionieren. Treten dabei aber Situationen auf, die außerhalb des Standards liegen, öffnet sich das Tor zur Service-Hölle. Diesen Teil bekommt man leider prozesstechnisch nicht wegoptimiert.

    Daher versucht man, den Kunden bei solchen Anliegen bewusst fernzuhalten. Da wird dann das Kontaktformular auf der Webseite gut versteckt oder bei Anrufen steckt man den Kunden in eine Warteschleife, bis er entnervt aufgibt. Einen richtigen Schub hat diese Kundenabwimmelung mit KI erhalten. Da wird dann ein Chatbot präsentiert, der angeblich der Heilige Gral des Kundensupports sein soll. Das ist er wohl für das Unternehmen, jedoch nicht für die Kunden. Wer könnte es besser ausdrücken als eine KI selbst, in diesem Fall die von mir verwendete: "Die KI auf diesen Webseiten hat nicht die Aufgabe, den Kunden zu helfen, sondern die Kunden fernzuhalten."

    Unternehmen versuchen also, durch Digitalisierung die Kosten möglichst weit zu senken und gleichzeitig ihren Service auf einem Level zu halten, dass es keine Probleme mit den Aufsichtsbehörden gibt und es nicht allzu viele schlechte Bewertungen hagelt. Statistisch gesehen ist irgendwann jeder mal von einem solchen Fall betroffen, der nicht durch die Standardprozesse abgedeckt wird, und denkt sich dann: "Früher hat man da einfach angerufen und das Problem geklärt. Heute bekomme ich auf meine Mail-Anfrage irgendwelche Standardantworten und muss da tagelang herummachen." Und so bekommt jeder irgendwann den Eindruck, dass es früher doch besser war. Wenn auch nicht billiger.

  • Irgendwann haben übergeben festgestellt, dass sie gar kein Produkt/Dienstleistung brauchen, dass dem Kunde wirklich nutzt, es reicht völlig, wenn der Kunde glaubt, dass er es will.

    Das ist aber nicht neu, diese Entwicklung geht einher mit einer Zunahme von Werbung seit den 90ern. Es ist billiger dem Kunden nur zu suggerieren, dass man etwas Gutes anbietet, als wirklich ein gutes Produkt abzuliefern .

    Der nächste Schritt ist, für Erkenntnis, das "gut genug" völlig reicht. Man versucht nicht mehr 95% zugreifen zu stellen, es ist viel billiger die 80% Standardfälle zu bedienen und den Rest mit Rabatten/Entschädigungen zufrieden zu stellen (siehe Deutsche Bahn) oder einfach zu verlieren.

    Parallel dazu ist das Thema gelangte Obsolezens ein großer Treiber.

    Und der Konsument ist schon lange nicht mehr der Kunde. Der Kunde den man im Blick hat ist der Anbieter von Software auf dem Handy (Appstore-share) die Anbieter der Abos, denen man die Käufer des eigenen Produkte ausliefert. Die Werbetreibenden, die Banner neben meinem redaktionellen Artikel platzieren...

  • Kommt auf den Zeitrahmen an, Würde ich sagen.

    Flächendeckend kostenlose Konten und Kreditkarte gibts noch nicht ewig.

    375 GB mobile Daten für 15€ gibt’s auch noch nicht lange. Je nach Nutzung lässt sich darüber der gesamte Internetbedarf decken.

  • Durchscnittlich braucht ein Auto heute ca. 30 % mehr Energie. Wer sich erinnert, weiß daß früher mal das 3 Liter-Auto propagiert wurde. Heute wäre das unmöglich.

    Der Durchschnitt ist aber irrelevant. Wer ein günstiges Auto will, muss sich ja nicht den Riesen-SUV mit der großen Maschine kaufen. Und den 3l Lupo gab es mal...aber das war ein Kleinstwagen ohne Alles, der das in der Praxis kaum erreicht hat. Wenn ich dann bedenke, dass mein Octavia als ausgewachsene Familienkutsche bei realen 4,5l Langzeit durchkommt, finde ich das besser als den Lupo. Mit etwas sparsamerer Fahrweise wäre noch weniger Verbrauch drin.

    Ein Problem sehe ich bei Autos weniger im Verbrauch und viel mehr in der Ausstattung. Es ist heute fast unmöglich, ein einfaches aber vernünftiges Auto zu bekommen. Man wird mit Keyless, elektrischen Heckklappen und anderem Gedöns zwangsbeglückt. Und zwar quer durch die Bank bei allen Herstellern. Das Zeugs kostet Geld in der Fertigung und geht irgendwann kaputt. Komplexität ist der Feind von Zuverlässigkeit und niedrigen Wartungskosten. Wo man früher ein Birnchen gewechselt hat, muss heute der komplette Scheinwerfer getauscht werden. Ganz schlimm ist das Thema bei Elektroautos, wo man die großen Akkus nur in den höchsten Ausstattungslinien bekommt.

  • Durchscnittlich braucht ein Auto heute ca. 30 % mehr Energie. Wer sich erinnert, weiß daß früher mal das 3 Liter-Auto propagiert wurde. Heute wäre das unmöglich.

    Doch, das ist möglich, wenn man den Energieträger wechselt. Der Verbrennungsmotor ist längst ausentwickelt. Selbst ein Elektro-SUV kannst du mit einem Benzinäquivalent von 1,2 bis 2 Liter pro 100 km bewegen.

  • Ganz schlimm ist das Thema bei Elektroautos, wo man die großen Akkus nur in den höchsten Ausstattungslinien bekommt.

    Vielleicht informierst du dich etwas umfassender. Mein Auto gibt es in allen Ausstattungsvarianten nur mit 87 kWh-Akku. Das Schöne war, es stand auf dem Hof der Händlerin. Nix mit 1000 Optionen, die erst bestellt werden müssen und monatelanges Warten verursachen.

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