Renteneintritt

  • Wie kommst du auf Quereinstieg? Und dann auch noch am unteren Rand? Warum?

    Werden wir dann alle sozial nach unten durch gereicht, super!

    Selbst wenn die Gefahr durch KI bestünde, würde ich doch nicht schon vorab Reißaus nehmen.

    fotoman ist wohl Realist. Mit 58 einen neuen Job auf dem bisherigen Level, möglichst noch in der Nähe deines Wohnortes zu finden, ist wenig Erfolg versprechend. Da müssen schon sehr viele Dinge zusammenkommen, damit das funktioniert. Es hat schon seinen Grund, warum selbst die Arbeitsagentur Arbeitslose ab 58 nicht mehr in der Statistik aufführt. Sie gelten schlicht als unvermittelbar.

    Du hast ja geschrieben, dass dein Arbeitsplatz unsicher sei. Hast du schon mal einen Plan B in Betracht gezogen? Wenn dein Arbeitgeber Mitarbeiter abbaut, geht das meist nur mit Abfindungen. Wen du lange genug dabei warst, kann die auch schon mal hoch ausfallen. Ab 58 hast du Anspruch auf ALG1 für 24 Monate. Nach aktueller Gesetzeslage könntest du, falls du die Bedingungen erfüllst, mit 63 mit Abschlägen in Rente gehen. Die Jahre dazwischen müsstest du finanziell überbrücken. Wenn es da eng wird, kann man sich immer noch einen Job suchen, der nicht so beliebt ist und daher die Hürden für eine Einstellung gering sind.

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  • Es gibt übrigens die Möglichkeit, ab dem 58. Lebensjahr 24 Monate ALG1 zu beziehen.

    Wie lange noch? Hier steht ja wohl bald auch eine "Reform" an. Und im ggs. zu Änderungen am Rentenrecht gibt es hier keinen verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz, Änderungen können also kurzfristig beschlossen und umgesetzt werden.

  • Doch kann sie, siehe meine Rechnung. 67 Jahre Renteneinstieg ohne Abschläge vs. 65 Jahre mit Abschlägen. Hoffe jedenfalls die neuen aktuell diskutierten Vorschläge kommen nicht durch, denn wenn jemand rechnen kann ist nicht mehr beim Berufsstart sehr motiviert. Warten wir mal ab was kommt, ändern können wir das leider nicht wenn es mal beschlossen wurde.

    Mein Berufsstart war in den 90ern, selbst da wurde schon heftig über die unsichere Zukunft Alterrenten diskutiert und zur eigenen Vorsorge aufgerufen.

    KEINER war wegen der unsicheren Zukunft der Altersrente demotiviert.

  • Wie lange noch? Hier steht ja wohl bald auch eine "Reform" an. Und im ggs. zu Änderungen am Rentenrecht gibt es hier keinen verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz, Änderungen können also kurzfristig beschlossen und umgesetzt werden.

    Wenn man bedenkt wie viele diese Regelung in Selbstbedienungsmanier mehr oder weniger selbst herbeiführen, tut es mir zwar leid um diejenigen, die unschuldig darunter leiden werden, aber so ein Missbrauch gehört eingeschränkt und würde jede Menge Arbeitslosenversicherung einsparen. Es wundert mich, dass sich darüber keiner aufregt.

  • Wie kommst du auf Quereinstieg? Und dann auch noch am unteren Rand? Warum?

    Weil das wieder mal meine persönliche Scheuklappen als Informatiker sind, bzw. es dies auch schon mit 50 war.

    Entweder ich finde in meinem Konzern etwas Neues (da kennt man mich, meine Arbeitsweise, ich habe/hatte zumindest ein kleines Netzwerke dort) oder ich bin offen für anderes. Und genauso bin ich mit 49 dort zu einem neuen Job gekommen.

    Extern wäre ein neuer Job zu vergleichbaren Konditionen nichts geworden. Nach 15 Jahren "Gefangenschaft" in alter Technik, die außerhalb von unserem Konzern nahezu niemand mehr anwendet, hätte ich mich bei keinem fremden Betrieb mehr ohne persönliche Verbindungen bewerben brauchen.

    Damit blieb für mich entweder massive Weiterbildung plus Umzug (da hier in der Gegend keine entsprechenden Betriebe sind) oder die Umschulung auf etwas, das meine Lebenshaltungskosten sichert, meinen Wohnort beibehält und mir ggf. sogar noch Spaß macht.

    Wenn Du Lokführer und co. als "unteren Rand" siehst, mag das für Dich stimmen. Für mich wäre das einzig eine extreme Umgewöhnung in Sachen Arbeitszeiten gewesen. Für den Verkäuferjob (zum genannten Stundenlohn) fehlt mir die passende Ausbildung, und auch die wird bei der Bahn besser vergütet wie im Handel.

    Werden wir dann alle sozial nach unten durch gereicht, super!

    Ich kenne weder Deine Aus- und Weiterbildung, Deinen Wohnort, Deine Verbindungen zu anderen Firmen, die AG-Landschaft in Deinder Umgebung oder Deine Umzugswillen.

    würde ich doch nicht schon vorab Reißaus nehmen.

    Wer spricht von Reißaus?

    Falls ich das Arbeitsangebot in meiner Region grob abschätzen kann und ortsmäßig eher unflexbel bin/sein möchte, sind auch 12 Monate Sucherei schnell rum. Ich erwarte nicht, nach 2 Jahren (max ALG1 mit 58) noch eine vergleichbare Stelle wie vorher zu bekommen.

    Also habe ich mir lieber vorher Gedanken gamacht, was als Altrernative in Frage kommt und hätte diesen Weg spätestens nach 2/3 der ALG1 Zeit eingeschlagen, wenn ich vorher nichts passendes gefunden hätte (vergleichbar zu 2003, wo nach ein paar Monaten erfolgloser Suche in meiner Region die Suche auf das Bundesgebiet erweitert wurde). Für mich wäre eine Umschulung mit anschließenden 3600€ Brutto erstebenswerter gewesen wie mich (ohne hohe Abfindung) als Privatier bis zur Rente durchzuschlagen oder in die Selbstständigkeit zu flüchten.

    Ich lebe mittlerweile freiwilig von den erwähnten 3600€ Brutto/Monat ohne mich irgendwo einzuschränken und ohne das als Abstieg zu sehen.

  • Das ist aber schon sehr auf deine eigene Situation abgestimmt, kann ich so nicht übernehmen. Bin zwar auch in der IT, aber sehe mich in einer anderen Situation und habe in 35 Jahren schon sehr unterschiedliche Unternehmen von innen gesehen.

  • Hallo und Guten Tag zusammen - ich werde im November 60 Jahre habe nächsten Monat 44 Arbeitsjahre voll , ohne jemals 1 Tag Arbeitslos zu sein - was will ich sagen - ich habe mich gut informiert was das Thema Rente mit 63 aber auch bei GdB 50 an geht was hier die Kommission den Damen u Herren der Politik vorschlägt. Ich sage nur soviel das mindestens 5 Jahre alles beim alten bleibt (bis ende 2031) glaube ich ziemlich sicher, somit kann jeder für sich selbst rechnen, aber ich denke, hier oder da werden die der SPD noch Einwände haben. Mit 10-13% Wählerstimmen könnte auch ein Teil von den Fast Rentnern integriert sein somit ob das eins zu eins so gemacht wird habe ich Zweifel. GDB 50 und mehr wird ein Glück (aktuell) nicht angetastet, was noch frecher wäre...

  • Das ist aber schon sehr auf deine eigene Situation abgestimmt, kann ich so nicht übernehmen.

    Zwar nicht nur auf die eigene Situation, sondern eher inkl. der paar dutzend direkter Kollengen, wenn sie im vergleichbaren Alter sind/waren und wir darüber gesprochen haben.

    Warum machst Du Dir dann Sorgen um einen Wechsel, wenn so ein Szenario auf Dich nicht zutrifft.

    Einer Verwandten von mir wurde mit fast 60 (in einem ganz anderer Bereich) wurde eine berufsbegleitende, interne Ausbildung verwehrt, weil der Gewinn für die Firma am Ende zu gering wäre bzw. ihre Arbeit in dem Bereich danach nicht mehr lange genug andauern dürfte. Da ist halt bekannt, dass jeder, der nach einer solchen Ausbildung den Job macht, nachmal ca. 2 Jahre weitere Arbeit in dem Bereich benötigt, bis man voll einsatzfähig ist.

    Aber klar, alle Postings hier sind höchst individiuell, auch mein Portfolio oder dessen Rendite wird niemand 1:1 nachmachen.

  • Wenn man bedenkt wie viele diese Regelung in Selbstbedienungsmanier mehr oder weniger selbst herbeiführen, tut es mir zwar leid um diejenigen, die unschuldig darunter leiden werden, aber so ein Missbrauch gehört eingeschränkt und würde jede Menge Arbeitslosenversicherung einsparen. Es wundert mich, dass sich darüber keiner aufregt.

    Das Problem ist aber, dass es absolut üblich ist Mitarbeiter auf diese Weise Frühzeitig in den Ruhestand zu bekommen. Und zwar mit Wissen und Duldung??? der örtlichen Arbeitsagenturen.
    Möglicherweise ist es auch einfach eine möglichst pragmatische Vorgehensweise der Arbeitsagenturen?
    Warum noch Aufwand/Zeit in den 60 jährigen Arbeitslosen investieren, der eh mit 63 in Rente gehen will?
    Und noch besser ist es zunächst 1,5 Jahre Krankengeld zu kassieren und anschließend dann 2 Jahre ALG. Alles schon erlebt in meinem Bekanntenkreis.

    Da kommt man dann auch schon ins grübeln, wie man selbst damit umgehen wird wenn man mit 60/61 nicht mehr kann (oder will).:/

  • Das Problem ist aber, dass es absolut üblich ist Mitarbeiter auf diese Weise Frühzeitig in den Ruhestand zu bekommen. Und zwar mit Wissen und Duldung??? der örtlichen Arbeitsagenturen.
    Möglicherweise ist es auch einfach eine möglichst pragmatische Vorgehensweise der Arbeitsagenturen?
    Warum noch Aufwand/Zeit in den 60 jährigen Arbeitslosen investieren, der eh mit 63 in Rente gehen will?
    Und noch besser ist es zunächst 1,5 Jahre Krankengeld zu kassieren und anschließend dann 2 Jahre ALG. Alles schon erlebt in meinem Bekanntenkreis.

    Da kommt man dann auch schon ins grübeln, wie man selbst damit umgehen wird wenn man mit 60/61 nicht mehr kann (oder will).:/

    Das stimmt leider. Und genau das muss man jetzt eben wieder herauskriegen aus den Köpfen.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Zur Wahrheit gehört aber auch das dieses System nicht per se ausgenutzt wird, sondern das grössere Problem ist das sehr viele Menschen mit 60plus einfach aussortiert werden, soll man die jetzt noch obendrein bestrafen und in Zwangsrente mit hohen Abzügen schicken?

  • ...sondern das grössere Problem ist das sehr viele Menschen mit 60plus einfach aussortiert werden...

    Halb sank er hin, halb zog Sie Ihn. ;)
    In meiner Blase waren die, die mit 60+ aussortiert wurden nicht eben tieftraurig, wenn sich die Möglichkeit gab etwas früher aus dem Arbeitsleben zu scheiden. Oft genug wird so etwas ja auch noch mit einer Abfindung garniert, die den Gehaltsverlust ausgleicht.
    Und wie geschrieben. Die Arbeitsagenturen machen das Spiel ja auch mit. :/

  • Und noch besser ist es zunächst 1,5 Jahre Krankengeld zu kassieren und anschließend dann 2 Jahre ALG. Alles schon erlebt in meinem Bekanntenkreis.

    Kannst auch während des Krankengeldes das schmerzende Knie wechseln. Von links nach rechts. Neue Erkrankung mit neuem Krankengeld.

    5 Jahre gehen locker.

    Auch im Bekanntenkreis erlebt.

    Bitte keine Politikwissenschaftler und kein Marcel Fratzscher mehr im TV.

    Satt 300k+ Neubauwohnungen brauchen wir 300k+ Abschiebungen, um schnellere Arzttermine zu ermöglichen und Stadt- und Gemeindeabgaben zu senken.

  • Das Problem ist aber, dass es absolut üblich ist Mitarbeiter auf diese Weise Frühzeitig in den Ruhestand zu bekommen. Und zwar mit Wissen und Duldung??? der örtlichen Arbeitsagenturen.
    Möglicherweise ist es auch einfach eine möglichst pragmatische Vorgehensweise der Arbeitsagenturen?
    Warum noch Aufwand/Zeit in den 60 jährigen Arbeitslosen investieren, der eh mit 63 in Rente gehen will?
    Und noch besser ist es zunächst 1,5 Jahre Krankengeld zu kassieren und anschließend dann 2 Jahre ALG. Alles schon erlebt in meinem Bekanntenkreis.

    Da kommt man dann auch schon ins grübeln, wie man selbst damit umgehen wird wenn man mit 60/61 nicht mehr kann (oder will).:/

    Genau wie die Altersteilzeit, momentan ist der Verlust bei der Rente sehr gering, meines Wissens unter 10% für die jeweilige Dauer der ATZ, wenn man im „Richtigen“ Unternehmen arbeitet und die Zusatzzahlung, statt dem Mindestbetrag von 20%, bei 35% liegt, gibt es auch keinen Verlust im Nettogehalt.

  • Genau wie die Altersteilzeit, momentan ist der Verlust bei der Rente sehr gering, meines Wissens unter 10% für die jeweilige Dauer der ATZ, wenn man im „Richtigen“ Unternehmen arbeitet und die Zusatzzahlung, statt dem Mindestbetrag von 20%, bei 35% liegt, gibt es auch keinen Verlust im Nettogehalt.

    Der Rentenverlust durch die ATZ ist zu vernachlässigen. 8 EUR Verlust pro Jahr ATZ in der Spitze.

    Ob sich an due ATZ eine Rente mit/ohne Abschlag anschließt, das ist der entscheidende Punk(t).

  • 8 Euro Verlust pro Monat oder aufs Jahr pro Jahr ATZ?

    Wenn Du vor der ATZ an der Beitragsbemessungsgrenze verdient hast, dann hast Du mit jedem Jahr Arbeit Deine monatliche Rente um 80 EUR gesteigert.

    In der ATZ zahlst Du nur 90% ein, daher verlierst Du bis zu 8 EUR monatliche Rente für jedes Jahr Rente.

    Ohne ATZ: 1000 EUR Rente im Monat

    Mit 3 Jahren ATZ: 976 EUR Rente im Monat

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