Steuerreform 2027

  • Wo ist das Geld denn hin wenn es in den Staat fließt?

    Wenn er vom Erben ausgegeben wird fließt es in den Wirtschaftskreislauf, was du gut findest.

    Wenn das Geld für Gehälter im Staat ausgegeben wird, die ja auch wieder in Konsum fließen, ist ein Teil des Geldes auf einmal weg?

    Ich verstehe was du sagen möchtest, aber ich halte die Aussage die dahinter steht für Wahnsinn.

    Das Geld verschwindet nicht, stimmt... ich will auf was anderes hinaus. Jeder zusätzliche Umverteilungsschritt durch den Staat bindet Personal und Ressourcen für Verwaltung statt für Wertschöpfung. Menschen müssen das Geld einziehen, prüfen, verwalten, verteilen, kontrollieren etc. Dafür braucht es Behörden, Gebäude, IT etc.

    Diese Arbeitskräfte könnten genauso gut in Bereichen arbeiten, die unmittelbar Wohlstand schaffen oder gesellschaftlichen Nutzen stiften, beispielsweise in Forschung, Bildung, Pflege etc. Genau deshalb verursachen zusätzliche Umverteilung und Bürokratie Opportunitätskosten. Das Geld ist nicht weg, aber ein Teil der volkswirtschaftlichen Leistung wird für Verwaltung statt für produktive Tätigkeiten eingesetzt.

    Das wertvollste Produkt, das man sich mit Geld kaufen kann, ist ein leerer Kalender.

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  • Ernsthaft? Also der Steuerbeamte, der meine Einkommenssteuer kontrolliert ist OK, aber der der sich mit Millionen und Mrd. Erbschaftssteuer kümmert, der ist dann der zu viel? Meine Vermutung wäre ja, die Prüfung für die Ausnahneregelung der Betriebsvermögen ist mindestens genauso aufwendig, wie einfach die Steuer zu kassieren

  • War nur Zwischeninfo, wollte euch nicht dabei weiter stören wie man Millionenvermögen schützen kann und auch muss.......

    Gehen wir ins andere Extrem: Nehmen wir die Millionenvermögen halt einfach weg. Wie werden sich die Einnahmen aus dieser Steuer wohl entwickeln? Nach 1, 2, 5... Jahren? Wachsen die Vermögen auf der anderen Seite konstant weiter, dass der Staat da eine regelmäßige Einnahme auch wieder für irgendwas ausgeben kann? Ich erwarte das Gegenteil. Im Jahr 1 verkündet der Finanzminister auf einer eigens dafür zelebrierten Pressekonferenz den Riesenerfolg der Einführung, spätestens in Jahr 3 kräht kein Hahn mehr danach.

    Und wieviel davon bei den kommunalen Aufgaben landet, wäre die andere Frage.

    Die Grundsteuersätze werden im aktuellen System noch weiter steigen, egal wieviel man an Vermögenssteuer, Reichensteuer oder -Zitat Klingbeil- Superreichensteuer (haha) erfindet und einnimmt.

  • Gehen wir ins andere Extrem: Nehmen wir die Millionenvermögen halt einfach weg. Wie werden sich die Einnahmen aus dieser Steuer wohl entwickeln? Nach 1, 2, 5... Jahren? Wachsen die Vermögen auf der anderen Seite konstant weiter, dass der Staat da eine regelmäßige Einnahme auch wieder für irgendwas ausgeben kann? Ich erwarte das Gegenteil. Im Jahr 1 verkündet der Finanzminister auf einer eigens dafür zelebrierten Pressekonferenz den Riesenerfolg der Einführung, spätestens in Jahr 3 kräht kein Hahn mehr danach.

    Und wieviel davon bei den kommunalen Aufgaben landet, wäre die andere Frage.

    Die Grundsteuersätze werden im aktuellen System noch weiter steigen, egal wieviel man an Vermögenssteuer, Reichensteuer oder -Zitat Klingbeil- Superreichensteuer (haha) erfindet und einnimmt.

    Diese Argumentation kannst Du exakt auf alle anderen Steuern ebenso anwenden.

  • Also wird quasi plädiert, für eine Teilenteignung von Substanzvermögen zur Umverteilung durch den Staat. McProfit hat ja bereits dargelegt, dass man sich alternativ auch auf die Erträge (das Einkommen) aus dieser Substanz konzentrieren könnte. Das würde einen Verkauf von Substanz mit einschliessen, den Erben eventuell in Betracht ziehen könnten. Solange die Erben das Produktivkapital aber mit am Arbeitsprozess teilnehmen lassen, hätten sie ja auch persönlich nix davon (sondern "nur" aus den Erträgen hiervon. Und die kann man ja - wie oben gesagt - besteuern).

    Soll dann - nach dem Willen der Verfechter der Besteuerung von Produktivkapital - das Produktivkapital am besten auch (regelmäßig?) eingezogen und (wieder) gleichmäß "gerecht" unter den Leuten verteilt werden? Akkumulation sollte vermieden werden? Kann man sich dann noch arbeitsteilig organisieren? Oder müssten wir dann letztendlich alle Selbstversorger sein?

  • Man stelle sich mal vor ein normaler Angesteller oder Arbeiter hätte keine Steuern auf die ersten 4000€/Monat verdienten Gehalts zu zahlen, als Ausgleich aber GKV und GRV selbst zu tragen ohne AG Anteil. Dann hätten Unternehmen deutlich geringere Lohnkosten, der Arbeiter deutlich mehr Gehalt, Arbeit würde sich deutlich mehr lohnen als nicht zu arbeiten, der Standort Deutschland wäre plötzlich sehr attkrativ für ausländische Firmen und Fachkräfte. Nur mal so ein Gedanke.....

  • Man stelle sich mal vor ein normaler Angesteller oder Arbeiter hätte keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung und müsste auch selbst privat gegen dieses Risiko versichern.

    Und einen staatlich verordneten „Zwangsurlaub“ gäbe es auch nicht.

    Und die Kosten der Unfallversicherung müsste auch der Arbeitgeber nicht tragen.

    Und „ein normaler Angestellter oder Arbeiter“ müsste sich auch noch an den Heizkosten an der Arbeitsstelle beteiligen.

    Das wäre doch eine richtige Entlastung und der Standort Deutschland wäre viel attraktiver.

  • Verstehe nicht, warum zur Betrachtung des Grundgehalts nicht auch die großzügigen Möglichkeiten für Beihilferegelungen und die Unkündbarkeit miteingerechnet werden. Das ist viel wert, hab das bei einer Kollegin mitbekommen.

    Weil dir Beihilfe und Unkündbarkeit an der Aldi-Kasse nicht weiterhelfen.

    Inwiefern würde der Lehrerberuf attraktiver werden, wenn man die Verbeamtung abschafft? Soweit ich weiß, beklagen sich angestellte Lehrkräfte heute vor allem über die Ungleichbehandlung und die finanzielle Schlechterstellung gegenüber verbeamteten Kollegen.

    Ich glaube, vielen ist nicht klar, was das bedeuten würde. Am Beamtenstatus hängen auch Dinge wie die Möglichkeit, jemanden einfach umsetzen zu können oder ein Streikverbot.

    Stellen wir uns einfach einmal eine Brennpunktschule in Kreuzberg vor: Welcher angestellte Lehrer soll den dorthin wechseln? Ein Arbeitsvertrag sieht einen Beschäftigungsort vor, der ohne Änderungskündigung nicht so leicht geändert werden kann. Und ein Streikrecht für Lehrer finde ich als Gewerkschafter super. Die Mehrheit der Bevölkerung und die Wirtschaft mit Sicherheit aber nicht.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Aber um den Bogen wieder zum Thema Steuerreform zu bekommen:

    Mir ist absolut unklar, warum man nicht den einfachen Weg wählt, den Freibetrag auf 50.000 Euro erhöht und für alles darüber werden 7,5% Steuern fällig. Im Gegenzug darf nichts mehr abgesetzt werden.

    Geringverdiener bezahlen keine Steuern mehr, die bösen Reichen umso mehr, man braucht sogar weniger Beamte.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Man stelle sich mal vor ein normaler Angesteller oder Arbeiter hätte keine Steuern auf die ersten 4000€/Monat verdienten Gehalts zu zahlen, als Ausgleich aber GKV und GRV selbst zu tragen ohne AG Anteil.

    Du hast dir das sicher auch für Geringverdiener und staatliche gesamtgesellschaftliche Aufgaben vorgestellt. Für Erstere wird es halt bisschen teurer, Letztere werden mit heißer Luft gelöst. Ich stell mir gerade vor, wie mir die gebratenen Hühnerschenkel in den Mund fliegen. So, und nun mal rechnen. 😅

  • Und einen staatlich verordneten „Zwangsurlaub“ gäbe es auch nicht.

    An der Stelle mal der Hinweis, dass der gesetzliche Urlaub 25 Tage bei einer 6-Tage Woche beträgt. Die gelebte Praxis ist eher 30 Tage bei 5 Tagen Arbeit pro Woche. Oder anders gesagt: der gesetzliche Anspruch spielt keine relevante Rolle.

    Man stelle sich mal vor ein normaler Angesteller oder Arbeiter hätte keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung und müsste auch selbst privat gegen dieses Risiko versichern.

    Auch hier: was ist so grundsätzlich anders als aktuell? Für längere Ausfälle gibt es Krankentagegeld über die Krankenkasse. Prinzipiell spricht wenig dagegen, Krankentagegeld schon ab dem ersten Tag zu zahlen.

    Und was die Unfallversicherung anbelangt...ich sehe deren Sinn bei gefährlichen Berufen. Wenn der Dachdecker bei der Arbeit runterfällt, ist das eindeutig ein Arbeitsunfall. Aber an vielen Stellen schießen wir über das Ziel hinaus. Ich sage nur mal die ganzen Regelungen und Klippen im Home Office oder auch die diversen Sonderregelungen beim Arbeitsweg

  • Na ich weiss nicht. Der AG und der AN, das sind immer noch zwei unterschiedlich "starke" Verhandlungspartner. Da bin ich schon froh, wenn da ein gewisses Maß an Regulation vorhanden ist. Und wenn der AN z.B. die Kosten für seine GKV alleine schultern müsste, dann fehlt das Gewicht des AG als Bremse für Beitragserhöhungen. Da ist es mir lieber, wenn AN und AG da gemeinsam an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen. Wenn der AN ein größere Gehalt ausbezahlt bekommen würde und dafür aber die GKV Beiträge alleine zahlen müsste, dann wäre vermutlich das höhere Gehalt ganz schnell auch wieder weg.

  • Stellen wir uns einfach einmal eine Brennpunktschule in Kreuzberg vor: Welcher angestellte Lehrer soll den dorthin wechseln? Ein Arbeitsvertrag sieht einen Beschäftigungsort vor, der ohne Änderungskündigung nicht so leicht geändert werden kann. Und ein Streikrecht für Lehrer finde ich als Gewerkschafter super. Die Mehrheit der Bevölkerung und die Wirtschaft mit Sicherheit aber nicht.

    Wie machen andere Länder das?

  • Dieses „was zahlt der AG und was der AN“ ist ein argumentativer Taschenspielertrick.


    Am Ende ist es Geld, das der Arbeitgeber aufbringen muss und für den Mitarbeiter aufgibt. Es ist für den AG doch kein Unterschied, wenn er 2 Mal 10% an die GRV zahlt oder 1 Mal 20%.

  • Aber um den Bogen wieder zum Thema Steuerreform zu bekommen:

    Mir ist absolut unklar, warum man nicht den einfachen Weg wählt, den Freibetrag auf 50.000 Euro erhöht und für alles darüber werden 7,5% Steuern fällig. Im Gegenzug darf nichts mehr abgesetzt werden.

    Geringverdiener bezahlen keine Steuern mehr, die bösen Reichen umso mehr, man braucht sogar weniger Beamte.

    Ich wäre sofort dabei. ;)
    Das Problem wäre wohl aber, dass viele Menschen das als ungerecht empfinden würden, wenn die sog 'starken' Schultern nur 7,5% Flat auf alles über 50K€ zahlen müssten.
    Auch erachte ich die Zahl von 7,5% als Steuersatz ganz bewusst vor Dir als viel zu niedrig angesetzt. Es gibt ja einige Länder, die ein Flat-Tax-System eingeführt haben. Und 7,5% Steuer hat keines dieser Länder! ;)

    Einfach mal lesen, welche Länder Flat-Tax-Systeme nutzen und wie deren Erfahrungen damit sind/waren. Manche Länder haben ihre Flat-Tax inzwischen wieder abgeschafft.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Flat_Tax

  • Das Problem wäre wohl aber, dass viele Menschen das als ungerecht empfinden würden, wenn die sog 'starken' Schultern nur 7,5% Flat auf alles über 50K€ zahlen müssten.

    Naja, aber 7,5% von 55.000 sind halt auch weit weniger als 7,5% von 10 Millionen. Wenn man nur auf den Satz schaut, ja. Aber die Beträge unterscheiden sich ja trotzdem, und ich wage die Behauptung, dass durch das nicht mehr mögliche Absetzen der Milliardär am Ende mehr Steuern zahlen würde.

    Auch erachte ich die Zahl von 7,5% als Steuersatz ganz bewusst vor Dir als viel zu niedrig angesetzt. Es gibt ja einige Länder, die ein Flat-Tax-System eingeführt haben. Und 7,5% Steuer hat keines dieser Länder! ;)

    Das weiß ich nicht, die Zahl kam aus dem Bauch heraus. Ich weiß auch nicht, ob man in diesen anderen Ländern absetzen darf, ich denke aber, ja. Das ist ja eigentlich mein großer Dreh - die Zahl ist erst mal nachrangig, meinetwegen auch 10%.

    Auf Wikipedia (danke für den Link!) habe ich eher den Eindruck gewonnen, dass das Ganze in den Ländern zu kompliziert wurde, weil man gleich noch die Sozialversicherung und die Umsatzsteuer mit reingepackt hat - das würde ich nicht tun.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

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