GRV ungleich Investment

  • Politische Verantwortung ist etwas komplett anderes, wenn da was schief geht, sollte ein Rücktritt fällig sein, ob der tatsächlich erfolgt, hängt am Rückhalt der Person und der Öffentlichkeit.

    Persönliche Haftung kann es hier auch nicht geben, das könnte niemand privat bezahlen. Wenn es das geben würde, wäre es ein persönliches Himmelfahrtskommando in die Politik zu gehen und mutige Entscheidungen zu treffen, das würde dann keiner mehr machen.

    Genau.

    Der Manager hat das Risiko, nach einer Fehlentscheidung auf der Straße zu stehen. Das wird mit den Bezügen kompensiert. Oder sie orientieren sich an den Ergebnissen des Unternehmens und damit an der eigenen Arbeit.

    Dieses Lebensrisiko hat ein Politiker nicht. Daher braucht er keine Bezüge, die dieses Risiko präventiv abdecken.

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  • Und du glaubst ernsthaft, da wäre ein Kompromiss rausgekommen, der auch nur ansatzweise was getaugt hätte?

    Die Regierung bestellt ein Kommission. Diese soll aber nicht politisch besetzt sein. Bereits diese Forderung ist einigermaßen originell.


    Es wäre doch absolut nicht zielführend gewesen, in einer Kommission, die das größtmögliche Rad drehen soll, die beiden Sozialpartner einzuladen. Was hätte da denn rauskommen sollen?


    Wie wahr!

    Und anschließend hätte man den Regierungsparteien kopfschüttelnd Politikversagen vorgeworfen.

  • […]
    So liegt der AN-Anteil der 60+ jährigen bei VW bei 5% während der Anteil der 60+ jährigen im deutschen Handwerk mit 9% deutlich höher liegt. Mag auch daran liegen, dass es die Wirtschaft so gar nicht gibt, sondern jedes Unternehmen höchst individuelle Wünsche hat.

    Spoiler: das liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Metalltarifvertrag. Darin gibt es (seit 1973) die sogenannte Alterssicherungsklausel (Quelle: https://www.igmetall.de/tarif/tariflexikon/alterssicherung) Daher werden Arbeitnehmer in dieser Alterskohorte gern vor Erreichen „aussortiert“ bzw. bekommen sie dann keinen Job mehr. Das habe ich in meiner Metallervergangenheit schnell gelernt. 🤷🏼‍♂️

    Zitat

    Danach darf älteren Beschäftigten in der Metallindustrie nicht mehr gekündigt werden – je nach Tarifgebiet ab dem vollendeten 53. oder dem 55. Lebensjahr. Ihr Entgelt darf zum Beispiel ab dem vollendeten 54. Lebensjahr nicht gemindert werden.

  • Das sind 2 Personen. Einer davon evtl mit positiver Bilanz, eine davon eher negativ.

    Ganz sicher haben beide hohe Einkommensverluste. In der Position in der Reiche vorher war, wird anders gezahlt.

    Die anderen sind aus dem politischen Betrieb gekommen.

    Ja, warum wohl? Wer hat schon Lust sein Millionengehalt im Vorstand einer öffentlich eher wenig bekannten Firma gegen 200k einzutauschen für einen Job, bei dem man es sich definitionsgemäß mit einem relevanten Teil der Bevölkerung verprellt?

    Wir beschweren uns immer darüber, dass es nur Berufspolitiker gibt und zu wenig Leute mit echter Berufserfahrung. Aber wir tun als System nichts dafür, dass das für entsprechende Leute attraktiv wird. Die Gehälter sind im Vergleich zu entsprechend herausgehobenen Managern ein Witz. Und wenn dann welche aus der Wirtschaft wechseln, wird für jede Aktion gleich unterstellt, dass das nur dem alten Arbeitgeber dient. So hat sicher keiner Lust

  • Mir fällt auf, dass das Finanztip-Forum sich immer mehr wegbewegt von einem Finanz-Forum, hin zu einem „Bashing-Nörgel-Forum.

    Unabhängig von der schlichten Tatsache, da eine Sachgesetzlichkeit, daß "private Finanzen" und "politische Themen" oftmals (eng) zusammenhängen oder gar nicht voneinander zu trennen sind (GRV, GKV, steuerliche Regelungen, Wirtschaftspolitik, Fiskalpolitik, Geldpolitik usw.) dürfte ein derartiges Spezialforum wie das "Finanztip-Forum" zwar eher eine Art Blase, Biotop oder Enklave darstellen (siehe schon hier):

    Ein solche Special-Interest-Forum für Finanzen ist meines Erachtens nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Und zwar nicht mal ansatzweise.

    Das dürfte aber bei allgemeinen politischen Themen und der allgemeinen politischen Stimmung eher (ganz) anders sein.

    Dein Beispiel:

    SPD

    In der Sonntagsfrage ("Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre") ist die SPD inzwischen bundesweit auf Werte zwischen 13 und 11 Prozent - je nach Institut - abgestürzt ...

    Dein Beispiel:

    Bundesregierung

    In allen mir bekannten Umfragen gehört diese Bundesregierung zu den Bundesregierungen mit den geringsten Zustimmungswerten (oder ist sogar die mit den geringsten ... ?). Eine deutliche Mehrheit der Bürger (75% und mehr - nach meinem Kenntnisstand) sind mit der Arbeit dieser Bundesregierung unzufrieden oder sehr unzufrieden ...


    Es erscheint mir daher nicht "auffallend" sondern nur logisch, daß sich dies - gerade vor dem oben dargestellten Hintergrund und Unterschied - auch hier vom Tenor her (mehr oder weniger) kongruent abbildet.

  • Wir beschweren uns immer darüber, dass es nur Berufspolitiker gibt und zu wenig Leute mit echter Berufserfahrung. Aber wir tun als System nichts dafür, dass das für entsprechende Leute attraktiv wird. Die Gehälter sind im Vergleich zu entsprechend herausgehobenen Managern ein Witz. Und wenn dann welche aus der Wirtschaft wechseln, wird für jede Aktion gleich unterstellt, dass das nur dem alten Arbeitgeber dient. So hat sicher keiner Lust

    Für mich ist das Gehalt nicht ausschlaggebend sondern die Gestaltungsmacht und der Weg dahin.

    Ich hab in meinem Job eine Karriere hinter mir, mit der ich wirklich zufrieden bin. Ein bisschen Zeit habe ich noch vor mir und vielleicht auch ein bisschen mehr Karriere. Sehr sicher mit mehr Verantwortung.

    Wie ist denn von da aus ein Weg in die Politik?

    Der Weg von ganz unten - kommunale Ebene - irgendwohin ist für mich keine attraktive Perspektive.

  • Ich würde noch deutlich weiter gehen, Abgeordnetenzahl auf max, 200 beschränken, Bundesländer teilweise zusammenlegen oder von mir aus den Förderalismus ganz abschaffen. Dafür die Diäten deutlich erhöhen, Minister und Kanzler mindestens 7stellige Gehälter/a. Wenn ich nur die besten will muss ich die auch entsprechend entlohnen, es kann nicht sein das wir uns grosse Politikerstämme halten nur damit die alle irgendwo unterkommen. Wie brauchen die besten die wirklich was bewegen.

  • Ich würde noch deutlich weiter gehen, Abgeordnetenzahl auf max, 200 beschränken, Bundesländer teilweise zusammenlegen oder von mir aus den Förderalismus ganz abschaffen. Dafür die Diäten deutlich erhöhen, Minister und Kanzler mindestens 7stellige Gehälter/a. Wenn ich nur die besten will muss ich die auch entsprechend entlohnen, es kann nicht sein das wir uns grosse Politikerstämme halten nur damit die alle irgendwo unterkommen. Wie brauchen die besten die wirklich was bewegen.

    Das Problem ist der Weg, dorthin zu kommen, wo man entscheiden kann.

    Mit den heutigen Mechanismen kommen nicht die besten nach oben. Schau dir Merz an - seine eigene Partei wollte ihn mehrfach nicht als Vorsitzenden, seine Fraktion wollte ihn nicht als Kanzler.

  • Ich würde noch deutlich weiter gehen, Abgeordnetenzahl auf max, 200 beschränken, Bundesländer teilweise zusammenlegen oder von mir aus den Förderalismus ganz abschaffen. Dafür die Diäten deutlich erhöhen, Minister und Kanzler mindestens 7stellige Gehälter/a. Wenn ich nur die besten will muss ich die auch entsprechend entlohnen, es kann nicht sein das wir uns grosse Politikerstämme halten nur damit die alle irgendwo unterkommen. Wie brauchen die besten die wirklich was bewegen.

    Ich möchte niemanden dort haben, der das nur wegen der Kohle tut.

  • oder von mir aus den Förderalismus ganz abschaffen

    Schon wieder so eine Idee….

    Die Abschaffung des Föderalismus in Deutschland ist verfassungswidrig. Die föderale Struktur ist in Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes (GG) als elementares Staatsprinzip verankert und durch die Ewigkeitsklausel (Artikel 79 Absatz 3 GG) absolut unantastbar.

  • Die Abschaffung des Föderalismus in Deutschland ist verfassungswidrig.

    Eine Umgestaltung diverser föderaler Strukturen ist aber möglich, und nach meiner Ansicht auch mehr wie notwendig. Auch die Rentenkommission hat ja ein Beispiel dafür aufgeführt, wie die Deutschen ihren Föderalismus begehen:

    Zitat

    Stattdessen entstand eine Organisation mit 16 Trägern, davon 14 Regionalträgern und zwei Bundesträgern, darunter die DRV Bund, die gleichzeitig eigene Trägeraufgaben und trägerübergreifende Grundsatz- und Querschnittsaufgaben wahrnimmt. Diese Struktur war politisch erklärbar, passt aber nur begrenzt zu einer Rentenversicherung, deren Leistungen nach bundesweit einheitlichen Regeln erbracht werden. Die heutigen Trägerstrukturen, die doppelte Selbstverwaltung in Vorständen und Vertreterversammlungen und die Vielzahl an Gremien erfordern einen erheblichen Abstimmungsaufwand. DRV-weit finden geschätzt rund 500 Sitzungen pro Jahr statt. Hinzu kommen jährlich rund 150 trägerübergreifende Hauptamtsgremien, davon etwa 40 im IT-Bereich.
    Auch die Leitung ist hochgradig fragmentiert. Heute bestehen 16 Träger mit 38 Geschäftsführungsmitgliedern, über 100 Vorstandsmitgliedern und fast 500 Mitgliedern der Vertreterversammlungen. In trägerübergreifenden Fragen der GRV kann zudem nur gehandelt werden, wenn in den gemeinsamen Gremien eine Mehrheit von zwei Dritteln der Träger zustimmt.

    ...

    Diese Steuerungs- und Effizienzdefizite legen nahe, dass bei der Verwaltung der GRV Wirtschaftlichkeitsreserven vorhanden sind. Auch wenn die Verwaltungsausgaben der GRV im Vergleich zu ihren Gesamtausgaben mit 1,3 Prozent gering sind, ist ihre Höhe in absoluten Zahlen mit rund 5,6 Milliarden Euro dennoch erheblich.

    Oder die Überführung großer Teile des, oh Gott da kommts schon wieder, Beamtenrechts vom Bund auf die Länder. Bildung ist Ländersache, damit man da eine gewisse Regionalität und auch Konkurrenz in die Weiterentwicklung bringt, und dann bildet man eine millionenteure ständige Konferenz der Kultusminister, um das bewusst getrennte wieder möglichst einheitlich zu gestalten. Beispiele gibts genug, wo man föderale Strukturen modernisieren und umgestalten könnte, auch aber längst nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, aber die leisesten Ansätze dazu werden i.d.R. auch gleich in die schwarz-weiß-Schubladendenke gesteckt: Alles unangetastet beibehalten, oder alles abschaffen. Dazwischen kennen und können deutsche Diskussionen nix.

  • Wenn ich nur die besten will muss ich die auch entsprechend entlohnen, es kann nicht sein das wir uns grosse Politikerstämme halten nur damit die alle irgendwo unterkommen. Wie brauchen die besten die wirklich was bewegen.

    Hmm,
    dann müssen wir die Wähler auf allen Ebenen der Politik ja nur noch dazu bekommen, dass Sie auch die Besten wählen. Und da habe ich ehrlicherweise schon meine Zweifel.
    Zumal sich überhaupt erstmal Mitbürger finden müssen, die sich politisch entsprechend engagieren wollen. Ob das dann wirklich die Besten sind, oder nur die, die sich besser verkaufen können als andere?:/

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