Balance zwischen Altersvorsorge und Leben im Jetzt – wie handhabt ihr das?

  • Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und habe mir gerade einen Thread zur Altersvorsorge durchgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, wie strukturiert und konsequent viele von euch das Thema angehen, was ich ja grundsätzlich sehr sinnvoll finde.

    Ich frage mich aber, wie ihr persönlich die Balance zwischen langfristiger Vorsorge und dem „Leben im Hier und Jetzt“ seht.

    Mir geht es weniger um konkrete Zahlen, sondern eher um die grundsätzliche Herangehensweise:
    Wie viel Fokus legt ihr bewusst auf die Zukunft und wo zieht ihr für euch die Grenze, um sich auch aktuell Dinge zu leisten oder Freiräume zu schaffen?

    Gerade weil Lebenswege ja nicht immer planbar sind, finde ich es nicht ganz einfach, hier die richtige Gewichtung zu finden. Schließlich weiß ich ja nicht, ob ich meine Pension überhaupt erlebe :D

    Viele Grüße

  • Kater.Ka 4. Mai 2026 um 13:00

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Gute Frage. Ich habe konstant regelmäßig kleinere Beträge gespart, später angelegt. 10-15 % ca vom Gehalt. Und ansonsten gerade zwischen 20 und 40 bedenkenlos Kultur, Essengehen, Sport, Technik genossen. Mit den Jahren werden es weniger Wünsche und größere Sparraten.

  • Ich hab lange Zeit gar nichts zurücklegen können durch prekäre Arbeitsverhältnisse (trotz Ausbildung mit guten Noten). Da ist alles fürs Leben draufgegangen, wobei ich da aber für meine Verhältnisse nicht gespart habe.

    Erst vor ein paar Jahren bin ich drauf gestoßen worden, das langfristig das Ganze für mich ziemlich böse enden wird wenn ich nicht privat vorsorge. Seitdem lege ich Stück für Stück etwas mehr zur Seite. Von dem was geschrieben wird immernoch zu wenig, aber ich nähere mich langsam aber sicher. Laufe jetzt auch auf 10-15%. Im Vergleich zu vielen, leben wir, für unser empfinden, im Luxus. Aber den Luxus (hauptsächlich Urlaub) den wir uns gönnen, der ist sehr viel günstiger als alle 4 Jahre ein neues Auto zu kaufen, oder zu leasen.

  • Bis 40 sollte man ein Grossteil seines freien Geldes auch verleben, bessere Jahren kommen später nicht mehr dazu. Ab 40 sollte man aber Anfangen einen guten Teil seines Gehaltes (20-30% zu investieren um dann etwas sorgenfreier auf den Ruhestand zu zusteuern. Jedenfalls bereue ich nicht in jüngeren Jahren nicht gerade der sparsamste gewesen zu sein, hat Spaß gemacht :)

  • Wie viel Fokus legt ihr bewusst auf die Zukunft und wo zieht ihr für euch die Grenze, um sich auch aktuell Dinge zu leisten oder Freiräume zu schaffen?

    Gesunder Menschenverstand und auf die Frage konzentrieren, was einem selbst wichtig ist. Nicht, was andere davon halten.

    Man braucht keine 180qm Wohnfläche zu dritt und auch nicht ständig das neueste und stärkste Auto oder Handy. Auch nicht den Urlaub auf den Malediven. Hier in Europa ist es auch schön und Ferienwohnung statt Hotel spart eine Menge Geld. Ganz wichtig finde ich auch, auf die kleinen Geldfresser zu verzichten. Coffee2Go u.ä. wirken im Einzelfall unwichtig, mit 20 solchen Kaffee pro Monat frisst man sich aber durch erhebliche Summen.

    Persönlich würde ich auch unbedingt bei Anschaffungen auf Effizienz achten. Egal ob Auto oder Haus...man fixiert damit auf Jahre und Jahrzehnte einen Großteil der Verbrauchskosten. Rund ums Haus auch nicht zu schade sein, mal was selbst zu machen. Vieles ist kein Hexenwerk und das Gleiche gilt fürs Auto. Luftfilter kann man selbst wechseln und die Hauptarbeit beim Räderwechsel ist die Räder zum Auto zu bekommen.

    Würde trotzdem sagen, dass ich ganz gut lebe. Im Schrank liegt Bergsportausrüstung im Wert eines gebrauchten Kleinwagen und am See liegt noch ein Katamaran (gut...so ein Topcat ist "nur" im Wert einer ordentlichen Küche)

  • Wir leben zu zweit relativ weit unter unseren Verhältnissen (günstige Wohnung zur Miete, kein Luxus, gebrauchtes Auto, kinderlos). Momentan sparen wir auf zwei Einkommen gesehen ca. 50-60% des Nettos. Ein Umdenken von Konsum hin zu weniger Konsum und mehr Lebensfreude hat vor ca. 10-15 Jahren bei mir stattgefunden.

    Ich allein habe auch schon mal 70-75% gespart. Das grenzte aber auch schon an deutlichem Verzicht und habe ich letztlich auch nicht lange durchgehalten. Ich bin nun seit fast 14 Jahren an der Börse und stelle immer wieder fest, dass die Entwicklung des Vermögens deutlich schneller voran geht als ich mir damals vorgestellt habe. Meine Ziele bezüglich des Zielvermögens haben sich auch schon mehrfach geändert.

    In den letzten paar Jahren war die Rendite als absoluter Betrag deutlich höher als der Betrag den ich spare, obwohl das prozentual so viel vom Netto aus macht. Der Betrag den wir pro Jahr sparen macht vielleicht noch so 8-10% vom Vermögen aus. Das Einkommen ist natürlich auch gestiegen. Ich spare heute 8x so viel wie vor 15 Jahren :D rückblickend ist das zwar nett gewesen damals schon gut zu sparen, allerdings wenn ich sehe was ich heute weg spare ohne groß anders zu leben frage ich mich schon manchmal ob das wirklich sein musste. Mir ist aber auch der Gewöhnungseffekt wichtig. Das Geld ist verplant und das dauerhaft.

    Im Gegensatz zu den Empfehlungen von Finanztip sind wir gerade dabei unsere Sparquote nach und nach zu reduzieren. Irgendwann ist ein Punkt erreicht an dem 100€ mehr oder weniger sparen einfach keinen Unterschied mehr machen. Stattdessen steigert sich die Lebensfreude mit jeder Gehaltserhöhung. Allerdings stellt sich auch hier eine Art Sättigung ein, natürlich auch weil wir mittlerweile mit deutlich weniger materiellen Dingen glücklich sind.

    Bis dahin würde ich empfehlen so viel wie möglich sparen ohne seinen Lebensstil merklich einschränken zu müssen. Lieber klein anfangen als gar nichts zu tun. Ein gewisser Verzicht vor allem in jungen Jahren gehörte für mich dazu (z.B. nicht jedes Jahr eine Fernreise, kein Neuwagen, nur eine statt 3 Kugeln Eis etc...). Das muss jeder individuell entscheiden. Heute sehe ich das deutlich entspannter.

    Je nach Alter sind 15-20% zu sparen sicher eine gute Idee. Es kommt eben auch aufs Ziel an. Wir möchten wenn möglich auch deutlich früher ausgesorgt haben als es der Staat vorschreibt. Eventuell möchte ich auch demnächst die Stunden reduzieren. Eine höhere Sparquote bedeutet für mich in erste Linie später mehr Möglichkeiten zu haben (Teilzeit, Selbständigkeit probieren, früher in Rente, etwas verschenken...). Man muss ehrlich überlegen was einem das wert ist. Natürlich weiß ich auch nicht wieviel von dem Ersparten wir im Alter überhaupt noch genießen können.

    Ich bin z.B. auch privat krankenversichert. Auch deswegen habe ich den Anspruch deutlich mehr zu sparen. Allerdings was ich auch lernen musste. Es ist viel wichtiger überhaupt regelmäßig Geld zu verdienen als das Einkommen aufs Äußerste steigern zu wollen. Ich kenne Beispiele mit Burnout etc. wo die Leute sehr gut verdient haben aber es letztendlich nicht durchhalten konnten. Das ist aber am Ende DER Hebel zu einen ausreichenden Vermögen.

    Übrigens ob ich das Geld jemals ausgeben kann weiß ich nicht und es ist mir auch nicht wichtig. Wir wollen uns einfach ein schönes Leben damit machen. Voraussichtlich wird es keine Erben geben. Mein Traum wäre es, dass wir uns später keine großen Gedanken um unsere Finanzen machen müssen. jetzt sind wir noch jung und flexibel und können uns auch mal verbiegen um an Geld zu kommen. Später möchte ich mir da keine Gedanken mehr machen müssen.

  • Wir leben zu zweit relativ weit unter unseren Verhältnissen (günstige Wohnung zur Miete, kein Luxus, gebrauchtes Auto, kinderlos). Momentan sparen wir auf zwei Einkommen gesehen ca. 50-60% des Nettos.

    Ist bei uns ebenso, ca. 60% des Netto wird gespart oder schon vorher vom Brutto für den vorzeitigen Ruhestand beiseitegelegt. Das ist eigentlich deutlich zu viel, aber nach Darlehenstilgung des Eigenheims und der über die Zeit deutlichen Gehaltssteigerungen und dazugekommene Mieteinkünfte haben wir die laufenden Ausgaben nie wirklich erhöht.

    Für 3-4 Personen geben wir ohne Miete ca. 2.300 EUR aus. Dazu kommen monatlich nochmal um die 800 EUR für Urlaube und kleinere Anschaffungen und 500 EUR Studiums-Unterstützung.

    Es wird ab einem Alter von etwa 50 Jahren dann besser einschätzbar. 50 Jahre sind schon gelebt und die verbleibenden Jahre werden greifbarer. Vielleicht 20 Jahre noch in Gesundheit und Unternehmungslust? Das wird dann plötzlich sehr überschaubar.

    Wir haben für uns auf jeden Fall den Punkt erreicht, dass jedes weitere Sparen zu einer asymmetrischen Vermögensverteilung im Alter führen würde. Es macht keinen Sinn dann im Alter sehr viel mehr ausgeben zu können als jetzt. Ich sehe es an meinen Eltern. Die sind zwischen 75 und 80 Jahre alt, leben in ihrem EFH und brauch vielleicht so um die 1.500 EUR zum Leben. Und sie leben gut.

    Schaffen wir den Punkt nichts mehr zu sparen (und ich denke da noch nicht mal an entsparen). Ich denke realistisch gesehen, nein.

    Es ist wirklich extrem schwer, diesen zum Selbstzweck gewordenen Sparmechanismus zu beenden, da er zur eigenen Persönlichkeit geworden ist. Zu etwas, was einen selbst ausmacht, wenn man Jahrzehnte das Sparen perfektioniert. Die Schattenseite eben.

  • Sehr gute Frage. Ich habe viele Bekannte, da höre ich öfter folgende Aussagen: "Warum soll ich dieses oder jenes Abo kündigen, sind ja nur 10€ im Monat." oder "Für die Prämie von 100€ im Jahr mache ich keinen Finger krumm, lohnt sich ja nicht."

    Ich kann diese Denkweise nicht verstehen und schaue eigentlich bei jeder Ausgabe, ob ich diese noch brauche oder diese sinnvoll ist. Alles was ich nicht nutze und Geld kostet, kommt weg. Über viele Sachen gehe ich dann auch schnell drüber oder schaue es jährlich an (z.B. Stromvertrag).

    Es gab auch mal eine Zeit, da musste ich jeden Cent umdrehen. Diese hat mich bis heute geprägt. Selbst wenn ich nur 50% meines Gehaltes zum Leben brauche, werden die anderen 50% gespart. Da komme ich irgendwie gar nicht auf die Idee, ob ich diese nicht für "Luxus" ausgeben könnte.

    Es muss auch nicht immer das neueste Handy sein oder das aktuellste Modell eines Fernsehers. Solange die Sachen funktionieren, werden diese weiter genutzt und ich bin trotzdem nicht unzufrieden.

    Andererseits würde ich schon sagen, dass ich mir auch mal etwas gönne. Ich gehe gerne mal auswärts essen und genieße den Abend mit Freunden. Aber dann reicht mir auch eine Hauptspeise und ein oder zwei Getränke. Es muss dann nicht noch die Nachspeise und der Kaffe sein. Das ist aber für mich in dem Moment kein Verzicht, sondern ich habe einfach kein Verlangen danach.

    Abschließend kann ich gar nicht genau sagen, woran das liegt. Aber ich fühle mich nicht eingeschränkt oder dass ich mich zu stark finanziell beschneide. Die Sparrate ist hoch, weil ich nicht weiß, was ich sonst mit dem Geld sinnvolles machen sollte (ich weiß, dass das sehr privilegiert ist und ich wünsche dies jedem, der mit seinem Gehalt grad so über die Runden kommt).

    Ich bin weder Finanzprofi noch gebe ich Anlageberatungen.
    Meine Beiträge sind als Impulse zu verstehen, um sich selbst zu informieren.

  • Mir geht es weniger um konkrete Zahlen, sondern eher um die grundsätzliche Herangehensweise:
    Wie viel Fokus legt ihr bewusst auf die Zukunft und wo zieht ihr für euch die Grenze, um sich auch aktuell Dinge zu leisten oder Freiräume zu schaffen?

    Zugegeben ist es bei mir eher ein 'Luxusproblem'. Sprich ich kann zum Glück einen Gutteil meines Einkommens investieren ohne dafür (merklich) verzichten zu müssen. Ansonsten setzten wir Prioitäten. Also Geld ausgeben für die Dinge die uns wirklich wichtig sind.
    Wir fahren z.B. ein 20 Jahre altes Auto (Kleinwagen). Wir könnten uns auch problemlos einen neuen Wagen der oberen Mittelklasse leisten. Aber wir sparen und das Geld dafür lieber und fahren einmal mehr in Urlaub.
    Und so ist es mit anderen Dingen auch. Auch ein gebrauchtes iPhone für 40-50% vom Neupreis ist für mich ein 'neues' iPhone genau so wie das 3 Jahre alte HP Elitebook vom Leasing-Reseller für 25% vom Neupreis ein 'neues' Notebook ist. Gewisser Konsumverzicht im hier und jetzt um hoffentlich irgendwann das durch den jetzige Konsumverzicht ersparte Geld im Alter verkonsumieren zu können.

    Und ob meine Partnerin und ich später das Rentenalter noch dazu bei brauchbarer Gesundheit erreichen weiß niemand. Ich weiß aber heute schon, dass es auch im Alter schöner sein wird nicht jeden Euro zweimal umdrehen zu müssen. Das Risiko gehen wir daher ein!

    Es wird ab einem Alter von etwa 50 Jahren dann besser einschätzbar. 50 Jahre sind schon gelebt und die verbleibenden Jahre werden greifbarer. Vielleicht 20 Jahre noch in Gesundheit und Unternehmungslust? Das wird dann plötzlich sehr überschaubar.

    Wir haben für uns auf jeden Fall den Punkt erreicht, dass jedes weitere Sparen zu einer asymmetrischen Vermögensverteilung im Alter führen würde. Es macht keinen Sinn dann im Alter sehr viel mehr ausgeben zu können als jetzt. Ich sehe es an meinen Eltern. Die sind zwischen 75 und 80 Jahre alt, leben in ihrem EFH und brauch vielleicht so um die 1.500 EUR zum Leben. Und sie leben gut.

    Schaffen wir den Punkt nichts mehr zu sparen (und ich denke da noch nicht mal an entsparen). Ich denke realistisch gesehen, nein.

    Es ist wirklich extrem schwer, diesen zum Selbstzweck gewordenen Sparmechanismus zu beenden, da er zur eigenen Persönlichkeit geworden ist. Zu etwas, was einen selbst ausmacht, wenn man Jahrzehnte das Sparen perfektioniert. Die Schattenseite eben.

    Die Gefahr ist absolut real. Genau so habe ich es auch bei meinen Eltern erlebt.
    Von daher haben wir uns einen Plan erstellt, wie weit der Vermögensaufbau gehen soll. Sprich, wenn das Ziel erreicht ist geht es ASAP in den Unruhestand und/oder die Stunden auf der Arbeit werden reduziert. Frei nach dem Motto: Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss.

    Nur, bisher ist das Ziel noch nicht erreicht. Also ist es auch leicht davon zu reden, was getan wird, wenn es so weit ist.:/

  • Das Konzept bzw. der Umhang mit Geld im Allgemeinen entwickelt sich ggf. über die Jahre. Es muss kein Erweckungsereignis geben. ;)

  • Also ich sehe das so:

    Das Wichtigste ist unnötige Kosten zu sparen und eine ordentliche Effizienz zu haben und wissen was einem wirklich Geld wert ist. Meine Fixkosten ist extrem optimiert, ich hab Internet, Handyvertrag, Streaming etc. so das es mir langt und an nichts fehlt aber eben weder unnötig überdimensioniert, noch zu teuer erkauft. Jährlicher Stromwechsel ist über Check24 in wenigen Minuten erledigt.
    Ich gehe nicht andauernd Essen und werfe das gut verdiente Geld zum Fenster raus, hätte da auch keine Freude dran. Ich geb Geld für andere Dinge aus die mir wichtig sind und mir einen Mehrwert bieten, teures iPhone, schöne Urlaube (muss aber nicht die Luxusvilla sein, kann mal Aida sein, aber auch mal Wandern, ein toller Urlaub ist nicht nur am Preis fest zu machen). Ich fahr kaum Auto, liebe es Fahrrad zu fahren und mich so auch etwas fit zu halten.

    Ich fühl mich nicht eingeschränkt, geb für alles Geld aus was ich will und mir Freude macht, aber mit bisschen Sin und Verstand. Nicht unnötig übertrieben.

    Ich hab trotz Durchschnittseinkommen monatlich ca. 1,5k über die ich sparen kann. Ich hab hier einen Thread wo ich mit 50 so viel Geld haben will das ich theoretisch (fast) aufhören könnte zu arbeiten und schon in ein paar Jahren deutlich reduziert. Das ist dann für mich Freiheit und Lebensqualität.


    Ich muss nicht immer höher und weiter, ich leb normal durchschnittlich aber optimiert und will viel Freiheit und Freizeit, Sorgenlosigkeit.

  • Genau.
    Auto steht meist nur rum, Fahrrad sammelt mehr Kilometer. Wohnung hab ich recht günstig, muss ich aber halt auch allein zahlen. Meine Fixkosten sind super niedrig aber da ist wie gesagt durchaus auch mal ein AIDA Urlaub drin oder das neuste iPhone.

  • Meine Eltern haben mir früh den Umgang mit Geld beigebracht. Kernaussage war quasi, dass man Geld nur einmal ausgeben kann.

    Also immer gut überlegen, was einem wichtig ist.

    Der Rest kam dann von allein.

    Ich gönne mir alles, was mir wichtig ist und lass die Finger von Unnötigen.

    Rückblickend kann ich sagen, dass es so ganz gut hinkam mit der Sparrate.

  • Dabei ist mir aufgefallen, wie strukturiert und konsequent viele von euch das Thema angehen,

    Für mich (und meinetwegen auch nur für mich) ist das auch schon der erste Schritt, um die Gewichtung falsch zu legen. Es gibt m.M. zu viele, die sich da wirklich so konsequent eigene Strukturen im Sinne von festen prozentualen Gewichtungen von irgendwas auferlegen, so strikt in Diversifizierungen denken, dass die Zahlen im und rund ums Depot viel zu viel Aufmerksamkeit deines Alltags beeinflussen. Da dürfte eine gewisse Übereinstimmung mit der Gruppe derjeniger sein, die dann, wenn jemand hier die absolute Anfängerfrage stellt, ob irgendein bestimmter World-ETF eine gute Wahl wäre, nicht nur mit Ja antworten können, sondern zeitnah auf die TER, Tracking Difference und 17 Buchempfehlungen zum Thema umschwenken. Bloß nicht einfach machen, wenn man auch vor lauter Optimierung des optimalen die Leute zum Bankschließfach treibt...

    Der Wohlfühlfaktor eines Depots wird da auch gerne unterschätzt. Da muss das alles auch so drin sein, dass man sich selbst damit wohlfühlt. Ja, nicht alles auf die Einzelaktie XY, weil die in den letzten Jahren von einem ATH zum nächsten springt. Auch nicht alles in den Wunder-ETF der besten Dividendenzahler unter den mongolischen Buttermilchfabriken, weil den gerade irgendein Influencer feiert. Aber von dort zum AllWorld oder World ist es schon eine gewisse Bandbreite, in der man sich relativ ruhig bewegen kann, wenn man sich selbst damit auch so wohlfühlt. Egal, ob Kommer, CW Röhl, Merz oder Pilates-Bärbel das genauso machen würden oder empfehlen.

    Und dann ist es auch nicht mehr so entscheidend, ob die Sparrate monatlich konsequent star bleibt, oder 11x im Jahr angepasst wird, weil drumherum auch andere Ausgaben (oder auch mal Einnahmen) das Monatsbudget verändern. Ob Ausschüttungen direkt reinvestiert, oder auch mal in die Gastro getragen werden. Ob die TER über 35 Sparjahre nen Hunni Unterschied macht. Ein grobes Ziel im höheren bzw. ruhestandsnahen Alter, einfach mal loslegen, und fertig - so kann das durchaus auch laufen. Und wenn du das mit dem Depot so lebst, lebst du auch drumherum tendenziell eher so.


    Bevor einer fragt: 11 Einzelaktien, die insgesamt vielleicht noch 10% des Depots ausmachen (praktisch alles populärer langweiliger Basiskonsum, und glaub 3 "übliche" Monatszahler). 20 ETFs, die alle noch monatlich bespart werden, alle ausschüttend, bei einem davon wird quasi monatlich die Sparrate geändert, bei 2-3 wird öfter mal einen Monat pausiert, weil ein Teil des Einkommens monatlich schonmal stärker schwankt, oder auch wenn ich in Urlaub fahre... Sparrate monatlich grob zwischen 40 und 60%...

    Würde ich einem Neueinsteiger empfehlen, sich genauso aufzustellen? Nein, auf gar keinen Fall. Mir selbst? Ja klar, sonst wäre es ja anders. ;)

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