Wie kommt man eigentlich dazu, das als Steuerreform zu bezeichnen?
Diese sog. "Steuerreform" (bei Licht betrachtet ein "minimales Steuerreförmchen mit bestenfalls homöopathischer Wirkung") wird jedenfalls den seit Jahren zu konstatierenden "Investitionsboykott von privater Seite" - der Staatskonsum dagegen wächst weiterhin ... - nicht umkehren. Damit wird die Wirtschaft auch schwerlich wieder auf zwei Beine kommen sprich wieder anspringen.
In der Gesamtschau der Rahmenbedingungen lohnen sich private Investitionen hierzulande nicht mehr bzw. rentieren weniger als in anderen Ländern (Bürokratie, EU-Regulatorik, Energiekosten, steuerliche Belastungen, Arbeitskosten usw.).
Erschwerend kommt hinzu, daß ein weiteres Drehen an der Steuerschraube bei der Einkommensteuer am oberen Ende (Reichensteuer) kontraproduktive Wirkungen entfalten dürfte. Nach meiner Erinnerung (bin nicht ansatzweise Steuerexperte) ist für die große Mehrzahl (rund 85% ... ?) aller deutschen Unternehmen die Einkommenssteuer die maßgebliche Ertragssteuer (Einzelunternehmen, Personengesellschaften (OHG, KG usw.), Freiberufler) ... ?!
In steuerlichen Betrachtungen Kundige mögen das gerne korrigieren.
Unabhängig davon kann auch die Unternehmensbesteuerung (Körperschaftssteuerpflichtig wie Kapitalgesellschaften; z. B. AGs) hierzulande schon seit Jahren nicht mehr als international wettbewerbsfähig bezeichnet werden. Die letzte diesbezügliche Unternehmenssteuerreform dürfte - nach meiner Erinnerung - die aus dem Jahr 2008 sein. Und damit fast 20 Jahre zurückliegen ...