GRV ungleich Investment

KI-Zusammenfassung

: Ist die gesetzliche Rentenversicherung eine schlechte Geldanlage, oder ist sie vor allem Schutz gegen Langlebigkeit und andere Risiken? Anlass ist der Vergleich mit ETF-Anlagen, besonders bei freiwilligen Beiträgen, Nachzahlungen und Sonderzahlungen.

Ist die gesetzliche Rentenversicherung eine schlechte Geldanlage, oder ist sie vor allem Schutz gegen Langlebigkeit und andere Risiken? Anlass ist der Vergleich mit ETF-Anlagen, besonders bei freiwilligen Beiträgen, Nachzahlungen und Sonderzahlungen.

  • Mehrere Beiträge betonen die Risikoabsicherung der GRV, während andere freiwillige Einzahlungen als Geldanlage neben Rürup, privaten Rentenversicherungen oder ETFs einordnen.
  • Aus der Community kommen praktische Hinweise zu Nachzahlungen für Ausbildungszeiten bis 45, Ausgleichszahlungen ab 50, Steuerwirkung, Rentenbeginn und ausführlicher Rentenauskunft.
  • Ein klarer Konsens zur GRV als gute oder schlechte Anlage entsteht nicht, aber mehrere Beiträge sehen private Kapitalanlagen eher als Ergänzung zur lebenslangen Basisrente.
  • Und du glaubst ernsthaft, da wäre ein Kompromiss rausgekommen, der auch nur ansatzweise was getaugt hätte?
    Es wäre doch absolut nicht zielführend gewesen, in einer Kommission, die das größtmögliche Rad drehen soll, die beiden Sozialpartner einzuladen. Was hätte da denn rauskommen sollen?

    Mit Politikern aus beiden Parteien, die jeweils ihre Wünsche untergebracht haben ist das natürlich ein sehr großer Wurf.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Oder die Überführung großer Teile des, oh Gott da kommts schon wieder, Beamtenrechts vom Bund auf die Länder

    Das wollte damals ein gewisser Roland Koch im Rahmen der Föderalismusreform I als Gegenleistung für irgendetwas anderes, das mir gerade nicht einfällt.

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.

    Grover Norquist

  • Ich möchte niemanden dort haben, der das nur wegen der Kohle tut.

    Fordere schon lange, den Politiker-Job nicht zu bezahlen.

    Dann hätten wir ganz anderes Personal in den Parlamenten, die vielleicht auch etwas fürs Land und die Bürger täten und nicht nur an sich selbst denken.

    Eine Santander, Deutsche Bank, Postbank, Noris Bank oder Klarna möchte ich nicht als Vertragspartner.

  • Schau dir mal die Geschichte des „Schwedischen Modells“ an.

    Was die Anfangs „gelitten“ haben… Da lief jahrelang gar nichts..

    Die Schweden hatten das aber eingestielt bevor es runter ging. Da sind wir mit Garantie Riestern angefangen. Das verlorene Jahrzehnt am Aktienmarkt erweist sich jetzt als günstige Einstiegsdekade.

  • Fordere schon lange, den Politiker-Job nicht zu bezahlen.

    Dann hätten wir ganz anderes Personal in den Parlamenten, die vielleicht auch etwas fürs Land und die Bürger täten und nicht nur an sich selbst denken.

    So habe ich das nicht gemeint, denn dann hätten wir nur noch Politiker, die sich das leisten können.

  • Dann jetzt schon vom Balkon:


    Das DIW hat für Bertelsmann gerechnet und zwar in 3 Varianten:

    1. Die abschlagsfreie Rente ab 65 fällt weg und die Leute nehmen die Abschläge in Kauf.

    2. Die Leute ziehen durch und gehen erst ohne Abschläge in Rente.

    3. Mischkalkulation.

    Und da kamen die auf 9,5 Mrd. Einsparung pro Jahr.


    Die Mischkalkulation basiert auf den Erfahrungen in 2014/2015 bei der Einführung der "Rente mit 63".

    Problem dabei:

    Die Alterskohorten sind nicht zwingend vergleichbar.

    Der Arbeitsmarkt ist auch nicht zwingend vergleichbar.

    Die steuerliche Situation in Sachen Rente ist eine Andere.

    Die anderen Altersrenten (als Alternative zur Altersrente für besonders langjährig Versicherte) sind heute anders verfügbar bzw. mit deutlich höheren Abschlägen.

    Und der entscheidende Punkt:

    Der Hinzuverdienst war damals auf einen Minijob begrenzt, ansonsten wären die halbe Rente und mehr weg gewesen. Heute kann man neben der Altersrente mehr verdienen als Musk, Bezos und Zuckerberg zusammen und die Rentenversicherung will es nicht einmal wissen.

  • Der Hinzuverdienst war damals auf einen Minijob begrenzt, ansonsten wären die halbe Rente und mehr weg gewesen. Heute kann man neben der Altersrente mehr verdienen als Musk, Bezos und Zuckerberg zusammen und die Rentenversicherung will es nicht einmal wissen.

    Ist aber nicht schwierig, da die drei Milliardäre nur für einen minilohn arbeiten und somit keine Steuern bezahlen

    Da sehe ich einen Riesenfehler im System.

    Ich zahle als kleiner Angestellter ein Vielfaches an Steuern

  • Ist aber nicht schwierig, da die drei Milliardäre nur für einen minilohn arbeiten und somit keine Steuern bezahlen

    Da sehe ich einen Riesenfehler im System.

    Ich zahle als kleiner Angestellter ein Vielfaches an Steuern

    Laut einiger Leute sind das die einzigen Leistubgsträger, da sie doch so viele Arbeitsplätze schaffen. Absolut fair sich dann auch mal ne Kleinigkeit gönnen zu können und sich ne Stadt zu mieten.

  • https://www.telepolis.de/article/Renten…d-11440782.html

    Also sollen jetzt andere die Rente sichern? Ist das jetzt Ausbeutung dieser anderen? Oder ist es eine Erweiterung des Umlagesystems?

  • Es gibt auch Analysen nach denen sich der Aufbau eines "Deutschlandfonds", also die Aktienrente, schon auf das Bip auswirkt. Da das Geld ja von Arbeitnehmern und Arbeitgebern erstmal fließen muss und damit praktisch nicht mehr für Konsum zur Verfügung steht. Damit lässt sich dann auch keine Wirtschaft oder Binnenkonsum anregen. Das kann man auch kritisch sehen. Denke alles hat zwei Medaillen. Auch die Frühstartrente kann man kritisieren, wenn man es möchte.

  • Also sollen jetzt andere die Rente sichern? Ist das jetzt Ausbeutung dieser anderen? Oder ist es eine Erweiterung des Umlagesystems?

    Ein inherenter Vorteil der Kapitaldeckung ist, dass man eben nicht nur aufs eigene Land angewiesen ist. Die Norweger machen das mit ihrem Staatsfonds schon lange, wenn auch nicht explizit für die Rentenkasse.

    Man kann da natürlich jetzt ein "entweder-oder" Framing betreiben. Passt besonders gut ins Konzept, wenn man eh ein angespanntes Verhältnis zum Kapitalismus hat. Es gibt aber keinen zwingenden Grund, hier einen Gegensatz zu sehen. Man kann eine Kapitaldeckung haben und das Land reformieren. Das mit den Reformen ist halt schwer, gewinne keine Beliebtheitspreise und wird deshalb selten gemacht...

  • Passt besonders gut ins Konzept, wenn man eh ein angespanntes Verhältnis zum Kapitalismus hat.

    (eine sowohl dezent-elegante als auch treffende Formulierung übrigens)

    Nach meinem Dafürhalten eine sehr stimmige Feststellung (unser Land betreffend aber insbesondere auch dieses Forum betreffend). Und eine Beschreibung des "roten Fadens" einer bestimmten Fraktion hier. Umso erstaunlicher, handelt es sich doch um ein Special-Interest-Forum "Finanzen" ...

    Siehe beispielsweise schon hier:

    Dies gilt umso mehr für die Fraktion der Staatsgläubigen hierzulande im Allgemeinen und auch eine "gewisse Fraktion" hier im Forum, die zwar via ETFs (zumeist als "ETF-Sparbüchsen" mit monatlichem Sparplan) - und zu ihrem eigenen Vorteil - in Aktien und damit in Unternehmen, Unternehmer und marktwirtschaftliche Ansätze investiert - die aber ansonsten durch eine erstaunliche Melange aus fehlender Affinität (um die Formulierung "Ferne" zu vermeiden) zur Wirtschaft und zum Unternehmertum sowie einer Art der Sozialromantik gekennzeichnet ist.

    Ein wesentlicher Grund dafür dürfte sein, daß hier (in dem Forum) Selbständige, Freiberufler, Kleinunternehmer, Unternehmer, Mittelständler usw. (deutlich) unterrepräsentiert sind.

    Bei näherem Nachdenken hat das eine gewisse Logik (oder ist fast eine Sachgesetzlichkeit). Für meinen Teil (und die meisten mir bekannten Selbständigen) bedeutete Selbständigkeit sehr lange Zeit "du arbeitest selbst - und das ständig". Hätte daher über die meiste Zeit meines Arbeitslebens gar nicht die Zeit gefunden, für bestimmte Aktivitäten, die ich eben heute altersbedingt habe (70 +).

    Umso erstaunlicher, wieviel Zeit der ein oder andere findet - noch dazu zur besten "Sendezeit" (sprich Arbeitszeit) - um hier zu schreiben ... Das wäre aber ein anderes Thema.

    Das mit den Reformen ist halt schwer, gewinne keine Beliebtheitspreise und wird deshalb selten gemacht...

    Auch das hat eine innere Logik bis hin zu einer Sachgesetzlichkeit.

    Politik die Nachfrageseite betreffend (Ankurbelung derselben) ist vergleichsweise einfach. Der Staat gibt (noch) mehr Geld aus, das sorgt für Aufträge, und darüber freuen sich alle. Noch einfacher (und vermeintlich) schmerzfreier: Das praktiziert der Staat schuldenfinanziert ... oder wie hierzulande mit einer historisch hohen Neuverschuldung ... (daß die noch höheren Schulden die Steuern von "morgen" sind und dabei "in Zukunft" auch zusätzliche Zinsbelastungen anfallen - passiert eben nicht sofort sprich im "Hier und Jetzt").

    Für die (längst überfälligen) Reformen auf der Angebotsseite - den Arbeitsmarkt weiter flexibilisieren, um nur ein Beispiel aus diversen zu nennen - können Politiker dagegen weniger Beifall erwarten (um es noch möglichst subtil zu formulieren - eher Proteste, wäre wahrscheinlich präziser). Auch für das Setzen von Anreizen und das Bescheiden von Fehlanreizen beispielsweise gilt: Überfällig und wirksam - aber nicht alles oder eher wenig davon ist leicht in der Umsetzung und immer angenehm.

    Nur am Rande aber in dem Kontext: Das konjunkturelle Zucken (nach Jahren von nahe Nullwachstum hierzulande macht selbst die Zahl "Eins vor dem Komma" beim Wirtschaftswachstum vielen Hoffnung oder löst gar Begeisterung aus ...) dürfte - nach meiner Einschätzung - ein eher kurzfristiges Zucken bleiben. Die leichte binnenwirtschaftliche Erholung stützt sich bislang weit überwiegend auf den Staat (und die schuldenfinanzierte Ankurbelung der Nachfrage; siehe oben) und nicht auf die private Wirtschaft (private Investitionsquote ist weiter (sehr) schwach). An den Standortbedingungen (Angebotsseite) hat sich nach mehr als einem Reformjahr wenig zum Guten und einiges zum Schlechten geändert.

    Die tendenziell schrumpfende Erwerbsbevölkerung (den Aspekt den "Standort Deutschland" attraktiv zu positionieren für die weltweit begehrte "qualifizierte Zuwanderung" hatte ich hier diverse Male erwähnt) und der seit vielen Jahren eher anämische Anstieg der Produktivität dürften die Wirtschaft hierzulande unerbittlich auf einen (sehr) flachen Wachstumspfad lenken.

    Eine wirklich solide und auf Wachstum abzielende Wirtschaftspolitik sieht jedenfalls anders aus und würde viel deutlicher an der Angebotsseite ansetzen (Rahmenbedingungen zur Verbesserung präziser Wiederherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit).


    Obwohl der "Kosto" (André Kostolany (1908 - 1999) seines Zeichens ungarischer Börsenspekulant mit US-amerikanischer Staatsbürgerschaft) u. a. mit russischen Staatsanleihen großartige Spekulationen erfolgreich gemeistert hatte - träumte er stets von der "größten Spekulation der Welt" ...

    "Die größte Spekulation der Welt wäre es, einen Politiker zu dem Wert einzukaufen, den er hat, und ihn zu dem Wert zu verkaufen, den er sich selbst einräumt"

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