Ratgeber Verkehrsunfall

So verhalten Sie sich richtig, wenn es gekracht hat

Das Wichtigste in Kürze

  • Sichern Sie bei einem Verkehrsunfall als Erstes die Unfallstelle ab, damit Sie sich und andere nicht unnötig gefährden.
  • Rufen Sie Polizei oder Notarzt, falls es einen größeren Schaden gibt oder jemand verletzt ist.
  • Tauschen Sie Namen und Versicherungsdaten mit dem Unfallgegner aus. Nutzen Sie das Formular „Europäischer Unfallbericht“ von Ihrer Versicherung.
  • Bei einem unklaren Unfallhergang gestehen Sie vor Ort keine Schuld ein.
  • Melden Sie den Unfall innerhalb einer Woche Ihrer KfZ-Versicherung.
  • Bei Unfällen im EU-Ausland hilft der Schadenregulierungsbeauftragte der einzelnen Länder.
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Einmal nicht aufgepasst und schon rumst es. Egal, ob auf der Autobahn oder dem Supermarkt-Parkplatz: Wichtig ist vor allem, die Ruhe zu bewahren, um nicht noch mehr Schaden zu verursachen oder sich gar selbst in Gefahr zu bringen. Bei einem größeren Unfall, zum Beispiel auf der Autobahn, ist es wichtig, die Unfallstelle abzusichern. Dafür sollten Sie die Warnblinker einschalten, die Warnweste anlegen und das Warndreieck aufbauen. Je nach Straßentyp stellen Sie das Dreieck zwischen 50 und 200 Metern hinter das Auto, um andere Fahrer zu warnen.

Notruf tätigen

Bei Unfällen auf Autobahnen stehen orange Notrufsäulen zur Verfügung. Der Vorteil: Die zuständige Rettungsstelle sieht genau, wo Sie den Unfall hatten und kann Hilfe direkt dahin beordern. Wenn Sie aber keine solche Säule in der Nähe sehen, laufen Sie nicht fort, um eine zu suchen. Sie sollten generell die Unfallstelle nicht verlassen. Das könnte als Fahrerflucht gewertet werden. Nutzen Sie Ihr Handy und rufen Sie den Notruf unter 112 an. Das funktioniert in allen Staaten der Europäischen Union und auch in vielen anderen Ländern. Den Notruf können Sie auch mit einem Prepaid-Handy ohne Guthaben absetzen. Außerdem können Sie die Notrufnummer des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (0800 668366 3) erreichen und darüber eine Pannenhilfe anfordern, genauso wie beim Automobilklub.

Tipp

Zettel zählt nicht!

Haben Sie ein parkendes Auto gerammt und der Fahrer ist nicht aufzufinden, rufen Sie die Polizei, die den Unfall aufnimmt. Ein Zettel, zum Beispiel an der Windschutzscheibe, kann wegfliegen oder weggenommen werden. Dann könnte gegen Sie wegen Fahrerflucht ermittelt werden.

Ist der Wagen noch fahrtüchtig, sollten Sie ihn zunächst am Rand der Fahrbahn abstellen, um den Weg freizumachen. Ansonsten müssen Sie das Auto abschleppen lassen.

Liegt kein großer Schaden am Auto vor oder ist keine Person verletzt worden, dann müssen Sie die Polizei nicht zwingend hinzuziehen, außer der Unfallhergang ist unklar. Haben Sie allerdings das Gefühl, dass Ihr Gegenüber Alkohol getrunken oder Drogen genommen hat oder eine völlig andere Sicht auf den Unfallhergang hat, sollten Sie unbedingt die Polizei verständigen.

Versicherungsdaten aufnehmen

Nachdem alle in Sicherheit sind, tauschen Sie die Versicherungsdaten mit dem Unfallgegner aus. Dazu gehören Name, Adresse und Telefonnummer sowie das Kennzeichen des Fahrzeugs. Lassen Sie sich am besten die Ausweispapiere zeigen und notieren Sie Versicherungsgesellschaft und Nummer des Versicherungsscheines. Sind die Daten nicht bekannt, hilft der Zentralruf der Autoversicherer unter der Telefonnummer 0800 2502600 kostenfrei weiter. Suchen Sie außerdem nach Zeugen, und notieren Sie deren Kontaktdaten.

Unfall protokollieren

Sie sollten den Unfall möglichst direkt im Anschluss protokollieren. Auch sollten Sie Fotos vom Unfallort machen. Um den Unfall zu dokumentieren, hilft eine Skizze des Unfallhergangs sehr. Am besten besorgen Sie sich aber den Europäischen Unfallbericht, den Sie kostenlos bei Ihrer Versicherung bekommen. Den Bericht gibt es in verschiedenen Sprachen – er ist also auch geeignet, wenn der Unfallgegner kein Deutsch spricht. In dem Bericht geben Sie neben Tag, Datum, Ort und Hergang des Unfalls auch Fahrzeugtypen und Versicherungen der Unfallteilnehmer an. Bestätigen beide Fahrer den Unfallhergang, ist das noch kein Schuldeingeständnis.

Die Schuldfrage klären

Es gibt Unfälle, da ist die Schuldfrage recht klar, zum Beispiel bei Auffahrunfällen: Wer auffährt, hat in der Regel Schuld. Dennoch dürfen Sie nicht freimütig zugeben, schuldig zu sein. Sie sind nicht berechtigt, ohne Zustimmung der Versicherung eine Schuld anzuerkennen. Sind Sie mit dem Unfallgegner uneins über den Hergang, sollten Sie die Polizei rufen. Die Beamten nehmen die Aussagen der Fahrer und gegebenenfalls der Zeugen auf, um zu ermitteln, wie der Unfall zustande gekommen ist. Die Polizei entscheidet aber nicht, wer schuldig ist. Anhand der Protokolle können das die Versicherungen entscheiden – oder am Ende ein Gericht.

Schaden melden

Auch wenn Sie sich sicher sind, dass der andere Fahrer Schuld hat, sollten Sie stets innerhalb von einer Woche den Schaden Ihrer Versicherung melden. Ansonsten verstoßen Sie gegen die Anzeigepflicht. Sobald die Schuldfrage geklärt ist, können Sie sich auch direkt an die Kfz-Versicherung des Unfallgegners wenden, damit Ihr Schaden bezahlt wird. Je nach Art des Schadens sollten Sie auch andere Versicherungen informieren: bei einem Personenschaden zum Beispiel die Haftpflichtversicherung. Sind Sie verletzt, melden Sie das Ihrer Krankenkasse und dem Arbeitgeber. Wenn Sie arbeitslos sind, müssen Sie sich bei der Arbeitsagentur krank melden.

Art der Versicherung ist ausschlaggebend

Haben Sie den Schaden verursacht, liegt es am Umfang Ihrer Kfz-Versicherung, welche Schäden Sie ersetzt bekommen. Verpflichtend ist nur die Kfz-Haftpflichtversicherung, bei der ausschließlich Schäden an anderen Autos abgedeckt sind. Auf den Kosten für die Reparatur des eigenen Autos bleiben Sie dann sitzen. Bei einer Vollkaskoversicherung dagegen ist Ihr Auto ebenfalls abgesichert.

Weitere Tipps zur Voll- und Teilkasko

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein

  • Teilkasko kommt nur für selbst verschuldete Schäden auf.
  • Vollkasko ersetzt alle Schäden am eigenen Auto.
  • Schadenfreiheitsrabatt gibt es nur bei der Vollkasko.

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Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Unfall im Ausland

Wer einen Unfall im Ausland hat, sollte den Europäischen Unfallbericht immer dabei haben. Zusätzlich dazu hilft der Schadenregulierungsbeauftragte der einzelnen EU-Länder. Dieser trägt alle wichtigen Informationen zu dem Fall zusammen und hilft so bei der Abwicklung. Passiert Ihnen zum Beispiel im Italienurlaub ein Unfall mit einem Einheimischen, können Sie sich über den Zentralruf der Autoversicherer unter der Telefonnummer +49 40 300 330 300 an den Beauftragten für italienische Versicherungen in Deutschland wenden.

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Artikel verfasst von

Eric Brandmayer

Redaktions-Volontär bei Finanztip

Eric Brandmayer unterstützt die Redaktion von Finanztip als Volontär. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er bereits in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.

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