Bahnreisen

Günstiger unterwegs mit der Bahncard

Das Wichtigste in Kürze

  • Bereits ab zwei oder drei Fahrten lohnt sich die Bahncard 25.
  • Vielfahrer, die häufig spontan fahren, profitieren von der Bahncard 50.
  • Wer extrem oft mit der Bahn unterwegs ist, für den rechnet sich die Bahncard 100. Sie ist deutlich günstiger als die Kosten, die ein durchschnittlicher Pkw im Jahr verursacht.
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Die Deutschen lieben die Bahncard – fünf Millionen Bundesbürger besitzen die Rabattkarte der Deutschen Bahn. Dabei ist das Konzept hinter der Bahncard eher ungewöhnlich: Kunden bezahlen zuerst einen bestimmten Betrag, um ein Jahr lang einen Nachlass auf jede Fahrkarte zu erhalten. Wir haben nachgerechnet, für wen sich die Bahncard 25, 50 oder 100 lohnt.

Tipp

Vorteil für Bahncard-Besitzer

Inhaber einer Bahncard sparen die Anmeldegebühr für Flinkster, dem Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn. Außerdem erhalten sie bis zu 25 Prozent Nachlass auf Anmeldung und Preis des Mietrad-Angebots Call-a-Bike.

Bahncard 25 rechnet sich schnell

Mit der Bahncard 25 erhalten Fahrgäste einen Rabatt von 25 Prozent auf den Normal- oder Sparpreis. Die Karte kostet 62 Euro pro Jahr für die zweite Klasse und 125 Euro für die erste. Die ermäßigten Preise betragen 41 Euro für die zweite Klasse und 81 Euro für die erste. Die Ermäßigung erhalten Schüler, Studenten und Auszubildende bis 27 Jahre sowie Senioren über 60 Jahre, auch für Schwerbehinderte gibt es die Bahncard 25 und 50 vergünstigt. Außerdem erhalten Partner von Bahncard-Inhabern mit gemeinsamem Wohnsitz den vergünstigten Preis.

Die Bahncard 25 für die zweite Klasse lohnt sich, wenn Sie mehr als rund 250 Euro im Jahr für Bahn-Fahrkarten ausgeben. Bei der Verbindung Frankfurt/Main–München ist das beispielsweise bereits ab der dritten Fahrt der Fall. Allerdings gilt das nur dann, wenn man den Normalpreis von 101 Euro zugrunde legt. Ergattern Sie stets den Sparpreis von 29 Euro – was unwahrscheinlich ist –, dann lohnt sich die Bahncard 25 in dem Beispiel erst ab der neunten Fahrt. Für viele regelmäßige Bahnfahrer ist die Karte empfehlenswert. Ihre Vorteile sind der relativ geringe Anschaffungspreis und die Möglichkeit, den Rabatt von 25 Prozent auch auf bereits reduzierte Fahrkarten (Sparpreise) zu erhalten.

Für nur 10 Euro können Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren eine eigene Bahncard bekommen. Die Jugend-Bahncard 25 ist für die erste und zweite Klasse gültig, es gibt 25 Prozent Nachlass auf den Normal- oder Sparpreis. Das ist vor allem für Teenager von 15 bis 18 interessant, denn Kinder bis einschließlich 14 fahren in Begleitung eines Erwachsenen umsonst mit. Die Bahncard 25 Jugend erhalten Sie nur im DB-Reisezentrum oder in DB-Agenturen, sie ist nicht online bestellbar.

Tipp

Bahncard-Berater nutzen

Nach wie vielen Fahrten sich eine bestimmte Bahncard für Sie lohnt, können Sie auch mithilfe des Bahncard-Beraters auf der Website der Bahn berechnen.

Bahncard 50 für spontane Vielfahrer

Einen Nachlass von 50 Prozent auf den regulären Fahrpreis erhalten Kunden mit der Bahncard 50. Auf Sparpreise gab es lange Zeit keinen Rabatt. Seit 2016 erhalten jedoch auch Inhaber einer Bahncard 50 einen Nachlass von 25 Prozent auf den Sparpreis. Achtung: Der Sparpreis-Rabatt mit der Bahncard 50 gilt vorerst nur im Fernverkehr, also in ICEs, ICs und ECs. Falls Sie ein Teilstück Ihrer Reise mit einer Regionalbahn zurücklegen, kann es insgesamt günstiger sein, für diesen Abschnitt eine separate Fahrkarte zu erwerben.

Die Bahncard 50 kostet 255 Euro in der zweiten Klasse und 515 Euro in der ersten. Die ermäßigten Preise betragen 127 Euro für die zweite Klasse und 252 Euro für die erste. Zum ermäßigten Preis können auch Partner von Bahncard-50-Inhabern eine Partnerkarte bestellen.

Die Bahncard 50 für die zweite Klasse rechnet sich, wenn Sie für mehr als rund 770 Euro im Jahr Fahrkarten zum Normalpreis kaufen. Geben Sie weniger aus, fahren Sie mit der Bahncard 25 günstiger. 770 Euro zum Normalpreis entspricht zum Beispiel viermal Frankfurt/Main–München und zurück oder fünfmal Berlin–Hamburg inklusive Rückfahrt. Mit der Bahncard 50 erhalten Sie seit 2016 ebenfalls einen Rabatt auf Sparpreise. Somit profitieren auch Inhaber einer Bahncard 50, die früh buchen und einen Sparpreis ergattern. Wenn Sie aber sehr häufig zum Sparpreis fahren, sind Sie mit einer Bahncard 25 wohl besser beraten.

Wir empfehlen Ihnen die Bahncard 50, falls Sie sehr häufig spontan fahren und sich keine Gedanken um Sparpreise oder günstige Restplätze machen wollen. Außerdem ist die Karte sinnvoll, wenn Sie eine Zugbindung ablehnen und immer frei entscheiden wollen, in welchen Zug Sie einsteigen. Insbesondere Geschäftsleute können von der Bahncard 50 profitieren.

Deutsche Bahn (Bahncard)
Rabattkarte

  • Bahncard 25 gewährt Rabatt auch auf Sparpreise und kann sich bereits ab zwei bis drei Fahrten im Jahr lohnen
  • Bahncard 50 rechnet sich für spontane Vielfahrer
  • mit Bahncard 50 auch Rabatt auf Sparpreise
  • Bahncard 100 ist deutlich günstiger als die Jahreskosten vieler Pkw
Deutsche Bahn (Bahncard)

Bahncard 100 für Extremreisende

Unbegrenzt Bahnfahren zum Pauschalpreis ist mit der Bahncard 100 möglich. Sie kostet 4.090 Euro in der zweiten Klasse und 6.890 Euro in der ersten. Alternativ können Sie die Bahncard 100 monatlich bezahlen: Die Preise betragen dann 379 Euro für die zweite Klasse und 639 Euro für die erste. Die Mindestlaufzeit beträgt zwölf Monate. Aufs Jahr gerechnet, ist das monatliche Abonnement deutlich teurer als die jährliche Zahlweise: 458 Euro beziehungsweise 778 müssen Kunden mehr auf den Tisch legen. Zudem verlängert sich das Abo automatisch um ein weiteres Jahr, wenn Inhaber es nicht rechtzeitig kündigen.

Ehe- und Lebenspartner von Bahncard-100-Inhabern können eine Bahncard 25 oder 50 zum ermäßigten Preis kaufen. Kinder bis einschließlich 17 Jahre, die im Haushalt leben, erhalten eine Bahncard 25 gratis.

Wenn Sie fast täglich Bahn fahren und im Schnitt mehr als 21 Euro am Tag für Fahrscheine ausgeben, lohnt sich eine Bahncard 100 für die zweite Klasse. Die normalen Kosten für Tickets müssen im Jahr 7.600 Euro deutlich übersteigen, damit sie sich rechnet. Falls Sie weniger ausgeben, lohnt sich stattdessen die Bahncard 50. Übrigens: Die jährlichen Kosten eines VW Passat sind bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern mit 8.148 Euro ungefähr doppelt so hoch wie der Preis einer Bahncard 100.

Bahncards im Vergleich

  Bahncard 25 Bahncard 50 Bahncard 100
Preis 2. Klasse 62 € 255 € 4.090 €
Preis 1. Klasse 125 € 515 € 6.890 €
Preis 2. Klasse ermäßigt 41 € 127 € nicht verfügbar
Preis 1. Klasse ermäßigt 81 € 252 € nicht verfügbar
Rabatt auch auf Sparpreis ja ja entfällt
Lohnt sich bei Ticket-Ausgaben von …¹ 248 bis 772 € 773 bis 7.670 € 7.671 € und mehr

¹ Jährlich, gemessen am Normalpreis, zweite Klasse.
Quelle: Finanztip-Recherche, Deutsche Bahn (Stand: 16. Februar 2015)

Für alle Bahncard-Varianten gilt: Falls auf der Fernverkehrs-Fahrkarte „+City“ vermerkt ist, können Bahncard-Inhaber auch den öffentlichen Nahverkehr in der Start- und in der Zielstadt gratis nutzen. Bei grenzüberschreitenden Reisen in bestimmte Länder erhalten Bahncard-Besitzer eine Ermäßigung von 25 Prozent auf die ausländische Strecke („Rail-Plus“).

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Probe-Bahncard lohnt sich kurzfristig

Seit August 2015 sind die Bahncards 25, 50 und 100 auch mit drei Monaten Laufzeit erhältlich. Die Probe-Bahncard 25 kostet 19 Euro für die zweite Klasse und 39 Euro für die erste. Für die Probe-Bahncard 50 werden 79 Euro beziehungsweise 159 Euro fällig. Die Probe-Bahncard 100 schlägt mit 1.249 Euro beziehungsweise 2.249 Euro zu Buche. Die Probe-Bahncards verlängern sich automatisch um ein Jahr, wenn sie nicht spätestens sechs Wochen vor Laufzeitende schriftlich gekündigt werden.

Eine Probe-Bahncard mit drei Monaten Laufzeit lohnt sich nur, falls Sie die Rabattkarte tatsächlich nur in einem kurzen Zeitraum benötigen. Dann können Sie sich damit einen großen Teil des regulären Jahrespreises sparen. Vergessen Sie dann nicht, die Karte rechtzeitig zu kündigen, oder nutzen Sie einen Kündigungsdienst.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Digitales

Dienstleister beenden unliebsame Verträge

  • Kündigungsdienste kennen hunderte Anbieter.
  • Dienstleister formulieren Kündigung, verschicken sie auf Wunsch und bieten Versandnachweis.
  • Hoher Datenschutz laut AGB.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

Sind Sie hingegen regelmäßiger Fahrgast, dann sind die normalen Bahncards mit einem Jahr Laufzeit günstiger. So kostet die Bahncard 25 für die zweite Klasse 62 Euro, für die Probe-Bahncard 25 zahlen Sie auf ein Jahr gerechnet 76 Euro. Die normale Bahncard 50 kostet 255 Euro, während die Probe-Bahncard 50 auf ein Jahr gerechnet mit 316 Euro zu Buche schlägt.

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.