Solarenergie

Sonnenstrom im Akku speichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, sollte möglichst viel von seinem Sonnenstrom selbst verbrauchen.
  • Batteriespeicher helfen dabei, den Eigenverbrauch mindestens zu verdoppeln.
  • Doch voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2018 werden Speicher so günstig sein, dass sich der Kauf für die meisten Verbraucher lohnt.
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Rund 45.000 Speicher für Strom aus Photovoltaik-Anlagen gab es Ende Januar 2017 in Deutschland. Das kann eine Batterie im Keller eines Privathauses sein oder ein großer Akku in einem mittelständischen Betrieb. Die Zahl der Speicher wächst stetig. Aber im Verhältnis zu den rund 1,6 Millionen Solarstromanlagen in Deutschland ist sie noch klein. Marktforscher erwarten, dass die Nachfrage nach den Geräten stärker steigen wird, wenn ihr Preis weiter fällt. Und zwar so weit, dass sich der Kauf eines solchen Akkus ökonomisch lohnt. Das ist dann der Fall, wenn das Speichern einer Kilowattstunde Solarstrom günstiger ist, als die Energie aus dem Stromnetz zu beziehen. Das könnte schon 2018 der Fall sein. Bislang hilft ein Förderprogramm der KfW-Bankengruppe bei der Finanzierung eines Batteriespeichers. Wir erklären Ihnen, wie Sie zu einem sicheren Gerät kommen. 

Speicher in der richtigen Größe wählen

Über die Website Solartechnikberater finden Sie einen guten Planer und geeignete Handwerker in Ihrer Nähe. Gemeinsam mit dem Planer bestimmen Sie die Größe Ihres Speichers. Diese muss genau zu Ihrem Stromverbrauch und zu Ihrer Photovoltaik-Anlage passen.

Ist der Speicher zu groß, wird seine Kapazität nicht ausgenutzt. Außerdem ist er unnötig teuer. Ist der Akku dagegen zu klein, wird nicht das ganze Potenzial der Photovoltaik-Anlage ausgeschöpft. Das heißt: Sie müssen unnötig viel Strom ins Netz einspeisen und daraus beziehen.

Lithium-Ionen-Technik besser als Blei-Säure-Akkus

Mindestens ebenso wichtig wie die Größe ist die Technik der Batterie. In der Vergangenheit wurde Strom oft in Blei-Säure-Akkus gespeichert. Diese Technik wurde bis Ende 2015 fast völlig vom Markt verdrängt. Im Vergleich zur moderneren Lithium-Ionen-Technik haben Blei-Akkus einige Nachteile: Sie sind nicht so häufig aufladbar, dadurch ist ihre Lebensdauer geringer. Sie können nur ungefähr 3.000 Mal vollständig ge- und entladen werden. Bei Lithium sind es 5.000 bis 10.000 sogenannte Vollladezyklen. Blei-Akkus können nur zu höchstens 50 Prozent entladen werden, Lithium-Akkus zu 90 Prozent.

Außerdem sind Blei-Batterien bei gleicher Leistung wesentlich größer und schwerer als die modernere Konkurrenz. Weil der frühere Preisvorteil der älteren Technik mittlerweile verschwunden und die Leistung deutlich schlechter ist, sprechen auch die Kosten pro gespeicherter Kilowattstunde Strom nicht mehr für Blei-Akkus.

Speicher sind noch nicht wirtschaftlich

Batteriespeicher für Solarstrom sind immer noch teuer. Die Preise für Speichersysteme aus Lithium-Ionen-Zellen sinken zwar pro Jahr um durchschnittlich 18 Prozent. Sie lagen aber zum Jahresende 2016 immer noch bei mindestens 1.300 Euro (ohne Mehrwertsteuer) pro Kilowattstunde Speicherleistung. Die gängigen Speicher für Einfamilienhäuser kosten zwischen 4.000 und 15.000 Euro. Die Kosten pro gespeicherte Kilowattstunde Strom liegen bei günstigen Akkus zwischen 20 und 30 Cent.

Aus rein wirtschaftlichen Gründen lohnt es sich in den meisten Fällen nicht, einen Batteriespeicher anzuschaffen. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn die Preise für die Akkus noch weiter fallen. Wer also ökonomisch denkt, sollte mit dem Kauf eines Speichers noch so lange warten.

Gute Geräte sollten lang halten und nicht brennen

Es gibt einen wichtigen Grund, auf die Qualität eines Speichers zu achten: In den vergangenen Jahren sind Stromspeicher bei unabhängigen Tests in Brand geraten. Auf diese Gefahr hatte vor allem das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hingewiesen. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler flossen in den Sicherheitsleitfaden ein, den Verbände der Solar- und Elektroindustrie für Lithium-Ionen-Speicher veröffentlichten. Auf der Fachmesse Intersolar im Juni 2015 wurden erste Speicher vorgestellt, die nach diesem Leitfaden geprüft worden sind. Es besteht aber keine Pflicht für Hersteller, den Leitfaden anzuwenden. Das wird sich ändern, wenn die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-50-2 in Kraft tritt - sie greift die Regeln für sichere Batteriespeicher aus dem Leitfaden auf.

Ein weiteres wichtiges Kriterium beim Kauf eines Speichers ist die sogenannte Zyklenfestigkeit des Geräts. Diese gibt an, wie häufig ein Speicher geladen und wieder entladen werden kann, ohne dass dabei die Speicherkapazität stark einbricht. Bislang haben sich die Hersteller von dezentralen Batteriespeichern auf keine einheitlichen Tests zur Ermittlung der Zyklenfestigkeit festgelegt. Daher sind die Angaben der Hersteller untereinander nicht vergleichbar. Wird die maximale Zahl der Ladezyklen angegeben, sollten Verbraucher nachfragen, wie hoch dann die Speicherkapazität des Geräts noch ist. Sinkt die Speicherkapazität einer Lithium-Ionen-Batterie unter 80 Prozent, ist ihre Leistungsfähigkeit schon sehr eingeschränkt.

Häufig ist inzwischen die Angabe von 10.000 Ladezyklen. Da davon auszugehen ist, dass ein Batteriespeicher beinahe täglich geladen und wieder entladen wird, entsprechen 10.000 Ladezyklen einer Lebensdauer des Geräts von mehr als 20 Jahren.

Ein Anlagenpass sichert die Garantie

Außerdem sollten Sie sich von Ihrem Installationsbetrieb einen Anlagenpass für Ihre Photovoltaik-Anlage und Ihren Speicher ausstellen lassen. In diesem ist genau zu dokumentieren, wie die Anlagen aufgebaut und verschaltet sind. Das erleichtert Reparaturen. Außerdem ist es dann einfacher, Garantieansprüche durchzusetzen. Wie ein Batteriespeicher zu installieren, warten und auch wieder zu demontieren und entsorgen ist, beschreibt die Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-2. Sie ist Grundlage für die Arbeit der Installateure.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.