Private Unfallversicherung

Für wen eine Unfallversicherung sinnvoll ist

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Unfallversicherung zählt nicht zu den wichtigsten Versicherungen. Sie ist nur bei einem erhöhten Unfallrisiko sinnvoll.
  • Zwei Drittel aller Unfälle passieren in der Freizeit. Die gesetzliche Unfallversicherung deckt nur die Arbeitszeit ab.
  • Die Versicherungssumme ist die wichtigste Leistung bei der privaten Unfallversicherung. Sie sollte abhängig von Ihrem Alter etwa das Vier- bis Sechsfache Ihres Jahreseinkommens betragen.
  • Lassen Sie sich nicht von niedrigen Preisen blenden. Vergleichen Sie die Leistungen bei verschiedenen Invaliditätsgraden.

So gehen Sie vor

  • Beurteilen Sie anhand Ihres individuellen Risikos, ob Sie überhaupt eine private Unfallversicherung benötigen.
  • Wichtiger ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Denn es ist wahrscheinlicher, dass Sie wegen einer Krankheit nicht mehr arbeiten können.
  • Bestimmen Sie Ihren Kapitalbedarf für die Unfall-Police anhand Ihres Jahreseinkommens, zum Beispiel mithilfe unserer Tabelle.
  • Wählen Sie auf einem Vergleichsportal einen Tarif anhand unserer Empfehlungen aus. Vereinbaren Sie ausreichend Grundinvaliditätssumme und Todesfallleistung. 225 oder 350 Prozent Progression genügen.
  • Die Versicherungsbedingungen sind sehr komplex. Achten Sie auf die von uns genannten wichtigsten Punkte.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema Unfallversicherung sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Rund um die Unfallversicherung gibt es einige Missverständnisse. Wer sich beim Sturz vom Fahrrad das Handgelenk bricht oder beim Sport das Kreuzband reißt, ist mit einer Unfallversicherung gut geschützt - denken viele. Doch weit gefehlt: Tatsächlich deckt eine Unfallversicherung in erster Linie schwere Unfälle ab, die bleibende gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Ein einfacher Beinbruch nach dem Ausrutschen auf Glatteis ist in aller Regel finanziell kein Drama – dafür gibt es aus einer Unfallversicherung praktisch keine Leistungen, und dafür braucht man auch keine.

Ist eine Unfallversicherung überhaupt sinnvoll?

Den Abschluss einer Unfallversicherung sollten Verbraucher sich gut überlegen. Denn im Allgemeinen wird das Risiko überschätzt, einen schweren Unfall mit daraus folgender Behinderung zu haben. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts gehen nur 2 Prozent aller Schwerbehinderungen auf Unfälle zurück, die allermeisten (85 Prozent) auf Krankheiten. Infolgedessen bleiben laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von jedem Euro Beitrag in der privaten Unfallversicherung etwa 19 Cent als Gewinn beim Versicherer, während es im Durchschnitt aller Schadenversicherungen nur 3 Cent sind. Unfallversicherungen sind also angesichts der Schadenswahrscheinlichkeit schlicht zu teuer.

Ob sich eine Unfallversicherung lohnt, ist in erster Linie eine Frage Ihres persönlichen Risikos und Ihres Sicherheitsbedürfnisses. Wichtiger als eine private Unfallversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).  Denn laut GDV-Statistik ist es neunmal wahrscheinlicher, dass Sie aufgrund einer Krankheit Ihren Job nicht mehr ausüben können als durch einen Unfall. Und die BU deckt Unfälle natürlich auch mit ab. Die Unfallversicherung ist daher nur als zusätzliche Absicherung sinnvoll. Wer sich für den Fall wappnen will, dass er nicht mehr arbeiten kann, sollte sich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung und deren Alternativen befassen.

Zu den Risikogruppen gehören vor allem Motorrad- und Rennradfahrer sowie Mountainbiker. Auch Ski- und Snowboardfahrer sowie alle Extremsportler sollten sich den Abschluss überlegen. Beim durchschnittlichen Freizeitsportler hält sich das Risiko eines schweren Unfalls dagegen in Grenzen. Achtung: Einige Versicherer schließen besonders gefährliche Freizeitaktivitäten vom Schutz aus. Deshalb sollten Kunden vor Abschluss einer Unfallpolice klären, inwieweit ihr risikoreiches Hobby mitversichert ist.

Bei Senioren haben Stürze oft gravierende gesundheitliche Folgen. Daher ist für sie eine Unfallversicherung in der Regel sinnvoll. Allerdings nehmen viele Versicherer Kunden nur bis zu einem bestimmten Alter an, und auch die Preisunterschiede sind enorm. Vergleichen Sie daher mithilfe unseres Ratgebers gut die Angebote.

Kinder können naturgemäß noch nicht gegen Berufsunfähigkeit versichert werden. Eine Unfallversicherung kann für sie daher ähnlich wie für Senioren sinnvoll sein, ist aber kein Muss – anders als es die Werbung der Versicherer gerne darstellt. Denn in der Regel erholen sich Kinder schnell von Stürzen und tragen nur selten bleibende Schäden davon. Eltern sollten deshalb nur eine Unfallversicherung für ihr Kind abschließen, wenn sie ein hohes Risiko für einen schweren Unfall sehen, beispielsweise weil ihr Nachwuchs reitet.

Die Versicherungssumme ist die wichtigste Leistung

Wenn Sie sich tatsächlich für eine Unfallversicherung entscheiden, dann heißt es wie bei den meisten Versicherungen: Nicht kleckern, sondern klotzen! Sie sollten nicht am falschen Ende sparen und zu geringe Versicherungsleistungen vereinbaren. Denn wenn ein schwerer Unfall passiert, kann das gravierende finanzielle Folgen haben. Im schlimmsten Fall können Sie nicht mehr Vollzeit arbeiten, müssen Ihr Zuhause behindertengerecht umbauen und zusätzliche Behandlungskosten zahlen.

Bei einem Büroangestellten kostet eine oft ausreichende Grundinvaliditätssumme von 150.000 Euro mit 225 Prozent Progression in einem guten Tarif etwa 135 bis 265 Euro im Jahr, während meist ungenügende 75.000 Euro auf circa 70 bis 135 Euro jährlich kommen.

Invaliditätssummen und Progression
Die wichtigste Leistung der Unfallversicherung ist die Kapitalzahlung, wenn der Versicherte aufgrund eines Unfalls dauerhaft invalide ist. Bei der Kapitalleistung unterscheidet die Unfallversicherung zwischen der Versicherungssumme, auch Grundinvaliditätssumme genannt, und der Vollinvaliditätssumme.

Wie hoch die Vollinvaliditätssumme ist, hängt von der sogenannten Progression ab. Die Progression bestimmt, wie viel Prozent der Versicherungssumme der Betroffene bei welchem Grad der Behinderung bekommt:  

Grundinvaliditätssumme x Progressionssatz = Vollinvaliditätssumme
(zum Beispiel 100.000 Euro x 350% = 350.000 Euro)

Die Progression sorgt dafür, dass Versicherte bei schweren Behinderungen eine besonders hohe Leistung ausgezahlt bekommen. Das ist sinnvoll, da in solchen Fällen der Kapitalbedarf in der Regel immens ansteigt. Wir empfehlen eine Progression von 225 oder 350 Prozent.

Kapitalbedarf
Um zu klären, wie viel Geld Sie im Falle einer Invalidität brauchen, gilt es zwei Fragen zu beantworten:

  • Welcher Bedarf entsteht einmalig, beispielsweise durch notwendige Umbauten am Haus (Treppenlift) oder durch einmalige Anschaffungen (elektrischer Rollstuhl)? Diese Kosten sehen je nach Ihrem individuellen Umfeld unterschiedlich aus. Spielen Sie am besten ein Unfallszenario für sich durch und erstellen Sie eine Liste der zu erwartenden Kosten.
  • Welche Kosten kämen auf mich zu, zum Beispiel durch Gehaltsverlust oder Kinderbetreuungskosten? Diese laufenden Kosten sollten Sie lieber nicht durch eine Unfallversicherung, sondern durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abdecken. Nur wenn Sie keine BU möchten oder keine bekommen können, sollten Sie diese Kosten über eine Unfallpolice versichern.

Die folgende Tabelle bietet Anhaltspunkte dafür, wie hoch der Kapitalbedarf für die Unfallversicherung für verschiedene Personengruppen ist. Sie unterstellt, dass der Kunde keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat.

Grundinvaliditätssumme gemessen am Jahresbruttoeinkommen

Alter         20.000 € 30.000 €         40.000 €         50.000 €         60.000 €         70.000 €
ca. 20 Jahre         120.000 € 180.000 €         240.000 €         300.000 €         360.000 €         420.000 €
ca. 30 Jahre         100.000 € 150.000 €         200.000 €         250.000 €         300.000 €         350.000 €
ca. 40 Jahre         80.000 € 120.000 €         160.000 €         200.000 €         240.000 €         280.000 €
ca. 50 Jahre         60.000 € 90.000 €         120.000 €         150.000 €         180.000 €         210.000 €
Kinder         mind. 150.000 €                                          
Senioren         mind. 100.000 €                                          

Quelle: finanzen.de (Stand: 18. August 2014)

Zur Erklärung: Je älter ein Versicherter ist, desto kürzer muss er bei einer Invalidität mit der Versicherungsleistung auskommen. Außerdem wird generell davon ausgegangen, dass im Alter zwischen 20 und 50 das private Vermögen wächst.

Wem die Beiträge für die obigen Versicherungssummen zu teuer sind, der sollte mindestens das Dreifache seines Jahreseinkommens als Grundinvaliditätssumme versichern.

Kunden, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, können eine geringere Versicherungssumme wählen, je nachdem wie hoch die bereits versicherte Berufsunfähigkeitsrente ist.

Bedarf bei Kindern
Eltern haben bei einer Behinderung ihres Kindes in den meisten Fällen Anspruch auf verschiedene Unterstützungsleistungen. Wollen sie dennoch eine Unfallversicherung für ihr Kind abschließen, sollte die Versicherungssumme so bemessen sein, dass die laufenden Kosten einer Betreuung für ein behindertes Kind gedeckt sind. Der Kapitalbedarf dafür ist sehr hoch, da diese Kosten bei einer Invalidität ein Leben lang anfallen.

Wir empfehlen daher eine Grundinvaliditätssumme von mindestens 150.000, besser 200.000 Euro. Die Progression sollte mindestens 225 Prozent betragen. Einmal mehr gilt: Wenn Sie diese Versicherung abschließen wollen, machen Sie es richtig, sodass die Kosten auch wirklich gedeckt werden.

Wer später eine Berufsunfähigkeitsversicherung für sein Kind abschließt, kann die private Unfallversicherung reduzieren oder ganz kündigen.

Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Staatliche Rente reicht nicht aus

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für fast jeden sinnvoll.
  • Versichern Sie eine ausreichend hohe Rente.
  • Achten Sie auf die Leistung nicht auf den Preis.
  • Wer Gesundheitsfragen falsch beantwortet, bekommt womöglich keine Leistung.

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Von uns empfohlene Makler:

Diese Merkmale machen einen guten Tarif aus

Den richtigen Anbieter und Tarif zu finden, ist nicht einfach. Die Versicherer bieten eine Unzahl an Tarifen an, die sich in vielen Leistungs- und Bedingungsmerkmalen unterscheiden. Viele davon sind schlicht Marketing-Gags der Versicherungen, um sich aus der Masse hervorzuheben und den Vermittlern Verkaufsargumente zu liefern.

Gliedertaxe
Nach der Progression ist die Gliedertaxe das wichtigste Merkmal eines Tarifs. Die Gliedertaxe bestimmt, wie viel Geld der Versicherte bei Funktionsverlust eines bestimmten Körperteils erhält. Je besser die Gliedertaxe, desto teurer im Allgemeinen der Tarif. Gliedertaxe und Progression überprüfen Sie am besten gemeinsam anhand einiger Körperteile. Wir erklären weiter unten, wie das recht einfach funktioniert.

Für bestimmte Berufe, beispielsweise Zahnarzt, bieten die Versicherer spezielle Tarife mit hohen Gliedertaxen für die Hände an, die meist recht teuer sind. Bevor Sie einen solchen speziellen Tarif abschließen, sollten Sie überprüfen, ob die Gliedertaxe eines guten Standardtarifs nicht ausreicht.

Achtung

Finger weg von Tarifen mit Beitragsrückgewähr

Tarife, bei denen Kunden am Ende der Laufzeit die eingezahlten Beiträge zurückbekommen, falls sie keinen Unfall haben, sind bei Provisionsvermittlern immer noch sehr beliebt. Was sich gut anhört, ist eine Mogelpackung: Die Beiträge sind um ein Vielfaches höher als die reiner Unfallversicherungen – und die Rendite am Ende oft unterirdisch.

Mitwirkung von Erkrankungen
Falls der Versicherte eine Erkrankung hat und diese für die Gesundheitsfolgen eines Unfalls mitverantwortlich ist, kürzt der Versicherer seine Leistung in der Regel anteilig. Ein Beispiel ist ein Mensch mit Osteoporose (Knochenbrüchigkeit), bei dem ein Hüftbruch schlimmer ausfällt als bei einem gesunden Menschen. Ein guter Tarif mindert die Leistung erst, wenn die Erkrankung zu mindestens 50 Prozent für die Invalidität verantwortlich war.

Verlängerte Fristen bei Invaliditätsansprüchen
Normalerweise wird eine Invalidität nur anerkannt, wenn sie spätestens zwölf Monate nach dem Unfall eintritt und spätestens 15 Monate nach dem Unfall ärztlich festgestellt und der Versicherung mitgeteilt wird. Gute Tarife verlängern diese Fristen auf 18 Monate oder mehr.

Eigenbewegung und erhöhte Kraftanstrengung
Eigentlich ist ein Unfall unter anderem durch ein von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis definiert. Von Vorteil ist es, wenn die Versicherung sowohl eigene Bewegung (zum Beispiel ein Achillessehnenriss ohne Fremdeinwirkung) als auch erhöhte Kraftanstrengung (etwa eine Wirbelverrenkung oder ein Muskelriss durch schweres Heben) anerkennt.

Herzinfarkt, Schlaganfall und Alkoholklausel
Versichert sollten auch Unfälle sein, die durch einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall ausgelöst wurden. Außerdem zahlen gute Tarife auch, wenn ein Unfall unter dem Einfluss von Alkohol oder Medikamenten passiert.

Infektionen und Insektenstiche
Achten Sie darauf, dass auch Infektionen oder Krankheiten durch Insektenstiche als Unfall gelten. Dann ist etwa eine durch Zeckenbiss übertragene Borreliose versichert.

Die richtigen Leistungen vereinbaren

Bevor Kunden über die gewünschte Höhe der Versicherungsleistungen entscheiden, sollten sie zwei Dinge bedenken:

Ausreichende Grundinvaliditätssumme
Wer eine Unfallversicherung abschließt, sollte unbedingt eine ausreichend hohe Grundinvaliditätssumme vereinbaren, denn geringe Invaliditätsgrade sind häufiger als hohe. Deshalb gilt: besser eine hohe Grundinvaliditätssumme als eine hohe Progression. So bekommen Versicherte auch bei einem geringen Invaliditätsgrad, etwa 15 Prozent, schon eine nennenswerte Summe, mit der sie notwendige Umbauten oder Anschaffungen finanzieren können. Kunden sollten außerdem darauf achten, dass die Versicherung schon ab 1 Prozent Invalidität zahlt.

Gute Leistungskurve
Eine hohe Progression garantiert nicht automatisch auch die höchste Leistung. Denn in welchen Schritten die Leistung für unterschiedliche Schweregrade der Behinderung ansteigt, unterscheidet sich je nach Anbieter. Zwei Tarife mit 350 Prozent Progression und gleicher Gliedertaxe können ganz unterschiedliche Progressionskurven aufweisen. Das heißt, sie zahlen beispielsweise bei einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent verschieden hohe Leistungen. Deshalb ist es sinnvoll, einen Tarif zu wählen, der die Leistungen bereits bei niedrigen Invaliditätsgraden vervielfacht.

Die Progressionskurve eines guten Tarifs sollte mindestens die in der Tabelle genannten Werte ergeben.

So viel Prozent der Versicherungssumme sollten ausbezahlt werden...

bei dieser Progression… und diesen Invaliditätsgraden
  25%         50%          75%           100%   
225% 25%        75%         150%       225%   
350% 25%       100%       225%       350%    
500% 25%       100%       300%       500%    

Annahmen: 18-64-Jähriger, keine körperliche Berufstätigkeit, Todesfallsumme: 10.000 Euro, keine weiteren Leistungsmerkmale

 

Wie überprüfe ich die Progression und die Gliedertaxe am besten?

Am einfachsten können Sie die Progression ablesen, wenn Sie auf einem Vergleichsportal die Leistungen der Gliedertaxe für den Verlust von

  • Daumen,
  • Hand und
  • Fuß

in Euro vergleichen. Anhand dieser drei konkreten Summen haben Sie einen guten Vergleich, der sowohl die Progression als auch die Gliedertaxe beinhaltet.

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Manche Zusatzleistungen lohnen sich, andere nicht

Folgende Leistungen sind als Zusatzmerkmale Ihrer Unfallversicherung entweder sinnvoll oder sollten eher ausgeschlossen werden.

Extraleistungen der Unfallversicherung

sinnvoll: nicht sinnvoll:
Todesfallsumme Mehrleistung bei hohen Invaliditätsgraden
Bergungskosten Dynamik
kosmetische Operationen Unfallrente
  Übergangsleistung
  Krankenhaustage- und Genesungsgeld

Todesfallsumme vereinbaren
Für Menschen, die ihre Hinterbliebenen für den Fall des eigenen Todes absichern wollen, ist eine Risikolebensversicherung die beste Wahl. In der Unfallversicherung ist eine Todesfallsumme dennoch sinnvoll. Denn diesen Betrag gibt es als Vorschuss, bis geklärt ist, wie schwerwiegend die gesundheitlichen Folgen des Unfalls sind. Die reguläre Versicherungssumme bekommen Betroffene hingegen meist erst nach Ablauf eines Jahres, wenn endgültig feststeht, dass sich die Behinderung nicht noch bessert. Um Mehrbelastungen zu bewältigen, die während dieser zwölf Monate auftreten, sollten Sie eine Todesfallleistung von mindestens 10.000 Euro vereinbaren.

Bergungskosten und kosmetische Operationen sinnvoll
Manche Anbieter beteiligen sich an den Kosten für Rettungseinsätze, beispielsweise wenn der Versicherte nach einem Skiunfall mit einem Hubschrauber geborgen werden muss. Ist nach einem Unfall das Aussehen des Betroffenen dauerhaft beeinträchtigt, übernehmen einige Versicherer zudem die Kosten für kosmetische Eingriffe. Beide Optionen sollten jeweils mit mindestens 10.000 Euro dotiert sein. Bei guten Tarifen ist beides automatisch eingeschlossen.

Mehrleistung lohnt sich nicht
Manche Tarife bieten ab hohen Invaliditätsgraden besonders hohe Leistungen an, zum Beispiel ab 90 Prozent Invalidität die doppelte Versicherungssumme. Es lohnt sich nicht, dafür extra zu bezahlen. Eine entsprechend hoher Grad der Behinderung ist unwahrscheinlich, und mit einer ausreichenden Grundinvaliditätssumme und Progression sind Kunden ausreichend abgesichert. Einige gute Tarife beinhalten die Mehrleistung automatisch – sie sollte aber nicht der Entscheidungsgrund für einen teureren Tarif sein.

Besser keine Dynamik
Oft wird Ihnen angeboten, dass sich die Unfallversicherung dynamisch jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz (3 bis 10 Prozent) erhöht, um die Inflation auszugleichen. Was für eine BU-Rente sinnvoll ist, gilt für die Unfallversicherung nicht: Denn hier erhalten Sie die Leistung auf einen Schlag, und mit dem Alter sinkt der Absicherungsbedarf in der Regel. Daher sollten Sie von Anfang an ausreichende Versicherungssummen wählen. Fällt Ihr Bedarf mit der Zeit tatsächlich geringer aus, können Sie die Versicherungssumme und damit den Beitrag reduzieren.

Unfallrente lieber durch Kapitalleistung selbst finanzieren
Ein häufiges Merkmal, das der Vermittler in den Vertrag packen will, ist die Unfallrente, gerade bei Kindern. Die Unfallrente wird erst ab einer 50-prozentigen Invalidität gezahlt, eine gute Unfallversicherung leistet hingegen schon ab 1 Prozent Invalidität. Besser und flexibler finanzieren Versicherte monatliche Auszahlungen, indem sie die Kapitalleistung aus der Unfallversicherung zum Beispiel als Tages- oder Festgeld anlegen und sich regelmäßig selbst etwas auszahlen.

Überflüssige weitere Extras
Manche Gesellschaften bieten weitere Zusatzoptionen wie ein Unfall-Krankenhaustagegeld an. Dieses erhalten Versicherte für jeden Tag, den sie aufgrund eines Unfalls im Krankenhaus verbringen. Genesungsgeld gibt es für die gleiche Anzahl an Tagen nach dem Krankenhausaufenthalt.

Außerdem bieten einige Versicherer eine sogenannte Übergangsleistung an. Das bedeutet, die Versicherung zahlt sechs Monate nach dem Unfall unter bestimmten Voraussetzungen eine vereinbarte Summe. All diese Leistungen sind überflüssig. Versorgungslücken durch den Gehaltsausfall sollten Verbraucher stattdessen lieber durch eine Krankentagegeldversicherung absichern.

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Wie Sie den Tarif wechseln

Wenn Sie bereits eine Unfallversicherung haben und auch weiterhin eine benötigen, kann es sich lohnen, in einen aktuellen Tarif mit besseren Bedingungen zu wechseln. Eine Unfallversicherung können Sie in der Regel nur jährlich mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Der Kündigungstermin ist dabei die sogenannte Hauptfälligkeit. Diese steht im Versicherungsschein und ist der Termin, an dem bei jährlicher Zahlweise der Beitrag abgebucht wird.

Falls Ihr Tarif durch eine Beitragsanpassung außerplanmäßig teurer wird, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Bevor Sie Ihre alte Police kündigen, sollten Sie die neue abgeschlossen haben, um sicherzugehen, dass Sie auch wechseln können. Denn beim Antrag sind ein paar Gesundheitsfragen zu beantworten.

Sofern Sie eine sogenannte Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr haben, verlieren Sie unter Umständen einen Teil des angesparten Kapitals durch Stornoabzug, wenn Sie kündigen. Lassen Sie sich daher etwaige Abzüge vorher vom Versicherer schriftlich ausweisen. Allerdings sind die Versicherer an dieser Stelle oft nicht sehr transparent.

Anstatt zu kündigen können Sie prüfen, ob sich der Vertrag beitragsfrei stellen lässt. Der Wechsel in einen Tarif ohne Beitragsrückgewähr ist oft sehr sinnvoll, vor allem wenn Sie die eingesparten Beiträge besser verwenden können, zum Beispiel zur Kredittilgung.

Online-Kündigungsdienste helfen Ihnen, Kündigungsfristen nicht zu vergessen, und halten Kündigungsvorlagen und Anbieteradressen parat.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Digitales

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Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Hallo ,
vielen Dank für den Hinweis! Dieser Punkt scheint uns nach erster Recherche veraltet zu sein. Die Redaktion wir den Ratgeber entsprechend anpassen.
Viele Grüße
Franziska
5. September 2016 zum Beitrag
Guten Tag,
ich bin aktuell auf der Suche nach einer passenden Unfallversicherung.
In Ihrem Artikel schreiben Sie "Von Vorteil ist es, wenn die Versicherung sowohl eigene Bewegung (zum Beispiel ...
4. September 2016 zum Beitrag
Ausschluss Eigenbewegung bei UNfallversicherung
Vielen Dank für den recht ausführlichen Artikel zum Thema "Wahl der Unfallversicherung". Was mich allerdings sehr verwundert ist, dass Sie nicht auf die Bedeutung des Ausschlusses der Eigenbewegung ...
30. Oktober 2015 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Saidi Sulilatu

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis September 2015)

Saidi Sulilatu leitete bei Finanztip den Bereich Versicherungen. Zuvor war er viele Jahre als Honorarberater und Versicherungsmakler tätig. Sulilatu hat am 4. September 2015 Finanztip verlassen.

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.