Ratgeber Elster

Schneller Geld zurück mit der elektronischen Steuererklärung

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Kürzel Elster steht für elektronische Steuererklärung. Die zentrale Website elster.de versteht sich als Online-Finanzamt.
  • Steuerpflichtige können über mehrere Wege elektronische Steuererklärungen und Steueranmeldungen erstellen und abgeben: über das kostenlose Programm der Finanzverwaltung namens Elster-Formular, im Browser über „Mein Elster“ oder mithilfe kommerzieller Steuersoftware, die sich dann bei Elster anmeldet.
  • Unternehmer und Selbstständige müssen ihre Steuererklärungen und -anmeldungen elektronisch abgeben. Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre können dies freiwillig tun.
  • Seit Ende Juli 2017 ist das Elster-Online-Portal benutzerfreundlicher. Als eingeloggter Nutzer haben Sie nun eine individualisierte Startseite. Dafür müssen Sie Ihre passende Benutzergruppe, zum Beispiel als Arbeitnehmer „Privatpersonen“, auswählen.
  • Auf der Startseite integriert ist jetzt auch „Mein Elster“, das das bisherige Elster-Online-Portal unter www.elsteronline.de ablöste.

So gehen Sie vor

  • Das Programm Elster-Formular können Sie auf elster.de herunterladen und auf Ihrem PC installieren. Ihre Steuerklärung erstellen Sie dann offline und übermitteln sie verschlüsselt an das Finanzamt.
  • Das Ausdrucken, Unterschreiben und Abschicken einer komprimierten Steuererklärung ans Finanzamt ersparen Sie sich, wenn Sie sich einmalig für Mein Elster registrieren. Für die meisten Steuerpflichtigen genügt das kostenlose Registrierungsverfahren namens Elster-Basis.
  • Sie können darüber Ihre Steuererklärung komplett elektronisch abgeben und viele weitere Dienste nutzen, etwa den Belegabruf (sogenannte vorausgefüllte Steuererklärung): Ans Finanzamt gemeldete Daten lassen sich per Mausklick in Ihre Steuererklärung übernehmen.
  • Die Angebote der Finanzverwaltung sind kostenlos und funktionieren, geben aber keine Tipps zum Steuersparen. Daher empfehlen wir den meisten Nutzern eine kommerzielle Steuersoftware.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Elstern gelten gemeinhin als diebisch. Doch im Zusammenhang mit Steuern sind weder die Vögel noch das Stibitzen von glitzerndem Schmuck gemeint: Elster ist die Abkürzung für elektronische Steuererklärung. Elster ist zugleich ein Projekt der deutschen Steuerverwaltungen, also aller Länder und des Bundes, um Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet abzuwickeln. Koordiniert wird das Ganze vom Bayerischen Landesamt für Steuern.

Ganz ohne den Vogel geht es allerdings nicht: Steuerbürger, die sich das Elster-Programm auf ihren Rechner laden, sehen als Symbol dafür ein kleines schwarz-weißes Tier, das ihre Steuererklärung beflügeln soll.

Zwei Drittel der Steuerklärungen sind elektronisch

Bereits seit 1999 sind elektronische Steuererklärungen möglich. 2016 wurden über die elektronischen Schnittstellen der Finanzverwaltung 21 Millionen Einkommensteuererklärungen eingereicht; vier Jahre zuvor waren es erst zwölf Millionen. Damit werden rund zwei Drittel aller Einkommensteuererklärungen elektronisch übermittelt – nicht zuletzt aufgrund der intensiven Hilfe durch Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine und mittels Steuersoftware, die viele Steuerpflichtige nutzen. Außerdem bekam die Finanzverwaltung via Elster mehr als 38 Millionen Umsatzsteuer-Voranmeldungen und rund 18 Millionen Lohnsteuer-Anmeldungen. Das macht im Jahr mehr als 150 Millionen Erklärungen, Anmeldungen und Bescheide. Und diese Zahl nimmt ständig zu.

Elster umfasst mittlerweile eine ganze Reihe unterschiedlicher Steuerarten, Erklärungen, Anmeldungen, Anträge sowie Bescheide. Das System wird immer weiter ausgebaut.

Für Lohn- und Umsatzsteuer-Voranmeldungen ist die Übermittlung über Elster Pflicht. Grundsätzlich müssen Selbstständige und Unternehmer ihre Erklärungen auf elektronischem Weg ans Finanzamt übermitteln. Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre hingegen sind frei in ihrer Entscheidung. Sie dürfen auch die Papierformulare ausfüllen und abgeben.

Tatsächlich aber wird die elektronische Steuererklärung bei den „normalen“ Steuerpflichtigen immer mehr zum Standard. Zu Recht: Denn die elektronische Steuererklärung ist in den meisten Fällen bequemer und weniger fehleranfällig als das Ausfüllen der Formulare des Finanzamts.

Steuersoftware ist für die meisten die bessere Alternative

Bei Elster füllen Steuerpflichtige faktisch Formulare digital aus. Das kann für Laien mitunter schwierig sein. Den meisten raten wir daher zum Kauf einer Steuersoftware. Sie ist in der Regel deutlich komfortabler und besser ausgestattet. Für rund 15 bis 40 Euro pro Jahr gibt es aktuelle Steuerprogramme, um die Steuererklärung am PC zu erstellen.

Die fertige Erklärung wird – über eine Elster-Schnittstelle – elektronisch direkt ans Finanzamt übermittelt. Vorteil ist, dass auch Laien sehr gut damit zurechtkommen. Schließlich bieten die Programme konkrete Ausfüllhilfen. Idealerweise baut sich die Steuererklärung nach den Nutzer-Eingaben im Hintergrund selbst auf. Der Steuerpflichtige muss also nicht wissen, in welche Zeile welche Angabe gehört.

Zusammengefasst bietet Ihnen eine elektronische Steuererklärung folgende weitere Vorteile:

  • Im Gegensatz zu den kostenlosen Angeboten des Fiskus bieten Ihnen professionelle Steuersoftware zahlreiche Tipps, um Steuern zu sparen.
  • Sie können Vorjahresdaten aus Ihrer letzten Steuererklärung übernehmen und sparen so Zeit.
  • Plausibilitätsprüfungen verhindern falsche Eingaben.
  • Berechnungen geben Anhaltspunkte für finanzielle Auswirkungen.
  • Ein Bescheidprüfer ermittelt Abweichungen zwischen den Angaben in der Erklärung und den tatsächlich anerkannten Positionen und Werten im Steuerbescheid.

Elster-Formular und Mein Elster können nur einen Teil dieser Funktionen. Die aktuell empfehlenswerten käuflichen Steuerprogramme und Browser-Apps für einfache und komplexere Fälle erläutern wir im Ratgeber Steuersoftware.

Mehr dazu im Ratgeber Steuersoftware

Udo Reuß
von Finanztip,
Experte für Steuern

Guter Rat ab 15 Euro:

  • Es gibt 3 große Anbieter mit je 2 Produktlinien.
  • Neben Desktop-Programmen werden Online-Lösungen immer bedeutender.
  • Spezielle Varianten richten sich etwa an Selbstständige, Vermieter oder Rentner.

» Zum Ratgeber

Vier von fünf Erklärungen per Elster werden über kommerzielle Steuerprogramme erstellt. Dazu zählen neben der Steuersoftware für Selbsterklärer – also Steuerzahler, die ihre eigene Erklärung erstellen – auch professionelle Lösungen, beispielsweise von Datev und anderen Anbietern, die sich auf die steuerberatenden Berufe spezialisiert haben.

Achtung

Die Solaranlage auf dem Dach führt zu unternehmerischen Einkünften

Auch Privatleute können recht schnell steuerliche Unternehmer sein – mit der Pflicht, zum Beispiel eine Einkommensteuererklärung mit gewerblichen Einkünften oder eine Umsatzsteuererklärung abzugeben und elektronisch zu übermitteln. Dies gilt etwa für Hauseigentümer, die eine Photovoltaik-Anlage haben und den selbst erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Die Vergütung dafür führt zu gewerblichen Einkünften.

Elster-Formular ist das Programm vom Amt

Soviel Hilfestellung wie die kommerziellen Programme bieten die kostenlosen Angebote der Finanzverwaltung nicht. Schließlich ist es nicht im Interesse des Fiskus, den Steuerzahler auf jede Steuersparmöglichkeit zu stoßen. Außerdem ist das Erstellen der Erklärung mit Elster-Formular für Menschen mit wenig Steuerformular-Erfahrung ein ganzes Stück schwieriger.

Elster-Formular und Mein Elster - Zwei Wege bietet die Finanzverwaltung, wenn Sie Elster nutzen wollen: Sie können Ihre Erklärung über das Programm Elster-Formular oder webbasiert über „Mein Elster“, das frühere Elster-Online-Portal, abgeben. Das Programm Elster-Formular existiert aber nur für das Betriebssystem Windows von Microsoft. Sie müssen es zunächst auf der Elster-Seite herunterladen und auf Ihrem Computer installieren.

Wählen Sie dann aus dem Katalog die gewünschten Module. Den meisten Privatanwender genügt die Einkommensteuererklärung für das entsprechende Jahr. Freiberufler müssen beispielsweise auch die Einnahmenüberschussrechnung herunterladen und ausfüllen.

Das bietet das neue Elster-Portal

Ende Juli 2017 ging die neue Elster-Homepage online. Sie ist dadurch ein ganzes Stück benutzerfreundlicher geworden. Bis dahin gab es neben elster.de das Elster-Online-Portal elsteronline.de. Nun wurden beide Websites zu einer zentralen Anlaufstelle unter www.elster.de vereint, die sich nun als Online-Finanzamt versteht.

Ein integriertes Portal - Die Funktionen des bisherigen Elster-Online-Portals sind jetzt unter „Mein Elster“ zusammengefasst. Wer dafür bereits registriert ist, kann sich weiterhin mit seinen alten Daten einloggen und die bisher genutzten Dienste weiternutzen.

Steuererklärung auf Tablet - Am augenfälligsten ist das modernere, übersichtlichere Design des Portals. Neu ist, dass Sie die Zertifikatsdatei auf Ihr Tablet und Smartphone übertragen und Mein Elster so auch mobil nutzen können. Am einfachsten geht das über die Elster-Smart-App. Sie können mit der App einen QR-Code einscannen. Alternativ können Sie die Zertifikatsdatei vom Computer über ein USB-Kabel auf das Handy übertragen und dann in die Elster-Smart-App importieren. Die Website verändert automatisch Form und Größe der dargestellten Inhalte – abhängig vom genutzten Gerät. Mit der Zertifikatsdatei auf Ihrem mobilen Gerät könnten Sie die Steuererklärung auch unterwegs bearbeiten.

Personalisierte Startseite - Als Nutzer von Mein Elster können Sie nun eine individuelle Startseite erstellen, in der Sie die benötigten Formulare und Funktionen viel leichter als bisher finden. Die bisher genutzten sind dort aufgelistet. Dafür müssen Sie Ihre passende Benutzergruppe, zum Beispiel als Arbeitnehmer „Privatpersonen“, auswählen. Andere Benutzergruppen sind beispielsweise Unternehmer, Arbeitgeber oder Vereine.

Mails im Postfach bleiben erhalten - Nach dem Login bekommen Sie auf Ihrer personalisierten Startseite zudem auf einen Blick alle wichtigen Informationen zu Ihrem Benutzerkonto und den vom Finanzamt empfangenen Mails. Die Nachrichten bleiben jetzt im Postfacharchiv und werden nicht mehr automatisch gelöscht.

Bessere Suche - Um das richtige Formular zu finden und zu verwenden, können Sie jetzt Schlagwörter in einer Suchmaske eingeben.

Hilfetexte einfacher - Auch beim Ausfüllen der Steuererklärung gibt es einige Verbesserungen. Viele Nutzer setzen im Formular an einer Stelle einen Haken und wissen nicht, was sich hinter einem Fachbegriff verbirgt. Die Finanzverwaltung hat daher die Erläuterungstexte etwas kürzer und verständlicher formuliert – etwas weniger Amtsdeutsch.

Fehlerhinweise früher - Ein großes Ärgernis war bislang, dass erst kurz vor der Übermittlung der Steuererklärung Elster-Formular mit einer Liste über Fehler an den unterschiedlichsten Stellen in den Formularen informiert hat. Oft musste sich der Nutzer zeitaufwendig in die vermeintlich bereits abgearbeitete Steuerproblematik wieder hineindenken. Das Korrigieren soll nun weniger mühselig ausfallen, weil das Programm jetzt möglichst frühzeitig während der Bearbeitung auf falsche Angaben aufmerksam macht.

Berechnung - Nützlich ist zudem die neue automatische Summenberechnung. Positionen, die über mehrere Zeilen im Formular gehen, addiert das Programm. Dadurch erhalten Sie besser den Überblick.

Recherche nach Software - Falls Sie sich in einem ersten Schritt informieren möchten, welche kommerzielle Steuersoftware für Sie infrage kommt, können Sie über Elster suchen.

Wählen Sie zunächst Ihr Betriebssystem aus (Windows, Linux, Mac OS, iOS oder Android). Dann legen Sie fest, welche Formulare Sie benötigen (zum Beispiel Einkommensteuererklärung und Anlage EÜR). Nach Ihrer Auswahl bekommen Sie eine Trefferliste – aufgeteilt nach kostenlosen und kostenpflichten Steuerprogrammen beziehungsweise deren Anbietern. Zumindest für die erste Vorauswahl ist dies hilfreich.

So füllen Sie das Elster-Formular aus

Wenn Sie nur das Programm Elster-Formular herunterladen möchten, dann können Sie dies direkt unter diesen Link tun. Sie müssen lediglich den Lizenzvertrag akzeptieren.

So sieht das Steuerprogramm Elster-Formular aus

Quelle: www.elster.de (Stand: 23. August 2017)

Nach der Programminstallation starten Sie das Elster-Formular mit einem Doppelklick auf das Symbol auf dem Desktop. Als Arbeitnehmer oder Rentner wählen Sie „Privatperson“ aus und legen eine Einkommensteuererklärung an. Auf dem Bildschirm erscheint das jeweils ausgewählte Steuerformular. Daneben gibt es Erläuterungen. Sie können Zeile für Zeile Ihre Daten ins Formular eintragen und auch leicht korrigieren. Am besten ist es, wenn Sie gleich zu Beginn das Formular auf Ihrer Festplatte speichern und während des Ausfüllens immer wieder zwischenspeichern.

Über das Menü „Plausibilitätsprüfung“ können Sie jederzeit kontrollieren, ob Angaben fehlen oder möglicherweise keinen Sinn ergeben. Angaben in Rot gekennzeichneter Felder müssen Sie zwingend korrigieren. Andernfalls können Sie die Erklärung nicht abgeben. Bei grün markierten Feldern sollten Sie die entsprechenden „Fehler/Hinweise“ lesen und gegebenenfalls Ihre Eingaben anpassen.

Tipp

Interview-Modus

Sie können statt der Formular-Ansicht den Interview-Modus wählen, wenn Sie mehr Unterstützung beim Ausfüllen benötigen. Mit „Weiter“ und „Überspringen“ navigieren Sie.

Haben Sie alle benötigten Anlagen passend ausgefüllt, können Sie Ihre Erklärung abgeben. Dazu gehen Sie auf das Menü „Datenübermittlung“. Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an.

Ein Vorteil vom Elster-Formular ist, dass Sie sich den Bescheid elektronisch rückübermitteln lassen können. Etwaige Abweichungen zwischen Ihren Angaben und den genehmigten Abzugspositionen lassen sich so leichter erkennen.

Außerdem können Sie Ihren elektronischen Bescheid über das Elster-Formular abholen. Rechtsverbindlich ist jedoch bislang nur der Steuerbescheid, den Sie per Post erhalten.

Ganz ohne Papier geht es bei diesem Verfahren jedoch nicht. Sie müssen eine komprimierte Steuererklärung, die eine Telenummer enthält, ausdrucken, unterschreiben und ans Finanzamt schicken. Sie können dann auch gleich Belege mit abgeben.

Das Programm bietet außerdem an, ein dazu passendes Begleitschreiben auszudrucken. Das ist aber nicht zwingend. Belege müssen Sie bei einer elektronischen Erklärung zunächst nicht ans Finanzamt schicken. Falls Ihr Finanzbeamter welche sehen möchte, bekommen Sie eine entsprechende Nachricht.

Sie haben die Möglichkeit, das Elster-Formular ohne Authentifizierung nutzen. Sie können aber auch die Option wählen, die Erklärung authentifiziert zu übermitteln. Authentifizierung bedeutet, dass das Finanzamt erkennen kann, dass Sie zur Abgabe der Steuererklärung berechtigt sind. Dieses Verfahren ersetzt die eigenhändige Unterschrift.

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So funktioniert Mein Elster

Um möglichst alle Vorteile einer elektronischen Steuererklärung nutzen zu können, sollten Sie einmalig ein Benutzerkonto einrichten und sich für Mein Elster registrieren. Dann stehen Ihnen nicht nur Formulare zur Verfügung, sondern eine Reihe weiterer elektronischer Leistungen der Finanzverwaltung wie der Belegabruf oder die Auskunft darüber, welche Daten auf Ihrer elektronischen Lohnsteuerkarte (Elstam) eingetragen sind. Deshalb lohnt sich auf Dauer die Registrierung.

Erstellen Sie online ein Benutzerkonto und registrieren Sie sich danach für Mein Elster. Mit der Authentifizierung bekommen Sie eine Zertifikatsdatei. Zusammen mit einem Passwort weisen Sie damit gegenüber dem Finanzamt nach, dass Sie die Steuererklärung elektronisch abgeben dürfen – auch die Erklärung mit dem zusammenveranlagten Ehepartner. Falls Sie beispielsweise einen nahen Verwandten bei der Steuererklärung unterstützen möchten, dann können Sie sich auch für ihn berechtigen lassen.

Für die Authentifizierung gibt es mehrere Verfahren, wobei für die meisten die kostenlose Variante Elster-Basis genügt. Außerdem bietet das Portal die Alternativen „Elster-Spezial“ und „Elster-Plus“ an, die zwar mehr Datensicherheit bieten, dafür aber auch zwischen 45 und 150 Euro kosten. 

So sieht Mein Elster aus

Quelle: www.elster.de (Stand: 23. August 2017)

Hier im Überblick die Schritt-für-Schritt-Anleitung, um sich für Mein Elster zu registrieren:

1. Benutzerkonto anlegen
Zuerst legen Sie auf www.elster.de ein Benutzerkonto an. Klicken Sie auf der Startseite von Elster im oberen Bereich auf die entsprechende Fläche.

Tipp: Mit dem neuen Personalausweis im Scheckkartenformat können Sie sich noch schneller für ein Konto registrieren.

2. Persönliche Daten absenden
Rechts daneben können Sie sich für Mein Elster registrieren. Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein. Für die meisten Steuerzahler ist die Login-Option Zertifikatsdatei völlig ausreichend. Wählen Sie dieses als „persönliches Zertifikat“ aus. Tragen Sie einen frei wählbaren Namen für Ihr Benutzerkonto ein, Ihre E-Mail-Adresse, das Geburtsdatum, sowie die Steueridentifikationsnummer und wählen Sie eine Sicherheitsfrage aus. Schicken Sie diese Daten ab.

3. Den Brief oder die Mail für die Aktivierung abwarten
Anschließend erhalten Sie per E-Mail und zusätzlich per Post Ihre Aktivierungsdaten samt einem Initial-Passwort.

4. Zertifikatsdatei herunterladen
Sie geben die Daten ein und erhalten dann Ihre Zertifikatsdatei. Diese laden Sie herunter und speichern sie auf Ihrem Computer. Danach können Sie sich damit bei Mein Elster einloggen. Sie haben anschließend die Möglichkeit, ein eigenes Passwort auswählen. Zusammen mit der drei Jahre lang gültigen Zertifikatsdatei funktioniert die Authentifizierung. Rund drei Monate vor Ablauf der Gültigkeit erhalten Sie eine Nachricht in Ihrem Mailpostfach. Mit einem Klick können Sie dann normalerweise Ihre Zertifikatsdatei verlängern.

5. Passwort und Zertifikat aufbewahren
Merken Sie sich unbedingt Ihr Passwort. Speichern Sie Ihr Software-Zertifikat auf Ihrer Festplatte und am besten zusätzlich auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte. Merken Sie sich den Speicherort, denn Sie benötigen dieses Zertifikat bei jeder Anmeldung im Elster-Portal. Achtung: Bei einem Rechnerwechsel oder Änderung des Betriebssystems sollten Sie Ihre Zertifikatsdatei vom USB-Stick zurückholen.

Über Mein Elster können Sie Steueranmeldungen (zum Beispiel die Umsatzsteuer-Voranmeldung) online abgeben und die Einkommensteuererklärung komplett elektronisch erstellen und übermitteln. Sie müssen nicht einmal ein Programm herunterladen, Sie erstellen die Erklärung im Internetbrowser. Gut funktioniert das Erstellen einer Steuererklärung mit Chrome und Firefox. Auch Apple-Nutzer müssen einen dieser Standard-Browser nutzen, um alle Funktionen nutzen zu können. Mit Safari von Apple kommen sie nicht weit.

Seit 2016 können Sie als registrierter Nutzer über Elster auch Einspruch gegen einen Bescheid einlegen. Das Formular „Einspruch“ finden Sie unter dem Punkt „Meine Formulare“. Für die Begründung haben Sie allerdings nur 500 Zeichen Platz. Per Klick können Sie dort auch die Aussetzung der Vollziehung beantragen.

Achtung: Dies sollten Sie sich jedoch gut überlegen. Besteht das Risiko, dass Sie möglicherweise doch nicht Recht bekommen und Steuern nachzahlen müssen, kann es passieren, dass Sie zusätzlich auch noch bis zu 6 Prozent im Jahr an Zinsen bezahlen müssen.

Über das Elster-Portal können Sie keine Klage vor einem Finanzgericht einlegen. Das persönliche elektronische Zertifikat genügt dafür nicht, hat das Finanzgericht Münster entschieden (FG Münster, Urteil vom 26. April 2017, Az. 7 K 2792/14 AO). Für eine elektronische Klageerhebung benötigen Sie eine qualifizierte Signatur, alternativ können Sie die auf Papier unterschriebene Klage einreichen.

Belegabruf für die vorausgefüllte Erklärung

Seit 2014 ist mit Elster-Online die „Vorausgefüllte Steuererklärung“ möglich. Offiziell heißt dieser Service Belegabruf – und dies ist auch der treffendere Begriff. Damit sparen sich Steuerpflichtige das Eintippen von Daten, die dem Finanzamt ohnehin elektronisch vorliegen. Bis Mitte März jeden Jahres liegen normalerweise alle benötigten Daten des Vorjahres vor. Neben den Stammdaten wie Name, Adresse, Konfession und Steuernummer sind dies vor allem

Geplant ist, dass immer mehr Daten elektronisch gemeldet werden und Ihnen dann zur Verfügung stehen.

Um diese Belege für Ihre Steuererklärung abrufen zu können, benötigen Sie einen Abrufcode. Anfordern können Sie diesen nach folgenden Schritten:

1. Login
Melden Sie sich auf Mein Elster mit Software-Zertifikat und Passwort an.

2. Daten abrufen
Unter „Formulare und Leistungen“ können Sie den „Belegabruf“ anfordern. Per Klick beantragen Sie Ihren Abrufcode, der Ihnen per Post zugesandt wird. Mit dem Code rufen Sie die beim Finanzamt hinterlegten Daten ab. Diese Belegabruf-Funktion ist unbefristet.

3. Daten kontrollieren
Die Daten können Sie in Ihre Steuererklärung übernehmen. Kontrollieren Sie die Angaben. Stellen Sie falsche Zahlen fest, teilen Sie dies dem Finanzamt mit und geben die richtigen Daten in der Steuererklärung an.

4. Persönliche Angaben vom Vorjahr übernehmen
Wenn Sie Ihre richtige Benutzergruppe (zum Beispiel „Privatpersonen“) ausgewählt haben, erhalten Sie eine personalisierte Startseite. Alle Formulare, die Sie benötigen, sind dort aufgelistet.

Die Erklärung legen Sie an, indem Sie „Einkommensteuererklärung unbeschränkte Steuerpflicht“ ansteuern. Dann wählen Sie das Bundesland aus und geben Ihre Steueridentifikationsnummer ein. Vorteil für Elster-Nutzer: Sie können alte Daten aus vorherigen Erklärungen übernehmen.

5. Die Steuer erklären
Füllen Sie alle erforderlichen Formulare aus. Das ist auf jeden Fall der Mantelbogen und für Arbeitnehmer die Anlage N, für viele zudem die Anlage Vorsorgeaufwand und die Anlage Kind. Riester-Sparer benötigen auch die Anlage AV.

6. Steuerbelege anlegen
Gehen Sie auf „Hauptvordruck“ und klicken Sie auf „Belegdaten abrufen/übernehmen“. Dann erscheint eine Liste mit Steuerbelegen. Wählen Sie diejenigen aus, die Sie in Ihre Erklärung übernehmen möchten.

7. Letzter Check
Vervollständigen Sie Ihre Steuererklärung und prüfen Sie alle Angaben. Schauen Sie, ob Sie Ihre Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen vollständig eingetragen haben. Eventuell hatten Sie auch Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen, eine Haushaltshilfe oder haben Handwerkerleistungen in Anspruch genommen? Im letzten Schritt übermitteln Sie die Erklärung online. Sie gilt als abgegeben, sobald Sie diese verschickt haben. Sie bekommen eine Nachricht über die erfolgreiche Übermittlung samt Datum und Uhrzeit.

Bis die erste Registrierung im Elster-Online-Portal abgeschlossen ist, können Wochen vergehen. Langfristig sparen Sie sich damit jedoch Zeit.

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Das Besteuerungsverfahren wird weiter modernisiert

Elster wird in den nächsten Jahren noch weiter ausgebaut. Der Weg zum komplett automatischen Steuerverfahren ist zumindest vom Gesetzgeber bereitet. Am 17. Juni 2016 hat der Bundesrat das „Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens“, auch Steuermodernisierungsgesetz genannt, verabschiedet. Seit 2017 wird es Zug um Zug in die Praxis umgesetzt. Es ist die größte Reform der Abgabenordnung seit 1977.

So erhalten künftig viele Steuerzahler automatisch erstellte Bescheide. Falls Sie wollen, dass ein Finanzbeamter Ihre Erklärung bearbeitet, können Sie dies dementsprechend markieren. Noch ist die automatische Bearbeitung in vielen Fällen zwar Zukunftsmusik, aber sie wird kommen. 

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.