Kfz-Versicherung

So finden Sie günstige Auto-Policen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der schnellste und beste Weg zu einem günstigen Kfz-Versicherungsangebot führt über einen Versicherungsvergleich auf Portalen im Internet.
  • Aber Vorsicht: Die Vergleichsportale finanzieren sich über Provisionen und sind daher nicht unabhängig.
  • Und: Kein Vergleichsportal durchsucht die Angebote aller Anbieter. Zusätzlich verabschieden sich günstige Direktversicherer zunehmend von den Vergleichsportalen.
  • Wenn Ihre Kfz-Versicherung teurer geworden ist, haben Sie einen Monat Sonderkündigungsrecht – holen Sie ein aktuelles Angebot ein und vergleichen Sie dieses mit Ihrer bestehenden Police.
  • Die Vielzahl der Tarifmerkmale lassen sich in Muss-, Kann- und Finger-weg-Optionen einteilen.

So gehen Sie vor

  • Machen Sie immer zwei Vergleiche. Kombinieren Sie dafür Vergleichsportale und Direktversicherer miteinander.
  • Die besten Vergleichsportale sind Verivox und Check24. Etwas schlechter, aber immer noch empfehlenswert, schnitt autoversicherung.de ab.
  • Kombinieren Sie ein Portal mit einem der günstigen Direktversicherer, die nicht auf den Portalen vertreten sind. Das sind vor allem Hannoversche Direkt und Huk24. Oder kombinieren Sie zwei Vergleichsportale.
  • Die günstigsten Ergebnisse in unseren Tests lieferte die Kombination aus Verivox und Hannoversche.
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Tipp

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Wir haben alle wichtigen Informationen und Tipps zum Kfz-Versicherungswechsel 2016 für Sie in einem kostenlosen E-Book zusammengestellt.

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Ein Auto zu kaufen, ist oft schon teuer genug. Darum ist es umso wichtiger, eine günstige und gute Kfz-Versicherung zu wählen. Grundsätzlich gilt: Eine Haftpflichtversicherung muss in Deutschland jeder Wagenhalter haben – alle weiteren Policen sind freiwillig. Auf eine Voll- oder Teilkaskoversicherung will dennoch kaum jemand verzichten, denn sie springt bei einem Schaden am eigenen Auto ein. Mit den richtigen Kniffen und Optionen bekommen Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis – es sind Ersparnisse bis zu mehreren Hundert Euro möglich.

Unverzichtbar: Die Haftpflichtversicherung

Jeder Fahrzeughalter in Deutschland muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung haben. Laut Gesetz müssen Personenschäden bis mindestens 7,5 Millionen Euro gedeckt sein, Sachschäden bis 1,12 Millionen Euro und Vermögensschäden bis 50.000 Euro. Die meisten Versicherer bieten bereits in ihrem Grundtarif eine deutlich höhere Schadenssumme von pauschal 50 oder 100 Millionen Euro an. Bei anderen zahlen Versicherte für die Police mit solchen höheren Deckungssummen einen geringen Aufschlag.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kann als Sonderausgabe von den Steuern abgesetzt werden.

Teilkasko oder Vollkasko?

Der eigene Wagen ist durch die Kfz-Haftpflichtversicherung jedoch nicht geschützt. Darum empfiehlt es sich, eine freiwillige Autokaskoversicherung abzuschließen. Zur Wahl stehen Teilkasko- und Vollkaskotarife.

Für diese Schäden zahlt die Teilkasko:

  • Diebstahl,
  • Brand und Explosion,
  • Sturm, Blitzschlag, Hagel und Überschwemmung,
  • Zusammenstöße mit Haarwild (zum Beispiel Reh oder Wildschwein),
  • Marderbiss an Kabeln, Schläuchen und Leitungen,
  • Glasbruch,
  • Kabelschaden durch Kurzschluss.

Der Versicherungsschutz lässt sich erweitern auf Schäden durch Tiere aller Art (etwa durch den Zusammenstoß mit einem Hund) oder die Folgeschäden durch Marderbiss. Beim Vergleich können Sie die passenden Optionen auswählen.

Die Autovollkaskoversicherung bietet den Schutz einer Teilkasko und deckt darüber hinaus einen Schaden am eigenen Fahrzeug durch selbst verschuldete Unfälle sowie durch Vandalismus ab.

Die Teilkasko versichert Schäden, die mitunter Tausende Euro kosten können. Daher heißt es: abwägen, ob sich der Zusatzschutz lohnt. Bei der Erstattung der Unfallkosten setzt eine Versicherung den aktuellen Wert des Wagens an. Ist das Auto schon sehr alt und hat nur noch wenige Hundert Euro Restwert, lohnt sich die Teilkasko nicht. Die Gefahr, dass der Wagen gestohlen wird, ist dann ohnehin gering.

Rechenbeispiel BMW 320i, 170 PS, Erstzulassung 2003

Pkw Erstzulassung Schadenfreiheitsklasse Restwert Beitrag nur Haftpflicht Haftpflicht + Teilkasko
BMW 320i, 170 PS Okt. 03 10 4.930 € 351 € 451 €

In diesem konkreten Fall kostet die Teilkasko mit Selbstbehalt genau 100 Euro mehr als nur die Haftpflichtversicherung. Der Restwert des Pkw entspricht fast dem 50-fachen dieses Preisunterschieds. Wenn der Ersatz dieses Fahrzeugs oder eine Reparatur nach einem Hagelschaden, die typischerweise rund 2.000 Euro kostet, ein großes Loch in Ihre Kasse reißen würde, empfehlen wir eine Teilkasko. Ansonsten hängt es von Ihrer eigenen Risikoeinschätzung ab, ob es sich lohnt, für ein Fünfzigstel oder 2 Prozent des aktuellen Restwerts eine Teilkasko abzuschließen.

Die Annahme, dass sich eine Vollkasko nur für Neuwagen rechnet, stimmt nicht immer. Für Fahrer, die bereits drei oder mehr Jahre schadenfrei sind und in einer günstigen Region wohnen, kann ein Vollkaskotarif sogar preiswerter sein als Teilkasko. Denn anders als in der Teilkasko gewährt die Versicherung bei einer Vollkasko einen Schadenfreiheitsrabatt für unfallfreie Fahrer. 

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Unsere Spartipps für die Kfz-Versicherung

Wie viel die Autoversicherung kostet, hängt von der Einschätzung des individuellen Schadensrisikos durch den Anbieter ab. Die Versicherungen erstellen ein Risikoprofil des Fahrers anhand zahlreicher Informationen, die jeder bei der Antragstellung angeben muss. Bei vielen dieser Angaben lässt sich mit der richtigen Einstellung sparen.

Falsche Angaben sollten Sie aber nicht machen. Bei Vorsatz drohen Vertragsstrafen. Melden Sie Ihrer Versicherung außerdem, sobald sich ein Merkmal ändert. Dann berechnet diese den Beitrag neu.

Selbstbeteiligung: Eigenanteil drückt die Prämie
Durch die Selbstbeteiligung (SB) trägt ein Versicherter einen kleineren Schaden am Auto selbst. Für die Versicherungsgesellschaft fallen dadurch Verwaltungskosten weg, was sie an ihre Kunden als kleinen Beitragsrabatt weitergibt. 

Für die Teilkasko empfehlen wir 150 Euro Selbstbehalt, da sich das im Durchschnitt für die meisten Autofahrer lohnt, wie unsere Rechnung zeigt. 

Für die Vollkasko wählen die meisten Autofahrer 300 Euro Selbstbehalt. Damit machen sie grundsätzlich nichts falsch. Finanztip hat aber ausgerechnet, dass es sich auch lohnen kann, eine höhere Selbstbeteiligung in der Vollkasko zu vereinbaren. 

Vor dem Kauf eines Autos die Beiträge unterschiedlicher Modelle vergleichen
Beim Autokauf ist es sinnvoll, vorab zu prüfen, wie hoch der Beitragsaufschlag oder -abschlag ausfällt. Alle Versicherer halten sich bei der Beitragseinstufung an das sogenannte Typklassenregister, das jedes Auto einer günstigeren oder teureren Typklasse zuordnet. Zum einen entscheidet der Wert eines Autos, zum anderen verhalten sich die Fahrer bestimmter Autos nach Einschätzung von Versicherungsmathematikern anders als der Durchschnitt. Die Tabelle vermittelt einen Eindruck der Preisunterschiede bei der Vollkaskoversicherung. Bei dem Vergleich haben wir für alle Autos einen identischen Versicherungsnehmer angenommen.

Beispiele verschiedener Modelle

Autoklassen   günstigster Beitrag Vollkasko
Mini    
VW Up (68 PS, VW Up)   204 €
Fiat 500 (69PS, 1.2 8V Lounge)   214 €
Smart Fortwo (71 PS, Fortwo Coupé)   174 €
Kompaktklasse    
VW Golf (110 PS, VII 1.6 TDI)   237 €
Audi A3 (115 PS, TFSI Limousine Sport)   257 €
Mercedes A-Klasse (156 PS, A200)   373 €

Annahmen: Halter des Fahrzeugs: Versicherungsnehmer, geboren 27.05.1971, Wohnort Celle, Erstzulassung 15.08.2016, Versicherungsbeginn 15.08.2016, ausschließlich private Nutzung, Vollkasko 300 Euro Selbstbeteiligung, Teilkasko 150 Euro Selbstbeteiligung, jährliche Zahlweise.
Quelle: nafi-auto.de (Stand: 4. August 2016)

Nicht nur der Versicherungsbeitrag, sondern auch die Kfz-Steuer unterscheidet sich je nach Fahrzeugtyp. Mit einem günstigen Auto lässt sich dementsprechend auch Steuer sparen.

Halten Sie den Fahrerkreis so klein wie möglich
Der Ehegatte oder Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist laut einer Finanztip-Studie mitversichert, ohne dass der Beitrag mehr kostet. Darüber hinaus gilt: Je größer der Fahrerkreis  in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskopolice angegeben ist, desto teurer wird es. In wenigen Fällen lohnt es sich allerdings, den Fahrerkreis möglichst ungenau anzugeben. 

Jährliche Fahrleistung realistisch schätzen
Je länger die gefahrenen Strecken sind, desto größer ist die Gefahr, dass ein Unfall passiert.

Stufen der Fahrleistung

bis 3.000
3.001 - 6.000
6.001 - 9.000
9.001 - 12.000
12.001 - 15.000
15.001 - 20.000
20.001 - 25.000
25.001 - 30.000
ab 30.000

Quelle: Finanztip-Recherche

Im Vergleich zu einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern zahlt ein Fahrer mit 15.000 Kilometern für seine Kfz-Versicherung im Durchschnitt etwa 6 Prozent mehr. Bei 25.000 Kilometern beträgt der Beitragsaufschlag im Vergleich zu 10.000 gefahrenen Kilometern im Durchschnitt rund 28 Prozent. Wer sehr viel fährt, zahlt bei 35.000 Kilometern sogar mehr als die Hälfte drauf.

Beim Antrag sollten Sie Ihre Fahrleistung deshalb nicht zu hoch, sondern eher vorsichtig schätzen. Viele Versicherer legen die nebenstehende Tabelle für die Kalkulation der Beiträge zugrunde.

Achtung: Falls sich später herausstellt, dass Sie doch mehr als die angegebenen Kilometer fahren, müssen Sie dies Ihrem Versicherer aber auf jeden Fall melden, sonst drohen möglicherweise Vertragsstrafen – oft in Höhe des neu berechneten Jahresbeitrags oder pauschal 1.000 Euro.

Nach Prämienerhöhung verhandeln
Wenn eine Versicherung die Prämien erhöht, stellt die Wechselsaison eine gute Möglichkeit dar, darüber noch einmal mit dem Anbieter zu verhandeln. Ein Versicherungsvergleich auf den von uns empfohlenen Portalen bietet eine gute Grundlage für diese Verhandlungen. Fragen Sie nach, ob er die Prämienerhöhung zurücknehmen möchte, um Sie als Kunden zu behalten. Viele Versicherungen gehen auf solche Fragen ihrer Bestandskunden ein und senken den Beitrag wieder.

Den Schadenfreiheitsrabatt reaktivieren
Wer nach langer Pause wieder ein Auto versichert, kann oft seinen alten Schadenfreiheitsrabatt reaktivieren. Die Frist für die Wiederbelebung fällt bei den Versicherungen unterschiedlich lang aus.

Beitrag jährlich zahlen
Die jährliche Zahlweise ist mit Abstand günstiger als eine halb- oder vierteljährliche Zahlung. Laut Finanztip-Studie kostet eine monatliche oder vierteljährliche Zahlweise mehr als 8 Prozent extra; 3,4 Prozent Aufschlag sind es bei halbjährlicher Zahlung. Einzelne Anbieter schlagen noch mehr drauf. In einem Fall in unserer Studie kostete eine vierteljährliche Überweisung fast 32 Prozent mehr.

Zusätzlich bieten einige Versicherungen ihre Tarife nicht mit monatlicher Zahlung an. Dadurch fallen bei der Auswahl einige günstige Angebote weg. So verteuerten sich die abschließbaren Tarife bei monatlicher Zahlweise um 18,5 Prozent.

Nutzen Sie Sonderkonditionen für Mitarbeiter bestimmter Firmen
Einige Versicherer bieten Mitarbeitern bestimmter Firmen Sonderkonditionen. Wenn im Vergleichsportal Ihr Arbeitgeber auf der entsprechenden Auswahlliste gezeigt wird, sollten Sie ihn daher auch angeben.

Als Fahranfänger über die Eltern versichern
Fahranfänger werden in die ungünstigste Schadensfreiheitsklasse SF 0 eingestuft und zahlen deshalb vergleichsweise hohe Beiträge. Es kann sich daher lohnen, das eigene Auto als Zweitwagen der Eltern anzumelden. Später können Sie die Schadenfreiheitsklasse übertragen lassen.

Akzeptieren Sie eine Werkstattbindung
Eine Werkstattbindung bringt bei einer Kaskoversicherung im Durchschnitt 8,5 Prozent Rabatt auf den Beitrag. In einer Finanztip-Studie war bei einzelnen Tarifen bis zu 20 Prozent Nachlass möglich. Im Gegenzug verpflichtet sich der Versicherungskunde, sein Fahrzeug nach einem Kaskoschaden in einer vom Versicherer vorgeschriebenen Werkstatt reparieren zu lassen. Prüfen Sie vor Abschluss der Werkstattbindung, wo die nächste Partnerwerkstatt Ihrer Versicherung ist.

Vorsicht bei Neufahrzeugen: Verwendet die Werkstatt bei der Reparatur keine Original-Ersatzteile, kann die Herstellergarantie verloren gehen. Daher sollten Sie bei Neuwagen gegebenenfalls auf die Werkstattbindung verzichten. Falls das Fahrzeug geleast oder fremdfinanziert ist, zum Beispiel durch eine Autobank, scheidet eine Werkstattbindung meist aus. Leasing- oder Finanzierungsverträge legen normalerweise fest, dass Reparaturen nur in vom Hersteller autorisierten Werkstätten erfolgen dürfen.

Wählen Sie diese Tarifmerkmale für die Versicherung

Die folgenden Tarifmerkmale sollten Sie auf einem Vergleichsportal auswählen, um sie in jedem Fall in Ihre Kfz-Versicherung miteinzuschließen:

Erhöhte Deckungssummen - Damit schließen Sie nur Tarife ab, die 50 oder 100 Millionen Euro als Versicherungssumme haben. Solche Deckungssummen sichern Sie gegen die finanziellen Folgen auch schwerer Unfälle ab. Eine Finanztip-Studie zeigt, dass die meisten Tarife dieses Merkmal bereits ohne Aufpreis anbieten. Sogar wer explizit nach einem Tarif mit gesetzlicher Deckungssumme sucht, findet nur wenige Basis-Tarife. Der Verzicht auf erhöhte Deckungssummen lohnt sich dementsprechend nicht, zumal die günstigsten Tarife in unserer Studie diese immer anboten.

Mallorca-Police - Diese Option erhöht die Versicherungssumme für Mietwagen im europäischen Ausland auf deutsches Niveau. Damit sind Sie im Urlaub gut haftpflichtversichert. Die Mallorca-Police kostet laut unserer Studie heute oft keinen Aufschlag mehr. Nur wenige Basis-Tarife verzichten auf die Absicherung. Diese Tarife zählten in der Studie dennoch nicht zu den günstigsten Angeboten.

In der Kaskoversicherung:
Grobe Fahrlässigkeit - Verzichtet der Versicherer auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit, kann er seine Leistung nicht kürzen, falls Sie beispielsweise nach dem Überfahren einer roten Ampel einen Unfall verursachen. Trotzdem nicht versichert ist das Auto, wenn Sie unter Alkohol- oder Rauschmitteleinfluss fahren oder den Diebstahl des Wagens grob fahrlässig ermöglichen. Tarife, die noch Weiteres ausschließen, sollten Sie nicht wählen.

Die Finanztip-Studie zeigt: Der Zusatzschutz kostet bei den meisten Tarifen keinen Aufschlag. Auch die günstigsten Tarife hatten die grobe Fahrlässigkeit fast immer eingeschlossen. Bei den wenigen Tarifen im Test, die Varianten mit und ohne diese Klausel boten, lag der Preisunterschied nur bei 2 Prozent.

Marderschäden mit Folgeschäden - Ein Schlauchschaden durch einen Marderbiss kann unangenehm teuer werden, vor allem wenn in der Folge der Motor Schaden nimmt. Marder sind auch in Städten aktiv. Oft ist die Erstattung für Folgeschäden aber auf 3.000 Euro begrenzt. Auch dieses Merkmal schließen die meisten Tarife kostenlos in den Schutz mit ein. Die wenigen Anbieter, die Tarife mit und ohne Schutz vor Folgeschäden anbieten, verlangen laut Studie im Durchschnitt einen Aufpreis von nur 2,9 Prozent.

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Das sind Kann-Optionen

Die folgenden Tarifmerkmale können je nach der individuellen Situation eine sinnvolle Ergänzung sein, kosten unter Umständen aber einen deutlichen Aufpreis:

Rabattschutz - Um die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) zu halten, zahlt es sich oft aus, einen Rabattschutz zu vereinbaren. Statistisch lohnt er sich, wenn er deutlich weniger als 100 Euro in der Haftpflicht kostet, und deutlich weniger als 200 Euro in der Vollkasko.

Fahrerschutzversicherung - Für Versicherte, die keine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung haben und Vielfahrer sind, kommt eine Fahrerschutzversicherung infrage. Sie begleicht den Verdienstausfall und zahlt Schmerzensgeld bei einem selbst oder mitverschuldeten Unfall. Günstige Policen sind für etwa 25 Euro im Jahr zu haben. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Fahrer-Unfallversicherung, von der wir abraten.

Erweiterte Wildschäden - Standardmäßig zahlt die Teilkasko nur bei Unfällen mit Haarwild, also vor allem mit Rehen und Wildschweinen. Gerade in ländlichen Gegenden lohnt sich die Option „erweiterte Wildschäden“, die dann beispielsweise auch Zusammenstöße mit Kühen oder Pferden abdeckt. Die Option „Tiere aller Art“ zahlt bei Unfällen mit allen Tieren. Die Klausel ist bereits Standard. Die wenigen Versicherungen, die dafür einen Aufschlag verlangen, nehmen im Schnitt 2,2 Prozent Aufpreis für den Zusatzschutz.

Auf diese Merkmale können Sie verzichten

Insassen-Unfallversicherung - Die Insassen-Unfallversicherung übernimmt die Kosten, wenn ein Mitfahrer des eigenen Autos verletzt oder getötet wird. Doch solche Schäden sind ohnehin entweder durch die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers oder bei Selbstverschulden durch die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Die Insassen-Unfallversicherung springt praktisch nur dann ein, wenn nach einem Unfall die Versicherung des Unfallverursachers den Schaden wegen Fahrerflucht nicht deckt. In solchen Fällen hilft aber auch die Verkehrsopferhilfe.

Autoschutzbrief - Mit einem Autoschutzbrief bekommen Sie Hilfe nach einer Autopanne. Dabei übernimmt der Anbieter etwa die Abschlepp- und Übernachtungskosten, wenn das Auto nach einem Unfall ausfällt. Einige Schutzbriefe bezahlen auch einen Mietwagen und bieten personenbezogene Leistungen wie Krankenrücktransport, Medikamentenversorgung im Ausland und im Todesfall die Übernahme der Bestattungs- oder Überführungskosten. Vergleichbare Leistungen erhalten Sie jedoch oft günstiger über eine Auslandsreisekrankenversicherung sowie die Mobilitätsgarantie des Fahrzeugherstellers. Viele Hersteller bieten inzwischen die Mobilitätsgarantie auch für einen längeren Zeitraum als drei Jahre an, wenn das Fahrzeug regelmäßig in einer Vertragswerkstatt gewartet wird.

Der Schutzbrief kostete in einer Finanztip-Studie im Durchschnitt etwa 13 Euro im Jahr. Einige Anbieter wichen davon allerdings deutlich nach oben oder unten ab. Angesichts von Entschädigungsgrenzen, die vielfach nur bei 100 Euro für die Pannenhilfe und 150 Euro für das Abschleppen liegen, hilft der Schutzbrief im Schadensfall nur begrenzt. Eine Alternative sind Automobilklubs.

Fahrer-Unfallversicherung - Sie umfasst ähnliche Leistungen wie eine Fahrerschutzversicherung. Wie viel Geld Sie nach einem Unfall erhalten, hängt aber von der gewählten Deckungssumme und dem Grad einer möglichen Invalidität ab – und nicht vom tatsächlichen Schaden. Wer sichergehen will, dass er bei einem Autounfall in vollem Umfang abgesichert ist, sollte daher die Fahrerschutzversicherung vorziehen. Gegen Unfälle nicht nur im Auto schützt eine private Unfallversicherung besser. Doch auch diese eignet sich nicht für jeden.

Freie Werkstattwahl - Es zahlt sich aus, wenn die Versicherung die Werkstatt bestimmen darf. Besitzer von Fahrzeugen mit noch gültiger Herstellergarantie oder mit Leasing sollten aber auf jeden Fall die freie Werkstattwahl wählen.

Telematik lohnt sich nur bei günstigen Versicherern

Immer mehr Versicherer bieten Telematik-Tarife an. Mit solchen Tarifen sollen Kunden Geld sparen, sofern sie vorsichtig fahren. Je mehr Punkte ein Kunde mit gutem Fahrverhalten sammelt, desto günstiger wird die Versicherung. Zwischen 15 und 40 Prozent Rabatt auf die Prämie sind möglich. Um die Tarife nutzen zu können, benötigen Kunden eine App oder Box, die das Fahrverhalten aufzeichnet. Die Box ist bei manchen Versicherern kostenpflichtig.

Das Fahrverhalten berechnet jeder Anbieter anders. Hartes Bremsen, überhöhte Geschwindigkeit und schnelle Beschleunigung aber zeugen grundsätzlich nicht von vorrausschauendem Fahren, das sieht keine Versicherung gerne. Dafür gibt es Punktabzug und weniger oder keine Ersparnis.

Telematik lohnt sich derzeit nur, falls Ihre Versicherung ohnehin schon günstig ist und jetzt zusätzlich einen Telematik-Tarif anbietet, der Rabatte bringt. Wer einen solchen Tarif bereits führt oder plant, lesen Sie im Ratgeber Telematik-Tarife.

Der Weg zu den besten Tarifen

Vergleichsportale im Internet sind eine erste Anlaufstelle auf der Suche nach einer guten und günstigen Autoversicherung. Allein auf ein Vergleichsportal sollte sich aber niemand verlassen. Denn kein Vergleichsportal bietet Tarife aller Versicherungen zum Abschluss an. Und daher kriegen Sie auch selten den besten Preis, wenn Sie nur auf ein Portal schauen.  

Wir haben uns im September 2016 vor der Kfz-Wechselsaison 91 Vergleichsseiten angeschaut. Die besten vier haben wir anhand von 32 Musterprofilen im September und noch einmal im Oktober 2016 getestet: autoversicherung.de, Check24, Ino24 und Verivox. Das Portal Nafi-Auto, das sich vor allem an Makler richtet, lief außer Konkurrenz mit. Zwar liefert Nafi den besten Marktüberblick, weil dort die meisten Versicherer gelistet werden. Anders als bei den anderen vier Portalen lassen sich dort aber keine Versicherungen abschließen. Außerdem ist der Vergleich dort besonders aufwendig, denn der Nutzer muss die meisten und detailliertesten Fragen beantworten.

Nachdem wir im vergangenen Jahr bereits den Direktversicherer Huk24 in den Test aufgenommen hatten, nahmen wir dieses Jahr auch die Hannoversche Direkt hinzu. Dieser Anbieter folgt Huk24 in der Strategie, nicht mehr auf Vergleichsportalen vertreten zu sein. Beide bieten aber günstige und gute Tarife an. Die günstigsten anderen Direktanbieter sind weiterhin auf den Portalen zu finden.

Die besten Portale
Unser Nachtest im Oktober 2016 bestätigt die erste Erhebung im September, allerdings bildete sich im zweiten Durchlauf eine deutlichere Spitzengruppe: Die beiden Marktführer Verivox und Check24 schneiden in beiden Testreihen am besten ab. Dabei hat Verivox 2016 sowohl im September als auch bei der Wiederholung des Tests im Oktober die Nase ganz leicht vorn. Auf diesem Vergleichsportal waren die gefundenen Tarife bei allen Preisabfragen im Schnitt 6 Prozent teurer als der billigste von uns auf einem Portal oder bei einem Direktanbieter gefundene Tarif; Check24 war durchschnittlich 7 Prozent teurer.

Das noch recht neue Portal autoversicherung.de, das von der Sparkassen Direktversicherung betrieben wird, fiel im zweiten Test hinter den Marktführern zurück. Die durchschnittliche Abweichung vom günstigsten Tarif lag zwar bei 8 Prozent, zusätzlich aber war die maximale Abweichung bei autoversicherung.de deutlich höher als bei den anderen Vergleichsrechnern: Bei diesem Portal kostete ein Tarif im Extremfall 38 Prozent mehr als nötig – deutlich mehr als bei den Preisabfragen im September. Bei Verivox und Check24 betrug die maximale Abweichung 19 beziehungsweise 24 Prozent. Bei autoversicherung.de ist außerdem die Dateneingabe weitgehend identisch mit der bei Nafi und dementsprechend langwierig und knifflig, weil viele Details abgefragt werden.

Die besten Vergleichsportale in beiden Tests

  Vergleichsportale             Direktversicherungen  
  Verivox Check24     autoversicherung.de     Huk24 Hannoversche
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 6 % 7 %     8 %     15 % 11 %
höchste Abweichung vom besten Preis 19 % 24 %     38 %     77 % 64 %
                   

Auszug aus den Test-Ergebnissen
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. Oktober 2016)

Direktversicherer verlassen die Portale
Kein Vergleichsportal bietet alle Versicherungen zum Abschluss an. Außerdem ziehen sich nun preisaggressive Anbieter zunehmend von den Portalen zurück. Daher ist es sinnvoll, auch diese Direktversicherer in den Preisvergleich miteinzubeziehen.

Die Hannoversche bietet in unserem Test häufiger den günstigsten Tarif als Vergleichsportale. Allerdings liegt ihre durchschnittliche Abweichung mit 11 Prozent etwas höher als bei den Vergleichsportalen. Hohe Ausreißer ziehen den Schnitt nach unten. Die maximale Abweichung lag in beiden Tests bei 64 Prozent. Jeder Anbieter hat blinde Flecken und fordert schon einmal bei besonders seltenen Autos oder anderen speziellen Anforderungen einen höheren Preis. Bei Huk24 sah es ähnlich aus: Der höchste Aufpreis lag in beiden Test bei 77 Prozent, die mittlere Abweichung bei 15 Prozent.

Beiden Direktversicherern war gemeinsam, dass die angebotenen Tarife für die umkämpfte Hauptsaison mit Versicherungsbeginn 1. Januar 2017 im Vergleich zur Konkurrenz noch einmal deutlich besser waren als die im September erhobenen Tarife für einen Start im Jahr 2016. Allerdings sind sie nicht automatisch die günstigsten Anbieter.

Am besten zwei Vergleiche kombinieren
Zwei Vergleiche, einer bei einem Vergleichsportal und ein weiterer bei einem Direktversicherer, führen daher am besten zum Ziel. Wer sowohl auf Verivox als auch bei der Hannoverschen Preise abfragt, zahlt im Durchschnitt nur 2 Prozent mehr. Im schlechtesten Fall in unserem Test waren es nur 10 Prozent mehr als der beste Preis im Finanztip-Vergleich. Die Kombination aus Check24 und der Hannoverschen senkt den Durchschnittswert auf 3 Prozent, die maximale Abweichung lag im Test bei 24 Prozent. Auch die Kombination von Check24 und Verivox lieferte ein verbessertes Gesamtergebnis, wie die Tabelle zeigt.

Die besten Kombinationen in beiden Tests

  Verivox & Hannoversche Check24 & Hannoversche Verivox & Check24 Verivox & Huk24 Check24 & Huk24 autoversicherung.de & Hannoversche
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 2 % 3 % 4 % 4 % 4 % 4 %
höchste Abweichung vom besten Preis 10 % 24 % 17 % 19 % 22 % 32 %
             

Auszug aus den Test-Ergebnissen
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 27. Oktober 2016)

Die Kombinationen zweier Portale und Direktanbieter auch mit autoversicherung.de oder der Huk24 senken nach unseren Berechnungen die mittlere Abweichung immer auf maximal 6 Prozent. Die schlechteste angebotene Versicherung war im Test nie mehr als ein Drittel teurer als das beste Konkurrenzangebot im Test.  

Eines sollten Sie aber nie machen: nur bei den beiden Direktversicherern vergleichen. Die Gefahr, hohe Ausreißer nicht abzufedern, war in unserem Test sehr hoch.

Sonderfall Ino24
Das Vergleichsportal Ino24 hat sich im Vergleich zum Test im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Auf dem Portal sind nun auch Kfz-Haftpflichtversicherungen abschließbar, ohne dass Sie gleichzeitig eine Kaskoversicherung dazu nehmen müssen. In unseren Tests war Ino24 durchschnittlich ähnlich gut wie Verivox, lieferte aber einzelne große Preisabweichungen nach oben – bis zu 49 Prozent. Gemessen am Vergleichsfeld ist das zu viel. Von einem Vergleichsportal erwarten wir eine deutlich geringere Streuung als bei einzelnen Direktversicherern. Im Nachtest im Oktober 2016 lagen die Ausreißer bei Huk24 und Hannoversche nur noch bei etwas mehr als 50 Prozent.

Zudem hat Ino24 ein weiteres Problem: Die guten Durchschnittswerte erreicht das Portal nur, weil es zum Testzeitpunkt als einziges Portal noch die Hannoversche im Angebot hatte. Seit Anfang November ist das nach Angaben der Hannoverschen aber nicht mehr der Fall. Der Vertrag wurde beendet. Ohne die günstigen Tarife der Hannoverschen aber hätte Ino24 im Test auch beim Durchschnittspreis erheblich schlechter abgeschnitten als die anderen drei Vergleichsportale.

Verivox
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 30 Minuten

Laut eigener Angabe 57 Versicherer insgesamt im Angebot
  • hervorragende Benutzerfreundlichkeit
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung

Hannoversche Direkt
günstiger Direktanbieter

nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • günstige Tarife
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
Hannoversche Direkt

Check24
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 30 Minuten

laut eigener Angabe 58 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf Portal
  • hervorragende Benutzerfreundlichkeit
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist "Maklerempfehlung"

Huk24
günstiger Direktanbieter

nicht mehr auf Vergleichsportalen vertreten
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • günstige Tarife
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
  • keine Support-Hotline

autoversicherung.de
Zeitbedarf für ein Angebot und Preisvergleich: etwa 45 Minuten

laut eigener Angabe 53 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • zusätzlicher Vergleich sinnvoll
  • aufwendige Dateneingabe
  • keine Support-Hotline
  • höchste maximale Abweichung unter den getesteten Vergleichsportalen

Die Hannoversche und Huk24 bieten sowohl günstige als auch gute Tarife an. Bei Huk24 erfüllen alle Voreinstellungen des Tarifrechners die Finanztip-Mindestanforderungen an einen guten Tarif. Wer weniger Schutz will, muss dies aktiv anwählen. Auch bei der Hannoverschen sind beispielsweise die Mallorca-Police oder grobe Fahrlässigkeit automatisch mitversichert. Beim Test im Oktober gab es eine kleine Verbesserung am Rechner: Bei der Versicherungssumme sind 100 Millionen Euro nun voreingestellt.

Beide Direktversicherungen verbesserten sich im zweiten Test nochmal leicht. Vor allem die Huk24 vergünstigte ihre Tarife deutlich zur Hauptsaison und näherte sich damit den Ergebnissen der Hannoverschen an.

Außer den beiden empfohlenen Direktversicherern schlägt sich auch Allsecur im Preisvergleich sehr gut. Neben der Hannoverschen und Huk24 erschien die Allianz-Tochter am häufigsten unter den drei günstigsten Versicherungen in unserem Test. Ein Vergleich direkt beim Anbieter ist aber nicht nötig, da sie auf allen von uns empfohlenen Portalen zu finden ist.

Wer auch noch den letzten Euro sparen möchte, kann die Ergebnisse seiner Vergleiche mit denen des Maklerportals Nafi-Auto abgleichen. Nafi bietet einen guten Marktüberblick, da es die meisten Versicherungen in seiner Datenbank führt. Allerdings ist die Dateneingabe bei diesem Vergleichsrechner aufwendig – Nafi fordert die meisten und genauesten Angaben in unserem Test. Eine Anleitung, welche Häkchen Sie bei Nafi setzen müssen, finden Sie hier.

Nach dem mühsamen Vergleich müssen Sie alle Angaben erneut auf der Seite des Preissiegers eingeben, um dort den Tarif abschließen zu können – denn direkt bei Nafi ist dies nicht möglich. Nicht immer lässt sich aber der Tarif beim Anbieter ohne Weiteres wiederfinden. Der Mehraufwand auf Nafi dauert etwa 45 Minuten.

So geht der Vergleich

In zwei Browserfenstern gleichzeitig lassen sich die Ergebnisse am besten vergleichen. Orientieren Sie sich bei den Eingaben an unseren obigen Empfehlungen und den Anleitungen für Check24, Verivox und Huk24. Beachten Sie, dass auf einem Portal der Vergleich erst komplett ist, wenn Sie auch neben der ersten Ergebnisübersicht weitere Merkmale ausgewählt haben. An dieser Stelle fragen viele Portale erst nach Zusatzschutz wie „Marderschäden mit Folgeschäden“ oder „erhöhte Deckungssummen“. Überprüfen Sie auch, ob die Tarifdetails, die wir im Folgenden beschreiben, für Sie infrage kommen.

Günstigster Tarif steht nicht immer oben
Beim Vergleich auf Check24 erscheinen ganz oben in der Ergebnisliste ein oder zwei blau hervorgehobene Tarife. Das Portal teilte uns mit, dies seien Angebote, die „Top-Leistung“ oder „Top-Preis/Leistung“ für die eingestellten Kriterien böten. Seit jüngstem beschreibt Check24 nun genau, warum es diese Tarife für die jeweilige Suche hervorhebt. Das Portal nennt dies „Makler-Empfehlung“.

Makler-Empfehlung bei Check24

Quelle: Screenshots Check24 (Stand: 15. Juli 2016)

In einer Finanztip-Stichprobe war diese Leistungs-Empfehlung stets deutlich teurer als das günstigste Ergebnis. Dabei erfüllt auch der günstigste Tarif unsere Anforderungen an eine gute Kfz-Versicherung, da alle eingegebenen Tarifmerkmale berücksichtigt sind.

Anzeige bei Verivox

Quelle: Screenshot Verivox (Stand: 28. September 2016)

Auch Verivox zeigt ganz oben in Ergebnisliste einen Tarif an, der ganz schön ins Geld gehen kann. Er ist als Anzeige gekennzeichnet. In vielen Fällen ist der dort präsentierte Tarif teurer als der günstigste in der Ergebnisliste, obwohl dieser die von uns eingegebenen Kriterien erfüllt.

Achten Sie auf diese Tarifmerkmale

In den Portalen befindet sich oberhalb der Ergebnislisten ein Link „Tarife vergleichen“. Dort finden Sie detaillierte Leistungsbeschreibungen. Achten Sie dort auf folgende Merkmale, sofern diese Sie besonders betreffen:

Sonderausstattung - Wenn das Fahrzeug über umfangreiche Extras verfügt, sollte der Tarif Sonderausstattungen im erforderlichen Umfang abdecken. Was genau als Sonderausstattung definiert ist, legt die Versicherung in den Bedingungen fest. In einer Finanztip-Studie zeigte sich, dass die meisten Anbieter Sonderausstattungen bis 5.000 oder 10.000 Euro ohne Aufschlag mitversichern.

Verzicht auf Abzug neu für alt - Vor allem bei älteren Autos ist es ärgerlich, wenn die Versicherung im Schadensfall die Kosten für neue Verschleißteile wie Reifen nicht übernimmt. Verzichtet er auf den Abzug, schließt der Versicherungsschutz die Kosten für alle Ersatzteile ein. Oft gilt der Verzicht aber gerade nicht für ältere Autos.

Erweiterte Elementarschäden - Wer in einer Bergregion oder an einem Hang wohnt, schützt mit dieser Option sein Auto vor einem Schaden durch Lawinen und Muren. Wie sehr sich die Kasko-Versicherung durch diese Klausel verteuert, ist abhängig vom Wohnort. In gefährdeten Regionen schlagen Versicherungen bei den Beiträgen deutlich höher auf als in anderen Regionen. Im Durchschnitt kosteten Tarife mit erweiterter Elementarschadenabdeckung in unserer Studie gut 28 Prozent mehr. Die Spanne lag bei den von uns getesteten Profilen allerdings zwischen 0 und 45 Prozent. Auffällig ist außerdem, dass nur wenige Anbieter diesen Zusatzschutz überhaupt versichern. Wer nach einer Versicherung sucht, hat dann nur wenig Auswahl.

Neuwertentschädigung - Wer ein Neufahrzeug versichert, sollte darauf achten, dass der Anbieter bei einem Totalschaden möglichst lange den Neuwert des Fahrzeugs zahlt. Sehr gut ist es, wenn die Versicherung bis 24 Monate nach Erstzulassung dafür aufkommt. Ansonsten erhalten Sie nur den Zeitwert, der besonders bei Neufahrzeugen sehr schnell sinkt.

In der Finanztip-Erhebung kosteten Tarife mit einer Neupreisentschädigung durchschnittlich 10 Prozent mehr als Tarife ohne Neupreisentschädigung. Schaut man sich nur die jeweils günstigsten Tarife für unsere Musterprofile an, ergibt sich ein anders Bild: Hier lag der Aufschlag im Schnitt nur noch bei 1,6 Prozent. In den meisten Fällen versichern gute und trotzdem günstige Vollkasko-Tarife eine Neupreisentschädigung für mindestens zwölf Monate kostenfrei mit. Wer Wert auf eine lange Entschädigung des Neupreises legt, sollte gezielt vergleichen.

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Machen Sie richtige Angaben

Bei Versicherungen gilt grundsätzlich: Sagen Sie die Wahrheit. Falsche Angaben in Versicherungsfragen sind kein Kavaliersdelikt, sondern können Betrug sein. Die Verletzung der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht kann eine empfindliche Geldstrafe nach sich ziehen. Außerdem verlangen viele Versicherungen als Entschädigung einen vollen Jahresbeitrag. Falsche Angaben können Sie obendrein Ihren aktuellen Versicherungsschutz kosten. Wird die Police deswegen gekündigt oder werden Sie gar wegen Versicherungsbetrugs verurteilt, haben Sie schlechte Chancen, bei anderen Anbietern noch eine Autoversicherung zu bekommen.

Was mache ich, wenn ich gar keine Police bekomme?

Fahrer, die von den Versicherungen als schlechtes Risiko angesehen werden, bekommen über Vergleichsportale und Direktversicherer auch gegen einen hohen Beitrag häufig keinen Kaskoschutz. Das kann ebenfalls passieren, wenn Sie ein besonders teures Autos versichern möchten.

Schwer zu versichern sind vor allem Fahrzeugtypen, die häufig Schäden haben, wie etwa Sportwagen. Problematisch kann es auch durch viele Punkte in Flensburg werden oder wenn die Versicherung ihrem Kunden wegen häufiger Schäden oder unrichtiger Angaben gekündigt hat. Manchmal findet in solchen Fällen ein Versicherungsmakler einen Anbieter, der das Risiko dennoch übernimmt – oft allerdings nur gegen einen sehr hohen Beitrag. Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kann helfen, so einen Vermittler zu finden.

So haben wir getestet

Portalvergleich Kfz-Versicherung September 2016 und Oktober 2016
Wir haben vier Vergleichsportale und zwei Direktversicherer anhand von 32 Musterprofilen getestet.

Ausschlaggebend für die Vorauswahl der Portale war:

  • die Möglichkeit, dort direkt eine Versicherung abzuschließen,
  • fordert keine Eingabe von persönlichen Daten,
  • Relevanz (auf Google unter den einschlägigen Suchbegriffen zu finden),
  • Versicherung wird vom Portal selbst vermittelt.

Ausschlaggebend für die Vorauswahl der Direktanbieter war:

  • sie sind nicht auf den getesteten Vergleichsportalen gelistet,
  • sie gehören zu den Top 9 der preisaggressivsten Anbieter nach Stiftung Warentest (Zeitschrift „Finanztest“, Ausgabe 12/2015 und 11/2016) – also alle Anbieter, die mit mindestens einem Tarif als „besser“ oder „weit besser“ als der Durchschnitt in allen Preiskategorien eingestuft waren,
  • online abschließbar,
  • deutschlandweit abschließbar.

Die 32 Musterprofile orientieren sich an Beispielen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), dem Verband der Versicherungsmathematiker. Außerdem berücksichtigen die Profile:

  • eine deutschlandweite Verteilung und damit Abdeckung aller Regionalklassen,
  • Verteilung des Fahrzeugalters, der zehn wichtigsten Hersteller, Autoklassen und Alter der Fahrzeughalter nach Statistiken des Kraftfahrtbundesamts,
  • eine Merkmalsverteilung nach Statistiken von Check24.

Wir haben die Profile im Sommer 2016 aktualisiert.  

Folgende in den Vergleichsportalen anwählbare Mindestkriterien für die Kfz-Tarife haben wir angesetzt:

  • erhöhte Deckungssummen,
  • Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit,
  • Abdeckung von Marderbissen und deren Folgeschäden,
  • auf alle Tiere erweiterte Wildschadendeckung,
  • Mallorca-Police inklusive.

Dadurch schließen wir eine Reihe von nicht empfehlenswerten Billigtarifen aus. Wenn sich der beste Tarif auf zwei Portalen um weniger als 50 Cent unterschied, haben wir beiden Portalen den ersten Platz zugerechnet. Um besser beurteilen zu können, welches der jeweils beste Preis am Markt ist, haben wir auch das Maklerportal Nafi-Auto für den Preisvergleich herangezogen. Weitere Details zu den Testkriterien lesen Sie in unserem Testartikel Kfz-Versicherung.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Verstanden. Vielen Dank.
4. Oktober 2016 zum Beitrag
Der November ist aber nur wichtig, wenn der Autobesitzer seine Versicherung wechseln will. Kommt es zu einem Besitzerwechsel (idR durch Verkauf) dann endet die Versicherung automatisch. WEnn du also ...
30. September 2016 zum Beitrag
Vielen Dank, trumpet.
November-Hinweis, ganz einfach dahingehend, da ich ein Kind der Werbung bin und Ende November hier der Stichtag für einen Wechsel der Versicherung ist. Ich hab es bisher ...
28. September 2016 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.