Steuersoftware

Mit dem richtigen Programm holen Sie Ihre Steuern zurück

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die meisten Bürger lohnt sich der Kauf einer Software, um die Steuererklärung zu erstellen. Sie kostet in aller Regel 15 bis 35 Euro.
  • Elster-Formular ist das kostenlose Programm der Finanzverwaltung, Laien tun sich damit jedoch schwer. Und im Gegensatz zu den Kaufprogrammen gibt es dort keine Steuertipps.
  • Wer seine Steuererklärung elektronisch abgibt, bekommt in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen zwei Monate mehr Zeit – bis zum 31. Juli.
  • Es gibt kommerzielle Desktop-Programme, die Sie jährlich neu auf Ihrem Rechner installieren müssen, und Online-Software, die im Browser läuft. Ihre Daten liegen dann auf Computern des Software-Anbieters.
  • Die drei großen Anbieter bieten jeweils eine Linie für einfachere und eine für kompliziertere Steuerfälle an. Zudem gibt es Versionen für bestimmte Zielgruppen wie Rentner, Vermieter und Selbstständige.

So gehen Sie vor:

  • Seien Sie realistisch. Kennen Sie sich mit Steuern so gut aus, dass Sie allein mit den Formularen oder Elster klarkommen? Falls nicht, dann sollten Sie eine Steuersoftware kaufen.
  • Achten Sie bei Ihrer Wahl auf die benötigten Funktionen und ob Sie mit der Bedienung zurechtkommen. Ein kostenloser Test ist meist auf der Homepage des Anbieters möglich, Online-Lösungen kosten erst etwas, wenn Sie die erstellte Erklärung absenden wollen.
  • Für die meisten Arbeitnehmer und Rentner empfehlen wir die günstigen Programme Tax 2017 und Quicksteuer 2017.
  • Etwas mehr ausgeben sollten Selbstständige, Vermieter und Arbeitnehmer mit komplizierteren Fällen. Sie nutzen am besten Wiso Steuer-Sparbuch 2017 oder Taxman 2017.
  • Unter den Online-Lösungen empfehlen wir Wiso Steuer-Sparbuch (Steuer-Web) für kompliziertere Fälle und Smartsteuer für eher einfache Fälle.
  • Tipp: Sollen wir Sie zu wichtigen Steuerfragen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Es kostet einiges an Überwindung, eine Steuererklärung auszufüllen. Und für geschätzt jeden Vierten von fast 40 Millionen Arbeitnehmern ist das vermutlich der Hauptgrund, keine Erklärung abzugeben. Doch damit verschenken sie eine Menge Geld. Denn im Durchschnitt gibt es eine Rückerstattung um die 900 Euro.

Trend geht zur Digitalisierung

Es kann also ein ordentlicher Stundenlohn herausspringen – aber nur, wenn Sie beim Ausfüllen der lästigen Formulare zügig vorankommen. Schneller kann es gehen, wenn Sie Ihre Angaben nicht händisch in Papierformulare eintragen, sondern stattdessen Ihre Steuerdaten am Computer eingeben und elektronisch ans Finanzamt übermitteln. Erfahrene Anwender wissen, dass sie mit der aktuellen Version ihrer Software auch Daten ihrer Vorjahreserklärung übernehmen und überschreiben können und so eine Menge Zeit sparen. Ein Trend: Mit der Online-Lösung Smartsteuer beispielsweise können Nutzer Belege einscannen und verwalten. Dies geht auch mit einer Smartphone-App der Steuersparerklärung. Gerade das Suchen und Verwalten von Quittungen ist ein großer Zeitfresser beim Erstellen der Steuererklärung.

Und es geht noch mehr: Mit der sogenannten vorausgefüllten Steuererklärung (das Finanzamt nennt den Service Belegabruf) können bereits elektronisch gemeldete Daten mit einem Klick in die eigene Steuererklärung übernommen werden. Neben den Stammdaten wie Adresse und Geburtsdaten sind dies beispielsweise die vom Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug gemeldeten Gehälter, die von ihm ans Finanzamt abgeführte Lohnsteuer, die einbehaltene Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag, die überwiesenen Sozialversicherungsbeiträge (aufgesplittet nach Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteilen), erhaltene Renten und Lohnersatzleistungen wie das Arbeitslosengeld.

Auch die Finanzverwaltung setzt auf die elektronische Erklärung. Das Steuermodernisierungsgesetz erlaubt nun offiziell sogar eine vollautomatische Bearbeitung – der Bescheid kann also rein maschinell erstellt werden. Und auch der Bescheid kann elektronisch im Elster-Online-Portal abgeholt werden. Ein Einspruch ist ebenfalls elektronisch möglich.

Elster überfordert die meisten

Wer sich schon in den vergangenen Jahren intensiv mit seiner eigenen Steuererklärung beschäftigt hat, sich mit den grundlegenden steuerrechtlichen Begriffen auskennt und sich bereits selbst durch die schwer verständlichen Formulare vom Finanzamt gequält hat, der kommt möglicherweise auch gut zurecht mit dem kostenlosen Steuerprogramm der Finanzverwaltung: Elster-Formular.

Im Grunde genommen füllen Sie dort auch nichts anderes als Formulare aus. Doch Tipps zum Steuersparen bekommen Sie nicht. Lediglich Hinweise auf unplausible Angaben können Sie erwarten.

Tipp

Steuer-E-Book

Das Steuerrecht ändert sich ständig. Speziell für die Steuererklärung 2016 hat Finanztip ein 57-seitiges kostenloses E-Book erstellt. Es enthält Tipps, was Sie absetzen können und wo Sie diese Angaben in den Formularen eintragen. Sie erhalten es, wenn Sie sich hier für den kostenlosen Finanztip-Newsletter anmelden.

Laien tun sich schwer mit Elster-Formular und verschenken oft Geld, weil sie nicht wissen, was sie wo eintragen können und sollten, um Steuern zu sparen. Die Gefahr ist also groß, dass Sie absetzbare Beträge übersehen oder falsch eintragen. Den Fiskus stört das jedenfalls nicht.

Die meisten Bürger sind daher besser beraten, wenn sie für ihre Steuererklärung eine kommerzielle Software verwenden. Diese bietet umfangreiche Informationen zum Steuerrecht, Steuer-Spar-Tipps, Musterbriefe und manchmal sogar umfassende Bücher. Die Steuererklärung wird im Hintergrund erstellt, indem der Nutzer eine Reihe von Fragen zu seiner individuellen Situation beantwortet. Die Eingaben prüft das Programm automatisch und berechnet die Steuer vor Abgabe der Erklärung. Dafür ist jedes Jahr die aktuelle Software erforderlich. Für die Steuererklärung 2016 trägt diese die Jahreszahl 2017 im Namen des Programms. Wer sich bereits Ende des Jahres beispielsweise in einem Elektronikmarkt eine Box kauft und installiert, muss wissen, dass es meist noch nicht berücksichtige Steuerrechtsänderungen gibt. Deshalb muss der Nutzer die Software registrieren und dann oft noch updaten. Die Updates sind kostenlos.

Doch auch gekaufte Steuersoftware setzt ein Mindestmaß an Wissen über steuerliche Angelegenheiten voraus. So werden Arbeitnehmer in aller Regel gefragt, ob sie mehr als 1.000 Euro an Werbungskosten  haben, weil nur beim Überschreiten der Arbeitnehmerpauschale weitere Einträge bei den Werbungskosten in der Anlage N erforderlich sind. Dabei wissen die wenigsten, dass dies ausschließlich beruflich bedingte Ausgaben sind und was alles darunter fallen kann. Schließlich gibt es Positionen, die zumindest anteilig Werbungskosten sein können. In unserem Ratgeber finden Sie ein ständig aktualisiertes A-Z an absetzbaren Werbungskosten.

Installierte Programme versus Online-Software

Bei Steuersoftware gibt es einen wichtigen Unterschied: zum einen Desktop-Programme, zum anderen Cloud-Lösungen, die im Browser laufen. Zu ersteren zählt Software, die Sie entweder als Download oder CD beziehungsweise DVD kaufen und auf Ihrem Rechner installieren müssen. Bei Online-Lösungen brauchen Sie keine Software zu installieren. Sie machen Ihre gesamten Eingaben im Browser. Der Anteil an Online-Programmen lag 2015 bereits bei rund 13 Prozent und wächst stark. Bei Haufe-Lexware entscheiden sich 75 Prozent der Neukunden für die Online-Steuererklärung.

Nutzer solcher Lösungen sollten sich aber bewusst machen, dass sensible Steuerdaten wie das Arbeitseinkommen in der Cloud gespeichert sind. Sie müssen sich auf die datenschutzrechtlichen Versprechen der Anbieter verlassen – sicherlich nicht jedermanns Sache. Dafür sparen sie Zeit und Geld. Installation und Updates sind nicht erforderlich. Das Programm nimmt keine Festplattenkapazität weg. Es läuft im Internetbrowser und kann daher auf unterschiedlichen internetfähigen Geräten – auch auf dem Tablet – genutzt werden.

Etliche Programme können Sie zunächst kostenfrei testen, indem Sie Ihre Daten eingeben und eine mögliche Steuererstattung berechnen lassen. Erst wenn Sie Ihre Erklärung ans Finanzamt übermitteln wollen, müssen Sie dafür zahlen. Und das ist im Vergleich zu den stationären Programmen meist deutlich günstiger. Die Basisversion von Smartsteuer kostet beispielweise 14,95 Euro pro abgegebene Erklärung.

Eine gute Alternative stellt die Online-Steuererklärung dar, wenn Sie auf Ihrem Computer kein Windows, sondern stattdessen beispielsweise Linux als Betriebssystem haben. Denn die meisten Desktop-Programme setzen Windows voraus. Einige Anbieter bieten auch eine Mac-Version an, zum Beispiel die Steuersparerklärung oder Wiso Steuerparbuch.

Die großen Anbieter haben jeweils zwei Programmlinien

Wer in einem größeren Elektronikmarkt oder im Internet gezielt nach Steuerprogrammen Ausschau hält, staunt über die Vielfalt. Tatsächlich ist das Angebot genau betrachtet doch überschaubar – trotz etlicher spezieller Varianten von ein- und demselben Programm. Drei Anbieter beherrschen den Markt:

  • Buhl Data mit seiner Linie Wiso und der abgespeckten Variante Tax – dort gibt es nur wenige Erklärvideos;
  • die Akademische Arbeitsgemeinschaft, die zum Medienkonzern Wolters Kluwer gehört, mit der Steuersparerklärung und dem Einsteigerprogramm Steuereasy;
  • Haufe-Lexware mit der Online-Lösung Smartsteuer und den Desktop-Programmen Taxman und Quicksteuer.

Neben den drei großen Steuersoftware-Anbietern gibt es noch zwei weitere kleine, die sich auf Online-Programme beschränken: Forium mit Lohnsteuer kompakt, Steuergo und die auf Studenten abzielende Software Steuererklärung Student https://www.steuererklaerung-student.de/ sowie Hartwerk mit Steuerfuchs. Bei Tests in Fachzeitschriften bleiben die kleinen Anbieter oft unerwähnt. Falls sie doch untersucht werden – wie im Mai 2017 in „Finanztest“ –, schneiden sie nicht immer gut ab.

So bemängelte die Stiftung Warentest bei Lohnsteuer kompakt, dass die Anlage KAP für das Erfassen von Kapitaleinkünften nur teilweise vorhanden gewesen sei. Wer Kapitaleinkünfte erklären will, könne mit dem Programm folglich keine vollständige Steuererklärung erstellen. Die Steuerberechnung sowie die Hilfe wurden mit „mangelhaft“ benotet.

Weil immer mehr Bürger ihre Steuererklärung elektronisch erstellen möchten, wagen sich auch neue Anbieter auf den Markt. Noch nicht auf dem Markt ist Taxbutler – eine Steuererklärung per App. Damit fotografiert der Nutzer seine Belege, und die App soll sich via Texterkennung die nötigen Daten ziehen und daraus eigenständig die Steuererklärung erstellen. Am 4. Mai 2017 startete auf der Crowdfunding-Plattform Seedmatch eine erste Finanzierungsrunde für die Firma.

Ein wenig länger im Geschäft ist das Berliner Start-up Studentensteuererklärung. 

Es ist spezialisiert auf die Belange von Studenten und bietet eine Online-Steuererklärung für 34,90 Euro an. Der Anbieter setzt darauf, dass das Bundesverfassungsgericht Studenten im Erststudium einen deutlich größeren Steuervorteil zugestehen wird als nach aktueller Rechtslage. Im Moment können Erststudenten Ausbildungskosten nur als Sonderausgaben bis 6.000 Euro absetzen, was in der Praxis häufig in die Leere geht. Dies wäre ganz anders, würden die Ausgaben etwa für die Fahrten zur Bibliothek als vorweggenommene Werbungskosten beziehungsweise vorweggenommene Betriebsausgaben bei späterer Selbstständigkeit anerkannt. Dann wäre ein Verlustvortrag möglich. Dieser würde den Berufseinsteigern eine Verrechnung der früheren Verluste mit den Einkünften ermöglichen. Folge: Niedrigere oder eventuell sogar überhaupt keine Einkommensteuer. Allerdings weiß im Moment niemand, ob sich die Verfassungsrichter zu dieser Sichtweise durchringen können.

Spezielle Varianten

Bei den meisten Programmen der großen Anbieter existieren unterschiedliche Versionen. Von Taxman gibt es beispielsweise neben der Basisversion ab 29,90 Euro noch drei spezielle Varianten: für Rentner und Pensionäre, für Selbstständige und – als teuerste Version– eine für Vermieter (39,90 Euro), die sogar ein Hausverwaltungsprogramm umfasst. Die Programmpakete enthalten auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmte Bücher – als PDF-Datei. Wer den Steuerratgeber zusätzlich gedruckt haben möchte, kann ihn kostenlos anfordern.

Der Rechenkern der Haufe-Lexware-Software stammt vom Konkurrenten Akademische Arbeitsgemeinschaft. Und diese wiederum bietet von ihrer Lösung Steuersparerklärung spezielle Varianten für Lehrer, Rentner und Selbstständige an. Lehrer weisen bis auf ein mögliches Arbeitszimmer meist keine steuerrechtlichen Besonderheiten gegenüber sonstigen Arbeitnehmern auf. Für andere Zielgruppen kann eine Spezialversion durchaus sinnvoll sein – etwa für Vermieter.

Bei gewerblichen Einkünften auch Umsatzsteuererklärung

Selbstständige und Gewerbetreibende sollten auf jeden Fall zu einer höherwertigen Software greifen. Sie müssen darauf achten, dass das gewählte Programm alle benötigten Anlagen für die Einkommensteuererklärung verarbeiten kann. Freiberufler müssen die Anlage S und eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen und in aller Regel auch elektronisch übermitteln. Gewerbetreibende müssen die Anlage G ausfüllen und zusätzlich eine Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung erstellen. Höherwertige Software hilft außerdem dabei, die Umsatzsteuer-Voranmeldungen zu erstellen.

Auch Hausbesitzer, die mit ihrer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Strom produzieren und diesen gegen Bezahlung ins Netz einspeisen, sind gewerblich tätig und müssen entsprechende steuerliche Angaben für die Gewerbe- und Umsatzsteuer machen. Vermieter sollten zudem genau auf den Funktionsumfang des Programms schauen, damit sie die Anlage V bearbeiten können. Erbengemeinschaften müssen eine einheitliche und gesonderte Feststellungserklärung beim Finanzamt abgeben. Dies kann beispielsweise erstmals Smartsteuer ab 2017.

Für die meisten Arbeitnehmer, Pensionäre und Rentner dagegen reicht die günstigere Software-Linie. Es sei denn, der individuelle Steuerfall ist kompliziert, weil einer der Steuerpflichtigen beispielsweise Auslandseinkünfte oder andere zusätzliche Einnahmen erzielt.

Für alle Programme gleichermaßen gilt, dass der Nutzer entscheiden kann, ob er die Erklärung auf Papier ausdrucken und beim Finanzamt abgeben oder elektronisch über die Elster-Schnittstelle übermitteln möchte. Die Finanzverwaltung fördert die digitale Erklärung, indem sie für die Erklärung 2016 die Abgabefrist um zwei Monate bis Ende Juli 2017 verlängert – zumindest in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Steuerbescheid-Prüfer sinnvoll

Mit der Abgabe der Erklärung ist es ja noch nicht getan. Entscheidend ist vielmehr, welche Ausgaben das Finanzamt akzeptiert. Hilfreich ist in diesem Fall der Steuerbescheid-Prüfer, den beispielsweise das Wiso Steuer-Sparbuch enthält. Wählen Sie die Funktion „Bescheidrückübermittlung und automatische Bescheidprüfung“. Über die Elster-Schnittstelle gleicht die Software dann die abgegebene Erklärung  mit dem Steuerbescheid ab. Das Programm zeigt Abweichungen bei den verschiedenen Ausgabekategorien an, beispielsweise bei den Fahrtkosten. Sie können dann entscheiden, ob Sie die Abweichung akzeptieren oder dagegen Einspruch einlegen. Dafür haben Sie einen Monat Zeit. Dafür stehen Musterschreiben zur Verfügung, die Sie individuell anpassen können.

Achtung

Zusatzfunktionen können mehr kosten

Während bei den meisten Steuerprogrammen zum Installieren die Bescheidprüfung integriert ist, kostet dies bei vielen browserbasierten Lösungen extra. Zudem kann man damit nur eine einzelne Steuererklärung erstellen, während mit manchen Desktop-Programmen ohne Aufpreis mehrere möglich sind.

Auf Schnäppchenjagd gehen

Die neuen Steuerprogramme liegen überwiegend schon ab Ende November in den Läden. In der Regel sind zu Jahresanfang noch einige Aktualisierungen nötig, sodass ein Update eingespielt werden muss. Das ist aber im Preis drin. Der unverbindliche Verkaufspreis von einfacheren Programmen wie Tax, Steuereasy oder Quicksteuer liegt bei 15 Euro, höherwertigere wie die Steuersparerklärung gibt es ab 30 Euro. Manche Anbieter verlangen fürs Verschicken der DVD eine Versandpauschale.  Bei Haufe-Lexware beträgt sie aktuell 4,90 Euro. Die Versandkosten entfallen, wenn der Käufer sich für den Download von der Website des Herstellers entscheidet.

Je näher der für viele Steuererklärungen geltende Abgabetermin 31. Mai rückt, desto eher lässt sich ein Schnäppchen machen. Auf Amazon, Idealo, Softwareload oder auch für Kunden von GMX oder Web.de gibt es immer wieder Sonderangebote. Hinzu kommen umetikettierte Versionen: Hinter der möglicherweise etwas abgespeckten Steuersoftware, die etwa Tchibo, Aldi oder Lidl verkaufen, stecken die drei großen Anbieter. Die von Tchibo stammt beispielsweise von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Solche Aktions-Software wird meistens im Januar oder Februar zwischen 5 und 10 Euro angeboten – sie ist aber oft nach wenigen Tagen ausverkauft. 

Tipp

Sparen im Abo

Wichtig ist, dass Sie mit der Bedienungsoberfläche gut zurechtkommen. Ist dies der Fall, dann spricht nichts dagegen, dass Sie das entsprechende Programm abonnieren. Dann bekommen Sie die Folgeversion automatisch zugeschickt – bei Buhl Data und Wolters Kluwe mit einer Ersparnis von 5 Euro für Abonnenten. Kunden von Buhl Data erhalten als Zugabe die Zeitschrift „Steuer-Spar-Magazin“.

Wie Sie das richtige Programm finden

Neben der Komplexität des eigenen Steuerfalls spielt ein weiterer Punkt für die Auswahl der passenden Software eine wichtige Rolle: Wie gut kommen Sie mit der Bedienung und Benutzerführung zurecht? Die meisten Desktop-Programme bieten zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Bearbeitung an: die Interview-Form beziehungsweise Roter Faden (bei Wolters-Kluwer-Lösungen) auf der einen Seite, die sich insbesondere für Laien eignet. Oder die zeitsparendere Variante einer direkten Formularbearbeitung. Dies bietet sich Nutzern mit Steuererklärungserfahrung an.

Die Programme haben wir in drei Gruppen eingeteilt:

  • Desktop-Software für die Erstellung einfacher und durchschnittlich schwerer Steuerfälle, also relevant für die meisten Arbeitnehmer und Rentner, manchmal auch passend für Kleinunternehmer (Standard);
  • zu installierende Programme für kompliziertere Sachverhalte, zum Beispiel für Selbstständige und Gewerbetreibende inklusive Umsatzsteuererklärung und Gewerbesteuererklärung (Premium) sowie
  • Online-Programme.

Doch welche Software ist für die Steuererklärung 2016 die beste? Bereits ab Ende des Jahres veröffentlichen die ersten Computer- und Wirtschaftsmagazine die ersten „Test-Artikel“ über den aktuellen Steuersoftware-Jahrgang. Der Aufwand, der für gründliche Softwaretests betrieben werden muss, ist extrem hoch und wird in den diversen Redaktionen sehr unterschiedlich praktiziert. Leider sind nur wenige Medien transparent bezüglich der Test-Vorgehensweise und Beurteilung. Für den Software-Jahrgang 2016, also für die Steuererklärung 2015, haben wir zwischen Januar und Ende April 2016 publizierte Tests in vertrauenswürdigen Fachzeitschriften analysiert und daraus Empfehlungen entwickelt. Wir nennen dies „Meta-Test“.

Für einen solchen Meta-Test benötigen wir jedoch nachvollziehbare und mathematisch verwertbare Testergebnisse. Rein verbale Beschreibungen von Funktionalitäten und Benutzer(un)freundlichkeit sind letztlich kaum mathematisch abbildbar. Aus unserer Sicht haben „Finanztest“ in der Ausgabe Mai 2017 und „Focus Money“ mathematisch verwertbare Daten veröffentlicht. Doch Entwicklern, die im Vorjahr gute Software produziert haben und diese immer weiterentwickeln, kann man eine gewisse Kontinuität in ihrer Leistung unterstellen. Deshalb haben wir die Vorjahres-Ergebnisse unseres großen Meta-Tests für unsere aktuelle Bewertung fortgeschrieben.

Eine mehrjährige Betrachtung von Testergebnissen ist außerdem sinnvoll, weil wir empfehlen, der einmal gewählten Software, die gute Dienste leistet und mit der man sich auskennt, in aller Regel treu zu bleiben.

Unter Berücksichtigung der Vorjahres-Ergebnisse und der folgenden Tests von 2017 können wir die Finanztip-Empfehlungen weitgehend aufrechterhalten.

Test von Finanztest

„Finanztest“ hat im Januar und Februar 2017 elf Steuerprogramme anhand von drei Musterfällen getestet. Den ersten einfachen Arbeitnehmer-Fall haben 110 Laien eingegeben. Die beiden anderen komplexeren Fälle haben Experten eingetragen. Bei letzteren ging es um eine Patchwork-Familie beziehungsweise einen Rentner. Für das Ehepaar mit Kindern aus verschiedenen Ehen war ausnahmsweise die Einzelveranlagung günstiger als die Zusammenveranlagung. Der Rentner hatte eine Abfindung sowie Kapitalerträge zu versteuern. Die Stiftung Warentest gewichtete die korrekte Steuerberechnung und Hilfen zur Hälfte, mit 40 Prozent die Handhabung und zu 10 Prozent technische Merkmale.

Die Warentester überzeugten die Programme von Buhl Data am meisten: Das für 15 Euro günstige Programm Tax 2017 schnitt mit der Note 2,2, am besten ab, dicht gefolgt von den Schwesterprogrammen Wiso Steuersparbuch 2017 (35 Euro) und der Online-Lösung Wiso Steuerweb. Nächster Verfolger sind die beiden Desktop-Lösungen von Haufe-Lexware, Quicksteuer 2017 und Taxman 2017, und mit etwas Abstand deren Cloud-Lösung Smartsteuer.

Geringfügig weiter vorne rangieren zwei Programme von Wolters Kluwer: Steuereasy 2017 und knapp dahinter die Steuersparerklärung 2017. Die Überraschung des Tests war das eher schlechte Abschneiden des recht beliebten Programms Steuersparerklärung. Von den Programmen Lohnsteuer kompakt und Steuerfuchs rät die Stiftung sogar ab, da in beiden Fällen die Handhabung als mangelhaft bewertet wurde. Im Fall von Lohnsteuer kompakt bemängelten die Tester, dass nicht einmal eine vollständige Erfassung aller Kapitalerträge möglich gewesen sei.

Test von "Focus Money" und weiteren Medien

Besser schneidet die Steuersparerklärung bei „Focus Money“ ab. Hier landet die Software hinter Wiso Steuersparbuch und Taxman, aber noch vor Tax Professional (die Premium-Variante von Tax 2017). Die Noten von Focus Money fallen deutlich besser aus als die der Stiftung Warentest. Focus Money rechnete mit nur einem komplexen Musterfall. Dabei ging es auch um Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit, außergewöhnliche Belastungen, Spenden als Sonderausgaben, doppelte Haushaltsführung und Unterhaltsleistungen an den Ex-Partner.

Wie bei den Tests der Stiftung Warentest und von Focus Money ging die Steuersoftware von Buhl Data auch bei der „Wirtschaftswoche“ als Sieger vom Platz. Der Autor gab offensichtlich seinen eigenen Steuerfall in verschiedene Programme ein und kam mit dem Wiso Steuersparbuch am besten zurecht. Nach seinem Urteil dürfen nur „Unerschrockene“ Elster-Formular verwenden.

Wiso Steuersparerklärung und Tax werden auch bei „Chip“, „Computerbild“ und „Euro am Sonntag“ sehr positiv bewertet.

Unsere Empfehlungen für einfache Steuerfälle

Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass für einfachere Fälle preiswerte Software genügt. Wir empfehlen hierfür

Laien kommen mit Quicksteuer ganz gut zurecht. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig. Bei steuerrechtlichen Fragen hilft die umfassende Wissens-Datenbank. Für Arbeitnehmer und Rentner ist das Programm für rund 15 Euro eine solide Lösung – insbesondere aufgrund der Ausfüllhilfe, die falsche oder unvollständige Einträge verhindern soll.

Bereits beim Jahrgang 2015 wurde Quicksteuer komplett überarbeitet. Seitdem steckt der Rechenkern der Akademischen Arbeitsgemeinschaft drin. In der aktuellen Fassung lassen sich Belege individuell filtern und kategorisieren („Belegmanager“). Die Plausibilitätsprüfung, die auf Fehler aufmerksam macht, wurde verbessert. Außerdem können Nutzer jetzt die Schriftgröße individuell einstellen. In der „Deluxe“-Version ist das Buch „1000 ganz legale Steuertricks“ enthalten. Ein Muss ist das Buch aber nicht, vor allem, weil viele der Steuertricks nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionieren.

Die günstigere Softwarelinie von Buhl Data ist Tax. Der Einstiegspreis beträgt 15 Euro, für Abonnenten 13 Euro. Das Programm ist für Arbeitnehmer, Rentner, Pensionäre, Vermieter und Kapitalanleger geeignet und lässt sich für bis zu fünf Steuererklärungen innerhalb eines Haushalts nutzen. Vorjahresdaten kann das Programm übernehmen. Zudem kann der Nutzer die Steuererklärung komplett papierlos abgeben, weil die Software die Elster-Authentifizierung für den Belegabruf (vorausgefüllte Steuererklärung) beherrscht. Damit ist Tax von Buhl Data der Preis-Leistungs-Sieger für die Masse der nicht so komplizierten Steuerfälle.

Selbstständige, Gewerbetreibende und Landwirte könnten zwar die erforderlichen Anlagen damit ebenfalls erstellen, sind aber mit einer höherwertigeren Software – zum Beispiel dem Wiso Steuersparbuch – meist besser beraten. Damit sind dann auch Umsatz- und Gewerbesteuererklärungen sowie Umsatzsteuervoranmeldungen möglich.

Quicksteuer
Software für einfache Steuererklärungen

  • prüft, ob Eingaben unvollständig oder fehlerhaft sind
  • umfangreiches Steuerwissen
  • neuer Belegmanager
  • keine Videos

Tax
Software für einfache Steuererklärungen

  • hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis
  • komplett papierlose Abgabe möglich
  • für bis 5 Steuererklärungen
  • beschränkt sich auf wesentliche Funktionen
  • wenige Videos

Unsere Empfehlungen für aufwendigere Steuerfälle

Von den Premium-Programmen, die in erster Linie Selbstständige und Gewerbetreibende benötigen, empfehlen wir:

Aus der Vielfalt der Steuerprogramme von Buhl Data sticht das Wiso Steuersparbuch heraus. Jahr für Jahr kann sich dieses Programm einen Spitzenplatz in diversen Tests ergattern – zum Beispiel bei „Computer Bild“ zum fünften Mal in Folge. Im Test von 2017 suchte die Redaktion mit sehr komplexen Steuerfällen gezielt nach Schwächen der Programme – das Wiso Steuersparbuch meisterte den Stresstest. Das Programm enthält zahlreiche Videos und umfassende Fachinformationen, sodass sich Nutzer bei den häufig vorkommenden Ungewissheiten, die das Steuerrecht mit sich bringen, innerhalb der Software schlau machen können. Sie können ihre Erklärung auf dem Desktop bearbeiten, auf dem Tablet oder im Browser. Wer beispielsweise im Laden eine Software in der Box kauft, erhält dazu auch einen gedruckten, umfassenden Steuerratgeber.

Die aktuelle Version 2017 bietet ein neues nicht zu unterschätzendes Feature: Es kürzt die umständliche Prozedur bei der Authentifizierung für den Belegabruf ab, sodass eine komplett papierlose Erstellung der Steuererklärung möglich ist. Sie müssen kein unterschriebenes Formular beim Finanzamt einreichen. Daten etwa von der Lohnsteuer-Bescheinigung können recht einfach für die Steuererklärung übernommen werden. Assistenten unterstützen zudem die Erstellung der Umsatz- und Gewerbesteuererklärung. Somit können beispielsweise Photovoltaik-Anlagenbetreiber ihre gewerblichen Einkünfte damit erklären.

Das Besondere an den Wiso-Programmen ist das Prinzip „einmal zahlen, alles nutzen.“ Das bedeutet, dass Sie immer alle drei Wege der Steuererklärung nutzen können: Browser-App, Tablet-App und Desktop-Anwendung für PC und Mac. Unabhängig davon, welches Produkt Sie zuerst freischalten (Desktop, Browser oder App) gilt Ihre Lizenz auch für die beiden anderen Nutzungsformen. Eine Erklärung kann auf einem Gerät begonnen und an einem anderen weiterbearbeitet werden.

Das Programm lässt sich auch auf einem USB-Stick installieren, sodass es überhaupt nicht auf dem lokalen Rechner installiert werden muss. Wiso-Programme sind somit besonders interessant für diejenigen, die ihre Erklärungen auf verschiedenen Geräten bearbeiten – und für Mac-User, für die es eine spezielle Version gibt. Alternativ könnten Apple-Nutzer stattdessen die Steuersparerklärung 2017 nutzen. Beide Programme sowie fünf Cloud-Lösungen hat macwelt.de getestet: Am besten abgeschnitten haben Wiso Steuer Mac 2017 bei den Offline-Anwendungen und Lohnsteuer kompakt bei den Browser-Lösungen. 

Beim Erstkauf kostet das Wiso Steuersparbuch regulär 35 Euro, für Abonnenten ist es 5 Euro günstiger. Als Download bekommen Sie das Steuersparbuch oft billiger – beispielsweise bei der Download-Plattform Softwareload.

Neu empfehlen wir Taxman 2017. Haufe-Lexware hat in der aktuellen Version für die Steuererklärung 2016 die Bedienoberfläche umfassend überarbeitet. Der Rechenkern ist derselbe wie bei der Steuersparerklärung des Mitbewerbers Akademische Arbeitsgemeinschaft. Taxman 2017 führt den Nutzer zunächst mithilfe eines Einstiegsinterviews durch seinen Fall. Gut gelöst ist das Einscannen von Belegen mithilfe des Belegmanagers. Quittungen im Format PDF, JPG oder DOC können verwaltet und einfach zugeordnet werden. Sehr umfassend fällt das Begleitmaterial aus. Im Preis von 30 Euro ist ein 550-seitiges Steuerbuch inklusive; in der Download-Version kann es als PDF heruntergeladen werden. Letztlich ist Taxman 2017 also 5 Euro günstiger als der Mitbewerber Wiso Steuersparbuch.

Wiso Steuersparbuch
Software für komplexere Steuererklärungen

  • mehrfacher Testsieger – auch mit dem Jahrgang 2017
  • mehr als 150 Erklärvideos und Steuerratgeber
  • Steuererklärung lässt sich auf PC, Tablet oder im Browser erstellen
  • enthält Planspielmodus mit „Was wäre wenn“-Analysen
  • komplett papierlose Abgabe möglich
  • mit Steuerbescheid-Prüfer und Einspruchshilfen

Taxman 2017
Software für komplexere Steuererklärungen

  • umfassendes Steuerhandbuch
  • Zugriff auf Steuerwissensdatenbank
  • mehrere Erklärungen möglich
  • mit Belegmanager lassen sich Rechnungen digitalisieren und verwalten
  • Musterbriefe, Videos und Ratgeber für spezielle Steuerfälle

Unsere Empfehlungen für Online-Steuerprogramme

Bei den Browser-Anwendungen überzeugen wie im Vorjahr am meisten:

Wer sich für eine Online-Steuererklärung begeistern kann, dessen erste Wahl sollte Wiso Steuerweb sein, dies ist die Cloud-Lösung von Buhl Data. Faktisch steckt hier das Wiso Steuersparbuch drin – die Onlinefassung kostet auch genauso viel. Wem die 35 Euro zu viel sind, der kann sich für Smartsteuer entscheiden, das nur 15 Euro kostet. Für einfachere Fälle genügt dies durchaus. Eine neue praktische Funktionalität ist das Einscannen und Verwalten von Belegen.

Bei „Finanztest“ hat Wiso Steuer-Web allerdings ein ganzes Stück besser abgeschnitten (Note 2,45 versus 3,2).

Um die Wiso-Lösung nutzen zu können, benötigen Sie einen gültigen Lizenzschlüssel für ein Wiso-Steuerprogramm. Beim Anbieter Buhl Data müssen Sie daher ein Konto einrichten. Anschließend können Sie Ihre Daten in der Cloud von Buhl bearbeiten.So lässt sich die Steuererklärung auch auf unterschiedlichen Geräten – auf dem Computer, Tablet und Handy – bearbeiten.

Ein anonymer Test der Funktionen ist möglich. Bis zur Abgabe der Steuererklärung können Sie das Programm grundsätzlich kostenlos testen; erst wenn Sie die Daten übermitteln, benötigen Sie einen gültigen Lizenzschlüssel. Falls Sie sich diesen erst dann kaufen, müssen Sie mindestens 30 Euro dafür zahlen – ohne Abo-Verpflichtung sogar 5 Euro mehr.

Spartipp: Kaufen Sie sich zuvor – beispielsweise bei Softwareload – einen günstigeren Lizenzschlüssel, den Sie dafür nutzen können.

Wiso Steuer-Web
Online-Software

  • Testsieger bei der Stiftung Warentest
  • gut geeignet auch für komplizierte Fälle
  • umfassende Steuerhilfen
  • kostet regulär 35 Euro beim Einzelkauf

Smartsteuer
Online-Software

  • intuitiv bedienbar
  • preisgünstige Basisversion
  • kostenloser telefonischer Kundenservice rund um die Uhr
  • Basisversion nicht so gut für komplexere Sachverhalte
  • keine Unterstützung beim Belegabruf

Kosten für Steuersoftware absetzbar

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Die durchaus überschaubaren Kosten für eine Steuersoftware dürfen Sie als Steuerberatungskosten komplett absetzen. Denn obwohl der Aufwand sowohl den beruflichen als auch den privaten Bereich berührt, akzeptiert das Finanzamt Mischkosten bis zu 100 Euro in vollem Umfang. Heben Sie den Kaufbeleg auf und geben Sie den Betrag bei den Werbungskosten an.

Fazit: Die Steuersituation der meisten Arbeitnehmer und Rentner ist gar nicht so kompliziert. Viele von ihnen könnten ihre Steuererklärung selbst erstellen. Elster-Formular können wir jedoch Anfängern und ambitionierten Steuersparern nicht empfehlen. Zielführender ist kommerzielle Steuersoftware. Ob als zu installierendes Programm oder als Browser-Anwendung ist Geschmacks- und Vertrauensfrage. Online-Steuererklärungen holen immer mehr auf, sind aber im Umfang aber im Vergleich mit den Desktop-Programmen etwas eingeschränkt – sie haben beispielsweise weniger Videos. Wer mit seiner Software mehr als eine Steuererklärung erstellen möchte, der spart Geld mit einer Desktop-Lösung.

Investieren Sie etwas Zeit, um herauszufinden, mit welcher Bedienungsoberfläche Sie am besten klarkommen und entscheiden sich für die Software Ihrer Wahl. Diese können Sie abonnieren, dann sparen Sie über die Jahre Zeit und Geld. Die meisten Programme erlauben keine Datenübernahme aus einem Konkurrenzprodukt.

Einen kritischen Blick auf die von der Software vorgeschlagenen Formularangaben sollten Sie dennoch haben, denn Fehler sind nie ausgeschlossen. Haben Sie beispielsweise einen Laptop privat gekauft, den Sie zur Hälfte als Arbeitsmittel beruflich nutzen, dann können Sie die Hälfte der Anschaffungskosten als Werbungskosten absetzen. Hierfür müssen Sie jedoch selbst den beruflichen Anteil eintragen. In den Programmen voreingestellt sind 100 Prozent, doch dies geht beim Finanzamt in aller Regel nicht durch. Zudem gibt es immer wieder aktuelle Urteile, von denen Sie schon bei der nächsten Steuererklärung profitieren können. Nutzen Sie daher auch die kostenlosen Serviceangebote von Finanztip.

So haben wir ausgewählt

Vergleich Steuersoftware 2017

Wir haben Steuerprogramme für die Steuererklärung 2016 betrachtet. Ausgewertet haben wir dazu Testberichte in „Finanztest“ (Ausgabe 5/2017), „Focus Money “, „Computer Bild“ (Ausgabe 7/2017), „Chip“, „Wirtschaftswoche“, „Euro am Sonntag“ und „Macwelt“ – diese Artikel sind bis Ende April 2017 erschienen. Nicht einbezogen haben wir den „Test“ auf steuern.de. Dabei handelt es sich um Werbung, die natürlich nicht neutral sein kann.

Wir haben – wie im Vorjahr – drei Kategorien gebildet. In jeder Kategorie haben wir die beiden Programme, die in den ausgewählten Medien insgesamt am besten abgeschnitten haben, herauskristallisiert und als Empfehlung ausgewiesen. Das stärkste Gewicht legten wir auf die Tests von „Finanztest“ und „Focus Money“, die die Musterfälle, Bewertungskriterien und Noten veröffentlichten. Einen ausführlichen Meta-Test, der die Bewertungen von „Computer Bild“, „Chip“, „Euro am Sonntag“ und „Computer“ aggregieren wird, veröffentlichen wir demnächst.

  • Tipp: Sollen wir Sie zu wichtigen Steuerfragen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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29. Oktober 2016 zum Beitrag
"Das eigentliche Arschloch ist immer noch der Kunde." :P
28. Oktober 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.