Stromanbieter wechseln

So wechseln Sie ganz einfach zum günstigsten Stromanbieter

Das Wichtigste in Kürze

  • Falls Sie noch nie bewusst einen Liefervertrag für Strom abgeschlossen haben, sind Sie im teuren Grundtarif. Sie sollten dann so schnell wie möglich günstigere Angebote Ihres Versorgers einholen oder gleich den Stromanbieter wechseln.
  • Den Stromlieferanten zu wechseln, dauert nur wenige Minuten und ist ganz einfach. Sie müssen im Normalfall nicht einmal Ihrem alten Versorger kündigen – das erledigt der neue Stromanbieter für Sie.
  • Einen für Sie geeigneten und günstigen Stromtarif finden Sie mit dem Finanztip-Stromrechner. Er basiert auf Daten von Verivox und unterliegt unseren strengen Finanztip-Kriterien.

So gehen Sie vor

  • Ein Neukundenbonus kann eine dreistellige Summe bringen – aber nur, wenn Sie jedes Jahr den Stromanbieter wechseln. Wenn Sie einem Versorger länger treu bleiben wollen, verzichten Sie darauf.
  • Achten Sie auf eine möglichst lange Preisgarantie, zum Beispiel zwölf Monate.
  • Begrenzen Sie die Anschlusslaufzeit oder Vertragsverlängerung auf einen Monat – es sei denn, Sie planen ohnehin, jedes Jahr den Stromanbieter zu wechseln.
  • Diese und andere Fallstricke umgeht der verbraucherfreundliche Finanztip-Stromrechner.
Wie oft wollen Sie den Tarif wechseln?
Ihre Postleitzahl
Anzahl Personen im Haushalt
oder kWh/Jahr:
Hinweis: Bei Auswahl der Option „Jedes Jahr“ empfehlen wir Ihnen auch Tarife mit Neukundenbonus, die im zweiten Vertragsjahr deutlich teurer werden können. Wechseln Sie rechtzeitig erneut den Anbieter, sonst ist Ihre Ersparnis wahrscheinlich dahin.

Warum einen neuen Liefervertrag für Strom suchen?

Mindestens ein Drittel der Haushalte in Deutschland zahlt zu viel für Strom. Sie gehören auf jeden Fall dazu, wenn Sie sich nie aktiv für einen Stromtarif entschieden haben. Denn dann beziehen Sie Elektrizität aus der sogenannten Grundversorgung: Das ist ein teurer Tarif, der höchstens als Notlösung taugt. Damit jeder Haushalt in Deutschland Strom beziehen kann, gibt es die Grundversorgung.

Der Stromanbieter mit den meisten Kunden vor Ort garantiert sie. Er beliefert jeden Haushalt, wenn kein Vertrag zur Stromlieferung existiert. Und diesen Service lässt sich der Grundversorger teuer bezahlen. Zu den Kunden zählen Verbraucher, die nie einen Liefervertrag abgeschlossen haben, obwohl sie es könnten. Daneben befinden sich in der Grundversorgung Verbraucher mit einer schlechten Schufa-Bewertung – sie finden keinen anderen Stromanbieter.

Strompreise ab 2017

Die Ökostrom-Umlage (auch EEG-Umlage genannt) steigt 2017 von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Prognosen gehen davon aus, dass sie sich noch mindestens die nächsten drei Jahre in Folge erhöhen wird. Stark gestiegen sind zum Jahreswechsel 2017 auch die Netzentgelte in vielen Regionen in Deutschland. Für Stromversorger hingegen sinken die Preise für den Einkauf von Strom. Diesen Preisvorteil könnten sie an die Kunden weitergeben. Wegen der gegenläufigen Effekte lässt sich schwer vorhersagen, wie sich der Strompreis für Verbraucher entwickeln wird.

Mit einem Wechsel des Stromanbieters können Sie ohne viel Aufwand 200 Euro und mehr sparen. Ein Beispiel: Eine Familie in Hamburg mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlte Ende November 2015 im Grundtarif von Vattenfall 1.186 Euro für zwölf Monate. Mit den Empfehlungen von Finanztip für den Stromvergleich finden die Hamburger den fairen Tarif Grünstrom pur 12 von Grünwelt Energie für 938 Euro im Jahr. Die gesparten 248 Euro kann die Familie anlegen oder in eine private Rentenversicherung investieren.

Es gibt übrigens kein Risiko, dass zwischendurch die Lichter ausgehen. Selbst wenn beim Wechsel etwas schiefgeht, sind Verbraucher gesetzlich gegen Stromausfall abgesichert – der Grundversorger springt mit dem sogenannten Ersatz-Tarif bis zu drei Monate lang ein (§ 38 Abs. 1 EnWG). Die Ersatz-Tarife entsprechen denen der Grundversorgung. Sobald ein neuer Anbieter Strom liefert, endet die Ersatzversorgung. Sie müssen den Ersatz-Tarif nicht kündigen. Verstreichen die drei Monate, ohne dass ein Lieferant die Versorgung übernimmt, rutscht der Kunde in die Grundversorgung und hat dann eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. So oder so gibt es aber keinen Stromausfall.

Raus aus der Grundversorgung

Wenn Sie sich noch nie um Ihren Stromtarif gekümmert haben, sind Sie wahrscheinlich im teuren Grundtarif. Dieser liegt im Schnitt um anderthalb bis drei Cent pro Kilowattstunde höher gegenüber alternativen Stromtarifen. Wenn Sie Ihre letzte Stromrechnung zur Hand nehmen, können Sie erkennen, ob Sie mehr oder weniger als der Durchschnitt zahlen: Teilen Sie den Rechnungsbetrag durch den Jahresverbrauch, der in Kilowattstunden (kWh) angegeben ist. Die durchschnittlichen Werte können Sie folgender Tabelle entnehmen:

Durchschnittliche Strompreise für Haushaltskunden

Stromverbrauch   Tarif in der Grundversorgung   anderer Tarif beim Grundversorger   Tarif bei anderem Anbieter
Unter 1.000 kWh/Jahr   39,23 ct/kWh   36,11 ct/kWh   35,09 ct/kWh
1.000 - 2.500 kWh/Jahr   31,71 ct/kWh   30,03 ct/kWh   29,06 ct/kWh
2.500 – 5.000 kWh/Jahr   29,85 ct/kWh   28,16 ct/kWh   27,78 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 30. November 2016)

Wenn Sie ganz sichergehen wollen, ob Sie sich in der Grundversorgung befinden, geben Sie den Namen Ihres Tarifs bei Google ein. Oder Sie fragen direkt bei Ihrem Versorger nach, ob Sie in der Grundversorgung sind. Auch wenn Sie nicht mehr im Grundtarif sind, lohnt es sich, etwa einmal im Jahr die Strompreise zu vergleichen und zu prüfen, ob es ein günstigeres Angebot gibt. Dazu brauchen Sie Ihrer Stromrechnung lediglich Ihren Jahresverbrauch entnehmen. Wenn Sie im vergangenen Jahr ungewöhnlich viel oder wenig Strom verbraucht haben, zum Beispiel weil Sie längere Zeit abwesend waren, können Sie alternativ von folgenden Richtwerten ausgehen:

Richtwerte für den Stromverbrauch

Singles 1.500 kWh/Jahr
Paare 2.500 kWh/Jahr
Eltern mit einem Kind 3.000 kWh/Jahr
Größere Familien 5.000 kWh/Jahr

Die Richtwerte repräsentieren eher sparsame Haushalte in Mehrfamilienhäusern und enthalten keine elektrische Warmwasserbereitung.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 5. Januar 2017)

Günstigen Tarif finden mit Vergleichsrechner

Seit der Liberalisierung des Strommarkts im Jahr 1998 können Verbraucher in Deutschland ihren Anbieter frei wählen. Heute gibt es mehr als 1.000 Stromlieferanten, und jeder bietet im Durchschnitt mehr als zehn Tarife an – den Stromvergleich selbst vorzunehmen, ist fast unmöglich. Dabei helfen Vergleichsrechner im Internet, die ihre Datenbanken laufend mit aktuellen Angeboten füttern. Finanztip hat einen eigenen Rechner erstellt. Er basiert auf Daten von Verivox. 

Außerdem haben wir in einer gesonderten Untersuchung die günstigsten und kundenfreundlichsten Stromanbieter für zehn deutsche Großstädte ermittelt.

So bedienen Sie den Finanztip-Stromvergleich

Wählen Sie aus, ob Sie den Stromanbieter vorerst nur einmal wechseln möchten oder konsequent jedes Jahr. Sofern Sie jedes Jahr wechseln, ist die Ersparnis größer. Falls Sie aber vergessen, rechtzeitig zu kündigen, drohen ab dem zweiten Jahr deutlich höhere Kosten.

Wählen Sie den einmaligen Wechsel, wenn Sie mit dem neuen Anbieter erstmal Ihre Ruhe haben wollen.

Geben Sie Ihre Postleitzahl und die Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt an. Wir schätzen den Stromverbrauch dann für Sie. In der Ergebnisliste finden Sie konventionellen Strom und Ökostrom. Sie können den passenden Stromtarif entweder über den Rechner und Verivox abschließen oder Sie wenden sich direkt an den Anbieter.

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Falls Sie bereit sind, jedes Jahr zu wechseln, können Sie viel Geld sparen und mit dem Neukundenbonus stattliche Summen kassieren, im obigen Beispiel rund 300 Euro. Kündigen Sie dann rechtzeitig, am besten per Einschreiben.

In den meisten Fällen muss die Kündigung mindestens sechs Wochen vor Vertragsende beim Stromanbieter sein. Maximal darf die Kündigungsfrist drei Monate betragen. Kündigen Sie „zum Ablauf des ersten Belieferungsjahres“, wenn die Vertragsbindung ein Jahr umfasst. Schreiben Sie nicht: „Ich kündige den Vertrag zum frühestmöglichen Zeitpunkt“. Der Grund: Einige Stromanbieter zahlen den Neukundenbonus nur dann, wenn sie ein volles Jahr geliefert haben. Es ist schon vorgekommen, dass ein Anbieter den Kunden einen Tag früher aus dem Vertrag gelassen hat, um den Bonus nicht auszahlen zu müssen.

Vertragsverlängerung auf einen Monat beschränken

Der Finanztip-Stromvergleich zeigt Tarife mit einer maximalen Erstlaufzeit von zwölf Monaten. Zusammen mit einer entsprechend langen Preisgarantie geht das in Ordnung.

Der Zeitraum, um den sich der Vertrag nach der Erstlaufzeit automatisch verlängert, sollte immer so kurz wie möglich ausfallen. Standardmäßig lassen viele Vergleichsportale bis zu zwölf Monate Anschlusslaufzeit zu. Das ist unserer Einschätzung nach zu lang, denn dieser Zeitraum ist so gut wie nie von einer Preisgarantie abgedeckt. Zwar besteht bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht. Allerdings gibt es immer wieder Fälle, in denen der Stromanbieter dabei Probleme bereitet.

Daher schränkt unser Stromrechner die Anschlusslaufzeit standardmäßig auf einen Monat ein. Falls nötig, kommen Sie dann schnell und stressfrei aus dem Vertrag heraus. Schöner Nebeneffekt: Nach unserer Erfahrung sortiert diese Einstellung viele eher problematische Anbieter aus. Denn die wollen ihre Kunden lieber lange an sich binden.

Wer hingegen anklickt, jedes Jahr den Stromanbieter wechseln zu wollen, für den entfernt der Stromrechner keine Tarife mit einer längeren Anschlusslaufzeit. Denn wenn Sie sowieso jährlich wechseln wollen, spielt die Vertragsverlängerung keine Rolle, weil es nicht dazu kommt.

Auch bei der Kündigungsfrist unterscheiden wir zwischen jährlichen Wechslern und Kunden, die sich nicht jedes Jahr nach einem neuen Stromanbieter umsehen wollen. Wer ohnehin plant, jährlich zu wechseln, um den Neukundenbonus mitzunehmen, der versäumt die Kündigungsfrist kaum. Deshalb akzeptieren wir für diese Kunden eine Frist bis zu drei Monate. Bei allen anderen Nutzern rechnet unser Tool vorsichtiger und akzeptiert eine maximale Kündigungsfrist von sechs Wochen.

Zwölf Monate Preisgarantie

Gegen steigende Energiepreise können Sie sich mit einer Preisgarantie teilweise absichern. Der Haken: Viele Anbieter gewähren die Garantie nur auf bestimmte Bestandteile des Strompreises. So sind oft nur der Energieanteil und das Netzentgelt abgedeckt, was „eingeschränkte Preisgarantie“ genannt wird. Nicht erfasst sind hingegen meist sämtliche Steuern und Umlagen – sie machen rund die Hälfte des Strompreises aus.

Weitergehende Preisgarantien sind leider selten. Deshalb akzeptiert unser Stromrechner eine eingeschränkte Preisgarantie, um nicht zu viele Stromtarife vom Vergleich auszuschließen. Unser Stromrechner verlangt eine (eingeschränkte) Preisgarantie von mindestens zwölf Monaten.

Sollte Ihr Anbieter aufgrund nicht abgesicherter Preisbestandteile den Strompreis erhöhen, sollten Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht bestehen. 

Pakettarife ausschließen

Pakettarife enthalten eine bestimmte Menge Strom pro Jahr, zum Beispiel 4.200 Kilowattstunden. Der Nachteil dabei: Falls Sie am Ende weniger verbraucht haben, war das Paket überdimensioniert und Sie haben zu viel bezahlt. Wenn Sie mehr verbrauchen, als im Paket enthalten ist, zahlen Sie für die zu viel verbrauchten Kilowattstunden einen deutlich überhöhten Preis. Deshalb sind Paketpreise selten so günstig, wie sie auf den Vergleichsportalen erscheinen. Außerdem mindern solche Tarife grundsätzlich den Anreiz, Strom zu sparen. In der Voreinstellung vieler Vergleichsportale sind Pakettarife nicht berücksichtigt. Auch der Finanztip-Stromrechner schließt sie aus.

Keine Vorkasse

Durch die spektakulären Pleiten der Stromdiscounter Teldafax und Flexstrom 2011 und 2013 verloren Zehntausende Kunden ihre ein Jahr im Voraus geleisteten Abschlagszahlungen. Heute gibt es zum Glück kaum noch Vorkassetarife. Die wenigen verbliebenen werden von den Vergleichsportalen in der Voreinstellung nicht berücksichtigt. Auch der Finanztip-Stromvergleich berücksichtigt ausschließlich Tarife mit monatlichen Abschlagszahlungen, die das finanzielle Risiko für den Fall einer Insolvenz erheblich mindern.

Tipp

Grüner Strom ist kaum teurer

In Hamburg waren Ende November 2015 sechs von zehn der günstigsten Stromtarife solche mit Ökostrom. Der billigste Anbieter war Grünwelt Energie. Auch in anderen Städten finden Sie sehr häufig Ökostrom unter den günstigsten Angeboten. Doch die Wirkung auf die Energiewende ist nicht bei jedem Anbieter gleich hoch. Der Finanztip-Stromrechner besteht darauf, dass Ökostromtarife ein anerkanntes Gütesiegel tragen.

Für oder gegen Ökostrom entscheiden

Wenn Sie durch Ihre Tarifwahl die ökologische Stromerzeugung unterstützen möchten, wählen Sie einen Ökostromtarif. Das hat technisch keine Auswirkung auf den Strom, den Sie erhalten. Alle Haushalte werden mit dem physikalisch gleichen Strom versorgt. Im Stromrechner von Finanztip können Sie leicht erkennen, wie groß der Preisunterschied zwischen herkömmlichem Strom und Ökostrom ist. Sofern der günstigste Tarif unter allen Angeboten ökologisch ist, zeigen wir nur diesen Tarif an.

Finanztip zeigt die besten Stromanbieter

Vergleichsportale geben eine ganze Liste von Anbietern aus, sortiert nach dem Preis pro Jahr. Die angegebene Ersparnis bezieht sich auf den Grundtarif Ihrer Region. Haben Sie einen anderen Stromtarif, wählen Sie ihn aus, damit das Vergleichsportal die Ersparnis für Ihren Fall berechnen kann.

Der Finanztip-Stromrechner macht es Ihnen einfacher und zeigt nur den für Sie passenden herkömmlichen Tarif sowie den geeigneten Ökostromtarif.

Über der Ergebnisliste erscheinen auf Vergleichsportalen häufig ein oder zwei hervorgehobene Tarife. Die Portale geben an, dies seien Angebote, die zum Beispiel eine „Top-Preisgarantie“ oder „Top-Zufriedenheit“ für die eingestellten Kriterien bieten würden. Letztlich handelt es sich aber um Anzeigen. Der Finanztip-Tarifrechner verzichtet hingegen auf Werbung und zeigt ausschließlich verbraucherfreundliche Stromtarife an, auch solche, die Sie nicht direkt über unseren Finanztip-Rechner abschließen können.

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Neuen Anbieter prüfen und Vertrag abschließen

Wenn Sie einen günstigen Stromlieferanten ermittelt haben, können Sie vorsichtshalber die Website des Anbieters besuchen. Klicken Sie dort auf Menüpunkte wie „über uns“ oder „Unternehmen“. Googeln Sie außerdem den Firmennamen und lesen Sie, was Kunden über den Anbieter geschrieben haben. So machen Sie sich ein Bild davon, mit welchen Methoden das Unternehmen arbeitet.

Achtung

Diese Energieversorger sollten Sie meiden

Immer wieder stehen Strom- und Gasanbieter wegen zweifelhafter Geschäftspraktiken in der Kritik. Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, verzichten Sie auf Tarife der kritisierten Unternehmen und wählen besser einen anderen Anbieter. Der Finanztip-Stromrechner schließt unseriöse Versorger von vorneherein aus.

Das Nachsehen hatten in der Vergangenheit beispielsweise Stromkunden der Marken von der 365 AG: zum Beispiel Immergrün, Idealenergie, Meisterstrom und Almado. Über zusätzliche Bedingungen wurden bestimmte Kunden von der Zahlung der versprochenen Boni ausgeschlossen. Gegen die 365 AG zog deshalb die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor Gericht – mit Erfolg. Das Landgericht Köln untersagte der Firma im Juli 2016, sechs Klauseln nicht mehr zu verwenden (Az. 26 O 505/15).

Diskutieren Sie in der Community über diese und weitere Unternehmen, und teilen Sie anderen Lesern Ihre Erfahrungen mit.

Macht der Anbieter einen guten Eindruck, schließen Sie den neuen Stromvertrag über den Vergleichsrechner online ab. Das ist jedoch nicht bei allen Tarifen möglich. Alternativ wenden Sie sich direkt an den Stromversorger, entweder per Internet, Telefon oder Post. In beiden Fällen erhalten Sie denselben Tarif.

Ihr neuer Anbieter kündigt für Sie den alten Vertrag

Im Anschluss wird der neue Anbieter Ihren alten Tarif für Sie kündigen – Sie brauchen nichts weiter zu tun. Wie lange der Anbieterwechsel dauert, hängt unter anderem davon ab, welche Kündigungsfrist Ihr bisheriger Vertrag hat. Maximal kann die Kündigungsfrist für einen Liefervertrag außerhalb der Grundversorgung drei Monate betragen. Für den Grundversorgungstarif gilt: Er lässt sich jederzeit mit einer Frist von nur zwei Wochen kündigen (§ 20 Abs. 1 StromGVV). Der Wechsel geht innerhalb von drei bis acht Wochen über die Bühne.

Tipp

Strom sparen

Der günstigste Strom ist der, den Sie gar nicht erst verbrauchen. Mit diesen Tipps sparen Sie Elektrizität im Wert von bis zu 150 Euro.

Auch wenn Sie bereits einen anderen Stromtarif haben, kündigt der neue Anbieter für Sie. Dabei muss jedoch die Laufzeit und Kündigungsfrist Ihres bisherigen Tarifs eingehalten werden. Diese Informationen finden Sie in Ihrem Stromvertrag oder Sie fragen bei Ihrem aktuellen Versorger nach.

Umzug bedeutet (meistens) neuer Anbieter

Bei einem Umzug können Sie oft vorzeitig aus Ihrem Vertrag aussteigen. Viele Anbieter räumen für diesen Fall ein Sonderkündigungsrecht ein – oder das Vertragsverhältnis endet automatisch. Schauen Sie dazu in Ihren Stromvertrag – wenn es dort nicht steht, werden Sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Ihres Anbieters fündig. Einige Verträge müssen Verbraucher jedoch bei einem Umzug „mitnehmen“ – natürlich nur dann, wenn der Anbieter am neuen Wohnort Strom liefern kann.

Tipp

Wenn es Ärger gibt

Bei Ärger mit dem Stromlieferanten richten Sie eine schriftliche Beschwerde an ihn. Er muss innerhalb von vier Wochen antworten, gerechnet ab dem Zugang Ihres Schreibens (§ 111a EnWG). Wenn es keine Einigung gibt, wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie. Deren Aufgabe ist es, Streitfälle außergerichtlich und kostenlos für Verbraucher beizulegen.

Nur ausnahmsweise selbst kündigen

Ihren Stromanbieter selber kündigen sollten Sie nur in zwei Fällen: Zum einen dann, wenn eine Preiserhöhung ins Haus flattert. Dies muss der Versorger mitteilen, bevor ein neuer Vertragszeitraum begonnen hat. Denn zur Beendigung des alten Vertrags steht Ihnen dann ein Sonderkündigungsrecht zu – damit kommen Sie sofort aus dem Vertrag heraus (§ 41 Abs. 3 EnWG). Ihnen sollte so genug Zeit bleiben, einen günstigeren Vertrag abzuschließen, ehe die höheren Strompreise greifen.

Wir empfehlen: Prüfen Sie, ob die Preiserhöhung übermäßig ausfällt. Denn falls alle Anbieter ungefähr gleichzeitig die Preise erhöhen, zum Beispiel weil die Ökostrom-Umlage steigt, bringt ein Wechsel nichts. Wenn die Preiserhöhung jedoch deutlich mehr als etwa 5 Prozent beträgt, müssen Sie schnell handeln und die Kündigung einreichen –am besten per Einschreiben oder über einen Kündigungsdienst im Internet. Ihr neuer Versorger würde das wahrscheinlich nicht schnell genug schaffen. Keine Sorge: Sie werden sogar dann jederzeit mit Strom beliefert, wenn Sie keinen Stromanbieter mehr haben. Denn dann muss der Grundversorger einspringen.

Der zweite Fall, bei dem Sie ausnahmsweise selbst kündigen sollten: Sie wollen den Anbieter wechseln und die Kündigungsfrist Ihres alten Stromvertrags läuft demnächst ab. Er würde sich automatisch verlängern, wenn Sie untätig blieben. Auch dabei kann es passieren, dass Ihr neuer Anbieter nicht schnell genug für Sie kündigt, mit der Konsequenz, dass Sie weiter im alten Vertrag feststecken.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Medien

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ich habe mal eine Frage zum ständigen Wechseln des Stromanbieters.
Ich ...
6. Februar 2017 zum Beitrag
Ich bin schon SEHR verwundert, dass ausgerechnet VERIVOX und CHECK24.de hier empfohlen wird !?
Aus negativen Erfahrungen meide ich diese Portale.
MEINE klaren Alternativen :
a)
b) ...
17. Dezember 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.