Ratgeber kostenloses Girokonto

So bekommen Sie das günstigste Girokonto

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Girokonto können diverse Kosten zusammenkommen: Kontoführungsgebühren, Jahresgebühren für die Kreditkarte, Abhebegebühren und Fremdwährungsgebühren.
  • Insbesondere Direktbanken bieten kostenlose Girokonten zu guten Konditionen an.
  • Aber sogar dort sollten Sie aufpassen: Viele Banken bewerben ihr Angebot als kostenlos, es entstehen aber Kosten um die Kontoführung herum.
  • Achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Konto auch auf das Automaten-Netzwerk und die Finanzkraft der Bank.
  • Lassen Sie überschüssiges Geld nicht auf dem Girokonto ruhen, sondern legen Sie es auf einem Tagesgeldkonto mit höheren Zinsen an. Auf das Girokonto gehört nur gerade so viel, dass Sie nicht ständig in den Dispo rutschen.
  • Verbraucher müssen beim Online-Banking unbedingt auf die Sicherheit achten: Ein guter Virenschutz und eine sichere Internetverbindung sind das A und O.

Die besten Girokonten

  • für Disponutzer

Deutsche Kreditbank (DKB) 
V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte
keine Jahresgebühr, kostenlose Kreditkarte

  • für Kartenzahler

Consorsbank 
V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte
keine Jahresgebühr, kostenlose Kreditkarte

  • für Bar-Einzahler

Comdirect 
V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte
keine Jahresgebühr, kostenlose Kreditkarte

  • Tipp für Filialbanken 

Die Konten der Filialbanken sind teurer als die unserer Empfehlungen. Wer aber nicht auf eine Filiale verzichten will, findet bei der Santander Consumer Bank ein preiswertes Girokonto.

  • Tipp: Sollen wir Sie rund um das Thema Girokonto sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Ohne Girokonto läuft in Deutschland so gut wie nichts. Der Arbeitgeber überweist das Gehalt auf das Girokonto, wichtige Zahlungen wie die Miete oder Versicherungsbeiträge gehen davon ab. Kein Wunder also, dass viele Verbraucher nach einem kostenlosen Girokonto suchen.

Inzwischen wird es schwieriger, solche Konten zu finden. Denn die Banken reagieren auf die Niedrigzinsphase, indem sie Kontoführungsgebühren einführen oder erhöhen. Auch für andere Leistungen steigen die Preise, zum Beispiel für die Girocard (früher: EC-Karte), beleghafte Überweisungen oder gar für jede Kontobewegung.

Doch es gibt weiterhin Banken, die kostenlose Girokonten anbieten. Die Gebühren, die neben der Kontoführung anfallen, sind bei diesen Anbietern relativ gering. Finanztip hat sich unterschiedliche Girokonten angesehen und empfiehlt diese Angebote folgender Banken:

Girokonto-Empfehlungen von Finanztip im Vergleich

Bank Kontoführungsgebühr Jahresgebühr Girocard Jahresgebühr Kreditkarte Weltweit kostenlos abheben Empfehlung
Consorsbank nein nein (V-Pay) nein (Visa) ja Kartenzahler
DKB nein nein (V-Pay) nein (Visa) ja Disponutzer
Comdirect nein nein (V-Pay) nein (Visa) ja Bar-Einzahler

Einzelheiten zu unseren Empfehlungen lesen Sie am Ende des Ratgebers.

Falls keine unserer Empfehlungen für Sie passt: Es gibt zahlreiche weitere Anbieter. Über Verbraucherportale können Sie die Konditionen vieler Konten vergleichen. 2017 kommen weitere Portale  hinzu, denn dann schreibt das Zahlungskontengesetz zertifizierte Vergleichswebsites vor.

Achten Sie jedoch beim Vergleich darauf, dass die Portale die für Sie wichtigen Gebühren miteinbeziehen. So bringt Ihnen eine Kreditkarte oder Girocard ohne Jahresgebühr kaum etwas, wenn Sie nur an wenigen Geldautomaten kostenlos Geld abheben können oder das Portal andere Einschränkungen bei der Bargeldversorgung nicht einberechnet oder wenigstens nennt. Die Vergleiche listen zudem nicht alle Gebühren auf. Es kann zum Beispiel sein, dass Informationen für Überweisungen auf Papier fehlen. Kontrollieren Sie die für Sie wichtigen Gebühren nach dem Vergleich noch auf der Website der Bank, für deren Konto Sie sich interessieren.

Wie finde ich das beste Girokonto?

Bei der Auswahl des richtigen Girokontos sollten Sie die folgenden fünf Punkte beachten.

1. Ihre Girokarte verwendet das Maestro- oder V-Pay-Bezahlsystem
Maestro und V-Pay sind Bezahlsysteme der Anbieter Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay). Bankkarten verwenden meist eines dieser Systeme. Innerhalb Europas akzeptieren sowohl Bankautomaten als auch Händler beide Bezahlsysteme. Weltweit ist hingegen nur Maestro verbreitet. Bei vielen Anbietern erhalten Sie daher zusätzlich zu Ihrer V-Pay-Girocard eine kostenlose Kreditkarte, mit der Sie dann weltweit bezahlen und Geld abheben können. Der Nachteil hebt sich also auf.

Zusätzlich funktionieren die meisten Bankkarten in Deutschland über das nationale Bezahlsystem Girocard, umgangssprachlich immer noch als Zahlen mit EC-Karte bekannt – die meisten Händler nehmen entsprechende Karten an. Außerdem können Sie so an den meisten Automaten Geld abheben; die Kosten dafür bestimmt jedoch der Geldautomatenbetreiber.

Aufgrund der europäischen Verordnung zu Interbankenentgelten können Sie zukünftig an der Kasse wählen, ob Sie mit der Girocard-Funktion der Karte bezahlen wollen oder mit V-Pay beziehungsweise Maestro. Die Wahl ist nur für die Händler wichtig: Denn sie entrichten unterschiedliche Gebühren für das Bezahlen. Die Händler werden also in der Regel den für sie günstigsten Weg auswählen; für die Kunden hat das keine Folgen. Die Bezahlterminals müssen noch umgerüstet werden.

2. Wo Sie Geld abheben können
Die Sparkassen und Volksbanken besitzen ein großes Automatennetzwerk. Kunden können also vielerorts in den Filialen kostenlos mit der Girocard Geld abheben. Die Privatbanken lösen diese Frage über die Automatennetzwerke Cash Group und Cashpool.

Bei Banken ohne Automatennetzwerk greifen Kunden am besten zur Kreditkarte. Mastercard und Visa machen keine Angaben dazu, an wie vielen Automaten ihre Karten akzeptiert werden. Bei den meisten Automaten dürfte es keine Probleme geben.

Geldautomaten-Verbünde

Anbieter Geldautomaten Mitglieder
Sparkassen-Netz etwa 25.000 Sparkassen
Bankcard-Servicenetz etwa 19.600 Volksbanken, Raiffeisenbanken
Cash-Group etwa 9.000 (+ Kassen von 1.300 Tankstellen) Bankhaus Neelmeyer, Unicredit Bank, Berliner Bank, Comdirect Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Norisbank, Tochterunternehmen der genannten Banken
Cashpool etwa 3.000 Bankhaus Hafner, Bank Schilling, Bank für Sozialwirtschaft, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Mayer, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus J. Faisst, Bankhaus Ludwig Sperrer, Bankhaus Max Flessa, BBBank, Donner & Reuschel Aktiengesellschaft, Degussa Bank, Fürstlich Castell'sche Bank, Gabler-Saliter Bankgeschäft, Merkur Bank, National-Bank, Netbank, Pax-Bank, Santander Consumer Bank, Santander Bank, Sparda-Banken, Steyler Bank, Südwestbank, Targobank, Wüstenrot Bank

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 27. Juni 2016)

3. Parken Sie freie Mittel nicht auf Ihrem Girokonto, sondern auf einem Tagesgeldkonto
Einige wenige Anbieter werben noch mit einer Verzinsung des Girokontos. Das sollte jedoch kein Aspekt bei der Kontosuche sein. Denn der Zins liegt deutlich unter der Verzinsung, die Sie bei Tagesgeld-Angeboten mit der gleichen Flexibilität erhalten. Wir empfehlen daher, nur so viel Geld auf dem Girokonto zu lassen, wie Sie für den regelmäßigen Zahlungsverkehr benötigen, und Reserven auf einem Tagesgeldkonto anzulegen. Dabei sollten Sie auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto bei einer sicheren Bank setzen. Falls Ihr Girokonto-Anbieter kein gutes Tagesgeld im Programm hat, eröffnen Sie am besten ein Tagesgeldkonto bei einer unserer Empfehlungen.

Verzinsung bei unseren Girokonto-Empfehlungen im Vergleich

Bank Zinsen beim Girokonto im Jahr Zinsen beim Tagesgeld im Jahr
DKB 0 % 0,4 % bis 100.000 Euro ¹
Consorsbank 0 % 0,6 % bis 20.000 Euro
Comdirect 0 % 0,01 % ¹

¹ Tagesgeld und Girokonto sind in einem Produkt verbunden
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 5. Dezember 2016)

4. Achten Sie auf die Finanzkraft der Bank
Falls Sie nur kleinere Summen auf dem Girokonto parken, ist der Verlust bei einem Zahlungsausfall der Bank begrenzt. Wir empfehlen Ihnen in diesem Ratgeber in der Regel nur Angebote von Banken, deren Zahlungskraft von den großen Ratingagenturen als gut bewertet wird und die Mitglied in einem europäischen Einlagensicherungsfonds sind. Dadurch sind die Einlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro gesetzlich garantiert.

Rating der Finanztip-Empfehlungen

Bank für Rating herangezogene Mutterunternehmen Moody‘s Fitch Standard & Poor‘s Einlagensicherung
DKB Bayerische Landesbank A A kein Rating Deutschland
Consorsbank BNP Paribas A A A Frankreich
Comdirect Commerzbank BAA BBB BBB Deutschland

Quelle: Websites der Ratingagenturen (Stand: 5. Dezember 2016)

5. Lassen Sie sich nicht durch Zusatzleistungen ködern
Viele Anbieter bieten Zusatzleistungen wie kleine Prämien für das Bezahlen mit Karte oder eine Gutschrift, falls Sie das Konto auch als Gehaltskonto nutzen. Gegen solche Prämien ist nichts einzuwenden. Wir bewerten die Angebote jedoch in erster Linie nach den regulären Kosten und empfehlen lediglich dann ein Angebot mit Zusatzleistungen, wenn auch die übrigen Konditionen stimmen.

Wer seine Bankgeschäfte online erledigt, sollte unbedingt einige Punkte zur Sicherheit beachten. Das gilt nicht nur für das gewählte TAN-Verfahren, sondern auch für den Computer.

Wieviel kostet das Girokonto?

Kosten für ein Girokonto entstehen vor allem an diesen Punkten:

Jahresgebühr - Das ist die Grundgebühr, die Sie für das Girokonto bezahlen. Einige Banken verzichten komplett darauf, andere senken sie, falls regelmäßig Geld auf dem Girokonto eingeht. Manche Banken verlangen dabei einen beliebigen Geldeingang, andere fordern konkret einen Gehaltseingang.

Sollzinsen - Diese fallen an, falls Sie Ihr Konto überziehen. Dispozinsen berechnet die Bank, wenn Sie Ihr Konto innerhalb des von der Bank gewährten Rahmens überziehen. Wenn Sie Ihr Konto darüber hinaus überziehen, werden Überziehungszinsen fällig, die bei einigen Banken deutlich höher sind. Die Dispozinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich. So beträgt der Zins durchschnittlich 9,91 Prozent, kann aber auch bei bis zu rund 14 Prozent liegen („Finanztest“, Ausgabe 9/2016). Wir haben 15 Banken mit niedrigen Dispozinssätzen aufgelistet.

Eigentlich sollten Verbraucher den Dispo möglichst selten nutzen. Doch manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Wer öfter ins Minus rutscht, sollte bei der Kontowahl neben den weiteren Konditionen deshalb auch auf den Dispozins achten.

Der von den Banken angegebene Dispozins ist der nominale Zinssatz und berechnet nicht ein, dass die Kunden ihre Disposchulden nicht immer begleichen. Der effektive Zinssatz fällt dadurch höher aus.

Die fünf Banken mit den niedrigsten Dispozinsen im Vergleich

Bank Höhe des Dispokredits nominaler Dispozins effektiver Dispozins nominaler Überziehungszins effektiver Überziehungszins
Skatbank abhängig vom Gehaltseingang 4,19 % 4,26 % 4,19 % 4,26 %
Augsburger Aktienbank abhängig vom Gehaltseingang 4,8 % 4,89 % 7,8 % 8,03 %
Fidor Bank abhängig vom Gehaltseingang 5,99 % 6,13 % Überziehen nicht möglich Überziehen nicht möglich
Bank für Kirche und Diakonie¹ abhängig vom Gehaltseingang 6,44 % 6,6 % 6,44 % 6,6 %
Pax Bank¹ abhängig vom Gehaltseingang 6,58 % 6,75 % 6,58 % 6,75 %

¹ nimmt nur Privatkunden mit christlichen Werten
Quellen: Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 9/2016), Internetseiten der Banken, Finanztip-Berechnung (Stand: 5. Dezember 2016) 

Kosten für eine Kreditkarte - Viele Banken bieten zusätzlich eine Kreditkarte an, für die Kosten entstehen können.

Kosten für eine Girocard (früher: EC-Karte) - Einige Banken verlangen Jahresgebühren für die Girocard. Das ist insbesondere bei Filialbanken der Fall.

Gebühren für eine Zweit-/Partnerkarte - Banken können Gebühren erheben, falls Sie eine Zweitkarte für Ihren Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragen. Das gilt für Girocards und für Kreditkarten.

Kosten für Überweisungen - Wenn Sie Geld überweisen, können Kosten entstehen, vor allem, falls es sich um Überweisungen auf Papier handelt. Manche Banken verlangen auch weitere Gebühren für Überweisungen in einer fremden Währung.

Kosten beim Bezahlen - Auch beim Bezahlen oder Abheben in fremder Währung können Kosten entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Girocard oder die Kreditkarte nutzen.

Wenn Sie ein neues Girokonto eröffnen wollen, sollten Sie jedoch nicht nur auf diese Kosten schauen, sondern auch die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Banken lesen. Denn manche Banken verlangen ungewöhnliche Gebühren, zum Beispiel für den Versand der mTAN oder bei jeder Kontobewegung.

Kostenlos ist nicht gleich kostenlos

Viele Banken bewerben ihr Girokonto als kostenlos. Doch tatsächlich können, wie oben gezeigt, um die Kontoführungsgebühr herum jede Menge Kosten anfallen – zum Beispiel für die Kreditkarte, bei Auslandsüberweisungen oder bei Zahlungen in Fremdwährung (mehr dazu im nebenstehendem Video). Manche Banken behandeln ihre Kunden unterschiedlich: Kunden mit genügend Geldeingang müssen nichts für die Kontoführung bezahlen; ist der regelmäßige Geldeingang aber zu niedrig, fallen Gebühren an.

Die wichtigsten Kostenpunkte bei als kostenlos beworbenen Girokonten haben wir in folgender Grafik zusammengefasst:

Kosten bei kostenlosen Girokonten

Online 100 Euro und mehr pro Jahr sparen

Es gibt viele Banken, die kostenlose Girokonten mit einem relativ niedrigen Dispozinssatz anbieten. Die besten dieser Angebote stammen meist von Direktbanken, die die Kontoführung vollständig über das Internet abwickeln und keine Filialen unterhalten müssen. Alle Beratung erfolgt telefonisch.

Bei vielen Angeboten erhalten Sie zusätzlich eine kostenlose Kreditkarte, die Sie jedoch nicht nutzen müssen. Sie haben damit allerdings den Vorteil, auch im Ausland kostengünstig bezahlen und Geld abheben zu können. Falls die Bank weder dem Automaten-Netzwerk Cashpool noch der Cash Group angeschlossen ist, können Sie mit der Kreditkarte auch in Deutschland kostenlos abheben.

Das ist gut so, denn Sie zahlen teilweise recht hohe Gebühren, falls Sie bei einem fremden Automaten Geld mit der Girocard abheben. 

Beispiele für Kosten bei Fremdabhebungen

Bank Abhebegebühren für Fremdkunden
Hamburger Sparkasse 4,75 €
Raiffeisenbank München-Süd 3,95 €
Sparda Bank Ostbayern 3,60 €
Santander Bank 3,75 €

Quelle: Websites der Anbieter (Stand 5. Dezember 2016)

Die Kosten bestimmt der Automatenbetreiber, sie werden vor dem Abheben angezeigt – manchmal jedoch recht spät im Prozess. Kunden können den Vorgang abbrechen und einen anderen Automaten suchen. Es ist also komfortabler, mit der Kreditkarte überall Geld abzuheben, falls das kostenlos möglich ist. Diese Gebühren bestimmt die Bank in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Die Girokonten der Filialbanken sind meist teurer als die Angebote bei Direktbanken. Einige Banken verlangen neben den üblichen Kontoführungsgebühren zum Beispiel Geld für die Girocard , für die SMS beim mTAN-Verfahren oder für Online-Überweisungen.

Im August 2016 haben wir günstige Online-Konten mit Filialkonten verglichen. Unser Musterkunde gab für das Girokonto bei der Filialbank bis zu 200 Euro mehr aus als bei Direktbanken. Wenn Sie nicht auf die Bankfiliale und deren Service verzichten wollen, können Sie sparen, indem Sie das Kontomodell wechseln oder zumindest Online-Banking betreiben.

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Typische Kosten von Sparkassen und Volksbanken (pro Jahr)

Bank Kontomodell mit Einzelgebühren Pauschales Kontomodell Online Nutzung
Kontoname      
Saalesparkasse 141 € 123 € 44 €
Basiskonto / Kompaktkonto/ Onlinekonto      
Haspa 175 € 116 € 116 €
Girokonto klassisch / Haspajoker Smart / Haspajoker Smart      
Ostseesparkasse 188 € 117 € 53 €
Giro individuell / Giro inklusiv/Giro Online      
Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold 239 € 159 € 108 €
Konto Individuell / Konto Pauschal/Konto Online      
Leipziger Volksbank 131 € 182 € 47 €
Privatkonto / Premiumkonto/Direktkonto      

Quelle: eigene Berechnung, auf glatte Euro gerundet, auf Grundlage von Preisaushängen, Preis- und Leistungsverzeichnissen sowie Websites der Anbieter (Stand: Juli/August 2016)

Aber insbesondere mit den Finanztip-Empfehlungen können Sie am Girokonto sparen. Mit unseren Empfehlungen zahlt der Beispielkunde rund 11 Euro im Jahr.

Der Girokontowechsel wird einfacher

Viele Bankkunden scheuen den Girokontowechsel allerdings, obwohl er in jüngster Zeit einfacher geworden ist. Viele Geldinstitute bieten freiwillig einen kostenlosen, digitalen Umzugsservice an. Oft arbeiten sie dabei mit sogenannten Fintech-Unternehmen zusammen, also neue Finanzdienstleister, die sich von Banken unterscheiden, wie Fino Digital, Finreach und Kontowechsel24. Die Kunden müssen zwar immer noch selber das neue Girokonto eröffnen, der Wechsel soll mit den Fintechs jedoch in wenigen Minuten klappen. Dabei gehen die Unternehmen die Zahlungseingänge und -ausgänge durch und informieren Lastschriftenempfänger und andere Zahlungspartner.

Seit dem 18. September 2016 müssen die Banken den Kunden beim Wechsel helfen (Zahlungskontengesetz). Sie übertragen die Transaktionsdaten der letzten 13 Monate. Die neue Bank richtet die Daueraufträge ein und informiert die Zahlungspartner bei Lastschriften und Überweisungen über die neuen Kontodetails. Halten die Banken sich nicht an Fristen oder machen sie bei der Übertragung der Daten Fehler, haften sie für verspätete Zahlungen.

Falls noch Geld auf dem altem Konto liegt, darf die vorherige Bank nichts für die Überweisung auf das neue Konto verlangen. Das entschied das Thüringer Oberlandesgericht (Urteil vom 8. Januar 2015, Az. 1 U 541/14).

Für einen möglichst problemlosen Wechsel empfehlen wir, das neue Konto einige Wochen parallel zum alten zu führen.

Die Girokonto-Empfehlungen von Finanztip

Wer bereit ist, sein Konto zu wechseln, dem empfehlen wir die Girokonten der DKB, der Consorsbank und der Comdirect. Denn mit diesen Konten erledigen Sie nicht nur Ihre Bankgeschäfte schnell und kostengünstig.

Wir haben Banken untersucht, die das Girokonto ohne Jahresgebühr anbieten und auch keine Gebühren für eine Girocard (früher EC-Karte) oder Kreditkarte verlangen. Bei unseren Empfehlungen können Sie zusätzlich am günstigsten Geld abheben – und zwar weltweit. Details dazu lesen Sie in unserem Artikel zum Vergleich kostenloser Girokonten.

Deutsche Kreditbank (DKB)
Die DKB verlangt Dispozinsen in Höhe von nominal 6,9 Prozent im Jahr (effektiv 7,08 Prozent). Für das Überziehen über den Dispokredit hinaus bezahlen Kunden denselben Prozentsatz. Das ist der niedrigste Zinssatz unter unseren Empfehlungen. Damit eignet sich dieses Konto insbesondere für diejenigen, die öfter mal ins Minus rutschen.

Beim kostenlosen Girokonto DKB-Cash der zur Bayerischen Landesbank gehörenden Deutschen Kreditbank (DKB) erhalten die Kunden eine V-Pay-Girocard zusammen mit einer Visa-Kreditkarte.

Wir empfehlen, stets auf die Visa-Karte zurückzugreifen und die Girocard nur zu benutzen, sofern Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Da die DKB keinem Automatenverbund angehört, ist das Abheben mit der Girocard nämlich an fast allen Automaten kostenpflichtig. Die Bank betreibt sehr wenige eigene Automaten in ihren Niederlassungen. Mit der Visa-Karte hingegen kostet Geldabheben am Automaten weltweit nichts extra – es sei denn, die Automatenbetreiber verlangen eine Gebühr. Ungewöhnlich an dem Konto: Kunden können nur Beträge von mehr als 50 Euro mit der Kreditkarte abheben. Wer befürchtet, bis zum Monatsende dadurch in den Dispo zu rutschen, bezahlt seine Einkäufe also besser mit Karte. Es fällt keine Gebühr bei Zahlungen in einer fremden Währung an.

Falls die Karten abhandenkommen, haften die Kunden nicht wie üblich mit bis zu 150 Euro zwischen dem Zeitpunkt des Verlustes und dem Sperren der Karten (Kartenkasko). Das übernimmt die DKB. Außerdem unterstützt die Bank ihre Kunden kostenlos mit einer Notfallkarte und Notfallbargeld, sollte die Karte verloren gegangen sein. Das Geld wird vom Girokonto abgebucht.

Verbraucher können das Girokonto bis Dezember 2017 testen. Danach teilt die Bank die Kunden auf: Gehen im Durchschnitt 700 Euro im Monat auf das Girokonto ein, bleiben die Konditionen bestehen. Ist es weniger Geld, verschlechtern sich die Konditionen etwas. So verlangt die Bank dann vermutlich einen etwas höheren Dispozins, und beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone fällt die Fremdwährungsgebühr an. Außerdem gibt es kein kostenloses Notfallpaket und kein Kartenkasko ohne Selbstbeteiligung. Die Bank will eigenen Angaben zufolge jedoch keine Kontoführungsgebühren für das Konto oder jährliche Kosten für die Kreditkarte erheben.

Sofern Sie davon ausgehen, dass auf Ihr Konto immer weniger als 700 Euro eingehen werden, sollten Sie sich gut abwägen, ob die Bank dann noch die passende ist. Finanztip empfiehlt das Girokonto der DKB weiterhin. Wir beobachten den Markt kontinuierlich und werden das Konto nach der Testphase gegen unsere Empfehlungen testen.

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokarte (V-Pay) mit Visa-Karte

  • kostenloses Girokonto mit Kreditkarte
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im In- und Ausland
  • keine Gebühr für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • kostenlose Partnerkarten
  • Dispozins von 6,9 Prozent pro Jahr
  • Tagesgeldkonto mit Zinssatz von 0,4 Prozent effektiv pro Jahr

Consorsbank
Beim kostenlosen Girokonto von der Consorsbank (früher: Cortal Consors), die zur französischen Bankengruppe BNP Paribas gehört, erhalten die Kunden eine V-Pay-Girocard und eine Visa-Kreditkarte. Der Dispozinssatz beträgt 7,75 Prozent nominal im Jahr.

Geldabheben mit der Visa-Karte ist weltweit kostenlos. Bezahlen in Euro kostet im Euro-Raum sowie in Liechtenstein, Island und Norwegen ebenfalls nichts. Außerhalb dieses Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und beim Bezahlen in einer fremden Währung verlangt die Bank 1,75 Prozent des Umsatzes als Gebühr. Diese gilt für die Visa-Karte wie für die Girocard.

Besonders interessant für Verbraucher, die oft mit Karte zahlen: Als Zusatzleistung erhalten Consorsbank-Kunden für jede Zahlung mit der Visa- oder der Girocard eine Gutschrift von 10 Cent, die Prämie ist jedoch auf 25 Euro im Quartal begrenzt. Bei der Kreditkarte handelt es sich um eine Debit-Karte. Es kann passieren, dass Autovermieter und Hotels die Karte nicht akzeptieren.

Wer das Konto auch als Gehaltskonto nutzt, bekommt nach der Eröffnung eine Gutschrift von 50 Euro.

Consorsbank
Kombination von Girokarte (V-Pay) mit Visa-Karte

  • kostenloses Girokonto plus Kreditkarte
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im In- und Ausland
  • kostenlose Partnerkarten
  • 10 Cent Gutschrift pro Kartenbenutzung (maximal 25 Euro pro Quartal)
  • 50 Euro Bonus bei Nutzung als Gehaltskonto
  • Dispozins von 7,75 Prozent pro Jahr
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent
Consorsbank

Empfehlung für Bareinzahlungen

Comdirect
Ein großer Nachteil bei den meisten Girokonten bei Direktbanken ist, dass die Kunden Bargeld nur über Umwege einzahlen können. Sie müssen meist auf Fremdbanken ausweichen, um etwas zu Gunsten ihres Online-Kontos einzuzahlen. Dabei fallen je nach Bank unterschiedlich hohe Gebühren an.

Einen Ausweg bietet in solchen Fällen das Girokonto der Comdirect. Bei diesem Konto der Commerzbank-Online-Tochter können die Kunden dreimal im Jahr Geld kostenlos an Einzahlautomaten oder an den Schaltern von Commerzbank-Filialen einzahlen. Jede weitere Einzahlung kostet 1,90 Euro. Dort können sie auch größere Mengen Bargeld abholen, wenn sie das mindestens zwei Tage vorher angemeldet haben.

Beim Bezahlen mit der Girocard oder der Kreditkarte außerhalb Deutschlands fallen Fremdwährungsgebühren an. Kunden können kostenlos Geld abheben, müssen dabei jedoch zwischen Girocard und Kreditkarte wechseln. Außerhalb der Europäischen Union zücken sie dafür am besten die Kreditkarte; in Deutschland, der Europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen nutzen sie lieber die Girocard.

Bei den übrigen Konditionen ist die Comdirect nur geringfügig schlechter als unsere übrigen Empfehlungen. Comdirect-Kunden erhalten eine Visa-Kreditkarte und eine V-Pay-Girocard. Der größte Unterschied ist, dass sie in Deutschland nur an den gut 9.000 Automaten der Cash-Group und nicht an so gut wie allen rund 56.000 Automaten kostenlos abheben können. Auch der Dispokredit ist mit 8,95 Prozent nominal pro Jahr etwas höher als bei unseren oben genannten Standardempfehlungen.

Comdirect
Kombination von Girokonto (V-Pay) mit Visa-Karte

  • kostenloses Girokonto und Kreditkarte
  • bis zu 100 Euro Bonus nach Kontoeröffnung
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im Ausland
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Girocard an circa 9.000 Automaten der Cash-Group in Deutschland
  • Dispozins von 8,95 Prozent pro Jahr
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent
  • Abhebegebühr bei der Kreditkarte in der EU
Comdirect

Das Girokonto der DAB Bank war bis Dezember 2016 eine unserer Empfehlungen. Inzwischen gehört die Bank jedoch zur Consorsbank, die Kunden wurden übernommen und das Angebot eingestellt. Zeitweilig war außerdem N26 (früher: Number26) bei den Girokonten eine Finanztip-Empfehlung. Mehr dazu lesen Sie in unserem separaten Text zu N26.

Die Dispozinsen unserer Girokonto-Empfehlungen

Bank nominaler Dispozins im Jahr effektiver Dispozins im Jahr
DKB 6,9 % 7,08 %
Consorsbank 7,75 % 7,98 %
Comdirect 8,95 % 9,25 %

Quelle: Websites der Anbieter / Finanztip-Berechnung (Stand: 5. Dezember 2016)

Fremdwährungsgebühren bei den Finanztip-Empfehlungen

Bank Fremdwährungsgebühr Kreditkarte
Comdirect 1,75 %
Consorsbank 1,75 %
DKB keine

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 14. Juni 2016)

Andere Optionen beim Girokonto

Regionale Anbieter beachten - Die von uns empfohlenen Konten sind bundesweit verfügbar. Es kann jedoch sein, dass in Ihrem Umkreis eine regionale Bank ähnlich günstige Konditionen anbietet.

Basiskonto - Wer kein normales Girokonto bekommt, hat seit dem 19. Juni 2016 Anrecht auf ein Basiskonto. Diese Art von Konto muss mit den grundlegenden Funktionen eines Girokontos ausgestattet sein – Lastschriften einrichten, Geld überweisen, mit Karte zahlen sowie Geld einzahlen und abheben. Die Banken können den Kunden zudem einen Dispo gewähren.

Neuartige Anbieter - Falls Verbraucher sich für die Entwicklungen in der Finanzwelt interessieren und bereit sind, diese bei ihren alltäglichen Geldgeschäften auszuprobieren, sind auch die neuen Unternehmen in der Finanzbranche (Fintechs) und deren Nachahmer eine Option für das Girokonto. N26 bietet ein reines Smartphone-Girokonto an, die Sparkassen ahmen dies mit Yomo nach. Doch diese Innovationen haben ihren Preis und ihre Risiken: So startete N26 komplett kostenlos, schränkt dies aber immer stärker ein. Der Anbieter Avuba versuchte mehrmals in den Markt einzusteigen, meldete aber Ende November 2016 Insolvenz an.

Tipp

Sicherheit beachten

Wie Sie sich bei Bankgeschäften im Internet vor Hackern schützen, lesen Sie in unserem Ratgeber Sicheres Onlinebanking

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So haben wir getestet

Vergleich Online-Girokonten 2016

Zugelassen zum Test waren nur Anbieter, die keine Kontoführungsgebühr verlangen, die ihren Kunden einen Dispokredit einräumen und kostenlos eine Girocard sowie eine Kreditkarte zur Verfügung stellen – und zwar im gesamten Bundesgebiet. Kunden müssen auch kostenlos und unbeschränkt oft Geld an Automaten abheben können. Die daraus resultierenden sechs Anbieter haben wir auf folgende weitere Kriterien überprüft: Dispozins, weltweit kostenloses Abheben und Fremdwährungsgebühren.

Weitere Details zu unserer Untersuchung lesen Sie im Artikel zum Girokonten-Test.

Konditionen Girokonten

Bank kostenlos abheben Fremdwährungsgebühr Kreditkarte nominaler Dispozins pro Jahr Kommentar
Comdirect weltweit 1,75 % 8,95 % dreimal im Jahr kostenlos Bargeld einzahlen bei Commerzbank; Abheben in Deutschland nur kostenlos bei Cash-Group mit der Girocard; Abheben in der EU, Island, Liechtenstein und Norwegen nur kostenlos mit Girocard
Consorsbank weltweit 1,75 % 7,75 %  
DAB Bank weltweit 1,5 % 7,5 %  
DKB weltweit 1,75 % 6,9 %  
ING-Diba Eurozone 1,75 % 7,5 %  
Targobank in Deutschland mit EC-Karte und Kreditkarte; in Spanien & Frankreich bei Bankpartnern mit der Girocard 1,85 % 7,63 % 2 % Kurszuschlag beim Auslandseinsatz der Kreditkarte in Fremdwährung

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 14. Juni 2016)

Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Unsere Empfehlungen:
  • Consorsbank (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • DKB (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • Comdirect (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)

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[quote='koterba','http://www.finanztip.de/community/thema/1195-geb-c3-b-chren-f-c3-b-crs-girokonto?postID=34132#post34132']hallo novonto,
das Schreiben haben wir auch erhalten. Ich frage mich nur ...
15. November 2016 zum Beitrag
hallo novonto,
das Schreiben haben wir auch erhalten. Ich frage mich nur was Basis-Konto ist.
Vielleicht weisst du mehr.
Wir haben ein Konto bei der Sparda und erledigen unsere ...
15. November 2016 zum Beitrag
Ach, das gibt es ja nicht. Unglaublich, was man sich als Bank so ausdenkt um die Margenschwäche auszugleichen. Da würde ich aber noch einmal einen Blick in den Dispovertrag werfen. Zur Not kündigt ...
12. November 2016 zum Beitrag
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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.