Kostenloses Girokonto

So bekommen Sie das günstigste Girokonto

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Girokonto können diverse Kosten zusammenkommen: Kontoführungsgebühren, Jahresgebühren für die Kreditkarte, Abhebegebühren und Fremdwährungsgebühren.
  • Insbesondere Direktbanken bieten kostenlose Konten zu guten Konditionen an.
  • Aber sogar dort sollten Sie aufpassen: Viele Banken bewerben ihr Angebot als kostenlos, es entstehen aber Kosten um die Kontoführung herum.
  • Achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Konto auch auf das Automaten-Netzwerk und die Finanzkraft der Bank.
  • Beim Online-Banking sollten Sie unbedingt auf die Sicherheit achten: Ein guter Virenschutz und eine sichere Internetverbindung sind das A und O.

So gehen Sie vor

  • Mit unserem Girokontorechner können Sie das für sich passende Girokonto finden. Wir zeigen die Kontoführungsgebühren und rechnen anhand eines Beispielkunden aus, was das Konto tatsächlich kostet.
  • Falls die ausgewählte Bank Ihnen kein Girokonto eröffnen will, kontrollieren Sie Ihre Schufa-Bewertung. Auch ein Basiskonto kann ein Ausweg sein.
  • Wir empfehlen Ihnen die Girokonten der Comdirect und der Norisbank, falls kein Geld auf dem Konto eingeht. Sofern Sie regelmäßige Geldeingänge haben, empfehlen wir Ihnen ebenso das DKB-Cash Girokonto und das Kombi-Konto der Santander Consumer Bank.
  • Lassen Sie überschüssiges Geld nicht auf dem Girokonto ruhen, sondern legen Sie es auf einem Tagesgeldkonto mit höheren Zinsen an. Auf das Girokonto gehört nur gerade so viel, dass Sie nicht in den Dispo rutschen.

Ohne Girokonto läuft in Deutschland so gut wie nichts. Der Arbeitgeber überweist das Gehalt auf das Girokonto, wichtige Zahlungen wie die Miete oder Versicherungsbeiträge gehen davon ab. Kein Wunder also, dass viele Verbraucher nach einem kostenlosen Girokonto suchen.

Allerdings wird es zunehmend schwieriger, solche Konten zu finden. Denn die Banken reagieren auf die Niedrigzinsphase, indem sie Kontoführungsgebühren einführen oder erhöhen. Auch für andere Leistungen steigen die Preise, zum Beispiel für die Girocard (früher: EC-Karte), beleghafte Überweisungen oder gar für jede Kontobewegung.

Doch es gibt weiterhin Banken, die kostenlose Girokonten anbieten. Die Kosten, die neben der Kontoführung anfallen, sind bei diesen Anbietern relativ gering. Wer ein passendes Girokonto sucht, findet es über den Finanztip-Girokontorechner:

Girokonto gesucht? Jetzt den Vergleich starten
Wo möchten Sie überall kostenlos Geld abheben?

Finanztip weist im Rechner nicht nur die Kontoführungsgebühren aus. Anhand eines Beispielkunden berechnen wir die Gesamtkosten. Zudem zeigen wir Ihnen an, wo Sie kostenlos Geld abheben können oder aber, ob das Konto teurer wird, falls der Geldeingang zu niedrig ist.

Wie viel kostet das Girokonto?

Kosten für ein Girokonto entstehen vor allem an diesen Punkten:

Jahresgebühr - Das ist die Grundgebühr, die Sie für das Girokonto bezahlen. Einige Banken verzichten komplett auf diese sogenannte Kontoführungsgebühr; andere senken sie, falls regelmäßig Geld auf dem Girokonto eingeht. Manche Banken sind dabei mit einem beliebigen Geldeingang zufrieden, andere fordern konkret einen Gehaltseingang.

Kosten für eine Kreditkarte - Viele Banken bieten zusätzlich eine Kreditkarte an, durch die Kosten entstehen können.

Kosten für eine Girocard (früher: EC-Karte) - Einige Banken verlangen Jahresgebühren für die Girocard. Das ist insbesondere bei Filialbanken der Fall.

Gebühren für eine Zweit-/Partnerkarte - Banken können Gebühren erheben, falls Sie eine Zweitkarte für Ihren Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragen. Das gilt für Girocards und für Kreditkarten.

Kosten für Überweisungen - Wenn Sie Geld überweisen, können Kosten entstehen, vor allem, falls es sich um Überweisungen auf Papier handelt. Manche Banken verlangen auch weitere Gebühren für Überweisungen in einer fremden Währung.

Kosten beim Bezahlen - Auch beim Bezahlen oder Abheben in fremder Währung können Kosten entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Girocard oder die Kreditkarte nutzen.

Sollzinsen - Diese fallen an, falls Sie Ihr Konto überziehen. Dispozinsen berechnet die Bank, wenn Sie Ihr Konto innerhalb des von der Bank gewährten Rahmens überziehen. Wenn Sie Ihr Konto darüber hinaus überziehen, werden Überziehungszinsen fällig, die bei einigen Banken deutlich höher sind. Die Dispozinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich. So beträgt der Zins durchschnittlich 9,91 Prozent, kann aber auch bei rund 14 Prozent liegen („Finanztest“, Ausgabe 9/2016). Wir haben 15 Banken mit niedrigen Dispozinssätzen aufgelistet.

Eigentlich sollten Verbraucher den Dispo möglichst selten nutzen. Doch manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Wer öfter ins Minus rutscht, sollte bei der Kontowahl neben den weiteren Konditionen deshalb auch auf den Dispozins achten.

Der von den Banken angegebene Dispozins ist der nominale Zinssatz und berücksichtigt nicht ein, dass die Kunden ihre Disposchulden nicht immer begleichen. Der effektive Zinssatz fällt dadurch höher aus.

Die fünf Banken mit den niedrigsten Dispozinsen im Vergleich

Bank Höhe des Dispokredits nominaler Dispozins effektiver Dispozins nominaler Überziehungszins effektiver Überziehungszins
Skatbank abhängig vom Gehaltseingang 0 % 0 % 0 % 0 %
Skatbank abhängig vom Gehaltseingang 4,17 % 4,24 % 4,17 % 4,24 %
Augsburger Aktienbank abhängig von Bonität 4,8 % 4,89 % 7,8 % 8,03 %
Fidor Bank abhängig vom Gehaltseingang 5,99 % 6,13 % Überziehen nicht möglich Überziehen nicht möglich
Bank für Kirche und Diakonie¹ abhängig vom Gehaltseingang 6,42 % 6,58 % 6,42 % 6,58 %

¹ nimmt nur Privatkunden mit christlichen Werten
Quellen: Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8/2017), Internetseiten der Banken, Finanztip-Berechnung (Stand: 1. Juni 2017)

Wenn Sie ein neues Bankkonto eröffnen wollen, sollten Sie nicht nur auf diese Kosten schauen, sondern auch die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Banken lesen. Denn manche Banken verlangen ungewöhnliche Gebühren, zum Beispiel für den Versand der mTAN beim Online-Banking oder bei jeder Kontobewegung.

Bei Direktbanken 100 Euro und mehr pro Jahr sparen

Es gibt viele Banken, die kostenlose Girokonten mit einem relativ niedrigen Dispozinssatz anbieten. Die besten dieser Angebote stammen meist von Direktbanken, die die Kontoführung vollständig über das Internet abwickeln und keine Filialen unterhalten müssen. Alle Beratung erfolgt telefonisch.

Bei vielen Angeboten erhalten Sie zusätzlich eine kostenlose Kreditkarte, die Sie jedoch nicht nutzen müssen. Sie haben damit allerdings den Vorteil, auch im Ausland kostengünstig bezahlen und Geld abheben zu können. Falls die Bank weder dem Automaten-Netzwerk Cashpool noch der Cash Group angeschlossen oder eine Sparkasse oder Volksbank ist, können Sie mit der Kreditkarte auch in Deutschland kostenlos abheben. Das spart nicht nur Gebühren, sondern macht Sie zudem flexibel beim Geldabheben.

Das ist gut so, denn Sie zahlen in manchen Fällen recht hohe Gebühren, falls Sie bei einem fremden Automaten Geld mit der Girocard abheben. 

Beispiele für Kosten bei Fremdabhebungen

Bank Abhebegebühren für Fremdkunden
Hamburger Sparkasse 4,75 €
Raiffeisenbank München-Süd 3,95 €
Sparda Bank Ostbayern 3,60 €
Santander Bank 3,75 €

Quelle: Websites der Anbieter (Stand 18. September 2017)

Die Kosten bestimmt der Automatenbetreiber, sie werden vor dem Abheben angezeigt – manchmal jedoch recht spät im Prozess. Sie können den Vorgang abbrechen und einen anderen Automaten suchen. Es ist also komfortabler, mit der Kreditkarte überall Geld abzuheben, falls das kostenlos möglich ist. Diese Gebühren bestimmt die Bank in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Die Girokonten der Filialbanken sind insgesamt meist teurer als die Angebote bei Direktbanken. Im August 2016 haben wir günstige Online-Konten mit Filialkonten verglichen. Unser Musterkunde gab für das Girokonto bei der Filialbank bis zu 200 Euro mehr aus als bei Direktbanken. Wenn Sie nicht auf die Bankfiliale und deren Service verzichten wollen, können Sie sparen, indem Sie das Kontomodell wechseln oder zumindest Online-Banking betreiben.

Typische Kosten von Sparkassen und Volksbanken (pro Jahr)

Bank Kontomodell mit Einzelgebühren pauschales Kontomodell Online-Nutzung
Kontoname      
Saalesparkasse 141 € 123 € 44 €
Basiskonto/Kompaktkonto/Onlinekonto      
Haspa 175 € 116 € 116 €
Girokonto klassisch/Haspajoker Smart/Haspajoker Smart      
Ostseesparkasse 188 € 117 € 53 €
Giro individuell/Giro inklusiv/Giro online      
Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold 239 € 159 € 108 €
Konto Individuell/Konto Pauschal/Konto Online      
Leipziger Volksbank 131 € 182 € 47 €
Privatkonto/Premiumkonto/Direktkonto      

Quelle: Finanztip-Berechnung, auf glatte Euro gerundet, auf Grundlage von Preisaushängen, Preis- und Leistungsverzeichnissen sowie Websites der Anbieter (Stand: Juli/August 2016)

Kostenlos ist nicht gleich kostenlos

Viele Banken bewerben ihr Girokonto als kostenlos. Doch tatsächlich können, wie oben gezeigt, um die Kontoführungsgebühr herum jede Menge Kosten anfallen – zum Beispiel für die Kreditkarte, bei Auslandsüberweisungen oder bei Zahlungen in Fremdwährung (mehr dazu im nebenstehendem Video). Das ist nicht immer rechtens. So urteilte das Landesgericht Düsseldorf, dass eine Bank das Girokonto nicht als kostenlos bewerben darf, falls sie für die Girocard eine Gebühr verlangt (Az. 38 O 68/16). Das Urteil betrifft eine Sparda-Bank und ist noch nicht rechtskräftig. Manche Banken behandeln ihre Kunden unterschiedlich: Kunden mit genügend Geldeingang müssen nichts für die Kontoführung bezahlen; ist der regelmäßige Geldeingang aber zu niedrig, fallen Gebühren an.

Die wichtigsten Kostenpunkte bei als kostenlos beworbenen Girokonten haben wir in folgender Grafik zusammengefasst:

Kosten bei kostenlosen Girokonten

Durch diese unterschiedlichen Kosten ist es schwierig, Girokonten miteinander zu vergleichen. Mit dem Finanztip-Girokontorechner vereinfachen wir das: Wir vergleichen die Konten anhand ihrer beispielhaften Gesamtkosten, nicht nur an den Kontoführungsgebühren.

Was ist beim Girokonto noch zu beachten?

Beim Girokonto sollten Sie auch die folgenden fünf Punkte beachten.

1. Ihre Girocard verwendet das Maestro- oder V-Pay-Bezahlsystem
Maestro und V-Pay sind Bezahlsysteme der Anbieter Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay). Bankkarten verwenden meist eines dieser Systeme. Innerhalb Europas akzeptieren sowohl Bankautomaten als auch Händler beide Bezahlsysteme. Weltweit ist hingegen nur Maestro verbreitet. V-Pay-Karten werden zwar inzwischen auch außerhalb Europas angenommen, das hängt jedoch von Ihrer Bank sowie den Händlern und Geldautomaten ab.

Bei einigen Anbietern erhalten Sie zusätzlich zur Girocard eine kostenlose Kreditkarte, mit der Sie dann weltweit bezahlen und Geld abheben können. Der Nachteil hebt sich bei diesen Girokonten also auf.

Zusätzlich funktionieren die meisten Bankkarten in Deutschland über das nationale Bezahlsystem Girocard, umgangssprachlich immer noch als das Zahlen mit EC-Karte bekannt – die meisten Händler nehmen entsprechende Karten an. Außerdem können Sie so an den meisten Automaten Geld abheben; die Kosten dafür bestimmt der Geldautomaten-Betreiber.

Aufgrund der europäischen Verordnung zu Interbanken-Entgelten können Sie zukünftig theoretisch an der Kasse entscheiden, ob Sie mit der Girocard-Funktion der Karte bezahlen wollen oder mit V-Pay beziehungsweise Maestro. Die Wahl ist allerdings nur für die Händler wichtig: Denn sie entrichten je nach System unterschiedliche Gebühren für das Bezahlen. Die Händler werden also in der Regel den für sie günstigsten Weg auswählen.

2. Wo Sie Geld abheben können
Die Sparkassen und Volksbanken besitzen ein großes Automatennetzwerk. Kunden können also vielerorts in den Filialen kostenlos mit der Girocard Geld abheben. Die Privatbanken lösen diese Frage über die Automatennetzwerke Cash Group und Cashpool.

Bei Banken ohne Automatennetzwerk greifen Kunden am besten zur Kreditkarte. Mastercard und Visa machen keine Angaben dazu, an wie vielen Automaten ihre Karten akzeptiert werden. Bei den meisten Automaten dürfte es keine Probleme geben.

Geldautomaten-Verbünde

Anbieter Geldautomaten Mitglieder
Sparkassen-Netz etwa 25.700 Sparkassen
Bankcard-Servicenetz etwa 18.700 Volksbanken, Raiffeisenbanken
Cash-Group etwa 9.000 (+ Kassen von 1.300 Tankstellen) Unicredit Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Tochterunternehmen der genannten Banken
Cashpool etwa 3.000 Bankhaus Hafner, Bank Schilling, Bank für Sozialwirtschaft, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Mayer, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus J. Faisst, Privatbank Sperrer, Bankhaus Max Flessa, BBBank, Donner & Reuschel, Degussa Bank, Fürstlich Castell'sche Bank, Gabler-Saliter Bank, Berenberg, Merkur Bank, National-Bank, Netbank, Pax-Bank, Santander Consumer Bank, Santander Bank, Sparda-Banken, Steyler Ethik Bank, Südwestbank, Targobank, Wüstenrot Direct

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: Mai 2017)

3. Parken Sie freie Mittel nicht auf Ihrem Girokonto, sondern auf einem Tagesgeldkonto
Einige wenige Anbieter werben noch mit einer Verzinsung des Girokontos. Das sollte jedoch kein Aspekt bei der Kontosuche sein. Denn der Zins liegt deutlich unter der Verzinsung, die Sie bei Tagesgeld-Angeboten mit der gleichen Flexibilität erhalten. Wir empfehlen daher, nur so viel Geld auf dem Bankkonto zu lassen, wie Sie für den regelmäßigen Zahlungsverkehr benötigen, und Reserven auf einem Tagesgeldkonto anzulegen. Dabei sollten Sie auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto bei einer sicheren Bank setzen. Falls Ihr Konto-Anbieter kein gutes Tagesgeld im Programm hat, vergleichen Sie am besten über unseren Rechner die Zinsen der Tagesgeldkonten, die den Finanztip-Stabilitätskriterien entsprechen.

4. Achten Sie auf die Finanzkraft der Bank
Falls Sie nur kleinere Summen auf dem Girokonto parken, ist der Verlust bei einem Zahlungsausfall der Bank begrenzt. Trotzdem schadet ein Blick auf das Rating der Bank nicht. Es gibt Auskunft über die Finanzkraft des Geldhauses. Zudem sollte die Bank Mitglied in einem europäischen Einlagensicherungsfonds sein. Dadurch sind die Einlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro gesetzlich garantiert.

5. Lassen Sie sich nicht durch Zusatzleistungen ködern
Viele Anbieter bieten Zusatzleistungen wie kleine Prämien für das Bezahlen mit Karte oder eine Gutschrift, falls Sie das Konto auch als Gehaltskonto nutzen. Gegen solche Prämien ist nichts einzuwenden. Wir bewerten die Angebote jedoch in erster Linie nach den regulären Kosten und empfehlen lediglich dann ein Angebot mit Zusatzleistungen, wenn auch die übrigen Konditionen stimmen.

6. Computer absichern
Wer seine Bankgeschäfte online erledigt, sollte unbedingt einige Punkte zur Sicherheit beachten. Das gilt nicht nur für das gewählte TAN-Verfahren, sondern auch für den Computer. Wie Sie sich bei Bankgeschäften im Internet vor Hackern schützen, lesen Sie in unserem Ratgeber Sicheres Online-Banking.

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Die Girokonto-Empfehlungen von Finanztip

Falls Sie bereit sind, Ihr Konto zu wechseln, empfehlen wir Ihnen die Girokonten der Comdirect und der Norisbank. Denn mit diesen Konten erledigen Sie nicht nur Ihre Bankgeschäfte schnell und kostengünstig – sie sind vielmehr uneingeschränkt kostenlos bei der Kontoführung: Sie können weltweit kostenlos Geld abheben, und der Dispozins ist vergleichsweise niedrig.

Geht Geld auf Ihrem Konto ein, gesellen sich die DKB und die Santander Consumer Bank zu den Empfehlungen. Weitere Girokonten finden Sie in unserem Rechner.

Comdirect
Ein großer Nachteil der meisten Girokonten bei Direktbanken ist, dass Kunden Bargeld nur über Umwege einzahlen können. Sie müssen meist auf Fremdbanken ausweichen, um etwas zu Gunsten ihres Online-Kontos einzuzahlen. Dabei fallen je nach Bank unterschiedlich hohe Gebühren an.

Einen Ausweg bietet in solchen Fällen das Girokonto der Comdirect. Bei diesem Konto der Commerzbank-Online-Tochter können die Kunden dreimal im Jahr Geld kostenlos an Einzahl-Automaten oder an den Schaltern von Commerzbank-Filialen einzahlen. Jede weitere Einzahlung kostet 1,90 Euro. Dort können sie auch größere Mengen Bargeld abholen, wenn sie das mindestens zwei Tage vorher angemeldet haben.

Beim Bezahlen mit der Girocard oder der Kreditkarte außerhalb Deutschlands fallen Fremdwährungsgebühren an. Kunden können kostenlos Geld abheben, müssen dabei jedoch zwischen Girocard und Kreditkarte wechseln. Es gilt dabei folgende Regel: In Ländern mit Euro als Währung zücken die Kunden die Girocard, außerhalb der Eurozone die Kreditkarte.

Comdirect-Kunden erhalten eine Visa-Kreditkarte und eine V-Pay-Girocard. Der größte Unterschied zwischen Comdirect und den weiteren Girokonto-Empfehlungen ist, dass sie in Deutschland nur an den gut 9.000 Automaten der Cash-Group und nicht an so gut wie allen rund 56.000 Automaten kostenlos abheben können. Der Dispokredit liegt bei 6,5 Prozent nominal pro Jahr.

Comdirect Girokonto
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • kostenloses Girokonto und Kreditkarte
  • bis zu 100 Euro Bonus nach Kontoeröffnung
  • Dispozins von 6,5 Prozent pro Jahr
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im Ausland
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Girocard an circa 9.000 Automaten der Cash-Group in Deutschland
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent
  • Abhebegebühr bei der Kreditkarte in der EU
Comdirect Girokonto

Norisbank
Zum kostenlosen Girokonto der Norisbank erhalten Sie sowohl eine Maestro-Girocard als auch eine Kreditkarte von Mastercard. Wie bei der Comdirect müssen Sie zwischen Girocard in Deutschland (Cash Group) und Kreditkarte im Ausland wechseln, um überall kostenlos Geld abzuheben. Beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro fallen bei beiden Karten Gebühren an. Mit 10,85 Prozent ist der Dispozins relativ hoch. 

Besonderheit bei diesem Online-Konto: Sie können Ihre Kontoauszüge an den Terminals der Deutschen Bank kostenlos ausdrucken, falls nötig. Zudem können Sie bei den Geldautomaten der Deutschen Bank Geld einzahlen.

Norisbank Top Girokonto
kostenlose Mastercard-Karte und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • Dispozins von 10,85 Prozent
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent

Deutsche Kreditbank (DKB)
Beim kostenlosen Girokonto DKB-Cash der zur Bayerischen Landesbank gehörenden Deutschen Kreditbank (DKB) erhalten die Kunden eine V-Pay-Girocard zusammen mit einer Visa-Kreditkarte. Die DKB verlangt Dispozinsen in Höhe von nominal 6,9 Prozent im Jahr (effektiv 7,08 Prozent). Für das Überziehen über den Dispokredit hinaus bezahlen Kunden denselben Prozentsatz.

Wir empfehlen, stets auf die Visa-Karte zurückzugreifen und die Girocard nur zu benutzen, sofern Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Da die DKB keinem Automatenverbund angehört, ist das Abheben mit der Girocard nämlich an fast allen Automaten kostenpflichtig. Die Bank betreibt sehr wenige eigene Automaten in ihren Niederlassungen. Mit der Visa-Karte hingegen kostet Geldabheben am Automaten weltweit nichts extra – es sei denn, die Automatenbetreiber verlangen eine Gebühr. Ungewöhnlich an dem Konto: Kunden können nur Beträge von mehr als 50 Euro mit der Kreditkarte abheben. Es fällt keine Gebühr bei Zahlungen in einer fremden Währung an.

Falls die Karten abhandenkommen, haften die Kunden nicht wie bei anderen Banken üblich mit bis zu 150 Euro vom Zeitpunkt des Verlustes bis zum Sperren der Karten (Kartenkasko). Das übernimmt die DKB. Außerdem unterstützt die Bank ihre Kunden kostenlos mit einer Notfallkarte und Notfallbargeld, sollte die Karte verloren gegangen sein. Das Geld wird vom Girokonto abgebucht.

Verbraucher können das Bankkonto ein Jahr lang testen. Danach teilt die Bank die Kunden auf: Gehen im Durchschnitt 700 Euro im Monat auf das Girokonto ein, bleiben die Konditionen bestehen. Ist es weniger Geld, verschlechtern sich die Konditionen etwas. So verlangt die Bank dann vermutlich einen etwas höheren Dispozins, und beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone fällt die Fremdwährungsgebühr an. Außerdem gibt es kein kostenloses Notfallpaket und kein Kartenkasko ohne Selbstbeteiligung.

Die Bank will eigenen Angaben zufolge jedoch keine Kontoführungsgebühr für das Konto oder jährliche Kosten für die Kreditkarte erheben. Sofern Sie davon ausgehen, dass auf Ihr Konto immer weniger als 700 Euro eingehen werden, sollten Sie gut abwägen, ob die Bank dann noch die passende ist.

DKB Cash
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • kostenloses Girokonto mit Kreditkarte
  • kostenlos Bargeld abheben mit der Visa-Kreditkarte im In- und Ausland
  • keine Gebühr für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • kostenlose Partnerkarten
  • Dispozins von 6,9 Prozent pro Jahr
  • Tagesgeldkonto mit Zinssatz von 0,2 Prozent effektiv pro Jahr
  • Konditionen gelten nur bei 700 € Geldeingang

Santander Consumer Bank
Bei der Santander Consumer Bank erhalten Sie ein kostenloses Girokonto samt V-Pay-Girocard und Kreditkarte von Visa. Für die Kreditkarte muss regelmäßig Geld auf dem Konto eingehen, eine Höhe hat die Bank dabei nicht festgelegt.

Mit der Girocard können Sie an Cashpool-Automaten kostenlos Geld abheben. Empfehlenswerter für das Abheben ist die Kreditkarte, mit ihr erhalten Sie weltweit kostenlos Geld am Automaten. Im Ausland verlangen einige Automatenbetreiber Gebühren, die zahlt die Santander Consumer Bank Ihnen aber auf Antrag zurück. Auch das Bezahlen in einer fremden Währung ist kostenlos.

Bei der Kreditkarte handelt es sich um eine Revolving-Karte. Das bedeutet: Sie können Ihre Schulden in Raten zurückzahlen (Teilzahlungs-Option). Dies ist aufgrund des hohen Zinssatzes jedoch sehr teuer. Unser Rat: Zahlen Sie auch bei einer Revolving-Karte besser immer den gesamten Betrag auf einmal ab. Bei der Santander Consumer Bank müssen Sie dabei selber den Betrag kontrollieren und überweisen; andere Banken buchen ihn automatisch ab.

Die Bank staffelt den Dispozinssatz abhängig davon, wie weit Sie ins Minus rutschen. Sie verlangt dabei Zinsen zwischen 8,05 und 11,3 Prozent.

Santander Consumer Bank Girokonto Kombi
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • keine Gebühr für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • teure Teilzahlungsoption fest eingestellt
  • Kunden müssen aktiv überweisen, um Kosten zu vermeiden
  • Sollzins von 13,98 Prozent effektiv pro Jahr bei Kreditkarte


Santander Consumer Bank Girokonto Kombi

Andere Optionen beim Girokonto

Wer bei unserem Girokontorechner nicht fündig wird, kann das passende Girokonto auch auf andere Weise finden:

Regionale Anbieter beachten - Der Finanztip-Girokonto-Rechner zeigt bundesweit verfügbare Girokonten an. Es kann jedoch sein, dass in Ihrem Umkreis eine regionale Bank ähnlich günstige Konditionen anbietet.

Basiskonto - Wer kein normales Girokonto bekommt, hat Anrecht auf ein Basiskonto. Diese Art von Konto muss mit den grundlegenden Funktionen eines Girokontos ausgestattet sein – Lastschriften einrichten, Geld überweisen, mit Karte zahlen sowie Geld einzahlen und abheben. Die Banken können den Kunden zudem einen Dispo gewähren.

Neue Anbieter - Falls Sie sich für die Entwicklungen in der Finanzwelt interessieren und bereit sind, diese bei Ihren alltäglichen Geldgeschäften auszuprobieren, sind auch die neuen Unternehmen in der Finanzbranche (Fintechs) und deren Nachahmer eine Option für das Girokonto. N26 beispielsweise bietet ein reines Smartphone-Girokonto an, die Sparkassen imitieren dies mit Yomo. Doch diese Innovationen haben ihren Preis und ihre Risiken: So startete N26 komplett kostenlos, schränkte dies aber immer stärker ein. Der Anbieter Avuba versuchte mehrmals, in den Markt einzusteigen, meldete aber Ende November 2016 Insolvenz an.

Der Girokontowechsel ist einfacher geworden

Viele Bankkunden scheuen den Girokontowechsel bislang, obwohl er in jüngster Zeit einfacher geworden ist. Etliche Geldinstitute bieten freiwillig einen kostenlosen, digitalen Umzugsservice an. Oft arbeiten sie dabei mit sogenannten Fintech-Unternehmen zusammen, also neuen Finanzdienstleistern, die sich von Banken unterscheiden. Sie tragen Namen wie Fino Digital, Finreach oder Kontowechsel24. Die Kunden müssen zwar immer noch selber das neue Girokonto eröffnen, der Wechsel soll mit den Fintechs jedoch in wenigen Minuten erledigt sein. Dabei gehen die Unternehmen die Zahlungseingänge und -ausgänge durch und informieren Lastschriftenempfänger und andere Zahlungspartner.

Seit dem 18. September 2016 müssen die Banken den Kunden beim Wechsel helfen (Zahlungskontengesetz). Sie übertragen die Transaktionsdaten der letzten 13 Monate. Die neue Bank richtet die Daueraufträge ein und informiert die Zahlungspartner bei Lastschriften und Überweisungen über die neuen Kontodetails. Halten die Banken sich nicht an Fristen oder machen sie bei der Übertragung der Daten Fehler, haften sie für verspätete Zahlungen.

Falls noch Geld auf dem altem Konto liegt, darf die vorherige Bank nichts für die Überweisung auf das neue Konto verlangen. Das entschied das Thüringer Oberlandesgericht (Urteil vom 8. Januar 2015, Az. 1 U 541/14).

Für einen möglichst problemlosen Wechsel empfehlen wir, das neue Konto einige Wochen parallel zum alten zu führen.

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Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Unsere Empfehlungen:
  • Comdirect (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • Norisbank (Maestro-Bankkarte und Mastercard-Karte, keine Jahresgebühr)
  • DKB (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • Santander Consumer Bank (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.