Drei Säulen der Altersvorsorge

So können Sie in Deutschland für die Rente ansparen

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland werden drei Säulen (oder Schichten) der Altersvorsorge unterschieden.
  • Die erste Säule deckt die Basisvorsorge ab: Dazu zählen die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke und die Rürup-Rente.
  • Die zweite Säule umfasst die geförderte Vorsorge, dazu zählen Verträge der betrieblichen Altersvorsorge und Riester-Verträge. Sie richtet sich vor allem an Arbeitnehmer.
  • Die dritte Säule meint die ungeförderte Vorsorge, also etwa private Lebens- oder Rentenversicherungen. Darüber hinaus lässt sich auch mit Fondssparplänen privat vorsorgen.
  • Nahezu jeder Erwerbstätige ist über die erste Säule abgesichert. Dagegen ist es jedem selbst überlassen, zusätzlich in Säule zwei und drei anzusparen.
  • Je nachdem, in welcher Säule Sie vorsorgen, werden Ihre Beiträge und späteren Renten unterschiedlich bei der Steuer behandelt.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie zuerst, wie viel Rente Sie aus gesetzlicher Rentenversicherung und Versorgungswerk erwarten können. Schauen Sie dann, über welche zusätzlichen Vorsorgeformen Sie Ihre Rente steigern könnten.
  • Ein Riester-Vertrag eignet sich am ehesten für Geringverdiener mit mehreren Kindern oder für alleinstehende Besserverdiener. Erstere profitieren von den Zulagen, letztere von einem hohen Steuervorteil.
  • Die betriebliche Altersvorsorge lohnt dann, wenn der Arbeitgeber einen gewissen Anteil der Beiträge zuschießt – als Faustformel gelten 20 Prozent.
  • Ein Rürup-Vertrag eignet sich eher für Sparer, die dauerhaft hohe Einkünfte erzielen und viel einbezahlen können: Sie haben in der Sparphase einen großen Steuervorteil.
  • Eine private Lebens- oder Rentenversicherung lohnt sich im derzeitigen Niedrigzinsumfeld eher nicht. Mehr Renditechancen und Flexibilität bietet ein günstiger Fondssparplan.

Gesetzliche Rente, Betriebsrente, Riester- oder Rürup-Rente? Oder doch die klassische Lebensversicherung, Aktienfonds oder Immobilien? Für die Altersvorsorge gibt es in Deutschland viele Möglichkeiten. Dabei den Durchblick zu behalten, fällt schwer.

Trotzdem ist es wichtig, sich mit dem Thema auseinandersetzen. Denn am Ende steht für jeden Einzelnen immer die Frage: Reicht die Rente, um einen gewissen Lebensstandard im Alter zu sichern?

Schritt 1: Bestandsaufnahme machen

Um zu wissen, ob die spätere Rente gut zum Leben reicht, kommen Sie um eine Bestandsaufnahme nicht herum. Wichtig ist zu herauszufinden, wie viel Rente Sie voraussichtlich einmal aus Ihrer Pflichtabsicherung erhalten werden – also abhängig von der Berufsgruppe aus der gesetzlichen Rente oder aus dem berufsständischen Versorgungswerk. Schauen Sie dazu einmal auf Ihre jährliche Renteninformation und schätzen Sie dann ab, was fehlt. Das ist die sogenannte Rentenlücke.

Gesetzliche Rentenversicherung - Alle Angestellten sind im staatlichen Rentensystem pflichtversichert. Darüber hinaus umfasst die Pflichtversicherung auch einige selbstständige Berufe, die als schutzbedürftig gelten, etwa viele Handwerksberufe, Fahrlehrer, Fitnesstrainer, aber auch Erzieher, selbstständige Lehrer, Hebammen oder Physiotherapeuten. Eine vollständige Liste aller Pflichtversicherten gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung.

Die gesetzliche Rente wird voraussichtlich immer weniger zum Einkommen im Alter beitragen. Denn die Gesellschaft in Deutschland wird älter, und künftig müssen immer weniger Erwerbstätige mit ihren Beiträgen immer mehr Renten finanzieren. Die Folge: Das Rentenniveau sinkt.

Schon heute (2017) bekommt ein langjährig versicherter Durchschnittsverdiener gut 1.200 Euro Rente vor Steuern – das sind 48,2 Prozent gemessen am Durchschnittseinkommen (vor Steuern). Der Rentenreform von 2004 folgend soll das Mindest-Rentenniveau im Jahr 2030 bei 43 Prozent liegen. Wer seinen Lebensstandard im Alter halten möchte, muss also zusätzlich vorsorgen.

Berufsständische Versorgungswerke - Freiberufler, die in sogenannten Kammerberufen arbeiten, sind dort pflichtversichert. Zu der Gruppe zählen klassischerweise niedergelassene Ärzte, Apotheker, Architekten, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und einige mehr. Anders als die gesetzliche Rentenversicherung legen Versorgungswerke die Beiträge ihrer Mitglieder am Kapitalmarkt an – dabei zahlt jeder Versicherte für seine eigene Rente ein.

Dennoch müssen auch Freiberufler damit rechnen, dass sie künftig weniger Rente aus den Versorgungswerken beziehen. Die anhaltenden Niedrigzinsen drücken mittlerweile auf die Erträge. So fällt es den Anbietern immer schwerer, das Rentenniveau für ihre Mitglieder zu sichern. Auch Freiberufler sollten sich daher mit den zusätzlichen Vorsorgemöglichkeiten auseinandersetzen.

Keine verpflichtende Basisabsicherung - Selbstständige, die weder in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, noch Mitglied in einem Versorgungswerk sind, müssen sich komplett selbst um ihre Rente kümmern. Sie sollten sich in jedem Fall damit befassen, welche Alternativen es gibt.

Gesetzliche Pension - Sie ist die klassische Altersversorgung für alle, die im öffentlich-rechtlichen Dienst arbeiten, also etwa Beamte, Richter, Berufssoldaten oder Pfarrer. Die Altersbezüge, für die Bund oder Länder aufkommen, sind in der Regel höher als die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente. Dennoch können auch Beamte privat vorsorgen, etwa indem sie eine Riester-Rente abschließen.

Schritt 2: Möglichkeiten der Altersvorsorge kennen

Der Überblick über mögliche Arten der Altersvorsorge gelingt besser, wenn man die jeweilige Vorsorgeform bestimmten Kategorien zuordnet. Fachleute sprechen in Deutschland von den drei Säulen – oder Schichten – der Altersvorsorge. Gegliedert sind diese Säulen vor allem nach ihrer steuerlichen Behandlung. Hinzugefügt haben wir eine weitere (inoffizielle) Säule 0 rechts in der Übersicht, die die Möglichkeiten der flexiblen Vorsorge umfasst. Weil die Beamtenpensionen vom Staat getragen werden, sind sie nicht Teil dieser Übersicht.

Die Säulen der Altersvorsorge

    Säule I   Säule II   Säule III   Säule 0
    Basisvorsorge   geförderte (private) Vorsorge   ungeförderte (private) Vorsorge   Sonstige (flexible) Geldanlage
           
Arten   Gesetzliche Rentenversicherung   Riester-Rente   Lebensversicherung   Aktienfonds, ETFs (mit Auszahlplan)
  Berufsständisches Versorgungswerk   Betriebliche Altersvorsorge   Rentenversicherung   Fondssparplan / ETF-Sparplan (mit Auszahlplan)
  Rürup-Rente   z.B. Direktversicherung, Pensionsfonds   Fondssparplan (im Rahmen einer Versicherung)   Immobilien
               
Steuerliche Behandlung   Beiträge zunehmend steuerbegünstigst, Renten zunehmend steuerpflichtig   Beiträge steuerfrei und ggf. Zulagen, Renten steuerpflichtig   Beiträge aus versteuertem Einkommen, Rente steuerbegünstigt   Beiträge aus versteuertem Einkommen, Gewinne/Einnahmen voll zu versteuern

Quelle: Finanztip (Stand: 29. März 2017)

Erste Säule - Dort finden sich all jene Vorsorgelösungen, die für den künftigen Rentner eine Basisversorgung sicherstellen sollen. Dazu gehört zum einen die gesetzliche Rentenversicherung, der alle Angestellten und manche Selbstständige verpflichtend angehören. Zum anderen zählen dazu die berufsständischen Versorgungswerke, über die bestimmte freie Berufe – Ärzte, Apotheker, Anwälte, Architekten, Steuerberater und andere – verpflichtend abgesichert sind.

Auch Rürup-Renten (Basisrenten) zählen zur ersten Säule. Sie waren in erster Linie für gutverdienende Selbstständige gedacht – abschließen darf sie aber jeder. Sparer können zwischen einer klassischen Rürup-Rentenversicherung oder einer Variante mit höherem Aktien-Anteil wählen.

All diesen Vorsorgeformen gemein ist die steuerliche Förderung: Sämtliche Beiträge zählen zu den Sonderausgaben für die Basisvorsorge. Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung und Versorgungswerke können Sparer vollständig absetzen. Rürup-Beiträge sind 2017 zu 84 Prozent absetzbar, jedes Jahr stufenweise etwas mehr und 2025 dann ebenfalls zu 100 Prozent. Dafür fallen auf die Renten später Steuern an.

Zweite Säule - Zur zweiten Säule zählen geförderte Vorsorgeverträge, insbesondere Riester-Verträge und die betriebliche Altersvorsorge. Sie kommen vor allem für Angestellte infrage. Riester-Verträge sind zwar oft private (fondsgebundene) Rentenversicherungen oder Fondssparpläne, die allerdings staatlich gefördert sind. Einerseits zahlt der Staat Zulagen, andererseit lassen sich Beiträge von der Steuer absetzen.

Auch bei der betrieblichen Altersvorsorge sparen Arbeitnehmer oft in klassische Rentenversicherungen an, die der Arbeitgeber ausgewählt hat (Direktversicherung). Arbeitnehmer profitieren in diesem Fall aber davon, dass sie auf ihre Beiträge – bis zur Höchstgrenze von 4 Prozent des Bruttoeinkommens – keine Steuern und Sozialabgaben bezahlen müssen. Wenn der Chef noch etwas obendrauf gibt, lohnen sich solche Verträge in den meisten Fällen; als Faustregel gelten die eingesparten Sozialbeiträge von etwa 20 Prozent.

Spätere Renten aus der zweiten Säule müssen Sparer mit ihrem persönlichen Steuersatz im Alter versteuern. Bei Betriebsrenten zahlen sie im Alter auch die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, also 18,7 Prozent. Umso wichtiger ist es also, dass der Arbeitgeber etwas dazugibt.

Dritte Säule - In die dritte Säule fallen alle privaten Vorsorgeverträge ohne besondere Förderung, also klassische oder fondsgebundene private Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen. Die Beiträge für solche Sparformen zahlen Verbraucher aus ihrem Nettogehalt – das heißt, sie haben bereits Einkommenssteuer auf die Beiträge abgeführt.

Als Ausgleich dafür zahlen Sparer in der Ansparphase keine Steuern auf Dividenden- oder Zinserträge. Und auch die späteren Renten sind nur geringfügig besteuert, nämlich mit dem sogenannten Ertragsanteil. Wie hoch dieser ist, hängt davon ab, wie alt jemand ist, wenn er die Rente bezieht.

Wer etwa mit 65 Jahren in die Rentenphase wechselt, muss 18 Prozent der ausgezahlten Rente versteuern. Die Tabelle zum Ertragsanteil finden Sie im Paragraf 22 des Einkommenssteuergesetzes. Wer sich das angesparte Kapital auf einmal auszahlen lassen möchte, bezahlt den persönlichen Einkommenssteuersatz auf die Hälfte der Summe.

Säule 0 - Über die offiziellen drei Säulen hinaus können sich Sparer auch überlegen, flexibel – also ohne eine Lebens- oder Rentenversicherung – anzusparen, in der von uns sogenannten Säule 0. Das geht zum Beispiel mit einem Sparplan auf börsengehandelte Aktien-Indexfonds (ETF-Sparplan). Dabei fließen monatlich geringe Raten von 50 Euro oder 100 Euro in einen kostengünstigen Aktien-Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF). Alternativ können Sparer auch einmalig einen größeren Betrag in einen Aktienfonds oder ETF anlegen.

Wichtig ist, langfristig dabeizubleiben und einen Fonds zu wählen, der viele Aktien aus unterschiedlichen Ländern, Branchen und Währungen enthält. Dann gleichen sich Schwankungen an den Börsen eher aus, und die Chance auf eine gute positive Jahresrendite nimmt zu.

Wer Geld flexibel anlegt, kommt nicht in den Genuss spezieller steuerlicher Vorteile. Beiträge in ETFs beispielsweise bezahlt der Sparer aus dem bereits besteuerten Nettoeinkommen. Zins- oder Dividendeneinnahmen und spätere Verkaufserlöse muss er dann erneut mit dem Abgeltungssteuersatz besteuern.

Immobilien
Auch wenn sie nicht immer gemeinsam mit den sonstigen Vorsorgelösungen genannt werden: Natürlich eignen sich auch Immobilien zur Altersvorsorge. Das gilt insbesondere, wenn Sie selbst im Haus oder in der Wohnung wohnen. Allerdings sind die Preise für Immobilien seit dem Jahr 2010 von Jahr zu Jahr gestiegen, vor allem in den größeren Städten und Ballungsräumen. Niedrige Finanzierungskosten können die (zu) teuren Kaufpreise nicht immer aufwiegen.

Wer über einen Kauf nachdenkt, sollte also genau abwägen. Ebenfalls wichtig: Bei selbst genutzten Immobilien gibt es Steuervorteile. Sowohl die Wertsteigerungen und auch monatlichen Erträge in Form der eingesparten Miete sind steuerfrei.

Schritt 3: Vorsorgemöglichkeiten individuell prüfen

Haben Sie erst einmal den Überblick über gängige Vorsorgevarianten, kommt die schwerste Übung: Sie müssen sich entscheiden. Diese Entscheidung hängt von Ihren finanziellen Ansprüchen und Zielen ab – es gibt kein festes Schema. Allerdings können einige Fragen bei Ihrer Entscheidungsfindung helfen.

  • Welche Vorsorgeformen können Sie überhaupt abschließen? Nicht alle Formen sind für alle Berufsgruppen abschließbar.
  • Welche Vorsorgeform ist in Ihrer Situation am sinnvollsten? Je nach Einkommens- und Familiensituation lohnt sich der eine oder andere Vertrag eher.
  • Welcher Anlagetyp sind Sie? Möchte Sie eine geringe, aber sichere Zusatzrente – oder wollen Sie die Chancen am Aktienmarkt nutzen und sind bereit, ein gewisses Risiko eingehen?

Für einige Musterprofile lassen sich recht gute Aussagen treffen.

Beispiel Riester-Rente
Ein Riester-Vertrag etwa lohnt sich am ehesten für Geringverdiener mit mehreren Kindern oder alleinstehenden Besserverdienern. Eine Mutter, die im Jahr 12.000 Euro brutto verdient und nach 2008 drei Kinder bekommen hat, würde mit einem Riester-Vertrag über 30 Jahre allein durch die Zulagen pro Jahr 10 Prozent an Rendite erzielen. Ein Besserverdiener ohne Kinder könnte sich über rund 3,5 Prozent Rendite pro Jahr freuen, die ihm der Steuervorteil beschert. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zur Riester-Förderung.

Je nach Anlagetyp können Sparer dann zwischen einer klassischen Riester-Rentenversicherung oder einem Riester-Fondssparplan. Letzterer bietet die Chance auf eine Aktienrendite. Ein besonders hohes Risiko gehen Sparer bei Riester nicht ein, denn die Anbieter müssen eingezahlte Beiträge in jedem Fall garantieren. Die spätere Rente ist dann vollständig zu versteuern. Ist der Steuersatz im Alter niedriger ist als im Erwerbsleben, lohnt sich diese Form der Vorsorge.

Beispiel Rürup-Rente
Rürup-Verträge lohnen umso mehr, je mehr Beiträge ein Sparer von der Steuer absetzen kann. Beispielsweise könnte ein Unternehmer, dessen Firma gute und stabile Gewinne abwirft, überlegen, jährlich bis zu 23.362 Euro in einen Rürup-Vertrag zu stecken – und so den größtmöglichen Steuereffekt zu erzielen.

Im Jahr 2017 erkennt das Finanzamt 84 Prozent des Höchstbetrags von 23.362 Euro, also 19.624 Euro als Sonderausgaben an. Bei einem Grenzsteuerssatz von 42 Prozent bedeutet das eine Steuererstattung von mehr als 8.500 Euro im Jahr. Zwar müssen Sparer die künftigen Renten dann voll versteuern. Wer seine Ausgaben im Alter allerdings aus Rentenzahlungen bestreitet, hat dann in der Regel einen niedrigeren Steuersatz als während der Erwerbsphase. Details dazu lesen Sie im Ratgeber Rürup-Rente.

Auch bei dieser Vorsorgeform können sich Sparer überlegen, welche Art von Vertrag sie abschließen wollen: einen mit einer geringen, aber garantierten Rente (klassische Rentenversicherung), einen Versicherungsvertrag, der ihre Beiträge ganz oder teilweise in Fonds anlegt (fondsgebundene Rentenversicherung) und Garantien aussprechen kann, oder einen Vertrag ohne Garantie, der direkt in Fonds investiert (Rurüp-Fondssparplan).

Bei allen drei Vertragsformen müssen Sparer auf die Kosten achten. Diese variieren zum Teil erheblich.

Beispiel betriebliche Altersvorsorge
Jeder Arbeitgeber muss seinen Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnen, dass sie Teile ihres Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge investieren können (sogenannte Entgeltumwandlung).

Sehr häufig fließen Beiträge der Mitarbeiter in eine Rentenversicherung, bei der das eingezahlte Geld komplett oder zu einem bestimmten Teil später auch wieder ausgezahlt wird (Rentenversicherung mit Garantie oder mit teilweiser Garantie). Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge spricht man von einer Direktversicherung. Der Unterschied zum Abschluss einer normalen Rentenversicherung ist, dass der Arbeitnehmer die Beiträge an eine Direktversicherung direkt aus dem Bruttogehalt zahlen kann – und dann von diesem etwas geringeren Bruttogehalt Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden.

Ob sich eine reine Entgeltumwandlung lohnt, ist allerdings fraglich. Denn im Alter werden auf die Rente Steuern und die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig – zurzeit insgesamt 18,7 Prozent. Fragen Sie daher Ihren Chef, ob er Ihnen etwas obendrauf gibt. Immerhin spart er seinen Teil der Sozialabgaben auf den umgewandelten Lohn. Besser wäre es aber, wenn er etwas mehr auf Ihre Vorsorge drauflegte. Weitere Details zur Direktversicherung lesen Sie in unserem Ratgeber.

Wie sich eine Riester-Rente, Direktversicherung (beides 2. Säule) und ein privater Fondssparplan (3. Säule) renditemäßig zueinander verhalten, haben wir uns im Detail angeschaut. Grundlage sind zwar die Bemessungsgrenzen und Steuertabellen von 2015 – an der Kernaussage ändert sich aber nichts.

Die folgende Tabelle zeigt alle Vorsorge-Aspekte auf einen Blick:

Vorsorgeformen und deren Charakteristika auf einen Blick

Vorsorgeform Wer darf? Für wen lohnt es besonders? Spar­möglich­keiten? Mindestgarantie?
Gesetzliche Rentenversicherung Angestellte (Pflicht), schutz­bedürftige Selbst­ständige (Pflicht), Selbst­ständige (freiwillig) kalkulierte Mindest­rente (jährliche Renten­information)
Versorgungswerk freie Kammerberufe (u.a. Ärzte, Rechts­anwälte, Steuer­berater) kalkulierte Mindest­rente (jährliche Renten­information)
Rürup alle Berufsgruppen für Selbstständige mit hohem Verdienst, die viel einbezahlen. Sie profitieren am meisten vom Steuer­vorteil. klassische oder fonds­gebundene Renten­versicherung, Fonds­sparplan vom Anbieter kalkulierte Garantie­rente, neue Verträge mit eingeschränkter oder ohne Garantie möglich
Riester alle in der GRV Pflicht­versicherte (Angestellte, Selbst­ständige), deren Ehepartner unabhängig von der Berufsgruppe, u.a. Beamte für Gering­verdiener mit mehreren Kindern (wegen der Zulagen). Oder für alleinstehenden Gutverdienern (wegen des Steuervorteils). klassische oder fonds­gebundene Renten­versicherung, Fonds­sparplan, Bauspar­vertrag eingezahlte Beiträge und Zulagen
betriebliche Altersvorsorge Arbeiter und Angestellte für alle, deren Chef mindestens 20 Prozent auf die Eigenbeiträge obendrauf legt. klassische Renten­versicherung (Direkt­versicherung), Pensions­kasse, Pensions­fonds oder Direktzusage vom Unternehmen vom Anbieter kalkulierte Garantie­rente bzw. Zusage des Unternehmens
ungeförderte Vorsorge alle Berufsgruppen Ein Neuabschluss lohnt sich wegen der niedrigen Verzinsung und hohen Kosten aktuell nicht. klassische oder fonds­gebundene Lebens- bzw. Renten­versicherung vom Anbieter kalkulierte Garantie­rente, neue Verträge mit eingeschränkter oder ohne Garantie möglich
flexible Vorsorge alle Berufsgruppen für alle, die zwischendurch oder zum Renten­eintritt an ihr Geld wollen oder müssen. Fonds­sparplan, Einmal­anlage in einen Aktienfonds / ETF, Immobilien keine
         

Quelle: Finanztip (Stand: 30. März 2017)

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.