GKV im Alter

Krankenversicherung der Rentner

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ist gar keine Krankenkasse, sondern ein Status: KVdR-Versicherte gelten als pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
  • Ein Vorteil der KVdR ist, dass auf private Einkünfte wie Mieteinnahmen, Privatrenten oder Zinsen keine Krankenkassenbeiträge zu zahlen sind.
  • Wer zu 90 Prozent der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens gesetzlich versichert war, darf in die KVdR. Versicherte sollten sich daher vor dem 40. Lebensjahr entscheiden, ob sie langfristig gesetzlich oder privat versichert sein wollen.
  • Auch wer in der Krankenversicherung der Rentner ist, kann seine Krankenkasse frei wählen.
  • Wer im Alter nicht über die KVdR versichert ist, kann sich unter Umständen freiwillig gesetzlich versichern. Dann gelten jedoch andere Regeln.
  • Privat krankenversicherte Rentner haben gegebenenfalls Anspruch auf einen Zuschuss zur PKV.
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Wenn Sie sich Gedanken um Ihre Rente und Ihre Altersvorsorge machen, sollten Sie auch unbedingt an die Beiträge für die Krankenversicherung im Alter denken. Denn die Unterschiede in der Beitragshöhe sind je nach Krankenversicherungsstatus zum Teil enorm. Vor allem wer von der privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückgewechselt ist, muss auf einige komplizierte Regelungen achten.

Krankenversicherungsstatus im Alter

Wer in Rente geht, fällt bezüglich der Krankenversicherung unter eine von drei Gruppen:

  • Rentner, die in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert sind,
  • Rentner, die freiwillig gesetzlich versichert sind oder
  • Rentner, die privat krankenversichert sind.

Die Begriffe „pflichtversichert“ und „freiwillig versichert“ sind dabei irreführend: Denn in aller Regel ist es von Vorteil, in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) zu dürfen. Rentner mit diesem Krankenversicherungsstatus zahlen in aller Regel deutlich geringere Krankenkassenbeiträge als Senioren, die sich freiwillig gesetzlich krankenversichern. Denn wer nicht in die Krankenversicherung der Rentner darf, zum Beispiel weil er lange privat versichert war und dann zurückgewechselt ist, muss auch auf alle Einkünfte aus Mieteinnahmen, Zinsen oder private Rentenversicherungen Beiträge zur Krankenversicherung abführen.

Für Privatversicherte spielt die Krankenversicherung der Rentner ohnehin keine Rolle. Senioren mit privater Krankenversicherung sollten aber einen Zuschuss zur PKV beantragen, wenn sie gesetzliche Rente beziehen. Diesen Zuschuss können auch freiwillig gesetzlich versicherte Rentner beantragen.

Was ist die Krankenversicherung der Rentner?

Die Krankenversicherung der Rentner ist keine eigene Krankenkasse. Vielmehr handelt es sich dabei um die Bezeichnung für einen Status: Wer gesetzliche Rente bekommt und für eine bestimmte Vorversicherungszeit gesetzlich versichert war, gilt als pflichtversichert in der KVdR. Wer auf diese Weise krankenversichert ist, zahlt lediglich Krankenkassenbeiträge auf die gesetzliche Rente, auf Arbeitseinkommen und auf sogenannte Versorgungsbezüge wie Betriebsrenten. Die erwähnten privaten Einkünfte bleiben dagegen beitragsfrei. Im Übrigen können auch Rentner, die in der KVdR versichert sind, ihre Krankenkasse frei wählen und gegebenenfalls wechseln.

Regelungen zur Vorversicherungszeit

In die Krankenversicherung der Rentner darf, wer in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 90 Prozent gesetzlich versichert war. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie während Ihrer Erwerbstätigkeit in der GKV pflichtversichert, freiwillig versichert oder familienversichert waren – es genügt, dass Sie überhaupt in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren. Die Zeit des Erwerbslebens reicht dabei vom Beginn der ersten Erwerbstätigkeit, einschließlich Berufsausbildung und Selbstständigkeit, bis zur Stellung des Antrags auf gesetzliche Rente.

Ein Beispiel:

Ein Ingenieur arbeitet nach seinem Studium mit 25 als Angestellter und ist gesetzlich krankenversichert. Nach ein paar Jahren macht er sich selbstständig und wechselt in die private Krankenversicherung. Mit 47 muss er seine Selbstständigkeit aufgeben und geht wieder in ein Angestelltenverhältnis. In diesem Zuge kehrt er in die GKV zurück. Mit 65 geht er schließlich in Rente.

Der Ingenieur in diesem Beispiel darf in die Krankenversicherung der Rentner, da er die Vorversicherungszeit gerade so erfüllt: Er war 40 Jahre lang erwerbstätig. Die zweite Hälfte seines Erwerbslebens begann mit 45. Von den restlichen 20 Jahren war er 18 Jahre lang gesetzlich versichert, das entspricht genau 90 Prozent dieses relevanten Zeitraums.

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Wie viel Beitrag muss ein Rentner bezahlen?

Für einen Rentner ist entscheidend, auf welche Einnahmen er Beiträge zur Krankenversicherung bezahlen muss. Dabei werden die folgenden Einkünfte unterschieden:

  • gesetzliche Rente: Altersrente, Rente aus dem Ausland, Witwenrente;
  • Versorgungsbezüge: Betriebsrenten, Direktversicherungen, Pensionskassen und -fonds, Unterstützungskassen, Zusatzversorgungen, Renten aus Versorgungswerken, betrieblich abgeschlossene Riester-Renten, Beamtenpensionen;
  • Erwerbseinkommen: aus angestellter oder selbstständiger Tätigkeit;
  • private Einnahmen: Miet- und Pachteinkünfte, Kapitalerträge, private Renten einschließlich privat abgeschlossener Riester-Renten.

Auf diese Einkommensgruppen entfallen unterschiedliche Beitragssätze; je nachdem, ob der Versicherte in der Krankenversicherung der Rentner ist oder nicht. Die folgende Tabelle schlüsselt das auf. Auf gesetzliche Renten zahlen sowohl KVdR-Versicherte wie freiwillig gesetzlich versicherte Rentner nur den halben Beitrag plus Zusatzbeitrag, genau wie ein Arbeitnehmer auf sein Gehalt. Auf Versorgungsbezüge, also vor allem auf Leistungen aus betrieblicher Altersvorsorge, entfällt dagegen der volle Beitrag, was alle Arten von Betriebsrenten deutlich schmälert. Das Gleiche gilt für Erwerbseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit neben der Rente.

GKV-Beiträge als Rentner

      in der KVdR pflichtversichert       freiwillig gesetzlich versichert  
      beitragspflichtig Beitragssatz*     beitragspflichtig Beitragssatz*
gesetzliche Rente     ja 7,3 %     ja 7,3 %
Versorgungsbezüge     ja 14,6 %     ja 14,6 %
Erwerbseinkommen     ja 14,6 %     ja 14,6 %
Mieteinnahmen     nein -     ja 14 %
Zinsen, Dividenden u.ä.     nein -     ja 14 %
private Renten     nein -     ja 14 %

*Zusätzlich zum Beitragssatz muss der Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse bezahlt werden.
Quelle: GKV-Beitragssätze von 2015 (Stand: November 2015)

Wenn Senioren die Kriterien für die Aufnahme in die Krankenversicherung der Rentner nicht erfüllen, haben sie dennoch die Möglichkeit, sich weiterhin freiwillig gesetzlich zu versichern, sofern sie bereits vor dem Renteneintritt bei einer gesetzlichen Kasse waren und die Vorversicherungszeiten erfüllen. Allerdings müssen sie dann auf alle Einnahmen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten. Neben Rente, Versorgungsbezüge und Erwerbseinkommen sind das zum Beispiel auch Einnahmen aus Miete oder Pacht sowie aus Kapitalvermögen, auch Leistungen aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen sind dann nicht mehr beitragsfrei.

Zusatzbeitrag der Krankenkassen auch für Rentner

Zusätzlich zahlen gesetzlich krankenversicherte Rentner noch einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich 1,1 Prozent, den viele Krankenkassen erheben. Auch ein Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung von derzeit 2,35 Prozent (2,6 Prozent für Kinderlose) muss von Rentnern geleistet werden. Für beides gibt es keinen Zuschuss von der gesetzlichen Rentenversicherung. In jedem Fall müssen Beiträge aber nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit 50.850 Euro im Jahr bezahlt werden. Auf alle Einnahmen oberhalb dieser Grenze zahlen auch Rentner keine GKV-Beiträge.

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Tipp: Rechtzeitig für ein System entscheiden

Freiwillig gesetzlich versicherte Rentner zahlen in der Regel also deutlich höhere Beiträge für ihre Krankenversicherung. Für Kassenpatienten ist es daher erstrebenswert, im Alter in die Krankenversicherung der Rentner aufgenommen zu werden. Eine zu späte Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung kann sich diesbezüglich rächen. Deshalb empfehlen wir, die Entscheidung, ob Sie sich langfristig gesetzlich oder privat versichern möchten, noch vor dem 40. Lebensjahr zu treffen.

Weitere Informationen können Sie dem Merkblatt „Krankenversicherung der Rentner (KVdR)“ der Deutschen Rentenversicherung entnehmen.

Mehr dazu im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Leistungen meist gleich

  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

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Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
So ganz habe ich noch nicht verstanden, wieso das nun ungerecht ist? ...
23. Januar 2016 zum Beitrag
Weil es so im Gesetz steht.
18. Januar 2016 zum Beitrag
kvdr
[size=14]Sehr geehrte Damen und Herren,
warum muß ein Rentner den gleichen Beitragssatz zahlen wie ein Arbeitnehmer?
Ich finde das total ungerecht, da die KK für Rentner kein Krankengeld ab ...
17. Januar 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.