Indexfonds

Einfach und günstig in Aktien anlegen - mit Indexfonds

Das Wichtigste in Kürze

  • Indexfonds (ETFs) sind eine einfache und günstige Möglichkeit, langfristig in Aktien anzulegen.
  • ETFs bilden Aktienindizes wie den Dax, S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World nach.
  • Physische ETFs kaufen einen Großteil der Aktien des Index ein.
  • Synthetische ETFs lassen sich von einer Bank die Index-Wertentwicklung zusichern.
  • Welcher ETF-Typ für Anleger besser geeignet ist, hängt von deren Präferenzen und weiteren Eigenschaften ab.
  • Die großen Anbieter von ETFs sind Comstage, db x-trackers und iShares. Auch manche Banken wie die HSBS, UBS oder Fondshäuser wie Lyxor und Amundi legen ETFs auf.

So gehen Sie vor

  • Entscheiden Sie, an welchem Markt Sie teilhaben wollen. Weltweit streut der MSCI-World-Index.
  • Entscheiden Sie, ob Sie einen Fonds möchten, der Dividenden auszahlt oder der sie anspart.
  • Wägen Sie ab, ob der ETF die im Index enthaltenen Aktien zum großen Teil nachkaufen soll (physischer ETF).
  • Zum Vermögensaufbau eignen sich die MSCI-World-ETFs von Comstage (LU0392494562), Amundi (FR0010756098), db x-trackers (LU0274208692) und iShares (IE00B4L5Y983).
  • Kaufen Sie ETFs über ein Online-Depot. Wir empfehlen Flatex und Onvista Bank.
  • Günstige Aktionen für ETFs haben die Comdirect und ING-Diba.
  • Tipp: Sollen wir Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Wer die Chance auf eine etwas höhere Rendite im Portfolio haben möchte, kommt an Aktien nicht vorbei. Es lohnt, über Länder und Branchen breit zu streuen, um Schwankungen zu minimieren. Details dazu haben wir im Ratgeber Geldanlage zusammengestellt. Eine besonders einfache und günstige Möglichkeit, seinem Portfolio Aktien beizumischen, sind börsengehandelte Indexfonds, auch ETFs genannt.

ETFs bilden einen bestehenden Aktienindex, wie den Dax, S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World einfach nur nach. Statt beispielsweise die 30 Aktien des Dax einzeln zu kaufen, können Anleger also auch einfach einen ETF-Anteil ins Depot nehmen. Über ein kostenloses Wertpapierdepot bei einer Onlinebank oder einem Broker können Anleger ETFs einfach und günstig kaufen

ETFs versus aktiv gemanagte Aktienfonds

Alternativ zu ETFs können Anleger auch in klassische Aktienfonds investieren, bei denen ein Fondsmanager über die Wahl der Aktien entscheidet, den Fonds verwaltet. Das erklärte Ziel solch aktiv gemanagter Fonds ist es, besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt. 

In der Realität gelingt dies nur den allerwenigsten Fondsmanagern. Der Grund: Um den Markt zu schlagen, müssten Fondsmanager künftige Entwicklungen am Aktienmarkt regelmäßig so gut prognostizieren, dass der Fonds nach allen Kosten noch besser abschneidet als der jeweilige Marktindex. Zahlreiche Studien belegen, dass die Aufgabe schwer zu meistern ist.

Aktive Fonds sind nur selten besser als der Markt
Laut einer von der Ratingagentur Morningstar veröffentlichten Untersuchung schafften es nur 10 Prozent aller weltweit agierenden Fondsmanager nach Kosten über 3,5 oder 10 Jahre, ein besseres Ergebnis als der Weltaktienindex MSCI World zu erzielen. Für den Zeitraum 1970 bis 2001 haben laut einer Analyse des Ökonomen Burton Malkiel von der Universität Princeton nur 2 Prozent der aktiv gemanagten Fonds deutlich besser abgeschnitten als ihr jeweiliger Vergleichsindex.

ETFs kosten fast nichts

Ein Aktien-ETF kopiert einen Aktienindex, niemand muss aktive Anlageentscheidungen treffen. Das spart enorm Kosten. Über Onlinebanken und Broker können Anleger ETFs für wenige Euro kaufen – manchmal berechnen die Banken sogar nichts. Mit 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr fallen auch nur geringe laufende Kosten (Gesamtkosten) an.

Anleger, die dagegen einen aktiv gemanagten Fonds beispielsweise bei ihrer Hausbank kaufen, zahlen dagegen in der Regel einmalig bis zu 5 Prozent Anschaffungskosten. Dazu kommen laufende Verwaltungs- und Managementkosten von bis zu 1,5 Prozent des Anteilswerts. Manche Fonds genehmigen sich darüber hinaus eine Gewinnbeteiligung, auch Performance Fee genannt – der Fondsmanager verdient noch einmal extra, sofern der Fonds seinen Wert steigern konnte.

Die folgende Tabelle fasst die Kostenunterschiede zusammen.

Kosten-Unterschiede aktive und passive Fonds

  passive Indexfonds aktive Aktienfonds
Anlageziel Nachbildung eines Referenzindex Schlagen des Referenzindex
laufende Kosten etwa 0,1 bis 0,5 % pro Jahr etwa 1,5 % pro Jahr
Anschaffungskosten einmalig bis 0,25 % einmalig bis zu 5 %
Gewinnbeteiligung entfällt bis zu 20 % der Jahresrendite

Quellen: Anbieter (Stand: 18. August 2016)

Alles in allem müssten aktive Fonds – die gleiche Wertentwicklung vorausgesetzt – über 10 Jahre jährlich knapp 2 Prozent zulegen, nur um die Kosten wettzumachen – ETFs im besten Fall einige Zehntelprozent.

So setzen sich die Kosten bei Indexfonds zusammen

Anleger, die sich genauer für die Kosten von ETFs interessieren, können im Wertpapierprospekt oder auf den Übersichtsseiten im Internet die sogenannte Total Expense Ratio (TER) anschauen. Sie drückt aus, wie viel Prozentpunkte die Kosten die jährliche Rendite mindern – und wird daher auch Gesamtkostenquote oder Effektivkostenquote genannt.

Die TER umfasst die pauschalen Gebühren, die beim ETF für Verwaltung, Depotbank und das Erstellen von Anlegerinformationen anfallen. Dazu kommt die Mehrwertsteuer und andere kleinere Gebühren. ETF-Anbieter schätzen die TER und ziehen sie in der Regel monatlich oder vierteljährlich vom Fondsvermögen ab. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.

Nicht enthalten in der TER sind Transaktionskosten, die der Fonds beim An- und Verkauf von Wertpapieren bezahlen muss. Die tatsächlichen Kosten des ETFs liegen also immer etwas über der TER, die für das zurückliegende Geschäftsjahr ermittelt wird.

Tipp

Ein ETF mit höherer TER muss nicht notwendigerweise schlechter in der Wertentwicklung abschneiden. Wie genau ein ETF den Vergleichsindex trifft, hängt von mehreren Faktoren ab. Mehr dazu lesen Sie im Detailartikel, der ETFs auf den MSCI World vergleicht.

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Den richtigen ETF finden

Anleger, die sich für ein Anlage in ETFs entscheiden, müssen sich über drei Fragen Gedanken machen: Welchen Markt soll der ETF abbilden? Soll der ETF jährlich Dividenden ausschütten (ausschüttender versus thesaurierender ETF)? Soll der ETF die Original-Indexaktien enthalten (physischer versus synthetischer ETF)? Im Detail: 

Welchen Markt soll der ETF abbilden? - Sie müssen zuerst entscheiden, an welchem Markt Sie sich gern beteiligen würden. Wer möglichst breit streuen aber mit einem einzigen ETF auskommen möchte, kann sich den Weltaktienindex MSCI World genauer anschauen. Anleger, die ihren Schwerpunkt lieber auf europäische Indizes legen wollen, können auf den Stoxx Europe 600 oder den MSCI Europe ausweichen. Eine Liste aller in Deutschland erhältlichen ETFs gibt es zum Beispiel als PDF auf der Seite der Börse Frankfurt.

Soll der ETF Dividenden ausbezahlen? - Überlegen Sie, ob Sie Dividenden jährlich auf Ihrem Konto gutgeschrieben bekommen möchten. Manche Indexfonds reichen die Dividenden weiter, die die im Fonds enthaltenen Aktien zahlen. Es handelt sich um sogenannte ausschüttende Fonds. Das Fondsvermögen entwickelt sich dann ohne die Dividendenerträge weiter. Dagegen stehen Fonds, die alle Dividenden einbehalten und das Fondsvermögen dadurch zusätzlich anreichern. Dies sind sogenannte thesaurierende Fonds.

Soll der ETF die Originalaktien des Index enthalten? - Entscheiden Sie, ob Sie über den ETFs Anteile an dem Originalaktienkorb des Index besitzen möchten. Manche Indexfonds, sogenannte physisch replizierende, ermöglichen genau das: Sie kaufen nahezu vollständig den Aktienkorb an, der den Referenzindex ausmacht. Andere, sogenannte synthetische ETFs lassen sich von einer Partnerbank die Wertentwicklung des jeweiligen Index zusichern. Im Bestand halten sie dagegen andere Wertpapiere, an deren Wertentwicklung wiederum die Bank interessiert ist.

Physisch versus synthetisch: Geringes Risiko bei beiden ETF-Typen

Physisch replizierende ETFs scheinen vielen Privatanlegern sicherer als synthetische ETFs zu sein; schließlich weiß man dabei, was man einkauft – im Wesentlichen die im Index enthaltenen Aktien. Im Falle einer Pleite des ETF-Anbieters könnten Anleger diese Aktien zu Geld machen.

Das ist erst einmal richtig so: Das Fondskapital ist sogenanntes Sondervermögen und von der Insolvenzmasse ausgeschlossen. Allerdings sollten Anleger wissen, dass die Aktien trotzdem nicht jederzeit im Fonds enthalten sind. Um die Rendite des ETFs zu optimieren, verleihen ETF-Anbieter einen Teil der Aktien zeitweise am Kapitalmarkt. Das Risiko, dass Anleger-Geld abhandenkommt, ist allerdings minimiert. Die Leihgeschäfte werden in der Regel täglich ausgeglichen und sind mit Staatsanleihen besichert.

Bei synthetischen ETFs sind Wertpapiertauschgeschäfte dagegen die Essenz. ETF-Anbieter nutzen solche Swaps, weil sie den Index so etwas kostengünstiger kopieren – und ein paar Renditepunkte mehr herausholen können. Allerdings sind diese Geschäfte für Anleger schwieriger zu durchschauen und deshalb vielen suspekt. Tatsächlich sind auch die Risiken bei synthetischen ETFs eher theoretischer Natur. Folgendes Beispiel macht die Funktionsweise eines physischen ETFs deutlich.

Beispiel: So funktioniert ein synthetischer ETF
ETF-Anbieter A lässt sich vom Swap-Partner Bank B die Wertentwicklung des Weltaktienindex MSCI World zusichern. A baut im Gegenzug ein sogenanntes Trägerportfolio mit einigen Dax-Aktien auf und sichert diese Wertentwicklung wiederum Bank B zu. Unterschiedliche Wertentwicklungen gleichen die Partner regelmäßig aus. Ein Problem könnte dann entstehen, wenn Bank B insolvent würde und die Wertentwicklung des MSCI World nicht mehr wie vereinbart an Anbieter A liefern könnte.

Dann müsste Anbieter A auf das Dax-Aktien-Portfolio zurückgreifen und dieses zu Geld machen. Sollten die Dax-Aktien weniger Wert sein als der MSCI World, müsste Anbieter A die von Bank B zu diesem Zwecke hinterlegten Sicherheiten – in der Regel Staatsanleihen – anzapfen und sie verkaufen. Ein Restrisiko bleibt, wenn Bank B über längere Zeit vor der Insolvenz versäumt hat, die Höhe der Sicherheiten anzupassen. Anleger müssten dann Verluste hinnehmen. 

So unterscheiden sich physische und synthetische ETFs

physisch replizierende ETFs     synthetische ETFs
Der ETF hält nahezu alle Aktien, die im Originalindex vertreten sind (optimized sampling).     Der ETF-Anbieter lässt sich Indexentwicklung über ein Tauschgeschäft (Swap) mit der Bank zusichern. Er selbst baut ein Trägerportfolio mit Aktien großer Unternehmen auf.
Um mehr Einnahmen zu erzielen, verleiht der ETF-Anbieter Aktien am Kapitalmarkt.     ETF-Anbieter nutzen Tauschgeschäfte, weil sie so die Entwicklung des Index kostengünstiger nachbilden können.
Die Wertpapierleihe ist besichert und wird in der Regel täglich ausgeglichen.     Die Tauschgeschäfte sind besichert. Im Falle einer Insolvenz der Bank wird das Trägerportfolio des ETF-Anbieters und Sicherheiten der Bank – meist Staatsanleihen – liquidiert.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. August 2016)

Achtung

Beide ETF-Typen sind – wie jeder andere Aktienfonds auch – grundsätzlich dem Kapitalmarktrisiko ausgesetzt. Müssten im Fonds befindliche Aktien liquidiert werden, bekommen Anleger immer nur das Geld, das diese Aktien dann am Markt Wert sind.

Diese Kriterien helfen bei der ETF-Wahl

Ob Sie am Ende einen physischen oder synthetischen ETF wählen, einen, der Dividenden anspart oder ausschüttet, hängt von Ihren persönlichen Präferenzen ab. Kaufen Sie beispielsweise lieber keinen synthetischen ETF, falls Sie sich mit der Idee der Swap-Geschäfte nicht wohl fühlen. Ihre Entscheidung kann sich aber auch darauf stützen, wie viel ein bestimmter ETF bei der Onlinebank oder dem Broker kostet. Ein anderes Kriterium kann sein, dass Sie die jährliche Dividendenerträge brauchen – oder daraus die darauf anfallende Abgeltungssteuer direkt begleichen wollen. Dies ist dann relevant, wenn Ihre Kapitaleinkünfte den Freibetrag von 801 Euro pro Jahr übersteigen.

Auch die steuerliche Handhabe bestimmter ETF-Typen war bislang für Anleger relevant. Aktuell bringen physisch-thesaurierende Fonds noch einen Mehraufwand bei der Steuererklärung mit sich. So müssen Anleger die nicht ausgeschütteten Dividenden und die anrechenbare Quellensteuer jedes Jahr händisch in die Steuererklärung übertragen und alle Unterlagen bis zum Verkauf aufbewahren. Bei synthetisch-thesaurierenden fallen hingegen bis zum Verkauf überhaupt keine Steuern an.

Mit der Novelle des Investmentsteuergesetzes, das 2018 in Kraft tritt, ändert sich das: Ab dann ist die steuerliche Handhabe für beide ETF-Typen gleich. Besteuert wird eine pauschale Bemessungsgrundlage, die wie Dividenden zu den Kapitalerträgen gerechnet wird. Der Freibetrag bis 801 Euro ist künftig anwendbar. Die Anrechnung der Quellensteuer entfällt. Bei Verkauf wird bereits gezahlte Abgeltungssteuer automatisch gegengerechnet. 

Auf die Wertentwicklung des ETF können Anleger ebenfalls einen Blick werfen. In vielen Fällen dürfte sie allerdings nicht das entscheidende Auswahlkriterium sein. Aufgabe des ETF ist es, die Indexentwicklung bestmöglich zu treffen. Das bekommen sehr viele ETFs mittlerweile gut hin. Für den MSCI World haben wir herausgefunden, dass sich die sieben getesteten ETFs im Fünfjahresmittel nur geringfügig in der Wertentwicklung unterscheiden. 

Folgende Tabelle liefert einen Überblick darüber, welche Eigenschaften die vier ETF-Varianten jeweils auszeichnen und was sich steuerlich grob ändert.

ETF-Varianten im Vergleich

  physisch-ausschüttender ETF physisch-thesaurierender ETF
  o Anteilswert am Fonds steigert sich nur durch Kursgewinne + Dividenden werden mit angespart
  + Anleger können Dividendenzahlungen nutzen, um die darauf anfallende Abgeltungssteuer zu bezahlen. Das ist relevant, wenn der Freibetrag von 801 € ausgeschöpft ist. o Anleger müssen Steuer auf ausschüttungsgleiche Erträge bezahlen, ohne dass ihnen Geld zufließt.
  + Dividende fließt nicht in den Fonds. Es besteht kein Risiko, Abgeltungssteuer ein zweites Mal bei Verkauf der Fondsanteile zu bezahlen. o Anleger müssen Steuerunterlagen bis zum Verkauf des Fonds aufheben, um nicht doppelt Abgeltungssteuer zu bezahlen.
  o Im Falle niedriger Dividendenzahlungen wird ab 2018 möglicherweise zusätzlich eine pauschale Wertsteigerung (Vorabpauschale) besteuert. Quellensteueranrechnungen entfallen. o Ab 2018 wird eine pauschale Wertsteigerung (Vorabpauschale) besteuert. Quellensteueranrechnungen entfallen. Die Steuer wird nur fällig, wenn der Freibetrag auf Kapitalerträge von 801 € ausgeschöpft ist.
     
  synthetisch-ausschüttender ETF synthetisch-thesaurierender ETF
  o Anteilswert am Fonds steigert sich nur durch Kursgewinne. + Anleger bekommen Indexentwicklung gutgeschrieben, so als ob Dividenden geflossen wären.
  + Anleger können Dividenden nutzen, um die darauf anfallende Abgeltungssteuer zu bezahlen. Das ist relevant, wenn der Freibetrag von 801 € ausgeschöpft ist. + Eine jährliche Besteuerung der Wertsteigerung entfällt noch bis Ende 2017 (Steuerstundung).
  + Ausschüttungsgleiche Erträge fließen nicht in den Fonds. Es besteht kein Risiko, Abgeltungssteuer ein zweites Mal bei Verkauf der Fondsanteile zu bezahlen. o Ab 2018 wird eine pauschale Wertsteigerung (Vorabpauschale) besteuert. Die Steuer wird nur fällig, wenn der Freibetrag auf Kapitalerträge von 801 € ausgeschöpft ist.
     

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 18. August 2016)

Mehr dazu, wie thesaurierende ETFs derzeit und künftig besteuert werden, lesen Sie im Detailartikel thesaurierende Fonds. Dort gehen wir auch auf Änderungen bei der Handhabe mit der Quellensteuer ein. Beispiele zur Besteuerung gibt es auch in unserem Blog-Beitrag.

Was an der Kritik an ETFs dran ist

In der Zeit seit 2000, in der Anleger an der Frankfurter Börse ETFs handeln können, ist die Bedeutung von Indexfonds immens gestiegen. Mehr als 1.000 ETFs sind mittlerweile dort gelistet, rund 350 Milliarden Euro Anlegergeld steckt in den Fonds. Je bedeutungsvoller ETFs werden, umso mehr melden sich kritische Stimmen zu Wort. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Kritikpunkte aufgearbeitet:

ETFs verstärken mit ihrer Marktmacht den Abschwung
Richtig ist: Wenn viele Anleger in einer Abschwungphase Fondsanteile verkaufen, müssen die ETF-Anbieter bestehende Anteile möglicherweise liquidieren (engl. redemption) und Aktien verkaufen. Allerdings gilt das für aktiv gemanagte Fonds genauso. Schuld daran, dass sich ein Abschwung verstärkt, sind weniger die Fonds, sondern vielmehr das prozyklische Verhalten vieler Anleger, bei Panik zu verkaufen.

ETFs halten zu wenig Cash. Sie können Anleger in einer Abwärtsphase nicht ausbezahlen
ETFs halten in der Regel etwas weniger Bar-Reserven als aktiv gemanagte Fonds. Dass die ETF-Anbieter aber Anleger, die ihre Anteile in einer Abschwungphase verkaufen wollen, nicht ausbezahlen können, passiert nur, wenn der ETF illiquide Nischenmärkte abbildet. ETF-Anbieter werden dann die Aktien, die dem ETF hinterlegt sind, am Markt möglicherweise nicht los. Setzt ein ETF auf die größten Aktienindizes der Welt, ist dagegen nichts zu befürchten.

ETFs auf den MSCI World sind riskant, weil sie auf Dollar lauten
Der von uns empfohlene MSCI World wird in US-Dollar gelistet. Gegenüber dem Euro besteht ein Währungsrisiko in dem Sinn, dass ein Euro-Anleger beim Verkauf seiner Anteile Abschläge riskiert, wenn der Euro dann schlechter steht als beim Kauf. Allerdings fallen über längere Zeiträume die Wechselkursänderungen aller Erfahrung nach nicht so stark ins Gewicht. Eine breite Streuung kann unterschiedliche Wechselkursrisiken zusätzlich ausgleichen. Unsere Berechnungen zeigen: Auch ein nachträglich in Euro umgerechneter Weltaktienindex hat seinen Wert über die vergangenen 45 Jahre jedes Jahr durchschnittlich um 6,7 Prozent gesteigert.

In unserem Blogbeitrag haben wir weitere Kritikpunkte an ETFs analysiert.  

Die besten ETFs auf den MSCI World

Im August 2016 haben wir die in Deutschland erhältlichen ETFs auf den MSCI World untersucht. Wichtigste Testkriterien waren ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro, eine mindestens fünf Jahre zurückreichende Wertentwicklung und eine Website auf Deutsch. Von zwölf möglichen blieben sieben ETFs übrig. Die Tabelle zeigt, welcher Bauart sie jeweils folgen.

Art der Nachbildung   Verwendung der Dividenden  
  ausschüttend   thesaurierend
physisch replizierend   iShares (ISIN: IE00B0M62Q58)   iShares (ISIN: IE00B4L5Y983)
    UBS (ISIN: LU0340285161)    
synthetisch   Lyxor (ISIN: FR0010315770)   Amundi (ISIN: FR0010756098)
        Comstage (ISIN: LU0392494562)
        db x-trackers (ISIN: LU0274208692)

Quelle: Finanztip (Stand: 18. August 2016)

Verbrauchern, die wiederanlegende ETFs bevorzugen, empfehlen wir folgende Indexfonds:

Amundi ETF MSCI World
ISIN FR0010756098 / WKN A0X8ZX

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
Amundi ETF MSCI World

Comstage MSCI World TRN UCITS ETF
ISIN LU0392494562 / WKN ETF110

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
iShares Core MSCI World UCITS ETF

Verbrauchern, die ausschüttende ETFs bevorzugen, empfehlen wir folgende Fonds:

iShares MSCI World UCITS ETF Inc
ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
iShares MSCI World UCITS ETF Inc

Lyxor ETF MSCI World
ISIN FR0010315770/ WKN LYX0AG

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
Lyxor ETF MSCI World

UBS ETF-MSCI World UCITS ETF
ISIN LU0340285161 / WKN A0NCFR

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
UBS ETF-MSCI World UCITS ETF
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ETFs günstig bei Online-Brokern kaufen

Der preiswerteste Weg, um einen ETF zu kaufen, führt über Onlinebanken oder spezielle Broker. Viele von ihnen bieten günstige Konditionen an, Unterschiede gibt es in der Benutzerfreundlichkeit. Details dazu lesen Sie dazu in unserem Ratgeber Wertpapierdepot

Anleger, die keine bestimmte Handelsstrategie verfolgen und einen gängigen ETF schnell ins Depot aufnehmen wollen, können dies einfach und günstig über den Direkthandel tun. Direkthändler haben im Vergleich zu regulären Börsen den Vorteil, dass Anleger genau wissen, zu welchem Kurs sie kaufen und in der Regel keine Überraschungen bei den Gebühren erleben. Wie Sie ETFs einfach kaufen können, erläutern wir ausführlich im Ratgeber Aktien kaufen. Dort finden Sie PDF-Anleitungen zu allen von uns empfohlenen Depots.

Die besten Konditionen beim Fonds- und Wertpapierkauf erhalten Sie derzeit bei diesen Depotbanken und Brokern:

Flatex
Konto und Depotführung über BIW Bank

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 5,90 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge
  • Gebühr für ausländische Dividenden: 5 Euro pro Zahlung

Onvista Bank
Festpreis-Depot

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 6,50 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel oder Tradegate Exchange
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge

Comdirect Depot
Onlinedepot der Comdirect

  • 80 ETFs dauerhaft für Festpreis von 3,90 pro Kauf bei Handel über Xetra zuzüglich Börsengebühr. Beim Verkauf fallen allerdings die regulären Kosten an
  • 50 Euro Bonus bei Depotübertrag, falls das übertragene Fondsvolumen mehr als 5.000 Euro beträgt
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Depot nur dauerhaft kostenlos mit zusätzlichem kostenlosen Girokonto oder Wertpapiersparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren

ING-Diba Direkt-Depot
Onlinedepot der ING-Diba

  • Indexfonds dauerhaft kostenlos im Direkthandel, bei Verkauf fallen reguläre Gebühren an
  • die meisten gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate und Fonds
  • reguläre Gebühren von 0,25 Prozent des Orderbetrags, mindestens 9,95 Euro und höchstens 59,90 Euro

Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Zum Vermögensaufbau besonders geeignet:
  • Die MSCI-World-ETFs
  • von Amundi (FR0010756098)
  • von Comstage (LU0392494562)
  • von db x-trackers (LU0274208692)
  • von iShares (IE00B4L5Y983)

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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.