Indexfonds

Einfach und günstig in Aktien anlegen - mit Indexfonds

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktien eignen sich sehr gut für die langfristige Geldanlage von zehn Jahren oder länger.
  • Mit Indexfonds können Sie bequem, günstig und breit gestreut in Aktien anlegen.
  • Aktien-Indexfonds bilden die Wertentwicklung von Aktienindizes wie dem Dax oder dem S&P 500 nach. Die Indizes selbst spiegeln die Wertentwicklung der in ihnen enthaltenen Aktien, also beim Dax beispielsweise die von 30 deutschen Großunternehmen.
  • Aktien-Indexfonds werden meist als sogenannte ETFs angeboten. ETF ist die Abkürzung der Fachleute für Exchange Traded Funds, börsengehandelter Fonds.
  • Diese Fonds sind deutlich günstiger und etwas transparenter als klassische Aktienfonds und eignen sich für nahezu jeden Anleger.

So gehen Sie vor

  • Wählen Sie die Indizes aus, in die Sie investieren wollen. Wenn Sie nur einen Index möchten, empfehlen wir Ihnen den MSCI-World-Index.
  • Dieser Weltaktienindex eignet sich ausgezeichnet für den Start oder das Fundament eines gemischten Anlagedepots.
  • Zum Vermögensaufbau eignen sich besonders die MSCI-World-ETFs von Comstage (LU0392494562), von Amundi (FR0010756098), db x-trackers (LU0274208692) und iShares (IE00B4L5Y983) wie unsere Analyse zeigt.
  • Für andere Indizes empfehlen wir Ihnen die Webseite der Börse Frankfurt für die Suche nach den passenden Aktien-ETFs.
  • Kaufen Sie den oder die Fonds über eine Depotbank. Wir empfehlen Flatex und Onvista Bank.
  • Wenn Sie nur ETFs handeln, sind die Depots von Comdirect und ING-Diba interessant.
Sollen wir Sie rund um das Thema Indexfonds sowie zu weiteren Finanz-Themen auf dem Laufenden halten?
Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Wenn es um Aktien geht, winken viele ab. Nichts für mich, zu riskant, meinen sie. Die Furcht vor Verlusten ist nicht aus der Luft gegriffen. Wer vor 15 Jahren in den Aktienmarkt einstieg, hat eine schweißtreibende Achterbahnfahrt hinter sich: Zwei heftige Kurseinbrüche (2000–2003 und 2008–2009) folgten dicht aufeinander.

Trotz solcher Rückschläge haben sich Aktien langfristig als renditestarke Anlage bewährt. Wer heute ein Vermögen aufbauen will, kommt nicht daran vorbei, sich an der Wertentwicklung großer Firmen zu beteiligen. Über lange Zeiträume warfen Aktien höhere Gewinne ab als andere Anlagen wie Staatsanleihen. Das belegt beispielsweise eine Studie der  Wissenschaftler Elroy Dimson, Paul Marsh und Mark Staunton von der London Business School. Ihnen zufolge hat ein weltweit über 23 Länder gestreutes Aktienportfolio im Zeitraum zwischen 1900 und 2013 eine reale Rendite von 5,2 Prozent erwirtschaftet. Real bedeutet nach Abzug der Inflation. Langlaufende Staatsanleihen brachten ihren Anlegern dagegen nur 1,8 Prozent.

Eine andere Rechnung macht das Deutsche Aktieninstitut auf. Es zeigt in seinem Renditedreieck die Wertentwicklung des Deutschen Aktienindex (Dax) seit 1965. Danach machte kein Anleger, der mit seinen Aktienkäufen den Index spiegelte und diese Anlage 15 Jahre lang hielt, einen Verlust – vollkommen unabhängig vom Einstiegszeitpunkt. Auch diese Daten unterstreichen: Aktieninvestments sind langfristig eine vernünftige Entscheidung.

Wichtig bei der Aktienanlage ist, nicht nur auf einzelne Wertpapiere zu setzen, sondern in viele unterschiedliche Firmen investieren. Fachleute sprechen von einem breit gestreuten Portfolio. Bei einer einzelnen Aktie wäre das Risiko von hohen Verlusten, etwa bei einer Unternehmenspleite, viel zu groß. Deshalb raten wir, Aktienfonds zu kaufen. Diese bestehen aus einer Vielzahl verschiedener Aktien. Fonds sind damit unabhängig von den Risiken einzelner Unternehmen.

Aktien-Indexfonds haben die Nase vorn

Die Frage, welche Fonds für Privatanleger am besten geeignet sind, ist umstritten: Auf der einen Seite stehen die Fondsindustrie und die Anlageberater der Banken und Sparkassen. Sie werben für Anlagen in klassische Aktienfonds, die von einem Manager verwaltet werden. Das erklärte Ziel solcher Manager ist, besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt. Letzterer wird von Indizes repräsentiert, in denen eine Vielzahl von Unternehmen gelistet ist. Der hierzulande bekannteste Aktienindex ist der Dax, der die 30 größten börsennotierten Unternehmen enthält, gemessen am Börsenwert. Der Dax ist ein sogenannter Leitindex, der von internationalen Anlegern als Barometer für den deutschen Aktienmarkt betrachtet wird. Leitindizes werden für jedes Land mit einer funktionierenden Aktienbörse berechnet. Darüber hinaus gibt es Indizes, die Aktienmärkte verschiedener Regionen oder der ganzen Welt abbilden.

Fondsmanager versuchen mit unterschiedlichen Strategien besser abzuschneiden als die jeweiligen Indizes, an denen sie sich messen. Weil die Manager ihre Aktienportfolios oft umschichten, werden diese Fonds auch als „aktiv“ bezeichnet.  Dieser Aktionismus zahlt sich jedoch nur selten aus. Nur wenigen Fondsmanagern gelingt es über längere Zeiträume, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Das belegen zahlreiche Untersuchungen.

Eine fortlaufende Studie der amerikanischen Ratingagentur Standard and Poor’s zeigt beispielsweise, dass über eine Laufzeit von fünf Jahren mehr als 60 Prozent der aktiv gemangten Fonds ihren Referenzindex nicht schlagen konnten. Zu einem noch peinlicheren Ergebnis für die elitäre Kaste der Fondsmanager kommt eine kürzlich von der Ratingagentur Morningstar veröffentlichte Untersuchung. Danach schafften es nur zehn Prozent der Fondsmanager, ein besseres Ergebnis als der Weltaktienindex MSCI World zu erzielen. Anders ausgedrückt: Preisgünstige börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs genannt, auf den MSCI World Index hängten 90 Prozent der international anlegenden aktiv gemanagten Fonds ab. Das bedeutet, dass Anleger meist draufzahlen, wenn sie auf aktive Fonds setzen.

Betrachtet man lange Zeiträume, und das sollten Aktienanleger tun, fällt die Bilanz noch ernüchternder aus. Der Ökonom Burton Malkiel von der Universität Princeton zeigte etwa in einer Analyse aus dem Jahr 2003, dass in einem Zeitraum von 1970 bis 2001 nur zwei Prozent der aktiv gemanagten Fonds deutlich besser abgeschnitten haben als ihr jeweiliger Vergleichsindex.

Einen Fonds zu finden, der sich langfristig mindestens so gut wie der Vergleichsindex entwickelt, ist also unwahrscheinlich. Vor allem weiß man erst hinterher, ob es die richtige Wahl war. Umso naheliegender ist es, gleich mit einem Aktien-ETF in einen Index zu investieren.

Höhere Rendite durch niedrigere Kosten

Ein Grund, warum aktive Fonds Probleme haben, sich gegen ihren Vergleichsindex zu behaupten, sind die hohen Managementkosten. Ein Aktien-ETF kommt dagegen ohne Manager aus, weil er nur den Index kopiert, also niemand aktive Anlageentscheidungen treffen muss. Deshalb sind diese Fonds, die auch als passive Fonds bezeichnet werden, so günstig. Einen Kostenvergleich zwischen Indexfonds und aktiven Fonds liefert die folgende Tabelle:

Kosten-Unterschiede aktive und passive Fonds

  Passive Indexfonds Aktive Aktienfonds
Anlageziel Nachbildung eines Referenzindex Schlagen des Referenzindex
Verwaltungskosten etwa 0,1 bis 0,5 % pro Jahr etwa 1,5 % pro Jahr
Anschaffungskosten einmalig etwa 0,1 % bis 0,25 % einmalig bis zu 5 %
Gewinnbeteiligung Entfällt bis zu 20 % der Jahresrendite
     

Quellen: Anbieter (Stand: 9. Oktober 2014).

Die laufenden Kosten von Indexfonds bezeichnen die Anbieter in der Regel als „Pauschalgebühr“. Sie enthält etwa Kosten für die Verwaltung, für die Depotbank und für die Erstellung von Anlegerinformationen. Die Pauschalgebühren werden beispielsweise bei dem von uns empfohlenen Comstage-ETF monatlich oder vierteljährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Die Höhe schätzen die jeweiligen Anbieter.

Fondsgesellschaften geben zusätzlich noch die Total Expense Ratio (TER) oder Gesamtkostenquote an. Diese Kennzahl umfasst die Pauschalgebühren und sogenannte andere Kosten. Dazu zählt etwa anfallende Mehrwertsteuer. Nicht enthalten in der TER sind Transaktionskosten, die der Fonds beim An- und Verkauf von Wertpapieren bezahlen muss. Die tatsächlichen Kosten liegen also immer etwas über der TER, die für das zurückliegende Geschäftsjahr ermittelt wird.

Die TER ist ein Wert, der sich auf die Vergangenheit bezieht, während die Pauschalgebühren beziehungsweise die laufenden Kosten ein geschätzter Zukunftswert sind. Im Normalfall liegt die TER immer ein wenig über den Pauschalgebühren. Gibt es wie im April 2015 beim Comstage MSCI World TRN UCITS ETF größere Abweichungen zwischen TER und Pauschalgebühr, ist letztere für Anleger maßgeblich. Die hohe Differenz resultiert in diesem Fall aus einer Halbierung der Pauschalgebühr auf 0,2 Prozent zum 1. Juli 2014.

Doch nicht nur die geringen Kosten sprechen aus Anlegersicht für Aktien-ETFs. Sie zeichnen sich auch durch folgende drei Eigenschaften aus:

Bequem - Nach dem Kauf müssen sich Anleger um einen Aktien-ETF nicht weiter kümmern. Sie können ihn über viele Jahre im Depot behalten. Denn börsengehandelte Indexfonds schneiden immer fast so ab wie der Marktdurchschnitt. Bei aktiven Fonds dagegen müssen Investoren das Management im Auge behalten. Andernfalls kann es passieren, dass ein Fonds im Vergleich zu Konkurrenzprodukten unbemerkt abrutscht.

Transparent - Manager von aktiven Aktienfonds kaufen und verkaufen viel. Anleger erfahren immer erst im Nachhinein, welche Unternehmen ihr Fonds enthält. Auch Änderungen in der Anlagestrategie sind möglich, die sich in einer schlechteren Wertentwicklung niederschlagen können. Wechselt die Fondsgesellschaft das Management aus, werden die Anleger nicht gefragt, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt. Auch solche Managementwechsel können sich negativ auf die Fondsrendite auswirken. Bei einem Aktien-ETF gibt es solcherlei Probleme nicht. Die Käufer wissen immer, in welche Aktien sie investiert haben. Natürlich werden auch in den zugrunde liegenden Indizes hin und wieder Unternehmen ausgetauscht. Doch diese Änderungen fallen kaum ins Gewicht. Strategiewechsel sind bei Aktien-Indexfonds grundsätzlich nicht möglich. Da sie einen Index kopieren, ist ihre Preisentwicklung leicht nachzuvollziehen. Bei einem aktiven Fonds ist es dagegen möglich, dass der Marktindex steigt, aber der Fonds fällt. Der Manager hat dann offensichtlich aufs falsche Pferd gesetzt. Was aber genau schief ging, können Anleger – wenn überhaupt – erst Monate später im nächsten Halbjahresbericht nachlesen.

Flexibel - Aktien-ETFs werden an Börsen gehandelt. Während der täglichen Handelszeiten werden fortlaufend Kurse gestellt, zu denen Investoren die Fonds jederzeit kaufen und verkaufen können.

Tipp: Sie wollen über Indexfonds und weitere Finanzthemen auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie unseren » kostenlosen Newsletter!

Bankberater meiden ETFs

Obwohl Aktien-ETFs im Vergleich zu aktiven Fonds viele Vorteile bieten und für Privatanleger oft die bessere Alternative sind, werden sie von Bankberatern und Finanzvermittlern kaum angeboten. Das liegt unter anderem daran, dass sie an diesen Produkten nur sehr wenig verdienen. Manche Banken vertreiben zudem nur die Angebote der konzerneigenen Fonds-Tochtergesellschaft, von denen manche gar keine börsengehandelten Indexfonds im Programm haben. Wer sich bei der Geldanlage von einer Bank beraten lässt, sollte seinen Berater gezielt auf ETFs ansprechen. Ansonsten bleiben diese Produkte mit hoher Wahrscheinlichkeit Bückware.   

Mittlerweile gibt es für fast alle bekannten Aktienindizes der Welt entsprechende ETFs, wie beispielsweise für den Dax, den S&P 500 aus den USA oder den Weltaktienindex MSCI World. Einen Überblick über die in Deutschland gehandelten ETFs finden Sie beispielsweise bei der Börse Frankfurt.

Nicht alle ETFs für jeden Anleger geeignet. So hat die Fondsbranche mittlerweile sogenannte ETF-Dachfonds und Aktien-ETFs mit komplexen Strategien entwickelt, für die sie meist höhere Verwaltungskosten verlangt. Wir raten von diesen Produkten tendenziell ab, da sie dem Grundgedanken von ETFs widersprechen, nämlich kostengünstig und transparent am Aktienmarkt zu investieren. Eine Übersicht über die am häufigsten vorgebrachten Kritikpunkte zu Indexfonds und eine Einordnung dazu lesen Sie hier.

Langfristig planen mit ETFs

Je höher die Renditeerwartungen bei einer Geldanlage sind, desto höher ist auch das Risiko. Das gilt natürlich auch für Aktien-ETFs. Die Aktienmärkte können stark schwanken. Das sollte jedem Anleger bewusst sein. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn ein Fonds zwischenzeitlich einmal in die Verlustzone gerät.

Auf den Webseiten von Finanzinformationsanbietern wie onvista.de und finanzen.net können sich Anleger die Wertwicklungen verschiedener Indizes anschauen. Das vermittelt einen Eindruck von der Schwankungsbreite. In den vergangenen vier Jahrzehnten betrug der maximale Verlust des Weltaktienmarktes 53 Prozent – im Zeitraum von August 2000 bis März 2003. Damals war die sogenannte „New-Economy-Blase“ geplatzt. Auf Euro-Basis gerechnet dauerte es rund elf Jahre, bis diese Delle wieder ausgebügelt war. Dennoch: Auf lange Sicht und in einem gemischten Portfolio mit sicheren festverzinslichen Anlagen wie Festgeld und/oder Rentenfonds, die Staatsanleihen enthalten, haben sich Aktien bewährt. Dennoch sollten Sie nur Geld in Aktienfonds anlegen, das Sie für längere Zeit nicht brauchen.

Bei international anlegenden Fonds bestehen zusätzlich noch Wechselkursrisiken. Währungsschwankungen können die Rendite schmälern, sie aber auch erhöhen. Über längere Zeiträume fallen die Wechselkursänderungen aber aller Erfahrung nach nicht so stark ins Gewicht. Der Euro beispielsweise notierte Anfang Oktober 2014 rund 9 US-Cent über seinem Einführungskurs von 1,1789 US-Dollar pro Euro. Das entspricht einer Kursänderung von etwa 7,5 Prozent über einen Zeitraum von knapp 15 Jahren.  

Die verschiedene Bauarten von ETFs

Anleger sollten zudem wissen, wie Aktien-ETFs gebaut werden. Denn die jeweiligen Konstruktionen bergen Risiken, die aber aus heutiger Sicht eher gering sind.

Physische Nachbildung - Die Fondsgesellschaft kauft die Einzelaktien, die in dem Index enthalten sind. Ist das der Fall, sprechen die Experten von „Vollreplikation“. Bei Indizes, die viele Einzeltitel erhalten wie der MSCI World, werden oft nicht alle Titel gekauft, sondern nur so viele, bis die Wertentwicklung im Rahmen von engen Fehlergrenzen nachgebildet ist. Ein solches Vorgehen wird als „teilreplizierend“, "sampling" oder "optimized sampling" bezeichnet. Es kann dadurch zu kleinen Abweichungen von der Entwicklung des Indexes kommen.

Synthetische Nachbildung - Alternativ können die ETF-Anbieter den Index über ein Tauschgeschäft (englisch: „Swap“) nachbilden. Dazu trifft der Fonds mit einer Investmentbank eine Vereinbarung, die ihm die genaue Wertentwicklung des gewünschten Index zusichert. Im Gegenzug erhält die Investmentbank die Wertentwicklung eines beliebigen Aktienportfolios, das der Fonds hält. Differenzen bei den Wertentwicklungen werden regelmäßig zwischen den Tauschpartnern ausgeglichen. Läuft beispielsweise das Fondsportfolio besser als der Index, erhält die Investmentbank die Differenz. Fondsgesellschaften nutzen Swaps, weil sie mit dieser Konstruktion die Entwicklung des Index mit dem Aktien-ETF kostengünstiger nachbilden können.

Indexfonds ohne Wertpapier-Portfolio – Es gibt auch Aktien-ETFs, die überhaupt kein Wertpapierportfolio besitzen. Sie bestehen nur aus einem Swap. Sie tragen die Bezeichnung „Fully Funded Swap Fund“. Diese Fonds übertragen ihr gesamtes Kapital an den Swap-Partner, quasi als Kredit. Die Höhe der Schulden wird an die jeweilige Indexentwicklung angepasst. Es handelt sich also um eine Art flexiblen Schuldschein, für den der Swap-Partner Sicherheiten hinterlegen muss.

Swaps mit Aktien-ETFs müssen laut Gesetz zu 90 Prozent mit Sicherheiten, etwa Wertpapieren, hinterlegt werden. Zehn Prozent können ungesichert bleiben. Gerät der Swap-Partner in finanzielle Schwierigkeiten, kann der Fonds theoretisch Geld verlieren. In der Praxis ist das aber nicht sehr wahrscheinlich. Indexfonds ohne Wertpapier-Portfolio sichern ihre Swaps zum Teil zu mehr als 100 Prozent ab. Das machen auch manche synthetische ETFs, die ein beliebiges Wertpapier-Portfolio halten. Oder sie gleichen die Differenzbeträge mit dem Swap-Partner täglich aus, so dass sich Schulden nicht zu größeren Beträgen summieren können.

Die komplizierten Swap-Konstruktion scheinen auf den ersten Blick für physische Aktien-ETFs zu sprechen. Doch auch die bergen eine latente Gefahr. Denn sie verleihen ihre Aktien an andere Marktteilnehmer und kassieren dafür eine Prämie. Aktive Aktienfonds machen das auch. Zwar müssen für solche Geschäften Sicherheiten hinterlegt werden. Doch im Ernstfall, etwa bei einem heftigen Marktabsturz, ist unklar, wie schnell und zu welchen Preisen diese Sicherheiten verwertet werden können. Auch hier schlummert ein Verlustrisiko.

Für welche Angebote Sie sich am Ende entscheiden, ist aus unserer Sicht Geschmackssache. Denn unterm Strich erscheinen alle Varianten ähnlich sicher. Kaufen Sie einen ETF auf Swap-Basis, sollte Ihnen aber bewusst sein, dass die Index-Aktien nicht unbedingt im Fonds enthalten sind. Welche Wertpapiere einzelne ETFs besitzen und wie Swaps abgesichert werden, geben die meisten Anbieter auf ihren Webseiten an.

Fondskapital ist vor Pleiten geschützt

Vor Pleiten von Gesellschaften, die Fonds herausgegeben, ist das Anlagekapital aber immer geschützt. Fonds sind sogenanntes Sondervermögen. Die Gesellschaft muss die Gelder der Anleger getrennt vom Vermögen des Unternehmens verwalten. Das Fondsvermögen wird bei einer unabhängigen Depotbank deponiert. Dadurch wird sichergestellt, dass das Geld auch im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft erhalten bleibt und nicht in die Konkursmasse fällt.

Sollen wir Sie rund um das Thema Indexfonds sowie zu weiteren Finanz-Themen auf dem Laufenden halten?
Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Die richtigen Indizes auswählen

Die wichtigste Entscheidung bei der Anlage mit Aktien-ETFs ist die Auswahl der passenden Indizes. Wir raten Einsteigern in den Weltaktienindex MSCI World zu investieren. Er ist ein gutes Fundament für ein gemischtes Anlagedepot. Der Index besteht aus rund 1.600 Einzelaktien aus 23 entwickelten Industrieländern. Fast  60 Prozent der Unternehmen stammen aus den USA, dem weltweit mit Abstand größten Aktienmarkt.

Viele Anleger greifen intuitiv gerne zu dem Index, der ihnen räumlich am nächsten ist. In Deutschland ist das der Leitindex Dax. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass ETFs auf den Dax riskanter sind. Traditionell schwankt der Index deutlich stärker als der MSCI World oder der amerikanische S & P 500, der die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen enthält. Ein ETF auf den Dax eignet sich deshalb nur als Ergänzung zu einem breiter gestreuten Indexfonds. Eine Liste aller erhältlichen Indexfonds finden Sie hier.

Indexgewichtung

Indizes, die den Aktienmarkt von Ländern und Regionen abbilden, werden in der Regel nach dem Börsenwert der einzelnen Unternehmen zusammengestellt. In Deutschland hat zum Beispiel Siemens einen etwa doppelt so hohen Börsenwert wie die Deutsche Bank. Folglich hat Siemens im Dax mit acht Prozent auch eine doppelt so hohe Gewichtung wie die Deutsche Bank mit circa vier Prozent (Stand: Juni 2015).

In nachstehender Tabelle haben wir einige der bekanntesten Indizes aufgelistet, die die großen Wirtschaftsräume der Erde abbilden. Wer nicht auf den MSCI World setzen möchte, ist mit dem Stoxx Europe 600 gut beraten. Länderindizes eignen sich nur für kleinere Beimischungen, ebenso der Schwellenländer-Index MSCI Emerging Markets. Einer Daumenregel zufolge sollten solche Beimischungen nicht mehr als 25 Prozent ihres Aktienanteils im Depot ausmachen. Wenn Ihr Aktienanteil 20.000 Euro beträgt, könnten Sie beispielsweise 15.000 Euro in den MSCI World und 5.000 Euro in den Dax investieren.

Indizes für Länder und Regionen

Quellen: Webseiten der Anbieter, finanzen.net (Stand: 23. Juni 2014)

Den passenden Fonds zum Index finden

Nachdem Sie sich für die Indizes entschieden haben, müssen Sie im nächsten Schritt einen passenden ETF finden. An der Frankfurter Börse waren im April 2015 mehr als 1000 ETFs von 19 Anbietern gelistet. Zu den bekanntesten zählen Comstage, eine Tochter der Commerzbank, db x-trackers (Deutsche Bank) oder iShares, die zu der größten Fondsgesellschaft der Welt, Black Rock, gehören. Auf viele Indizes gibt es börsengehandelte Indexfonds von mehreren Anbietern. Sie unterscheiden sich in der Regel in der Art der Index-Nachbildung (siehe oben), aber auch bei der Verwendung von laufenden Erträgen.

Umgang mit Dividenden

Viele Aktiengesellschaften schütten einen Teil ihrer Gewinne an die Aktionäre aus. Diese Zahlungen nennen sich Dividende. Sie tragen erheblich zum Ertrag eines Aktienfonds bei. Indizes, deren Berechnungsmethode unterstellt, dass die Dividenden wieder investiert werden, heißen Performance- oder Total-Return-Index. Sogenannte Kurs-Indizes bilden die Preisentwicklung der enthaltenen Aktien ohne Dividenden ab.

Für Fonds gibt es zwei Möglichkeiten, mit den Dividendenzahlungen umzugehen:

Ausschüttung - Die Dividenden, die der Fonds erhält, werden an die Anleger weitergegeben. Der Fonds schüttet meist mehrmals pro Jahr die angesammelten Einnahmen aus. Das ist für Anleger interessant, die auf die regelmäßigen Kapitalerträge angewiesen sind.

Thesaurierung - Das bedeutet, dass der Fonds die Dividenden in neue Aktien investiert. Thesaurierende Fonds sind für alle die richtige Wahl, die langfristig Vermögen aufbauen wollen. Mit solchen ETFs profitieren Anleger automatisch von einem zusätzlichen Zinseszinseffekt.

Falls es mehrere ETFs auf denselben Index gibt, sollten sich Anleger bei der Auswahl an folgenden Parametern orientieren:

Wertentwicklung - Sie ist die entscheidende Größe. Allerdings müssen ETF-Käufer beachten, dass sich die Renditen von ausschüttenden und thesaurierenden Fonds nicht vergleichen lassen, weil bei ersteren laufende Erträge ausgezahlt und damit vom Wert der Fondsanteile abgezogen werden. Auch sind Erfolge in der Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft. Sie sind aber ein Anhaltspunkt dafür, dass ein ETF-Anbieter seine Sache auch künftig gut machen wird.

An- und Verkaufskosten - Wer einen ETF oder ein Wertpapier kauft, zahlt die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (Spread) an der Börse. Je kleiner der Spread, desto besser. Die Unterschiede zwischen einzelnen ETFs auf denselben Index können sehr groß sein. Die Deutsche Börse AG misst die Spreads mit dem sogenannten Xetra-Liquiditätsmaß. Kleine Werte signalisieren niedrige Kaufkosten. Die Kennzahl kann auf der Website der Frankfurter Börse abgerufen werden. Anleger müssen lediglich die Identifikationsnummer (ISIN) des entsprechenden ETF in die Suchfunktion eingeben. Das Suchergebnis zeigt die wichtigsten Daten zu dem jeweiligen Indexfonds und auch das Xetra-Liquiditätsmaß an.

Fondsvolumen - ETFs, die nur ein kleines Vermögen verwalten, laufen eher Gefahr, wegen zu geringer Rentabilität geschlossen zu werden. Das Fondsvolumen sollte wenigstens 100 Millionen Euro betragen. Große Fonds sind oft mehrere Milliarden Euro schwer.

Steuern – Die Art der Index-Nachbildung hat bei thesaurierenden börsengehandelten Indexfonds, die im Ausland herausgebracht wurden, steuerliche Folgen. Bei physischen Fonds, die Dividenden erhalten, müssen Investoren diese Einnahmen jährlich selbstständig versteuern. Wird der Fonds verkauft, fällt noch einmal Abgeltungssteuer auf die Dividenden an. Um diese Doppelbesteuerung zu vermeiden, müssen Anleger lückenlos nachweisen, dass sie in den Vorjahren bereits Abgeltungssteuer bezahlt haben. Bei synthetischen thesaurierenden Fonds, die im Ausland aufgelegt wurden, besteht dieses Problem in der Regel nicht, weswegen wir diese ETFs zum Vermögensaufbau vorziehen. Meistens haben sie keine laufenden Einnahmen aus Dividenden. Dementsprechend fällt auch keine jährliche Abgeltungssteuer an. Das hat zwei Vorteile:

Steuerstundungseffekt: Weil die Abgeltungssteuer erst anfällt, wenn die Fondsanteile wieder verkauft werden, profitieren Anleger von einem Stundungseffekt.

Weniger Verwaltung: Zudem ist der Verwaltungsaufwand niedriger, weil das Problem der Doppelbesteuerung entfällt.

Wer also nicht unbedingt einen physischen thesaurierenden Fonds kaufen will, der die im Index gelisteten Aktien tatsächlich enthält, fährt aus steuerlichen Sicht mit einem synthetischen ETF besser. Mehr Informationen über ausländische thesaurierende Fonds erhalten Sie hier.

Tipp: Sie wollen über Indexfonds und weitere Finanzthemen auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie unseren » kostenlosen Newsletter!

Die besten ETFs auf den MSCI World

Nach den genannten und weiteren Kriterien haben wir ETFs auf den MSCI World untersucht. Alle wurden im Ausland herausgegeben und bilden die Wertentwicklung des MSCI-World-Netto-Index ab. Im Ausland anfallende Quellensteuer auf Dividenden werden bei diesem Index abgezogen. Wir empfehlen folgende ETFs, die die Dividenden wiederanlegen:

Amundi ETF MSCI World
ISIN FR0010756098 / WKN A0X8ZX

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
Amundi ETF MSCI World

ComStage MSCI World TRN UCITS ETF
ISIN LU0392494562 / WKN ETF110

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
iShares Core MSCI World UCITS ETF

Verbrauchern, die ausschüttende ETFs bevorzugen, empfehlen wir folgende Fonds:

iShares MSCI World UCITS ETF Inc
ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
iShares MSCI World UCITS ETF Inc

Lyxor ETF MSCI World
ISIN FR0010315770/ WKN LYX0AG

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
Lyxor ETF MSCI World

UBS ETF-MSCI World UCITS ETF
ISIN LU0340285161 / WKN A0NCFR

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
UBS ETF-MSCI World UCITS ETF

ETFs günstig bei Online-Brokern kaufen

Der preiswerteste Weg, um einen ETF zu kaufen, führt über Onlinebanken. Viele von ihnen bieten günstige Konditionen an. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber Wertpapierdepot.

Es ist ratsam, beim Kauf die Möglichkeit einer Limit-Order zu nutzen. Anleger geben einen Preis (Kurs) vor, der beim Kauf nicht überschritten werden darf. So lässt sich sicherstellen, dass der Kaufpreis nicht höher als gewünscht ausfällt. Außerdem sollten ETFs auf den MSCI World in der Zeit zwischen 15.30 und 17.00 erworben werden. Dann sind die Preise am fairsten. Warum das so ist, erläutern wir in unserem Ratgeber Wertpapierhandel.

Die besten Konditionen beim Fonds- und Wertpapierkauf erhalten Sie derzeit bei diesen Depotbanken:

Flatex
Konto und Depotführung über BIW Bank

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 5,90 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge
  • Gebühr für ausländische Dividenden: 5 Euro pro Zahlung

Onvista Bank
Festpreis-Depot

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 6,50 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel oder Tradegate Exchange
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge

Comdirect Depot
Onlinedepot der Comdirect

  • 80 ETFs dauerhaft für Festpreis von 3,90 pro Kauf bei Handel über Xetra. Beim Verkauf fallen allerdings die regulären Kosten an
  • 50 Euro Bonus bei Depotübertrag, falls das übertragene Fondsvolumen mehr als 5.000 Euro beträgt
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Depot nur dauerhaft kostenlos mit zusätzlichem kostenlosen Girokonto oder Wertpapiersparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren

ING-Diba Direkt-Depot
Onlinedepot der ING-Diba

  • Indexfonds dauerhaft kostenlos im Direkthandel, bei Verkauf fallen reguläre Gebühren an
  • die meisten gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate und Fonds
  • reguläre Gebühren von 0,25 Prozent des Orderbetrags, mindestens 9,95 Euro und höchstens 59,90 Euro

Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Zum Vermögensaufbau besonders geeignet:
  • Die MSCI-World-ETFs
  • von Amundi (FR0010756098)
  • von Comstage (LU0392494562)
  • von db x-trackers (LU0274208692)
  • von iShares (IE00B4L5Y983)

Noch mehr sparen mit Finanztip

Community

Diskutieren Sie mit!

Haben Sie eine Frage zu Indexfonds? Es findet bereits ein reger Austausch dazu statt. Diskutieren Sie mit anderen Lesern in der Finanztip-Community!

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei