Indexfonds

Einfach und günstig in Aktien anlegen - mit Indexfonds

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktien eignen sich sehr gut für die langfristige Geldanlage von zehn Jahren oder länger.
  • Aktiv gemanagte Aktienfonds schlagen den Markt oft nicht. Hohe Kosten mindern die Rendite
  • Passive Indexfonds (ETFs) bilden Aktienindizes wie den Dax oder den S&P 500 nach. Laufende Kosten sind sehr gering.
  • Physische ETFs kaufen die Aktien des Index direkt, synthetische ETFs lassen sich von einer Bank die Index-Wertentwicklung zusichern.
  • Welcher ETF-Typ – physisch oder synthetisch – für Anleger besser geeignet ist, hängt von deren Präferenzen und weiteren Eigenschaften ab.
  • Die großen Anbieter von ETFs sind Comstage, db x-trackers und iShares. Auch manche Banken wie die HSBS, UBS oder Fondshäuser wie Lyxor und Amundi legen ETFs auf.

So gehen Sie vor

  • Entscheiden Sie, in welchen Markt Sie investieren wollen. Wenn Sie nur einen Index möchten, empfehlen wir Ihnen den MSCI-World-Index.
  • Entscheiden Sie anhand unserer Übersicht, ob Sie einen Fonds möchten, der Dividenden auszahlt oder der sie anspart.
  • Wägen Sie ab, ob Sie einen ETF bevorzugen, der die im Index enthaltenen Aktien zum großen Teil nachkauft (physischer ETF).
  • Zum Vermögensaufbau eignen sich die MSCI-World-ETFs von Comstage (LU0392494562), Amundi (FR0010756098), db x-trackers (LU0274208692) und iShares (IE00B4L5Y983).
  • Kaufen Sie ETFs über ein Online-Depot. Wir empfehlen Flatex und Onvista Bank.
  • Wenn Sie nur ETFs handeln, sind die Depots von Comdirect und ING-Diba interessant.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema ETFs sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Wer heute ein Vermögen aufbauen will, kommt nicht daran vorbei, sich an der Wertentwicklung großer Firmen zu beteiligen. Über lange Zeiträume warfen Aktien höhere Gewinne ab als klassische Sparanlagen. Wer beispielsweise seit 1975 in den Weltaktienindex MSCI World auf Eurobasis investierte, erzielte bis Ende 2015 im Durchschnitt eine Rendite von 8,6 Prozent pro Jahr. Wer hingegen auf Termingelder mit Anlagedauer zwischen einem und zwei Jahren gesetzt hat, kam im selben Zeitraum auf 5 Prozent jährliche Rendite. Das ergab eine Finanztip-Berechnung. 

Wichtig bei der Aktienanlage ist, nicht nur auf einzelne Wertpapiere zu setzen, sondern in viele unterschiedliche Firmen investieren. Fachleute sprechen von einem breit gestreuten Portfolio. Bei einer einzelnen Aktie wäre das Risiko von hohen Verlusten, etwa bei einer Unternehmenspleite, viel zu groß. Deshalb raten wir, Aktienfonds zu kaufen. Diese bestehen aus einer Vielzahl verschiedener Aktien. Fonds sind damit unabhängig von den Risiken einzelner Unternehmen.

Dazu kommt: Je länger ein Anleger investiert, umso eher kann er Schwankungen am Kapitalmarkt auffangen. In den vergangenen vier Jahrzehnten betrug der maximale Verlust des Weltaktienmarktes beispielsweise 53 Prozent – im Zeitraum von August 2000 bis März 2003. Ein Anleger, der dagegen beliebige 15 Jahre innerhalb der letzten vier Jahrzehnte 80 Prozent seines Vermögens in den Weltaktienindex und 20 Prozent in Festgeld investierte, erzielte im Mittel 7,2 Prozent jährliche Rendite. Selbst im schlechtesten 15-Jahres-Zeitraum zwischen August 2000 und August 2015 hätte der Anleger im Schnitt immer noch eine positive Jahresrendite erzielt. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber Geldanlage

Aktien-Indexfonds (ETFs) haben die Nase vorn

Wenn es um Aktienfonds geht, haben Anleger zwei Möglichkeiten. Sie können in klassische Aktienfonds investieren, bei denen ein Fondsmanager über die Wahl der Aktien entscheidet, den Fonds also verwaltet. Das erklärte Ziel solch aktiv gemanagter Fonds ist es, besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt. Auf der anderen Seite existieren seit einigen Jahren sogenannte Aktien-Indexfonds oder auf Englisch Exchange Traded Funds (ETFs), die einen bestehenden Aktienindex nachbilden. Einfaches Beispiel: Ein Anleger kann die 30 Aktien im Deutschen Aktienindex Dax einzeln kaufen – oder aber einen Anteil an einem ETF auf den Dax.

Aktive Fonds sind nur selten besser als der Markt

Welche Fonds sind nun für Anleger empfehlenswert? An sich würde jeder Anleger wohl den Fonds bevorzugen, der es schafft, die meiste Überrendite zum regulären Markt zu erwirtschaften – also einen aktiv gemanagten Fonds. Das Problem: In der Realität gelingt dies nur den allerwenigsten Fondsmanagern. Denn nicht nur müssten sie im Voraus die Trends am Aktienmarkt erkennen. Sie müssten künftige Entwicklungen auch so gut prognostizieren, dass der aktive Fonds selbst nach allen Kosten noch besser abschneidet als der jeweilige Marktindex.

Dass diese Aufgabe nur schwer zu meistern ist, belegen zahlreiche Studien. Laut einer von der Ratingagentur Morningstar veröffentlichten Untersuchung schafften es nur 10 Prozent aller weltweit agierenden Fondsmanager nach Kosten über 3,5 oder 10 Jahre, ein besseres Ergebnis als der Weltaktienindex MSCI World zu erzielen. Für den Zeitraum 1970 bis 2001 haben laut einer Analyse des Ökonomen Burton Malkiel von der Universität Princeton nur 2 Prozent der aktiv gemanagten Fonds deutlich besser abgeschnitten als ihr jeweiliger Vergleichsindex.

Das macht deutlich: Einen aktiv gemanagten Fonds zu finden, der sich langfristig mindestens so gut wie der Vergleichsindex entwickelt, ist unwahrscheinlich. Dazu kommt: Anleger wissen erst hinterher, ob sie die richtige Wahl getroffen haben. Umso naheliegender ist es, gleich mit einem Aktien-ETF in einen Index zu investieren.

ETFs kosten fast nichts

Ein Grund, warum aktive Fonds Probleme haben, sich gegen ihren Vergleichsindex zu behaupten, sind die hohen Managementkosten. In der Regel zahlen Anleger einmalig bis zu 5 Prozent Anschaffungskosten, etwa, wenn sie einen aktiven Fonds bei ihrer Hausbank kaufen. Dazu kommen laufende Verwaltungs- und Managementkosten von bis zu 1,5 Prozent des Anteilswerts. Damit bezahlen Anleger den Fondsmanager, der aktiv Aktien für den Fonds auswählt. Manche Fonds genehmigen sich darüber hinaus eine Gewinnbeteiligung, auch Performance Fee genannt – der Fondsmanager verdient noch einmal extra, sofern der Fonds seinen Wert steigern konnte.

Ein Aktien-ETF kommt dagegen ohne Manager aus. Er kopiert nur den Index, niemand muss aktive Anlageentscheidungen treffen. Entsprechend gering sind die Kosten eines ETFs. Über Onlinebanken und Broker können Anleger ETFs für wenige Euro kaufen – manchmal berechnen die Banken sogar nichts. Mit 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr fallen auch nur geringe laufende Kosten (Gesamtkosten) an. Die folgende Tabelle fasst die Kostenunterschiede zusammen.

Kosten-Unterschiede aktive und passive Fonds

  passive Indexfonds aktive Aktienfonds
Anlageziel Nachbildung eines Referenzindex Schlagen des Referenzindex
laufende Kosten etwa 0,1 bis 0,5 % pro Jahr etwa 1,5 % pro Jahr
Anschaffungskosten einmalig bis 0,25 % einmalig bis zu 5 %
Gewinnbeteiligung entfällt bis zu 20 % der Jahresrendite

Quellen: Anbieter (Stand: 18. August 2016)

Alles in allem müssten aktive Fonds – die gleiche Wertentwicklung vorausgesetzt – über 10 Jahre jährlich knapp 2 Prozent zulegen, nur um die Kosten wettzumachen – ETFs im besten Fall einige Zehntelprozent.

So setzen sich die Kosten bei Indexfonds zusammen
Anleger, die sich genauer für die Kosten von ETFs interessieren, können im Wertpapierprospekt oder auf den Übersichtsseiten im Internet die sogenannte Total Expense Ratio (TER) anschauen. Sie drückt aus, wie viel Prozentpunkte die Kosten die jährliche Rendite mindern – und wird daher auch Gesamtkostenquote oder Effektivkostenquote genannt.

Die TER umfasst die pauschalen Gebühren, die beim ETF für Verwaltung, Depotbank und das Erstellen von Anlegerinformationen anfallen. Dazu kommt die Mehrwertsteuer und andere kleinere Gebühren. ETF-Anbieter schätzen die TER und ziehen sie in der Regel monatlich oder vierteljährlich vom Fondsvermögen ab. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.

Nicht enthalten in der TER sind Transaktionskosten, die der Fonds beim An- und Verkauf von Wertpapieren bezahlen muss. Die tatsächlichen Kosten des ETFs liegen also immer etwas über der TER, die für das zurückliegende Geschäftsjahr ermittelt wird.

Tipp

Ein ETF mit höherer TER muss nicht notwendigerweise schlechter in der Wertentwicklung abschneiden. Wie genau ein ETF den Vergleichsindex trifft, hängt von mehreren Faktoren ab. Mehr dazu lesen Sie im Detailartikel, der ETFs auf den MSCI World vergleicht.

ETFs brauchen nicht viel Pflege

Aktien-ETFs sind nicht nur günstiger als aktive Fonds. Anleger brauchen ihnen, einmal gekauft, auch nicht besonders viel Aufmerksamkeit zukommen lassen. Denn klar ist, dass die ETFs nahezu die Wertentwicklung abliefern, die der zugrundeliegende Index vorgibt. Bei aktiv gemanagten Fonds sollten Anleger dagegen das Management im Auge behalten und regelmäßig nachsehen, welche Aktien der Fondsmanager gerade abgestoßen oder neu ins Portfolio aufgenommen hat. Andernfalls kann es passieren, dass ein Fonds im Vergleich zu Konkurrenzprodukten unbemerkt abrutscht.

Bankberater gezielt auf ETFs ansprechen
Trotz der Vorteile bieten Bankberater und Finanzvermittler ETFs in der Regel nicht an. Das liegt unter anderem daran, dass sie an diesen Produkten nur sehr wenig verdienen. Die geringeren laufenden Kosten, die die ETF-Anbieter ansetzen, lassen wenig Spielraum für sogenannte Bestandsprovisionen. Manche Banken vertreiben zudem nur die Angebote der konzerneigenen Fonds-Tochtergesellschaft, von denen manche gar keine börsengehandelten Indexfonds im Programm haben. Wenn Sie sich bei der Geldanlage von einer Bank beraten lassen, sollten Sie Ihren Berater daher gezielt auf ETFs ansprechen.

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Den richtigen ETF finden

ETFs liegen im Trend. Mittlerweile gibt es für fast alle bekannten Aktienindizes der Welt wie den Dax, den S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World gleich mehrere ETFs. Wie also den richtigen Indexfonds ausfindig machen? Unsere Checkliste mit drei wichtigen Fragen hilft Ihnen, an den richtigen Indexfonds zu kommen.

Welchen Markt soll der ETF abbilden? - Sie müssen zuerst entscheiden, an welchem Markt Sie sich gern beteiligen würden. Wer möglichst breit streuen aber mit einem einzigen ETF auskommen möchte, kann sich den Weltaktienindex MSCI World genauer anschauen. Anleger, die ihren Schwerpunkt lieber auf europäische Indizes legen wollen, können auf den Stoxx Europe 600 oder den MSCI Europe ausweichen. Eine Liste aller in Deutschland erhältlichen ETFs gibt es zum Beispiel als pdf auf der Seite der Börse Frankfurt.

Soll der ETF Dividenden ausbezahlen? - Überlegen Sie, ob Sie Dividenden jährlich auf Ihrem Konto gutgeschrieben bekommen möchten. Manche Indexfonds reichen die Dividenden weiter, die die im Fonds enthaltenen Aktien zahlen. Es handelt sich um sogenannte ausschüttende Fonds. Das Fondsvermögen entwickelt sich dann ohne die Dividendenerträge weiter. Dagegen stehen Fonds, die alle Dividenden einbehalten und das Fondsvermögen dadurch zusätzlich anreichern. Dies sind sogenannte thesaurierende Fonds.

Soll der ETF die Originalaktien des Index enthalten? - Entscheiden Sie, ob Sie über den ETFs Anteile an dem Originalaktienkorb des Index besitzen möchten. Manche Indexfonds, sogenannte physisch replizierende, ermöglichen genau das: Sie kaufen nahezu vollständig den Aktienkorb an, der den Referenzindex ausmacht. Andere, sogenannte synthetische ETFs lassen sich von einer Partnerbank die Wertentwicklung des jeweiligen Index zusichern. Im Bestand halten sie dagegen andere Wertpapiere, an deren Wertentwicklung wiederum die Bank interessiert ist.

Physisch versus synthetisch: Geringes Risiko bei beiden ETF-Typen

Physisch replizierende ETFs scheinen vielen Privatanlegern sicherer als synthetische ETFs zu sein; schließlich weiß man dabei, was man einkauft – im Wesentlichen die im Index enthaltenen Aktien. Im Falle einer Pleite des ETF-Anbieters könnten Anleger diese Aktien zu Geld machen.

Das ist erst einmal richtig so: Das Fondskapital ist sogenanntes Sondervermögen und von der Insolvenzmasse ausgeschlossen. Allerdings sollten Anleger wissen, dass die Aktien trotzdem nicht jederzeit im Fonds enthalten sind. Um die Rendite des ETFs zu optimieren, verleihen ETF-Anbieter einen Teil der Aktien zeitweise am Kapitalmarkt. Das Risiko, dass Anleger-Geld abhandenkommt, ist allerdings minimiert. Die Leihgeschäfte werden in der Regel täglich ausgeglichen und sind mit Staatsanleihen besichert.

Bei synthetischen ETFs sind Wertpapiertauschgeschäfte dagegen die Essenz. ETF-Anbieter nutzen solche Swaps, weil sie den Index so etwas kostengünstiger kopieren – und ein paar Renditepunkte mehr herausholen können. Allerdings sind diese Geschäfte für Anleger schwieriger zu durchschauen und deshalb vielen suspekt. Tatsächlich sind auch die Risiken bei synthetischen ETFs eher theoretischer Natur. Folgendes Beispiel macht die Funktionsweise eines physischen ETFs deutlich.

Beispiel: So funktioniert ein synthetischer ETF
ETF-Anbieter A lässt sich vom Swap-Partner Bank B die Wertentwicklung des Weltaktienindex MSCI World zusichern. A baut im Gegenzug ein sogenanntes Trägerportfolio mit einigen Dax-Aktien auf und sichert diese Wertentwicklung wiederum Bank B zu. Unterschiedliche Wertentwicklungen gleichen die Partner regelmäßig aus. Ein Problem könnte dann entstehen, wenn Bank B insolvent würde und die Wertentwicklung des MSCI World nicht mehr wie vereinbart an Anbieter A liefern könnte.

Dann müsste Anbieter A auf das Dax-Aktien-Portfolio zurückgreifen und dieses zu Geld machen. Sollten die Dax-Aktien weniger Wert sein als der MSCI World, müsste Anbieter A die von Bank B zu diesem Zwecke hinterlegten Sicherheiten – in der Regel Staatsanleihen – anzapfen und sie verkaufen. Ein Restrisiko bleibt, wenn Bank B über längere Zeit vor der Insolvenz versäumt hat, die Höhe der Sicherheiten anzupassen. Anleger müssten dann Verluste hinnehmen. 

So unterscheiden sich physische und synthetische ETFs

physisch replizierende ETFs     synthetische ETFs
Der ETF hält nahezu alle Aktien, die im Originalindex vertreten sind (optimized sampling).     Der ETF-Anbieter lässt sich Indexentwicklung über ein Tauschgeschäft (Swap) mit der Bank zusichern. Er selbst baut ein Trägerportfolio mit Aktien großer Unternehmen auf.
Um mehr Einnahmen zu erzielen, verleiht der ETF-Anbieter Aktien am Kapitalmarkt.     ETF-Anbieter nutzen Tauschgeschäfte, weil sie so die Entwicklung des Index kostengünstiger nachbilden können.
Die Wertpapierleihe ist besichert und wird in der Regel täglich ausgeglichen.     Die Tauschgeschäfte sind besichert. Im Falle einer Insolvenz der Bank wird das Trägerportfolio des ETF-Anbieters und Sicherheiten der Bank – meist Staatsanleihen – liquidiert.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 15. August 2016)

Achtung

Beide ETF-Typen sind – wie jeder andere Aktienfonds auch – grundsätzlich dem Kapitalmarktrisiko ausgesetzt. Müssten im Fonds befindliche Aktien liquidiert werden, bekommen Anleger immer nur das Geld, das diese Aktien dann am Markt Wert sind.

Diese Kriterien helfen bei der ETF-Wahl

Ob Sie am Ende einen physischen oder synthetischen ETF wählen, einen, der Dividenden anspart oder ausschüttet, hängt von Ihren persönlichen Präferenzen ab. Kaufen Sie beispielsweise lieber keinen synthetischen ETF, falls Sie sich mit der Idee der Swap-Geschäfte nicht wohl fühlen. Ihre Entscheidung kann sich aber auch darauf stützen, wie viel ein bestimmter ETF bei der Onlinebank oder dem Broker kostet. Ein anderes Kriterium kann sein, dass Sie die jährliche Dividendenerträge brauchen – oder daraus die darauf anfallende Abgeltungssteuer direkt begleichen wollen. Dies ist dann relevant, wenn Ihre Kapitaleinkünfte den Freibetrag von 801 Euro pro Jahr übersteigen.

Bislang war für Anleger auch die steuerliche Handhabe bestimmter ETF-Typen relevant. Physisch-thesaurierende Fonds brachten in der Regel Mehraufwand bei der Steuererklärung mit sich. Bei synthetisch-thesaurierenden hingehen fiel bis zum Verkauf überhaupt keine Steuern an. Mit der Novelle des Investmentsteuergesetzes, das 2018 in Kraft tritt, ändert sich das: Dann gibt es eine pauschale Bemessungsgrundlage für alle. Die Besteuerung wird ein Stück weit vereinheitlicht. Weil alle Steuern direkt einbehalten werden, müssen sich Anleger um richtige Angaben in der Steuererklärung nicht mehr kümmern.

Auf die Wertentwicklung des ETF können Anleger ebenfalls einen Blick werfen. In vielen Fällen dürfte sie allerdings nicht das entscheidende Auswahlkriterium sein. Aufgabe des ETF ist es, die Indexentwicklung bestmöglich zu treffen. Das bekommen sehr viele ETFs mittlerweile gut hin. Für den MSCI World haben wir herausgefunden, dass sich die sieben getesteten ETFs im Fünfjahresmittel nur geringfügig in der Wertentwicklung unterscheiden. 

Folgende Tabelle liefert einen Überblick darüber, welche Eigenschaften die vier ETF-Varianten jeweils auszeichnen und was sich steuerlich grob ändert.

ETF-Varianten im Vergleich

  physisch-ausschüttender ETF physisch-thesaurierender ETF
  o Anteilswert am Fonds steigert sich nur durch Kursgewinne + Dividenden werden mit angespart
  + Anleger können Dividendenzahlungen nutzen, um die darauf anfallende Abgeltungssteuer zu bezahlen. Das ist relevant, wenn der Freibetrag von 801 € ausgeschöpft ist. o Anleger müssen Steuer auf ausschüttungsgleiche Erträge bezahlen, ohne dass ihnen Geld zufließt.
  + Dividende fließt nicht in den Fonds. Es besteht kein Risiko, Abgeltungssteuer ein;zweites Mal bei Verkauf der Fondsanteile zu bezahlen. o Anleger müssen Steuerunterlagen bis zum Verkauf des Fonds aufheben, um nicht doppelt Abgeltungssteuer zu bezahlen.
  o Im Falle niedriger Dividendenzahlungen wird ab 2018 möglicherweise zusätzlich eine Pauschale besteuert. Quellensteueranrechnungen entfallen. o Ab 2018 fällt die Dokumentation weg – ab dann wird eine Pauschale besteuert. Quellensteueranrechnungen entfallen.
     
  synthetisch-ausschüttender ETF synthetisch-thesaurierender ETF
  o Anteilswert am Fonds steigert sich nur durch Kursgewinne. + Anleger bekommen Indexentwicklung gutgeschrieben, so als ob Dividenden geflossen wären.
  + Anleger können Dividenden (genauer: ausschüttungsgleiche Erträge) nutzen, um die darauf anfallende Abgeltungssteuer zu bezahlen. Das ist relevant, wenn der Freibetrag von 801 € ausgeschöpft ist. + Eine jährliche Besteuerung der Wertsteigerung entfällt noch bis Ende 2017 (Steuerstundung).
  + Ausschüttungsgleiche Erträge fließen nicht in den Fonds. Es besteht kein Risiko, Abgeltungssteuer ein zweites Mal bei Verkauf der Fondsanteile zu bezahlen. o Ab 2018 wird eine Pauschale besteuert. Anleger zahlen dann Steuern, ohne dass ihnen Geld zufließt.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 18. August 2016)

Mehr dazu, wie thesaurierende ETFs derzeit und künftig besteuert werden, lesen Sie im Detailartikel thesaurierende Fonds. Dort gehen wir auch auf Änderungen bei der Handhabe mit Quellensteuer ein. Beispiele zur Besteuerung gibt es auch in unserem Blog-Beitrag.

Was an der Kritik an ETFs dran ist

In der Zeit seit 2000, in der Anleger an der Frankfurter Börse ETFs handeln können, ist die Bedeutung von Indexfonds immens gestiegen. Mehr als 1.000 ETFs sind mittlerweile dort gelistet, rund 350 Milliarden Euro Anlegergeld steckt in den Fonds. Je bedeutungsvoller ETFs werden, umso mehr melden sich kritische Stimmen zu Wort. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Kritikpunkte aufgearbeitet:

ETFs verstärken mit ihrer Marktmacht den Abschwung
Richtig ist: Wenn viele Anleger in einer Abschwungphase Fondsanteile verkaufen, müssen die ETF-Anbieter bestehende Anteile möglicherweise liquidieren (engl. redemption) und Aktien verkaufen. Allerdings gilt das für aktiv gemanagte Fonds genauso. Schuld daran, dass sich ein Abschwung verstärkt, sind weniger die Fonds, sondern vielmehr das prozyklische Verhalten vieler Anleger, bei Panik zu verkaufen.

ETFs halten zu wenig Cash. Sie können Anleger in einer Abwärtsphase nicht ausbezahlen
ETFs halten in der Regel etwas weniger Bar-Reserven als aktiv gemanagte Fonds. Dass die ETF-Anbieter aber Anleger, die ihre Anteile in einer Abschwungphase verkaufen wollen, nicht ausbezahlen können, passiert nur, wenn der ETF illiquide Nischenmärkte abbildet. ETF-Anbieter werden dann die Aktien, die dem ETF hinterlegt sind, am Markt möglicherweise nicht los. Setzt ein ETF auf die größten Aktienindizes der Welt, ist dagegen nichts zu befürchten.

ETFs auf den MSCI World sind riskant, weil sie auf Dollar lauten
Der von uns empfohlene MSCI World wird in US-Dollar gelistet. Gegenüber dem Euro besteht ein Währungsrisiko in dem Sinn, dass ein Euro-Anleger beim Verkauf seiner Anteile Abschläge riskiert, wenn der Euro dann schlechter steht als beim Kauf. Allerdings fallen über längere Zeiträume die Wechselkursänderungen aller Erfahrung nach nicht so stark ins Gewicht. Eine breite Streuung kann unterschiedliche Wechselkursrisiken zusätzlich ausgleichen. Unsere Berechnungen zeigen: Auch ein nachträglich in Euro umgerechneter Weltaktienindex hat seinen Wert über die vergangenen 45 Jahre jedes Jahr durchschnittlich um 6,7 Prozent gesteigert.

In unserem Blogbeitrag haben wir weitere Kritikpunkte an ETFs analysiert.  

Die besten ETFs auf den MSCI World

Im August 2016 haben wir die in Deutschland erhältlichen ETFs auf den MSCI World untersucht. Wichtigste Testkriterien waren ein Fondsvolumen von mindestens 100 Milliarden Euro, eine mindestens fünf Jahre zurückreichende Wertentwicklung und eine Website auf Deutsch. Von zwölf möglichen blieben sieben ETFs übrig. Die Tabelle zeigt, welcher Bauart sie jeweils folgen.

Art der Nachbildung   Verwendung der Dividenden  
  ausschüttend   thesaurierend
physisch replizierend   iShares (ISIN: IE00B0M62Q58)   iShares (ISIN: IE00B4L5Y983)
    UBS (ISIN: LU0340285161)    
synthetisch   Lyxor (ISIN: FR0010315770)   Amundi (ISIN: FR0010756098)
        Comstage (ISIN: LU0392494562)
        db x-trackers (ISIN: LU0274208692)

Quelle: Finanztip (Stand: 18. August 2016)

Verbrauchern, die wiederanlegende ETFs bevorzugen, empfehlen wir folgende Indexfonds:

Amundi ETF MSCI World
ISIN FR0010756098 / WKN A0X8ZX

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
Amundi ETF MSCI World

Comstage MSCI World TRN UCITS ETF
ISIN LU0392494562 / WKN ETF110

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)

db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesaurierend)
iShares Core MSCI World UCITS ETF

Verbrauchern, die ausschüttende ETFs bevorzugen, empfehlen wir folgende Fonds:

iShares MSCI World UCITS ETF Inc
ISIN IE00B0M62Q58 / WKN A0HGV0

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
iShares MSCI World UCITS ETF Inc

Lyxor ETF MSCI World
ISIN FR0010315770/ WKN LYX0AG

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
Lyxor ETF MSCI World

UBS ETF-MSCI World UCITS ETF
ISIN LU0340285161 / WKN A0NCFR

  • ETF auf den MSCI World
  • gute Abbildung der Wertentwicklung
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds schüttet Dividenden aus
UBS ETF-MSCI World UCITS ETF
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ETFs günstig bei Online-Brokern kaufen

Der preiswerteste Weg, um einen ETF zu kaufen, führt über Onlinebanken oder spezielle Broker. Viele von ihnen bieten günstige Konditionen an, Unterschiede gibt es in der Benutzerfreundlichkeit. Details dazu lesen Sie in dazu unserem Ratgeber Wertpapierdepot

Anleger, die keine bestimmte Handelsstrategie verfolgen und einen gängigen ETF schnell ins Depot aufnehmen wollen, können dies einfach und günstig über den Direkthandel tun. Direkthändler haben im Vergleich zu regulären Börsen den Vorteil, dass Anleger genau wissen, zu welchem Kurs sie kaufen und in der Regel keine Überraschungen bei den Gebühren erleben. Wie Sie ETFs einfach kaufen können, erläutern wir ausführlich im Ratgeber Aktien kaufen. Dort finden Sie pdf-Anleitungen zu allen von uns empfohlenen Depots.

Die besten Konditionen beim Fonds- und Wertpapierkauf erhalten Sie derzeit bei diesen Depotbanken und Brokern:

Flatex
Konto und Depotführung über BIW Bank

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 5,90 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge
  • Gebühr für ausländische Dividenden: 5 Euro pro Zahlung

Onvista Bank
Festpreis-Depot

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 6,50 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel oder Tradegate Exchange
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge

Comdirect Depot
Onlinedepot der Comdirect

  • 80 ETFs dauerhaft für Festpreis von 3,90 pro Kauf bei Handel über Xetra zuzüglich Börsengebühr. Beim Verkauf fallen allerdings die regulären Kosten an
  • 50 Euro Bonus bei Depotübertrag, falls das übertragene Fondsvolumen mehr als 5.000 Euro beträgt
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Depot nur dauerhaft kostenlos mit zusätzlichem kostenlosen Girokonto oder Wertpapiersparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren

ING-Diba Direkt-Depot
Onlinedepot der ING-Diba

  • Indexfonds dauerhaft kostenlos im Direkthandel, bei Verkauf fallen reguläre Gebühren an
  • die meisten gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate und Fonds
  • reguläre Gebühren von 0,25 Prozent des Orderbetrags, mindestens 9,95 Euro und höchstens 59,90 Euro

Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Zum Vermögensaufbau besonders geeignet:
  • Die MSCI-World-ETFs
  • von Amundi (FR0010756098)
  • von Comstage (LU0392494562)
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  • von iShares (IE00B4L5Y983)

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

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