Rürup-Rente

Mit Steuervorteilen fürs Alter vorsorgen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rürup- oder Basisrente ist eine Form der privaten Altersvorsorge. Die Verträge sollen Vergleichbares leisten wie die gesetzliche Rentenversicherung und berufsständische Versorgungswerke.
  • Ansparen lässt sich mit einem privaten Vorsorgevertrag, einer (fondsgebundenen) Rentenversicherung oder einem Fondssparplan.
  • Selbstständige, die keine Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, können die Rürup-Rente als alleinige Basisvorsorge wählen. Alle anderen können ihre Basisversorgung mit einem Rürup-Vertrag aufstocken.
  • Beiträge zu einem Rürup-Vertrag lohnen sich in der Sparphase vor allem dann, wenn Sie bereits ein hohes Einkommen haben und die Höchstbeträge ausschöpfen.
  • Ob sich der Vertrag insgesamt lohnt, hängt – wie bei allen Rentenversicherungen – davon ab, wie alt Sie werden. Wichtig ist auch der Steuersatz im Alter, denn Rürup-Renten sind ab dem Jahr 2040 voll zu versteuern.

So gehen Sie vor

  • Selbstständige ohne Pflichtversicherung sollten überlegen, ob sie mittels einer Rürup-Rente vorsorgen oder sich in der gesetzlichen Rentenversicherung freiwillig versichern.
  • Selbstständige mit Pflichtversicherung können überlegen, ob sie zusätzlich mit Rürup vorsorgen und den steuerlich abzugsfähigen Höchstbetrag ausschöpfen wollen.
  • Auch angestellte Gutverdiener können über eine zusätzliche Basisvorsorge nachdenken.
  • Wer noch 10 oder 15 Jahre bis zur Rente hat und viel verdient, aber bisher noch wenig vorgesorgt hat, kann mit einem Rürup-Vertrag noch eine substanzielle Altersrente aufbauen.
  • Fondsgebundene Rentenversicherungen und Fondssparpläne bieten eine höhere Chance auf Aktienrendite als klassische Rürup-Rentenverträge. Sie haben allerdings oft eine eingeschränkte oder keine Garantie.
  • 2017 lassen sich Beiträge in Höhe von gut 23.300 Euro zu 84 Prozent als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Das angesparte Kapital kann frühestens ab dem 62. Lebensjahr als lebenslange Rente ausgezahlt werden.

Wer weder in der gesetzlichen Rentenversicherung noch in einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert ist, kann seit 2005 eine alternative Vorsorgeform mit vergleichbaren Leistungen wählen: sogenannte Rürup-Verträge, auch Basisrenten genannt. Beiträge lassen sich in allen drei Fällen als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen.

Rürup-Verträge kommen meist in Form einer klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung daher. Wenige Anbieter haben auch Fondssparpläne im Programm. Ende 2016 gab es in Deutschland rund 1,9 Millionen Rürup-Verträge.

Doch wie funktionieren Rürup-Verträge genau? Wer kann einen Rürup-Vertrag abschließen – und wer sollte darüber nachdenken?

Rürup-Rente als Basisvorsorge

Unter die sogenannte Renten-Basisvorsorge fallen die gesetzliche Rentenversicherung, die berufsständischen Versorgungswerke, die landwirtschaftlichen Alterskassen und seit 2005 auch Rürup-Verträge. Sie zählen steuerlich alle zur ersten Säule der Altersvorsorge und folgen alle derselben Systematik (siehe Tabelle).

Die Säulen der Altersvorsorge

    Säule I   Säule II   Säule III   Säule 0
    Basisvorsorge   geförderte (private) Vorsorge   ungeförderte (private) Vorsorge   Sonstige (flexible) Geldanlage
           
Arten   Gesetzliche Rentenversicherung   Riester-Rente   Lebensversicherung   Aktienfonds, ETFs (mit Auszahlplan)
  Berufsständisches Versorgungswerk   Betriebliche Altersvorsorge   Rentenversicherung   Fondssparplan / ETF-Sparplan (mit Auszahlplan)
  Rürup-Rente   z.B. Direktversicherung, Pensionsfonds   Fondssparplan (im Rahmen einer Versicherung)   Immobilien
               
Steuerliche Behandlung   Beiträge zunehmend steuerbegünstigst, Renten zunehmend steuerpflichtig   Beiträge steuerfrei und ggf. Zulagen, Renten steuerpflichtig   Beiträge aus versteuertem Einkommen, Rente steuerbegünstigt   Beiträge aus versteuertem Einkommen, Gewinne/Einnahmen voll zu versteuern

Quelle: Finanztip (Stand: 29. März 2017)

Beiträge der Basisvorsorge lassen sich bis zu einem bestimmten Höchstbetrag (2017: gut 23.300 Euro) anteilig (2017: zu 84 Prozent) als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen. Steuer fällt dann erst auf die späteren Renten an – bis 2039 noch anteilig, ab 2040 zu 100 Prozent. Da der Steuersatz im Alter häufig niedriger ausfällt als im Erwerbsleben, dürften die meisten Sparer Vorteile aus der nachgelagerten Besteuerung ziehen. Details zur Besteuerung lesen Sie weiter unten. 

Wer eine Rürup-Rente abschließen kann

Als Basisvorsorge nutzen können Rürup-Verträge zunächst einmal diejenigen der rund vier Millionen Selbstständigen in Deutschland, die keiner Pflichtversicherung angehören: also weder in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert noch über ein berufsständisches Versorgungswerk abgesichert sind. Für sie war die Rürup-Rente ursprünglich gedacht. Zu dieser Gruppe zählt etwa, wer seine eigene Firma oder einen Laden betreibt oder selbstständig berät.

Darüber hinaus können aber auch alle anderen ihre bestehende Basisversorgung mittels eines Rürup-Vertrags aufstocken. Allerdings gilt: Insgesamt sollten die Beiträge für die Rürup- oder Basisrente und die gesetzliche Rentenversicherung oder das Versorgungswerk den Höchstbetrag der Basisvorsorge (gut 23.300 Euro im Jahr 2017) nicht übersteigen. Nur bis zu der Grenze profitieren Sparer vom Steuervorteil. Ein Rechenbeispiel finden Sie im Abschnitt zur Besteuerung weiter unten.

Für wen sich ein Rürup-Vertrag eignet – und für wen nicht

Ob ein Rürup-Vertrag für Sparer infrage kommt, hängt von mehreren individuellen Kriterien ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr ein Sparer verdient und je mehr Geld er in den Vertrag steckt, umso größer fällt die Steuererstattung in der Ansparphase aus. Doch eine Rolle spielt etwa auch, wie viele Jahre bis zur Rente noch bleiben – und wie er ansonsten für die Rente vorsorgt. Hier ein Überblick für Selbstständige:

Beispiel etablierter Unternehmer
Wessen Betrieb bereits floriert und gute Gewinne abwirft, kann einige Jahre vor dem Ruhestand noch überlegen, einen (günstigen) Rürup-Vertrag abzuschließen – gerade dann, wenn er ansonsten noch keine Rentenansprüche aufgebaut hat.

Beispiel Jungunternehmer
Wessen Ertragslage in den ersten Jahren ungewiss ist, der sollte zwar seine Altersvorsorge nicht aus den Augen verlieren, hat aber vielleicht ein sehr geringes Einkommen und zahlt dementsprechend nur wenig Steuern. In dieser Situation kann es sogar sein, dass der Selbstständige gar keinen Steuervorteil hat und der Vertrag womöglich Geld bindet, das der Jungunternehmer besser ins Wachstum seiner Firma investieren könnte.

Beispiel Handwerker
Ein selbstständiger Handwerker, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, kann ebenfalls über Rürup nachdenken. Nach 18 Jahren Pflichtversicherung kann er sich davon befreien lassen und Beiträge fortan in einen geförderten kapitalgedeckten Vertrag stecken. Dies gilt gerade dann, wenn er die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung eher skeptisch beurteilt und lieber auf private Altersvorsorge setzen möchte.

Diese Merkmale haben Rürup-Verträge

Ein Rürup-Vertrag ist ein privater Vorsorgevertrag, meist eine Rentenversicherung. Er hat allerdings bestimmte Merkmale, ist entsprechend zertifiziert und daher der ersten Säule der Altersvorsorge (Basisvorsorge) zugeordnet.

Der wichtigste Unterschied zu einer nicht geförderten privaten Rentenversicherung: Das angesparte Kapital lässt sich bei einer Rürup- oder Basisrente nicht auszahlen. Es soll ausdrücklich der Altersvorsorge dienen; deshalb zahlt es der Versicherer immer als lebenslange Rente aus. An dieser Stelle funktioniert der Rürup-Vertrag also ähnlich wie die gesetzliche Rente.

Dafür werden die Beiträge für Rürup-Verträge auch steuerlich so behandelt wie Beiträge zur Rentenversicherung: Rund 23.000 Euro können Sie pro Jahr im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Diesen Vorteil gibt es nicht bei einer privaten Rentenversicherung, die Sie rein „aus dem Netto“ besparen.

Neben der Auszahlung als Rente und der steuerlichen Förderung in der Sparphase haben Rürup-Vertrage noch einige weitere Merkmale:

  • Rürup-Verträge lassen sich nicht kündigen. Allerdings können Sie den Vertrag beitragsfrei stellen, also keine weiteren Beiträge mehr zahlen, falls Sie die Beiträge nicht mehr aufbringen können oder wollen. Auch ein Besparen zum Mindestbeitrag (oft 25 Euro im Monat) ist möglich.
  • Grundsätzlich kann das Rürup-Sparguthaben nicht auf einen anderen Versicherten übertragen oder vererbt werden. Der Vertrag ist auch nicht beleihbar. Sollte der Sparer während der Ansparphase versterben, profitiert davon der Versicherer oder die Fondsgesellschaft.
  • Sparer können mit dem Versicherer höchstens individuell vereinbaren, dass der angesparte Betrag im Todesfall an den Ehepartner, den eingetragenen Lebenspartner oder noch kindergeldberechtigte Kinder als Rente ausbezahlt wird. Fachleute sprechen von Beitragsrückgewähr.
  • Bezieht der Rürup-Sparer bereits Rente und verstirbt dann, kann er eine Auszahlung an die Hinterbliebenen vereinbaren, etwa in Form einer sogenannten Rentengarantiezeit oder Hinterbliebenenrente. Letztere funktioniert ähnlich der Witwen-/Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Allerdings gehen alle Regelungen zur Hinterbliebenenabsicherung auf Kosten der Rentenhöhe des Versicherten: Je stärker dieser also seine Familie berücksichtigt, umso geringer ist später die Rente – und das bei gleichem Beitrag.
  • Für Rürup-Verträge gibt es anders als bei Riester-Verträgen keine gesetzlichen Vorschriften für den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Nicht alle Anbieter räumen in den Vertragsbedingungen ihren Kunden daher einen Vertragswechsel ein. Einige Anbieter verlangen darüber hinaus eine Gebühr für das Übertragen des Kapitals.
  • Weigert sich der bisherige Anbieter, den Vertrag zu übertragen, bleibt nur die Beitragsfreistellung und der Abschluss eines neuen Vertrags – mit den entsprechenden Abschlusskosten.

Was einen guten Rürup-Vertrag ausmacht

Ausschlaggebend ist bei Rürup-Verträgen wie bei allen privaten Vorsorgeverträgen: Kosten und Ertragschancen müssen stimmen. Nicht jeder Rürup-Vertrag kann dies leisten. Tendenziell lohnen klassische Rentenversicherungen mit Garantieverzinsung am wenigsten. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen und Fondssparplänen sollten Sparer gut vergleichen.

Klassische Rentenversicherung - In der Vergangenheit hatte die klassische Rentenversicherung für viele ihren Reiz: Versicherer boten ab Mitte der 2000er Jahre eine garantierte Verzinsung von mehr als 2 Prozent. Dies ist heute anders. Das allgemeine Niedrigzinsniveau hat die zulässige Garantieverzinsung bei Lebensversicherern immer weiter nach unten gedrückt. Immer weniger Versicherer schaffen es, selbst über eine lange Laufzeit auf eine positive Rendite nach Kosten zu kommen. Die Rendite für Sparer ergibt sich bei solchen Verträgen derzeit also ausschließlich aus den Steuervorteilen.

Fondsgebundene Rentenversicherung - Sie ist oft teurer als eine klassische Lebensversicherung. Sparer können ihre Beiträge in Fonds investieren und beim Anbieter aus einer Liste mögliche Fonds auswählen. Einerseits steigen durch die Fondsanlage die Ertragschancen. Andererseits lassen sich Anbieter häufig die Verwaltung dieser Fonds gut bezahlen. Darüber hinaus kommen einige solcher Policen ohne Garantie aus – die Sparer tragen in dem Fall das volle Kapitalmarktrisiko.

Rürup-Fondssparpläne - Klassischerweise bieten Fondsgesellschaften Rürup-Fondssparpläne an. Kunden besparen dann in der Regel einen hauseigenen Fonds mit monatlichen Raten. Je nach Anbieter sind auch günstige Aktien-Indexfonds, kurz ETFs, wählbar oder das Guthaben wird zur Rente hin von Aktien- in Anleihefonds umgeschichtet. Im Gegensatz zur fondsgebundenen Rentenversicherung sind die Konditionen der Verrentung nicht von Vornherein festgeschrieben. Den Versicherungspartner wählt die Fondsgesellschaft erst vor dem Renteneintritt aus. Ein Fondssparplan könnte interessant sein, sofern die besparten Fonds günstig in der Verwaltung sind und auch sonst geringe Abschlusskosten anfallen.

So entsteht der Steuervorteil bei der Rürup-Rente

Anders als Riester-Verträge, bei denen der Staat die Verträge über Zulagen und Steuervorteile fördert, funktioniert die staatliche Förderung bei privaten Rürup-Vorsorgeverträgen allein über die Steuer. Rürup-Verträge werden der Basisversorgung zugeordnet. Sparer können also im Jahr 2017 Beiträge in Höhe von 23.362 Euro als Altersvorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend machen – 84 Prozent davon erkennt das Finanzamt 2017 an.

Der Höchstbetrag, den Sparer für die Basisversorgung ansetzen können, berechnet sich aus der Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung der Knappschaft, die jährlich fortgeschrieben wird, multipliziert mit dem zugehörigen Beitragssatz. 2017 sind das 94.200 Euro x 24,8 Prozent = 23.362 Euro. Davon erkennt das Finanzamt im selben Jahr 84 Prozent an, also 19.624 Euro. Der absetzbare Anteil steigt jährlich um 2 Prozentpunkte – bis auf 100 Prozent im Jahr 2025.

Absetzbarer Anteil der Vorsorgeaufwendungen bis 2025

Jahr   absetzbarer Anteil der Vorsorgeaufwendungen in %
2017   84
2018   86
2019   88
2020   90
2021   92
2022   94
2023   96
2024   98
2025   100

Quelle: § 10 Abs. 3 Satz 4 und Satz 6 EStG (Stand: 29. März 2017)

Wie viel Steuererstattung ein einzelner Rürup-Sparer erwarten kann, hängt also von der Höhe seines zu versteuernden Einkommens und seinem persönlichen Steuersatz ab. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sie verdienen, umso mehr bekommen Sie vom Finanzamt zurück.

Rürup-Steuererstattung bei unterschiedlichen Einkommen

Jahreseinkommen brutto in €   Grenzsteuersatz in %   Jahresbeitrag Rürup in €¹   davon 2017 absetzbar   Steuerrückzahlung in €
30.000   33   5.610   4.712   1.555
50.000   42,4   9.350   7.854   3.330
70.000   44,3   13.090   10.996   4.871
100.000   44,3   14.250   11.970   5.303

¹ Wir nehmen an, der Sparer zahlt 18,7 Prozent seines Jahresgehalts in den Rürup-Vertrag ein, maximal den Höchstbeitrag von 14.250 € pro Jahr. Das ist der derzeitige Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung. 
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 29. März 2017)

Gesetzliche Rente mit Rürup aufstocken

Wer sich entschließt, mit einem Rürup-Vertrag seine Rente von der Deutschen Rentenversicherung oder seinem berufsständischen Versorgungswerk aufzustocken, muss bei den Zahlungen in den Rürup-Vertrag berücksichtigen, dass seine Beiträge zur gesetzlichen Rente oder zum Versorgungswerk auf den steuerlichen Höchstbetrag angerechnet werden. Der Betrag, der steuerbegünstigt in den Rürup-Vertrag fließen kann, ist also begrenzt.

Ein Beispiel: Ein Angestellter mit gutem Gehalt (75.000 Euro im Jahr) sorgt zusätzlich mit einem Rürup-Vertrag vor. Zu seinen Vorsorgeaufwendungen zählen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (jeweils etwa 7.013 Euro pro Jahr, im Beispiel vereinfachend 7.000 Euro) und die Beiträge zur Rürup-Rente (6.000 Euro pro Jahr). Alle Beiträge zusammen (20.000 Euro) dürfen den Höchstbetrag (23.362 Euro) nicht übersteigen.

Anschließend wird der Betrag ermittelt, den der Sparer tatsächlich von der Steuer absetzen kann. Das sind im Jahr 2017 genau 84 Prozent der Vorsorgeaufwendungen, also 16.800 Euro aus obigem Fall, wovon der Arbeitgeberanteil jedoch wieder abgezogen werden muss. In diesem Beispiel kann der Angestellte noch 9.800 Euro als Sonderausgaben geltend machen (siehe folgende Musterrechnung).

Beispiel: Diese Altersvorsorgeaufwendungen lassen sich absetzen

    in €
Jährlicher Arbeitnehmerbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung   7.000
Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung   7.000
Beiträge Rürup-Rente   6.000
insgesamt   20.000
Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen   23.362
84 % von 20.000   16.800
abzüglich steuerfreier Arbeitgeberanteil   7.000
verbleibender Betrag   9.800

Quelle: Finanztip (Stand: 29. März 2017)

Würde der Angestellte den Steuerrahmen ganz ausschöpfen wollen, also die gut 23.000 Euro Höchstbetrag ausschöpfen, könnte er noch mehr in seinen Rürup-Vertrag stecken: rund 9.000 Euro im Jahr, also gut 750 Euro im Monat.

Auf die spätere Rente fällt Steuer an

Ganz ohne Steuer kommt aber niemand davon. Zwar bleibt ein Großteil der Beiträge in der Ansparphase steuerfrei. Rürup-Sparer müssen dafür aber einen Teil der künftigen Rentenzahlungen mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern.

Wie hoch der Anteil der Rente ist, den Sie besteuern müssen, hängt vom Jahr ab, in dem Sie in Rente gehen: 2017 liegt der zu besteuernde Anteil der Rürup-Renten bei 74 Prozent. Er steigt jedoch jährlich an. Wer ab 2040 in Rente geht, muss die gesamte Rente versteuern.

Besteuerungsanteil der Rente nach Jahr in Prozent

Jahr   zu versteuernder Anteil der Rente
2017   74
2018   76
2019   78
2020   80
2021   81
2022   82
2023   83
2024   84
2025   85
2030   90
2035   95
2040   100

Quelle: §22 Nr. 1 Satz 3 Bstb. a, aa EStG (Stand: 29. März 2017)

Gesetzliche Rente versus Basisrente

Vor allem Selbstständige stehen vor der Wahl, ob sie die Basisversorgung über freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung abdecken, einen Rürup-Vertrag abschließen oder beides nutzen wollen. Der große Unterschied: Während die gesetzliche Rentenversicherung nach dem Umlageverfahren funktioniert, sind Rürup-Renten und auch die klassische (ungeförderte) private Vorsorge-Formen kapitalgedeckt.

Umlageverfahren
Bei der gesetzlichen Rentenversicherung finanzieren die heute Erwerbstätigen mit ihren Beiträgen die heutigen Rentner. Selbst erwerben sie einen Anspruch auf eine Rente, die die heutige Kindergeneration bezahlen wird. Bei diesem Generationenvertrag hängt die Höhe der zukünftigen Rente unter anderem vom Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern, der wirtschaftlichen Entwicklung und den politischen Entscheidungen in der Zukunft ab. Wird etwa das Renteneintrittsalter angehoben, müssen die aktiven Mitglieder der Rentenversicherung länger Beiträge zahlen und erhalten – bei gleicher Lebenserwartung – weniger Rente.

Kapitalgedeckter Vorsorgevertrag
Wer dagegen einen privaten Vorsorgevertrag (also eine Versicherung oder einen Rürup-Fondssparplan) abschließt, bezieht seine Rente aus seinem über die Jahre selbst angesparten Kapital. Klassische Rürup-Rentenversicherungen zahlen später eine garantierte Mindestrente aus, fondsgebundene Verträge legen einen Teil der Beiträge in Aktien an und bieten im Zweifel keine oder nur eine eingeschränkte Rentengarantie. Die tatsächliche Höhe der späteren Rente hängt von den Kosten und Erträgen des einzelnen Rürup-Vertrags ab.

Tipp

Wer sich nicht sicher ist, ob sich eher die freiwillige Zuzahlung in die gesetzliche Rente lohnt oder ein Rürup-Vertrag, kann sich seinen späteren Rentenanspruch von der Deutschen Rentenversicherung kostenlos kalkulieren lassen – und mit den Mindestrenten bei Rürup-Verträgen vergleichen.

Auch Angestellte haben die Wahl

Auch Angestellte könnten eine Basisrente abschließen. Die späteren Auszahlungen aus dem Vertrag ergänzen dann die gesetzliche Rente, Ansprüche aus Betriebsrenten und sonstiges Alterseinkommen. Allerdings kommt für sie auch ein Riester-Vertrag infrage, der staatliche Zulagen und Steuervorteile kombiniert. Riestern lohnt am meisten für Geringverdiener mit mehreren Kindern oder alleinstehende Besserverdiener. Mehr dazu lesen Sie in unserem Text zur Riester-Förderung.

Darüber hinaus gibt es für Angestellte die Möglichkeit, betrieblich fürs Alter vorzusorgen. Jeder Arbeitgeber muss den Angestellten einen Vertrag anbieten, in denen sie Teile ihres Bruttogehalts steuer- und sozialabgabenfrei einbezahlen können (sogenannte Entgeltumwandlung). Sofern der Arbeitgeber noch etwas obendrauf gibt, können sich auch solche Verträge rentieren.

Ob sich ein Rürup-Vertrag insgesamt (also mit allen Einzahlungen und Auszahlungen) gelohnt hat, lässt sich wie bei allen Renten nur individuell und aus der Rückschau beurteilen: Wer besonders alt wird, erhält die Rente länger als jemand, der bereits wenige Jahre nach Renteneintritt verstirbt.

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die Gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.