Für Trainer, Ausbilder und Dozenten

Das können Sie als Übungsleiter steuerlich geltend machen

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2013 können Sie nebenberuflich als Ausbilder, Dozent, Pfleger, Erzieher oder Künstler mit der Übungsleiterpauschale bis zu 2.400 Euro im Jahr verdienen, ohne das Geld versteuern zu müssen.
  • Sie sind nur dann nebenberuflich tätig, wenn Sie nicht mehr als ein Drittel der Zeit, die Sie für Ihren Hauptberuf aufbringen, für Ihre Nebenbeschäftigung verwenden. Sie müssen nicht unbedingt einen Hauptberuf haben, Sie können auch Hausfrau/-mann, Student oder sogar arbeitslos sein.
  • Begünstigt werden Sie nur, wenn Ihre Tätigkeit eine pädagogische Ausrichtung hat, Sie künstlerisch arbeiten oder alte, kranke oder behinderte Menschen pflegen.
  • Um vom Freibetrag zu profitieren, müssen Sie für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft tätig sein, in der Sie im mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Bereich arbeiten.
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Wenn Sie im Nebenjob als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer alter, kranker oder behinderter Menschen etwas dazuverdienen, können Sie in vielen Fällen von der Übungsleiterpauschale profitieren: Der Freibetrag beläuft sich seit 2013 auf 2.400 Euro im Jahr. Steuern oder Sozialabgaben werden dafür nicht fällig.

Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Unter welchen Bedingungen Sie Anspruch auf den Übungsleiterfreibetrag haben, ist in Paragraf 3 Nummer 26 des Einkommensteuergesetzes (EStG) geregelt. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie für den Ehrenamtsfreibetrag (720 Euro pro Jahr).

Tipp

Übungsleiterpauschale ist ein Jahresbetrag

Der Freibetrag von 2.400 Euro ist ein Jahresbetrag. Er ist daher nicht zeitanteilig aufzuteilen, wenn Sie die begünstigte Tätigkeit nur wenige Monate ausüben. Der Freibetrag wird allerdings auch dann nur einmal gewährt, wenn Sie mehrere begünstigte Tätigkeiten haben.

Nebenberufliche Tätigkeit: Nebenberuflich tätig sind Sie, wenn Sie für Ihre Beschäftigung pro Kalenderjahr nicht mehr als ein Drittel der Zeit aufbringen, die Sie für Ihren Hauptberuf verwenden. Außerdem muss sich die nebenberufliche Tätigkeit inhaltlich von der hauptberuflichen unterscheiden. Steuerlich gilt Ihre Tätigkeit auch dann als nebenberuflich, wenn Sie keinen Hauptberuf ausüben. Das heißt, Sie können eine nebenberufliche Tätigkeit ausüben auch als

  • Hausfrau/Hausmann
  • Student
  • Rentner
  • Arbeitsloser

Begünstigte Tätigkeiten: Anspruch auf den Übungsleiterfreibetrag haben Sie, wenn Sie nebenberuflich als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer arbeiten oder wenn Sie im künstlerischen Bereich tätig sind. Gemeinsames Merkmal dieser Beschäftigungen ist eine pädagogische Ausrichtung. Begünstigt ist auch die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen. Von der Übungsleiterpauschale kann bei ehrenamtlichen Tätigkeiten also nur ein fester Personenkreis profitieren.

Beispiele für begünstigte Tätigkeiten:

  • Sporttrainer,
  • Chorleiter,
  • Orchesterdirigent,
  • Lehr- und Vortragstätigkeit im Rahmen der allgemeinen Bildung und Ausbildung (zum Beispiel Kurse und Vorträge an Schulen und Volkshochschulen, Mütterberatung, Erste-Hilfe-Kurse, Schwimmunterricht) sowie im Rahmen der beruflichen Ausbildung und Fortbildung.

Beispiele für nicht begünstigte Tätigkeiten:

  • Betreuung von Gegenständen, beispielsweise als Platzwart oder Gerätewart,
  • Ausbildung von Tieren,
  • Rettungssanitäter und Ersthelfer bei Sportfesten und kulturellen Veranstaltungen.

Öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft: Anspruch auf die Übungsleiterpauschale in Höhe von jährlich 2.400 Euro haben Sie nur dann, wenn Sie im Dienst einer öffentlich-rechtlichen oder einer gemeinnützigen Körperschaft tätig sind. Als öffentlich-rechtliche Körperschaft gelten unter anderem Universitäten, Fachhochschulen, Schulen und Volkshochschulen; eine gemeinnützige Körperschaft ist beispielsweise ein Sportverein, der Sportbund oder ein Sportverband. Nicht begünstigt ist zum Beispiel die Tätigkeit für einen Arbeitgeberverband.

Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke: Um vom Freibetrag profitieren zu können, müssen Sie im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich tätig sein.

Einen gemeinnützigen Zweck haben Organisationen, die darauf gerichtet sind, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Beispiele hierfür sind:

  • die Förderung der Jugend- und Altenhilfe,
  • die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege,
  • die Förderung des Tierschutzes,
  • die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Einen mildtätigen Zweck verfolgen Sie, wenn Sie Personen unterstützen, die wegen ihres geistigen, seelischen oder körperlichen Zustands oder ihrer wirtschaftlichen Lage Hilfe brauchen. In die Förderung kirchlicher Zwecke fallen Aufgaben wie:

Tipp

Übungsleiter- und Ehrenamts-pauschale kombinieren

Neben der Übungsleiterpauschale von 2.400 Euro gibt es noch die Ehrenamtspauschale von 720 Euro. Beide Freibeträge können Sie zwar nicht gleichzeitig für ein- und dieselbe Tätigkeit in Anspruch nehmen, wohl aber bei verschiedenartigen Tätigkeiten: zum Beispiel als Trainer einer Fußballmannschaft und als Vereinsvorstand oder Kassenwart.

  • Predigtdienst,
  • Religionsunterricht,
  • Verwaltung des Kirchenvermögens.

Die Paragrafen 52 bis 54 der Abgabenordnung (AO) legen fest, was unter gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken zu verstehen ist. Dort finden Sie auch eine detaillierte Liste aller Aufgaben, die dazugehören.

Bekommen Sie beispielsweise für Ihr Ehrenamt als Jugendtrainer von Ihrem Sportverein die Übungsleiterpauschale von 2.400 Euro und dazu weitere 720 Euro aus der Ehrenamtspauschale, müssen Sie die 720 Euro versteuern. Eine Kombination der beiden Freibeträge ist in diesem Fall nicht möglich.

Hierhin in der Steuererklärung

Der Gesetzgeber unterscheidet hinsichtlich der Übungsleiterpauschale nicht danach, ob Sie Arbeitnehmer oder selbstständig tätig sind. Die Übungsleiterpauschale ist im Gesetz auch keiner bestimmten Einkunftsart zugeordnet.

Selbstständige Arbeit: Wenn Sie selbstständig tätig sind, tragen Sie Ihre steuerfreien Aufwandsentschädigungen oder Einnahmen in den Zeilen 9 und 36 der Anlage S ein.

Arbeitnehmertätigkeit: Arbeitnehmer tragen ihre steuerfreien Aufwandsentschädigungen oder Einnahmen bis zu 2.400 Euro in der Anlage N in Zeile 26 ein. Wenn die Zahlungen, die Sie steuerfrei erhalten haben, die Übungsleiterpauschale übersteigen, tragen Sie den übersteigenden Betrag als Arbeitslohn in Zeile 20 der Anlage N ein.

Freigrenze für Betreuer, Vormunde und Pfleger

Den Übungsleiterfreibetrag können Sie auch dann in Anspruch nehmen, wenn Sie eine der folgenden Aufgaben im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) übernommen haben:

  • Betreuer (§§ 1896 ff. BGB): Als ehrenamtlicher Betreuer arbeiten Sie nebenberuflich als gesetzlicher Vertreter für einen volljährigen Menschen, der seine Angelegenheiten nicht selbstständig regeln kann, zum Beispiel wegen einer Krankheit oder einer Behinderung.
  • Vormund (§§ 1793 ff. BGB): Ein Vormund ist für Minderjährige verantwortlich. Die Vormundschaft kann gerichtlich angeordnet werden, wenn beispielsweise die Eltern verstorben sind oder ihnen das Sorgerecht entzogen wurde.
  • Pfleger (§§ 1909 ff. BGB): Wenn Sie eine Pflegschaft übernommen haben, betreuen Sie einen Minderjährigen oder Erwachsenen nur in einer bestimmten Angelegenheit oder für einen bestimmten Zeitraum. Sie verwalten zum Beispiel Geldanlagen bis zur Volljährigkeit.

Freigrenze bei „sonstigen Einkünften“:Sie können zum Beispiel kurzfristig für einen Verein ehrenamtlich tätig sein, ohne dass Sie dort angestellt oder im Rahmen einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit aktiv sind. In diesem Fall können sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG) vorliegen. Bekommen Sie für Ihre Aufgabe als Betreuer, Vormund oder Pfleger nach Abzug des Freibetrags von 2.400 Euro nicht mehr als 256 Euro im Kalenderjahr, sind die Aufwandsentschädigungen gemäß § 22 Nr. 3 EStG von der Steuer befreit. Übersteigen die Einkünfte diese Grenze von 265 Euro, sind sie in vollem Umfang steuerpflichtig – also einschließlich des Betrags bis zu dieser Freigrenze.

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So können Sie noch mehr sparen

Kombination von Ehrenamtsfreibetrag und Übungsleiterpauschale: Üben Sie verschiedene Ehrenämter aus, die gesondert vergütet werden, können Sie zusätzlich zur Übungsleiterpauschale auch vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie als Trainer für einen Sportverein tätig sind und zusätzlich die Vereinskasse verwalten.

Kombination von Übungsleiterpauschale und Minijob: Anspruch auf die Übungsleiterpauschale haben Sie auch, wenn Sie geringfügig beschäftigt sind. Den Freibetrag können Sie sich entweder blockweise zum Beschäftigungsbeginn oder zu Anfang des Jahres auszahlen lassen. Oder Sie teilen ihn auf und stocken Ihr Minijobgehalt um 200 Euro monatlich auf.

Achtung

Alles aufbewahren

Heben Sie alle Quittungen auf und führen Sie gegebenenfalls ein Fahrtenbuch, um Ihre Ausgaben belegen zu können.

Rückspende: Wenn Sie als ehrenamtlicher Mitarbeiter kein Geld von Ihrer Organisation annehmen möchten, können Sie die ausgezahlte Aufwandspauschale direkt als Rückspende zurückgeben. Der Verein, für den Sie beispielsweise tätig sind, gibt Ihnen dafür eine Spendenbescheinigung, die Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung auf Seite 2 des Mantelbogens in den Zeilen 49 bis 56 steuermindernd geltend machen können. So bekommen Sie zumindest einen Teil der Aufwandspauschale als gesparte Steuern zurück.

Achtung: Dafür brauchen Sie aber eine schriftliche Vereinbarung, aus der hervorgeht, dass Sie tatsächlich Anspruch auf Ersatz Ihrer Aufwendungen haben, auf den Sie förmlich verzichten. Nachträglich ausgestellte Bescheinigungen erkennen die Finanzämter in der Regel nicht an.

Aufwendungsersatz: Unabhängig davon, ob Sie für Ihr Ehrenamt Geld bekommen oder nicht, haben Sie laut § 27 BGB immer Anspruch darauf, Aufwendungen für das Ehrenamt ersetzt zu bekommen. Dabei geht es zum Beispiel um Reisekosten, Gebühren für Telefongespräche oder auch Ausgaben für Materialien.

Wenn Sie mehr über steuerfreie Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit erfahren möchten, lohnt sich ein Blick in das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 21. November 2014.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Die Übungsleiterpauschale stellt bestimmte Einnahmen steuerfrei.
Ob diese deshalb auch bei der BAföG-Zahlung anrechnungsfrei sind, ist überhaupt nicht gesagt.
Sprechen Sie mit dem für Sie ...
20. Juni 2016 zum Beitrag
Übungsleiterpauschale als Bafäög-Empfänger
Ich habe eine Frage zur Übungsleiterpauschale:
Ich bin Bafög-Empfänger und werde durch viele verschiedene einzelne Honorarverträge mit künstlerischen Tätigkeiten am Ende des ...
17. Juni 2016 zum Beitrag
Übungsleiterpauschale und Fahrtkosten
Hallo,
ich bin Kassenwart in einem Sportverein. Wir zahlen unseren Übungsleitern eine Entschädigung von 50 EUR/Monat für jede Trainingseinheit pro Woche plus 0,30 EUR/km Fahrtkosten Wohnung ...
26. April 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Alena Hecker

freie Finanztip-Mitarbeiterin

Alena Hecker arbeitet als freie Redakteurin für Finanztip. Sie hat Internationale Fachjournalistik mit dem Schwerpunkt Wirtschaft studiert und einen Master in European Studies gemacht. Beim anschließenden Volontariat Praxis4 an der Electronic Media School in Potsdam beschäftigte sie sich vor allem mit Themen rund um den Verbraucherschutz. Neben ihrer Tätigkeit für Finanztip arbeitet Alena Hecker unter anderem für den rbb und die Stiftung Warentest.

Sabine Himmelberg

freie Finanztip-Mitarbeiterin

Als freie Redakteurin schreibt Sabine Himmelberg auf Finanztip zum Thema Steuern. Sie blickt auf mehr als zwanzig Jahre Redaktionsarbeit im Steuerrecht zurück. Als spezialisierte Fachjournalistin deckt Sabine Himmelberg ein breites inhaltliches Spektrum für Publikationen namhafter Fachverlage ab. Nach ihrem Magisterabschluss an der Universität zu Köln trat sie in die Redaktion des Deubner Verlags ein, der Informationen für Rechtsanwälte und Steuerberater herausgibt und der WEKA-Gruppe angehört. Sie leitete dort drei Jahre lang die Redaktion Steuern.

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