Heizöl kaufen

Mit diesen Portalen kommen Sie an günstiges Heizöl

Das Wichtigste in Kürze

  • Vergleichsseiten für Heizölpreise im Internet liefern nicht alle gleich gute Ergebnisse. Wir stellten Preisunterschiede von bis zu 180 Euro für 3.000 Liter fest.
  • Den Händler mit dem niedrigsten Preis fanden wir häufig auf den Vergleichsseiten Heizoel24 und Esyoil.
  • Die Heizölsorte Super beziehungsweise Premium schwefelarm bietet Vorteile gegenüber der Standardsorte, ist aber auch teurer.
  • Zuletzt ist der Heizölpreis stark gestiegen: Im Februar 2017 war er um 46 Prozent höher als im Februar 2016.
  • Sammelbestellungen können den Literpreis etwas senken. Jedoch lohnt es sich wegen des Aufwands nicht immer, selbst eine solche Bestellung zu organisieren.
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Ölheizungen setzen mehr klimaschädliches Kohlendioxid frei als Gaskessel. Sollen sich die Klimaschutzziele der Bundesregierung erfüllen, ist für Heizöl in einem zukünftigen Energiemix kein Platz mehr. Experten von der Fraunhofer-Gesellschaft und von Agora Energiewende erwarten daher, dass die meisten Ölheizungen in Wohnhäusern bis 2030 durch andere Heizanlagen ersetzt werden. Dennoch gibt es in Deutschland noch rund sechs Millionen Anlagen. Wenn Sie eine davon im Keller haben, sollten Sie den Brennstoff günstig kaufen, um zumindest die Haushaltskasse zu schonen. Finanztip hat untersucht, wo Sie Heizöl am billigsten bestellen können.

Die besten Vergleichsrechner für Heizölpreise

Über Vergleichsrechner im Internet finden Sie häufig günstigere Angebote für Heizöl als beim Händler um die Ecke. Die Anbieter verkaufen ihr Öl online mit geringeren Margen. Doch die Ergebnisse der Portale unterscheiden sich erheblich. Bei unserem Test im Januar 2015 lagen zum Teil mehr als 180 Euro zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Preis für eine Bestellung von 3.000 Litern der Premiumsorte. Bei einer erneuten stichprobenartigen Überprüfung im März 2017 betrugen die absoluten Unterschiede bei einer Lieferung von 3.000 Litern sowohl der Standard- als auch der Premiumsorte überwiegend weniger als 100 Euro. In der Spitze lagen die Angebote jedoch weiterhin rund 180 Euro auseinander. Der Vergleich lohnt sich also.

Sechs Vergleichsportale haben wir unter die Lupe genommen: brennstoffboerse.de, Enxa, Esyoil, Fastenergy, Heizoel24 und oelbestellung.de. Die günstigsten Preise lieferten im Test 2015 Heizoel24 und Esyoil. Dies bestätigte sich in Stichproben 2016 und 2017.

Heizoel24

  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • übersichtliche Darstellung
  • ermöglicht Bestellungen zum aktuellen Preis mit späterer Lieferung (Futurpreis)
  • gut geeignet zur Vorbereitung von Sammelbestellungen (Preismatrix)
  • nicht alle Öllieferanten vertreten
Heizoel24

Esyoil

Esyoil

Was in Ihren Tank kommt

Auf beiden Vergleichsportalen haben Sie die Wahl zwischen diesen Sorten:

  • Normal oder Standard schwefelarm
  • Premium oder Super schwefelarm

Die Öle tragen manchmal auch das Kürzel „EL“ im Namen, was für „extra leicht“ steht und diese Sorten von schweren Ölen abgrenzt. Das hat für Sie Verbraucher praktisch keine Bedeutung, denn zum Heizen von Räumen wird ohnehin nur leichtes Heizöl verwendet.

Super-Heizöl kostet mehr

Premium- oder Super-Heizöl basiert auf der Standardsorte, der Zusatzstoffe beigemischt werden. Die Produzenten dieser Zusatzstoffe und die Ölhersteller werben damit, dass diese Sorte sauberer verbrenne und dadurch die Düse der Heizungsanlage weniger verschmutze und weniger Ruß im Kessel bilde. Bei modernen Brennern ist dieser Vorteil kleiner als bei alten. In jedem Fall aber bildet sich bei der Sorte Premium oder Super weniger Ölschlamm am Boden des Tanks. Damit eignet sich die Sorte besonders gut für die Öllagerung für mehr als ein Jahr. Einige Hersteller versetzen Super zudem mit einem Duftstoff, der den Mineralölgeruch überdecken soll.

Der Aufpreis für Super gegenüber der Standardsorte beträgt nach unseren Preisabfragen im März 2017 zwischen 1,5 und 4 Prozent. Das macht sich bei den Kosten bemerkbar, dafür ist aber eben das Risiko von Defekten an der Anlage durch Ölschlamm geringer.

Tipp

Mischen möglich

Alle Sorten können Sie übrigens problemlos mischen: Das schadet Ihrer Heizungsanlage nicht.

Bio10 bis zu einem Fünftel teurer

Zumindest in einigen Städten bieten Heizoel24, Esyoil und Fastenergy Heizöl mit einem Anteil von Öl aus nachwachsenden Rohstoffen. Dieser kann 10 oder 15 Prozent betragen. Für das Bio10 und Bio15 genannte Öl wird ein Aufpreis fällig, der allerdings je nach Region und Vergleichsportal unterschiedlich hoch ist: In der Stichprobe im März 2017 betrug der Mehrpreis im Vergleich zu Super zwischen 2 und 23 Prozent. In Lindau am Bodensee beispielsweise waren es rund 12 Prozent. Das macht bei einer 3.000-Liter-Bestellung rund 218 Euro aus.

Spezialsorten bei Heizoel24

Über Bio10 hinaus führt Heizoel24 die besonderen Sorten Heizoel24 Premium Ecotherm und OMV Vitatherm im Portfolio. Premium Ecotherm war in allen in der Stichprobe 2017 abgefragten Regionen verfügbar; OMV Vitatherm nur in einigen.

Premium Ecotherm soll alle Vorteile der Sorte Super bieten und enthält einen weiteren Zusatzstoff: das Konzentrat ecotherm futur 3. Es soll für eine aschefreie Verbrennung sorgen, so dass Filter und Düsen nicht verdrecken. Das erhöht die Betriebssicherheit und verringert den Wartungsaufwand. Zudem verspricht Heizoel24, mit jedem verkauften Liter den Umweltverein Schutzgemeinschaft Deutscher Wald finanziell zu unterstützen. Für den Käufer macht sich das im Preis nur teilweise bemerkbar. In einigen Regionen, zum Beispiel in München, kostete Premium Ecotherm im März 2017 rund 1,4 Prozent mehr als Super-Heizöl, in Hamburg sogar 28 Prozent. Bei einer Bestellung von 3.000 Litern in Hamburg betrug der Mehrpreis bei dieser Menge rund 500 Euro.

Hinter OMV Vitatherm verbirgt sich eine weitere Premiumsorte, die frei von Schwefel ist. Das Heizöl soll daher lange lagerungsfähig sein und der Ölheizung ein wartungsarmes und längeres Leben bescheren. Das Heizöl wird in Burghausen (Bayern) raffiniert und ist über Heizoel24 bislang nur in einigen Regionen erhältlich. Der TÜV Austria hat die Sorte auf seine Zusammensetzung geprüft und bestätigt, dass die Sorte keinen Schwefel enthält.

Kein idealer Zeitpunkt für die Bestellung

Viele Jahre gab es feste Muster, wann die Bestellung von Heizöl am günstigsten ist. Früher konnte man davon ausgehen, dass die Preise im Hochsommer vergleichsweise günstig waren, weil wenig bestellt wurde. Dann kamen aber mehr Kunden auf die Idee, im Sommer zu ordern. Im Herbst zog die Nachfrage ohnehin an. Deshalb war Heizöl oft von Juni bis Oktober am teuersten. Die besten Preise gab es im Dezember, weil die Kunden noch volle Tanks hatten.

Diese klaren Muster gibt es heute nicht mehr. Durch den Verfall der Rohölpreise am Weltmarkt ist Heizöl bis Februar 2016 immer billiger geworden. Danach zogen die Notierungen wieder an, waren im Mai 2016 im mittelfristigen Vergleich aber immer noch sehr günstig. Die weitere Preisentwicklung ist selbst für Fachleute schwer vorherzusagen. Neben den Rohölnotierungen spielt auch der Wechselkurs des Euro zum Dollar eine wichtige Rolle, da Öl in Dollar gehandelt wird. Ein schwacher Euro verteuert also auch Heizöl.

Heizölpreis der vergangenen drei Monate bis heute auf Heizoel24

  • Heizölpreisentwicklung

Quelle: Heizoel24 (Stand: tagesaktuell)

Tipp

Bestellung widerrufen

Auch wenn Sie Heizöl kaufen, haben Sie ein Widerrufsrecht. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil vom 17. Juni 2015 entschieden (Az.: VIII ZR 249/14). Den Vertrag können Sie bis zum Beginn des Einfüllens des Öls widerrufen. In der Regel wird das bestellte Öl innerhalb von zwei Wochen geliefert. Für alle privaten Heizölkunden ist das Urteil eine gute Nachricht: Fallen die Preise, müssen sie nicht bedauern, dass sie kurz zuvor zu einem höheren Preis bestellt haben.

Über Sammelbestellungen sparen

Wenn Sie gemeinsam mit Nachbarn eine Sammelbestellung aufgeben, erhalten Sie einen etwas günstigeren Literpreis. In München beispielsweise kosteten 3.000 Liter Super-Heizöl im März 2017 je Liter 58,63 Cent. Wenn sich drei Nachbarn zusammenschließen und 10.000 Liter bestellen, sinkt der Literpreis auf 56,98 Cent. Das bringt 165 Euro Ersparnis, also 55 Euro für jeden.

Bedenken Sie jedoch, dass 55 Euro Ersparnis nicht unbedingt den Aufwand für denjenigen rechtfertigen, der die Sammelbestellung organisiert. Wenn Sie sich hingegen anderen anschließen, können Sie nur gewinnen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht mehr als die anderen Nachbarn bestellen. Sonst subventionieren Sie als Großabnehmer die kleinen Besteller. Der Preisvorteil der Sammelbestellung ist auf dem Land größer als in der Stadt.

Das sollten Sie bei einer Sammelbestellung beachten
Bei einer Bestellung über Esyoil sind die Nachbarn am besten im selben Postleitzahlgebiet ansässig und dürfen nicht mehr als drei Kilometer auseinander wohnen. Bei Heizoel24 sollten die Abnehmer bei einer Sammelbestellung maximal vier Kilometer voneinander entfernt leben. Alle Beteiligten sollten sofort bei Lieferung am Tankwagen bar oder mit EC-Karte bezahlen. Ein Kauf auf Rechnung birgt die Gefahr, dass die anderen Nachbarn dafür einstehen müssten, wenn jemand nicht zahlt.

Wenn Sie selbst eine Sammelbestellung organisieren

  • Prüfen Sie, wie viele Nachbarn Sie benötigen, um einen günstigen Literpreis zu erzielen. Hierzu können Sie die Ölpreismatrix von Heizoel24 benutzen: Sie zeigt Ihnen den Preis einer aufsteigenden Menge Heizöl für einen bis zehn Abnehmer.
  • Fragen Sie eine entsprechende Zahl an Nachbarn, ob sie mitmachen. Weisen Sie darauf hin, dass sich der errechnete Preis noch ändern kann, weil der Ölpreis täglichen Schwankungen unterliegt.
  • Lassen Sie sich auf einer Liste die Bestellungen von allen Nachbarn mit Unterschrift bestätigen.

Wie Sie mit ein paar einfachen Tricks Ihre Heizkosten noch weiter senken können, erfahren Sie in unseren Spartipps beim Heizen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er zuvor als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.

Ines Rutschmann

Finanztip-Expertin für Energie

Als Expertin für Energie widmet sich Ines Rutschmann allen Fragen, die sich Verbrauchern rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung, wo sie auch ihre journalistische Grundausbildung absolvierte. Danach war sie unter anderem für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines Rutschmann ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Abschluss als Master of Science in Energiemanagement.