Risikolebensversicherung

So schützen Sie Ihre Angehörigen vor dem Ruin

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Risikolebensversicherung sichert Ihre Hinterbliebenen ab, falls Sie sterben.
  • Sie ist ein Muss, wenn Sie einen Immobilienkredit abbezahlen.
  • Wer Allein- oder Hauptverdiener der Familie ist, sollte ebenfalls eine Police abschließen.
  • Die Versicherungssumme sollte hoch genug sein, um vorhandene Kredite und die durch den Tod des Verstorbenen entstandene Gehaltslücke abzusichern.
  • Verheiratete Paare können über eine verbundene Risikolebensversicherung Beiträge sparen. Flexibler sind aber zwei getrennte Verträge.
  • Nicht verheiratete Paare sollten getrennte „Über-Kreuz“-Verträge abschließen.

So gehen Sie vor

  • Bestimmen Sie entweder mit einer Faustformel oder mit einer genauen Berechnung die Höhe Ihres Absicherungsbedarfs. Sie sollten mindestens das Drei- bis Fünffache Ihres Jahresbruttoeinkommens absichern.
  • Wer die Familie grundsätzlich absichern will, braucht eine gleichbleibende Versicherungssumme.
  • Wenn Sie in erster Linie einen Kredit absichern wollen, kommt auch eine Versicherungssumme infrage, die Jahr für Jahr stärker sinkt, je mehr Sie Ihren Kredit tilgen. Allerdings ist eine gleichbleibende Versicherungssumme ratsamer.
  • Je nach Art der Berufstätigkeit, des Körpergewichts und ob Sie rauchen oder nicht, lassen Sie sich anhand unserer Empfehlungen Cosmosdirekt und Hannoversche jeweils ein Angebot machen. Wählen Sie das günstigere.
  • Tipp: Sollen wir Sie rund um das Thema Risikolebensversicherung sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Es gibt Situationen, an die eigentlich niemand denken mag: Jemand kommt bei einem Autounfall ums Leben und hinterlässt seinem Partner und den Kindern Schulden auf das noch nicht abbezahlte Eigenheim. Zu allem Unglück kann sich der Ehepartner die Darlehensraten nicht alleine leisten und muss die Immobilie verkaufen, die Bank für entgangene Zinsen entschädigen und eine neue, womöglich kleinere Bleibe für die Familie suchen.

Damit es Ihren Angehörigen im schlimmsten Fall nicht auch so ergeht, ist es wichtig, dass Sie so früh wie möglich eine Risikolebensversicherung abschließen.

Was ist eine Risikolebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung ist eine Versicherung für den Todesfall. Sie zahlt die vorher vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen aus, wenn die im Vertrag versicherte Person stirbt. Die Risikolebensversicherung ist damit unter den Lebensversicherungen eine reine Risikoversicherung, mit der kein Geld angespart wird – im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung, die die Todesfallabsicherung mit Sparen kombiniert. Daher sind auch die Beiträge zu einer Risikolebensversicherung viel niedriger als die einer Kapitallebensversicherung. Von einer Kapitallebensversicherung raten wir allerdings ab.

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Hermann-Josef Tenhagen
Chefredakteur bei Finanztip

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Wer eine Risikolebensversicherung braucht

Kein Mensch kann sich sicher sein, dass er bis weit nach dem Renteneintritt lebt. Nach Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stirbt immerhin etwa jeder siebte Bundesbürger (14,9%) schon zwischen dem 30. und dem 65. Lebensjahr. Im Alter von 45 bis 65 Jahren sterben etwa 13 Prozent.

Anders als viele Versicherungsvertreter sagen, ist eine Risikolebensversicherung aber keineswegs ein Muss. Wer keine Hinterbliebenen zu versorgen hat und keine Schulden hinterlässt, kann auf diese Absicherung verzichten. Die beiden klassischen Bedarfsfälle sind:

  • Immobilienfinanzierung: Hier sollte der (Ehe-) Partner abgesichert sein, damit er oder sie die Restschuld auf den Kredit bei der Bank tilgen kann und so keine Schulden alleine stemmen muss, falls Sie früh sterben. Diese Empfehlung gilt auch für unverheiratete Paare, die zusammen eine Immobilie erworben haben.
  • Kinder oder andere Hinterbliebene absichern: Die Risikolebensversicherung ist besonders sinnvoll, wenn die Familie einen Haupt- oder gar Alleinverdiener hat. Doch auch wenn beide Partner arbeiten, sollten Sie sich fragen: Müsste ein Partner als Alleinerziehender seine Berufstätigkeit und damit sein Einkommen einschränken, wenn er plötzlich allein für die Kinder da ist? Stellen Sie sich bei aller Fürsorge aber auch die Frage, ob nicht schon genug Vermögen vorhanden ist oder ob Ihr Partner nicht die durch den Tod entstandene Gehaltslücke leicht auffangen kann. Dann ist die Versicherung wahrscheinlich unnötig.

Darüber hinaus kommt die Versicherung für Geschäftspartner mit einer gemeinsamen Firma in Betracht. Dabei ist es grundsätzlich möglich, den Vertrag auf die Firma laufen zu lassen.

Weitere Tipps zur Vorsorge

Britta Schön
von Finanztip,
Expertin für Recht

Frühzeitig planen

  • Die Vorsorgevollmacht legt fest, wer Ihre Angelegenheiten regeln soll
  • Mit einer Patientenverfügung legen Sie medizinische Maßnahmen fest
  • Durch die Sorgerechtsverfügung bestimmen Sie einen Vormund für Ihre Kinder

Wichtige Vorsorgedokumente:

So viel kostet eine Risikolebensversicherung

Der Jahresbeitrag hängt unter anderem ab von der Versicherungssumme, dem Alter, der Gesundheit und dem Beruf des Versicherten. Raucher und körperlich Tätige zahlen grundsätzlich mehr. Für Frauen und Männer sind die Beiträge dagegen seit Ende 2012 gleich hoch. Wir empfehlen eine jährliche Zahlweise, da Sie dann etwas günstiger wegkommen als bei einer monatlichen Zahlweise. Bei einer Versicherungssumme von 200.000 Euro liegt der Jahresbeitrag zwischen 81 Euro und 1.700 Euro.

So bestimmen Sie die Versicherungssumme

Die Versicherungssumme sollte sowohl eventuelle Schulden abdecken, die nach dem Tod eines Partners weiterbestehen, als auch die Gehaltslücke des Verstorbenen schließen. Letzteres ist in der Regel mindestens solange notwendig, bis die Kinder sich finanziell selbst versorgen können.

  • Wer einen Kredit absichern möchte, sollte die Versicherungssumme mindestens in der Höhe der Restschuld des Kredites wählen. Fragen Sie diese gegebenenfalls bei der Bank nach. Wenn der Kredit jünger als zehn Jahre ist, sollte die Versicherungssumme mindestens 10 Prozent, besser 15 Prozent über der Restschuld liegen. Damit ist die Vorfälligkeitsentschädigung abgedeckt, die Ihre Hinterbliebenen der Bank für entgangene Zinsen zahlen müssen, sollten sie den Kredit vorzeitig tilgen.
  • Wenn Sie Ihre Hinterbliebenen grundsätzlich absichern wollen, hängt die Höhe der Versicherungssumme von Ihrer familiären Situation, dem Einkommen Ihres Partners und dem vorhandenen Vermögen ab. Als Faustformel gilt: Das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens sollten Sie absichern.

Wie Sie statt mit Hilfe dieser Faustformel den Bedarf genau berechnen, erfahren Sie hier.

Gleichbleibende und fallende Versicherungssumme

Der Verlauf der Versicherung lässt sich unterschiedlich gestalten:

Gleichbleibende Versicherungssumme - Bei dieser Variante bleibt die Versicherungssumme über die gesamte Laufzeit des Vertrags konstant. Dies ist die am häufigsten gewählte Variante, aber auch die teuerste. Sie ist sinnvoll, wenn Sie Ihre Familie absichern wollen. Denn meist sinkt zwar mit der Zeit der Absicherungsbedarf, weil mit dem Alter tendenziell Einkommen und Vermögen zunehmen. Durch die Inflation ist die versicherte Summe aber mit der Zeit auch immer weniger wert. Beide Effekte halten sich ungefähr die Waage.

Fallende Versicherungssumme - Diese gibt es in zwei Varianten: Eine sogenannte annuitätisch (jährlich) fallende Versicherungssumme ist auf einen Kredit mit regelmäßiger Tilgung angepasst und sinkt im gleichen Maße wie die Restschuld. Vergessen Sie den Aufschlag für die Vorfälligkeitsentschädigung nicht. Sobald Sie eine Sondertilgung bei Ihrem Kredit leisten, können Sie auch Ihre Versicherungssumme reduzieren – das müssen Sie aber nicht, wenn Sie einen Sicherheitspuffer lassen wollen. Die zweite Variante ist die linear fallende Versicherungssumme. Diese ist nur in Ausnahmefällen empfehlenswert. Bevor Sie die jährlich fallende Versicherungssumme wählen, sollten Sie immer prüfen, wie viel mehr eine konstante Versicherungssumme kostet. Oft ist der Aufpreis so niedrig, dass er die bessere Absicherung der Familie durch eine konstante Versicherungssumme rechtfertigt.

Die Vertragslaufzeit

Bei einer fallenden Versicherungssumme ist es einfach, die Vertragslaufzeit zu bestimmen: Sie geben einfach Restschuld, Zins und Tilgung des Kredits an. Der Vertrag endet dann zum selben Zeitpunkt wie das Darlehen.

Bei einer gleichbleibenden Versicherungssumme bestimmen Sie die Laufzeit am besten bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Versicherungsbedarf voraussichtlich wegfällt. Das ist in der Regel dann, wenn die Kinder ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können.

Wie sich Ehepartner gegenseitig absichern

In vielen Fällen ist es sinnvoll, sowohl den eigenen Tod als auch den des Partners abzusichern. Für verheiratete Paare kommt dann eine sogenannte verbundene Risikolebensversicherung (oft kurz „verbundene Leben“ genannt) infrage. Wenn ein Partner stirbt oder beide Partner gleichzeitig ums Leben kommen, zum Beispiel durch einen Autounfall, zahlt eine solche Police an die Hinterbliebenen – aber nur einmal. Das kann sinnvoll sein, wenn es nur um die Absicherung eines Kredites geht.

Es ist in aller Regel billiger, eine verbundene Versicherung abzuschließen als zwei getrennte Verträge auf zwei Leben. Aber sie bietet nicht die Flexibilität, unterschiedliche Versicherungssummen und Laufzeiten zu vereinbaren. Außerdem kann es sein, dass beim Tod beider Partner die Kinder nicht ausreichend versorgt sind. In vielen Fällen hat auch bei verheirateten Paaren die Lösung mit zwei Risikolebensversicherungen Sinn. Ein Vergleich der beiden Varianten lohnt sich.

Wie sich unverheiratete Partner gegenseitig absichern

Nichtverheiratete Paare sollten immer zwei getrennte Versicherungen und keinen verbundenen Vertrag abschließen. Der Grund liegt in der Erbschaftssteuer, die auf die Auszahlung im Todesfall anfällt: Während Ehepartner einen hohen Freibetrag von 500.000 Euro haben, auf den die Auszahlung angerechnet wird, beträgt er bei Unverheirateten gerade mal 20.000 Euro. Die Erbschaftssteuer lässt sich jedoch völlig legal umgehen, wenn Sie zwei getrennte Verträge haben, bei denen jeder im Todesfall des anderen Geld aus seinem eigenen Vertrag erhält. Denn eine Lebensversicherung unterscheidet grundsätzlich zwischen dem Eigentümer des Vertrags (dem Versicherungsnehmer) und demjenigen, der den Versicherungsfall auslöst (der versicherten Person). Die Konstruktion zweier solcher Über-Kreuz-Verträge sieht dann so aus:

Vertragsdaten Vertrag 1 Vertrag 2
Versicherungsnehmer sie er
versicherte Person er sie
Bezugsberechtigter sie er
Beitragszahler sie er

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 18. Januar 2017)

Es spricht nichts dagegen, die zwei Über-Kreuz-Verträge bei verschiedenen Anbietern abzuschließen – je nachdem, welche Versicherung für welchen Partner am günstigsten ist.

Zwei Über-Kreuz-Verträge kommen auch für Ehepaare infrage, bei denen der überlebende Partner auf einen Erbanteil von mehr als 500.000 Euro kommen würde, zum Beispiel weil sie oder er auch einen Teil der gemeinsamen Immobilie erbt. Beziehen Sie also das gesamte gemeinsame Vermögen in Ihre Überlegung ein und berücksichtigen Sie, dass auch die Kinder anteilig erben. Jedes Kind hat einen Freibetrag von 400.000 Euro.

Der Weg zum besten Anbieter

Die Risikolebensversicherung ist eine der wenigen Versicherungen, bei denen es in erster Linie auf den Preis ankommt. Das liegt daran, dass es bei der Auszahlung der Leistung keine Probleme gibt – der Tod ist der eindeutigste Versicherungsfall, den es gibt. Selbst ein Suizid ist ab drei Jahren nach dem Abschluss des Vertrages versichert.

Welcher Anbieter für Sie der günstigste ist, bestimmen vor allem folgende Faktoren:

  • ob Sie hauptsächlich körperlich tätig sind,
  • ob Sie Übergewicht haben,
  • ob Sie Motorrad fahren,
  • ob Sie in den letzten zwölf Monaten geraucht haben und
  • welchen Verlauf der Versicherungssumme Sie wählen.

Die Frage, ob Sie hauptsächlich körperlich tätig sind, klärt der Versicherer anhand der Bezeichnung des ausgeübten Berufs. Sie können und sollten im Versicherungsantrag jedoch angeben, wenn Sie einen für Ihren Beruf unüblich hohen Prozentanteil an körperlicher Tätigkeit haben. Normal- und Übergewicht wird standardisiert anhand des Body-Mass-Indexes (BMI) gemessen.

In unserem Vergleich haben Cosmosdirekt und die Hannoversche am besten abgeschnitten. Wir empfehlen, sich bei beiden Versicherern ein Angebot machen zu lassen und dann das billigere zu nehmen.

Bei der Cosmosdirekt gibt es zwei Tarife: Basis und Comfort. Der Unterschied liegt vor allem dabei, dass Sie im Comfort-Tarif nachträglich die Versicherungssumme erhöhen können und im Falle einer tödlichen Krankheit schon vorher einen Teil ausgezahlt bekommen. Die Erhöhung ist allerdings auf 20 Prozent begrenzt.

Die Hannoversche bietet gleich drei Tarife an: Klassisch, Plus und Exklusiv. Die Unterschiede sind in etwa wie bei der Cosmosdirekt. Wir empfehlen den jeweils günstigsten Tarif, also Basis bei Cosmosdirekt und Klassisch bei der Hannoverschen. Legen Sie Wert auf die Zusatzoptionen, dann suchen Sie sich einen der Tarife aus, der mehr umfasst.

Wir empfehlen, eine konstante Versicherungssumme abzuschließen, auch wenn Sie eine Immobilie absichern möchten. Das ist in den meisten Fällen nur bedingt teurer als bei einer fallenden Summe, und im Todesfall hat Ihre Familie mehr Geld zur Verfügung.

Wir empfehlen die beiden Anbieter nur für Menschen mit einem normalen BMI, da die Preise bei beiden Anbietern sich nach dem Online-Antrag für übergewichtige Menschen noch verändern können. Das konnten wir im Test nicht berücksichtigen. 

Cosmosdirekt
Tarif Basis

  • günstigster Anbieter für konstante Versicherungssummen in unserem Vergleich
  • zwei verschiedene Tarife
  • viele Gesundheitsfragen können online geklärt werden

Hannoversche
Tarif Klassisch

  • günstigster Anbieter für konstante Versicherungssummen in unserem Vergleich
  • drei verschiedene Tarife
  • viele Gesundheitsfragen können online geklärt werden

Die besten Anbieter im Test

  Hannoversche   Cosmosdirekt   Hannoversche &   Cosmosdirekt
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 10 %   10 %   1 %
höchste Abweichung vom besten Preis 26 %   74 %   7 %

Auszug aus den Untersuchungs-Ergebnissen

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 18. Januar 2017)

Was Sie beim Abschluss beachten sollten

Gesundheitsfragen - Beantworten Sie die Gesundheitsfragen unbedingt wahrheitsgemäß. Falsche Angaben können Ihrer Familie später Streit mit der Versicherung bescheren. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, fragen Sie unbedingt bei Ihren Ärzten nach, welche Diagnosen und Behandlungen genau vorlagen.

Nachversicherungsgarantie - Viele Tarife sehen zum einen die Möglichkeit vor, die Versicherungssumme später ohne Gesundheitsprüfung unter bestimmten Bedingungen zu erhöhen. Diese sogenannte Nachversicherungsgarantie kann beispielsweise für junge Paare, die noch Nachwuchs planen, sinnvoll sein. Ob ein Tarif eine solche Option bietet, ist jedoch kein entscheidendes Auswahlkriterium. Denn gerade jüngere Menschen können sich den Gesundheitsfragen in der Regel problemlos nochmals stellen und die Versicherungssumme erhöhen.

Dynamik - Ähnlich verhält es sich mit der Dynamik: Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei einer Risikolebensversicherung eine jährliche Erhöhung der Leistung eher unnötig. In den meisten Fällen ist eine konstante Versicherungssumme am sinnvollsten, da sich sinkender Absicherungsbedarf und Inflation in etwa die Waage halten.

Achtung

Rauchen nachmelden

Wenn Sie eine Risikolebensversicherung haben und (wieder) mit dem Rauchen beginnen, sind Sie verpflichtet, das dem Versicherer zu melden. Der Beitrag steigt dann. Falls Sie es nicht melden, kann der Anbieter im Todesfall die Leistung kürzen. Waren Sie umgekehrt bei Vertragsabschluss Raucher und haben zwölf Monate nicht mehr geraucht, können Sie als Nichtraucher beim Versicherer günstigere Beiträge beantragen. Er ist aber nicht verpflichtet, dem nachzukommen.

Ist eine Restschuldversicherung sinnvoll?

Häufig wird beim Abschluss eines Kredits eine Restschuldversicherung angeboten, die das restliche Darlehen bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit absichert. Die Versicherung ist in der Regel mit dem Kredit verbunden, ihre Kosten drücken sich in einem leicht höheren Zinssatz aus. Die Restschuld einer Immobilienkredits abzusichern, ist sinnvoll. Wir empfehlen aber, statt einer mit dem Kredit verbundenen Versicherung gesondert eine Risikolebens- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. So können Sie Ihren Versicherungsbedarf besser auf Ihre Lebenssituation anpassen, haben meist die besseren Versicherungsbedingungen und kommen manchmal sogar billiger weg als mit einer Restschuldversicherung in gleicher Höhe.

Versicherung wechseln

Falls Sie bereits eine Risikolebensversicherung haben, kann es sich unter Umständen lohnen, zu einem anderen Versicherer zu wechseln. Zwar werden die Beiträge mit dem Alter teurer, und viele Altverträge sind günstiger als heutige Neuverträge. Aber vor allem wenn Sie einen Vertrag bei einem teuren Serviceversicherer haben, also einem Anbieter mit vielen Filialen und Vertriebsmitarbeitern, kann sich ein Wechsel zu einem günstigen Direktversicherer wie der Cosmosdirekt oder der Hannoverschen lohnen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass Ihr Gesundheitszustand sich nicht so verschlechtert hat, dass er den Abschluss verhindert oder deutlich verteuert.

Kündigen Sie Ihre alte Versicherung aber erst, nachdem Sie eine neue Versicherung abgeschlossen haben. Diese können Sie bei jährlicher Zahlweise mit einer Frist von einem Monat zur jährlichen Fälligkeit des Beitrags kündigen, bei monatlicher Zahlweise jeden Monat.

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Im Todesfall

Wenn der Partner stirbt, müssen Sie das so schnell wie möglich der Risikolebensversicherung melden. Dazu genügt zunächst ein Anruf. Sonst kann der Versicherer zumindest theoretisch Probleme bereiten. Anschließend müssen Sie ihm den Versicherungsschein (die Police) sowie eine amtliche Sterbeurkunde zuschicken. Das sollten Sie per Einschreiben machen. Außerdem kann der Versicherer ein ärztliches Zeugnis über die Todesursache verlangen. Die Versicherungssumme überweist er grundsätzlich auf ein Konto des im Vertrag stehenden Bezugsberechtigten. Achten Sie bei einem gemeinsamen Konto darauf, dass beide Partner Zugriff haben. Woran Sie sonst noch denken müssen, finden Sie in unserer Checkliste Todesfall.

So haben wir getestet

Test Risikolebensversicherungen 2016

Finanztip hat im Dezember 2016 alle auf den ersten fünf Googleseiten auffindbaren Vergleichsportale im Internet für Risikolebensversicherungen überprüft. Ausgeschlossen haben wir Seiten, auf denen der Nutzer entweder zuerst seine persönlichen Daten eingeben muss, um ein Ergebnis angezeigt zu bekommen, oder auf denen er keinen Vertrag online abschließen kann. Anhand von 16 Musterprofilen auf vier Portalen haben wir dann die günstigsten Anbieter ermittelt. Es stellte sich heraus, dass die Portale nicht unseren hohen Ansprüchen genügten: Sie boten unserer Meinung nach zu wenige Filter, oder die Filter funktionierten nicht so wie gedacht. Auch gaben einige Portale nicht an, ob der Beitrag gleich bleibt oder schwankt. Deswegen, und weil wir herausfanden, dass immer wieder die gleichen Anbieter auf den Portalen vorne waren, haben wir einen zweiten Test durchgeführt.

 Auf den Vergleichsportalen für Risikolebensversicherungen waren vier Anbieter am häufigsten vorne. Weitere zwei Versicherer lieferten mindestens einmal den Bestpreis. Außer diesen sechs Anbietern berücksichtigten wir die Huk24, die nicht auf Vergleichsportalen zu finden ist, aber als einzige auf den ersten zwei Seiten unserer ersten Google-Suche gelistet war. Somit haben wir sieben Anbieter verglichen: Cosmosdirekt, Dialog, Ergodirekt, Europa, Hannoversche, Huk24 und Interrisk. Cosmosdirekt und die Hannoversche hatten die besten Preise in unserem Vergleich. Da bei einer Risikolebensversicherung viele Gesundheitsfragen zu beantworten sind, konnten wir nur die Preise für gesunde Menschen testen.

Auf Grund der fehlenden Vergleichbarkeit von Preisen bei fallender Versicherungssumme haben wir in unser Ergebnis nur Profile mit konstanter Versicherungssumme einfließen lassen.

Unsere Musterprofile unterschieden sich in folgenden Punkten: Alter, Gewicht, Beruf, Raucher, Motorradfahrer, Laufzeit. Bei allen Profilen nahmen wir eine Versicherungssumme von 200.000 Euro sowie Versicherungsbeginn 1. Januar 2017 an. Ausnahme war die Ergodirekt, die nur den Beginn 1. Februar 2017 zuließ. Eine Variation nach Geschlecht ist unnötig, da seit Ende 2012 der Versicherungsbeitrag geschlechtsneutral ist (Unisex-Tarife).

Weitere Details finden Sie im Test-Artikel Risikoleben.

Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Hallo,
Gibt es einen Grund, warum die sehr günstige (in meinem Fall mit Abstand günstigste) Cosmosdirekt RLV in dem Beitrag nicht auftaucht?
23. November 2016 zum Beitrag
Kannst ja berichten was er erzählt/gemacht hat :-)
Ich denke auch das der Weg der vorabanfrage der sinnvollere ist.
25. September 2014 zum Beitrag
Hallo ,
herzlichen Dank für die Info aus deinem Netzwerk. Ich denke, ich werde dann mal meinen Makler beauftragen, diese anonyme Voranfrage zu starten. Meine Idee mit gleichzeitigem Antrag bei ...
25. September 2014 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Während seines Bachelors in Journalismus und Public Relations arbeitete er als Werksstudent beim Deutschen Olympischen Sportbund in der Pressestelle. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen, in der Versicherungsbranche sowie als Autor.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.