Risikolebensversicherung

So schützen Sie Ihre Angehörigen vor dem Ruin

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Risikolebensversicherung sichert Ihre Hinterbliebenen finanziell ab, falls Sie sterben.
  • Sie ist ein Muss, wenn Sie einen Immobilienkredit abbezahlen.
  • Reicht ein Gehalt allein nicht aus oder gibt es ohnehin nur ein Gehalt, um die Familie zu versorgen, sollten Sie ebenfalls eine Police abschließen. Die Versicherungssumme sollte hoch genug sein, um vorhandene Kredite und die durch den Tod des Haupt- oder Alleinverdieners entstandene Gehaltslücke abzusichern.
  • Verheiratete Paare können über eine verbundene Risikolebensversicherung Beiträge sparen. Flexibler sind aber zwei getrennte Verträge.
  • Nicht verheiratete Paare sollten getrennte „Über-Kreuz“-Verträge abschließen.

So gehen Sie vor

  • Wer die Familie grundsätzlich absichern will, braucht eine gleichbleibende Versicherungssumme.
  • Wenn Sie in erster Linie einen Kredit absichern wollen, kommt auch eine Versicherungssumme infrage, die Jahr für Jahr zusammen mit dem Kredit sinkt.
  • Bestimmen Sie entweder mit einer Faustformel oder mit einer genauen Berechnung die Höhe Ihres Absicherungsbedarfs. Sie sollten mindestens das Drei- bis Fünffache Ihres Jahresbruttoeinkommens abdecken.
  • Sind Sie gesund und im Beruf nicht körperlich tätig, vergleichen Sie Preise bei Europa und Cosmosdirekt. Wer körperlich arbeitet, kann Angebote der Hannoverschen und Cosmosdirekt einholen.
  • Haben Sie bereits Vorerkrankungen, kann ein Makler eine anonyme Risikovoranfrage für Sie verschicken.
  • Tipp: Sollen wir Sie rund um das Thema Risikolebensversicherung sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Haben Sie ein Haus gekauft, Kinder bekommen oder gerade geheiratet? Das ist immer ein guter Zeitpunkt, um darüber nachzudenken, wie Ihre Angehörigen im Falle Ihres Todes finanziell abgesichert sind. Da die wenigsten Familien auf ein großes Vermögen zurückgreifen können, ist eine Risikolebensversicherung für die meisten eine wichtige und sinnvolle Absicherung.

Stirbt derjenige, der im Vertrag versichert ist, zahlt die Versicherung die vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen aus. Damit kann Ihre Familie beispielsweise den Kredit für die Immobilie ablösen oder den Unterhalt der Kinder bis zu deren ersten Job finanzieren.

Die Risikolebensversicherung ist damit eine reine Risikoversicherung, mit der Sie kein Geld ansparen – im Gegensatz zum Beispiel zur Kapitallebensversicherung, die die Todesfallabsicherung mit Sparen kombiniert. Daher ist eine Risikolebensversicherung viel günstiger als andere Lebensversicherungen, von denen wir ohnehin abraten.

Um eine Risikolebensversicherung abzuschließen, müssen Sie zuerst überlegen, wie der Vertrag gestaltet sein soll und ob möglicherweise jeder Partner einen eigenen Vertrag braucht. Berechnen Sie die passende Höhe der Versicherungssumme, bestimmen Sie, wie lange der Vertrag laufen soll und wählen Sie erst im letzten Schritt den günstigsten Anbieter.

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Hermann-Josef Tenhagen
Chefredakteur bei Finanztip

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Wer eine Risikolebensversicherung braucht

Nicht jeder lebt bis ins hohe Alter: Unfälle oder schwere Krankheiten verhindern das oft. Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2015 etwa 13 Prozent der Menschen zwischen 45 und 64 Jahren. Damit Ihre Hinterbliebenen schlimmstenfalls nicht mittellos dastehen, ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung in folgenden Fällen sinnvoll:

Immobilienfinanzierung - Dabei sollte der (Ehe-) Partner abgesichert sein, damit er oder sie die Restschuld auf den Kredit bei der Bank tilgen kann und so keine Schulden alleine stemmen muss, falls Sie früh sterben. Diese Empfehlung gilt auch für unverheiratete Paare, die zusammen eine Immobilie erworben haben. Eine Risikolebensversicherung ist besser geeignet als eine Restschuldversicherung.

Angehörige absichern - Die Risikolebensversicherung ist besonders sinnvoll, wenn die Familie einen Haupt- oder gar Alleinverdiener hat. Doch auch wenn beide Partner arbeiten, sollten Sie sich fragen: Reicht das Einkommen des Partners, um zusammen mit der Witwen- und Waisenrente den Lebensunterhalt zu finanzieren? Müsste ein Partner als Alleinerziehender seine Berufstätigkeit und damit sein Einkommen vielleicht sogar einschränken, wenn er plötzlich allein für die Kinder da ist?

Darüber hinaus kommt die Versicherung für Geschäftspartner mit einer gemeinsamen Firma in Betracht. Dabei ist es grundsätzlich möglich, den Vertrag auf die Firma laufen zu lassen.

Weitere Tipps zur Vorsorge

Britta Schön
von Finanztip,
Expertin für Recht

Frühzeitig planen

  • Die Vorsorgevollmacht legt fest, wer Ihre Angelegenheiten regeln soll
  • Mit einer Patientenverfügung legen Sie medizinische Maßnahmen fest
  • Durch die Sorgerechtsverfügung bestimmen Sie einen Vormund für Ihre Kinder

Wichtige Vorsorgedokumente:

Wie sich Ehepartner gegenseitig absichern

In vielen Fällen ist es ratsam, sowohl den eigenen Tod als auch den des Partners abzusichern. Für verheiratete Paare kommt dann eine sogenannte verbundene Risikolebensversicherung (oft kurz „verbundene Leben“ genannt) infrage. Stirbt ein Partner oder kommen beide Partner gleichzeitig ums Leben, zum Beispiel durch einen Autounfall, zahlt eine solche Police an die Hinterbliebenen – aber nur einmal die versicherte Summe. Das kann sinnvoll sein, wenn es nur um die Absicherung eines Kredites geht.

Es ist in aller Regel billiger, eine verbundene Versicherung abzuschließen als zwei getrennte Verträge auf zwei Leben. Aber sie bietet nicht die Flexibilität, unterschiedliche Versicherungssummen und Laufzeiten zu vereinbaren. Außerdem kann es sein, dass beim Tod beider Partner die Kinder nicht ausreichend versorgt sind. Daher sollten verheiratete Paare auch eine Lösung mit zwei Risikolebensversicherungen in Betracht ziehen. Ein Vergleich der beiden Varianten lohnt sich.

Bei vermögenden Familien ergibt mitunter auch eine Konstruktion von zwei Über-Kreuz-Verträgen Sinn, ebenso bei unverheirateten Paaren. Erbt ein Partner mehr als 500.000 Euro, würde sonst auch auf die Auszahlung der Risikolebensversicherung Erbschaftsteuer anfallen. Beachten Sie dabei auch die Erbanteile der Kinder und deren Freibeträge.

Wie sich unverheiratete Partner gegenseitig absichern

Achtung

Bezugsberechtigte

Im Vertrag ist es möglich, entweder pauschal den Ehepartner oder die Erben als Bezugsberechtigte einzutragen, also als die Empfänger der Versicherungssumme. Alternativ können Personen aber auch namentlich genannt werden. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Angaben noch stimmen. Möglicherweise steht versehentlich noch der Ex-Partner als Empfänger im Vertrag.

Nicht verheiratete Paare sollten immer zwei getrennte Versicherungen und keinen verbundenen Vertrag abschließen. Der Grund liegt ebenfalls in der Erbschaftsteuer, die auf die Auszahlung im Todesfall anfällt: Während Ehepartner einen hohen Freibetrag von 500.000 Euro haben, auf den die Auszahlung angerechnet wird, beträgt er bei Unverheirateten gerade mal 20.000 Euro.

Die Erbschaftsteuer lässt sich jedoch völlig legal umgehen, wenn Sie zwei getrennte Verträge haben, bei denen jeder im Todesfall des anderen Geld aus seinem eigenen Vertrag erhält. Denn eine Lebensversicherung unterscheidet grundsätzlich zwischen dem Eigentümer des Vertrags (dem Versicherungsnehmer) und demjenigen, der den Versicherungsfall auslöst (der versicherten Person).

Es ist möglich, die zwei Über-Kreuz-Verträge bei verschiedenen Anbietern abzuschließen – je nachdem, welche Versicherung für welchen Partner am günstigsten ist.

Die Konstruktion zweier „Über-Kreuz“-Verträge sieht dann so aus:

Vertragsdaten Vertrag 1 Vertrag 2
Versicherungsnehmer Partner 1 Partner 2
versicherte Person Partner 2 Partner 1
Bezugsberechtigter Partner 1 Partner 2
Beitragszahler Partner 1 Partner 2

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 10. August 2017)

Was Alleinerziehende beachten sollten

Alleinerziehende können ihre minderjährigen Kinder als Bezugsberechtigte bestimmen. In diesem Fall ist es aber sinnvoll, gleichzeitig einen Vormund festzulegen, der im Leistungsfall das Geld verwalten soll. Ist dieser nicht bestimmt, ernennt das Gericht einen Vormund. Die Versicherungssumme wird dann erst ausgezahlt, sobald dieser feststeht. Sind die Kinder volljährig, erhalten sie das Geld direkt ausgezahlt.

Gleichbleibende oder fallende Versicherungssumme?

Es gibt zwei sinnvolle Varianten, wie sich die Versicherungssumme der Risikolebensversicherung gestalten lässt, sowie eine dritte, die nur selten ratsam ist. Welche der beiden ersteren Varianten besser zu Ihrer Situation passt, hängt maßgeblich davon ab, was Sie mit der Police absichern wollen.

Gleichbleibende Versicherungssumme - Bei dieser Variante bleibt die Versicherungssumme über die gesamte Laufzeit des Vertrags konstant. Dies ist die gängigste Variante, aber sie ist etwas teurer. Sie ist der Klassiker, um die Familie abzusichern. Denn meist sinkt zwar mit der Zeit der Absicherungsbedarf, weil mit dem Alter tendenziell Einkommen und Vermögen zunehmen. Durch die Inflation wird die versicherte Summe aber mit der Zeit auch immer weniger wert.

Jährlich fallende Versicherungssumme - Eine sogenannte annuitätisch (jährlich) fallende Versicherungssumme ist auf einen Kredit mit regelmäßiger Tilgung angepasst und sinkt im gleichen Maße wie die Restschuld. Diese Form der Risikolebensversicherung eignet sich daher, um eine Immobilienfinanzierung abzusichern. Sobald Sie eine Sondertilgung bei Ihrem Kredit leisten, können Sie auch Ihre Versicherungssumme reduzieren – das müssen Sie aber nicht, falls Sie einen Sicherheitspuffer lassen wollen.

Beachten Sie, dass mit einer fallenden Versicherungssumme oft tatsächlich nur der Immobilienkredit abgesichert ist. Prüfen Sie daher, ob Ihre Familie nicht zusätzlich Geld benötigt, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. In diesem Fall bietet sich eine konstante Versicherungssumme an.

Linear fallende Versicherungssumme - Eine weitere Möglichkeit ist die linear fallende Versicherungssumme. Das bedeutet: Sie sinkt jedes Jahr um den gleichen Betrag.

Wie hoch die Versicherungssumme sein sollte

Die Versicherungssumme sollte sowohl alle Schulden abdecken, als auch die Gehaltslücke des Verstorbenen schließen, um den Lebensunterhalt finanzieren zu können. Abhängig von dem, was abgesichert werden soll, müssen Sie die Versicherungssumme bestimmen.

Kredit - Wer einen Kredit absichern möchte, sollte die Versicherungssumme mindestens in der Höhe der Restschuld des Kredites wählen. Fragen Sie diese gegebenenfalls bei der Bank nach. Ist der Kredit jünger als zehn Jahre, sollte die Versicherungssumme mindestens 10 Prozent, besser 15 Prozent über der Restschuld liegen. Damit ist die Vorfälligkeitsentschädigung abgedeckt, die Ihre Hinterbliebenen der Bank für entgangene Zinsen zahlen müssen, sollten sie den Kredit vorzeitig tilgen.

Angehörige - Geht es grundsätzlich darum, die Familie abzusichern, hängt die Höhe der Versicherungssumme von Ihrer familiären Situation, dem Einkommen des Partners und dem vorhandenen Vermögen ab. Als Faustformel gilt: Versichern Sie das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens. Rechnen Sie auf die Summe zusätzlich vorhandene Schulden drauf.

Sinnvoller ist es, die Höhe der Summe individuell zu berechnen. Stellen Sie all Ihre laufenden Kosten und monatlichen Einnahmen in einer Liste zusammen. Überlegen Sie, welche Einnahmen, aber auch Kosten durch den Tod eines Partners entfallen, wie hoch Witwen- oder Waisenrente möglicherweise ausfallen und welche Kredite zu tilgen sind. Beziehen Sie auch das angesparte Vermögen in Ihre Überlegungen ein. Am Ende sollte eine Summe stehen, die den monatlichen Bedarf beziffert.

Möchten Sie beispielsweise über 20 Jahre jedes Jahr 12.000 Euro entnehmen, benötigen Sie eine Versicherungssumme von etwa 184.000 Euro. In dieser Beispielrechnung gehen wir davon aus, dass die restliche Summe angelegt und mit 3 Prozent verzinst wird.

Mit unserem Auszahlungs-Rechner können Sie einfach ermitteln, wie hoch die Versicherungssumme sein muss, um sich selbst jährlich einen bestimmten Betrag auszuzahlen. Alternativ berechnen Sie, welche Summe Sie jährlich bei einer gewissen Versicherungssumme entnehmen können.

Wie lang die Vertragslaufzeit sein sollte

Bei einer fallenden Versicherungssumme ist es einfach, die Vertragslaufzeit zu bestimmen: Sie geben einfach Restschuld, Zins und Tilgung des Kredits an. Der Vertrag endet dann zum selben Zeitpunkt wie das Darlehen.

Bei einer gleichbleibenden Versicherungssumme bestimmen Sie die Laufzeit am besten bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Versicherungsbedarf voraussichtlich wegfällt. Das ist in der Regel dann, wenn die Kinder ihr eigenes Geld verdienen. Junge Familien sollten dementsprechend mit mindestens 25 Jahren rechnen, möglicherweise möchten die Kinder studieren. Sind die Kinder schon älter, kann der Vertrag kürzer laufen, das spart Geld.

Gehen Sie aber lieber auf Nummer sicher und schlagen ein paar Jahre drauf. Es ist einfacher, die Risikolebensversicherung zu kündigen, als die Laufzeit nachträglich zu verlängern. Letzteres bieten nicht alle Anbieter an.

Das Risiko bestimmt den Preis der Versicherung

Die Risikolebensversicherung ist eine der wenigen Versicherungen, bei denen Sie eine Police hauptsächlich nach dem Preis auswählen können. Das liegt daran, dass es bei der Auszahlung der Leistung keine Probleme gibt – der Tod ist der eindeutigste Versicherungsfall, den man sich denken kann. Selbst ein Suizid ist ab drei Jahren nach dem Abschluss des Vertrages versichert. Auf welche Tarifmerkmale Sie dennoch genauer achten sollten, lesen Sie unten.

In unserem Vergleich haben wir Preise für 24 Musterkunden abgefragt. Der Preis lag für verschiedene Laufzeiten, Versicherungssummen, Berufe und Alter zwischen gut 120 und knapp 2.000 Euro pro Jahr. Wie hoch der Beitrag letztlich ausfällt, hängt also davon ab, wie hoch die Versicherungssumme ist, wie lange der Vertrag läuft und welche Variante – ob konstant oder fallend – Sie wählen.

Zusätzlich spielen persönliche Merkmale hinein. Denn je größer ein Versicherer das Risiko einschätzt, dass der Versicherte während der Vertragslaufzeit stirbt, desto teurer ist die Risikolebensversicherung. Jedes Unternehmen gewichtet die Faktoren anders und verlangt daher für dieselbe Person einen anderen Preis.

Die Faktoren sind:

  • das Alter,
  • der Gesundheitszustand,
  • ob Sie hauptsächlich körperlich tätig sind,
  • ob Sie Übergewicht haben,
  • ob Sie Motorrad fahren,
  • ob Sie in den letzten zwölf Monaten geraucht haben und
  • welchen Verlauf der Versicherungssumme Sie wählen.

Die Frage, ob Sie hauptsächlich körperlich tätig sind, klärt der Versicherer anhand der Bezeichnung des ausgeübten Berufs. Sie können und sollten im Versicherungsantrag jedoch angeben, wenn Sie einen für Ihren Beruf zu einem unüblich hohen Prozentanteil körperlich tätig sind. Normal- und Übergewicht wird standardisiert anhand des Body-Mass-Index‘ (BMI) gemessen. Die Grenze, wann ein höheres Gewicht als Problem gilt, zieht jede Versicherung woanders.

Tipp

So ermitteln Sie den BMI

Den BMI errechnen Sie, indem Sie Ihr Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße stellen. Für einen Mann mit 1,80 Meter Körpergröße und 75 Kilo macht das: 75:(1,80 x 1,80) = 23,1.

Beantworten Sie die Gesundheitsfragen unbedingt wahrheitsgemäß. Falsche Angaben können Ihrer Familie später Streit mit der Versicherung bescheren. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, fragen Sie unbedingt bei Ihren Ärzten nach, welche Diagnosen und Behandlungen genau vorlagen.

Rauchen nachmelden
Wenn Sie eine Risikolebensversicherung haben und (wieder) mit dem Rauchen beginnen, sind Sie verpflichtet, das dem Versicherer zu melden. Der Beitrag steigt dann. Falls Sie es nicht melden, kann der Anbieter im Todesfall die Leistung kürzen. Waren Sie umgekehrt bei Vertragsabschluss Raucher und haben zwölf Monate nicht mehr geraucht, können Sie als Nichtraucher beim Versicherer günstigere Beiträge beantragen. Er ist aber nicht verpflichtet, dem nachzukommen.

Brutto- und Netto-Beitrag beachten

Beim Abschluss der Risikolebensversicherung finden sich im Angebot immer zwei Preise: ein Netto- oder Zahlbeitrag und ein Brutto-Beitrag. Der Netto-Beitrag steht für den Betrag, den der Versicherte derzeit für den Schutz bezahlen muss. Er bezieht Überschüsse des Versicherers ein, die dieser an den Versicherten weitergibt und so den Beitrag reduziert. Diese Überschüsse sind aber von der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens abhängig. Fallen sie in einem Jahr geringer aus oder sogar ganz weg, kann der Beitrag steigen, maximal bis zur Höhe des angegebenen Brutto-Beitrags.

Achten Sie daher beim Abschluss auch auf den angegebenen Brutto-Beitrag – die Spanne zum Zahlbeitrag sollte möglichst gering sein. Wenige Anbieter, zum Beispiel Community Life, kalkulieren ihre Tarife grundsätzlich ohne die Spanne, sondern bieten nur einen festen Beitrag für die gesamte Laufzeit. Daher sind diese meist etwas teurer als der Netto-Beitrag anderer Versicherer, bieten aber Planungssicherheit.

Welche zusätzlichen Leistungen die Risikolebensversicherung bietet

Verträge zur Risikolebensversicherung werden in der Regel für Jahrzehnte geschlossen. Um sie dennoch flexibel an das Leben anzupassen, bieten die meisten Versicherer verschiedene Zusatzleistungen an. Vor dem Abschluss sollten Sie abwägen, welche dieser Leistungen Sie wirklich benötigen.

Nachversicherungsgarantie - Viele Tarife sehen zum einen die Möglichkeit vor, die Versicherungssumme später ohne Gesundheitsprüfung unter bestimmten Bedingungen zu erhöhen. In der Regel hängt das ab von einem Ereignis wie der Geburt eines Kindes, einer Hochzeit oder dem Kauf einer Immobilie. Die Höhe der Nachversicherung ist begrenzt, zum Beispiel auf 30.000 Euro pro Ereignis und zusätzlich auf eine Gesamthöhe der Versicherungssumme. Manche Anbieter ermöglichen eine Erhöhung auch nur bis zu einem bestimmten Alter des Versicherungsnehmers, etwa 45 oder 55 Jahre.  

Diese Tarifleistung ist oft sinnvoll, beispielsweise für junge Paare, die noch Nachwuchs planen. Ob ein Tarif eine solche Option bietet, ist jedoch kein entscheidendes Auswahlkriterium. Denn gerade jüngere, gesunde Menschen können sich den Gesundheitsfragen in der Regel problemlos nochmals stellen und die Versicherungssumme erhöhen.

Dynamik - Ähnlich verhält es sich mit der Dynamik: Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei einer Risikolebensversicherung eine jährliche Erhöhung der Leistung eher unnötig. In den meisten Fällen ist eine konstante Versicherungssumme am sinnvollsten, da sich sinkender Absicherungsbedarf und Inflation in etwa die Waage halten.

Verlängerungs-Option - Grundsätzlich sollten Sie die Laufzeit der Versicherung lieber etwas zu lang als zu kurz wählen. Haben sich die Lebensumstände dann doch geändert und soll der Vertrag weiterlaufen, lohnt sich eine Verlängerungs-Option. Mit dieser Klausel verzichtet die Versicherung auf eine neue Gesundheitsprüfung, um den Vertrag zu verlängern. Wägen Sie ab, ob es nicht sinnvoller ist, die Vertragslaufzeit von vorneherein länger zu wählen. Sie können den Vertrag auch vorzeitig kündigen.

Vorgezogene Todesfall-Leistung - Erkranken Sie so schwer, dass Sie innerhalb weniger Monate sterben werden, zahlt ein Tarif mit dieser Leistung bereits vor Ihrem Tod einen Teil der Versicherungssumme aus. Diese Klauseln gibt es auch in Verbindung mit einer Erkrankung der Kinder oder falls der Versicherte pflegebedürftig wird. Es ist fraglich, ob Sie diese Leistung brauchen. Denn eigentlich soll die Risikolebensversicherung dazu dienen, Ihre Hinterbliebenen zu versorgen. Überlegen Sie daher, wofür Sie die Versicherung verwenden möchten.

So finden Sie den besten Anbieter

Wir haben im Mai und Juni 2017 Risikolebensversicherungen mit konstanter Versicherungssumme für 24 Musterkunden verglichen. Bei einer fallenden Versicherungssumme verändert sich der Beitrag während der Vertragslaufzeit, daher sind die Preise bei solchen Tarifen kaum vergleichbar.

In unserer Untersuchung zeigte sich: Wie Sie den günstigsten Tarif finden, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Wir empfehlen grundsätzlich, bei zwei Versicherern Angebote anzufragen und deren Preise zu vergleichen. So vermeiden Sie Ausreißer beim Preis, falls ein Anbieter Ihr Risiko höher bewertet als der andere. In unserem Vergleich fanden wir mit Kombinationen aus Europa, Cosmosdirekt und Hannoverscher in vielen Fällen den günstigsten Preis und empfehlen sie daher in verschiedenen Konstellationen.

Unsere Empfehlung für Gesunde

Haben Sie noch keine Vorerkrankungen, können Sie bequem online verschiedene Angebote der Versicherer anfordern und diese vergleichen. Wir empfehlen jeweils die Basisvariante, da diese am günstigsten ist. Jedoch bietet jeder Versicherer verschiedene Tarifvarianten mit anderen Leistungen an. Legen Sie Wert auf diese Zusatzoptionen, können Sie sich auch für diese Varianten entscheiden. Wählen Sie den Tarif aus, der die Leistungen, die Sie brauchen, am günstigsten anbietet.  

Wenn Sie nicht körperlich arbeiten und gesund sind: Fragen Sie Preise bei der Europa und Cosmosdirekt ab. Im Durchschnitt finden Sie dann einen Preis, der nur 2 Prozent teurer ist als das günstigste Angebot.

Falls Sie körperlich arbeiten und gesund sind: Vergleichen Sie das Angebot der Hannoverschen mit dem Preis der Cosmosdirekt. Bei dieser Kombination lag der Beitrag in der Finanztip-Untersuchung durchschnittlich nur 1 Prozent über dem günstigsten Angebot.

Die besten Anbieter für Gesunde

nicht-körperliche Arbeit          
  Europa   Cosmosdirekt   Europa + Cosmosdirekt
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 7 %   9 %   2 %
höchste Abweichung vom besten Preis 22 %   21 %   12 %
           
körperliche Arbeit          
  Hannoversche   Cosmosdirekt   Hannoversche + Cosmosdirekt
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 4 %   29 %   1 %
höchste Abweichung vom besten Preis 24 %   108 %   13 %

Auszug aus den Untersuchungs-Ergebnissen
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 10. August 2017)

In beiden Tarifen der Europa ist eine Nachversicherung bei verschiedenen Ereignissen um 25.000 Euro möglich. Der Premium-Tarif bietet unter anderem eine vorgezogene Todesfall-Leistung und eine Verlängerungs-Option an.

Europa (Tarif Standard E-RL)
gute Angebote für nicht-körperliche Berufe

  • günstige Preise für Menschen mit nicht-körperlicher Arbeit
  • zwei verschiedene Tarife
  • Rauchen wird beim Online-Antrag bereits im Preis berücksichtigt

Europa (Tarif Standard E-RL)

Die Hannoversche unterscheidet bei der Risikobewertung kaum zwischen verschiedenen Berufen. Dadurch sind die Beiträge für körperlich arbeitende Menschen besonders günstig. Die drei Tarife unterscheiden hinsichtlich der zusätzlichen Leistungen: Der Tarif Klassisch beinhaltet keine Nachversicherungsgarantie, bei den Tarifen Plus und Exklusiv ist eine Nachversicherung um bis zu 30.000 Euro möglich. Zusätzlich bieten sie unter anderem eine Verlängerungs-Option und vorgezogene Todesfall-Leistungen. Entscheiden Sie, ob Ihnen diese Tarifmerkmale wichtig sind.

Hannoversche (Tarif Klassisch)
gute Angebote für körperliche Berufe

  • besonders günstig für körperlich Tätige
  • drei verschiedene Tarife
  • Rauchen wird beim Online-Antrag bereits im Preis berücksichtigt

Bei der Cosmosdirekt gibt es drei Tarife: Basis, Comfort und Comfort Plus. Alle drei Tarife haben eine Nachversicherungsgarantie. Bei bestimmten Ereignissen wie der Geburt eines Kindes, bei Heirat oder Immobilienkauf lässt sich die Versicherungssumme um 20 Prozent erhöhen. Die Tarife Comfort und Comfort Plus umfassen außerdem verschiedene zusätzliche Tarifleistungen wie eine Verlängerungs-Option oder vorgezogene Todesfall-Leistung. Ob Sie diese Leistungen benötigen, müssen Sie individuell entscheiden.

Cosmosdirekt (Tarif Basis)
gute Angebote für alle Berufe

  • günstige Preise sowohl für körperliche als auch nicht-körperliche Berufe
  • drei verschiedene Tarife
  • Rauchen und leichte Krankheiten werden beim Online-Antrag bereits im Preis berücksichtigt
  • meldet nicht an das HIS

Empfehlung bei Vorerkrankungen, Übergewicht oder Risiko-Hobbys

Wer gesundheitliche Probleme oder Übergewicht hat, stößt beim Online-Abschluss einer Risikolebensversicherung auf Schwierigkeiten. In vielen Fällen ist der am Ende angezeigte Beitrag noch nicht der Beitrag, den die Versicherung tatsächlich verlangt.

Tipp

Orientierung beim Preis

Einige Versicherungen verzichten auf die Meldung an das HIS, so auch nach eigenen Angaben die Cosmosdirekt. Zusätzlich kann sie bei vielen leichteren Vorerkrankungen bereits im Online-Formular einen Risikoaufschlag errechnen. Wollen Sie prüfen, mit welchem Preis Sie möglicherweise wegen Krankheit rechnen müssen, können Sie dort nachschauen. Notieren Sie sich den Preis vor und nach den Gesundheitsfragen, so bekommen Sie ein Gefühl für den Risikozuschlag.

Die meisten Anbieter zeigen zwar schon einen Aufpreis an, wenn der neue Kunde angibt, Raucher zu sein. Setzt er aber Häkchen bei den Fragen nach Vorerkrankungen, müssen fast alle Versicherer diese nochmal von einem Sachbearbeiter prüfen lassen. Erst wenn dieser alle Angaben zu Krankheiten oder dem Gewicht gesammelt hat, macht er ein Angebot mit dem endgültigen Preis.

Entscheidet die Versicherung aber, dass sie für die Vorerkrankung einen Risikozuschlag erheben muss oder gar keinen Vertrag anbieten möchte, meldet sie dies an das HIS. Das Kürzel steht für Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft und ist ein zentrales Register, das ähnlich der Schufa funktioniert. Meldet zum Beispiel eine Versicherung bei einem Interessenten ein erhöhtes Risiko, kann dieser Eintrag zum Problem werden, sollte der potenzielle Kunde noch woanders ein Angebot einholen wollen.

Die anderen Versicherungen prüfen den Antrag dann wahrscheinlich genauer und erhalten möglicherweise Informationen, die sie selber nicht abfragen. Es bedeutet nicht, dass eine andere Versicherung automatisch genauso entscheidet wie der Anbieter, der den Eintrag gemeldet hat, es ist aber möglich.

Daher ist es sinnvoll, über einen Makler oder Versicherungsberater eine anonyme Risikovoranfrage zu stellen. Der Berater schickt Ihre Unterlagen anonymisiert an die Versicherungen, die ein Angebot erstellen. So können Sie viele Tarife vergleichen, ohne einen Eintrag im HIS zu riskieren.

Ist eine Restschuldversicherung sinnvoll?

Banken bieten beim Abschluss eines Kredits in der Regel eine Restschuldversicherung an, die das restliche Darlehen bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit absichert.

Die Restschuld eines Immobilienkredits abzusichern, ist sinnvoll. Wir empfehlen aber, statt einer mit dem Kredit verbundenen Versicherung gesondert eine Risikolebens- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. So können Sie Ihren Versicherungsbedarf besser an Ihre Lebenssituation anpassen, haben meist die besseren Versicherungsbedingungen und kommen manchmal sogar billiger weg als mit einer Restschuldversicherung in gleicher Höhe.

Versicherung wechseln

Falls Sie bereits eine Risikolebensversicherung haben, kann es sich unter Umständen lohnen, zu einem anderen Versicherer zu wechseln. Zwar werden die Beiträge mit dem Alter teurer, und viele Altverträge sind günstiger als heutige Neuverträge. Aber vor allem wenn Sie einen Vertrag bei einem teuren Serviceversicherer haben, also einem Anbieter mit vielen Filialen und Vertriebsmitarbeitern, kann sich ein Wechsel zu einem günstigen Direktversicherer wie der Cosmosdirekt, der Europa oder der Hannoverschen lohnen. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass Ihr Gesundheitszustand sich nicht so verschlechtert hat, dass er den Abschluss verhindert oder deutlich verteuert.

Kündigen Sie Ihre alte Versicherung aber erst, nachdem Sie eine neue Versicherung abgeschlossen haben. Diese können Sie bei jährlicher Zahlweise mit einer Frist von einem Monat zur jährlichen Fälligkeit des Beitrags kündigen, bei monatlicher Zahlweise jeden Monat.

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Was im Todesfall zu tun ist

Wenn Ihr Partner stirbt, müssen Sie das so schnell wie möglich der Risikolebensversicherung melden. Dazu genügt zunächst ein Anruf. Sonst kann der Versicherer zumindest theoretisch Probleme bereiten. Anschließend müssen Sie ihm den Versicherungsschein (die Police) sowie eine amtliche Sterbeurkunde zuschicken. Das sollten Sie per Einschreiben machen. Außerdem kann der Versicherer ein ärztliches Zeugnis über die Todesursache verlangen.

Die Versicherungssumme überweist er grundsätzlich auf ein Konto des im Vertrag stehenden Bezugsberechtigten. Achten Sie bei einem gemeinsamen Konto darauf, dass beide Partner Zugriff haben. Woran Sie sonst noch denken müssen, wenn jemand gestorben ist, lesen Sie in unserer Checkliste Todesfall.

So haben wir getestet

Test Risikolebensversicherungen 2017
Finanztip hat im Mai und Juni 2017 Risikolebensversicherungen mit konstanter Versicherungssumme verglichen. Wir konzentrieren uns auf diese Variante, da der Beitrag einer Police mit abnehmender Versicherungssumme während der Vertragslaufzeit schwankt. So ist ein Vergleich der Beiträge bei verschiedenen Anbietern kaum möglich. Außerdem haben wir nur Preise für gesunde Menschen abgefragt, da die meisten Anbieter Aufschläge für Erkrankungen erst nach dem Online-Antrag berechnen. Daher ist uns der Vergleich von Preisen für Menschen mit Vorerkrankungen nicht möglich.

Im ersten Schritt haben wir eine Grundgesamtheit von Angeboten zur Risikolebensversicherung bestimmt, die mit den Suchwörtern „Risikolebensversicherung“ und „Risikolebensversicherung Vergleich“ auf den ersten zwei Google-Seiten auffindbar waren. Das waren sowohl Vergleichsportale als auch einzelne Versicherungsunternehmen. Ausgeschlossen haben wir Seiten, auf denen der Nutzer entweder zuerst seine persönlichen Daten eingeben muss, um ein Ergebnis angezeigt zu bekommen, oder auf denen er keinen Vertrag online abschließen kann.

Da Vergleichsportale mit nur einer Eingabe den Vergleich von vielen Tarifen ermöglichen, untersuchten wir die fünf gefundenen Portale genauer. Somit erhoben wir unter anderem Preise von der Allianz, VHV oder Gothaer. Es stellte sich heraus, dass die Portale nicht unseren hohen Ansprüchen genügten: Sie bieten unserer Meinung nach zu wenige Filter oder die Filter funktionieren nicht so wie gedacht. Auch gaben einige Portale nicht an, ob der Beitrag gleich bleibt oder schwankt.

Daher haben wir im Folgenden einzelne Versicherungstarife genauer betrachtet. Dabei stützten wir uns auf eine Erkenntnis aus der Untersuchung der Vergleichsportale: Immer wieder tauchten dieselben Tarife ganz oben auf. Für eine Preisabfrage mit 24 Musterprofilen nutzten wir weiterhin die Portale. Zusätzlich fragten wir bei Huk24 und Cosmosdirekt Preise ab, da diese nicht auf Vergleichsportalen zu finden sind, aber durch unsere Google-Suche in der Grundgesamtheit waren.

Unsere Musterprofile unterscheiden sich in folgenden Punkten: Alter, Gewicht, Beruf, Raucher, Motorradfahrer, Laufzeit. Bei den Profilen nahmen wir eine Versicherungssumme von 200.000 oder 250.000 Euro sowie den Versicherungsbeginn 1. Juli 2017 an. Eine Variation nach Geschlecht ist unnötig, da seit Ende 2012 der Versicherungsbeitrag geschlechtsneutral ist (Unisex-Tarife).

Wir haben die Tarife nach der durchschnittlichen Abweichung vom Bestpreis und der maximalen Abweichung bei einzelnen Profilen bewertet. Dabei wurde deutlich: Hannoversche, Cosmosdirekt und Europa sind im Schnitt die günstigsten Anbieter.

Auffällig sind die Stärken der unterschiedlichen Versicherer bei verschiedenen Musterprofilen, die dazu führen, dass wir unterschiedliche Empfehlungen für körperlich und nicht-körperlich arbeitende Menschen aussprechen. Kombiniert man Abfragen bei zwei der Anbieter, lässt sich das Ergebnis sogar noch verbessern.

Die besten Anbieter

nicht-körperliche Arbeit          
  Europa   Cosmosdirekt   Europa & Cosmosdirekt
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 7 %   9 %   2 %
höchste Abweichung vom besten Preis 22 %   21 %   12 %
           
körperliche Arbeit          
  Hannoversche   Cosmosdirekt   Hannoversche & Cosmosdirekt
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis 4 %   29 %   1 %
höchste Abweichung vom besten Preis 24 %   108 %   13 %

Auszug aus den Untersuchungs-Ergebnissen
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 10. August 2017)

Um die Preise der Vergleichsportale zu validieren, haben wir bei den in der Tabelle genannten Anbietern Preise auch auf deren eigenen Beitragsrechnern abgefragt.

Weitere Details zu unseren Testkriterien und zu unserem Vorgehen lesen Sie im Testartikel Risikolebensversicherung.

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.