Test Online-Wertpapierdepot

Die günstigen Depotbanken für Ihre Wertpapiere

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer Wertpapiere besitzt, sollte die Kosten für das Depot möglichst gering halten.
  • Depotbanken im Internet sind deutlich günstiger als Filialbanken.
  • Fremdspesen wie Börsengebühren machen bis zu 40 Prozent der Orderkosten aus. Diese Kosten können Sie im außerbörslichen Direkthandel meist einsparen.
  • Denken Sie auch an die Sicherheit des Computers.

So gehen Sie vor

  • Die besten Angebote sind das Depot von Flatex und das Festpreis-Depot der Onvista Bank.
  • Für kleine Orderbeträge empfehlen wir als Alternative das Angebot der DAB Bank. Für mittlere Anlagebeträge schneiden Maxblue (Deutsche Bank) und Targobank gut ab, für hohe Anlagebeträge die DKB.
  • Folgende Anbieter haben günstige Aktionen: Comdirect/ING-Diba (bei Anlage in ETFs) und Consorsbank (hohe Zinsen aufs Tagesgeld bei Depotübertrag).
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Beim Handel mit Wertpapieren ist eines sicher: Nur mit einem kostengünstigen Depot kommen die Wertsteigerungen wirklich bei Ihnen an. Denn während die erhofften Renditen sich erst bewahrheiten müssen, entstehen die Kosten in jedem Fall.

Und da gibt es zwischen den einzelnen Anbietern gewaltige Unterschiede. Wenn Sie unsere Grundempfehlungen bei der Geldanlage beachten und wissen, welche Papiere Sie kaufen wollen, ist ein Depot bei einer Onlinebank ideal. Allerdings sind die Tarifstrukturen unübersichtlich. Welche Depotbank die richtige für Sie ist, hängt auch davon ab, wie viel und welche Wertpapiere Sie vornehmlich kaufen oder verkaufen wollen.

Tipp

Tipps zur richtigen Anlage

Wenn Sie sich mit dem Thema Geldanlage nicht intensiv beschäftigen möchten oder sich nicht sicher sind, welche Anlage die richtige für Sie ist, empfehlen wir Ihnen unsere Artikel zu Indexfonds und Sparplänen für Indexfonds. Wegen der niedrigen Kosten und dem klaren Profil eignen sie sich sowohl für Anfänger als auch für Profis.

Diese Gebühren können Sie sich sparen

Gebühren für ein Wertpapierdepot sind besonders lästig, weil sie sowohl in guten wie in schlechten Börsenzeiten anfallen: Selbst wenn alle Wertpapiere im Wert verlieren – Kauf, Verkauf und Verwahrung der Wertpapiere kostet in jedem Fall Geld.

Ein einfaches Beispiel zeigt, wie viel Geld Sie bei einer Onlinebank im Vergleich zu einem Depot bei der Hausbank sparen können. Dabei gehen wir davon aus, dass Sie ein Wertpapier für 5.000 Euro kaufen und zehn Jahre behalten.

Kosten Wertpapierdepot bei Filialbank und Onlinebank

  Kosten Stadtsparkasse München Kosten Onlinebank
Ankauf Wertpapier 5.000 € 50 Euro plus Spesen 5,90 Euro
Verwahrung Wertpapiere 20 Euro pro Jahr entfällt
Kosten bei 10 Jahre Haltedauer 250 Euro 5,90 Euro

Quelle: Stadtsparkasse München, Aktionärsbank/Flatex (Stand: 14. Januar 2016)

Sie sparen mit dem Onlinedepot also im Laufe der Jahre weit mehr als 200 Euro. Doch welche Bank ist die richtige? Es gibt inzwischen mehr als 30 der auch Onlinebroker oder kurz Broker genannten Anbieter. Wir haben die größten und günstigsten Institute getestet.

Aber auch bei den günstigen Onlinebanken fallen für den Wertpapierhandel Mindestgebühren an. Das bedeutet, dass es prozentual teuer werden kann, wenn Sie sehr kleine Aufträge erteilen. Die niedrigste Gebühr eines von uns empfohlenen Anbieters liegt bei etwa 6 Euro pro Kauf oder Verkauf. Für Orders von weniger als 600 Euro bezahlen Sie folglich mehr als 1 Prozent Gebühren. Das lohnt sich kaum. Handeln Sie deshalb mit Beträgen, die höher als 600 Euro sind.

Tipp

Richtig mit Wertpapieren handeln

Beim Handel mit Wertpapieren gibt es einige Fallstricke, gegen die Sie sich mit einfachen Mitteln wappnen können. Worauf Sie besonders achten müssen, lesen Sie in unserem Artikel „So kaufen Sie Wertpapiere“.

Auf diese Kosten müssen Sie achten

Beim Wertpapierhandel über eine Depotbank gibt es eine Vielzahl an Kosten, die nicht alle auf den ersten Blick erkennbar sind. Sie können bei jeder Bank anfallen – egal ob online oder offline. Die wichtigsten Kostenpunkte sind:

Ordergebühr - Sie verlangt der Anbieter des Depots für die Ausführung eines Auftrags zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers. Beim Test der Depotanbieter steht diese Gebühr im Vordergrund.

Börsengebühr - Sie setzt sich aus diversen Kosten zusammen und kann bis zu 40 Prozent der gesamten Gebühren ausmachen. Wichtigste Bestandteile sind Maklercourtage und das Entgelt für den Börsenplatz. Jeder Depotanbieter rechnet die Börsengebühr anders ab. Beispiel: Bei Flatex bezahlen Sie für Orders beim elektronischen Handelssystem Xetra beispielsweise mindestens 2 Euro an sogenannter Tradinggebühr und Regulierungsgebühr..

Schlechterer Kurs beim Direkthandel - Viele Onlinebanken bieten einen außerbörslichen Direkthandel an, etwa über die Handelsplätze Tradegate oder Lang & Schwarz. Dabei entfällt die Börsengebühr, weshalb das eine gute Alternative ist. Aber Vorsicht: Es kann sein, dass Sie diesen Vorteil mit schlechteren Kursen bezahlen. Der Vergleich mit anderen Börsen wie der Computerbörse Xetra lohnt sich.

Differenz zwischen Geld- und Briefkurs („Bid-ask-spread“) - Dabei handelt es sich um eine Art Maklergebühr. Sie ist mit weniger als 0,1 Prozent niedrig für Aktien und ETFs, die in großem Umfang gehandelt werden. Bei selten gehandelten Finanzinstrumenten kann sie aber einige Prozent betragen. Wenn Sie kaufen, müssen Sie den (höheren) Briefkurs zahlen; wenn Sie verkaufen, bekommen Sie den (niedrigeren) Geldkurs. Die Differenz ist außerhalb der Börsenzeiten deutlich größer. Entscheidend ist die Öffnungszeit der Heimatbörse eines Wertpapiers.

Kosten bei Limit Orders - Bei einer Limit-Order geben Sie beispielsweise einen Kurs vor, den Sie beim Kauf höchstens zu zahlen bereit sind. Das gilt insbesondere, wenn Sie Wertpapiere handeln, deren Börsenumsätze gering sind und deren Kurse daher stark schwanken können. Allerdings können in diesem Fall auch zusätzliche Kosten entstehen, wenn die Order nicht am selben Tag ausgeführt wird.

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Unsere Empfehlungen: Die besten Wertpapierdepot-Banken

In unserem Test im Januar 2016 haben wir drei verschiedene Profile miteinander verglichen: Unsere erste Testperson erteilt im Schnitt zehn Orders pro Jahr für je 1.000 Euro. Der zweite Testfall bezieht sich auf mittlere Orders: jährlich zehn Aufträge zu je 3.000 Euro. Der dritte Musterkunde tätigt pro Jahr fünf größere Orders zu je 12.000 Euro. Zudem stellen wir Ihnen einige Depotbanken vor, die dauerhaft mit Sonderpreisen werben, etwa für den Handel mit ETFs. Eine genauere Beschreibung unserer Testkriterien lesen Sie am Ende des Ratgebers.

In unserer Auswertung finden Sie auch kleinere Online-Depotbanken, die Ihnen möglicherweise unbekannt sind. Zwar weisen viele Onlinebroker eine niedrigere Bonität auf als die großen Filialbanken und damit ein höheres Insolvenzrisiko. Das muss Anleger aber nicht schrecken, da die verwalteten Kundendepots Sondervermögen darstellen und Eigentum der Kunden bleiben, auch wenn der Broker pleitegeht. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen aber, nicht mehr Geld als nötig auf Ihrem Depotkonto zu lassen und etwaige Reserven lieber auf einem verzinsten Tagesgeldkonto zu parken.

Das sind die besten Banken aus unserem Test für die drei Profile:

Rangliste kleine Orderbeträge (zehn Käufe für 1.000 Euro)

Platz Anbieter Kosten pro Auftrag Kosten pro Jahr
1. Flatex 5,90 € 59 €
2. Onvista Festpreis 5 € plus 1,50 € Fremdspesen 65 €
3. DAB Bank 4,95 € plus 0,25 % des Volumens, zwischen 7,95 € und 59 € 79,50 €
4. Targobank 0,25 % des Volumens, zwischen 8,90 € und 34,90 € 89 €
5. Maxblue 0,25 % des Volumens, zwischen 8,90 € und 49,90 €¹ 89 €

¹ Konditionen für Maxblue ab 1. April 2016

Quelle: Depotbanken (Stand: 14. Januar 2016)

Rangliste für mittlere Orderbeträge (zehn Käufe für 3.000 Euro)

Platz Anbieter Kosten pro Auftrag Kosten pro Jahr
1. Flatex 5,90 € 59 €
2. Onvista Festpreis 5 € plus 1,50 € Fremdspesen 65 €
3. Targobank 0,25 % des Volumens, zwischen 8,90 € und 34,90 € 89 €
4. Maxblue 0,25 % des Volumens, zwischen 8,90 € und 49,90 €¹ 89 €
5. Wüstenrot Direct 0,25 % des Volumens, zwischen 9,90 € und 29,90 € 99 €
6. DKB 10 € (bis 10.000 € Volumen, darüber 25 €) 100 €
7. ING-Diba 0,25 % des Volumens, zwischen 9,90 € und 59,90 € 99 €

¹ Konditionen für Maxblue ab 1. April 2016

Quelle: Depotbanken (Stand: 14. Januar 2016)

Rangliste für hohe Orderbeträge (fünf Käufe zu 12.000 Euro)

Platz Anbieter Kosten pro Auftrag Kosten pro Jahr
1. Flatex 5,90 € 29,50 €
2. Onvista Festpreis 5 € plus 1,50 € Fremdspesen 32,50 €
3. DKB 25 € (ab 10.001 € Volumen, darunter 10 €) 125 €
4. Wüstenrot Direct 0,25 % des Volumens, zwischen 9,90 € und 29,90 € 149,50 €
5. Targobank 0,25 % des Volumens, zwischen 8,90 € und 34,90 € 150 €
6. Maxblue 0,25 % des Volumens, zwischen 8,90 € und 49,90 €¹ 150 €
7. ING-Diba 0,25 % des Volumens, zwischen 9,90 € und 59,90 € 150 €

¹ Konditionen für Maxblue ab 1. April 2016

Quelle: Depotbanken (Stand: 14. Januar 2016)

Das günstigste Wertpapierdepot hat nach dem Ausscheiden der Aktionärsbank das Schwesterunternehmen Flatex im Programm. Das Unternehmen wickelt Aufträge über eine Partnerbank ab. Dabei handelt es sich um die BIW Bank. Kunden bezahlen einen Festpreis von 5,90 Euro pro Auftrag im außerbörslichen Direkthandel. Sie können alle gängigen Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen oder Zertifikate handeln.

Einziger Wermutstropfen: Falls Sie ausländische Aktien – nicht jedoch Aktienfonds – besitzen, verlangt Flatex eine Gebühr für das Einbuchen der Dividende. Sie liegt bei 5 Euro pro Vorgang. Falls die Gutschrift der Dividende weniger als 15 Euro beträgt, sinkt die Gebühr auf 1,50 Euro. Ein Beispiel: Sie besitzen 75 Aktien von Apple, die viermal pro Jahr eine Dividende von etwa 50 US-Cent pro Anteil einbringen. Nach Einbehalt der US-Quellensteuer steht Ihnen eine Dividende von 21 Euro zu. Für jede Einbuchung werden 5 Euro fällig. Von insgesamt 84 Euro Dividende bleiben also am Jahresende nur 64 Euro übrig.

Tipp

Auf der Website von Flatex können Sie die Funktionen des Wertpapierdepots in einer Demo-Version testen und selbst einige Testorders platzieren. Geben Sie dafür als Kundennummer und als Passwort jeweils „flatex“ ein.

Ähnlich günstig wie Flatex ist das Festpreis-Depot der Onvista Bank. Börsenkennern ist Onvista als Finanzportal bekannt. Über die angeschlossene Bank können Kunden günstig Wertpapiere kaufen und verkaufen. Eine Gebühr für Dividenden-Auszahlungen wie bei Flatex gibt es bei Onvista nicht. Kunden können zum Festpreis von 5 Euro plus 1,50 pauschale Fremdspesen handeln.

Als Alternative für kleine Orderbeträge empfehlen wir Ihnen das Angebot der DAB Bank. Im Test belegt die Bank dabei Platz 3 wegen der relativ niedrigen Mindestgebühr von 7,95 Euro. Für höhere Summen eignet sich das Geldinstitut wegen der Höchstgebühr von 59 Euro eher nicht. Bei der DAB Bank fallen keine Kosten für ausländische Dividenden an.

Als Alternative für mittlere Orderbeträge um die 3.000 Euro raten wir Ihnen, sich das Angebot der Targobank oder von Maxblue (Deutschen Bank) einmal anzusehen. Bei beiden Banken fallen keine Kosten für ausländische Dividenden an. Sie bezahlen pro Order 0,25 Prozent des Auftragsvolumens, mindestens jedoch 8,90 Euro. Bei Maxblue kostet eine Order höchstens 49,90 Euro (nach Preiserhöhung zum 1. April 2016), bei der Targobank 34,90 Euro. Für höhere und niedrigere Orderbeträge schneiden beide Anbieter immerhin noch im Mittelfeld ab. Das Depot der Targobank ist allerdings nur kostenlos, wenn Kunden das Online-Postfach nutzen oder mindestens 50.000 Euro anlegen.

Als Alternative für Orders über höhere Beträge ist das Depot der DKB einen Blick wert. Die Bank verlangt einen Festpreis von 25 Euro für Aufträge von mehr als 10.000 Euro, darunter werden lediglich 10 Euro fällig. Auch sie berechnet keine Gebühren für das Einbuchen einer Dividende. In den anderen Profilen schneidet sie um etwa 4 Euro pro Auftrag schlechter ab als die besten Angebote.

Tipp: Sie wollen über Wertpapierdepots und andere Finanzthemen auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie unseren » kostenlosen Newsletter!

Flatex
Konto und Depotführung über BIW Bank

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 5,90 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge
  • Gebühr für ausländische Dividenden: 5 Euro pro Zahlung

Onvista Bank
Festpreis-Depot

  • niedrige Gebühren: Festpreis von 6,50 Euro pro Order bei Auftragserteilung über außerbörslichen Direkthandel oder Tradegate Exchange
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Empfehlung für alle Orderbeträge

DAB-Depot
Traderkonto der DAB Bank

  • reguläre Gebühren von 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, mindestens 7,95 Euro und höchstens 59,95 Euro
  • 4,95 Euro pro Order für die ersten zwölf Monate im außerbörslichen Direkthandel
  • mehr als 200 ETFs von Ishares für 4,95 Euro handelbar
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Alternative für niedrige Orderbeträge (1.000 Euro pro Auftrag)
DAB-Depot

Maxblue
Onlinedepot der Deutschen Bank

  • reguläre Gebühren von 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 8,90 Euro und maximal 49,90 Euro (nach Preiserhöhung zum 1. April 2016)
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Alternative für mittlere Orderbeträge (3.000 Euro pro Auftrag)


Targobank
Onlinedepot

  • reguläre Gebühren von 0,25 Prozent des Orderbetrags, mindestens 8,90 Euro und höchstens 34,90 Euro
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Alternative für mittlere Orderbeträge (3.000 Euro pro Auftrag)
  • Depot nur kostenlos bei Nutzung des Online-Postfachs oder Anlage von mindestens 50.000 Euro

DKB
Depot DKB-Broker

  • 10 Euro reguläre Gebühren für Orders bis 10.000 Euro, darüber 25 Euro
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate, Fonds und Optionsscheine
  • Im außerbörslichen Handel kosten Fondsanteile unabhängig vom Volumen 25 Euro
  • Alternative für hohe Orderbeträge (12.000 Euro pro Auftrag)

So wechseln Sie Ihr Wertpapierdepot

Während der Wechsel eines Girokontos mühsam ist, geht ein Wechsel Ihres Wertpapierdepots relativ leicht von der Hand. Eröffnen Sie dazu zunächst ein neues Depot. Die meisten Banken bieten einen Umzugsservice an. Dazu füllen Sie ein Formular aus, das die neue Bank ermächtigt, die Wertpapiere Ihres alten Depots zu übertragen. Wenn gewünscht, können Sie auch das alte Depot schließen lassen. Der Depotwechsel muss kostenlos erfolgen. Das hat der Bundesgerichtshof bestätigt (Urteil vom 30. November 2004, Az. XI ZR 200/03).

Die besten Sonderaktionen der Depotbanken

Viele Broker locken mit Sonderkonditionen für Neukunden. Wir haben für Sie drei gute Angebote zusammengestellt. Diese Aktionen können sich lohnen, wenn Sie beispielsweise vorhaben, in den nächsten Monaten ein Depot aufzubauen oder wenn Sie eine Sonderprämie für das Eröffnen eines Depots erhalten wollen. Auch für den Handel mit ETFs gibt es besonders günstige Angebote.

Für Verbraucher, die regelmäßig Geld in ETFs anlegen möchten, bieten sich Sparpläne an. Viele Depotbanken bieten Kunden langfristige Sonderaktionen.

ETFs dauerhaft für 3,90 Euro handeln bei Comdirect

Indexfonds, die oft als ETFs an den Börsen gehandelt werden, eignen sich hervorragend für eine breit gestreute Anlage in Aktien. Bei Comdirect können Sie derzeit 80 ETFs über die Börse Xetra für einen Festpreis von 3,90 Euro kaufen. Eine Liste der 80 Fonds finden Sie hier. Darunter befindet sich auch dieser von Finanztip empfohlene ETF auf den MSCI World:

Nach Angaben des Anbieters gilt die ETF-Aktion unbefristet. Sie kann allerdings jederzeit beendet werden. Zusätzlich erhalten Sie 50 Euro, falls Sie innerhalb der ersten drei Monate nach Eröffnung Fonds im Wert von 5.000 Euro kaufen oder aus Ihrem alten Depot übertragen. Das Depot ist allerdings nur dauerhaft kostenlos, wenn Sie in einen Wertpapiersparplan einzahlen oder ein Girokonto eröffnen, das seinerseits ohne zusätzliche Bedingungen dauerhaft gebührenfrei ist.

In unserem Test schneidet die Comdirect wie folgt ab:

Vergleich Comdirect mit bestem Anbieter

  kleine Orders mittlere Orders große Orders
Kosten Comdirect 99 € 124 € 174,50 €
Abstand zur Hauptempfehlung 40 € 65 € 145 €
Abstand zur Hauptempfehlung 68 % 110 % 492 %

Quelle: Depotbanken (Stand: 14. Januar 2016)

Comdirect Depot
Onlinedepot der Comdirect

  • 80 ETFs dauerhaft für Festpreis von 3,90 pro Kauf bei Handel über Xetra. Beim Verkauf fallen allerdings die regulären Kosten an
  • 50 Euro Bonus bei Depotübertrag, falls das übertragene Fondsvolumen mehr als 5.000 Euro beträgt
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Depot nur dauerhaft kostenlos mit zusätzlichem kostenlosen Girokonto oder Wertpapiersparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren

ETFs dauerhaft kostenlos kaufen bei der ING-Diba

Seit März 2015 wartet die ING-Diba mit einem interessanten Angebot auf: Kunden können über die Direktbank mehr als 5.000 Fonds und Indexfonds kostenfrei erwerben. Das Angebot gilt dauerhaft ab einem Anlagebetrag von 500 Euro. Der Verkauf der Produkte ist aber nicht immer kostenlos: Während klassische Fonds kostenfrei an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden können, fallen beim Verkauf von ETFs die regulären Orderkosten von derzeit mindestens 9,90 Euro an.

Unter den kostenlosen Indexfonds befinden sich auch diese von Finanztip empfohlenen ETFs auf den Aktienindex MSCI World:

In unserem Test liegt die ING-Diba im Mittelfeld, bei größeren Orderbeträgen ist die Direktbank jedoch deutlich teurer als die besten Anbieter:

Vergleich ING-Diba mit bestem Anbieter

  kleine Orders mittlere Orders große Orders
Kosten ING-Diba 99 € 99 € 150 €
Abstand zur Hauptempfehlung 40 € 40 € 120,50 €
Abstand zur Hauptempfehlung 68 % 68 % 408 %

Quelle: Depotbanken (Stand: 14. Januar 2016)

ING-Diba Direkt-Depot
Onlinedepot der ING-Diba

  • Indexfonds dauerhaft kostenlos im Direkthandel, bei Verkauf fallen reguläre Gebühren an
  • die meisten gängigen Wertpapiere handelbar: Aktien, ETFs, Anleihen, Zertifikate und Fonds
  • reguläre Gebühren von 0,25 Prozent des Orderbetrags, mindestens 9,95 Euro und höchstens 59,90 Euro

Bis zu 2,5 Prozent aufs Tagesgeld bei Depotübertrag zur Consorsbank

Wenn Sie als Neukunde ein Depot im Wert von mindestens 6.000 Euro von Ihrer bisherigen Bank zur Consorsbank (ehemals: Cortal Consors) übertragen, erhalten Sie 1,5 Prozent Zinsen pro Jahr auf ein Tagesgeldkonto für zwölf Monate. Wenn Sie Ihr Depot bei der alten Bank schließen, bekommen Sie einen Zinsbonus von 1 Prozent. Die Aktion gilt für einen Betrag von 20.000 Euro auf Ihrem Tagesgeldkonto. Es sind also bis zu 500 Euro Bonus drin. 

Die Gebühren für Wertpapierorders betragen 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens (mindestens 9,95 und höchstens 69 Euro). Im außerbörslichen Direkthandel und über die Börse Tradegate fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Im Vergleich zu unserer Hauptempfehlung zahlen Sie bei der Consorsbank allerdings etwas höhere Gebühren:

Vergleich Consorsbank mit bestem Anbieter

  kleine Orders mittlere Orders große Orders
Kosten Consorsbank 99,50 € 124,50 € 174,25 €
Abstand zur Hauptempfehlung 40,50 € 65,50 € 145,25 €
Abstand zur Hauptempfehlung 69 % 111 % 492 %

Quelle: Depotbanken (Stand: 14. Januar 2016)

Consorsbank Wertpapierdepot
Onlinedepot der Consorsbank

  • für Neukunden bei Depotübertrag 1,5 Prozent pro Jahr Zinsen auf Tagesgeldkonto bis 20.000 Euro für zwölf Monate
  • zusätzlicher Zinsbonus von 1 Prozent pro Jahr bei Schließung des alten Depots
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,95 Euro und maximal 69 Euro

Tipp: Sie wollen über Wertpapierdepots und andere Finanzthemen auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie unseren » kostenlosen Newsletter!

So haben wir getestet

Vergleich Online-Depotbanken 2016

Als Basis für unseren Test im Januar 2016 haben wir Wertpapierdepots untersucht, die auf Vergleichsportalen gelistet sind. Dazu haben wir die Portale herangezogen, die auf den ersten 20 Einträgen bei einer Google-Suche zu den Begriffen „Depot Vergleich“, „Wertpapierdepot“ und „Wertpapierdepot Vergleich“ erscheinen. So haben wir insgesamt 39 Anbieter ermittelt. Für den Test gab es drei Profile:

Untersuchungsprofile

  Anzahl Orders pro Jahr Volumen pro Order Jahresvolumen
kleine Beträge 10 1.000 € 10.000 €
mittlere Beträge 10 3.000 € 30.000 €
große Beträge 5 12.000 € 60.000 €

In die engere Auswahl kamen nur Depots, die ohne zusätzliche Bedingungen für den Inhaber kostenlos sind. Angebote wie das der Postbank bleiben deshalb außen vor: Dort müssen Kunden pro Jahr knapp 10 Euro bezahlen, sofern das Volumen im Depot bei weniger als 50.000 Euro liegt. Auch das Angebot der Commerzbank haben wir nicht berücksichtigt. Das Direktdepot ist für Kunden nur kostenlos, wenn sie einmal pro Quartal handeln. Ansonsten fallen je nach Depotvolumen hohe Gebühren an.

Ausnahmen gemacht haben wir allerdings bei 1822direkt, der Comdirect und der Targobank, da die Einschränkungen für ein kostenloses Depot minimal sind (siehe Tabelle unten). Außerdem haben wir solche Anbieter ausgeschlossen, die für durchschnittliche Kunden nicht geeignet sind, obwohl sie möglicherweise günstig sind. Dazu gehören die Broker Banx, Captrader, ceros24, Degiro, heavy-trader.com, Lynx und vitrade. Für unerfahrene Privatanleger mit einer überschaubaren Zahl von Trades sind sie zu kompliziert. Zum einen ist die Trading-Software für den wenig geübten Nutzer schwierig zu handhaben. Außerdem berechnen diese Anbieter gerne Zusatzkosten, beispielsweise für Rücküberweisungen auf ein Girokonto.

Für die Berechnung der Kosten haben wir die günstigsten Preise der Anbieter verwendet, die in der Regel im außerbörslichen Direkthandel angeboten werden. Manche Institute wie die Wüstenrot Direct berechnen im Handel an der Börse Xetra keine Extra-Gebühren. Wenn eine Bank wie die BBBank keinen Direkthandel anbietet, haben wir einen pauschalen Aufschlag für die dann anfallenden Börsengebühren von 2 Euro pro Trade berechnet. Sonderaktionen, wie sie viele Broker für kurze Zeiträume anbieten, sind für diesen Test außer Acht geblieben. Insgesamt haben wir die Kosten für 16 Kontomodelle miteinander verglichen.

Kostenvergleich von Wertpapierdepots

Anbieter Kosten pro Jahr kleine Beträge Kosten pro Jahr mittlere Beträge Kosten pro Jahr große Beträge Kommentar
Flatex 59 € 59 € 29 € Kosten für Dividenden ausländischer Aktien
Onvista Festpreis 65 € 65 € 32,50 €  
DAB Bank 79,50 € 124,50 € 174,75 € hohe Maximalgebühr von 59,95 Euro
Maxblue 89 € 89 € 150 €  
Targobank 89 € 89 € 150 € nur kostenlos bei Nutzung des Online-Postfachs
Onvista Freebuy 97,90 € 143,90 € 175,45 €  
Wüstenrot Direct 99 € 99 € 149,50 €  
ING-Diba 99 € 99 € 150 € hohe Maximalgebühr von 59,90 Euro
NIBC direct 99 € 124 € 174,50 €  
Comdirect 99 € 124 € 174,50 € nur kostenlos mit Sparplan oder Girokonto, hohe Maximalgebühr von 59,90 Euro
1822direkt 99 € 124,50 € 174,75 € nur kostenlos mit Bestand im Depot, hohe Maximalgebühr von 59,90 Euro
Consorsbank 99 € 124,50 € 174,75 € hohe Maximalgebühr von 69 Euro
VW Bank 99 € 149,50 € 199,75 €  
DKB 100 € 100 € 125 €  
Degussa Bank 150 € 150 € 240 €  
BBbank 370 € 370 € 460 € keine Maximalgebühr

Quelle: Depotbanken (Stand: 14. Januar 2016)

Bei allen Profilen schnitten die Anbieter Flatex und Onvista mit ihren Festpreis-Modellen am günstigsten ab. Besonders deutlich war der Unterschied für das Handeln mit hohen Beträgen. Besitzer von ausländischen Aktien müssen bei Flatex allerdings mit zusätzlichen Kosten rechnen: Der Anbieter verlangt pro Dividendenauszahlung eine Gebühr von mindestens 1,50 Euro. Bei Onvista ist dieser Vorgang hingegen kostenlos.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Folgende Anbieter haben günstige Aktionen:
  • Comdirect (bei Anlage in ETFs)
  • ING-Diba (bei Anlage in ETFs)
  • Consorsbank (hohe Zinsen aufs Tagesgeld bei Depotübertrag)

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Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Das ist so, allerdings eher ein Thema bei gemanagten Fonds. Dazu hatte ich mal einen Thread gestartet. Vor einigen Tagen ist jetzt meine erste Kickback-Zahlung eingegangen.
6. März 2016 zum Beitrag
Ist es denn nicht so, dass die Banken auch eine sogenannte "Bestandsprovision" bekommen?
Also wenn du Fondsanteile in deinem Depot liegen hast, dann bekommt die Bank meines Wissens von der ...
6. März 2016 zum Beitrag
[quote='chris2702','http://www.finanztip.de/community/thema/841-wie-sieht-euer-etf-depot-aus?postID=28312#post28312']Die Bank verdient sobald du wieder aktiv Wertpapiere handeln wirst. Und das wirst ...
4. März 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Manuel Kayl ist bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Studiert hat er an der TU München und dem Max-Planck-Institut für Physik.

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