Dispozinsen

Bei diesen Girokonten ist der Dispo besonders niedrig

Das Wichtigste in Kürze

  • Banken verlangen sogenannte Dispozinsen, sobald Sie Ihr Konto überziehen.
  • Die Höhe des Dispo ist von Bank zu Bank unterschiedlich, von rund 4 Prozent bis 14 Prozent im Jahr ist alles dabei.
  • Sie sollten den Dispo nur kurzfristig nutzen, auf die Dauer ist er zu teuer.
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Die Banken in Deutschland setzen die Dispozinsen bei ihren Girokonten unterschiedlich hoch an. Sie können knapp über 4 Prozent liegen oder aber bei fast 14 Prozent. Bei einigen unterscheiden sich die Zinsen abhängig vom Kontomodell, andere lassen die Zinsen bis zu bestimmten Summen oder bei bestimmten Kontomodellen ganz weg – so zum Beispiel die GLS Bank oder die Skatbank. Inzwischen ist es zudem nicht mehr ungewöhnlich, dass Bank denselben Zins verlangen, falls ihre Kunden nicht nur das Konto, sondern auch den Dispo überziehen (sogenannte geduldete Überziehung).

Der Dispozins allein sollte aber keine Entscheidungsgrundlage für die Wahl eines Girokontos sein. Doch wer öfter mal mit seinem Konto ins Minus rutscht, sollte eine Bank mit niedrigen oder zumindest fairen Dispozinsen wählen. So können Sie im Laufe der Jahre einige Hundert Euro sparen, wie unser Rechenbeispiel zeigt.

Beispielrechnung

Der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8/2017) zufolge verlangt die teuerste Bank Dispozinsen in Höhe von bis zu 13,75, die günstigste nur 0 oder 4,17 Prozent. Wenn Sie jeden Monat für zwei Wochen durchschnittlich 1.000 Euro des Dispokredits beanspruchen, zahlen Sie im Jahr bei einem Zinssatz von 13,75 Prozent etwa 63 Euro. Beim günstigsten Anbieter hingegen fallen nur Kosten von ungefähr 19 Euro an.

Alternativ kann sich auch ein Rahmenkredit lohnen, oder aber ein Ratenkredit, falls Sie auf der Suche nach einem längerfristigen Kredit sind. Ratenkredite sind auch interessant für Verbraucher, die länger im Minus sind und den Dispo umschulden wollen.

Niedrige Dispozinsen bei Banken

Wir haben eine Liste von überregional tätigen Banken mit den niedrigsten Dispo- und Überziehungszinsen erstellt. Basis ist eine Untersuchung von „Finanztest“ (Ausgabe 8/2017). Bei diesen Banken können Sie im ganzen Bundesgebiet online ein Konto eröffnen.

Einige Institute räumen beim Eröffnen eines Girokontos automatisch einen Dispokredit ein. Bei anderen Banken richtet sich die Höhe des Dispokredits nach dem monatlichen Gehalt, das auf das Konto eingezahlt wird. So erhalten Sie bei dem günstigsten Anbieter – der Skatbank – vier Monate nach Eröffnung des Kontos einen Dispokredit, wenn regelmäßig ein Gehalt auf dem Konto eingeht. Andere Anbieter starten mit einem fixen Betrag von beispielsweise 500 Euro, Sie können diesen nach Absprache mit Ihrer Bank erhöhen. Bevor Sie sich entscheiden, empfehlen wir Ihnen, sich auch bei regionalen Geldinstituten nach den Konditionen für ein Girokonto zu erkundigen.

Die Banken nennen in der Regel den nominalen Zinssatz. Dabei rechnen sie nicht ein, dass die Kunden ihre Disposchulden nicht immer sofort begleichen. Deshalb hat Finanztip zusätzlich den effektiven Zinssatz errechnet.

Das sind die Banken mit den niedrigsten Dispozinsen pro Jahr

Bank Höhe des Dispokredits nominaler Dispozins effektiver Dispozins nominaler Überziehungszins effektiver Überziehungszins
Skatbank¹ abhängig vom Gehaltseingang 0 % 0 % 0 % 0 %
Skatbank¹ abhängig vom Gehaltseingang 4,17 % 4,24 % 4,17 % 4,24 %
Augsburger Aktienbank abhängig von Bonität 4,8 % 4,89 % 7,8 % 8,03 %
Fidor Bank abhängig vom Gehaltseingang 5,99 % 6,13 % Überziehen nicht möglich Überziehen nicht möglich
Bank für Kirche und Diakonie¹ abhängig vom Gehaltseingang 6,42 % 6,58 % 6,42 % 6,58 %
Comdirect abhängig vom Gehaltseingang 6,5 % 6,66 % 11 % 11,46 %
Pax Bank² abhängig vom Gehaltseingang 6,58 % 6,75 % 6,58 % 6,75 %
Evangelische Bank² abhängig vom Gehaltseingang 6,67 % 6,84 % 6,67 % 6,84 %
DKB Bank bis zu 1.000 € ohne Prüfung 6,9 % 7,08 % 6,9 % 7,08 %
ING-Diba abhängig vom Gehaltseingang 6,99 % 7,18 % 6,99 % 7,18 %
GLS Gemeinschaftsbank³ abhängig vom Gehaltseingang 7,31 % 7,51 % 7,31 % 7,51 %
Edeka Bank abhängig vom Gehaltseingang 7,34 % 7,54 % 7,34 % 7,54 %
1822direkt abhängig vom Gehaltseingang 7,43 % 7,64 % 7,43 % 7,64 %
Targobank³ abhängig von Bonität 7,47 % 7,86 % 9,47 % 9,81 %
Santander Bank abhängig vom Gehaltseingang 7,49 % 7,7 % 7,49 % 7,7 %

¹unterschiedliche Kontomodelle ²nimmt nur Privatkunden mit christlichen Werten ³Girokonto mit Zinsstaffelung / Dispozins fällt erst ab von den Banken festgelegten Summen an 
Quellen: Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 8/2017), Internetseiten der Banken, Finanztip-Berechnung (Stand: 2. Oktober 2017)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.