Elterngeld Plus ab Juli 2015

So holen Sie das meiste Elterngeld für sich heraus

Das Wichtigste in Kürze

  • Mütter und Väter haben Anspruch auf Elterngeld, falls sie ihr Kind in den ersten 14 Monaten selbst betreuen und deshalb nicht oder nur in Teilzeit arbeiten.
  • Das Elterngeld beläuft sich auf mindestens 300 und maximal 1.800 Euro im Monat.
  • Zwölf Monate lang wird Elterngeld gezahlt. Müttern werden zwei Monate Mutterschaftsgeld abgezogen. Wenn Väter sich zwei sogenannte Vätermonate nehmen, wird das Elterngeld insgesamt 14 Monate gezahlt.
  • Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, können zwischen dem bisherigen Elterngeld und dem neuen Elterngeld Plus wählen oder beides kombinieren. Sie können dann bis zu 36 Monate lang staatliche Leistungen beziehen.

So gehen Sie vor

  • Besorgen Sie sich rechtzeitig vor der Geburt den Antrag für Elterngeld.
  • Klären Sie frühzeitig, wer sich wie lange um die Betreuung des Kindes in den ersten Monaten kümmern wird und wie Sie die Elternzeit aufteilen wollen..
  • Lassen Sie sich von einem Lohnsteuerhilfverein oder durch die Elterngeldstelle berechnen, welche Variante für Sie am günstigsten ist: Elterngeld oder Elterngeld kombiniert mit Elterngeld Plus oder aber Elterngeld Plus.
  • Der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreuen wird, sollte so früh wie möglich in die Steuerklasse III wechseln - Mütter mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes, Väter mindstens sieben Monate vor der Geburt. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen, das für die Berechnung des Elterngeldes entscheidend ist.
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Wer gerade ein Kind bekommen hat, für den wird es sehr schwer, rasch wieder in den beruflichen Alltag zurückzukehren. Denn es ist fast unmöglich, für Kinder unter einem Jahr einen Betreuungsplatz zu bekommen. Deshalb gibt es das Elterngeld. Damit soll der Verdienstausfall ausgeglichen werden, den Mütter oder Väter erleiden, die nicht arbeiten können, weil sie sich um ihr Kind kümmern. Kommt das Kind erst nach dem 1. Juli 2015 auf die Welt, können sich Paare zusätzlich zum bisherigen Elterngeld für oder gegen das Elterngeld Plus entscheiden. Statt maximal 14 Monate sind für Mütter und Väter bis zu 36 Monate Unterstützung vom Staat drin.

Dann bekommen Sie Elterngeld

Mütter und Väter haben gleichermaßen Anrecht auf Elterngeld, wenn sie ihr Kind nach der Geburt selber betreuen und mit ihm in einem Haushalt in Deutschland leben - egal, ob Sie angestellt sind oder als Freiberufler oder Selbstständige arbeiten. Auch Ehe- oder Lebenspartner, die mit dem Kind in einem Haushalt leben, können Elterngeld beantragen - selbst wenn es nicht ihr leibliches Kind ist, um das sie sich kümmern. Die rechtlichen Grundlagen finden Sie in Abschnitt 1 des Gesetzes zum Elterngeld und zur Elternzeit.

Eltern bekommen allerdings kein Elterngeld, wenn sie ihr Kind während des bezahlten Urlaubs betreuen, ohne richtige Elternzeit zu nehmen. Der Arbeitnehmer kann nicht doppelt kassieren und noch zusätzlich vom Staat Elterngeld bekommen, auch nicht den Sockelbetrag von 300 Euro (BSG, Urteil vom 15. Dezember 2015, Az. B 10 EG 3/14 R).

Spitzenverdiener - Eltern, die gemeinsam mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen, erhalten kein Elterngeld. Das gilt aber nur für Einkünfte aus Erwerbsarbeit. Geld, das mit Aktien oder Mietwohnungen verdient wird, spielt bei der Berechnung des Elterngelds keine Rolle.

ALG I-Empfänger - Sie erhalten zusätzlich zum Arbeitslosengeld den Sockelbetrag von 300 Euro. Auch Studenten, Auszubildende sowie Hausfrauen und Hausmänner erhalten diesen Mindestbetrag.

ALG II-Empfänger - ALG II-Empfänger erhalten zwar Elterngeld, doch wird es seit dem 1. Januar 2011 vollständig als Einkommen angerechnet (§ 10 Abs. 5 BEEG). Monatlich haben sie damit genau so viel Geld zur Verfügung wie ohne Elterngeld, da sie dann weniger ALG II bekommen. Die Anrechnung ist gerichtlich überprüft und für verfassungsgemäß erklärt worden (LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 12.03.2013, Az. L 6 AS 623/11).

Ausländische Eltern - Nicht nur Deutsche, sondern auch Ausländer haben Anrecht auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland wohnen und berechtigt sind, hier zu arbeiten. Das gilt für alle, die aus EU-Ländern oder der Schweiz stammen. Andere Ausländer bekommen dann Elterngeld, wenn sie einen Aufenthaltstitel haben, mit dem sie dauerhaft in Deutschland arbeiten dürfen. Wer also nur ein Studentenvisum, eine befristete Arbeitserlaubnis hat oder Asyl genießt, bekommt kein Elterngeld.

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So hoch ist das Elterngeld

Das Elterngeld beträgt 65 bis 100 Prozent dessen, was der Elternteil vor der Geburt netto verdient hat. Dabei gibt es eine Untergrenze von mindestens 300 und eine Obergrenze von höchstens 1.800 Euro pro Monat. Wer vor der Geburt nicht berufstätig war und keine staatliche Unterstützung bekommen hat, bekommt den Mindestsatz von 300 Euro, den sogenannten Sockelbetrag (§ 2 Abs. 4 BEEG).

Wie wird das Elterngeld berechnet?

Um das Elterngeld zu berechnen, werden vom durchschnittlichen Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt Pauschalen für Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Als Werbungskosten wird der jährliche Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro angesetzt. Was übrig bleibt, ist das Nettoeinkommen, das als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld dient. Dieser Betrag ist nicht identisch mit dem Nettogehalt, das auf den Gehaltsnachweisen steht.

Als Einkommen gilt dabei nur der in Deutschland versteuerte Arbeitsverdienst und regelmäßig gezahlte Provisionen, selbst wenn der Arbeitgeber diese als sonstige Bezüge im Lohnabzugsverfahren behandelt hat (BSG, Urteil vom 26. März 2014, Az. B 10 EG 7/13 R). Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld werden nicht berücksichtigt, ebenso wenig Lohnersatzleistungen wie Streikgeld, Krankengeld oder Arbeitslosengeld I. Auch Kapitalerträge oder Mieteinnahmen bleiben außen vor.

Sonderfall Selbstständige

Bei Selbstständigen ist die Berechnungsgrundlage das Jahreseinkommen aus dem Jahr vor der Geburt. In den letzten Monaten vor der Schwangerschaft noch mal besonders viel zu arbeiten, lohnt sich also nur dann, wenn das Kind Anfang des Jahres geboren wird.

Abstufungen und Bemessungsgrenze

Wer weniger als 1.200 Euro pro Monat verdient, bekommt 67 Prozent des Nettolohns ausgezahlt. Wer mehr verdient, erhält stufenweise prozentual weniger, mindestens aber 65 Prozent. Ab einem Einkommen von 2.770 Euro ist die Bemessungsgrenze erreicht. Dann erhält der Elternteil den Höchstsatz von 1.800 Euro - das entspricht 65 Prozent. Alles, was darüber hinaus verdient wurde, bleibt unberücksichtigt. Für diejenigen mit einem besonders niedrigen Verdienst von unter 1.000 Euro erhöht sich das Elterngeld. Für je 20 Euro, die das Einkommen unter 1.000 Euro liegt, steigt das Elterngeld um einen Prozentpunkt an.

Beispiele

Bei einem Verdienst von 1.000 Euro, beträgt das Elterngeld 67 Prozent. Haben Vater oder Mutter vor der Geburt des Kindes 980 Euro netto verdient, zahlt der Staat 68 Prozent davon als Elterngeld. Bei einem Nettoverdienst von 340 Euro liegt das Elterngeld bei 100 Prozent, das heißt, der Staat zahlt in diesen Fällen das frühere Nettoeinkommen als Elterngeld.

Geschwisterbonus

Wer bereits Kinder hat, konnte meistens vor der Geburt des jüngsten Kindes weniger arbeiten. Deshalb gibt es einen Geschwisterbonus, sofern neben dem neuen Kind mindestens ein Geschwisterkind unter drei Jahren oder zwei Geschwisterkinder unter sechs Jahren vorhanden sind. Dieser Bonus beträgt zehn Prozent des Elterngelds, mindestens aber 75 Euro (§ 2a Abs. 1 BEEG).

Bei der Einkommensermittlung werden Monate, in denen für ein älteres Kind Elterngeld bezogen und deshalb nicht oder weniger verdient worden ist, nicht mitgezählt. Bekommen Sie also innerhalb eines Jahres ein zweites Kind, wird zur Berechnung des Elterngelds für das Jüngste das Einkommen zugrunde gelegt, das Sie vor der Geburt des ersten Kinds verdient haben. Dazu kommen dann noch mal zehn Prozent oder wenigstens 75 Euro als Bonus.

Eltern von Zwillingen oder Drillingen erhalten pro Kind monatlich pauschal 300 Euro zusätzliches Elterngeld (§ 2a Abs. 4 BEEG).

So optimieren Sie Ihr Elterngeld

Je höher Ihr Nettogehalt vor der Geburt Ihres Kindes ist, desto höher ist Ihr Anspruch auf Elterngeld. Mit ein paar Tricks lässt sich dieses Einkommen vergrößern.

Steuerklasse wechseln - Erwarten Sie ein Kind, sollte der Elternteil, der das Kind nach der Geburt überwiegend betreut, so früh wie möglich die Steuerklasse III wählen. Dadurch erhöht sich das Nettoeinkommen. Bei der Berechnung des Elterngelds wird die Steuerklasse zugrunde gelegt, die am längsten vor dem Bezug von Elterngeld genutzt wurde. Mütter müssen mindestens sieben Monate vor dem Mutterschutz, Väter mindestens sieben Monate vor Geburt des Kindes wechseln, um sich diesen Vorteil zu sichern. Sie zahlen dann zwar mehr Steuern, das höhere Elterngeld gleicht das aber mehr als aus. Außerdem kann man sich einen guten Teil über den Lohnsteuerjahresausgleich zurückholen. Eine Änderung der Steuerklasse ist problemlos auch mitten im Jahr möglich - spätestens jedoch bis zum 30. November. Wenden Sie sich dazu einfach an Ihr zuständiges Finanzamt.

Selbstständige - Selbstständige haben noch eine weitere Möglichkeit, um ihr Nettoeinkommen vor der Geburt zu steigern. Als Einkommen gilt hier der Gewinn, also das, was nach Abzug der Ausgaben vom Umsatz übrig bleibt. Wer weniger Ausgaben geltend macht, erzielt automatisch ein höheres Einkommen und erhält damit mehr Elterngeld.

So lange erhalten Sie Elterngeld

Das klassische Elterngeld wird grundsätzlich zwölf Monate lang gezahlt. Wenn beide Eltern für die Kinderbetreuung eine Auszeit von mindestens zwei Monaten nehmen, werden zwei zusätzliche Monate bezahlt - man spricht auch von Vätermonaten. Sie bekommen dann insgesamt 14 Monate Elterngeld.

Mütter, die vor der Geburt gearbeitet haben, bekommen in der Praxis nur zehn Monate lang Elterngeld, denn ihr Mutterschaftsgeld wird voll angerechnet. Es nutzt auch nichts, wenn der Vater die ersten zwei Monate übernimmt und die Mutter vom 3. bis zum 14. Monat für die Betreuung zuständig ist - mit dem Mutterschaftsgeld werden zwei der maximal zwölf Monate bezahlter Erziehungszeit abgegolten.

Partnermonate - Die Eltern können völlig frei untereinander aufteilen, wer sich wann um das Baby kümmert. Sie können entweder zwölf Monate am Stück Elterngeld beziehen oder alle paar Monate wechseln. Eltern, die sich gemeinsam um ihr Kind kümmern wollen, können auch gleichzeitig Elterngeld beziehen. Es bleibt aber trotzdem bei maximal 14 Monaten Basis-Elterngeld, das womöglich für beide gleichzeitig nur sieben Monate lang ausgezahlt wird. Umgekehrt können Sie das Elterngeld auch in halber Höhe über zwei Jahre beziehen. Kommen dann noch die Partnermonate dazu, sind Sie bei insgesamt 28 halben Monatsbeträgen – abzüglich der Mutterschutzzeit. Die zwei zusätzlichen Partnermonate können nur in Ausnahmefällen von demjenigen übernommen werden, der sich bereits zwölf Monate lang um das Kind gekümmert hat. Nämlich, wenn der Partner schwer krank oder behindert ist und sich nicht um das Kind kümmern kann.

Alleinerziehende können allein bis zu 14 Monate lang Basis-Elterngeld beziehen. Bedingung ist, dass das Kind ausschließlich bei dem Elternteil in der Wohnung lebt, der auch das Sorgerecht hat.

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Seit 1. Juli 2015: Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus

Wer ab Juli 2015 ein Kind bekommt, kann neben dem Elterngeld das neue Elterngeld Plus in Anspruch nehmen. Die Neuregelung beinhaltet auch einen Partnerschaftsbonus sowie eine flexiblere Regelung zur Elternzeit.

Das Elterngeld Plus soll den früheren Wiedereinstieg in eine Teilzeitbeschäftigung für junge Eltern attraktiver machen. Elterngeld Plus kann bei Teilzeit bis 30 Wochenstunden doppelt solange bezogen werden wie das herkömmliche Elterngeld. Es ist allerdings auch nur maximal halb so hoch, wie das Elterngeld ohne Tätigkeit. Aus einem Elterngeld Monat werden zwei Elterngeld Plus Monate. Eltern und Alleinerziehende können dies gleichermaßen nutzen, statt bisher maximal 14 Monate Elterngeld können sie in Teilzeit 28 Monate Elterngeld Plus erhalten. Bezug von Mutterschaftsgeld wird allerdings auch hier angerechnet.

Als Partnerschaftsbonus erhalten die Eltern auf Antrag jeweils vier zusätzliche Elterngeld Plus Monate, wenn beide in diesem Zeitraum zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten. Alleinerziehende können ebenfalls vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus erhalten.

Das herkömmliche Elterngeld wird es weiterhin geben. Eltern können kombinieren: So kann die Mutter beispielsweise für sechs Monate komplett pausieren und das volle Basis-Elterngeld erhalten, danach für zwölf Monate Teilzeitarbeit das Elterngeld Plus mit halbem Bezug erhalten. Der Vater kann zwei Monate Basis-Elterngeld oder vier Monate Elterngeld Plus erhalten. Natürlich kann auch der Vater die längere Phase pausieren und die Mutter entsprechend kürzer. Im Anschluss können beide jeweils vier Monate gleichzeitig das Elterngeld Plus beziehen. Mehr zum Elterngeld Plus lesen Sie in einer Broschüre des Familienministeriums zum Elterngeld Plus.

Was für Sie am günstigsten ist, hängt von Ihrer beruflichen Situation ab. Lassen Sie sich beraten, wie Sie die Elternzeit am besten organisieren. Wenden Sie sich dazu an einen Lohnsteuerhilfeverein in Ihrer Nähe oder aber an die zuständige Elterngeldstelle an Ihrem Wohnort. Einen ersten Überblick können Sie sich mit dem Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums verschaffen.

So viel dürfen Sie zum Elterngeld hinzuverdienen

Achtung

Wer etwas dazu verdient, während er Elterngeld bezieht, muss das unbedingt melden. Andernfalls kann ein Bußgeld verhängt werden.

Die Antwort ist erst mal einfach: nichts. Wer Geld hinzuverdient, dem wird das klassische Elterngeld entsprechend gekürzt. Denn es soll den Verdienstausfall wegen der Betreuung des Kindes ersetzen und nicht zusätzlich zum Einkommen gezahlt werden. Trotzdem können Elterngeldbezieher innerhalb bestimmter Grenzen arbeiten.

Angestellte in Teilzeit - Eltern dürfen, während sie Elterngeld beziehen, in Teilzeit, also zwischen 15 und 30 Stunden pro Woche arbeiten. Finanziell lohnt sich das bisher allerdings kaum, denn die Abzüge sind hoch.

Beispielrechnung Basis-Elterngeld:

Vor der Geburt verdient ein Vater 2.000 Euro netto im Monat. Sein voller Basis-Elterngeldanspruch liegt bei 65 Prozent dieses Verdienstes, also bei monatlich 1.300 Euro oder 15.600 Euro, wenn er zwölf Monate zu Hause bliebe.

Arbeitet er nach sechs Monaten wieder in Teilzeit, bekommt er für die ersten sechs Monate insgesamt 7.800 Euro Elterngeld. Verdient er mit dem Teilzeitjob 1.000 Euro, bekommt er als Ersatz für die weniger verdienten 1.000 Euro 65 Prozent von diesen, also 650 Euro, als Elterngeld. Unter dem Strich hat er mit der Teilzeitarbeit also 1650 Euro in der Tasche. Auf das Jahr gerechnet bekommt er an Elterngeld 7.800 Euro für das erste Halbjahr und 3.900 Euro für das zweite Halbjahr (6 x 650 Euro), insgesamt also 11.700 Euro – wäre er zuhause geblieben, hätte er fast 4.000 Euro mehr staatliche Stützung erhalten.

Beispielrechnung Elterngeld Plus:

Wählt der Vater in unserem Beispiel für seine Teilzeittätigkeit nunmehr Elterngeld Plus, erhält er im ersten Halbjahr wie bisher monatlich 1.300 Euro, insgesamt damit 7.800 Euro Elterngeld. Mit dem Elterngeld Plus erhält er aber nunmehr für zwölf Monate die Hälfte des vollen Elterngeldanspruchs, also monatlich 650 Euro, insgesamt nochmal 7.800 Euro, aber auf zwölf Monate verteilt. Für 18 Monate erhält er insgesamt in der Höhe den vollen Elterngeldanspruch und verliert die staatliche Unterstützung durch die Teilzeittätigkeit nicht. Die Elterngeld-Plus-Variante ist günstiger für ihn.

Selbstständige - Bei Selbstständigen kommt es beim Zuverdienst darauf an, was sie an Gewinn erwirtschaften. Wer etwa weiterhin sein Büro unterhält und dafür Miete bezahlt, kann diesen Betrag von seinem Umsatz abziehen. Bleibt nach Abzug aller Kosten ein Gewinn übrig, wird dieser mit dem Elterngeld verrechnet. Viele Selbstständige stehen vor dem Problem, dass Kunden ihre Rechnungen oft erst sehr spät bezahlen - womöglich dann, wenn das Kind schon einige Monate auf der Welt ist und sie Elterngeld beziehen. Auch solche verspäteten Zahlungen werden voll auf das Elterngeld angerechnet. Entscheidend ist nicht das Datum, das auf der Rechnung steht, sondern der Zeitpunkt, zu dem das Geld auf dem Konto eingeht. Sie können also nur den Kunden darum bitten, die Zahlung auf einen Zeitpunkt zu verschieben, in dem Sie kein Elterngeld erhalten. Umgekehrt dürfen Selbstständige arbeiten, während sie Elterngeld beziehen - so lange sie in dieser Zeit keine Überschüsse erwirtschaften.

Elterngeld und Steuern

Das Elterngeld ist steuerfrei, es wird selber nicht besteuert. Allerdings wird es eingerechnet, wenn es um die Höhe des individuellen Steuersatzes geht. Es unterliegt also dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Dabei wird das Elterngeld dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet und auf der so erhöhten Einkommensbasis wird der Steuersatz für die Einkommensteuer ermittelt. Dieser Steuersatz wird dann auf das zu versteuernde Einkommen (ohne Elterngeld) angewendet.

Elterngeld und Kranken- und Rentenversicherung

Wer Elterngeld bezieht, muss daraus keine Abgaben für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Während der Elternzeit bleiben Sie dennoch vollständig krankenversichert. Wer dagegen freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse ist, muss grundsätzlich weiterhin Beiträge zahlen. Ausnahme: Liegen ohne die freiwillige Versicherung die Voraussetzung für eine Familienversicherung vor, sind Eltern beitragsfrei (§ 8 Abs. 6 Satz 1 Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler). Sind Eltern privat krankenversichert, müssen sie weiterhin Beiträge zahlen.

Vom Elterngeld sind keine Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen. Bei der gesetzlichen Rente schlägt aber die Zeit, in der man Elterngeld bezieht, als Kindererziehungszeit zu Buche. Wer zum Zwecke der Kinderbetreuung beim Nachwuchs zu Hause bleibt, hat deshalb keine Lücke innerhalb der Rentenversicherung zu befürchten. 

Elternzeit gleich Elterngeld?

Um einen Anspruch auf Elterngeld zu haben, muss keine Elternzeit genommen werden. Auch Hausfrauen, Studenten und Selbstständige können Elterngeld bekommen: Sie alle haben keinen Arbeitgeber, bei dem sie die Elternzeit anmelden müssten. Angestellte müssen ihren Anspruch auf Elternzeit geltend machen, um ihre Arbeitszeit zu reduzieren und das Elterngeld zu beanspruchen. Die Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor ihrem geplanten Beginn angemeldet werden.

Das müssen Sie tun, um Elterngeld zu bekommen

Das Elterngeld muss schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt werden. Dazu braucht man zunächst das entsprechende Formular. Jedes Bundesland hat ein eigenes Formular! Sie finden das für Sie relevante Formular online auf der Webseite des Familienministeriums.

Elterngeldstelle

Die Stelle für Elterngeld ist meist beim Versorgungsamt, beim Amt für Soziales oder beim Jugendamt angesiedelt. Eine genaue Übersicht findet sich hier.

Das Elterngeld wird maximal drei Monate rückwirkend gezahlt. Deshalb sollten Eltern den Antrag so bald wie möglich nach der Geburt abschicken. In dem Antrag muss angegeben werden, welcher Elternteil für welche Zeiträume Elterngeld beantragt. Diese Aufteilung kann im Nachhinein einmal problemlos geändert werden, in Härtefällen auch ein zweites Mal.

Ergeben sich nach der Antragstellung Änderungen, die für die Berechnung des Elterngelds wichtig sind, müssen Sie diese der Elterngeldstelle sofort mitteilen. Dazu gehört jedes Einkommen, das Sie verdienen, während Sie Elterngeld erhalten. Auch wenn sich das Einkommen von vor der Geburt noch einmal ändert, muss das gemeldet werden.

Checkliste: Unterlagen zum Elterngeldantrag

  • Vollständig ausgefülltes Elterngeld-Formular
  • Geburtsbescheinigung des Kindes
  • Kopie des Personalausweises der Eltern
  • Einkommensnachweis: Gehaltsabrechnung für Angestellte, Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt oder eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung für Selbstständige
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Arbeitgeberbescheinigung zur gewährten Elternzeit

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Britta Schön
von Finanztip,
Expertin für Recht

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Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Hallo!
Bei mir ist es ebenso, wie bereits oben genannt.
Ich erhalte zu meinem monatlichen Bruttoeinkommen, eine Umsatzbeteiligung/Provision, die mir regelmäßig monatlich ausgezahlt wird und ...
15. Juni 2016 zum Beitrag
Eine recht simple Antwort: Ja, damit müssen Sie leben. Lesen Sie die obigen Beiträge zum Thema "sonstige Bezüge".
5. Februar 2016 zum Beitrag
Hallo zusammen,
ich habe eine recht simple Frage: Im Betrachtungszeitraum für die Elterngeldberechnung wurde mir eine recht große Menge Überstunden ausbezahlt. Leider wurde die Auszahlung als ...
5. Februar 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.

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