Festverzinsliche Wertpapiere

Was Sie über eine Anlage in Anleihen wissen sollten

Das Wichtigste in Kürze

  • Anleihen sind Wertpapiere, die sich meist durch festgelegte Zinszahlungen auszeichnen.
  • Sie werden von Staaten und Unternehmen herausgegeben, die sich damit Geld an den Kapitalmärkten besorgen.
  • Wer eine Anleihe kauft, gibt dem Herausgeber also einen Kredit.
  • Das Spektrum von Anleihen ist sehr breit: Es gibt sehr sichere, aber auch hochriskante Versionen.
  • Sie können Anleihen einzeln oder in Form von Investmentfonds kaufen. Diese Rentenfonds streuen das Risiko auf viele Einzeltitel, verlangen aber jährliche Verwaltungsgebühren.
  • Anleihen werden derzeit nur sehr niedrig verzinst. Ordentliche Renditen sind nur möglich, wenn das Zinsniveau weiter fällt. Wir empfehlen Tagesgeld und Festgeld als Alternative.
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Egal, ob Dax oder Dow Jones: Bei der Börsenberichterstattung stehen meist die Aktienmärkte im Vordergrund. Dabei sind die Anleihe-Märkte mindestens genauso interessant. Allein der deutsche Staat hat derzeit Anleihen im Wert von über 1,1 Billionen Euro im Umlauf (Stand: Januar 2015). Nach Angaben der Deutschen Börse sind am deutschen Markt rund 12.000 Aktien, aber 23.000 Anleihen handelbar. 

Auch Privatanleger sollten sich mit Anleihen beschäftigen, da sie normalerweise als relativ sichere Geldanlage für lange Zeiträume geeignet sind. Die Kursschwankungen von Anleihen sind grundsätzlich geringer als die von Aktien. Anleihen, die an der Börse gehandelt werden, können Anleger weiterverkaufen . Das ist ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu Festgeld, bei dem Sie an Ihre Bank gebunden sind.

Derzeit werden Anleihen allerdings nur niedrig verzinst. Die zu erwartende Rendite für eine zehnjährige Bundesanleihe betrug im April 2016 weniger als 0,2 Prozent pro Jahr. Selbst ordentlich verzinste Tagesgeldkonten, bei denen Sie täglich an Ihr Geld kommen, bieten derzeit eine höhere Rendite.

In der Grundform ist eine Anleihe ein Wertpapier, das Ihnen regelmäßige feste Zinszahlungen verspricht. In den vergangenen Jahrzehnten wurden allerdings viele neue Arten von Anleihen entwickelt und auf den Markt gebracht. Wir erklären Ihnen in diesem Ratgeber, welche Anleihen prinzipiell als Anlage geeignet sind und worauf Sie bei der Auswahl achten müssen.

Das müssen Sie über Anleihen wissen

Auf den ersten Blick scheinen Anleihen komplizierte Wertpapiere zu sein. Bei genauerem Hinsehen lassen sie sich aber gut begreifen, wenn Sie die wichtigsten Eigenschaften kennen:

Rendite - Die wichtigste Kennzahl ist die zu erwartende jährliche Rendite, die sich aus der Laufzeit, den festgelegten Zinszahlungen, dem Kaufkurs und dem Rückkaufkurs der Anleihe ergibt. Die Rendite wird in Prozent angeben. Sie ist die jährliche Verzinsung, die ein Anleger erwarten kann, wenn er die Anleihe bis zum Laufzeitende im Depot behält. Die wichtigsten Faktoren, die die Rendite beeinflussen, sind das Marktzinsniveau, die verbleibende Laufzeit der Anleihe und die Finanzkraft des herausgebenden Staats oder Unternehmens. Je länger die Laufzeit und je geringer die Bonität, desto mehr Rendite können Sie erwarten.

Kupon - Die meisten Anleihen schütten regelmäßige Zinszahlungen aus, die auch als Kupon bezeichnet werden. Kupon und Rendite sind aber nicht das gleiche. Während der Kupon festgelegt ist, schwankt die Rendite von Anleihen täglich mit deren Kursen. Bei steigenden Anleihekurse sinkt die Rendite, bei fallenden steigt sie.

Nennwert - Der Nennwert ist der Betrag, der auf der Anleihe steht und zu dem sie in der Regel zurückgezahlt wird. Anleihen, die auch an private Anleger verkauft werden sollen, haben oft einen Nennwert von 1.000 Euro.

Kurswert -  Der Kurs von Anleihen wird in Prozent des Nennwerts angegeben. Ein Kurs von 100 Prozent entspricht genau dem Nennwert. Ein Kurs von 110 bedeutet, dass der Wert der Anleihe um etwa 10 Prozent gegenüber dem Nennwert gestiegen ist.

Restlaufzeit - Die Restlaufzeit gibt an, wann die Rückzahlung der Anleihe erfolgt.

Kursschwankungen - Die Kurse von Anleihen schwanken. Das liegt daran, dass sich die Rendite dem aktuellen Zinsniveau entsprechend anpasst. Fallen die Zinsen, steigen die Kurse von Anleihen. Bei steigenden Zinsen sinken sie. Das Zinsniveau wird von vielen Faktoren beeinflusst. Zu den wichtigsten zählen das Wirtschaftswachstum, die Inflationserwartungen und die Geldpolitik der Notenbanken. Verleihen die Notenbanken billig Geld, drückt das meistens die Zinsen.

Handel - Sie können Anleihen an der Börse kaufen und verkaufen. Anleihen werden unterschiedlich häufig gehandelt. Im Fachjargon spricht man auch von Liquidität. Wenn die Wertpapiere seltener gehandelt werden – also weniger liquide sind –, können Sie eine höhere Rendite erwarten. Bei einem eventuellen Weiterverkauf müssen Sie allerdings mit Abzügen rechnen, da sich nicht so leicht ein neuer Käufer finden lässt.

Einzelkauf oder Fonds - Sie können Anleihen entweder einzeln oder als Fonds kaufen. Ein Fonds hat den Vorteil, dass Sie in mehrere Anleihen investieren. Dadurch sinkt die Verlustgefahr durch einen Zahlungsausfall. Dafür verlangt der Fondsverwalter aber eine jährliche Gebühr. Vor allem bei risikoreicheren Anleihen bevorzugen wir die Fondslösung, da Sie das Risiko so auf eine Vielzahl von Einzeltiteln streuen.

Währungsschwankungen - Bei Anleihen, die nicht in Euro, sondern beispielsweise in US-Dollar ausgegeben werden, gehen Sie ein Währungsrisiko ein. Das kann höher sein als die Verzinsung des Wertpapiers selbst. Seien Sie sich also bewusst, dass mögliche Währungsschwankungen Ihren Gewinn oder Verlust maßgeblich beeinflussen – auch wenn Sie eine sichere Anleihe kaufen.

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Anleihen lohnen sich derzeit kaum

Staats- und Unternehmensanleihen von wirtschaftlich soliden Ländern und Konzernen gehören grundsätzlich zu den sicheren Geldanlagen und sind am ehesten mit Festgeld vergleichbar: Der Käufer legt einen gewissen Betrag an, erhält dafür Zinsen und am Ende der Laufzeit den Nennwert der Anleihe wieder zurück. Derzeit bringt Festgeld höhere Zinsen als eine Anleihe derselben Bank und des zugehörigen Staates mit ähnlicher Laufzeit. Zusätzlich sind die Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Bank und pro Person gesetzlich durch die Einlagensicherung geschützt. Jedoch kommen Anleger nur schwer an ihr Geld. Meist ist eine vorzeitige Kündigung nicht oder nur unter Verzicht auf die Zinszahlung möglich.

Anleihen hingegen haben den Vorteil, dass manche von ihnen, etwa Bundesanleihen, an der Börse gehandelt werden und zum aktuellen Kurs weiterverkauft werden können.  Sie kommen also auch vorzeitig an Ihr Geld. Allerdings unterliegen Anleihen nicht der Einlagensicherung. Im Falle der Insolvenz des Herausgebers sind Sie in der Regel mit anderen Gläubigern gleichgestellt und müssen mit Verlusten rechnen.

Derzeit bieten aber sogar die besten Tagesgeldkonten höhere Zinsen als Bundesanleihen mit Laufzeiten von mehr als zehn Jahren. Nur mit spekulativen Anleihen, deren Herausgeber eine niedrige Bonität haben, lassen sich noch höhere Renditen erzielen. Das Verlustrisiko bei diesen Anleihen ist sehr hoch, während bei einem Tagesgeldkonto Verluste so gut wie ausgeschlossen sind. Wir empfehlen Ihnen daher, auf Tagesgeld und auf Festgeld mit Laufzeiten bis zu drei Jahren zurückzugreifen. Von längerfristigen Zinsanlagen raten wir derzeit eher ab.

Einzelne Anleihen im Vergleich

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl verschiedener Anleihen: sehr sichere wie deutsche Staatsanleihen, aber auch hochriskante wie Wandelanleihen. Egal, in welche Anleihe Sie investieren wollen, sollten Sie sich immer der Risiken bewusst sein und Ihr Geld nur dann anlegen, wenn Sie das Produkt auch tatsächlich verstehen. Die wichtigsten Anleihe-Typen im Überblick:

Staatsanleihen - Das sind Anleihen, die von Staaten wie der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben werden. Die Laufzeiten betragen wenige Monate bis zu mehr als 30 Jahren. Staatsanleihen von finanzstarken Ländern gelten als die sichersten Anleihen überhaupt. Eine besondere Form von Staatsanleihen sind sogenannte inflationsindexierte Anleihen, deren Zinszahlung davon abhängt, wie sich die Inflationsrate entwickelt.

Unternehmensanleihen - Viele Unternehmen geben Anleihen aus, um sich zu finanzieren. Die zu erwartende Rendite hängt dabei sowohl von der Laufzeit als auch von der Bonität des Unternehmens ab. Je höher die Finanzkraft des Unternehmens und je kürzer die Laufzeit, desto niedriger ist die Zinszahlung, die Sie erhalten.

Nachrangige Anleihen - Bei diesen Anleihen erhalten Sie im Falle einer Insolvenz des Herausgebers erst nach allen anderen Gläubigern Ihr Geld zurück. Für dieses höhere Risiko bekommen Sie bei nachrangigen Anleihen höhere Zinsen. Meist werden diese Anleihen von Banken und Versicherungen herausgegeben.

Hochzinsanleihen - Sie sind eine riskantere Form von Staats- und Unternehmensanleihen. Die Länder und Firmen, die diese Anleihen herausgeben, besitzen eine vergleichsweise geringe Bonität. Grundsätzlich gelten alle Anleihen als Hochzinsanleihen, die von den Ratingagenturen mit der Note „BB“ oder schlechter bewertet werden. Umgangssprachlich spricht man auch von Ramschanleihen, „Junk Bonds“ oder „High-Yields“. Hochzinsanleihen bieten höhere Renditen als Papiere von Herausgebern mit besserer Kreditwürdigkeit, haben aber auch ein höheres Risiko.

Wandelanleihen - Diese Anleihen sind eine Mischung aus Aktien und Anleihen. Sie können Wandelanleihen zu einem bestimmten Kurs in Aktien tauschen. Abhängig von den Merkmalen des jeweiligen Wertpapiers verhalten sie sich eher wie Aktien oder wie Anleihen. Sie sind risikoreiche und sehr komplexe Produkte und daher nur für Experten geeignet.

Pfandbriefe - Das sind Unternehmensanleihen mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen. Im Insolvenzfall des Herausgebers steht zusätzliches Vermögen zur Verfügung, mit dem die Pfandbriefe besichert sind. Meist handelt es sich dabei um Immobilienkredite. Im Gegenzug ist die Rendite von Pfandbriefen niedriger als von vergleichbaren Unternehmensanleihen.

So funktionieren Anleihen

Der Ausgabekurs von Anleihen beträgt in der Regel 100 Prozent des Nennwerts. Durch Gebühren oder kleine Zinsänderungen während der Platzierungsphase der Anleihe kann der Kurs davon auch leicht abweichen. Wenn Sie die Anleihe bis zum Ende der Laufzeit halten, ist Ihre Rendite ungefähr gleich den jährlichen Zinszahlungen. Während der Laufzeit schwankt aber der Kurs der Anleihe. Daraus ergibt sich eine neue erwartete Rendite bis zum Laufzeitende. Zwei Faktoren, die sich ständig ändern, beeinflussen diese Rendite:

  • aktueller Marktzins: Er orientiert sich am Zins für die Bundesanleihe mit entsprechender Laufzeit.
  • Bonitätsaufschlag: Im Vergleich zu Bundesanleihen müssen Unternehmen wegen ihrer geringeren Finanzkraft einen höheren Zins zahlen. Im Fachjargon wird der Aufschlag oft als „Spread“ bezeichnet.

Beispiel: Die Anleihe eines deutschen Unternehmens wird zum Kurs von 100 Prozent ausgegeben. Die jährliche Zinszahlung (Kupon) beträgt 5 Prozent und entspricht auch der erwarteten Rendite. Wenn der aktuelle Marktzins der Bundesanleihe mit ähnlicher Laufzeit 3 Prozent pro Jahr beträgt, liegt der Risikoaufschlag des Unternehmens bei etwa 2 Prozent pro Jahr.

Das bedeutet, dass Sie zwei Risiken eingehen, wenn Sie eine Anleihe kaufen: dass sich erstens der Zins für sichere Staatsanleihen ändert und dass sich zweitens die Bonität des Herausgebers verschlechtert. Weil sich diese Werte ändern, schwanken die Kurse von Anleihen.

Wie sehr die Kurse schwanken, gibt die sogenannte modifizierte Duration an. Sie besagt, um wie viel Prozent der Wert einer Anleihe steigt oder fällt, wenn sich die Zinsen um einen Prozentpunkt ändern. An der modifizierten Duration lassen sich also Chancen und Risiken von Zinsänderungen ablesen. Je kürzer die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen in einem Fonds, desto niedriger ist die modifizierte Duration – und umgekehrt. Die folgenden zwei Beispiele zeigen, wie sich der Kurs einer Anleihe verändert, wenn der Marktzins oder der Bonitätsaufschlag variieren.

Beispiel 1
Sie kaufen eine Unternehmensanleihe mit einem Kupon von 5 Prozent, die zum Nennwert von 100 Prozent ausgegeben wird. Kurz darauf ändert sich der Marktzins. Er sinkt um 1 Prozentpunkt, sodass das Unternehmen nur noch 4 Prozent bezahlen müsste, wenn es eine neue Anleihe ausgeben würde. Die Änderung des Zinsniveaus hat folgenden Effekt auf die gekaufte Anleihe, abhängig davon, wie lang die Restlaufzeit des Papiers ist:

Kursänderung einer Anleihe bei Zinssenkung um einen Prozentpunkt

Restlaufzeit in Jahren 1 5 10
Modifizierte Duration 1,0 4,3 7,7
Kurs in Prozent 101 104 108

Quelle: eigene Berechnung

Beispiel 2
Wenn der Zins nicht um 1 Prozentpunkt fällt, sondern um 1 Prozentpunkt auf 6 Prozent steigt, wirkt sich das so aus:

Kursänderung einer Anleihe bei Zinssteigung um einen Prozentpunkt

Restlaufzeit in Jahren 1 5 10
Modifizierte Duration 1,0 4,3 7,7
Kurs in Prozent 99 96 93

Quelle: eigene Berechnung

Grundsätzlich gilt also, dass eine Anleihe im Kurs steigt, wenn der Zins abnimmt, den das Unternehmen für neue Anleihen zahlen müsste. Das ist auch logisch, da Sie bei der alten Anleihe ja noch höhere jährliche Zinszahlungen erhalten und diese deshalb wertvoller ist. Für die Kursänderung der Anleihe ist es dabei unerheblich, ob sich der aktuelle Marktzins oder der Bonitätsaufschlag ändert.

Wenn Sie eine Anleihe kaufen und sich sicher sind, sie bis zum Ende der Laufzeit zu behalten, können Ihnen Kursschwankungen egal sein. Die entscheidende Kennziffer für Sie ist die zu erwartende Rendite zum Kaufzeitpunkt. Sie ergibt sich aus dem Nominalzins, dem aktuellen Kurs, der Restlaufzeit und dem Rückkaufkurs der Anleihe.

Einzelne Anleihen oder Fonds kaufen

Sie können Anleihen entweder einzeln oder in Form von Fonds erwerben. Fonds mit Anleihen werden als Rentenfonds bezeichnet. Je nachdem, für welche Variante Sie sich entscheiden, sollten Sie Folgendes beachten:

Laufzeit - Wenn Sie einzelne Anleihen kaufen, behalten Sie diese meist bis zum Ende der Laufzeit und verkaufen sie nur unter besonderen Umständen. Diese Strategie wird auch „Buy-and-Hold“ genannt. Das hat zur Folge, dass die Anleihe mit zunehmender Zeit weniger anfällig für Kursschwankungen ist. In einem Fonds befinden sich hingegen viele Titel, die ausgetauscht werden, sobald sie den Kriterien nicht mehr entsprechen. Die Duration bleibt auf diese Weise über die Zeit weitgehend konstant. Das bedeutet, dass ein Fonds immer ähnlich auf Änderungen des Zinsniveaus reagiert. Wenn die Zinsen über lange Zeit fallen, wie das über weite Strecken in den vergangenen 30 Jahren der Fall war, können Sie so mit einem Fonds zusätzlich zu den Zinszahlungen von Kurssteigerungen profitieren.

Sicherheit - Anleihen sind unterschiedlich riskant. Eine Einschätzung liefern die Bewertungen von Ratingagenturen. Wir empfehlen Ihnen, einzelne Anleihen nur von finanzstarken Firmen oder Staaten zu erwerben. Diese verfügen über eine Bonitätsnote von „AA“ oder besser.

Kosten - Für einen Investmentfonds fallen jährliche Kosten für den Verwaltungsaufwand an. Wenn Sie einzelne Anleihen kaufen, müssen Sie lediglich beim Kauf und bei einem eventuellen Verkauf Transaktionskosten bezahlen.

So kaufen Sie günstig Anleihen

Bevor wir erklären, wie Sie einzelne Anleihen kaufen, erläutern wir kurz, wie die Anlage in Fonds funktioniert. Ausführlich informieren wir Sie dazu im Ratgeber Rentenfonds.

Wenn Sie Fonds bevorzugen

Wie bei Aktienfonds gilt auch für Anleihenfonds: Je höher die jährlichen Verwaltungskosten, desto niedriger ist tendenziell Ihre Rendite. Wir empfehlen Ihnen daher, auf sogenannte Indexfonds oder ETFs zu setzen. Das sind Fonds, die die Wertentwicklung eines Index nachbilden und dadurch günstiger sind als aktiv gemanagte Fonds, deren Manager durch die gezielte Auswahl einzelner Titel versuchen, den Index zu schlagen. Während sich die Kosten von Anleihe-ETFs auf etwa 0,2 Prozent pro Jahr belaufen, verlangen aktiv gemanagte Fonds zwischen 0,5 und 1 Prozent pro Jahr. Diese Kosten sind in den Verkaufsprospekten als Total Expense Ratio (TER) aufgeführt. Zusätzlich fallen beim Kauf der aktiv gemanagten Fonds oft einmalige Ausgabeaufschläge in Höhe von 3 bis 5 Prozent an.

Wenn Sie auf der Suche nach einem ETF sind, müssen Sie zuerst den dazugehörigen Index auswählen. Je nach Anleihe-Typ gibt es unterschiedliche Indizes, für die Sie Fonds erwerben können. In nachstehender Tabelle haben wir einige Indizes aus den wichtigsten Kategorien aufgelistet, für die Sie Indexfonds kaufen können. Durch Klicken auf die Index-Namen links in der Tabelle erhalten Sie Informationen zu einem ETF, den Sie für den Index erwerben können.

Index Name Kategorie Kosten für ETF (TER, in % pro Jahr) mittlere Restlaufzeit mittlere Bonitätsbewertung
eb.rexx Government Germany Bundesanleihen 0,16 etwa 5 Jahre „AAA“
Iboxx Sovereigns Eurozone Staatsanleihen Eurozone 0,15 etwa 7 Jahre „AA“
Euro Government Inflation Linked Inflationsindexierte Anleihen Eurozone 0,25 etwa 8,5 Jahre „AA“
iBoxx Euro Liquid Corporates Large Cap Unternehmensanleihen Eurozone 0,2 etwa 5,5 Jahre „A“
iBoxx Euro Liquid High Yield Hochzinsanleihen Eurozone 0,5 etwa 3,3 Jahre „BB“
iBoxx Germany Covered Pfandbriefe 0,15 etwa 4 Jahre „AA“

Quellen: Extra funds, ishares, markit (Stand: 20. August 2014)

Um gezielt nach Indexfonds für Anleihen zu suchen, empfehlen wir Ihnen die Suchfunktion des Portals finanzen.net. Wählen Sie dazu bei Fondsart „Rentenfonds“ aus und tippen Sie gegebenenfalls einen Suchbegriff wie „High-Yield“ in die Eingabemaske ein. Achten Sie bei der Auswahl der Fonds auch auf das Fondsvolumen. Wir raten Ihnen von Fonds mit einem relativ kleinen Anlagevermögen von weniger als 50 Millionen Euro eher ab, da diese weniger oft an den Börsen gehandelt werden. Wenn Sie sich lieber einen Gesamtüberblick über in Deutschland erhältliche ETFs verschaffen wollen, finden Sie hier eine Übersicht.

Wenn Sie einzelne Anleihen kaufen möchten

Schauen Sie sich die Kennzahlen einer Anleihe genau an, bevor Sie einen Kauf erwägen. Dabei sollten Sie vor allem auf das Rating achten, weil es Ihnen eine Vorstellung davon gibt, welches Ausfallrisiko mit der jeweiligen Anleihe verbunden ist.

Achten Sie auch auf die Handelbarkeit. Anleihen, die nur im geringen Umfang ausgegeben wurden, beispielsweise nur für 50 Millionen Euro, werden in der Regel weniger gehandelt. Es kann deshalb schwierig sein, einen Käufer zu finden. Bei Anleihen mit einem Ausgabevolumen von 1 Milliarde Euro und mehr ist das dagegen meistens kein Problem.

Eine wichtige Kennzahl ist zudem die Rendite, die Sie bis zum Laufzeitende erwarten können. Vergewissern Sie sich außerdem, auf welche Währung die Anleihen lauten. Handelt es sich um Euro-Anleihen, gehen Sie damit kein Währungsrisiko ein.

Wir empfehlen Ihnen, zum Beispiel über die Portale onvista.de oder finanzen.net nach passenden Anleihen zu suchen.

Kaufen Sie das Wertpapier bei einem Onlinebroker

Notieren Sie sich die Wertpapierkennnummer (WKN) oder ISIN-Nummer der Anleihe oder des Fonds, für den Sie sich entschieden haben. Noch ein Tipp: Nutzen Sie beim Kauf die Möglichkeit einer Limit-Order. Sie geben dabei einen Kurs vor, der beim Kauf nicht überschritten werden darf. So gehen Sie sicher, dass der Kaufpreis auch bei weniger liquiden Anleihen nicht zu hoch ausfällt.

Wir empfehlen Ihnen, den Kauf über einen Direktbroker abzuwickeln, da diese oft günstige Konditionen anbieten.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
Finanztip-Expertin für Banken und Geldanlage

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.