Ratgeber Krankenkassenvergleich

So finden Sie die beste gesetzliche Krankenkasse

Das Wichtigste in Kürze

  • 2017 erheben die Krankenkassen unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge. Durch einen Wechsel der Kasse lassen sich leicht mehrere Hundert Euro sparen.
  • Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind zu etwa 95 Prozent gleich. Unterschiede bestehen in Service, Zusatzleistungen und Erstattungen, die die Kassen anbieten.
  • Jeder darf die Krankenkasse wechseln. Die normale Kündigungsfrist beträgt zwei Monate.

So gehen Sie vor

  • Wechseln Sie nicht nur wegen des Preises, sondern schauen Sie auch, welche Zusatzleistungen Ihnen wichtig sind.
  • Die umfassendsten Leistungen zu einem guten Preis bietet die HEK. Preisbewussten empfehlen wir die HKK, die gute Zusatzleistungen trotz niedrigem Beitrag anbietet.
  • Durchweg gute Leistungen gibt es bei der Energie-BKK. BKK24 und TK haben unterschiedliche Stärken.
  • Sparfüchse suchen sich in unserer Liste die günstigste Kasse in ihrem Bundesland.
  • In unseren Artikeln zur HKK, HEK, TK, BKK24 und Energie-BKK können Sie deren Leistungen vergleichen.
  • Tipp: Sollen wir Sie zum Thema gesetzliche Krankenversicherung sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Statt Einheitsbrei bieten gesetzliche Krankenversicherungen seit einigen Jahren unterschiedliche Zusatzleistungen oder niedrigere Zusatzbeiträge. Wer das für sich nutzt, kann mitunter einen dreistelligen Betrag pro Jahr sparen und sich außerdem die Kasse mit den individuell passenden Leistungen aussuchen. 

Welche Leistungen die Kassen bieten – und welche nicht

Ein richtiger Fehlgriff ist bei den gesetzlichen Krankenversicherungen kaum möglich. Denn die meisten Leistungen sind gesetzlich festgelegt. Etwa 95 Prozent aller Leistungen sind bei allen Anbietern gleich und decken sämtliche lebenswichtigen medizinischen Bereiche ab. Die Kassen unterscheiden sich daher hinsichtlich der Zusatzleistungen, des Zusatzbeitrags und im Service. Ein Krankenkassenvergleich ist sinnvoll.

Grundsätzlich lassen sich die Leistungen in der Krankenversicherung folgendermaßen unterscheiden:

Regelleistungen - Diese sind im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vom Staat festgelegt und für alle Kassen gleich. Dabei gilt laut Sozialgesetzbuch Fünf (§ 12 SGB V) der Grundsatz: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“

Zusatzleistungen - Jede Kasse kann in gewissem Rahmen weitere Leistungen anbieten – beispielsweise Bonusprogramme für gesundes Leben, Zuschuss zu professioneller Zahnreinigung, Homöopathie oder Impfungen für Auslandsreisen.

Privatärztliche Leistungen - Diese Leistungen bekommen Sie in der GKV nicht. Sie können nur über private Krankenzusatzversicherungen abgedeckt werden. Dazu zählen etwa hochwertiger Zahnersatz, Chefarztbehandlung im Krankenhaus oder höhere Medikamentenzuschüsse.

Auf Zusatzleistungen und Service kommt es an

Bei der Wahl einer Krankenkasse sollten Sie daher auf passende Zusatzleistungen und den richtigen Umfang an Service achten – möglichst zu einem guten Preis. Der Anspruch auf die Leistungen besteht meist nur im jeweiligen Kalenderjahr. Die Kasse kann ihr Angebot im nächsten Jahr kürzen oder streichen.

Service - Wie gut der Service einer Krankenversicherung wirklich ist, beweist sich meist erst im Krankheitsfall. Doch es gibt ein paar harte Fakten, die auf das Ausmaß des Service hindeuten. So gibt es Kassen mit ausgedehntem Filialnetz, andere bieten Online-Beratung per Chat an. Es gibt medizinische Telefonberatung rund um die Uhr und Unterstützung bei der Organisation einer ärztlichen Zweitmeinung oder Hilfe bei der Vermittlung von Facharztterminen.

Vorsorge - Viele Vorsorgeuntersuchungen wie Hautkrebsscreening oder der Gesundheits-Check-up werden eigentlich erst ab einem gewissen Alter bezahlt, einige Untersuchungen sind gar keine Kassenleistung. Viele Krankenkassen erweitern ihre Leistungen an dieser Stelle. Auch Impfungen wie Grippeschutz oder HPV-Impfung übernehmen viele Kassen über die gesetzlichen Vorschriften hinaus, oder sie zahlen für Sportkurse.

Auslandsreisen - Viele Versicherungen übernehmen ganz oder teilweise die für bestimmte Länder notwendigen Schutzimpfungen. Eine kostenlose Auslandsreisekrankenversicherung dürfen die Kassen dagegen nicht mehr anbieten. Diese sollten Sie in jedem Fall separat abschließen.

Familienleistungen - Für Schwangere und Familien mit Kindern haben viele Kassen Zusatzleistungen. Diese reichen von zusätzlichen Untersuchungen in der Schwangerschaft und besonderen Betreuungsangeboten über Hebammenrufbereitschaft bis zu zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche.  

Zahnmedizin - Hier übernehmen manche Kassen ganz oder teilweise die professionelle Zahnreinigung, die ansonsten zwischen 70 und 120 Euro kostet. Außerdem gibt es Zahnersatz wie Brücken und Inlays ohne Zuzahlung oder Implantate vergünstigt über Partnerärzte. In manchen Fällen müssen Sie dafür zu bestimmten, von Ihrer GKV vorgegebenen Zahnärzten gehen. Eine Liste der entsprechenden Mediziner bekommen Sie in der Regel auf der Homepage Ihrer Krankenkasse. Informieren Sie sich in unserem Ratgeber, wann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist.

Alternative Medizin - Dass eine Kasse homöopathische oder osteopathische Behandlungen unterstützt, ist fast schon die Regel. Oft muss die Therapie aber durch einen zugelassenen Arzt erfolgen. Andere Naturheilverfahren werden eher selten gefördert. Die Höhe der erstatteten Kosten ist allerdings oft begrenzt. Wer häufig alternative Medizin in Anspruch nimmt, kann eine ambulante Zusatzversicherung abschließen.

Wahltarife - Die meisten Kassen bieten Wahltarife an, in denen Sie entweder Beitragsrückerstattungen oder spezielle Leistungen erhalten können. Diese Tarife haben eine Mindestlaufzeit von einem Jahr bis meist drei Jahren. Außer beim Krankengeld gilt aber auch bei diesen Tarifen das Sonderkündigungsrecht im Fall einer Beitragserhöhung.

Bonusprogramme - Die meisten Kassen zahlen ihren Mitgliedern einen Bonus, wenn diese bestimmte Anforderungen erfüllen. Das können ganz unterschiedliche sein: Viele Versicherungen belohnen Nichtraucher, andere setzen ihren Schwerpunkt auf Sport. Die Spanne der Boni bewegt sich von 10 Euro pro Anforderung bis hin zu mehreren Hundert Euro für eine ganze Reihe von Kriterien. Manche Krankenkassen loben den Bonus auch in Form von Sachprämien oder Zuschüssen zu medizinischen Leistungen aus. Meistens gibt es ein Bonusheft, in das der Arzt entsprechende Bestätigungen eintragen muss und das Sie dann an Ihre Kasse schicken.

Allgemeine Beiträge und Zusatzbeiträge

Auch 2017 beträgt der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Alle Kassen erheben darüber hinaus einen Zusatzbeitrag zwischen 0,3 und 1,8 Prozent des Einkommens.  Die Höhe der Zusatzbeiträge aller Kassen finden Sie in einer Liste des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen.

Vor allem bisher günstige Kassen haben 2017 ihre Beiträge erhöht. Durch einen Wechsel zu einer günstigeren Kasse können Sie aber weiterhin deutlich sparen. Ab einem Einkommen von 4.350 Euro brutto im Monat (Beitragsbemessungsgrenze) können Sie bis zu 260 Euro pro Jahr im Vergleich zum Durchschnitt sparen, wenn Sie zur günstigsten bundesweiten Kasse wechseln. Bei 2.000 Euro Monatsbrutto sind es immer noch 122 Euro. Aber Achtung: Wer Krankenkassenbeiträge spart, muss mehr Steuern zahlen. Dadurch fällt die Ersparnis letztlich geringer aus.

Der gesamte Arbeitnehmeranteil mit Zusatzbeitrag wird bei Angestellten direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Bezieher von Arbeitslosengeld I und II müssen keinen Zusatzbeitrag bezahlen.

Hier berechnen Sie, wie viel Sie durch einen Kassenwechsel sparen

Diese Krankenkassen können wir empfehlen

Wer mit den Leistungen oder dem Preis seiner bisherigen gesetzlichen Krankenversicherung unzufrieden ist, sollte sich nach einem neuen Anbieter umschauen und die Leistungen von Krankenkassen vergleichen. Grundsätzlich kann jeder Versicherte seine Krankenkasse nach mindestens 18 Monaten Mitgliedschaft wechseln. Gesetzliche Krankenversicherungen dürfen niemanden ablehnen. Erhöht eine Versicherung den Zusatzbeitrag, gilt ein Sonderkündigungsrecht.

Bei den Kassen entspricht der Preis nicht unbedingt der Leistung. Überlegen Sie sich daher vor einem Wechsel, welche Zusatzleistungen Ihnen wichtig sind und vergleichen Sie die Angebote.

Bei unserer Untersuchung im Januar 2017 bot die HEK unter den bundesweit geöffneten Krankenversicherungen mit Abstand die besten Leistungen in allen Bereichen. Bei einem moderaten Beitrag von 15,6 Prozent erlaubt sich die Hamburger Kasse keine Schwächen bei Zusatzleistungen oder im Service. Mehr Informationen, welche Leistungen die HEK genau bezahlt, finden Sie hier.

HEK
Bestes Angebot an Zusatzleistungen

HEK

Eine besonders günstige, aber dennoch gute Kasse ist die HKK. Sie verlangt mit 15,19 Prozent den niedrigsten Beitrag der bundesweit zugänglichen gesetzlichen Krankenkassen. Trotzdem bietet die HKK ein gutes Paket an Zusatzleistungen an. In unserem Krankenkassenvergleich landete sie mit ihrem Angebot in der Spitzengruppe. Welche Leistungen die HKK übernimmt, finden Sie hier

HKK
günstigste bundesweite Kasse mit guten Zusatzleistungen

  • erreicht 72 % in unserem Leistungstest
  • günstiger Beitragssatz von 15,19 %
  • viele gute Zusatzleistungen
  • schwach bei zusätzlichen Zahnleistungen und Service
  • Filialen vor Ort nur in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und Hamburg

Die BKK24 bietet insgesamt ein gutes Angebot an Zusatzleistungen. Schwach ist sie im Bereich Familienleistungen und zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen. Doch wer die Familienplanung schon abgeschlossen hat und älter als 35 Jahre ist und damit Anspruch auf verschiedene Untersuchungen wie Hautkrebsscreening hat, findet dort eine Alternative. Denn die BKK24 bietet vor allem gute Zusatzleistungen im Bereich Zahnmedizin und alternative Heilmethoden. Eine Übersicht der Leistungen finden Sie hier.

BKK24
stark bei Zahnleistungen und alternativen Heilmethoden

  • erreicht 73 % in unserem Leistungstest
  • starke Zusatzleistungen im Bereich Zahn und alternative Heilmethoden
  • Filialen bundesweit
  • 15,7 % Beitragssatz
  • schwach bei Familienleistungen und zusätzlicher Vorsorge

Wer umfassende Leistungen wünscht, findet in der Energie-BKK eine Alternative zur HEK. Sie kostet nur wenig mehr Beitrag und bietet in allen Bereichen gute Zusatzleistungen an, ohne sich größere Schwächen zu leisten. Eine Übersicht der Leistungen finden Sie hier.

Energie-BKK
umfassende Zusatzleistungen

  • erreicht 73 % in unserem Leistungstest
  • viele gute Zusatzleistungen
  • 8 Filialen bundesweit
  • 15,7 % Beitragssatz
Energie-BKK

Die größte gesetzliche Krankenversicherung, die Techniker Krankenkasse, punktet vor allem beim Service. Hier erreicht sie in unserer Untersuchung die beste Beurteilung. Mit ihrem ausgedehnten und vor allem im Westen Deutschlands dichten Filialnetz eignet sie sich besonders für alle Versicherten, die sich gerne persönlich beraten lassen. Bei den Zusatzleistungen zeigt sich die TK solide. Wem eine professionelle Zahnreinigung und vergünstigter Zahnersatz nicht so wichtig sind, der ist dort gut aufgehoben. Mehr Informationen zu den Zusatzleistungen der TK finden Sie hier.

Techniker Krankenkasse
gute Betreuung vor Ort

  • erreicht 68 % in unserem Leistungstest
  • viele Filialen bundesweit, vor allem im Westen
  • gute Zusatzleistungen
  • 15,6 % Beitragssatz
  • schwach bei zusätzlichen Zahnleistungen

Neben guten bundesweiten Krankenkassen gibt es oft regionale Anbieter wie IKK oder BKK, die bei der Leistung mithalten. Haben Sie bereits eine Kasse im Auge, dann machen Sie einen eigenen Krankenkassenvergleich. Schauen Sie auf die Zusatzleistungen und Zusatzbeiträge der infrage kommenden Krankenkassen.

Krankenkassenvergleich pro Bundesland

Sparfüchse, denen es nur auf den Beitrag ankommt, können auch zur günstigsten regionalen Kasse wechseln. Versicherte dürfen in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem sie entweder wohnen oder arbeiten. 2017 ist das erste Jahr, in dem ausnahmslos alle Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. Preislich besonders attraktiv sind die Metzinger BKK in Baden-Württemberg und die AOK Sachsen-Anhalt, die beide 14,9 Prozent Beitrag verlangen. Mit 15 Prozent erhebt die BKK Pfaff in Rheinland-Pfalz nur wenig mehr. Die meisten anderen Kassen beginnen erst bei etwa 15,2 Prozent Gesamtbeitrag.

Die günstigsten Krankenkassen 2017 nach Bundesland

Bundesland Kasse Gesamtbeitrag 2017
Baden-Württemberg Metzinger BKK 14,9%
Bayern HKK 15,19 %
  BKK Akzo Nobel Bayern 15,2 %
  BKK firmus 15,2%
  IKK gesund plus 15,2%
Berlin HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2%
Brandenburg HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Bremen HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Hamburg HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Hessen HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Mecklenb.-Vorpommern HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Niedersachsen HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Nordrhein-Westfalen HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Rheinland-Pfalz BKK Pfaff 15 %
Saarland HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Sachsen HKK 15,19 %
  AOK Plus 15,2 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Sachsen-Anhalt AOK Sachsen-Anhalt 14,9 %
Schleswig-Holstein HKK 15,19 %
  BKK firmus 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %
Thüringen HKK 15,19 %
  AOK plus 15,2 %
  BKK firmus 15,2 %
  BKK Mem 15,2 %
  IKK gesund plus 15,2 %

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 2. Januar 2017)

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Wie Sie Ihre Krankenkasse wechseln können

Mitglied bei einer anderen Krankenkasse zu werden, ist völlig unproblematisch und mit zwei Schreiben erledigt: Sie kündigen Ihrem alten Versicherer und melden sich beim neuen an. Die Kündigung ist aber erst komplett, wenn der alten Kasse die Mitgliedsbescheinigung der neuen Kasse vorliegt – noch innerhalb der Kündigungsfrist.

Keine der 85 für alle Versicherten geöffneten Krankenkassen darf Sie ablehnen. Davon sind 37 sogar bundesweit zugänglich. Bei den regionalen Kassen wie den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) muss der Wohnort oder Arbeitsplatz in dem jeweiligen Bundesland liegen, damit Sie beitreten können. Ob Sie bei einer Orts-, Betriebs-, Ersatz- oder Innungskrankenkasse versichert sind, hat keine praktische Bedeutung.

Kündigungsfrist - Die reguläre Kündigungsfrist in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt zwei volle Monate zum Monatsende. Das bedeutet: Wer beispielsweise bis zum 31. Januar bei seiner alten Kasse gekündigt hat, kann am 1. April in eine neue Kasse. Sie sind immer für mindestens 18 Monate an einen Anbieter gebunden. Erst danach können Sie wieder wechseln. Sofern Sie sich für einen Wahltarif entschieden haben, gilt die 18-Monatsfrist nicht. Wahltarife haben eigene Mindestlaufzeiten.

Sonderkündigungsrecht - Falls die Kasse einen Zusatzbeitrag einführt oder erhöht, können Sie außerordentlich kündigen und zwei Monate später zu einer anderen Versicherung wechseln. Die Kündigung muss spätestens bis zum Ende des Monats bei der Versicherung eingehen, in dem sie den Zusatzbeitrag erhöht. Das Sonderkündigungsrecht gilt auch für Versicherte, die noch keine 18 Monate bei ihrer Kasse sind. Die Krankenkasse muss Sie vor Beginn des höheren Beitrags auf Ihr Kündigungsrecht hinweisen. Versäumt die Versicherung diese Frist, gilt das Sonderkündigungsrecht ab dem Termin, zu dem die Nachricht bei Ihnen angekommen ist. Auch wenn Sie in einem Wahltarif versichert sind, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Nur den Krankengeld-Wahltarif können Sie erst mit Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen.

Kündigungsschreiben - Kündigen können Sie mit unserem Musterschreiben. Das können Sie auch per Fax schicken. Nehmen Sie das Sonderkündigungsrecht in Anspruch, sollten Sie sich auch im Schreiben auf den erhöhten Zusatzbeitrag beziehen: „Aufgrund des von Ihnen erhobenen Zusatzbeitrags mache ich von meinem Sonderkündigungsrecht nach § 175 Abs. 4 Satz 5 des SGB V Gebrauch.“

Im Gegensatz zu vielen anderen Versicherungen brauchen Sie bei einer Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung keine Bedenken zu haben: Sollte aus irgendeinem Grund der Wechsel nicht klappen, bleiben Sie automatisch bei der alten Kasse versichert. Die Kündigung ist dann unwirksam. Aufgrund der Krankenversicherungspflicht in Deutschland kann niemand aus Versehen die gesetzliche Krankenversicherung verlassen.

Mitgliedsantrag - Wer Mitglied bei einer anderen Krankenkasse werden möchte, füllt den Mitgliedsantrag aus, den die Kasse auf ihrer Website bereitstellt. Dafür benötigen Sie Ihre Sozialversicherungsnummer und die Anschrift Ihres Arbeitgebers, damit die Kasse ihn über Ihren Wechsel informieren kann. Für mitversicherte Familienangehörige oder Selbstständige gibt es zusätzliche Antragsformulare. Die Anträge können Sie oft online ausfüllen oder auch faxen. Ihre alte Kasse ist nach Paragraf 175 Absatz 4 SGB V verpflichtet, innerhalb von 14 Tagen eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Diese schicken Sie entweder direkt mit den Antragsunterlagen mit oder reichen Sie vor Beginn der Mitgliedschaft in der neuen Kasse nach. Erst dann ist der Kassenwechsel abgeschlossen.

Versichertenkarte - Von Ihrer neuen Krankenkasse erhalten Sie eine neue elektronische Gesundheitskarte (Versichertenkarte). Das dafür nötige Foto können Sie meist auf der Internetseite der Kasse als Datei hochladen. Ansonsten schicken Sie es per Post zu. Ihre alte Karte vernichten Sie am besten oder schicken sie Ihrer ehemaligen Kasse zurück.

Online-Kündigungsdienste helfen Ihnen, Kündigungsfristen nicht zu vergessen, und halten Kündigungsvorlagen und Anbieteradressen parat.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Digitales

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Unsere Anbieter-Empfehlung:

So haben wir getestet

Einzelempfehlung gesetzliche Krankenkassen 2017

Im Januar 2017 haben wir Krankenkassen getestet, die bundesweit zugänglich sind. Für die Vorauswahl nutzten wir die Leistungsübersicht der Krankenkassen, die die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 09/2016) zusammengestellt hat. Neben unseren Empfehlungen aus dem vergangenen Jahr kamen nur Krankenkassen in die engere Auswahl, die mindestens 13 der Kriterien voll erfüllten.

Anhand von 26 Merkmalen haben wir die Leistungen der Krankenkassen untersucht, wie sie 2017 gelten. Die Merkmale fallen in die Bereiche Service, Familie, Vorsorge, alternative Medizin, Zahnmedizin und Sonstiges. Wir empfehlen die fünf Kassen mit den besten Leistungen. Kassen mit einem besonders hohen Zusatzbeitrag, die keine besonderen Mehrleistungen gegenüber den leistungsstärksten Kassen bieten, sind keine Empfehlung.

Das Testergebnis

Krankenkasse Gesamtwertung Empfehlung Gesamtbeitrag
Bahn-BKK 74 % nein 16 %
Big direkt gesund 60 % nein 15,6 %
BKK24 73 % ja 15,7 %
BKK Gildemeister Seidensticker 51 % nein 15,8 %
Energie-BKK 73 % ja 15,7 %
Heimat KK 67 % nein 15,7 %
HEK 90 % ja 15,6 %
HKK 72 % ja 15,19 %
IKK Gesund Plus 50 % nein 15,2 %
Novitas BKK 56% nein 15,95 %
TK 68 % ja 15,6 %
Viactiv Krankenkasse 59 % nein 16,3 %

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 18. Januar 2017)

Weitere Details finden Sie im Test gesetzlicher Krankenkassen.

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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.

Julia Rieder

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Julia Rieder ist Expertin für Versicherungen und derzeit kommisarisch für das Thema Reise verantwortlich. Während ihres Volontariats bei Finanztip sammelte sie Hörfunk-Erfahrung beim Inforadio. Vorher war sie in den Redaktionen von Frontal 21, der Berliner Zeitung und dem Online-Magazin politik-digital tätig. Ihr Studium der Politikwissenschaft hat Julia Rieder an der Freien Universität Berlin mit einem Master abgeschlossen.