Neuer Fahrdienst UberX

Taxi und Uber im Vergleich: Was kostet weniger?

Das Wichtigste in Kürze

  • Neben klassischen Taxis können Sie in wenigen Städten alternative Fahrdienste nutzen. Der bekannteste ist der umstrittene Anbieter Uber.
  • In Deutschland vermittelt das US-Unternehmen Taxis („Uber Taxi“) und Limousinen („Uber Black“). Außerdem betreibt Uber ausschließlich in München den taxiähnlichen Dienst „UberX“ mit gewerblich versicherten Fahrzeugen und Fahrern mit Personenbeförderungsschein.
  • Der Dienst „Uber Pop“ mit Hobby-Fahrern wurde hierzulande gerichtlich verboten. Uber hat dieses Angebot in Deutschland eingestellt.
  • In mehreren Beispielfahrten war neue Dienst UberX 3 bis 12 Prozent günstiger als klassische Taxis.
  • Wenn Sie ein herkömmliches Taxi nutzen wollen, empfehlen wir in größeren Städten die App „Mytaxi“. In kleineren Orten kann eine App der Taxizentrale sinnvoll sein – oder ganz klassisch ein Anruf.
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Im Regen stehen und ein Taxi heranwinken war gestern. Heute können Sie bequem per Smartphone-App einen Wagen bestellen, dessen Anfahrtsweg sich live mitverfolgen lässt. Mit der Software können Sie auch bargeldlos bezahlen. Außerdem wissen Sie in manchen Fällen schon vorher, welcher Fahrer Sie abholt und welche Bewertungen er von anderen Kunden erhalten hat.

Neben den Apps, die klassische Taxis vermitteln, wollen sich neue Anbieter etablieren, die versprechen, Sie viel billiger von A nach B zu bringen. Der bekannteste Fahrdienst-Vermittler heißt Uber. Die Fahrzeuge des US-amerikanischen Unternehmens können Sie genauso wie ein Taxi bestellen, bezahlt wird über die App. Sie ist verfügbar für Android, iPhone und Windows.

Tipp

Aussprache

Laut eigener Aussage spricht sich Uber aus, wie man es schreibt – nicht über und nicht juber.

Die in San Francisco gegründete Firma bietet ihre Dienste nach juristischem Gegenwind hierzulande nur noch in Berlin und München an. Der anfangs angebotene Dienst Uber Pop entsprach offenbar nicht den Vorschriften zur gewerblichen Personenbeförderung in Deutschland. Daraufhin hat Uber die neue Taxi-Alternative UberX gestartet – allerdings vorerst nur in München. Ab Juni 2016 will das Unternehmen den Dienst auch in Berlin anbieten.

UberX-Fahrer besitzen laut Unternehmensangaben eine Konzession, den Personenbeförderungsschein und eine gewerbliche Versicherung. Doch kann UberX dann noch günstiger sein als klassische Taxis? Wir haben nachgerechnet.

Taxitarif und UberX-Preise im Vergleich

Wie viel eine Taxifahrt kostet, können die Fahrer nicht frei bestimmen: Der Tarif ist fest vorgegeben, zumindest in einem Kerngebiet. Die Höhe des Fahrpreises setzt sich zusammen aus einer Anfahrtspauschale, einem Kilometergeld und einer Art Staugebühr, die fällig wird, wenn das Taxi steht. Der Taxitarif unterscheidet sich von Stadt zu Stadt. In der untenstehenden Tabelle finden Sie ihn für die größten Orte in Deutschland. Zum Vergleich haben wir die Preise des neuen Konkurrenten Uber danebengestellt. Das Unternehmen bietet mehrere Dienste an, wir untersuchen die günstigste Variante UberX. 

UberX hat ein ähnliches Preismodell wie Taxis. Allerdings zahlen Sie statt der Staugebühr eine Fahrtgebühr, die jede Minute anfällt – egal, ob der Wagen steht oder fährt. Den Minutenpreis müssen Sie also zusätzlich zum Kilometergeld zahlen, während beim Taxi immer nur eine der beiden Gebühren fällig wird.

Kosten: Taxi versus UberX in deutschen Großstädten (in Euro)

    Anfahrt Taxi   Anfahrt Uber   anfänglicher Km-Preis Taxi   Kilometerpreis UberX   Wartezeit/Min. Taxi   Gesamtzeit/Min. UberX
Berlin   3,40   3,40 (Uber Taxi)   1,79   1,79 (Uber Taxi)   0,42¹   0,42¹ (Uber Taxi)
Düsseldorf   5,50     1,90     0,50²  
Frankfurt/Main   2,80     1,75     0,42  
Hamburg   3,20     2,35     0,50¹  
Köln   3,00     1,80     0,50  
München   3,50   2,00 (UberX)   1,80   1,30 (UberX)   0,43   0,30 (UberX)

¹ je Stopp erst ab der zweiten Minute
² es werden pauschal zwei Minuten abgezogen

Quelle: Uber (Stand: 23. November 2015), Taxizentralen (Stand: 21. Mai 2015)

Der angegebene Kilometerpreis fürs Taxi bezieht sich auf die ersten Kilometer einer Strecke, die unter der Woche tagsüber gefahren wird. Je weiter Sie fahren, desto niedriger wird der Kilometerpreis in der Regel. So bezahlen Sie in Berlin ab dem siebten Kilometer statt 1,79 Euro nur noch 1,28 Euro.

Teurer wird es hingegen abends oder am Wochenende in manchen Städten: In Frankfurt und Köln gibt es zum Beispiel entsprechende Aufschläge von 10 bis 20 Cent je Kilometer.

Auf sehr kurzen Strecken müssen Sie sowohl im Taxi als auch bei Uber einen Mindestpreis bezahlen. Er beträgt 2 Euro bei Uber und liegt bei Taxifahrten zwischen 2,80 und 5,50 Euro.

UberX ist auf kurzen Strecken und im Stau besonders günstig

Achtung

Aufschlag zu Stoßzeiten

Uber kann höhere Preise verlangen, wenn viele Kunden ein Fahrzeug anfordern, zum Beispiel an Silvester oder zum Oktoberfest. Fahren Sie dann besser mit dem Taxi.

Die Taxitarife mit ihren anfangs recht hohen Kilometerpreisen legen nahe, dass UberX auf kürzeren Strecken deutlich günstiger ist. Der Preisvorteil wird tendenziell kleiner, je weiter die Strecke ist. Außerdem hängt der Beförderungspreis davon ab, wie voll es gerade auf den Straßen ist. Auf Routen mit unvermeidlichen Staus, wo der Wagen lange Zeit steht, zahlen Fahrgäste hohe Wartegebühren im Taxi – ein Vorteil für UberX mit seiner deutlich niedrigeren Zeitgebühr.

Auf weiten Fahrten in langsamem Tempo, aber ohne Stau ist das Taxi kaum teurer als der alternative Fahrdienst, weil dann im Taxi keine Wartegebühr fällig wird, während die Uber-Zeitgebühr trotzdem anfällt. In der folgenden Tabelle sehen Sie die Kosten für drei Beispielfahrten am Nachmittag in München.

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Beispielfahrten in München

Strecke   Entfernung   reine Fahrzeit   Zeit im Stau   Preis Taxi   Preis UberX   Preisvorteil UberX
Hauptbahnhof – Hofbräuhaus   3,6 km   9 Min.   3 Min.   11,99 €   10,80 €   10 %
Hotel am Leuchtenbergring – Theresienwiese   7,3 km   17 Min.   6 Min.   19,88 €   19,30 €   3 %
Pienzenauerstraße – Allianz Arena (über A9)   10,3 km   13 Min.   8 Min.   25,44 €   22,60 €   11 %

Quelle: eigene Recherche (Stand: 21. Mai 2015)

Auf allen Beispielfahrten ist UberX günstiger als klassische Taxis, und zwar um 3 bis 11 Prozent. Um die mögliche Ersparnis im Einzelfall zu berechnen, sollten Sie die Fahrpreisvorschau der Uber-App nutzen. Den Kostenvoranschlag vergleichen Sie dann mit dem Taxipreis. 

Uber
Taxi-Alternative

  • UberX meist günstiger als ein Taxi
  • Fahrpreisvorschau
  • bargeldlose Bezahlung
  • Fahrer-Bewertungen
  • für Android, iPhone und Windows
  • längere Wartezeit als beim Taxi möglich
  • UberX nur in München verfügbar
Uber

Mytaxi kann überzeugen

Wenn Sie lieber ein klassisches Taxi nutzen wollen, können Sie das Fahrzeug nur in Berlin mit der App von Uber rufen – der Dienst heißt Uber Taxi. Darüber hinaus gibt es zahlreiche spezialisierte Taxi-Apps. Fünf der beliebtesten Programme haben wir 2014 einem Kurztest unterzogen.

Taxi-Apps im Vergleich

    Anzahl Städte   Fahrpreis-vorschau   bargeldloses Bezahlen   Fahrer-Bewertungen   Apps für …
Better Taxi   „alle Orte“         Android, iPhone, Web
My Taxi   40         Android, iPhone, Windows, Blackberry, Web
Taxi Deutschland   „alle Orte über 5.000 Einwohner“         Android, iPhone
Taxi.de   „alle Städte über 60.000 Einwohner“         Android, iPhone, Web
Taxi.eu   51         Android, iPhone, Web
Uber   2         Android, iPhone, Windows, Web

Quelle: Uber (Stand: 23. November 2015), Taxi-Unternehmen (Stand: 11. August 2014)

Am meisten überzeugt hat uns Mytaxi von Daimler. Die App läuft flüssig und lässt sich komfortabel bedienen. Sie bietet eine Fahrpreisvorschau und bargeldlose Bezahlung. Als einzige Taxi-App in unserem Vergleich können Sie mit Mytaxi Ihren Fahrer bewerten und ihn für künftige Strecken speichern. Außerdem einzigartig: Die App läuft auf allen wichtigen Handy-Betriebssystemen: Android, iOS und Windows. Da der Taxitarif vorgegeben ist, reisen Sie mit Mytaxi jedoch im Normalfall nicht günstiger als mit anderen Programmen. Allerdings hat Daimler in der Vergangenheit mehrere Male für einen begrenzten Zeitraum einen Nachlass von 50 Prozent gewährt, wenn der Kunde bargeldlos mit der App bezahlt hat.

Mytaxi
Taxi-App von Daimler

  • Fahrpreisvorschau
  • bargeldlose Bezahlung
  • Fahrer-Bewertungen
  • für Android, iPhone, Windows und Blackberry
  • teilweise weniger Taxis verfügbar als über Taxizentrale

Mytaxi

Ein Nachteil von Mytaxi ist jedoch, dass nicht so viele Taxis angeschlossen sind wie bei anderen Apps. Das liegt daran, dass Daimler hierbei nicht mit den traditionellen Taxizentralen zusammenarbeitet. In größeren Städten ist das kein Problem. In ländlichen Regionen kann es jedoch notwendig sein, eine App mit Anbindung an die Taxizentralen zu nutzen, zum Beispiel taxi.de.

Wann sich ein Festpreis lohnt

Innerhalb des sogenannten Pflichtgebiets muss nach Taxameter gefahren werden. Wenn Sie allerdings aus diesem Gebiet herausfahren, können Sie einen Festpreis vereinbaren. Außerdem lassen sich einige Taxifahrer auch innerhalb des Pflichtgebietes auf eine Pauschale ein. Ob sich das lohnt, kommt auf Ihr Verhandlungsgeschick an. Wenn Sie eine längere Fahrt planen, können Sie den Tarifpreis zum Beispiel auf taxi-rechner.de herausfinden. Später können Sie versuchen, eine günstigere Pauschale mit einem Fahrer zu verhandeln. Auf kürzeren Strecken gilt in der Regel: Sparen Sie sich die Mühe – Sie holen kaum etwas heraus.

Alternative Mitfahrzentrale für kurze Strecken: Flinc

Spontane Mitfahrgelegenheiten und solche für regelmäßige Fahrten finden Sie mit Flinc. Die App für Android und iPhone soll vor allem Strecken zwischen Orten im ländlichen Raum anbieten, die mit urbanen Verkehrsmitteln wie Taxi, öffentlichem Nahverkehr und Fahrrad schlecht erreichbar sind. Doch wir haben während unseres Tests auch Verbindungen innerhalb der Großstadt München gefunden. Wenn Sie eine Fahrt planen, tragen Sie sie einfach in die App ein. Mit etwas Glück meldet sich ein Fahrer und nimmt Sie für eine geringe Aufwandsentschädigung mit. Und wenn nicht, dann können Sie immer noch ein Taxi oder Uber-Fahrzeug rufen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.