Geldanlage

Wie die Einlagensicherung Ihr
Vermögen schützt

Das Wichtigste in Kürze

  • Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt.
  • Die Einlagensicherung gilt für Tagesgeld-, Festgeld- und Girokonten sowie für Sparguthaben und Sparbriefe.
  • In Deutschland gibt es darüber hinaus weitere Sicherungssysteme, die die Rückzahlung der Kundengelder in Millionenhöhe oder sogar vollständig garantieren.
  • Doch bei einer Systemkrise, die den gesamten Bankensektor erfasst, dürfte selbst das deutsche mehrstufige Sicherheitsnetz an seine Grenzen stoßen.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass die gesetzliche Einlagensicherung in anderen EU-Staaten nicht gut funktioniert, ist umso höher, je niedriger die Kreditwürdigkeit des jeweiligen Landes ist.
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Geht eine Bank innerhalb der Europäischen Union (EU) pleite, sind Einlagen wie Tages- und Festgeld bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Institut gesetzlich abgesichert. Grundlage dafür ist die Richtlinie 2009/14/EG. Bei Gemeinschaftskonten, zum Beispiel von Eheleuten, erhöht sich der Schutz auf 200.000 Euro. Als Bank gilt dabei jedes Institut mit eigener Banklizenz. Das bedeutet, dass ein rechtlicher Anspruch auf Entschädigung besteht, der notfalls vor Gericht eingeklagt werden kann. Die garantierte Summe beinhaltet auch die Ansprüche auf Zinszahlungen.

Ab dem 3. Juli 2015 deckt die Einlagensicherung auch Fremdwährungskonten ab, etwa in US-Dollar oder Schweizer Franken. Zuvor waren nur Konten in EU-Währungen geschützt. Zudem kann sich künftig die garantierte Summe auf bis zu 500.000 Euro erhöhen. Das ist dann der Fall, wenn besondere Lebensumstände zu hohen Einzahlungen führen – etwa beim Verkauf einer selbstgenutzten Immobilie, bei Scheidung, Renteneintritt, Kündigung oder Invalidität. Der erhöhte Schutzumfang gilt aber nur für sechs Monate.

Manche Anbieter von Tages- und Festgeld in Deutschland verfügen nicht über eine eigene Banklizenz. Sie sind Marken ausländischer Banken. Das gilt beispielsweise für Moneyou, den Online-Anbieter der niederländischen ABN Amro Bank. Wer bei Moneyou Geld anlegt und gleichzeitig bei ABN Amro Konten unterhält, muss seine Guthaben zusammenrechnen. Innerhalb des Konzerns gilt die Grenze von 100.000 Euro, auch wenn ein Geschäftszweig unter anderem Namen am Markt auftritt.

Anders liegen die Dinge bei eigenständigen Tochtergesellschaften mit Banklizenz. So hat zum Beispiel die Postbank, eine Tochter der Deutschen Bank, eine eigene Einlagensicherung, unabhängig vom Mutterhaus.

Einlagensicherung in Deutschland

Innerhalb der EU sind derzeit die einzelnen Länder für die Einlagensicherung verantwortlich. Ab 2016 soll der neu geschaffene Abwicklungsfonds SRM (Single Resolution Mechanism) in die Bresche springen, wenn international agierende Banken oder Institute, die unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank stehen, in finanzielle Not geraten. Kleinere Geldhäuser werden weiterhin von den nationalen Behörden abgewickelt. Die Sicherung der Einlagen bleibt aber Ländersache.

In Deutschland ist die gesetzliche Einlagesicherung so unübersichtlich wie in keinem anderen EU-Land. Ursache ist das komplizierte Bankensystem: Es gibt private Banken wie die Deutsche Bank und die ING-Diba. Hinzu kommen die öffentlichen Banken, zu denen etwa die Deutsche Kreditbank AG (DKB) und die Investitionsbanken der Bundesländer zählen. Dann gibt es noch die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken. Zu letzteren gehören alle Volks- und Raiff­eisen­banken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Jede dieser Gruppen hat ein eigenes Einlagensicherungssystem.

Privatbanken in Sicherungsfonds organisiert

Für private Banken ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) zuständig. Doch nicht alle Institute, die in Deutschland Tages- und Festgeldkonten anbieten, unterliegen auch der hiesigen Einlagensicherung. Für manche ist die Einlagensicherung des Landes zuständig, in dem die Bank ihren Sitz hat. Die Consorsbank ist als Niederlassung der BNP Paribas beispielsweise Mitglied im französischen Einlagensicherungsfonds.

Die EdB finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, die als sogenanntes unselbständiges Sondervermögen des Bundes verwaltet werden. Das bedeutet, dass nicht der Bund, sondern die einzelnen Banken untereinander die Einlagen garantieren. Die EdB gibt weder Auskunft über die Höhe ihrer Mittel noch über den Teil der Spareinlagen, der dadurch tatsächlich abgesichert ist. Laut eigener Auskunft ist die EdB allerdings nicht für eine schwere Krise des gesamten Bankensektors ausgelegt. Wie sicher die Einlagen im Fall einer schweren Systemkrise wären, kann deshalb niemand mit Sicherheit vorhersagen. Bei systemrelevanten Banken, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten, dürfte aber der Staat in die Bresche springen, damit es gar nicht erst zu einer Pleite kommt. Eine gesetzliche Garantie dafür gibt es aber nicht.

Zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung sind viele private Banken noch Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Dadurch sind pro Kunde Guthaben oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherung bis zu einer Höhe von maximal 20 Prozent des Eigenkapitals einer Bank abgedeckt. Diese Grenze wird allerdings bis 2025 schrittweise auf 8,75 Prozent gesenkt.

Die Höhe des maßgebenden Eigenkapitals wird durch die zuletzt veröffentlichte Bilanz bestimmt. Börsennotierte Unternehmen legen ihre Bilanzen vier Mal im Jahr vor. Wir gehen davon aus, dass sich das Eigenkapital einer Bank bereits deutlich reduziert hat, bevor es zum tatsächlichen Zahlungsausfall kommt. Das bedeutet, dass sich die Summe, für die die freiwillige Einlagensicherung tatsächlich garantiert, stark verringert, und niemand sagen kann, wie hoch eine Entschädigung ausfällt. Darüber hinaus haben Bankkunden im Gegensatz zur gesetzlichen Einlagensicherung keinen rechtlichen Anspruch auf die Entschädigung.

Nach Angaben des BdB waren im Juni 2015 pro Kunde im Durchschnitt knapp 200 Millionen Euro über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds geschützt. Die Untergrenze beträgt bei kleinen Banken derzeit eine Million Euro.

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Öffentliche Banken mit eigenen Fonds

Die öffentlichen Banken, die im Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) organisiert sind, unterhalten ihre eigene gesetzliche Einlagensicherung. Zuständig ist die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH.

Darüber hinaus sind viele öffentliche Banken zusätzlich Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des VÖB. Über die Höhe der Absicherung macht der Verband keine Angaben. Auf dessen Website heißt es lediglich: „Leistungen des Einlagensicherungsfonds e. V. erfolgen auf freiwilliger Basis nach der Leistungsfähigkeit des Fonds, das heißt, im Rahmen des vorhandenen Fondsvermögens.“ Wie bei den privaten Banken besteht auch beim VÖB-Fonds kein Rechtsanspruch auf Zahlungen in einem Schadensfall.

Die Bank mit den größten Spareinlagen in diesem Verband ist die Deutsche Kreditbank (DKB), eine Tochter der Bayerischen Landesbank.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit Institutssicherung

Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und Genossenschaftsbanken sind nicht Mitglied in den gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen. Sie stützen sich stattdessen auf eine sogenannte Institutssicherung. Nach dem Motto „Alle für einen“ springen die Mitglieder ein, falls eine Bank aus dem Verbund in Schwierigkeiten gerät. Auf diese Weise soll ausgeschlossen werden, dass es überhaupt zu einer Insolvenz und damit zu einem Entschädigungsfall kommen kann. Demnach sind die Einlagen der Kunden auf dem Papier in unbegrenzter Höhe abgesichert.

Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und die Deka Bank gehören dem Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe im Deutschen Sparkassen- und Giroverband an. Die Genossenschaftsbanken sind in der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken organisiert.

Gesetzliche Einlagensicherung bei Banken aus dem EU-Ausland

Die Angebote mit den höchsten Zinsen für Tagesgeld und Festgeld stammen meist von Banken, die ihre Lizenz nicht aus Deutschland haben, sondern aus einem anderen Staat der EU. Am deutschen Markt sind vor allem Banken mit niederländischer, französischer oder österreichischer Zulassung vertreten.

Die Abwicklung von Schadensfällen ist seit Anfang Juli 2015 deutlich vereinfacht. Sparer müssen sich nicht mehr mit der jeweiligen Entschädigungseinrichtung im Ausland auseinandersetzen. Entschädigungszahlungen laufen künftig über das deutsche Einlagensicherungssystem im Auftrag der ausländischen Einrichtung.

Abwicklung von Schadensfällen in Deutschland

Seit Juli 2015 haben es deutsche Sparer leichter bei einem Schadensfall. Sie müssen keine Anträge mehr stellen und werden automatisch entschädigt. Auch die Zahlungsfrist wird kürzer. Ab dem 1. Juni 2016 muss die Entschädigungseinrichtung spätestens nach sieben Tagen zahlen. Bisher dahin betrug die Frist 20 Tage.

Finanztip-Empfehlung zur Einlagensicherung

Auch wenn die zunehmende europäische Integration der Banken das Finanzsystem als Ganzes stärken sollte, so ist es doch fraglich, ob die Sicherungssysteme in der Praxis funktionieren. Falls es zu einer schweren Systemkrise im Bankensektor kommt, werden die zur Verfügung stehenden Mittel kaum ausreichen, um mehrere Großbanken zu retten. Das räumt auch der Bundesverband deutscher Banken unumwunden ein.

Die einzelnen Staaten werden demnach auch in Zukunft als letzter Rettungsanker herhalten und für die Einlagen von Sparern garantieren müssen. Deshalb empfehlen wir nur Banken, die aus einem Land mit hoher Finanzkraft stammen. Diese Staaten wären im Krisenfall viel eher in der Lage, für die Spareinlagen zu bürgen. Auf der anderen Seite ist natürlich denkbar, dass die anderen EU-Länder einem Mitgliedstaat zu Hilfe eilen, sollte dieser bei einer Bankenkrise die Einlagen der Kunden nicht mehr garantieren können. Doch ohne langwierige politische Verhandlungen dürfte das nicht über die Bühne gehen.

Ein Hinweis auf die Finanzkraft eines Landes ist dessen sogenanntes Rating. Dabei handelt es sich um Bonitätsnoten, die die führenden Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch vergeben. Ein sogenanntes Triple-A-Rating (AAA) entspricht der höchsten Kreditwürdigkeit. Eine Übersicht über die Bonität einiger EU-Länder gibt die folgende Tabelle.

Bonitätsnoten von EU-Ländern mit Sparangebot von Banken in Deutschland

Land Rating S&P Rating Moody’s Rating Fitch
Deutschland AAA Aaa AAA
Schweden AAA Aaa AAA
Vereinigtes Königreich AA Aa1 AA
Niederlande AAA Aaa AAA
Österreich AA+ Aa1 AA+
Frankreich AA Aa2 AA
Estland AA- A1 A+
Italien BBB- Baa2 BBB+
Bulgarien BB+ Baa2 BBB-
Polen BBB+ A2 A-
Portugal BB+ Ba1 BB+

Quelle: Finanztip-Recherche bei S&P, Moody's, Fitch (Stand: 30. Juni 2016)

Tages- und Festgeld-Angebote mit besonders hohen Zinsen bieten oftmals Banken an, die ihren Sitz in Ländern mit niedriger Bonität haben. Anleger sollten sich bewusst machen, dass sie bei solchen Offerten möglicherweise ein höheres Risiko eingehen. Letztlich setzen sie darauf, dass in einer schweren Finanzkrise die Europäische Union zusammensteht und dass die finanzstarken Länder den schwächeren Staaten aus der Patsche helfen.

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Dirk Eilinghoff
von Finanztip
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Hallo HALeo,
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5. Januar 2015 zum Beitrag
Dann spricht ja nichts gegen eine solche Anlage :-)
2. Januar 2015 zum Beitrag
[quote='Henning','http://www.finanztip.de/community/thema/1020-einlagensicherung?postID=15388#post15388']Solange die Bank der deutschen Einlagensicherung über den "Bundesverband deutscher Banken" ...
2. Januar 2015 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Manuel Kayl ist bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Studiert hat er an der TU München und dem Max-Planck-Institut für Physik.

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.