Ratgeber Lebensversicherung kündigen

Wer kündigt, verschenkt Geld

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Versicherte verschenken Geld, weil sie ihre Lebens- oder Rentenversicherung vorzeitig kündigen.
  • Kündigen ist nur selten sinnvoll. Es lohnt sich etwa, wenn Sie den Vertrag erst kurz zuvor abgeschlossen haben und das Geld besser in andere Formen der privaten Altersvorsorge investieren können.
  • Gerade alte klassische Lebensversicherungen oder Rentenpolicen sind wegen hoher Garantiezinsen oft lukrativ. Diese sollten Sie, falls möglich, behalten.
  • Wer kurzfristig Geld braucht, kann eine Lebensversicherung auch beleihen oder beitragsfrei stellen.
  • Um eine Versicherung loszuwerden, ist der Verkauf oft rentabler als das Kündigen. Es bietet sich auch an, die Laufzeit zu verkürzen.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie, ob grundsätzlich etwas dafür spricht, den Vertrag zu behalten.
  • Sammeln Sie alle wichtigen Daten mit unserem Fragebogen.
  • Berechnen Sie mit unserem Excel-Rechner, wie lukrativ Ihre Versicherung wirklich ist.
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Achtung

Beitragsfrei stellen

Wer seine Kapitallebensversicherung eigentlich weiterführen möchte, aber die Beiträge (vorübergehend) nicht mehr bezahlen kann, hat die Möglichkeit, die Police beitragsfrei zu stellen.

Der Anfang ist ein bisschen wie der Traum von einer langen, glücklichen Ehe: Eine Lebens- oder Rentenversicherung hat mitunter eine Laufzeit von 30 Jahren. Schließlich soll sie meist der Altersvorsorge dienen. Doch nur wenigen Versicherten gelingt es, die Beitragszahlungen bis zum Ende durchzuhalten: Etwa jeder zweite Versicherte kündigt seine Kapitallebensversicherung vorzeitig. Allein im Jahr 2015 haben die Bundesbürger Verträge im Wert von mehr als 13 Milliarden Euro abgebrochen.

Dabei verschenken die meisten viel Geld. Während eine Kündigung nur in manchen Fällen tatsächlich der beste Ausweg ist, lohnen sich oft Alternativen, zum Beispiel: 

  • der Verkauf der Police,
  • den Vertrag beitragsfrei zu stellen,
  • ein Policendarlehen oder
  • die Verkürzung der Laufzeit.

Warum die Kündigung ein Verlust ist

Kündigt ein Versicherter seinen Vertrag, erhält er nur den sogenannten Rückkaufswert seiner Police. Dieser ist vor allem in den ersten Jahren der Laufzeit sehr niedrig und liegt längere Zeit deutlich unter dem, was der Versicherte bisher an Beiträgen eingezahlt hat. 

Der Grund: Nur ein Teil des gezahlten Beitrags fließt auch wirklich in den Wert der Lebensversicherung. Das ist der sogenannte Sparanteil. Der Rest des Geldes geht für Abschluss- und Verwaltungskosten sowie den Todesfallschutz ab. In den ersten Jahren finanziert der Beitrag zum Beispiel die Abschlussprovision, die der Versicherungsberater für die Vermittlung erhält. Erst am Ende der Vertragslaufzeit legt die Entwicklung des Rückkaufswerts richtig zu.

Ein großer Teil des Wertzuwachses stammt aus dem Schlussüberschuss, den es erst ganz am Ende der vereinbarten Laufzeit gibt. Er beträgt laut Branchenanalyst Assekurata bei klassischen Verträgen durchschnittlich 20 Prozent der gesamten Verzinsung. Wer vorher kündigt, verzichtet auf einen Teil oder auf den gesamten Schlussüberschuss. Zusätzlich fällt ein Stornoabschlag an.

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Was noch gegen die Kündigung spricht

Auch über den Rückkaufswert hinaus gibt es eine Reihe von Aspekten, die dafür sprechen können, die Lebens- oder Rentenversicherung weiterzuführen:

Vertrag mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung - Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit der Lebensversicherung gekoppelt, ist es sinnvoll, diesen Vertrag zu erhalten. Denn der Neuabschluss wird mit dem Alter immer teurer. Nur wer genügend Vermögen hat, kann auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten.

Manche Anbieter führen die Zusatzversicherung als eigenständige Police weiter. In diesem Fall ist es möglich, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu behalten und die Lebensversicherung zu beenden. Das sollten Kunden aber unbedingt vor einer Kündigung mit der Versicherung klären.

Rürup-Vertrag - Bei einer Rürup-Rentenversicherung ist eine Kündigung ausgeschlossen. Der Vertrag lässt sich höchstens beitragsfrei stellen.

Direktversicherung - Auch in diesem Fall ist Kündigen in der Regel nicht möglich. Normalerweise ist es aber auch nicht sinnvoll, eine betriebliche Direktversicherung privat weiterzubezahlen. Stellen Sie den Vertrag lieber beitragsfrei, bis Sie ihn bei einem neuen Arbeitgeber wieder einsetzen können.

Riester-Vertrag - Ein Riester-Vertrag lässt sich zwar kündigen, aber Sie müssen die gesamten Zulagen und auch die Steuervorteile zurückzahlen. Besser ist daher, ihn beitragsfrei zu stellen oder in einen anderen, kostengünstigeren Riester-Vertrag zu wechseln. Die Gebühr dafür beträgt höchstens 150 Euro. Der neue Vertrag sollte keine Abschlusskosten enthalten, sonst lohnt sich der Wechsel praktisch nie. Infrage kommt zum Beispiel ein Riester-Banksparplan.

Was ist besser: Kündigen oder bleiben?

In vielen Fällen verschenken Verbraucher Geld, falls sie kündigen. Doch manchmal lohnt sich auch ein klarer Schnitt. Es kommt ganz auf den Vertrag und die Situation an.

Tipp

Fonds übertragen lassen

Wer eine fondsgebundene Versicherung kündigt, kann sich oft die Fonds übertragen lassen. Statt dass die Versicherung diese zum Kündigungszeitpunkt auflöst, können Sie sie dann selbst zu einem möglicherweise besseren Zeitpunkt verkaufen.

Mit der Kündigung macht selten etwas falsch, wer zum Beispiel mit dem Rückkaufswert einen Kredit abbezahlen kann, dessen Zinsen höher sind als die Verzinsung der Lebensversicherung. Ob es besser ist, den Kredit abzulösen, sollten Kunden aber in Ruhe durchrechnen. Auch wer dringend Geld benötigt, mit den Alternativen zur Kündigung aber nicht weiterkommt, kann den Vertrag auflösen.

Bei Lebensversicherungen, die Sie noch vor 2005 abgeschlossen haben, gilt als Daumenregel, dass es meist am sinnvollsten ist, den Vertrag beitragsfrei zu stellen. Denn die Auszahlung der Policen ist nach zwölf Jahren Laufzeit steuerfrei und der Garantiezins mit knapp 3 bis 4 Prozent noch recht hoch. Sichere Anlagen können mit dieser Verzinsung heute nicht mehr mithalten. Vor allem Verträge, die kurz vor der Auszahlung sind, sollten Sie jetzt noch durchhalten und nicht kündigen. Ist das Geld knapp, sind ein Verkauf, eine Laufzeitverkürzung oder das kurzfristige Beleihen der Versicherung immer noch besser als Kündigen.

Tipp

Kurz vor Ende weiter durchhalten

Steht die Lebensversicherung kurz vor dem Vertragsende, ist es meist sinnvoll, noch bis zum Ende durchzuhalten. Denn sonst geht ein Teil der Schlussüberschüsse verloren. Auch ein Verkauf ist wenig sinnvoll. Ist das Geld knapp, können Sie den Engpass mit einem Ratenkredit überbrücken.

Wer seinen Vertrag erst ab 2005 unterschrieben hat, konnte bisher noch nicht viel Geld darin ansammeln. Rentiert sich die Police wenig, weil die Zinsen niedrig und die Verwaltungsgebühren hoch sind, sollten Sie eine Kündigung durchrechnen – besonders, wenn sich der Vertrag noch im ersten Drittel der Vertragslaufzeit befindet.

Zumindest den Versuch wert ist auch der Verkauf der Police. Das Geld investieren Sie dann am besten in eine Anlage, die bessere Renditen bringt. Ist das Ende schon nahe, gilt es abzuwägen, ob es nicht doch besser ist, den Vertrag beitragsfrei zu stellen.

Bei Policen, die noch länger laufen, gilt: Wer grundsätzlich seine Versicherung behalten möchte, aber kurzfristig Geld braucht, kann den Vertrag beleihen oder vorrübergehend beitragsfrei stellen. Auch denkbar ist, den Vertrag zu ändern, indem Sie zum Beispiel Zusatzversicherungen wie eine Unfallversicherung streichen.

Sie wollen… Dann können Sie…
… die Versicherung grundsätzlich behalten, brauchen aber kurzfristig Geld? … die Police beleihen oder vorrübergehend beitragsfrei stellen, um den Engpass kurzfristig zu überbrücken.
… die Versicherung loswerden, um einen Kredit abzubezahlen? … die Lebensversicherung verkaufen oder kündigen. Vergleichen Sie unbedingt, was sich mehr lohnt. Steht der Vertrag kurz vor dem Ende, kann es auch sinnvoll sein, ihn zu behalten und notfalls beitragsfrei zu stellen.
… die Versicherung loswerden, weil Sie langfristig eine große Summe Geld brauchen? … die Lebensversicherung verkaufen oder bis zum Ende der Laufzeit beitragsfrei stellen. In Ausnahmen lohnt auch die Kündigung. Haben Sie es nicht eilig, können Sie auch versuchen, die Laufzeit zu verkürzen.
… weniger in die Versicherung einzahlen? … die Versicherung beitragsfrei stellen oder den Vertrag ändern, zum Beispiel Zusatzversicherungen streichen oder die Versicherungssumme verringern.
… nicht mehr einzahlen, weil Sie glauben, dass der Vertrag sich nicht rentiert? … mit unserem Rechner prüfen, ob es besser wäre, die Versicherung zu verkaufen – oder sie zu behalten, weil sie sich doch lohnt.

Quelle: Finanztip-Darstellung (Stand: 30. Mai 2017)

Rendite der Kapitallebensversicherung selbst berechnen

Die Entscheidung, die Lebensversicherung zu kündigen oder fortzuführen, hängt auch von der Rendite des Vertrages ab. Wer eine kapitalgebundene Lebensversicherung besitzt, kann diese mit unserem Rechner und Fragebogen überprüfen.

Schritt 1: Rückkaufswert der Versicherung bestimmen
Finden Sie als erstes heraus, ob Sie Anspruch auf einen höheren Rückkaufswert haben, als in Ihrer letzten Mitteilung ausgewiesen ist. Das kann der Fall sein, wenn Sie Ihren Vertrag zwischen 1994 und Ende 2007 abgeschlossen haben. Denn in diesen Verträgen finden sich häufig unwirksame Klauseln zur Berechnung des Rückkaufswerts. Viele Anbieter haben ihre Rechnung bereits angepasst. Wer unsicher ist, kann sich an die Verbraucherzentralen wenden.

Schritt 2: Daten sammeln per Fragebogen
Füllen Sie anhand Ihrer Versicherungsunterlagen unseren Fragebogen aus. Setzen Sie nur die Werte ein, bei denen Sie sich sicher sind. Sie brauchen nicht zwingend alle Angaben. Je mehr Daten Sie haben, desto genauer wird die Rechnung allerdings. Sie sollten mindestens die Angaben zu den garantierten Werten des Vertrags parat haben. Fragen Sie im Zweifel bei der Versicherung nach oder bitten Sie sie direkt, die fehlenden Angaben zu ergänzen. Die Antwort kann nach unserer Erfahrung aber einige Zeit auf sich warten lassen.

Schritt 3: Renditen mit unserem Excel-Rechner bestimmen
Unser Excel-Rechner macht es leicht, die Rendite zu ermitteln. Sie geben im Reiter „Rechner“ die entsprechenden Angaben aus dem ausgefüllten Fragebogen oder Ihren Versicherungsunterlagen ein.

Das Excel-Tool ermittelt, wie viel der Vertrag wahrscheinlich einbringt. Dazu rechnet es aus, was im schlechtesten Fall, was im besten Fall und was in einem dazwischenliegenden Fall herauskommt. Darauf basierend gibt Ihnen der Rechner direkt eine Handlungsempfehlung. Insbesondere der schlechteste Fall gibt Auskunft darüber, welche Rendite in Ihrer Versicherung tatsächlich garantiert ist und wie diese im Vergleich zu anderen sicheren Anlagen einzuschätzen ist.

Hilfe in Anspruch nehmen

Niemand muss die Entscheidung für oder gegen eine Kündigung der Lebens- oder Rentenversicherung alleine treffen. Es gibt Hilfe von verschiedenen Stellen.

Die Verbraucherzentrale Hamburg prüft gegen eine Gebühr von 85 Euro Lebensversicherungen. Darunter fällt die Renditeberechnung oder die Prüfung des Rückkaufswerts. Allerdings betrug die Wartezeit wegen der vielen Anfragen in der Vergangenheit mitunter sechs Monate. 

Auch Versicherungsberater helfen bei der Berechnung. Gehen Sie von einer Beratungsdauer von um die vier Stunden aus – in komplizierten Fällen auch mehr. Dabei ist ein Stundensatz von 150 Euro üblich. Versicherungsberater erhalten ein Honorar anstelle von Provisionen. Daher können Sie eine unabhängige und objektive Beratung erwarten. Damit sich die Ausgabe lohnt, sollte der Vertrag mindestens 30.000 Euro wert sein.

Wie Sie einen guten Versicherungsberater finden, erfahren Sie in unserem Ratgeber Einen Honorarberater finden.

Alternative 1: Vertrag beitragsfrei stellen

Lebens- und Rentenversicherungen lassen sich entweder vorrübergehend oder bis zum Ende der Laufzeit beitragsfrei stellen. Das bedeutet, dass Sie in dieser Zeit keine Beiträge mehr zahlen, das bisher angesparte Kapital aber im Vertrag verbleibt und weiterhin verzinst wird.

Allerdings schreiben die Versicherungen den stillgelegten Verträgen in der Regel niedrigere Überschüsse gut als aktiven Verträgen. Außerdem fallen Stornoabschläge wie bei einer Kündigung an. Obwohl die Versicherung nicht weiter bedient wird, entstehen weiterhin Verwaltungskosten, die am Guthaben nagen. Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung können sie das Fondsvermögen schmälern.

Solange Sie keine Beiträge zahlen, entfällt auch der Versicherungsschutz von Zusatzversicherungen wie einer Berufsunfähigkeitsversicherung. In diesem Fall müssten Sie diese neu abschließen, häufig zu schlechteren Konditionen.

Soll die Lebensversicherung nur vorübergehend ruhen, etwa um kurzfristig einen Engpass zu überwinden, gilt zu beachten, dass viele Anbieter dies nur für einen kurzen Zeitraum ermöglichen. Nach Ablauf dieser Frist – häufig ein bis zwei Jahre – kommt es auf die Kulanz der Versicherung an, ob sie den Vertrag nochmal reaktiviert. Oft ist eine neue Gesundheitsprüfung fällig, um die Lebensversicherung wieder zu aktivieren. Ist Ihr Gesundheitszustand schlecht, steigt dann möglicherweise Ihr Beitrag.

Achten sollten Sie auch darauf, wie sich das auf die Steuer auswirkt. Sie genießen den Steuervorteil auf die Auszahlung der Versicherungssumme nur, wenn der Vertrag zwölf Jahre gelaufen ist. Beleben Sie die Lebensversicherung aber nach mehreren Jahren wieder, geht das Finanzamt von einem neuen Vertrag aus. Dann beginnt die zwölfjährige Laufzeit wieder von vorne, und Ihr Steuervorteil ist erstmal verloren. Bei Verträgen aus den Jahren vor 2005 macht es nichts aus, sie bis zu zwei Jahre stillzulegen, bei neueren Verträgen sind drei Jahre möglich.

Alternative 2: Lebensversicherung verkaufen

Wer seine Lebensversicherung endgültig loswerden möchte – sei es aus Geldnot oder weil sich der Vertrag nicht rentiert –, kann versuchen, sie an spezialisierte Aufkäufer zu verkaufen.

Tipp

Widerruf prüfen

Wer zwischen 1994 und 2007 eine Police abgeschlossen hat, sollte prüfen, ob auch ein Widerruf möglich ist. Dann zahlt die Lebensversicherung die gezahlten Beiträge samt Zinsen zurück. Bei neueren Policen kann dieser Betrag über dem Rückkaufswert liegen.

Damit gehen alle Rechte auf Auszahlungen aus dem Vertrag auf einen sogenannten Policen-Ankäufer über. Der Kaufpreis, den Sie für die Police bekommen, ist meist um 3 bis 5 Prozent höher als der Rückkaufswert.

Der Ankäufer einer Lebensversicherung kauft in aller Regel nur eine wertvolle Police. Also einen Vertrag, von dem er glaubt, dass er langfristig mehr wert sein wird, als er bei Kauf bezahlt. Deswegen ist es schwierig, eine Police zu verkaufen, die beispielsweise erst kurz läuft oder die eine schlechte Rendite erwirtschaftet.

Verschiedene Policen-Ankäufer können bei der Berechnung des Werts auf unterschiedliche Beträge kommen. Fordern Sie daher mehrere Angebote an. Ein Verkauf der Police ist ab einem Mindestrückkaufswert von 10.000 Euro möglich. Fondsgebundene Lebensversicherungen nehmen nur wenige Käufer an.

Achtung: Klären Sie vor dem Verkauf mit Ihrem Steuerberater oder dem zuständigen Finanzamt, ob der Verkaufserlös zu versteuern ist. Allgemeine steuerliche Informationen finden Sie auch in dem Ratgeber Besteuerung von Lebensversicherungen.

Weitere Tipps lesen Sie in unserem Ratgeber Lebensversicherung verkaufen.

Policen Direkt
kauft selber Policen an

  • kauft kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf ab 10.000 € Rückkaufswert
  • verwaltet Policen weiterhin auch bei möglichem Weiterverkauf
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Todesfallschutz 6 %


Cumerius (CFI Fairpay)
kauft selber Policen an

  • Ankauf von kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf Lebensversicherung ab 10.000 € Rückkaufswert
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Nachzahlung im Todesfall 7 %
  • kauft fondsgebundene Policen nur ab 20.000 € Rückkaufswert und Abschluss vor 2005
  • Ankauf Rentenversicherung erst ab 25.000 €


Partner in Life
bietet den Ankauf von Policen an

  • Ankauf von kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf ab 10.000 € Rückkaufswert
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Nachzahlung im Todesfall 6,5 %
  • kein Ankauf von fondsgebundenen Policen


Cashlife
vermittelt Policen an Investoren

  • vermittelt den Verkauf von kapitalbildenden und fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen an Investoren
  • Vertrag wird mit dem Investor geschlossen, nicht Cashlife
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Todesfallschutz unterscheidet sich je nach Käufer


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Alternative 3: Lebensversicherung beleihen

Eine Lebensversicherung zu beleihen ist eine Möglichkeit, um vorübergehend an Geld zu kommen. Sie nehmen ein Darlehen auf, das mit Ihrer Police besichert wird. Das ist bei manchen Anbietern bereits ab 1.000 Euro Rückkaufswert möglich. Kapitalgebundene Policen können mit bis zu 100 Prozent des Rückkaufswerts beliehen werden, fondsgebundene Policen mit bis 60 Prozent. Meist ist der Kredit auch mit schlechter Bonität möglich.

Die Zinsen für ein Policendarlehen sind in der Regel höher als die laufende Verzinsung der Lebensversicherung. Unter dem Strich bedeutet das Darlehen also einen Verlust – er wird umso größer, je länger der Kredit läuft. Nehmen Sie das Darlehen deshalb nur auf, wenn Sie das Geld wirklich brauchen und es in wenigen Jahren zurückzahlen können.

Auf den ersten Blick wirken die Zinsen für ein Policendarlehen meist niedriger als für einen Ratenkredit. Doch das Darlehen wird im Normalfall während der Laufzeit nicht getilgt – man spricht daher von einem endfälligen Kredit. So summieren sich die Zinszahlungen über die gesamte Laufzeit.

Am Ende ist das Policendarlehen daher oft teurer, und sogar ein Ratenkredit mit vergleichsweise hohem Zins hätte sich gelohnt. Rechnen Sie daher vor dem Abschluss alle Möglichkeiten durch.

Finanztip empfiehlt einen Trick: Verwandeln Sie selbst das endfällige Policendarlehen in einen Ratenkredit. Alle Anbieter erlauben es nämlich, Sondertilgungen vorzunehmen. Zahlen Sie also jeden Monat zusätzlich zu den Zinsen eine kleine Tilgungsrate, dann wird der endfällige Kredit zu einem klassischen Darlehen, auch Annuitäten-Darlehen genannt. So nimmt die Kreditsumme Monat für Monat wie bei einem Ratenkredit ab und Sie zahlen weniger Zinsen.

Weitere Erläuterungen finden Sie im Ratgeber Lebensversicherung beleihen.

LV-Kredit (Lifefinance)
vermittelt Darlehen der Volksbank Weschnitztal

  • 2,99 bis 3,49 % effektiver Jahreszins bei Laufzeit ab zwei Jahren
  • 3,75 % effektiver Jahreszins für kleine Darlehen bei kurzer Laufzeit
  • 2,49 % effektiver Jahreszins für Darlehen ab 80.000 €
  • Laufzeit zwischen drei Monaten und zehn Jahren
  • Mindestdarlehenssumme 1.000 €
  • Sondertilgung kostenlos, Zinszahlung wird angepasst
  • in der Regel keine Vorfälligkeitsentschädigung
  • mit Schufa-Abfrage (ohne Auswirkung auf Schufa-Score)

SWK Bank
bietet eigene Darlehen, die auch von anderen Anbietern vermittelt werden

  • 3,69 % effektiver Jahreszins für Laufzeiten bis vier Jahre, ab fünf Jahren 2,99 %. Zinsen gelten für alle Darlehenshöhen
  • Laufzeit zwischen einem und sieben Jahren
  • Sondertilgung abhängig vom Tarif, Zinszahlung wird angepasst
  • Mindestdarlehenssumme 2.500 €
  • mit Schufa-Abfrage (ohne Auswirkung auf Schufa-Score)
  • Vorfälligkeitsentschädigung
SWK Bank

Auch ein weiterer der von uns untersuchten Anbieter vermittelt das Darlehen der SWK Bank, ohne die Konditionen zu verändern:

Prolife
vermittelt Darlehen der SWK Bank

  • 3,69 % effektiver Jahreszins für Laufzeiten bis vier Jahre, ab fünf Jahren 2,99 %. Zinsen gelten für alle Darlehenshöhen
  • Laufzeit zwischen einem und sieben Jahren
  • Sondertilgung abhängig vom Tarif, Zinszahlung wird angepasst
  • Mindestdarlehenssumme 2.500 €
  • mit Schufa-Abfrage (ohne Auswirkung auf Schufa-Score)
  • Vorfälligkeitsentschädigung


Prolife

Achtung: Datiert der Vertragsschluss der Lebensversicherung vor 2005, sollte ein Steuerberater oder das Finanzamt klären, wie sich das Beleihen der Police steuerlich auswirkt. Das Beleihen kann in einigen gesetzlich geregelten Fällen dazu führen, dass mehr Steuern anfallen.

Variante: Verkauf mit Rückerwerbsoption
Zum Policendarlehen gibt es außerdem die Alternative, den Vertrag mit einer Rückerwerbsoption zu verkaufen. Im Grunde ist dies ein Darlehen auf die eigene Police – maximal gibt es aber zwischen 80 bis 90 Prozent des Rückkaufswerts. Das Darlehen ist endfällig, Sie können es jederzeit samt Zinsen auf einen Schlag zurückzahlen. Wer sein Rückkaufsrecht nicht nutzt, hat seine Police am Ende faktisch verkauft, aber zu schlechteren Konditionen als bei einem normalen Verkauf. Diese Möglichkeit sollten Sie daher nur in Betracht ziehen, wenn Sie die Police ganz sicher zurückkaufen können.

Alternative 4: Laufzeit verkürzen

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, aus einer Lebensversicherung auszusteigen, sich aber gleichzeitig einen Schlussüberschuss zu sichern: eine verkürzte Laufzeit. Das ist keine Lösung, sofern Sie akuten Geldbedarf haben, denn den Vertrag führen Sie dadurch noch einige Jahre weiter.

Beim Verkürzen der Laufzeit kommt es auf das Entgegenkommen der Versicherung an. Diese muss dazu bereit sein und den Vertrag dann auch noch möglichst ohne steuerlichen Nachteil umstellen. Idealerweise läuft der Vertrag danach noch weitere drei bis fünf Jahre. Wer nicht mehr einzahlen möchte, kann die Lebensversicherung anschließend beitragsfrei stellen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.