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Finanzderivate: Zertifikate / Optionsscheine / Kurskontrakte / Futures     bei Finanztip.de

Einführung in Finanzderivate

Derivate sind abgeleitete Finanzprodukte, die auf Basis von bestehenden Wertpapieren oder Krediten, zusätzliche Handels- und Spekulationsmöglichkeiten eröffnen. Unter einem Finanzderivat oder einem derivativen Finanzinstrument versteht man daher eine Anlageform, die von einfachen direkten Finanzanlagen abgeleitet worden ist. Der Wert des Derivats hängt dabei vom Wert des zugrundeliegenden Instruments (underlying) ab.

Terminkontrakte und Optionen sind zwei verbreitete Formen von Finanzderivaten. Es gibt keine offizielle Auflistung von möglichen Finanzderivaten. Im Vordergrund stehen CFDs, Zertifikate, Futures, Optionen, Zinstermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte und Swaps.

Ein Finanzderivat dient auch dem Handel mit hohen Summen, weil nicht mehr Prozentpunkte, sondern zum Beispiel nur noch Hundertstel eines Prozentpunktes gehandelt werden. Derivate werden zumeist für sehr kurzfristige Transaktionen eingesetzt. Mit ihrer Hilfe werden die Möglichkeiten der globalisierten und deregulierten Finanzmärkte stark beeinflusst. Internet und andere elektronische Medien erlauben einen weltweiten Handel mit Abschlüssen in Sekundenschnelle. Auch private Investoren und Spekulanten nutzen zunehmend diese technischen Möglichkeiten. Siehe hierzu auch den Ratgeber Contracts for Differences

Beispiel zu Hypothekendarlehen und Kreditderivate
Das Risiko, dass der Hyothekenschuldner den Kapitaldienst nicht mehr erfüllen kann, wird in ein eigenes Finanzprodukt ausgelagert (verbrieft), das eigenständig am Markt gehandelt wird. Dieses Finanzprodukt kann auch wiederum zur Basis eines neuen Derivats (Derivat zweiter Ordnung) werden. So ist der Kreditderivate-Markt in den letzten Jahren gigantisch gewachsen.

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Die Finanzkrise 2007 / 2008 ist nach Ansicht vieler Marktbeobachter zu einem wesentlichen Teil durch das rasante Wachstum des Derivate-Markts, insbesondere der Kreditderivate, verursacht und verschärft worden. So konnten insbesondere die umfangreichen Kreditrisiken nach dem Preisverfall auf dem amerikanischen Immobilienmarkt auf eine Vielzahl von Finanzinstituten verteilt werden. Da kaum noch eine Bank einer anderen Bank wegen der Risiken in diesen Verbriefungen traute, war der Interbankenhandel Anfang Oktober 2008 praktisch zum Erliegen gekommen.

Beispiel: Terminkontrakt
Ein Terminkontrakt (forward contract oder future contract) ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien. In diesem Termingeschäft verpflichten sich die beiden Parteien, zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft eine Transaktion zu einem bereits bei Vertragsschluss festgelegten Preis durchzuführen. Gegenstand des Terminkontraktes können zum Beispiel Aktien, Devisen und Anleihen, aber auch landwirtschaftliche Produkte (Getreide, Fleisch) oder Rohstoffe (Öl, Kupfer, elektrische Energie) sein.

Verwandt: Zertifikate - Grundlagen

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