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Aufgabe und Zweck der Schufa
Das Wort SCHUFA steht für "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung". Es ist ein privat geführtes Unternehmen der Kreditwirtschaft (Rechtsform AG), das ihre Vertragspartner weitgehend vor Zahlungsausfällen schützen will. Die Schufa hat die Aufgabe, Angaben zur Kreditwürdigkeit von Personen zu geben. Die SCHUFA ist KEIN Schuldnerregister und prüft auch NICHT die Bonität von Verbrauchern und entscheidet auch nicht, ob ein Kreditwunsch abgelehnt wird oder nicht. Die Schufa speichert lediglich Daten über Kredite, Leasingverträge usw (so genannter Schufaeintrag). Auch Negativmerkmale wie geplatzte Schecks oder Wechsel, Verzug bei Kredittilgungen, Gehaltspfändungen und Mahn- und Vollstreckungsbescheide werden gespeichert. Die Daten werden maximal für 5 Jahre gespeichert. Mit Berlin ist auch das letzte Bundesland an die Onlineabfrage für gespeicherte SCHUFA-Daten angeschlossen.
Ohne die SCHUFA wäre es zum Beispiel unmöglich, binnen von Minuten per Internet einen Handyvertrag abzuschließen, Ware auf Rechnung zu bestellen oder zeitnah einen Kredit genehmigt zu bekommen. Jeder Vertragsparter der Schufa zahlt pro eingeholte Auskunft einen bestimmten Betrag an die Schufa. Die Schufa erbringt so Dienstleistungen im Hinblick auf eine schnelle und sichere Kreditvergabe an ihrer Vertragspartner. Die Schufa informiert ihre Vertragspartner über die bisherige Kreditbiografie der Kunden und berechnet mit statistisch-mathematischen Verfahren eine Wahrscheinlichkeit für die Rückzahlung des Kredits. Dabei werden auch komplexe Score-Verfahren zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit des Kunden herangezogen.
Erkundigt sich ein Bürger nur nach den Konditionen für einen Kredit, melden die Vertragspartner dies der Schufa im Rahmen der Merkmale "Anfrage Kreditkonditionen" beziehungsweise "Anfrage Immobilienkreditkonditionen". Die Anfragemerkmale werden ein Jahr lang gespeichert, sind aber für die Vertragspartner der Schufa nicht sichtbar. Wer erst einmal nur im Markt vergleicht, kann dies somit unverbindlich tun ohne dass er gleich Nachteile erwarten muss. Damit können die Bürger Kreditkonditionen erfragen und vergleichen, ohne dass das Institut, bei dem sie sich aktuell erkundigen, direkt von den vorherigen Konditionenanfragen weiß.
Bei der Schufa gespeicherte persönliche Daten
Die SCHUFA hat Daten von über 65 Millionen Bürgern gespeichert. Hierzu zählen Name und Adresse sowie verschiedene Bankdaten und Bankverbindungen (Girokonten, Kreditkarten, Leasingverträge oder Versandhandelskonten). Nach dem Bundesdatenschutzgesetz dürfen Informationen wie Familienstand, Arbeitgeber, Einkommen, Guthaben und Wertpapierdepots nicht gespeichert werden. Zu den gespeicherten Daten zählen dagegen:
Schufa-Einträge werden mit folgenden Fristen gelöscht:
Das Scoring-Verfahren (Basisscore - Branchenscore - Geoscoring)
Das Score-Verfahren ist eine Prognose, um Ihre Kreditwürdigkeit zu benoten. Dabei werden eine Vielzahl von Daten wie zum Beispiel Alter, Lage der Wohnung, Anzahl der Wohnungswechsel usw. in einen Topf mit einer Vergleichsgruppe "gewürdigt". Über den Stellenwert und die Aussagekraft des daraus resultierenden persönlichen Score-Wertes darf reichlich gestritten werden. So gibt es einen Basisscore und einen Branchenscore. Seit dem 1. April 2010 ist auch das Geoscoring explizit erlaubt worden. So können Informationen aus dem Wohnumfeld auch verwendet werden, die wiederum in den Gesamtwert der Kreditfähigkeit einfließen.
Nach § 28b Bundesdatenschutzgesetz dürfen für die Berechnung des Wahrscheinlichkeitswerts nicht ausschließlich Anschriftendaten ("Adressdaten") genutzt werden. Damit verbietet das Bundesdatenschutzgesetz das ausschließliche "reine" Geoscoring. Außerdem ist im Fall der Nutzung von Anschriftendaten der Betroffene vor Berechnung des Wahrscheinlichkeitswerts über die vorgesehene Nutzung dieser Daten zu unterrichten und die Unterrichtung ist zu dokumentieren.
Der Basisscore ist ein zentraler Orientierungswert für Verbraucher, der im Rahmen der Eigenauskunft mitgeteilt wird. Der Basisscore soll unabhängig von einer Branche die generelle Wahrscheinlichkeit angeben, mit der ein Kredit zurückgezahlt oder eine Rechnung beglichen wird. Der höchste zu erzielende Basisscore-Wert beträgt 100 Prozent. Der Basisscore wird quartalsweise aktualisiert. Ein separater Branchenscore ist geschaffen worden, weil die Wahrscheinlichkeiten für die Rückzahlung verschiedener Kredite (Beispiel: Kauf einer Wohnung oder die Bezahlung eines Versandartikels) auch unterschiedlich sein können.
Einfluss des Scoring auf Bonität und Kreditkonditionen
Da insbesondere Kleinkredite wie Ratenkredite im Internet aus Kostengründen weitgehend automatisch zugeteilt oder ablehnt werden, kommt dem persönlichen Score-Wert bei einer Kreditaufnahme eine hohe Bedeutung zu.
Auch wenn das Scoring-Verfahren keine echten aussagekräftigen Ergebnisse liefert, fließen die Ergebnisse in die Bewertung des Bonitätsrisikos ein. Und hier heißt es: Je besser die ermittelte Bonität ist, desto geringer ist der Kreditzinssatz. Dies ist der Hauptgrund dafür, warum Verbraucherkredite an unterschiedliche Personen mit so unterschiedlichen Zinssätzen gewährt wrden. Falls einem Kreditkunden irgendwann mal sehr ungünstige Kreditzinssätze angeboten werden, kann der Grund auch im Score-Verfahren liegen.
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) bietet umfangreiche Informationen zu Verbraucherinformation und Scoring. Dabei wird auch auf Auskunfteien wie Arvato Infoscore, D&B Deutschland GmbH, Creditreform und Bürgel eingegangen. Ein sehr detaillierter und in leicht verständlicher Sprache verfasster Untersuchungsbericht (PDF-Datei) erklärt eingehend das Scoring-Verfahren und die festgestellten Probleme bei einer umfangreichen Untersuchung zum Scoring der Verbraucher. Auf der Website der SCHUFA stehen mehrere Vordrucke zum Download bereit, so zum Beispiel die Berechnung des branchenspezifischen SCHUFA Scores oder die informative Broschüre zum Thema Scoring.
Das Scoring-Verfahren wird teilweise von vielen Personen (u.a. Politikern, Journalisten und Verbraucherschützern) zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt. Es ist aus dem modernen Wirtschaftsleben und dem Wettbewerb praktisch nicht mehr wegzudenken. Beispiel: Abschluss eines Mobilfunkvertrages. Auch jenseits von Finanzgeschäften werden mathematisch-statistische Verfahren in nahezu allen Bereichen als schnelle Entscheidungshilfe und zur Verbesserung von Prognosen eingesetzt. Recht objektiv bietet die Schufa Holding AG auf ihrer Website Scoring Wissen allgemeine Informationen zum Thema Scoring und natürlich speziell zum Scoring bei der SCHUFA.
Verschlechterung der Bonität durch mehrere Kreditanfragen
Das Kriterium "Anfrage Kreditkondition" wird von der SCHUFA verwendet, damit der Score-Wert des Anfragenden bei einer reinen Anfrage einer Kreditkondition nicht sinkt. Sofern die Banken und Kreditinstitute dieses Kriterium bei der Zinsanfrage einsetzen, hat die Anfrage keine negativen Auswirkungen auf den persönlichen Scorewert.
Wenn hingegen eine Bank eine Anfrage mit dem Kriterium "Anfrage Kredit" an die SCHUFA richtet und kein Kreditabschluss erfolgt, dann wird dies negativ berücksichtigt, weil die SCHUFA "annimmt", dass die Bank keinen Kredit nach erfolgter Bonitätsprüfung gewähren möchte (Schufa-Eintrag). Dies bewirkt eine vorübergehende Verschlechterung des bei der SCHUFA berechneten Score-Werts.
Eigenen Score-Wert abfragen / SCHUFA-Eigenauskunft gespeicherter Daten
Wegen der Fülle der Datenspeicherung (von rd. 60 Millionen Personen sind Daten erfasst) passieren zwangsläufig Fehler. So kann zum Beispiel Ihr persönlicher Score-Wert falsch sein. Dies soll nach Presseberichten in sehr vielen Fällen passieren. Bei einer unverständlichen Kreditablehnung empfiehlt sich daher eine Selbstauskunft bei der SCHUFA (zulässig nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz).
Vielleicht ist man selber Opfer einer Fehleingabe geworden. Wenn Sie wissen wollen, was die SCHUFA über Sie gespeichert, so können Sie dies auch über einen direkten Online-Zugang zu Meineschufa.de in Erfahrung bringen. Alle Verbraucher können einmal pro Jahr eine schriftliche kostenlose Datenübersicht abfordern. Diese Datenübersicht dient vor allem der Kontrolle auf Vollständigkeit und Richtigkeit der gespeicherten Informationen. Das Einholen einer Eigenauskunft oder die die Eigenabfrage im Web hat keinerlei Einfluss auf den Score.
Bonitätsauskunft zur Vorlage im Geschäftsleben
Die zum 1. April 2010 "runderneuerte" Bonitätsauskunft der SCHUFA ist speziell zur wirtschaftlichen Verwendung geeignet und kostet den Antragsteller 18,50 Euro. Sie wird zum Beispiel zur Vorlage an Geschäftspartner, Arbeitgeber, Vermieter usw. eingesetzt. Sie schützt einerseits die Privatsphäre des Verbrauchers und gibt aber gleichzeitig dem Empfänger (z.B. Vermieter) die erforderlichen Informationen.
Die Bonitätsauskunft besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil enthält nur die wichtigsten Informationen zu den bisherigen Kreditgeschäften eines Verbrauchers und kann so an Dritte weitergereicht werden, Der zweite Teil ist für den Verbraucher selbst bestimmt und enthält einen detaillierten Überblick zu den Informationen, die bei der SCHUFA zu seinen bisherigen Krediterfahrungen hinterlegt sind. Das sind zum Beispiel Informationen über Girokonten, Kreditkarten, Ratenkredite oder Leasingverträge, jeweils inklusive der Kontonummern, der Kredithöhen oder Laufzeiten.
Die Dokumente der Bonitätsauskunft für Dritte sind auf Sicherheitspapier verfasst, tragen ein Wasserzeichen und einen Kopierschutz. Für den Verbraucher ist diese Fälschungssicherheit vor allem bei Geschäften nützlich, bei denen das aufgebaute Vertrauen durch derartige Nachweise gegenüber Dritten gestützt werden soll.
Webcode zur schnellen Abfrage zur Zahlungsfähigkeit
Die so genannte Schufa-Verbraucherauskunft enthält nicht alle bei der SCHUFA gespeicherten Daten, sondern nur die Informationen, die nötig sind, um "Vertrauen" zwischen dem registrierten Schufa-Kunden und dem Vertragspartner aufzubauen. Mit einem WebCode kann der Kunde auch jederzeit einem Dritten die Möglichkeit geben, schnell und unkompliziert per Internet eine Kurz-Information zu seiner Identität oder Zahlungsfähigkeit (Solvenz) preisgeben. Dies ist besonders nützlich, wenn mal sehr schnell eine Schufa-Auskunft (zum Beispiel noch am gleichen Tag) erteilt werden soll. Beispiel: Ein neuer Vermieter möchte kurzfristig vom potenziellen Mieter eine Schufa-Auskunft haben.
Eine vorherige Registrierung mit einem doppelten Sicherheitssystem ist Voraussetzung für eine online gestellte SCHUFA-Abfrage. Die SCHUFA-Auskunft informiert registrierte Kunden online über alle Daten, die zu dem Kunden bei der SCHUFA gespeichert sind. Neben dem Online-Angebot auf der vorgenannten Website können Verbraucher auch den telefonischen Service unter 01805 - SCHUFA* (01805 - 724832*) nutzen.
| Verwandt: Startseite Girokonto und HIS Datenbank |
Neben der Schufa sind weitere Auskunfteien im Markt tätig. Die bekannteste ist selbstverständlich die Schufa, die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Daneben agieren als bekannte Auskunfteien Bürgel und Creditreform und Infoscore und Deltavista und D&B Deutschland GmbH.
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