Strom

Wenn der Strompreis steigt: Sonderkündigungsrecht nutzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn ihr Stromanbieter den Preis erhöht, können Sie den Vertrag kündigen, auch wenn er eigentlich noch länger läuft.
  • Wenn Sie von der Preiserhöhung erfahren, handeln Sie schnell: Kündigen Sie per Einschreiben und berufen Sie sich auf Ihr Sonderkündigungsrecht (§ 41 Abs. 3 EnWG).
  • Alternativ können Sie einen Kündigungsdienst nutzen. Wir empfehlen Aboalarm, Volders und kündigen.de
  • Falls Sie noch im Grundtarif sind, können Sie unabhängig vom Sonderkündigungsrecht jederzeit mit einer Frist von nur zwei Wochen wechseln.
  • Wie Sie ganz einfach einen neuen Stromlieferanten finden, zeigt unser Ratgeber zum Stromanbieterwechsel.
  • Wie Sie grünen Strom erhalten, lesen Sie im Ökostrom-Ratgeber.
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Stromkunden haben selbst dann ein Sonderkündigungsrecht für ihren Stromvertrag, wenn die Preiserhöhung ausschließlich auf gestiegene oder neu eingeführte Steuern, Abgaben oder Umlagen zurückzuführen ist. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entschieden (Urteil vom 5. Juli 2016, Az. I-20 U 11/16). Der Stromversorger Stromio hatte das Sonderkündigungsrecht in solchen Fällen durch eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgeschlossen. Diese Klausel erklärte das OLG für unwirksam. Die Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ist aber zugelassen.

Falls nicht nur Steuern, Netzentgelte oder staatliche Umlagen wie die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gestiegen sind, sondern der eigentliche Strompreis des Anbieters, sollten Sie unbedingt zu einem günstigeren Stromlieferanten wechseln.

Wechseln können Sie im Fall einer Preiserhöhung auch dann, wenn Ihr Vertrag eigentlich noch länger läuft oder die Kündigungsfrist bereits vorüber ist. Machen Sie Gebrauch von Ihrem Sonderkündigungsrecht, das Ihnen bei einer Preiserhöhung gesetzlich zusteht (§ 41 Abs. 3 EnWG).

Achtung

Handeln Sie sofort

In der Regel bleiben Ihnen nur zwei Wochen Zeit, nachdem Sie von der Preiserhöhung erfahren haben. Handeln Sie daher schnell! Schreiben Sie, dass es sich um eine Sonderkündigung wegen der Erhöhung des Strompreises handelt. Kündigen Sie am besten per Einschreiben oder über einen Kündigungsdienst.

Mehr dazu im Ratgeber Kündigungsdienste

Daniel Pöhler
von Finanztip, Experte für Mobilität & Medien

Dienstleister beenden unliebsame Verträge

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So finden Sie einen günstigeren Stromanbieter

Die Sonderkündigung wegen einer Preiserhöhung ist ein Ausnahmefall, was den Ablauf des Stromanbieterwechsels angeht. Denn eigentlich brauchen Sie Stromverträge gar nicht selbst zu kündigen – das übernimmt der Versorger, zu dem Sie wechseln wollen.

Die Sonderkündigung müssen Sie jedoch selbst durchführen. Danach sollten Sie warten, bis die Kündigungsbestätigung vorliegt. Erst dann schließen Sie einen Vertrag mit einem neuen Versorger.

Die günstigsten Anbieter finden Sie auf Verivox und Check24. Diese Vergleichsrechner haben im Test von Finanztip am besten abschnitten. Achten Sie darauf, die Voreinstellungen zu ändern! Unter anderem sollten Sie den Haken beim Neukundenbonus entfernen und eine Vertragsverlängerung von einem Monat wählen. Weitere Details erfahren Sie im Ratgeber Stromanbieterwechsel.

Übrigens: Wenn Sie noch nie den Stromanbieter gewechselt haben, sind Sie noch im teuren Grundtarif. Dann benötigen Sie das Sonderkündigungsrecht nicht, weil Sie den Grundtarif jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen können (§ 20 Abs. 1 StromGVV).

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Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Im Grundsatz ja. Ich würde einige Tage mit dem neuen Abschluss warten, damit wenn der neue beim alten fragt dort schon die Kündigung bekannt ist.
11. September 2016 zum Beitrag
Wie ist der Prozess wenn ich selbst wegen Preiserhöhung von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch mache? Ich habe diese Vorlage () ausgefüllt und werde sie an meinen bisherigen Versorger per ...
11. September 2016 zum Beitrag
[quote='NiWe','http://www.finanztip.de/community/thema/2198-sonderk-c3-b-cndigungsrecht-bei-strompreiserh-c3-b6hung?postID=32532#post32532']Ist so etwas tendenziell ...
4. September 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Jens Tartler

Finanztip-Experte für Energie & Reise

Jens Tartler schreibt insbesondere über die Themen Energie und Reise. Insgesamt zwanzig Jahre lang arbeitete er als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Zuvor studierte er Volkswirtschaftslehre in Köln und den USA. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann Jens Tartler zwischenzeitlich als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.